Wichtig: Spam-Nachrichten von Bot-Konten – bitte keine Links anklicken!

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen haben einige von euch private Nachrichten von unbekannten Konten mit Links erhalten, zum Beispiel mit dem Betreff „Darf ich dich was fragen?".

Vielen Dank an alle, die diese Nachrichten gemeldet haben!

Was passiert ist
Das Forum wurde vor einiger Zeit auf einen aktuellen Stand gebracht. Dabei sind einige Dateien nicht vollständig übertragen worden. Dadurch sind wohl wichtige Sicherheitsfunktionen ausgefallen, unter anderem bei der Abfrage im Rahmen der Neuregistrierung (Captcha). So konnten sich diese Bots anmelden.

Das Besondere: Anders als bei früheren Spam-Wellen wurden keine Beiträge in den Foren erstellt, die ich sehr schnell entdeckt hätte, sondern es wurden wahllos aktive Mitglieder per PN angeschrieben. Das ist eine neue Qualität und lässt sich schwieriger bekämpfen.

Was ich getan habe
- Die Bot-Konten sind gelöscht.
- Die Systemdateien wurde nochmals gecheckt und in 2 Fällen musste tatsächlich korrgiert werden.
- Neue Registrierungen muss ich jetzt zuerst freischalten. So kann ich selbst entscheiden, wie dringlich das Problem noch ist.
- Den E-Mail-Anbieter, über den die Anmeldungen liefen (zum Glück immer derselbe), habe ich gesperrt. Erfahrungsgemäß ist das aber nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Hürde genommen wird.

Was ihr tun könnt
- Klickt auf keinen Fall auf die Links in solchen Nachrichten und gebt dort keine Daten ein.
- Löscht die Nachricht oder meldet sie über die Funktion „Melden".
- Falls ihr doch geklickt und irgendwo Daten oder ein Passwort eingegeben habt, ändert bitte sofort das betroffene Passwort (und überall dort, wo ihr dasselbe noch verwendet).
- Steht als Absender „Anonymous", stammt die Nachricht von einem bereits gelöschten Bot-Konto. Ihr könnt sie einfach löschen.
- Kommt eine verdächtige Nachricht von einem Konto mit einem Namen der Euch "komisch" vorkommt, z.B. MiaAbc23 oder sowas, leitet sie bitte an mich weiter oder meldet sie, dann kümmere ich mich darum.

Und wie immer gilt, auch im Hinblick auf die KI-Technik („neu" ist vielleicht übertrieben ;-) ): Alles kann zum Guten wie zum Schlechten genutzt werden.

Administrative Grüße von migoe aus der KI-Hölle ;-)

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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UweX hat dieses Thema gestartet
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Jun 2011 04 14:42

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von UweX

#1

Hallo Ihr Lieben,
Ich hätte da mal ein paar Fragen und würde mich freuen dazu einige Meinungen zu hören. Ich war schon auf vielen Konzerten und habe ja selbst auch in den letzten Jahren viele geben dürfen. Da ich ein Mensch bin, der eher mit einem Blick für das Ganze unterwegs ist, als für Details, muss ich feststellen, dass ich einfachste Fragen über einen sinnvollen Konzertablauf, nicht beantworten kann. Natürlich gibt es da kein richtig oder falsch, sondern nur subjektive Wahrnehmungen, aber eben die interessieren mich sehr.
Wie lange sollte ein Konzert (ohne Vorprogramm) dauern?
Wie viele Lieder werden im Schnitt gespielt?
Mögt ihr Pausen, oder eher wenn das Konzert durchgängig ist?
Wie gesagt: ich weiß dass man sowas nicht pauschal beantworten kann, wäre aber trotzdem dankbar für Eindrücke und Meinungen.
Alles Liebe
Uwe
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Benutzer 76 gelöscht
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Jun 2011 04 15:11

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von Benutzer 76 gelöscht

#2

Lieber Uwe,

UweX schrieb:
Wie lange sollte ein Konzert (ohne Vorprogramm) dauern?

Meine Konzentration ist nach zweieinhalb Stunden reinem Konzert spätestens erschöpft. Meine Erfahrungen beziehen sich dabei ausschließlich auf das "Genre" Liedermacher. Die Länge der Konzerte von Reinhard Mey nehme ich dabei als Maßstab (ca. 2x 60 Minuten + 3 Zugaben). Konzerte von Konstantin Wecker habe ich in der Vergangenheit schon oft als zu lang empfunden (Zugabe um Zugabe!), die Konzerte von Hannes Wader hingegen als zu kurz (ca. 2x 45 Minuten + 3 Zugaben).
Wie viele Lieder werden im Schnitt gespielt?

Das kommt natürlich auf die Länge der Lieder an! Es gibt Lieder, die dauern zwei Minuten und andere, die 16 Minuten dauern. Reinhard Mey spielt in der Regel 2x 11 Lieder + 3 Zugaben. Das ist (bei ihm) perfekt. Wichtiger wären vielleicht Aspekte wie der Spannungsbogen oder "rote Faden" im Programm oder auch Abwechslung (sowohl thematisch als auch von der Begleitung her). Eine Konzerthälfte sollte nach meinem Geschmack ca. 60 Minuten dauern.
Mögt ihr Pausen, oder eher wenn das Konzert durchgängig ist?

Ich liebe die Pausen - und sie sind wichtig! Besser als Reinhard Mey kann ich den Sinn und Zweck einer Pause gar nicht erklären: Hierlang geht' zum Lied Pause!
Viele Grüße,
Marc
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UweX hat dieses Thema gestartet
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Jun 2011 04 15:46

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von UweX

#3

Danke Marc, dass ist total hilfreich, auf solche Antworten hatte ich gehofft.
Ich muss aber doch nochmal nachfragen: 11 Lieder in 60 Minuten???? :gruebel: :gruebel:
Wenn das durchschnittliche Lied bei 5 Minuten liegt, blieben ja ganze 5 Minuten für Moderation.....!?!?!?
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clabauter
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Jun 2011 04 16:09

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von clabauter

#4

Hallo Uwe,
interessante Fragen, über die ich mir auch immer wieder den Kopf zerbreche ...
Wie lange sollte ein Konzert (ohne Vorprogramm) dauern?
Ich denke, das lässt sich wirklich nicht verallgemeinern, sondern kommt sehr auf die Rahmenbedingungen (blödes Wort) des Konzertes an: Wo wird gespielt? Vor welchem Publikum? Ist das Konzert Teil einer Veranstaltung oder ihr einziger Bestandteil? Und so weiter ...
Wenn ich z.B. in einer Reha-Klinik vor Krebspatienten auftrete, achte ich seit einiger Zeit darauf, dass nach eineinhalb Stunden Schluss ist. Mit Pause und Zugaben dauert das Konzert dann etwa zwei Stunden.
Gebe ich ein Konzert, zu dem das Publikum meinetwegen kommt (in Kliniken und Kneipen etwa ist das ja nicht immer unbedingt der Fall, hier sind viele Gäste einfach dankbar für irgendeine kulturelle Unterhaltung), dann stehe ich mit Zugaben abzüglich der Pause meist rund zweieinhalb Stunden auf der Bühne. Ich denke, hier ist der Spielraum recht groß. Viel länger würde ich - auch angesichts der Textlastigkeit unserer Musik - nicht spielen wollen. Kürzer ist möglich, aber alles unter zwei Stunden finde ich wiederum eher unhöflich (natürlich spielt da aber immer auch der Eintrittspreis eine Rolle).

Wie viele Lieder werden im Schnitt gespielt?
Das variiert bei mir und hängt neben der Länge der Lieder unter anderem davon ab, ob ich in Redelaune bin und wie das Publikum darauf reagiert. Ich will ein munteres Publikum in die Pause entlassen, das darauf brennt, dass es weiter geht ;-). Je nachdem, wie es auf welche Songs reagiert, ist das mal etwas früher, mal ein wenig später der Fall.
Meistens packe ich für jede "Halbzeit" 15 Titel ein, von denen ich dann tatsächlich zehn bis 13 spiele - natürlich nicht wahllos, sondern einer gewissen Dramaturgie folgend. Ich finde es immer wichtig, genug Songs im Gepäck zu haben, um auf die jeweilige Stimmung des Saals reagieren zu können. Ich mache stets einen genauen Ablaufplan, den ich auf der Bühne dann regelmäßig umstrukturiere.
Hilfreich kann es dabei sein, sich Bausteine zurecht zu legen (nach Lied X kommt immer Lied Y), die sich bewährt haben. Eine Halbzeit besteht also z.B. aus sieben Steinen. Der erste und letzte - jeweils ein Lied - sind fix, alle übrigen können hin und her geschoben werden. Entscheidend ist wohl, wie man sich selbst am sichersten fühlt. Der Eine bevorzugt einen geregelten Ablauf, der Andere mag es flexibler. Das Publikum wiederum kennt das Programm in der Regel nicht. Wie man es strickt, ist also egal. Es zählt, was dabei rauskommt.
Und - wie Marc sehr richtig schreibt: Ein roter Faden ist das A und O. Reinhard Mey macht das für meinen Geschmack sehr gut, ebenso Bodo Wartke, um nur mal zwei recht unterschiedliche Akteure zu nennen. Ein gutes Konzert ist für mich immer ein dramaturgisches Programm, also viel mehr als ein reiner Liederabend. Künstler und Publikum müssen eins werden. Nichts finde ich bedauerlicher, als wenn ein Musiker (wie Hannes Wader manchmal) herausragend spielt, aber der Funke einfach nicht überspringen mag, weil er zu wenig mit dem Publikum interagiert.
Mögt ihr Pausen, oder eher wenn das Konzert durchgängig ist?
Nie ohne Pause! Ich selbst brauche sie nicht, sondern fände es im Gegenteil angenehmer, durchzuspielen, wenn die Finger warm sind. Aber das Publikum legt Wert darauf. Auch was die Länge angeht, sind sich nach meiner Wahrnehmung fast alle einig: Mindestens zehn, aber nicht länger als 15 Minuten.
Natürlich versuche ich, die Pause möglichst in die Mitte des Konzerts zu legen. Nach zweieinhalb Stunden vor den letzten 15 Minuten zu pausieren, was manche Kabarettisten tatsächlich machen, fände ich eher unpraktisch ;-).
Soweit meine aktuellen Gedanken dazu.
Gruß vom
clabauter
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Rex2005
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Jun 2011 04 20:38

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von Rex2005

#5

Hallo
ob mit oder ohne Pause ist mir egal, es kommt einfach auf den roten Faden an, der durch eine Pause nicht verloren gehen darf. Ein Konzert sollte schon 2 Stunden dauern, gerne auch 2,5-3 Stunden kommt halt immer auf das Programm an. Pause so in etwa bei Halbzeit aber nicht zu lange. Auch gegen ein kürzeres Programm vollgepackt mit Musik, ist nichts zu sagen, wenn die Kürze "dramaturgisch passt" (weiß nicht wie ich´s grad erklären soll) und die Qualität stimmt. Zu kurz ist ein gutes Konzert in der Regel sowieso immer, egal wie lang :-)
Wichtig ist, das man Lieder zu hören kriegt und kein endlos langes Geschwafele zwischen den Liedern. Gegen gut erzählte (oder auch gelesene) Geschichten und Anekdoten gib´t´s aber überhaupt nichts einzuwenden, nur leider können das die Wenigsten. Nichts ist schlimmer als wenn man nur die 2 Standardsätze hört: "Ich spiele jetzt ..." oder "Jetzt kommt ..."
Was für mich noch wichtig ist ... derjenige da oben allein oder mit anderen auf der Bühne steht, sollte in der Lage sein, irgendwelche Störungen vom Publikum egal ob Dazwischenreden, Handy klingeln oder Desinteresse so zu "regeln", dass einerseits wirklich "Ruhe" einzieht und andererseits nicht die Stimmung verlorengeht. Gibt ja Konzertbesucher, da fragt man sich ob die den Künstler sehen wollten oder das Konzert nur nutzen um selbst gesehen zu werden ...
LG
Rex2005
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Reino
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Jun 2011 05 02:14

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von Reino

#6


UweX schrieb:
Ich muss aber doch nochmal nachfragen: 11 Lieder in 60 Minuten???? :gruebel: :gruebel:
Wenn das durchschnittliche Lied bei 5 Minuten liegt, blieben ja ganze 5 Minuten für Moderation.....!?!?!?
Fünf Minuten finde ich ziemlich lang, selbst wenn man Beifall einrechnet. Ich würde von 3 Minuten pro Lied ausgehen, die restlichen 27 Minuten müssen dann irgendwie mit Moderation und Standing Ovations aufgefüllt werden. Und wenn man nichts zu dem Liedern zu sagen hat, muß man eben längere Lieder singen (würde ich nicht empfehlen, außer man spielt mit Band und hat musikalisch wirklich was zu bieten) oder mehr Lieder singen (Diether Huthermacher schrieb in seinen Anfängen lauter Lieder zwischen 0:30 und 2:00 Minuten Länge).
Hängt natürlich immer auch davon ab, wie schnell man singt. Das ist z.B. bei mir ein Drei-Minüter.
Schwierig finde ich, ein Programm aufzubauen. Bei einem Kurzauftritt hab ich mal das Publikum Karten ziehen lassen. Und bei meinem ersten langen Konzert alle politischen Lieder nach der Pause gesungen. Das schlug sich dann in der Zeitungskritik nieder (immerhin gab es eine!), wo das Fehlen jeglicher Politik bemängelt wurde.
Ich hab außerdem versucht, musikalisch etwas Abwechslung zu bieten (was bei mir bedeutete, Picking, Arpeggio und Schlaggitarre nicht gehäuft hintereinander zu spielen).
Mir ist bei einigen Kollegen negativ aufgefallen, daß sie vorbereitete Moderationen hatten, die sich bei mehrfachem Hören dann auffällig wiederholten, und habe deshalb immer ganz spontan was erzählt. Das wird sicher dann wieder anderen negativ aufgefallen sein.

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Benutzer 63 gelöscht
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Jun 2011 05 14:16

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von Benutzer 63 gelöscht

#7

Meine Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt. :-) Drum würden mir idR auch 1,5 Stunden netto (d.h. nach Abzug der Pause, aber mit allem anderen) durchaus reichen.
Die Pause sollte ca 15 min dauern, da schließe ich mich der Mehrheit an.
Wenn es verschiedene Künstler sind, die sich abwechseln, kann das Konzert eher länger dauern. Ebenso wenn es längere Zwischentexte gibt. Ich finde längere Ansagen gut, nur, man muß es auch können. Also so wie Wenzel. Na gut, das ist fast zuviel verlangt ;o)
Nach dem letzten Konzert von Kai Degenhardt fragte ich ihn, warum er das wunderbare Lied "Hinterland" nicht im Programm hatte. Er meinte, es freue ihn, daß es mir so gut gefällt, es sei auch eines seiner Lieblingsstücke - aber es habe einfach nicht ins Programm gepaßt, er habe nicht gewußt, an welcher Stelle er es hätte unterbringen können. Na gut, zugegeben, darüber hatte ich mir als unkritischer Konsument noch keine große Gedanken gemacht. Interessant aber. (Das zum Thema "Aufbau", mal inhaltlich betrachtet)
Jürgen
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Clemens
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Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von Clemens

#8

Wie lange sollte ein Konzert (ohne Vorprogramm) dauern?
Ein Konzert hat für mich eine gute Dauer im Bereich 2x 45 bis 2x 60 Minuten. Dazu die Zugaben, welche ich (selbst bei größter Euphorie) gern auf maximal 5 begrenzt sähe. Zuerst denke ich dabei an den Künstler. Auch wenn der natürlich diesen Zustand genießt.
Da gelten für mich zwei oft gesprochene aber selten geachtete Aussagen:
1. „Wenns am schönsten ist, Freunde, soll man halt gehen…“
2. „Weniger ist mehr.“
Wie viele Lieder werden im Schnitt gespielt?
Das hängt zum einen natürlich von deren Länge und den Zeiten für die Moderation ab.
Zum anderen ist es für mich eine Frage des Inhaltes. Hat der Abend eine durchgehende Thematik und dazu wenige Wechsel in Musikstil oder Stimmungslage, darf es für mich eine geringere Anzahl sein, also eher ein zeitlich kürzeres Konzert.
Besonders wichtig erscheint mir auch, dass die Lieder einen signifikant größeren Teil der Zeit beanspruchen als die Zwischentexte. So möchte ich zum Beispiel auf die Texte zwischen Micha Günters tollen Liedern einerseits nicht verzichten, andererseits könnten sie für mich teilweise um wenigstens ein Drittel kürzer ausfallen.
Dabei ist es mir gleich, ob Überleitungen spontan entstehen oder gut eingeübt sind. Da hat jeder Künstler seine eigene Art, auf welche ich mich jeweils gern einlasse.
Mögt ihr Pausen, oder eher wenn das Konzert durchgängig ist?
Definitiv Pause, Ja. Diese muss nicht zwangsläufig eine Unterbrechung sein.
Neben dem Gedanken an die Möglichkeit des „Luftholens“ für den Künstler, ist mir das eigene Innehalten so wichtig wie die Möglichkeit mit Freunden zu reden.
Herzlich Clemens
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Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)

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Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von Gesch

#9

Lieber Uwe,
deine Fragen lassen ein wenig nachdenken und bieten die Gelegenheit, auch mal die eigenen Gepflogenheiten zu überprüfen.
Ich sehe mich seit Jahren immer der Kritik von meiner Frau ausgesetzt, dass meine Programm genauso zu lang sind wie viele meiner Lieder. Aber ich wehre mich dagegen, beides in einem Topf zu verrühren. Ein Lied ist für mich eine intensive Auseinandersetzung mit einem Thema, und solang mir zu diesem Thema noch was einfällt, ist es zumindest noch nicht fertig. Ob am Ende alles drin bleiben muss, steht auf einem anderen Blatt, aber was zunächst mal auf Papier will, soll auch dort geschrieben werden. Daher sind meine Lieder durchschnittlich auch eher 4"30 als 2"00 lang und einige sind deutlich länger - und dann soll es wohl auch so sein, zumindest solange ich selbst damit zufrieden bin.
Anders sieht es mit einem Programm aus, für dessen Planung ich mir sehr viel Zeit nehme. Wichtig sind die Ausgangsinformationen: Wo ist das Konzert, welches Publikum ist zu erwarten, in welcher Stimmung ist es vorzufinden, wann beginnt das Konzert, was passiert vorher und nachher, hab ich/brauch ich eine Anlage, sind Kinder im Publikum, sind die Leute ausgeruht oder von der Arbeit müde, wird das Konzert beispielsweise von einem politischen Veranstalter organisiert (amnesty, terre des hommes, BI gegen Atomkraftwerke etc...) - also mit welcher Erwartung des Publikums bin ich konfrontiert...
Was die Dauer angeht, mute ich meinem Publikum gerne soviel zu, wie ich selbst gern geboten bekommen würde, und das sind mindestens 2 mal 60 Minuten (ich merke, dass ich selber verschnupft reagiere, wenn ich für mein respektables Eintrittsgeld bei Konzerten anderer Veranstalter oder Künstler weniger geboten bekomme... - anders mag es sein, wenn der Eintritt frei war...) Also zweimal ne Stunde - da müssen die Leute durch... und dazwischen gibt's ne Pause.
Bei mir sind das dann zweimal 12 Lieder, denn normalerweise - finde ich jedenfalls - halte ich meine gesprochenen Überleitung relativ knapp und beschränke mich auf das Notwendigste, was es zum Lied zu sagen gibt. Weil ich in der Regel einen "roten Faden" habe, bemühe ich mich um Überleitungen, die tatsächlich auch inhaltlich einen Bogen von einem Lied zum anderen spannen. Bei mir hangelt sich dieser am normalen Lebenslauf ab, und da nehme ich eben exemplarisch meinen eigenen und biete Anknüpfungspunkte, an denen sich die meisten Zuhörer andocken können: eigene Kindheit, Jugend, erste Liebe, Berufsanfang, Familiengründung, politische Arbeit, Frust oder Freude im Berufsalltag, eigene Kinder, Lebenserfahrung, alles was Emotionen hervorruft - bis ich dort bin, wo ich mich - so wie die meisten meiner Zuhörer - altersmäßig befinde...
Wichtig ist mir, dass meine Liederzusammenstellungen inhaltlich und musikalisch, in Stimmung und Lautstärke unterschiedlich und abwechslungsreich sind. Hinzu kommt die Suche nach den geeigneten "Openern", mit denen ich das Konzert beginne und nach der Pause weitermache, und mit welchen Liedern ich vor der Pause und ganz am Ende aufhöre. Sie sind die Klammern, mit denen man sein Publikum in das Konzert hineinführt und mit denen man sie sich selbst überlässt. Insofern sind auch die Zugaben alle für sich auch Schlußlieder...
Ich habe mal mit großen Ohren von einer Dramaturgin gehört, dass sie einem befreundeten Liedermacher gründlichste Beratung zum konzeptionellen Aufbau seines Programms geben konnte, die dieser auch nutzbringend anzuwenden wusste. Insofern sah ich mich mit meinen eigenen gründlichen Vorüberlegungen sehr bestätigt...
Soviel mal aus meinem Nähkästchen...
herzlich
Gerd
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Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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Jun 2011 22 00:02

Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von UweX

#10

Grade zurück aus dem Urlaub, habe ich alle Beiträge nochmal gelesen und möchte mich sehr herzlich für Euere GEdanken BEdanken.
Das war echt hilfreich und ich fühle mich wesentlich qualifizierter in meiner Verwirrung als vorher :-D
Ne im Ernst - letztlich bleibt es wohl ein Zusammenspiel aus Selbstverständnis und Begabung, auf der einen, sowie gute und bewährte Richtlinien, auf der anderen Seite, die dabei helfen unnötige Fehler zu vermeiden.
Zu den Pausen: Ich spiele bisher 2 x 60 Minuten, aber habe oft am Ende des ersten Teils den Eindruck es sei zu früh für Pause. Im zweiten Teil habe ich dann eher den Eindruck es wird alles ein bisschen zu lang. Deshalb überlege ich die 120 Minuten eher in 70 / 50 aufzuteilen. Mal sehen wie das wirkt....
Alles Liebe
Uwe
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Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von Petra

#11

Hallo Uwe,
auch ich finde immer wieder, dass es nach einer Stunde noch zu früh für die Pause ist. Anfangs ist man ja noch fit und konzentriert. Der zweite Teil wird dann durch die evtl. Zugaben etwas verlängert.
Am Samstag war ich beim Tourauftakt von Konstantin Wecker und Hannes Wader. Konzertbeginn war um 20:30h, der erste Teil dauerte exakt eine Stunde. Die Pause mit genau 30 Minuten erscheint etwas lang, aber da war so ein Gedränge am Tresen, schneller wäre es gar nicht gegangen. Die zweite Hälfte dauerte noch einmal genau eine Stunde, der Zugabenteil war mit 40 Minuten relativ lang. Es war aber echt toll, ich hätte noch länger gekonnt, obwohl es inzwischen 23:40h war. ;-)
Viele Grüße von Petra
Dieser Beitrag enthält 131 Wörter


Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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Konzertaufbau - ein paar Fragen

Beitrag von Oberfranke

#12

Hallo Uwe, ich komme jetzt zwar mehr aus der komödiantischen Zunft, aber Lieder machen den Großteil meiner Bühnenprogramme aus. Von daher gebe ich meinen Senf auch mal dazu.
Die angesprochene Aufteilung würde ich mal probieren. 1:15min erster teil und 45 min zweiter Teil plus Zugabe ist sicher nicht verkehrt.
2x45 min plus Zugabe gestehe ich nur (Polit-)kabarettisten zu, da es bei der "schwereren" Kost durchaus reicht.
Bei Liedermacherei sollte man das Publikum mindesten 2 Stunden netto unterhalten. Meine beiden Programme dauern ca. 2x70 min, 20-25 min Pause (zwingend!), Zugaben variabel, wenn ein Publikum Bock hat und ich schon mal da bin, gibts auch schon mal eine Nummer mehr. Gefühlssache, man merkt nach einiger Zeit schon, wann es Zeit ist zu gehen.
Bei Hannes Wader, den ich neulich zum ersten mal live gesehen habe, war ich enttäuscht. 2x45 min, fast ausschließlich lieder anderer Künstler, der er vertont hat, dazwischen ellenlanges Stimmen und unkonzentriertes Gestammel. Ein gutes Konzert sieht anders aus, sorry. Da lob ich mir Reinhard, den ich pro Tournee immer 2-3mal besuche, ohne, dass es mir langweilig wird.
Bisher bin ich nur bei Hagen Rether an meine Grenzen gestoßen, der megalang gespielt hat. Halb 12 war schon heftig, aber auch gut;-)
Wenn ich einen reinen Liederabend mache, lege ich das auch auf 2 1/2 Stunden aus und schiebe auch sehr lange die Songs hin und her, bis ich das Gefühl habe, das Running passt. Klebt auch immer am Bühnenboden, der Fahrplan und wird auch nur selten live geändert.
Soweit meine Gedanken dazu, einfach mal testen, Versuch macht kluch;-)
LG Stefan

Dieser Beitrag enthält 277 Wörter


"Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!" - Astrid Lindgren

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