Quelle: https://www.reinhard-mey.de/wp-content/ ... 6x1536.jpgBeim Blick über mein Leben und meine Lebenslieder, spürte ich den Wunsch, nein, mehr als das, die Sehnsucht, noch einmal zu meinen Wurzeln zurückzukehren. Genau wie damals 1965 bei meiner ersten Schallplatte, meine neuen Lieder ganz schlicht, ganz einfach, ganz allein aufzunehmen, nur eine Gitarre und eine Stimme. Singen und mich begleiten zugleich, eine Einheit sein, in Einklang mit mir, mit all den ungeahnten Freiheiten des Solisten für Tempi, Ausdruck und Improvisation, und den Emotionen freien Lauf lassen, die sich beim lustvollen Musizieren einstellen und die Lieder mit Leben erfüllen.
In seit „Ankomme Freitag, dem 13.“ wohlvertrauter Umgebung der Berliner Teldex Studios, nur von meiner Frau und Jörg Surrey, meinem langjährigen Tonmeister begleitet, konnte ich mich in völliger Intimität und Arglosigkeit den Aufnahmen hingeben.
In meinem Leben haben mich fabelhafte Orchester begleitet, haben liebevolle Arrangeure meine Lieder in den schönsten Farben leuchten lassen, habe ich mit wunderbaren Freundinnen und Freunden musiziert, und ich bin dankbar für jedes der 29 Alben, die davon erzählen. Nun zum 30. ist es Zeit, nach vorn zu sehen und zu den Ursprüngen zurückzukehren. Mit dem Handwerkzeug meiner Jugend, als keiner an mich glaubte, außer ihnen und mir, eine Stimme und eine Gitarre. So habe ich 60 Jahre auf der Bühne gestanden, allein, ein rechtschaffener Liedermacher, und so bin ich in diesem Jahr noch einmal ins Studio gegangen und habe Musik von Hand gemacht.
Mein neues Album wird im September fertig sein.
Coverfoto © Victoria-Luise Mey
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NACHTRAG: Mittlerweile gab es auch einen Newsletter dazu: Quelle https://email.universal-music.de/cr/AQi3kg4Q1P82GPnB_hEwyMXdFSSivP8acIt6pkm-i8Zy-UTmBC8LD8SyZQBPfUS0d4f4
Der Blick auf sein erstes LP-Cover zeigt uns einen 24-jährigen Reinhard Mey vor einer Ruinen-Kulisse nur mit seiner Gitarre in der Hand. Der Barde und sein Lied, sich selbst begleitend, mehr nicht. Mehr braucht es nicht. Das ist fast 60 Jahre her und so hielt er es auf bald 2000 Konzerten seiner großen Tourneen immer. Auf dem ersten Album von 1967 stimmte das nicht ganz; da waren schon ein paar Musiker mit im Studio. Über 28 weitere Alben hat Reinhard Mey all die Jahrzehnte sehr viel gelungen gewagt, mit großen Orchestern musiziert, moderne Sounds probiert und seine Lieder mit den Klängen anderer Instrumente bereichert. Doch das Lied ist das Lied, seine Seele braucht keine Garnitur.
Mit Schatzhauser veröffentlicht der Land und Leute prägende Dichter und Liedermacher fast 60 Jahre nach seiner ersten LP sein nunmehr 30. Studiowerk; zum ersten Mal seit genau 40 Jahren nicht wie üblich im Mai, sondern im September und zum ersten Mal überhaupt auch im Studio ganz allein aufgenommen!
Schatzhauser lächelt freundlich, ist weisen und guten Herzens, wie die namensgebende literarische Figur von Wilhelm Hauff. Er spart nichts aus, den Tod nicht, aber auch nicht das Leben, das Weinen nicht, das Lachen nicht und vor allem das Lieben nicht.
Wir blicken in melancholische Seelenwinkel und werden auf wundersame Weise doch mit Zuversicht beladen zurückgelassen.
Das Album deutet auf die Schönheit des Sonnenuntergangs, auch wenn er das Ende des Tages markiert. Doch ein Sonnenuntergang im Sommer im Norden, erstreckt sich sehr lange. Schatzhauser ist das feinsinnige 30. Album von Reinhard Mey. Vom letzten war hier mit keiner Silbe die Rede!
Christian Günther
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Und ganz wichtig: Nachdem Universal eigentlich gar keine Shops für Künstler mehr haben wollte, gibt es nun irgendwie doch einen.
https://reinhardmey.universal-music.de/collections/schatzhauser
Vorbestellbar: reguläre CD | CD mit Fotobuch | reguläres Vinyl transparent | limitiertes Vinyl (1000) grün
Seite A:
1. Wunderarzenei
2. `s isch guet gsi
3. D-ELVJ
4. Tristan
5. Mimi la moustache
6. Mit dir an meiner Seite
Seite B:
1. Zwei Köfferchen
2. Mein Wald
3. In meinem Garten
4. Abendlied
5. Alter Ego
6. Wo sind all meine Freunde hin
7. Kinderlied