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50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Fr 28. Okt 2005, 00:24
von Nordlicht
Hallo, Freunde !
Um es gleich vorwegzunehmen und damit alle Klarheiten gleich zu Anfang zu beseitigen: Ich will mit diesem Posting die Bundeswehr weder in Frage stellen noch in irgendeiner Weise über Gebühr angreifen. Aber...
Vielleicht mal von vorne: Am Dienstag war der hiesige National- Feiertag, an dem auch des Abzugs des letzten Besatzungs- Soldaten aus Österreich gedacht wird. Gleichzeitig feiert heuer auch das "Bundesheer" seinen 50. Geburtstag. Und wie feiert das Militär einen solchen Anlaß ? Na klar, mit einer Parade, auf der man der Welt stolz demonstriert, wie großartig man mit seinen Waffen in der Lage ist, aus einem prosperierenden Land in relativ kurzer Frist eine Einöde zu schaffen. Nun ja, wer´s mag... Das Fernsehen, also der überaus staatstragende "ORF", war natürlich live dabei, und die Moderatoren überschlugen sich mit patriotischen Sprüchen und Lobpreisungen der uniformierten Masse.
Derart angeschlagen stattete ich abends dem deutschen Fernsehen einen Besuch ab, und was lief da im "ZDF" ? Richtig: ein Geburtstags- Beitrag für die "Bundeswehr". Der "Große Zapfenstreich". Und auch hier eine absolute "Stern- Stunde" des (für meine Begriffe ziemlich überforderten) Moderators. Mit patriotischem Timbre in der Stimme erfuhr der geneigte Zuseher, daß erstmals seit dem zweiten Weltkrieg wieder eine solche Show vor dem Reichstag stattfände, daß zwei Musik- Corps mit insgesamt 100 Mann die musikalische Umrahmung übernommen hätten, daß fast 5000 ausschließlich geladene - und damit handverlesene - Gäste teilnähmen, daß alle Welt stolz auf diese "Friedens- Armee" sei - oder doch zumindest sein sollte. Die von (fast) allen Parteien gutgeheißenen Auslands(kampf)einsätze wurden tunlichst verschwiegen. Oder vielleicht auch nur nicht erwähnt, wer weiß das schon.
Gottlob hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts gegessen, es wäre mir bei solchen Tönen sicherlich wieder hochgekommen. Einmal ganz davon abgesehen, daß auch die "NVA" eine "Friedens- Armee" gewesen sein soll: Diese Vielzahl von uniformierter Masse, diese Menge an potentiellen Toten (nein, ich sage ausdrücklich nicht potentielle Mörder, obwohl... nun ja), die erschreckte mich schon, dort im ehemals entmilitarisierten Teil Berlins. Und der fackelbewehrte Einzug dieser "fröhlichen Musikanten" erinnerte mich auf fatale Weise an Bilder aus dem Jahr 1933. Und was erklang da beim Marschieren ? Zunächst einmal der "Marsch des York´schen Corps", vom Moderator immer wieder fälschlich als "York´scher Marsch" verstümmelt. Und dann: "Preußens Gloria" ! Puuuuha... Ich bin eigentlich recht froh und glücklich, daß im Jahr 1945 sowohl das "Deutsche Reich" als auch "Preußen" untergegangen sind, mithin aufgehört haben zu existieren. Und da die "Bundeswehr" sich immer wieder - gefragt und auch ungefragt - zu "ihrer" friedlichen Tradition bekennt, erstaunt es mich dann doch schon im höchsten Maße, wenn man sich musikalisch dann in böse Zeiten "historisiert". Aber nur keine Bange: es wurde ja noch schlimmer...
Der "Große Zapfenstreich" gliedert sich in diverse Teile, quasi in "Kür" und in "Pflicht". Die "Kür" bestand diesmal aus 3 Werken. Es begann mit Beethovens "Schlußsatz der 9. Symphonie", fälschlich angesagt als "Ode an die Freude". Fälschlich deswegen, weil gottlob keiner der Uniformierten zu singen begann... (Aber beim Zusammenhang zwischen "Armee" und "9. Symphonie" hat Beethoven mit Sicherheit auch so schon im Grabe rotiert wie ein Propeller !) Die "Europa- Hymne" als Eröffnung einer militärischen Bombast- Show. Abscheulich !!! Als zweiter Titel dann das "Air" von J.S. Bach. Auch das paßt ja nun in diesen Rahmen wie saurer Hering zu Buttercreme- Torte. (Ich will mich jetzt nicht festlegen, welches Nahrungsmittel in diesem Kontext die "BW" darstellt.) Nun ja, es folgte "Der Marsch der Bundeswehr", ein eigens für den Geburtstag komponierter Marsch, der für mein Empfinden schon ganz OK war. Ich mag zwar Marsch- Musik lediglich als "Test- Material" für die Aufnahme- und Wiedergabe- Qualität von mobilen Tonaufzeichnungsgeräten, aber so ein "Tsching- Bum" kann ja auch (für manch andere !) was Reizvolles haben, gell ? Der Rest "von´s Janze" war dann die "Pflicht", mit der (oder dem ??? Ich weiß es nicht...) "Retrette", den überlieferten Trompetensignalen der Kavallerie, mit dem wirklich unsäglichen "Helm ab zum Gebet" und dem absolut anachronistischen "Ich bete an die Macht der Liebe". Würden das mal alle Soldaten tun - und dabei dann, dem Anlaß angemessen, die Waffen niederlegen... Zum Schluß, "keine Feier ohne Meyer", natürlich die Nationalhymne, die der Kommentator dann wieder korrekt Herrn Haydn (zur Erinnerung für den geneigten Leser: das "Kaiserquartett"!!!) zuordnete, was dem relativ, aber auch absolut sinnfreien Text dieses geheiligten, staatlichen Symbols allerdings auch nicht wirklich auf´s Pferd hilft...
Wie gesagt: Ich will mich gar nicht über die Existenzberechtigung der Bundeswehr auslassen, schließlich war ich (freiwillig !!!) lange genug bei diesem Haufen. Aber dieser Fernseh- und (zum Teil auch...) Musik- Abend war ein wirklich verschi... vergeudeter. Trotzdem bin ich bis zum bitteren Ende dabei geblieben. Manchmal muß man sich halt quälen !
Sorry, aber das mußte raus. Sonst hätt´ es sich entzündet !
Liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der beim dann auch noch anschließenden Fußball- Spiel letztlich dann doch entnervt einen anderen Kanal suchte - und auch fand...)

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Fr 28. Okt 2005, 01:26
von Clemens
Hallo Andreas,
eigentlich finde ich es traurig was da passiert und von den nicht, noch nicht oder nicht mehr DIREKT Betroffenen sehend ignoriert wird. Ich stelle das Militär (und damit dei BW) schon in Frage.
Doch der Grund meiner Reaktion ist einer, der mich schmunzeln macht:
...des (für meine Begriffe ziemlich überforderten) Moderators. Mit patriotischem Timbre in der Stimme erfuhr der geneigte Zuseher...

Freud oder Absicht ???
Liebe Grüße von Clemens :-D

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Fr 28. Okt 2005, 02:40
von Skywise
Zunächst einmal der "Marsch des York´schen Corps", vom Moderator immer wieder fälschlich als "York´scher Marsch" verstümmelt.
Kann man ihm nur bedingt einen Vorwurf machen - auch viele Beethoven-Anthologien sprechen vom "York'schen Marsch", auch wenn's nicht korrekt ist ;-)
Und dann: "Preußens Gloria" ! Puuuuha... Ich bin eigentlich recht froh und glücklich, daß im Jahr 1945 sowohl das "Deutsche Reich" als auch "Preußen" untergegangen sind, mithin aufgehört haben zu existieren. Und da die "Bundeswehr" sich immer wieder - gefragt und auch ungefragt - zu "ihrer" friedlichen Tradition bekennt, erstaunt es mich dann doch schon im höchsten Maße, wenn man sich musikalisch dann in böse Zeiten "historisiert".
Nun, der Marsch ist beliebt und vielleicht hat sich der Mann, der ihn auf die Liste gesetzt hat, sonst nichts dabei gedacht ... (würde mich kein Stück wundern)
Aber wenn er sich was dabei gedacht hat, dann vielleicht, daß die Preußen wenigstens verstanden haben, was "Wirtschaft" ist und wie man sich in katastrophalen Zeiten selbst aus dem Morast ziehen kann ... das haben heutige Politiker noch nicht kapiert, wenn ich mir die heutigen Koalitionsgesprächs-Ergebnisse so ansehe ...
Es begann mit Beethovens "Schlußsatz der 9. Symphonie", fälschlich angesagt als "Ode an die Freude". Fälschlich deswegen, weil gottlob keiner der Uniformierten zu singen begann... (Aber beim Zusammenhang zwischen "Armee" und "9. Symphonie" hat Beethoven mit Sicherheit auch so schon im Grabe rotiert wie ein Propeller !)
Glaube ich weniger. Ich glaube eher, daß Beethoven seine stille Freude daran gehabt hätte - vorausgesetzt, die Ode wäre gesungen worden, weil:
6. Strophe:
Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ists, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn,
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.
Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder - überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.
Außerdem denke ich an eine Zeile der 8. Strophe:
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!
Das müßte Dir doch auch gefallen, oder? ;-)
Als zweiter Titel dann das "Air" von J.S. Bach. Auch das paßt ja nun in diesen Rahmen wie saurer Hering zu Buttercreme- Torte. (Ich will mich jetzt nicht festlegen, welches Nahrungsmittel in diesem Kontext die "BW" darstellt.)
Jein. Es würde passen, wenn die Monarchie wieder was zu sagen hätte - immerhin entstanden die Orchestersuiten wahrscheinlich für den musisch begabten Prinzen Leopold von Anhalt-Köthen.
[...]"Retrette", den überlieferten Trompetensignalen der Kavallerie, mit dem wirklich unsäglichen "Helm ab zum Gebet" und dem absolut anachronistischen "Ich bete an die Macht der Liebe". Würden das mal alle Soldaten tun - und dabei dann, dem Anlaß angemessen, die Waffen niederlegen...
Das wurde bereits gemacht, deshalb kann man die "Macht der Liebe" durchaus im Programm stehen lassen.
Stichwort: Völkerschlacht bei Leipzig, 19. Oktober 1813.
Die Soldaten des Rheinbundes wechselten kurz vorher die Fronten, was zur deutlichen Niederlage der Franzosen führte. Am 19. Oktober trafen die drei siegreichen Monarchen ein (Zar Alexander I, Rußland, Friedrich Wilhelm III, Preußen und Kaiser Franz I., Bayern München ... äh ... Pardon, Österreich, natürlich). Und dann - Regimentsmärsche und als Abschluß "Ich bete an die Macht der Liebe". Die Schlacht bei Leipzig war vorbei.
Gruß
Skywise

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Fr 28. Okt 2005, 04:22
von Nordlicht
Lieber Clemens !
Ich stelle das Militär (und damit dei BW) schon in Frage.

Ich tue das zumindest in diesem Rahmen nicht - oder besser gesagt: nicht mehr. Warum ? Nun ja, gebranntes Kind scheut das Feuer. Du verstehst schon...
;-) ;-) ;-)
Freud oder Absicht ???

Ooooops... wohl eher ein zu schnelles Fingerchen. Auf alle Fälle aber zugegebenermaßen ein schlimmer lapsus linguae...

@ Sky
Es würde passen, wenn die Monarchie wieder was zu sagen hätte

Warte mal ab, bis Queen Angie, die Mundwinklige und King Edi, der Stotterer und Kronprinz Franz, der Münterer, frisch-fromm-fröhlich-frei regieren - da haben wir (nein, gottlob: da habt ihr), dann wieder Monarchie pur.
:-D :-D :-D
...immerhin entstanden die Orchestersuiten wahrscheinlich für den musisch begabten Prinzen Leopold von Anhalt-Köthen...

Nun, da streiten die Gelehrten wohl noch ein wenig, wenn ich meinen Kenntnissen und so manchen Schallplattentütenrückseitentexten trauen kann.
Das wurde bereits gemacht, deshalb kann man die "Macht der Liebe" durchaus im Programm stehen lassen.
Stichwort: Völkerschlacht bei Leipzig, 19. Oktober 1813.
Die Soldaten des Rheinbundes wechselten kurz vorher die Fronten, was zur deutlichen Niederlage der Franzosen führte. Am 19. Oktober trafen die drei siegreichen Monarchen ein (Zar Alexander I, Rußland, Friedrich Wilhelm III, Preußen und Kaiser Franz I., Bayern München ... äh ... Pardon, Österreich, natürlich). Und dann - Regimentsmärsche und als Abschluß "Ich bete an die Macht der Liebe". Die Schlacht bei Leipzig war vorbei.

Hätten die Herren Kämpfer vor der Schlacht ihre Musketen niedergelegt, dann gebetet und dabei die nötige Einsicht gewonnen und dann ihre Ballermänner liegen gelassen, dann wäre die Schlacht bereits vor ihrem Beginn vorbei gewesen. Das hätte sicher nicht nur die gefreut, die in eben dieser Schlacht ihr Leben ließen, und das waren ja nicht eben wenige...
Anstatt nun die zitierte "Macht der Liebe" im zitierten Programm zu belassen, fände ich es sinnvoller, lieber das Programm abzusetzen, sprich: diesen überkommenen Zapfenstreich in die Jauche- Grube der Geschichte zu kippen. Nicht umsonst verzichtet unsere "Friedens- Armee" (welch Paradoxon...) ja schon seit längerem auf dieses Brimborium bei der Angelobung von Rekruten, aus dem man ja früher vaterlandsverliebt- taumelnde Volksfeste machen wollte. Gottlob haben mehr und mehr Menschen mitbekommen, was da eigentlich "gefeiert" wurde - und begannen, gegen diesen Stumpfsinn zu protestieren. Bestimmt nicht immer sehr fein, aber doch sehr effektiv. Diese Vereidigungen finden heute meist in einer stillen Ecke auf dem Provinz- Exerzierplatz statt. Und da gehören sie für mein Empfinden auch hin. Was glaubst Du wäre in Berlin los gewesen, hätte man die BW- Feier wirklich "öffentlich" abgehalten. Die, für die nach den perversen Überlegungen unserer Politiker diese Armee ja da ist, hätten sicherlich in Mai- Demonstrations- ähnlichen Ausmaßen den Vertretern aller Waffen- Gattungen klar gemacht, was sie von ihnen halten: gar nichts, nämlich ! Da blieb man dann doch lieber im kleinen Kreis, um sich selber zu feiern.
Es bleibt mir eine Hoffnung: Daß bis zur nächsten Feierei noch ein gerüttelt Maß an Wasser die Donau hinunter fließen wird, denn das nächste "sinnvolle" Jubelfest steht ja erst zum 60. an. Und vielleicht sind ja bis dahin auch schon die Poltiker klug. (Von klüger mag ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden...)
Ein endloses Thema, gell ? So richtig schön was zum Streiten. Dabei fällt mir ein: das wollte ich doch nicht mehr tun...

:-D :-D :-D
In diesem Sinne liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der eigentlich nie so froh war wie heute, daß er bereits "gedient" hat und der sich heute - ganz ehrlich gesagt - für diesen "Dienst" ein wenig schämt...)

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Sa 29. Okt 2005, 14:36
von Gast
letztlich ist mir ziemlich egal, wie lange es die bundeswehr
schon gibt. es fällt nach 50 jahren allerdings auf, daß sie
es nach einem halben jahrhundert immer noch nicht
geschafft hat, sich vom nazierbe zu lösen:
General Rudolf Konrad ist Kasernenpatron in Bad
Reichenhall: »Dem Führer und seinem Werk gehört
unsere ganze Hingabe.«
Nach General Hans Hüttner ist die Kaserne in Hof (Saale)
benannt: »Einmal wird auch dieser Krieg siegreich zu Ende
gehen und dazu wollen wir alle unserem Führer helfen!«
Feldmarschall Erwin Rommel ist traditionswürdiger
Namensgeber in Augustdorf, Osterode (Harz) und
Dornstadt: »Vom Führer geht eine magnetische,
vielleicht hypnotische Kraft aus, die ihren tiefsten
Ursprung in dem Glauben hat, er sei von Gott oder
der Vorsehung berufen, das deutsche Volk zur Sonne
empor’ zu führen.«
Feldmarschall August von Mackensen ist weiterhin
soldatisches Vorbild in Hildesheim: »Es ist für mich eine
erhebende Freude, noch zu erleben, wie die derzeitige
Jugend auch im 6. Kriegsjahr begeistert zu den Fahnen eilt,
um mit Leib und Leben die bedrohte Heimat zu schützen.«
quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel ... =10&DB=O2P
das beste zum thema armee und musik ist für mich
der klassiker tiefflieger von panach und kunert:
Mein großer Bruder is'n Tiefflieger
Er hat ne Schwäche für Lärm
Und sein Talent zum Intensivkrieger
Ist nicht zu überhörn
Mein großer Bruder is'n Tiefflieger
Bei der Bundeswehr
Er macht ne Ausbildung zum Kriegssieger
In nem Düsenbombär
In seinem Overall
Spielt er den Luftmarschall
Dann fliegt er jedesmal
Diagonal
Durch unser grünes Tal
Und übt den Überfall
Auf unsern Hühnerstall
Mit Überschall
Mein großer Bruder is'n Tiefflieger
Da ist der Tod Passagier
Mit seinem Leben spielt er viel lieber
Als mit mir
Ich hör den Bomberton
Sehn Sie, da kommt er schon
In seinem Schleudersitz
Wie'n Feuerblitz
Über den Hühnerstall
Durchbricht er gern den Schall
Dann staunt das ganze Tal
Hat der'n Knall?
Mein großer Bruder is'n Tiefflieger
Er hat ne Menge Verkehr
Macht er'n Fehler, kommt er nie wieder
Dann freun die Hühner sich sehr
feixende grüße
nils

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Sa 29. Okt 2005, 16:46
von Mickey
Lieber Andreas
Schon wieder haben wir gegensätzliche Meinungen: ich bin zwar beileibe kein Grün-Fetischist, tue auch ziemlich ungern meinen Dienst für's (Schweizer) Vaterland, aber - wenn ich in den näheren und ferneren Osten sehe, muss ich sagen, bin ich froh, dass der Westen mit der Abschaffung der Armeen noch nicht weit gekommen ist. Zu den positiven Erscheinungen zähle ich im übrigen - Andreas, ich hoffe, Du hast noch immer nichts gegessen - auch die US-Streitkräfte (auch wenn dort nicht alles in Butter ist, ich weiss). Gar nicht auszudenken, was geschähe, wenn es dieses Gleichgewicht nicht gäbe. Oder glaubst Du, der "militärische Osten" würde mit der Abrüstung nachziehen (z.B. ein östliches Land, das vor wenigen Tagen die Ausradierung Israels "gefordert" hat)?
Liebe Grüsse
Reto
PS: ob Deutschland wirklich bereits am Hindukusch verteidigt werden muss, möchte ich hier gar nicht diskutieren. DASS aber eine Verteidigungsmacht vorhanden ist bzw. für den Fall der Fälle bereitsteht, finde ich (!) sehr beruhigend. M.E. sollen die USA auch gerne weiterhin Weltmacht spielen, lieber jedenfalls als jedes andere grössere Land, das davon träumen mag.

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Sa 29. Okt 2005, 22:30
von Nordlicht
Lieber Reto !
Schon wieder haben wir gegensätzliche Meinungen:

Das wäre doch, würde es in diesem Falle auch noch stimmen, schon sehr befruchtend, oder ? Aber ich sehe das ein wenig anders. Denn wenn Du schreibst
...muss ich sagen, bin ich froh, dass der Westen mit der Abschaffung der Armeen noch nicht weit gekommen ist.

implizierst Du damit, ich wäre für die Abschaffung des Militärs. Nur: woran machst Du denn das fest ? Ich sehe (gezwungenermaßen) das Militär als (ggw. noch) durchaus existenzberechtigt, was mich nur so furchtbar auf die Palme und diverse andere Bäume bringt, das ist die Tatsache, daß die Soldateska den immensen Drang zu haben scheint, sich öffentlich mit Pomp und Pathos zu präsentieren.
...wenn ich in den näheren und ferneren Osten sehe...

Also, wenn ich da hinschaue, dann sehe ich jede Menge Gewalt. Und ich sehe jede Menge "gefestigter Demokratien", die mit ihren Armeen in derselben Sprache - nämlich mit Gewalt - antworten. Glaubst Du allen Ernstes, daß Gewalt ein geeignetes Mittel ist, Gewalt zu beenden oder zu verhindern ? Gewalt erzeugt immer nur eines: Gegengewalt. Und insofern geht´s ja garnicht um die "Befriedung" von "Schurkenstaaten", es geht schlicht um ökonomische Ziele: Öl, Macht, Einfluß. Und da steht das von Dir so gelobte US- Militär dank eines staatenlenkenden Ex- Alkoholikers namens Bush in vorderster Front. ICH kann da auch mit größter Anstrengung absolut keinen positiven Aspekt entdecken.
Oder glaubst Du, der "militärische Osten" würde mit der Abrüstung nachziehen (z.B. ein östliches Land, das vor wenigen Tagen die Ausradierung Israels "gefordert" hat)?

Keine Ahnung. Aber vielleicht sollte man das endlich einmal - zum ersten Mal !!! - ausprobieren ? Im übrigen halte ich das Argument, daß der "...militärische Osten..." derjenige welcher ist, für zu abgedroschen und wenig hilfreich. Der "Westen" ist nicht zwangsläufig "gut", nur weil wir - Du und ich - das "Glück" haben, hier zu leben. Und der "Osten" ist auch nicht automatisch der Bösewicht.
Ich war auch erstaunt, was ein Politiker da gefordert hat, keine Frage. Auf der anderen Seite ist doch Tatsache (quod erat demonstrandum...), daß die palästinensische Gewalt immer wieder nur eines erreicht: einen "Gegenschlag" Israels. Darauf erfolgt der "Gegen- Gegenschlag" der Palästinenser und der "Gegen- Gegen- Gegenschlag"... Muß ich das noch weiter ausführen ? Die Ursache dieser furchtbaren Schreckens- Spirale ist doch heute in allen Einzelheiten gar nicht mehr auszumachen. Wer fing an ? Und warum ? Ist die Position der Palästinenser, deren Lebensraum fremdbestimmt "enteignet" wurde, tatsächlich Unrecht ? Natürlich gibt es zweifelsfrei ein Existenzrecht Israels, aber ob z.B. die israelische Siedlungspolitik, die für mich nichts anderes als Landraub ist, da letztlich hilfreich ist ? Ich habe da so meine Zweifel...
Eine Armee ist ggw. notwendig, keine Frage. Und zwar zur Landesverteidigung. Nicht weniger - aber eben auch nicht mehr ! Und auf welche Karte ich auch immer schaue - keines zeigt mir als Außengrenze Deutschlands in irgendeiner Form den Hindukusch. Folglich kann Deutschland da in "humaner" Hinsicht hilfreich werden, mit dem THW oder welch anderen Organisationen auch immer, nur die Armee hat da nichts, aber auch wirklich gar nichts zu suchen.
Ich gehöre wirklich nicht zu den Menschen, die eine Verteidigungshandlung kritisieren. (Es gab in den 70er Jahren z.B. die Bestrebung der Kreiswehrerstazämter in Deutschland, Wehrdienstverweigerer, die moralische Bedenken hatten, eine Waffe in die Hand zu nehmen, zu fragen, was sie wohl täten, wenn in einem dunklen Park eine Gruppe Rocker die Freundin belästigen würden und sie, also die Verweigerer, ein MG in der Hand hätten. Alleine die paradoxe Vorstellung reicht schon aus, um wütend zu werden. Auf der anderen Seite würde sich selbst für mich, der ich mich zur Gewaltfreiheit bekenne, eine klare Lösung ergeben: wenn vernünftiges Reden nicht hülfe, würde ich von diesem imaginären MG natürlich zu Verteidigungszwecken Gebrauch machen.) Und auch etwas anderes ist klar: Wer mich körperlich angreifen würde, dem garantiere ich, daß ich ihm die Hand drücke - und zwar mitten in´s Gesicht. Nur: "unsere" Armeen sind da ein wenig konsequenter, sie verhalten sich manchmal wie ein böser Mensch in der Nachbarschaft. Sie überfallen den Garten nebenan, schalten den Nachbarn aus und rechtfertigen das Ganze als "Putativ- Notwehr", also als eine Verteidigungsmaßnahme, die zur Abwehr eines Angriffs dient, der noch gar nicht stattgefunden hat und von dem unklar ist, ob er je stattfinden wird. (Im selben Kontext steht auch die Debatte, z.B. die Bundeswehr zur Abwehr von Gefährdungen im Inland einzusetzen. Aber das ist ein zu weites Feld, um es hier auch noch abzufrühstücken... Nur eines: die Abwehr von "Terror" bleibt in den jeweiligen Ländern innere Angelegenheit - und dafür ist in aller Regel die Polizei zuständig und nicht die Armee. Insofern entfällt diese Rechtfertigung der Armee dann schon zum großen Teil.)
Langer Rede kurzer Sinn: zumindest im Moment kann auch ich keinen Grund erkennen, Armeen "abzuschaffen". (Wobei das als Fernziel sicher nicht uninteressant wäre...) Und das heißt dann, daß wir zwei beiden hier nicht wirklich "gegensätzliche Meinungen" haben. Und das ist doch schon mal was, oder ?
In diesem Sinne liebe Grüße aus Österreich in die Schweiz,
ANDREAS.

(...der eigentlich nichts anderes wollte, als sich über einen furchtbaren Fernsehabend auszuschleimen...)

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Sa 29. Okt 2005, 23:13
von Gast
fighting for peace is like fucking for virginity.
daran hat sich nix geändert. apropos fucking:
extra für die "friedenstruppen" wurden in jugoslawien
bordelle eingerichtet. die fenster des bordells in tetovo
sind vergittert. warum wohl? weil dort zwangsprostituierte
arbeiten. auch deutsche soldaten sind regelmäßige gäste
in diesen bordellen. wer darauf hinweist, bekommt erstens
zu hören, daß deutsche soldaten sowas nicht machen und
zweitens soll man darüber bitte nicht reden, weil solche
meldungen die ehefrauen der soldaten verunsichern würden.
mahlzeit!
ich bin für die sofortige abschaffung der nationalen armeen
und die einrichtung einer effektiven weltpolizei unter führung
einer friedensnobelpreisträgerin.
nils

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: So 30. Okt 2005, 00:10
von Nordlicht
Hallo, nils !
fighting for peace is like fucking for virginity. daran hat sich nix geändert.

Treffer, versenkt... Stimmt auffallend.
ich bin für die sofortige abschaffung der nationalen armeen
und die einrichtung einer effektiven weltpolizei unter führung
einer friedensnobelpreisträgerin.

Interessanter Gedanke, keine Frage. Aber nur ein (wenngleich schöner...) Traum. Doch: "Ein jeder träumt den Traum vom Frieden, und es kommt die Zeit, da wird, wie jeder Menschheitstraum, der Frieden Wirklichkeit..."
Allerdings: ob wir das noch erleben werden ? Ich hab da so meine Zweifel. Und in der ggw. Situation erscheint angesichts der Weltlage diese Vorstellung doch ein wenig, gelinde gesagt, illusorisch. Schade, eigentlich...
Liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der gerade im Augenblick zum Träumen leider keine Zeit hat...)

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: So 30. Okt 2005, 00:35
von Gast
hallo andreas,
daß der traum vom frieden wirklichkeit wird, das werden
wir nicht mehr erleben. den traum verfolge ich im
augenblick auch gar nicht. sondern eher den, daß
viele nationale armeen sehr viel geld kosten. eine
weltpolizei wäre deutlich billiger und könnte konflikte
vermutlich sogar effektiver eindämmen als nationale
armeen.
genau da liegt mein ansatzpunkt: die wehrpflichtarmee
in deutschland wird bald fallen, weil sie schlicht und
einfach zu teuer ist. es ist viel sinnvoller, eine kleine
truppe mit moderner technik zu haben, als eine große
mit veralteter technik. das sehen übrigens auch die
militärs so.
wer diese tendenz auf internationalem maßstab
fortschreibt, landet aus kosten- und effizienzgründen
bei einer weltpolizei. mit pazifistischen träumen hat
das also nicht unbedingt was zu tun.
friedliche grüße aus berlin
nils

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: So 20. Nov 2005, 22:35
von Nordlicht
Liebe Freunde !
Das Leben schreibt doch manchmal die schönsten Geschichten, oder ? Da hatte ich doch am heutigen Tage tatsächlich ein „TV- mäßiges“ deja vú ! Und das – Tragik des Ganzen – nur ein paar Tage nach dem für einen deutschen Soldaten tödlichen Attentat in Afghanistan und der „Feier“ des 2000. getöteten GI´s im Irak…
OK, ich gebe zu, ein etwas wirrer Anfang, also vielleicht am Besten mal wieder der Reihe nach:
Sonntag nachmittag, noch eine Weile hin bis zum Dienstantritt, aber keine Zeit mehr, etwas wirklich Sinnvolles zu tun, also Fernbedienung her und „zappen“. Und da, im Programm von „N3“, ein Bild, das mich schon vor einigen Wochen so seltsam berührte: Proper uniformierte und in Reih und Glied angetretene Soldaten (vulgo: „potentielle Tote“), klingendes Spiel, Fackelschein… auch diesmal kein Bericht über den Januar 1933 aus Berlin, nein: schon wieder ein „Großer Zapfenstreich“, diesmal aus Anlaß der Verabschiedung des Irak- Kriegs- Gegner- Kanzlers Schröder durch die Bundeswehr.
Zumindest der Berichterstatter war diesmal ein wenig mehr informiert und auch in der Lage, im richtigen Moment den Mund zu halten, obwohl er sonst eher von den Royals berichtet: Rolf Seelmann- Eggebert, Reporter- Ur- Gestein des NDR. Aber gut, auch zur Geburtstagsparade der Queen „Trooping the colour“ gibt er seine Kommentare, und das ist ja jedes Jahr mindestens so martialisch wie ein Zapfenstreich. Geht also OK, wenngleich es nun – der eine oder andere mag es bemerken – nicht wirklich mein Ding ist, dieses Tschingderassabum…
A pro pos England: Ein „Großer Zapfenstreich“ ist ja ähnlich aufgebaut wie die jährliche „Last Night of the Proms“ aus der „Royal Albert Hall“, also mit Kür und Pflicht. Beim Zapfenstreich bedeutet dies: Da ist zuerst der „Lockmarsch der Spielleute“, gefolgt vom „Marsch des York´schen Corps“. Und dann drei Titel „Kür“. Und da war ich doch ein wenig erstaunt, was Doris Schröder- Köpf ihrem Gatten da zuteil werden ließ. Zunächst einmal die „Moritat von Mäckie Messer“ aus der „Dreigroschenoper“ von Weill und Brecht. Ist das nicht Ironie der Geschichte, ja, beinahe schon Zynismus ? Da werden ausgerechnet diese beiden vom Stabsmusik- Corps einer Millitärkapelle bearbeitet. Vielleicht hat Frau Schröder- Köpf ein wenig Nachholbedarf in Geschichte ? Oder eben nur einfach kein Gespür ? Auch die nächsten beiden Titel paßten nicht wirklich in den Kontext der Militär- Musik: Als zweites „Summertime“ von Gershwin, vom Komponisten selbst immerhin als „Wiegenlied“ erdacht. Von diesem Stück gibt es mehr als 200 Versionen weltweit – und seit Samstag nun noch eine mehr. Und dann „My Way“, berühmtester Titel von „Old Blue Eyes“ Sinatra, geschrieben von Francois und Reveaux. Paßt das auf Schröder ? Na ja, vielleicht zumindest bedingt…
Der „Rest von´s Janze“ dann wie gehabt und schon im Ursprungs- Posting beschrieben. Bei der National- Hymne, diesem ehernen Zeichen deutschen Nationalbewußtseins, schmetterten dann alle geladenen 750 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und öffentlichem Leben lauthals mit. Gottlob hatten alle Teilnehmer den Anstand, sich auf die 3. Strophe zu beschränken, obwohl auch die schon schlimm genug ist. (Ob einer von denen wohl weiß, daß die deutsche Hymne immer noch aus allen 3 Strophen besteht und es nur der Vorraussicht der Republik- Gründungsväter zu verdanken ist, daß bei öffentlichen Anlässen nur mehr die am „wenigsten schlimmste“ Strophe gesungen werden muß ? Ich hab da so meine Zweifel…) Und zum Schluß dann wieder der Ausmarsch, mit flackernden Fackelträgern („Perlenkette“) aus allen drei Waffengattungen. Auch, wenn´s diesmal Hannover und nicht Berlin war: ein schauerliches Bild ! Übrigens: Der nächste „Große Zapfenstreich“ steht auch schon fest, er ertönt „zu Ehren“ des scheidenden Verteidigungsministers Struck demnächst. (Was mag da bloß die Kür werden…?)
Fazit: Das Ganze war, gerade bei den 3 „Kür“- Titeln, musikalisch absolut präzise und korrekt gelöst und wirklich in 1-A-Qualität dargeboten, keine Frage. Aber ich frage mich, ob diese militaristische Einlage wenige Tage nach der Überführung des Leichnams des deutschen Soldaten aus Afghanistan nun wirklich sein mußte. Wieder einmal hat dieser Tote daran erinnert, daß diese sogenannten „Friedenseinsätze“ alles andere als „friedlich“ sind. Und die leeren Phrasen der Politiker werden den Angehörigen dieses Toten (und derer vor ihm) nicht wirklich ein Trost sein.
So verbindet sich der „Große Zapfenstreich“ für mich zu einem großen Ganzen. Und das lautet:
Die Bundeswehr ist einzig und allein dafür da, einen Angriff auf die Bundesrepublik abzuwehren. Sie hat weder in Afghanistan noch am Horn von Afrika oder sonstwo „out of area“ etwas zu suchen und sollte von verantwortungsbewußten Politikern unverzüglich aus diesen Einsätzen abgezogen werden !!!
Natürlich soll humanitäre Hilfe geleistet werden, aber da gibt es geeignetere Mittel als ausgerechnet das Militär ! (Wie wäre es mit dem weltweit angesehenen „THW“ ? Oder wer hindert Deutschland, für derartige Einsätze eine eigene, andere nichtmilitärische Truppe aufzubauen ?)
Jeder tote Soldat, der seine Heimat in einer Holzkiste erreicht, ist einer zuviel und sollte die Verantwortlichen mal zum Nachdenken bringen – obwohl meine Hoffnung da eher gering anzusetzen ist.
Dieses Militär mit dieser Art von Massenveranstaltungen in Verbindung zu bringen, das lehrt mich, was Reinhard Mey meinte, als er sich von einem Teil der Fliegerei distanzierte („Es ist doch ein friedlicher Ort“...).
Ich bin nach dieser Fernsehsendung wieder an meinem Credo angekommen: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich manchmal kotzen möchte !
Liebe, vor allem aber: friedliche Grüße aus Oberösterreich von
ANDREAS.

(...der sich bei diesem Thema immer mehr ereifert...)

50 Jahre BW - (k)ein Glückwunsch...???!!!

Verfasst: Mo 21. Nov 2005, 17:44
von Michael
Hallo!
Ich habe mich auch gewundert, dass die Brecht-Erben, die ja sonst bekanntermaßen sehr pingelig sind, das mit der Moritat nicht unterbunden haben. Aber da gehen die GEMA-Gebühren wohl auch über die Nachlaßverwaltung im Sinne des Erblassers.
Obwohl, es wurde ja auch nicht gesungen...
Ansonsten sprichtst Du mir bei diesem Thema absolut aus der Seele - wollte ich nur mal sagen. Leider ist solch schamloses militaristisches "Narrenspiel" ja inzwischen schon wieder ganz normal.
Ach so, eine kleine Korrektur:

Nordlicht schrieb:
Ob einer von denen wohl weiß, daß die deutsche Hymne immer noch aus allen 3 Strophen besteht und es nur der Vorraussicht der Republik- Gründungsväter zu verdanken ist, daß bei öffentlichen Anlässen nur mehr die am „wenigsten schlimmste“ Strophe gesungen werden muß ?

Seit 1990 besteht die Hymne definitiv nur noch aus der dritten Strophe von Hoffmann von Fallerslebens "Lied der Deutschen". Die Regelung, dass alle drei Strophen die Hymne darstellen, aber nur die dritte Strophe gesungen wird, ist seit der Wiedervereinigung obsolet. Aber das sind nur Formalitäten, was die Leute denken ist natürlich was anderes.
LG
Michael