Hallo Michael!
Ich finde trotzdem, dass er es recht gut gemacht hat und - sicher, es sind "echte Degenhardts" geworden, das ist ja das spannende dran.
Genau! Das wollte ich damit aussagen. Es sind wohl echte Degenhardts, aber keine echten Brassens mehr.
...Problem ist doch wohl, dass man da unheimlich viel in eine Zeile packen kann durch das ganze abkürzen und zusammenziehen und so. Das kriegt man im Deutschen einfach nicht hin. Und - das hat Reinhard Mey mal erzählt - im Französischen reimt sich einfach alles.
Hat er das gesagt? Hm...., ich habe mich mit einem Franzosen unterhalten, der sagte im DEUTSCHEN würde sich alles besser reimen!!! Es ist halt immer noch die Sprache der Dichter und Denker. Außerdem ist das Französische vieeeel länger. Sie kennen z. B. keine Doppelwörter. So wird aus Alpenmilchschokolade "chocolat au lait des alpes". Ein Harry-Potter-Band, der im Deutschen 600 Seiten hat, benötigt im Franzöischen 750 Seiten (weiß ich nicht ganz genau). Sie müßen sich umständlicher ausdrücken.
Hier noch eine kurze Strophe von Brassens:
Je me suis fait tout petit
Je n'avais jamais ôté mon chapeau
Devant personne
Maintenant je rampe et je fait le beau
Quand ell' me sonne
J'étais chien méchant, ell' me fait manger
Dans sa menotte
J'avais des dents d'loup, je les ai changées
Pour des quenottes
Degenhardt:
Ich mach mich ganz klein
Früher tief im Dreck, ja da kämpfte ich um jeden Bissen
hatte, wenn ich schlug, wenn ich biß, auch kein schlechtes Gewissen.
Sie hat mich gezähmt Heute fresse ich aus ihren Händen,
und ich habe Angst diese Fettlebe wird einmal enden.
Meine Übersetzung:
Ich habe vor niemande den Hut abgenommen
Aber jetzt krieche ich und mache Männchen,
wenn sie nach mir läutet.
Ich war ein böser Hund, sie macht, dass
ich aus ihrer Hand(schelle) esse.
Ich hatte Wolfszähne, sie hat sie geändert
in Beißerchen
Der Refrain stimmt dann.
Ich mach mich ganz klein vor einer Puppe, die,
wenn man sie hinlegt, ihre Augen schließt.
Ich mach mich ganz klein vor einer Puppe, die,
wenn man sie stößt ganz leise „Mama“ piepst.

- nur heißt es bei Brassens "berühren" von "toucher "und nicht stoßen...
Bis bald mal
Marianne