Brennende Autos in Pariser Banlieus (und nicht nur dort)

Renaud Séchan (* 11. Mai 1952 in Paris), bekannt als Renaud, ist ein französischer Liedermacher, außerdem war er als Schauspieler und Satiriker tätig...Renaud entstammt einer protestantischen Familie des Bildungsbürgertums. Sein Vater stammte aus Montpellier und unterrichtete Deutsch an einem Pariser Gymnasium. Sein Großvater war der Gräzist Louis Séchan, der an der Sorbonne lehrte. Der Regisseur Edmond Séchan ist sein Onkel. Seine Mutter kommt aus einfachen Verhältnissen und wuchs in Nordfrankreich auf...Renaud war seit 2005 in zweiter Ehe mit Romane Serda verheiratet, mit der er seit 2006 einen Sohn hat. Er wohnte mit seiner Familie in einem ruhigen Pariser Vorort. 2011 ließen sie sich scheiden. Aus erster Ehe hat er eine Tochter namens Lolita.
Quelle: Wikipedia  mit Stand vom 01.06.2018 | Foto ©by Wikipedia 

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Brennende Autos in Pariser Banlieus (und nicht nur dort)

Beitrag von fille »

Liebe Forumler,
Renaud hat sich bereits Ende der 70-Jahre zum Anwalt der Jugendlichen in den Vorstädten gemacht, die ihren Ärger nur durch Anzünden von Autos Luft machen konnten. So brachte der "Erzengel der Vorstädte" 1979 - 1981 einige Alben heraus, in denen er sich solidarisch mit den Menschen in den Banlieus zeigte. Obwohl er selbst aus einem bürgerlichen Viertel von Paris stammt, hatte er dort viele Freunde.
1977 - Place de ma mob

1979 - Ma gonzesse

1980 - Marche à l'ombre

1981 - Le retour de Gérard Lambert

Es würde mich interessieren, was er jetzt über diese Vorgänge denkt. Vielleicht wäre es an der Zeit, wieder ein Lied über dasThema zu schreiben.
Ein interessanter Roman zum Thema ist auch Tee im Harem des Archimedes von Mehdi Charef, der selbst in einem Banlieu aufwuchs.
Liebe Grüße
und schönen Sonntag
Marianne
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Beitrag von fille »

Hallo liebe Freunde!
Nachdem ich meinen Beitrag noch mal durchgelesen habe, habe ich den Eindruck gewonnen, dass man ihn leicht falsch verstehen könnte, bzw. ich mich nicht richtig ausgedrückt habe.
Ich wollte keineswegs sagen, dass Renaud diese Gewaltbereitschaft gut heißen würde. Im Gegenteil er war immer gegen Gewalt, aber für Toleranz. Zahlreiche Lieder von ihm bezeugen dies.
Ich wollte damit nur sagen, dass bereits seit Jahrzehnten Autos in den Banlieus brennen - nur haben wir das hier nicht mitgekriegt. Aber was jetzt passiert, ist wirklich grauenvoll.
Die Aussage dieses Politikers ist nicht zu rechtfertigen, aber ebenfalls nicht zu rechtfertigen sind diese Reaktionen. Und so werden ihm leider immer mehr zustimmen. Und wieder bringen Randgruppen ganze Bevölkerungsschichten in Verruf.
Ich möchte nicht die Ursachen für das Fehlverhalten einiger bei anderen suchen,aber es fällt mir eine Passage von Renaud ein:

Parkings et bureaux
Ont bouffé Paris
Les petites gens
.....
Peupler les banlieue
Parkplätze und Büros
haben Paris gefressen
Die kleinen Leute
...
bevölkern die Vorstädte
Rouge-gorge 1988

Sie wurden zwar nicht zwangsweise ausgesiedelt, aber es blieb den Leuten mit wenig Geld nichts anderes über als in die seelenlosen Siedlungen vor den Städten zu ziehen. Wie gesagt, dass rechtfertigt nichts. Aber bereits in den 60-Jahren wurde hier der Grundstock für dieses Pulverfass gelegt.
Liebe Grüße
Marianne
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Beitrag von fille »

Liebe Forumler!
Die wochenlangen Krawalle in den Banlieus sind über ein Jahr her. Aber das heißt vielleicht nur, dass man nicht mehr so viel hört. So richtig Ruhe ist wahrscheinlich nicht...
Heute Abend kommt in arte der französische Film Wut in den Städten mit anschließender Diskussionsrunde.
Es wurde mit Laien an Originalschauspätzen gedreht.
Liebe Grüße
Marianne
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Beitrag von fille »

Salut liebe Forumler!
Zum Film:
Ich fand den Film sehr interessant. Es wurde versucht zu rekonstruieren, wie dieser Funke, der Pulverfass zum Explodieren brachte, zustande kam.
Damals haben sich die Ereignisse überschlagen. In Deutschland hatte man den Eindruck als ob die alle verrückt geworden wären und man hat befürchtet, dass die Welle überschwappt.
Zur anschließenden Diskussion
Leider ist bis heute nicht geklärt, wer Schuld am Tod der beiden Jugendlichen hatte. "Die Polizisten rannten hinter den Jugendlichen her, weil die rannten. Die Jugendlichen rannten vor der Polizei her, weil die hinter ihnen rannten." Nach Aussage des dritten Jugendlichen, der schwer verletzt überlebt hat, hatten sie Angst vor Ausweiskontrollen. Sie hatten keine Papiere dabei "und da wird man immer gleich aufs Kommisariat mitgenommen."
Die Chronologie der Ereignisse
Es gab mir zu denken, dass der Bürgermeister von Sarcelles gesagt hat, dass seine Stadt in einem der größten Industriegebiet Europas liegen würde und trotzdem die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen mit Emigrantenherkunft rund 40 % beträgt. Der deutsche Politologe hat erwähnt, dass in Berlin die Arbeitslosigkeit bei jungen Türken bei 50 % liegt.
Den Film mit anschließender Diskussionsrunde kann man noch einige Tage bei arte anschauen.
Eigentlich ist dieser Beitrag eher was für politsische Forum.
Liebe Grüße
MarianneDiskussion
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