Wichtig: Spam-Nachrichten von Bot-Konten – bitte keine Links anklicken!

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen haben einige von euch private Nachrichten von unbekannten Konten mit Links erhalten, zum Beispiel mit dem Betreff „Darf ich dich was fragen?".

Vielen Dank an alle, die diese Nachrichten gemeldet haben!

Was passiert ist
Das Forum wurde vor einiger Zeit auf einen aktuellen Stand gebracht. Dabei sind einige Dateien nicht vollständig übertragen worden. Dadurch sind wohl wichtige Sicherheitsfunktionen ausgefallen, unter anderem bei der Abfrage im Rahmen der Neuregistrierung (Captcha). So konnten sich diese Bots anmelden.

Das Besondere: Anders als bei früheren Spam-Wellen wurden keine Beiträge in den Foren erstellt, die ich sehr schnell entdeckt hätte, sondern es wurden wahllos aktive Mitglieder per PN angeschrieben. Das ist eine neue Qualität und lässt sich schwieriger bekämpfen.

Was ich getan habe
- Die Bot-Konten sind gelöscht.
- Die Systemdateien wurde nochmals gecheckt und in 2 Fällen musste tatsächlich korrgiert werden.
- Neue Registrierungen muss ich jetzt zuerst freischalten. So kann ich selbst entscheiden, wie dringlich das Problem noch ist.
- Den E-Mail-Anbieter, über den die Anmeldungen liefen (zum Glück immer derselbe), habe ich gesperrt. Erfahrungsgemäß ist das aber nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Hürde genommen wird.

Was ihr tun könnt
- Klickt auf keinen Fall auf die Links in solchen Nachrichten und gebt dort keine Daten ein.
- Löscht die Nachricht oder meldet sie über die Funktion „Melden".
- Falls ihr doch geklickt und irgendwo Daten oder ein Passwort eingegeben habt, ändert bitte sofort das betroffene Passwort (und überall dort, wo ihr dasselbe noch verwendet).
- Steht als Absender „Anonymous", stammt die Nachricht von einem bereits gelöschten Bot-Konto. Ihr könnt sie einfach löschen.
- Kommt eine verdächtige Nachricht von einem Konto mit einem Namen der Euch "komisch" vorkommt, z.B. MiaAbc23 oder sowas, leitet sie bitte an mich weiter oder meldet sie, dann kümmere ich mich darum.

Und wie immer gilt, auch im Hinblick auf die KI-Technik („neu" ist vielleicht übertrieben ;-) ): Alles kann zum Guten wie zum Schlechten genutzt werden.

Administrative Grüße von migoe aus der KI-Hölle ;-)

Ein Teppich und seine Folgen

Du willst selber Lieder schreiben und suchst Themen, Lob oder Kritik? Hier bist Du richtig und kannst auch anderen mit Deiner Meinung helfen, ihre Gedanken und Ideen auf Papier, ins Instrument und auf die Bühne zu bringen.

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Jan 2004 14 18:43

Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Gast

#1

Liebe Liedermacherfreunde,
schon vor einiger Zeit hatte ich, wie ihr sicherlich noch wisst, angeregt, ein Kreativ-Forum ins Leben zu rufen. Nachdem die Resonanz recht verhalten war (um es mal positiv auszudrücken :-D ) und sich keiner so recht vorstellen konnte, was darunter zun verstehen sei, möchte ich euch heute mit diesem Beitrag neugierig machen...
In Jena gibt es seit Oktober letzten Jahres eine Gruppe von Liedermachern der Region, die sich regelmäßig treffen (erst hieß es Liederstammtisch, jetzt nennt es sich Liedermacher-Treffen). Beim zweiten Abend einigten wir uns darauf, bis zum darauffolgenden Treffen an einem Thema zu arbeiten und die Ergebnisse vorzustellen. Da niemand einen Vorschlag machte, legte meine Duopartnerin Annabell spontan das Thema "Teppich" fest.
Nun kann man sich fragen, was es eigentlich für einen Sinn ergibt, ein Lied über etwas zu schreiben, woran man sonst vermutlich keinen Gedanken verschwendet hätte... Nach anfänglichem inneren Fluchen ("Was soll man denn zu so einem uninteressanten Thema schreiben?"), war es aber eine Herausforderung und für einige auch ein Spaß, sich darüber Gedanken zu machen und nebenbei seine "handwerklichen" Fähigkeiten beim Texten zu schulen.
Jedenfalls hatten beim nächsten Treffen alle Teilnehmer einen Beitrag und es war sehr interessant, wie unterschiedlich das Thema textlich und musikalisch bearbeitet wurde. Musikalisch kann ich euch keinen Eindruck von den Ergebnissen vermitteln, aber David (als Scamp im Forum registriert) hat mir seinen Text für das Forum zur Verfügung gestellt, so dass ich euch seinen und meinen Text vorstellen kann.
Von David:

Was soll man denn darüber sagen?
(Teppich-Song)

Die ganze Nacht lag ich hier wach
doch es fiel mir gar nix ein
ein Lied über einen Teppich
was soll an einem Teppich besonderes sein
Annabell sagt: "Ey David
du singst doch und machst Musik"
Doch Annabell über Teppiche zu singen
ist genauso schwer wie über Politik

R: Ach was soll man denn darüber sagen
wie soll man denn darüber singen
ohne eingebildet
der einfach nur peinlich zu klingen

Annabell sagt: "Ey David
nun sei doch nicht so naiv
Nur wer über Teppiche singen kann
der ist kreativ"
Ok ein Teppich der kann schmutzig sein
genau wie meine Fantasie
ein Teppich ist auch meistens treu
meine Freundin die ist das nie

R:

Annabell sagt: "Hey David
du hast das Thema verfehlt
Du solltest doch übern Teppich singen
jetzt hast du wieder nur von dir erzählt

R:

Ach Annabell hätt ich
so einen Teppich
dann hätt ich doch längst
ein Lied darüber gemacht


Von Bianca

Unter einer Brücke
oder
Schicksal eines türkischen Gebetsteppichs

Refrain:
Heute hat man ihn gefunden
unter einer Brücke;
war vergessen und verschwunden
unter dieser Brücke.

Er kam aus der Türkei
mit einer Arbeiterkolonne,
kam in die graue, deutsche Stadt,
in seiner Heimat schien die Sonne.
In einem Dorf bei Ankara,
da sah man ihn gespannt,
er war dort einer unter Vielen,
dennoch hat man ihn gekannt.
Man nahm ihn mit in die Moschee,
hat ihm die Richtung aufgezeigt.
Zum Beten hat man ihn bekniet
uns sich doch auch vor ihm verneigt.
Doch als es hieß man brauche Männer,
die mit nach Deutschland kommen,
da packte man ihn in der Nacht
und hat ihn einfach mitgenommen.
Refrain:
Und heute hat man ihn gefunden,...

In einer Wohnung in Berlin,
die sich die Gastarbeiter teilten,
lag er den ganzen Tag herum,
man hat ihn dennoch da behalten.
Doch weil sein Anblick Sehnsucht weckte
nach ihrem Heimatland,
begann man ihn zu hassen
und hat ihn auf den Flur verbannt.
Von nun an hat man ihn beschmutzt,
man hat mit Füßen ihn getreten.
Und kamen Gäste zu Besuch
war er noch mehr als sonst betreten.
Und eines Tages schien es fast
als brauchten sie ihn doch,
man nahm und brachte ihn nach unten
in den Hinterhof.

Refrain:
Und heute hat man ihn gefunden,...

Das Ende ist nun schnell erzählt,
man hat mit Stangen ihn geschlagen,
Und als man mit ihm fertig war
die Treppe wieder hochgetragen.
Man schob ihn in den Flur zurück,
ihn trafen letzte Blicke,
er wurde überrollt von einer
neugekauften Teppichbrücke.

Refrain:
Und heute hat man ihn gefunden,...


Auf eure Reaktionen und Meinungen bin ich gespannt!!
Grüße aus Jena,
Bianca
Dieser Beitrag enthält 714 Wörter



Sago_Ph
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Apr 2004 15 21:27

Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Sago_Ph

#2

Liebe Bianca!
Beliebt scheinen die Kreativ-Angebote hier ja nicht zu sein. Ich will mich trotzdem zu Wort melden, weil ich die Idee so gut finde.
Es gibt, so denke ich, keine schlechten Themen. Ein gutes Ideenmanagement hilft praktisch immer.
Scamp schreibt, wer kreativ sei, könne über Teppiche schreiben. Das ist natürlich nur Koketterie; er selbst ist ja zwar kreativ, schreibt aber dennoch kein Teppich-Lied (nein, das hier zitierte ist wirklich keins. Ersetz mal das Wort "Teppich" durch "Bohnensalat" oder "Fußpilz" - das Lied könnte ohne weitere Textänderung genauso gesungen werden. Das ist wohl ein recht deutlicher Beweis für die Beliebigkeit des Texts). Das "Mir fällt grad nix ein, also schreibe ich ein Lied darüber, dass mir nix einfällt" ist ja eine große Verlockung beim Texteschreiben, nur: es ergibtr halt meistens Texte, die ihr Autor nach relativ kurzer Zeit selber peiblich findet, weil er ja gerade nicht will, dass man ihn für unkreativ hält... Wahrscheinlich war Scamps Lied aber musikalisch ganz pfiffig, und das ist ja auch schon mal was.
Mit deinem Text ist das etwas anderes; du hast m.E. einen guten Themenschwerpunkt gefunden ("Gebetsteppich"). Aber es ist so fürchterlich viel in den Text hineingepackt - das hält der kleine Gebetsteppich unmöglich aus. Vielleicht hätte ein Aspekt gereicht, z.B. "Türke in Deutschland verliert seine kulturelle Identität, was man am Verhältnis zum Teppich erkennt", oder: "Türke erlebt einen Kulturschock und das einzig Konstante ist sein Teppich" oder irgendetwas. Mich persönlich nervt die "Armer, kleiner Teppich"-Masche etwas.
Ich will versuchen, zu zeigen, wie ich ans Thema herangehe. Pech für mich, wenn ich erst meckere und dann selbst nichts standfestes zuwege bringe, aber ich versuchs. Heute gibts meine Stoffsammlung zum Thema, aus der ich mein Liedprojekt herausarbeite.

Arten:
Bakterienteppich
Rasenteppich
Blumenteppich
Wandteppich
Kinder-Straßen-Spiel-Teppich
Flickenteppich - Ikea
Roter Teppich - Prominenz - Festivals - Politik
Fliegender Teppich - Orient - Abheben
Gebetsteppich - Mekka
"Liebe auf dem Flokati"
"Komm mal wieder auf den Teppich"
"Das kommt nicht auf den Teppich"
Teppichluder (Becker oder Bohlen, wer war's noch?)
Kinderarbeit
Walter Moers: Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär: Prinz Qwert Zuiopü und Teppiche
staubig, weich, gedämpft, zerschlissen, warm, dumpf, muffig, kostbar, "echt"
weben, knüpfen, knoten
staubsaugen
Fell
Milben, Teppichverkäufer, Kette, Schuss, Teppichklopfer, Teppichstange, Stoff, Wolle, Fransen, Seide, Muster, Webfehler
schlepp ich
rap' ich
Depp ich
schebbich
nebbich
läppisch, täppisch usw.


Bald melde ich mich, wenn ich einen geeigneten Aufhänger gefunden habe. Erweiterungen der Stoffsammlung sind willkommen.
Gruß, Sago_Ph
Dieser Beitrag enthält 435 Wörter


...

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Apr 2004 15 22:35

Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Gast

#3


Sago_Ph schrieb:
Ersetz mal das Wort "Teppich" durch "Bohnensalat" oder "Fußpilz" - das Lied könnte ohne weitere Textänderung genauso gesungen werden. Das ist wohl ein recht deutlicher Beweis für die Beliebigkeit des Texts).

Bohnensalat und Fußpilz haben sich leider nicht auf "hätt ich" in der letzten Strophe gereimt.
Dieser Beitrag enthält 54 Wörter



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Apr 2004 16 13:43

Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Gast

#4

Lieber Sago_Ph,
schön, dass es hier mal einen weiteren Interessierten am Kreativ-Forum gibt!!
Zuerst einmal zu deiner Äußerung über Scamps Text:

Das "Mir fällt grad nix ein, also schreibe ich ein Lied darüber, dass mir nix einfällt" ist ja eine große Verlockung beim Texteschreiben, nur: es ergibtr halt meistens Texte, die ihr Autor nach relativ kurzer Zeit selber peiblich findet, weil er ja gerade nicht will, dass man ihn für unkreativ hält...


Ich kenne David und glaube, da schätzt du ihn falsch ein, er ist durchaus kreativ (sonst wäre er jetzt auch gut aus dem Schneider; könnte sein Repertoire durch die Ergänzungen: Politik, Apfelschorle, Inkontinenz... seines Teppich-Liedes unerschöpflich erweitern :-D ) Ich fand seine Idee witzig und immerhin hat er sich mit seinem Lied auf das Gespräch zur Themenfindung bezogen. Es ging bei dem Thema auch nicht darum zu sehen, wer es "am Besten" bearbeitet (was bedeutet das auch im konkreten Fall, wer möchte das beurteilen?), es ging um die unterschiedlichen Ergebnisse, Herangehensweisen, textliche wie musikalische Unterschiede und das alles auch unter einem stark reglementierten Zeitbudget...
Was deine Kritik an meinem Text angeht... ersetz doch mal "Gebetsteppich" durch "Ahmet". Findest du den Lebenslauf dann auch noch überladen?
Da lebt einer in seiner Heimat, wo ihn jeder kennt, er anerkannt ist und religiös sozialisiert wird. Eines Tages kommt er mehr oder minder unfreiwillig als Gastarbeiter nach Deutschland, wo es ihm nicht gefällt, seine religiöse Ausrichtung nicht maßgeblich ist; er liegt den ganzen Tag herum und zieht mit der Zeit den Unmut der anderen Mitbewohner auf sich. Man schließt ihn aus der Gemeinschaft aus, verachtet ihn und beginnt, ihn schlecht zu behandeln. Am Schluss landet er "unter einer Brücke".
Ich fand den Gedanken spannend, einen Text so zu schreiben, dass, wenn man den Titel nicht kennt, es sich auch um eine Person handeln könnte. Beim Text habe ich darauf geachtet, dass das "er" niemals "aktiv" ist, deshalb: "hat man ihn bekniet", "hat ihn mitgenommen", "er war noch mehr als sonst betreten", u.s.w. Wenn der Zuhörer zu Beginn nicht weiß, um was es geht, dann erlebt er mit der letzten Liedzeile einen Perspektivwechsel: "Ach, das ist gar kein Mensch, es ist ein Teppich". Dadurch gewinnen alle beschriebenen Geschehnisse (Verschleppung nach Deutschland, treten, Schläge, Verachtung...) eine andere Bedeutung. (Ich persönlich halte im Übrigen nicht so viel von "Betroffenheitstexten", das war meine Form der Ironisierung.)
Wenn du dich an dem Teppich-Thema versuchen willst, gerne. Vielleicht können wir ab demnächst aber auch ein Thema wählen, dass für alle Beteiligten neu ist; das war nämlich auch ein interessanter Aspekt der Arbeit, dass jeder ZUERST das Thema für sich bearbeitet hat. So haben alle gleiche Startbedingungen, denn natürlich ist es immer einfacher, schon vorhandene Dinge zu kritisieren und dann "besser" zu machen.
Ich freu mich jedenfalls auf den "Schlagabtausch" mit dir. ;-)
Gruß, Bianca
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Sago_Ph
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Apr 2004 18 13:51

Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Sago_Ph

#5

Lieber Scamp,
wenn man strenge Maßstäbe ansetzt, reimt sich "hätt ich" auch nicht richtig auf "Teppich", sondern nur fast.
Nix für ungut,
Gruß von Sago_Ph
Dieser Beitrag enthält 30 Wörter


...

Sago_Ph
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Apr 2004 18 14:05

Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Sago_Ph

#6

Liebe Bianca,
ich bin mir nicht sicher, ob du meine Erwiderung genau gelesen hast; es ging nicht um Scamps Kreativität, sondern darum, dass sein Teppichlied keins ist. Und solche Lieder - ich spreche durchaus aus eigener Erfahrung - haben keine Zukunft. So ein Lied verhält sich zu einem guten Lied wie ein Löffel Zucker zu einem Stück Torte: beides ist süß, doch in der Torte steckt die Arbeit und das Know-How eines Bäckers, die Wärme des Ofens und das Miteinander passend abgewogener Zutaten. Vor die Wahl gestellt, was man lieber essen möchte, wird man, langfristig gesehen, die Torte immer lieber essen. Die ist auch nahrhafter etc.
Die sorgfältige Konzeption deines Liedes, das gezielte Vermischen von Mann und Teppich, um es erst am Ende voneinander zu trennen, ist mir beim ersten Lesen nicht so aufgefallen, wie nach deiner Antwort.
Jetzt frage ich mich aber, ob es nicht viel hilfreicher wäre, von vorneherein dem Hörer klar zu machen, dass man über einen Teppich singt. Toll wäre es, wenn man immer nur offen über den Teppich singt, und sozusagen durch die Hintertür etwas über den Besitzer zu erzählen. Es wäre reizvoll zu erfahren, wie der Teppich in der Moschee bekniet wird, nach Deutschland mitgenommen wird und dann irgendwann, sagen wir mal, in der Altkleidersammlung oder im Ramschladen endet. Wir würden uns fragen, was eigentlich mit dem Besitzer passiert ist.
So aber irre ich als Textrezipient ratlos in einer Geschichte umher, die ein Rätsel sein will, dafür aber zu lang ist, die eine kritische Geschichte sein will, dafür aber nicht klar genug ist.
Versuch doch mal, den Text umzuarbeiten.
Mein eigener Text:
Ich will mich mal am "fliegenden Teppich" versuchen. Neue Stoffsammlung dazu folgt in ein paar Tagen.
Gruß, Sago_Ph
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Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Clemens

#7

Beliebt scheinen die Kreativ-Angebote hier ja nicht zu sein. Ich will mich trotzdem zu Wort melden, weil ich die Idee so gut finde.

Das ist zu einfach - Auch ich finde die Idee gut, aber...
für mich stößt hier die Kommunikationsebene "Forum" an Grenzen. Die Komplexität des zu Besprechenden hält derart viele Möglichkeiten für nebensächliche Missverständnisse bereit, dass ich noch jeden Versuch einer Erwiderung nach langen Umarbeitungsversuchen dem Papiekorb anheim gab. Im Gespräch merke ich (hoffentlich) wenn etwas "falsch ankommt" und kann darauf sofort reagieren. Hier kommt so manche sachlich angebrachte und konstruktiv gemeinte Kritik als persönlicher Angriff an. Dann ergeben sich lange (öffentliche) Dispute, welche das Thema in den Hintergrund drängen.
Beispiel ganz frisch:
..., sondern darum, dass sein Teppichlied keins ist. Und solche Lieder - ich spreche durchaus aus eigener Erfahrung - haben keine Zukunft. So ein Lied verhält sich zu einem guten Lied wie ein Löffel Zucker zu einem Stück Torte: ...

wie kommt das doch scharfrichtergleich daher...
und da finde ich dann doch schnell ein fragwürdiges Argument um dem Kritiker seine eigene Fehlbarkeit vor Augen zu führen:
Und solche Lieder - ich spreche durchaus aus eigener Erfahrung - haben keine Zukunft.

Beweisen uns die Erfolge und Nichterfolge gestandener Liedermacher nicht oft das Gegenteil? "Der Mörder ist immer der Gärtner" und das "Narrenschiff" von R.Mey - welches Lied hat gemessen an der Bekanntheit den Erfolg?
Soweit, so schlecht...
Ich persönlich denke, dass Bewertungen und Ratschläge ein Lied noch mal zu überarbeiten in einen persönlicheren Bereich als den eines Forums gehören. Keinerlei Problem habe ich damit zu sagen " Ich empfinde ein Lied als zu flach oder beliebig." Dann ließe ich mir auch die Antwort gefallen, dass ich überheblich sei. Ebenso finde ich es OK meine völlig andere Meinung neben eine hier geäußerte zu stellen, ohne jedoch die Wertung gleich mit anzugeben.
So aber irre ich als Textrezipient ratlos in einer Geschichte umher, die ein Rätsel sein will, dafür aber zu lang ist, die eine kritische Geschichte sein will, dafür aber nicht klar genug ist.
...will sagen - zu dem wichtigen "ich" hätten es noch zwei kleine "mir" jeweils vor dem Wort "dafür" sein dürfen;
denn mir, Clemens, ist die Geschichte weder zu lang noch zu unklar...

So, nun hab ich noch nicht die Hälfte von dem geschrieben, was ich dazu sagen möchte - und schon finde ich selbst einige Stellen welche "ungenügend klar" formuliert sind. Trotzdem schicke ich das Ergebnis diesmal sofort los, bevor es wieder im Knüllpapier endet...
Liebe Grüße von Clemens
Dieser Beitrag enthält 444 Wörter


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Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von migoe

#8

Hallo Sago_PH,
ich kann gut verstehen, was Du meinst, wenn Du schreibst
So ein Lied verhält sich zu einem guten Lied wie ein Löffel Zucker zu einem Stück Torte: beides ist süß, doch in der Torte steckt die Arbeit und das Know-How eines Bäckers, die Wärme des Ofens und das Miteinander passend abgewogener Zutaten. Vor die Wahl gestellt, was man lieber essen möchte, wird man, langfristig gesehen, die Torte immer lieber essen. Die ist auch nahrhafter etc.

will aber doch auch zu bedenken geben, daß die Torte nicht immer angebracht ist. Einem Leistungsportler (sagen wir enfach mal es handele sich um einen 100-Meter-Läufer), der mal schnell zusätzliche Energie braucht, wird der Löffel Zucker mehr bringen als ein Stück Torte, das vielleicht die selbe Menge Energie beinhaltet, diese aber nicht so "rein" und schnell abgeben kann. Der "vermeintliche" Vorteil der Torte, nahrhafter zu sein, entpuppt sich für ihn vielleicht sogar zum Nachteil, weil die Verteilung der Zutaten für seine Zwecke nicht optimal ist und sich die Energie, anstatt im Blut (und somit direkt in Leistung!) in seinem Körper in Form von Fettpolstern ansammelt. Er als Leistungssportler braucht diese Energie aber sofort und nicht (wie z.B. ein Marathonläufer) erst später oder über eine längere Strecke.
Was ich damit sagen möchte? Es gibt keine Lieder die keine Zukunft haben. Es kommt eben immer auf den Standpunkt des Betrachters an. Ist also sehr subjektiv und das ist alles, was mit Musik zu tun hat und von "Experten" wie "Laien" gesagt wird. Eine allgemein stimmige Erklärung gibt es nicht - doch das wirst Du sicher auch so sehen. Vielleicht habe ich Deine Bemerkung über das "Teppichlied" nur nicht so verstanden, wie Du es gemeint hast. Mein Bild von den Sportlern und den unterschiedlichen Voraussetzungen hinkt natürlich - so wie Dein Bild vom Zucker und der Torte, aber beide meinen wir das Gleiche, oder?
Zu Deiner Anmerkung
Toll wäre es, wenn man immer nur offen über den Teppich singt, und sozusagen durch die Hintertür etwas über den Besitzer zu erzählen. Es wäre reizvoll zu erfahren, wie der Teppich in der Moschee bekniet wird, nach Deutschland mitgenommen wird und dann irgendwann, sagen wir mal, in der Altkleidersammlung oder im Ramschladen endet. Wir würden uns fragen, was eigentlich mit dem Besitzer passiert ist.

fallen mir spontan drei Lieder eines hier sehr bekannten deutschen Liedermachers ein (ja, genau der! ;-))
- Kinderhosenballade
- Meine alte Jacke
- Sauwetterlied
die alle drei unterschiedliche Themen auf die selbe Art und Weise - nämlich die von Dir beschriebene - behandeln und mir gerade deshalb, weil ganz alltägliche und banale Dinge, die jeder kennt, plötzlich eine Geschichte erzählen, die einen ganz persönlich anspricht.
So könnte man jedesmal sagen: "Wie kann der bloß so ein langweiliges Lied über die blöde Kinderhose/die billige alte Jacke/das blöde Wetter schreiben?". Doch weil die Geschichte halt mehr ist als bloß die Beschreibung einer Sache sind die Lieder für mich was ganz Besonderes und ich höre sie immer wieder gerne.
migoe
Dieser Beitrag enthält 525 Wörter


Liebe Grüße aus Rothenburg
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Sago_Ph
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Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Sago_Ph

#9

Lieber Clemens,
natürlich wird man im Forum nur unter besonders glücklichen Umständen ein (eigenes oder fremdes) Lied "besser diskutieren" können. Aber ich streite mich gerne über Texte und habe auch das Gefühl, dass sich Scamp und Bianca recht gut zur Wehr setzen können und auch wollen (siehe auch Politik-Forum).
Aus der Diskussion übers eigene Werk keine beleidigende Schlacht zu machen ist eine Sache der Intelligenz ihrer Teilnehmer und des Anstands. Aber man darf doch noch scharf formulieren, oder?
Insofern danke für den "Scharfrichter"; dahinter steht eine große Tradition.
Gruß, Sago-Ph
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Clemens
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Apr 2004 22 21:53

Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Clemens

#10

Hallo Sago_Ph,
ja man darf. Und eigentlich sollte ich mich nicht so oft für andere Menschen angegriffen fühlen. Du sagst zu Recht, sie können sich selbst zur Wehr setzen.
Man braucht kein Psychologe zu sein, um hinter dem Überschuss an Harmoniesucht das Defizit zu sehen. Natürlich wünsche ich mir selbst gelegentlich den Mumm "Mist" laut "Mist" zu nennen. Aber ich kann es eben nur "unöffentlich" - sprich allein dem "Mistfabrikanten" gegenüber. Und leider bin ich auch dazu oft zu feige. Da ich Lügen oder auch "nur" Heucheln aber noch schlimer finde, schweige ich zu oft.
Natürlich kokketiere ich damit, dass mich gerade dafür Leute mögen, die mir wichtig sind...
Ich bewundere Menschen, die die Selbstsicherheit haben ihr Urteil als definitiv gültig anzusehen. Aber ich halte es für gut, wenn wirklich deutlich ist:
"ICH meine - das ist so.".
Es mag wie eine sprachliche Haarspalterei anmuten, weil ja jeder hört (hier liest) dass ich dies sage. Aber wenn Qualität, warum dann nicht in der Umgangssprache damit beginnen?
Ich war begeistert, als Du mit dem Thema Qualität begonnen hast, weil das genau so eines ist, welches mir schwer fällt im öffentlichen Disput. Und als der Name Stählin fiel, dachte ich zuerst an einen älteren Stählin, der mich über meinen Vater wesentlich geprägt hat. Ein Kirchen-Mann der deutlichen Sprache, zu Zeiten da diese noch in der Gaskammer enden konnte. Sage deutlich was du meinst, aber überlege vorher, ob du auch wirklich sagst was du meinst. - Ich bleibe halt manchmal am zweiten Teil hängen.
Ich werde jetzt keine "Besserung" geloben. Aber ich wollte wenigstens gesagt haben, dass ich mich manchmal gerade über den Gedanken eines Beitrages am meisten freue, auf dessen "Ausführung" ich so reagiere.
Liebe Grüße von Clemens
Dieser Beitrag enthält 308 Wörter


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Apr 2004 23 10:34

Ein Teppich und seine Folgen

Beitrag von Gast

#11

Lieber Clemens,

Aber ich halte es für gut, wenn wirklich deutlich ist:
"ICH meine - das ist so.".
Es mag wie eine sprachliche Haarspalterei anmuten, weil ja jeder hört (hier liest) dass ich dies sage. Aber wenn Qualität, warum dann nicht in der Umgangssprache damit beginnen?


Ich empfinde das genauso! Wenn man Formulierungen verwendet, die eine persönliche Meinung erscheinen lassen, als hätte sie Allgemeingültigkeit, dann kann das zu Missverständnissen und unnötigen Gefühlsverletzungen führen. Gerade bei Diskussionen um persönliche Texte (die ja oft vor dem Hintergrund von (z.T. intensiven) Emotionen geschrieben sind), ist es wichig, die eigene Meinung auch durch die entsprechenden Signalwörter (ich, meiner Meinung nach...) kenntlich zu machen.
Ich persönlich würde mich jedenfalls über eine angemessene und offene Diskussion freuen und bin eigentlich ganz optimistisch, dass wir Formen des respektvollen (sprachlichen) Umgangs finden können. Vielleicht ermutigt dich das, auch weiterhin an der Diskussion teilzuhemen, lieber Clemens?!
Liebe Grüße,
Bianca
Dieser Beitrag enthält 166 Wörter



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