

Ich glaube, daß er grundsätzlich beides einbezieht. Das Nazi-Regime wäre ohne diejenigen, die das System entweder gestützt oder zumindest geduldet haben, wahrscheinlich ohnehin nicht denkbar gewesen.Helmut hat geschrieben: Mo 23. Nov 2020, 16:35Mir fehlt in der Rede, dass unter Nazi das Nazi-Regime gemeint ist.
Keine Ahnung. Im Augenblick gebährdet sich ausgerechnet die AfD ja wahlweise wie ein Kindergarten, der bewußt provoziert, um nach außen hin zu demonstrieren, was für unglaublich hartbeeierte Jungs und Mädels da in den blauen Sitzen hocken, daß sie "denen da oben" so demonstrativ ans Bein pinkeln können, ohne daß die sich wehren (ungeachtet natürlich der Tatsache, daß sie selbst zu "denen da oben" gehören oder wenigstens gehören könnten, wenn sie ihr Mandat ernst nähmen), oder wie die Elefanten im Porzellanladen, denen nix Besseres einfällt, als in den Reihen derjenigen, die gerne das Grundgesetz oder wenigstens den Reichstag mitsamt Inhalt den Erdboden gleichmachen wollen, aktiv Wahlwerbung zu machen. Keine Ahnung übrigens, mit welchem Programm oder welchen Argumenten sie Wahlwerbung gemacht hat, weil - so viel Konstruktives hat sie ja immer noch nicht im Repertoire.Wenn man der AfD vorhält, dass sie aus der Geschichte nichts gelernt haben, muss man zumindest einschränken, dass sie das Falsche aus der Geschichte gelernt haben. Der Umgang mit Fakten und die Argumentationsweise der Corona-Gegner erinnert mich schon sehr stark an das, was ich über die NSDAP in den späten 20er Jahren gelesen habe.

Bei Minute 1:00 sagt erHelmut hat geschrieben: Mo 23. Nov 2020, 16:35Die Frage für mich ist, was er unter „Nazi“ versteht. Meint er darunter die Zeit, das System oder Personen?
und damit meint er nach meinem Verständnis sowohl die historische Zeit des NS-Regimes (von 1933-1945), das NS-Regime an sich (Partei NSDAP, Gleichschaltung der Parlamente und aller Funktionen, die einen Staat ausmachen, Abschaffung der Opposition, usw.) und die Menschen, die all das vorbereitet, organisiert, durchgeführt und gestützt haben.Immer wieder Vergleiche, immer wieder Analogien mit der NS Vergangenheit Deutschlands
Genau das ist es vielleicht, was nicht geht. Corona ist eine Infektionskrankheit, welche im Jahr 2019/2020/... stattfindet, und ich kann beim Besten willen nicht verstehen, was der Umgang der Corona-Gegner heute mit dem zu tun hat, was die NSDAP in den späten 20er Jahren gesagt oder gemacht hat. Hast Du dazu ein konkretes Beispiel?Helmut hat geschrieben: Mo 23. Nov 2020, 16:35Der Umgang mit Fakten und die Argumentationsweise der Corona-Gegner erinnert mich schon sehr stark an das, was ich über die NSDAP in den späten 20er Jahren gelesen habe.
Die auf der Corona-Demo gehörte Verschwörungstheorie, dass Kinder entführt, in Keller gehalten und deren Blut getrunken wird, ist hunderte von Jahren alt und wurde im 3. Reich und nun von den Covidioten hervorgeholt. Mir geht es aber bei der Aussage nicht um das Was sondern um das Wie, nämlich um die Methode der Demagogen. Es wird auf Basis von falschen Fakten (Corona ist nicht gefährlich, es gibt keine Toten durch Corona) argumentiert (man muss sich nicht schützen). Die Corona-Gegner erfinden Wahrheiten und verbreiten sie solange im Netz, bis die Anhänger sagen können, dass man das doch überall lesen kann. Quellen für ihre Lügen werden nicht genannt und wenn sie Quellen haben, dann sind sie äußerst dubios. Was sie Querdenken nennen ist nichts anderes als Nachplappern von persönlichen Befindlichkeiten. Genau so wurde die NSDAP groß.ich kann beim Besten willen nicht verstehen, was der Umgang der Corona-Gegner heute mit dem zu tun hat, was die NSDAP in den späten 20er Jahren gesagt oder gemacht hat. Hast Du dazu ein konkretes Beispiel?

Da sind sie wieder die absolut unpassenden Vergleiche mit der NazizeitHelmut hat geschrieben: Mo 23. Nov 2020, 19:28Die auf der Corona-Demo gehörte Verschwörungstheorie, dass Kinder entführt, in Keller gehalten und deren Blut getrunken wird, ist hunderte von Jahren alt und wurde im 3. Reich und nun von den Covidioten hervorgeholt. Mir geht es aber bei der Aussage nicht um das Was sondern um das Wie, nämlich um die Methode der Demagogen. .... Was sie Querdenken nennen ist nichts anderes als Nachplappern von persönlichen Befindlichkeiten. Genau so wurde die NSDAP groß

Das ist zwar richtig, aber halt auch schwer. Unter anderem, weil erstens das Internet nichts vergißt. Hier kriege ich problemlos irgendwelche Sachen bestätigt, die im März völlig korrekt waren, aber im November zum alten Eisen zählen. Und bei der Gelegenheit stolpere ich natürlich auch noch über den kompletten Rattenschwanz von Diskussionen rund um die Fakten vom März, auch in vergleichsweise aktuellen Zeiträumen. Unlängst hatte ich sogar eine Diskussion online, bei der ich Fakten gefordert habe, und mir doch tatsächlich ein Artikel unter die Nase gerieben wurde, in dem Fakten vom März aufgelistet wurden mit dem ausdrücklichen Hinweis im nachkommenden Satz, daß sich das natürlich mittlerweile deutlich gewandelt habe. Manchmal muß man halt nur so weit das Hirn anstrengen, bis man sich bestätigt fühlt.migoe hat geschrieben: Mo 23. Nov 2020, 21:23Eines finde ich ganz wichtig:
Wenn jemand sogenannte "alternative Fakten" als wahrhaftig hinstellt, dann müssen wir uns als Gesellschaft viel entschiedener dagegen stellen als bisher. Es darf eben keinen Zweifel daran geben, was die faktisch wahrhaftige Realität ist.


Ich habe großen Respekt dafür, weil Herr Ramelow so öffentlich und transparent darüber spricht, dass er die Gefahren falsch eingeschätzt hat und wie er zugibt, es wäre besser gewesen, früher und konsequenter zu handeln. Mir persönlich leuchtet aber seine Begründung, warum es zu dieser Fehleinschätzung kann, nicht ein. Wer in so einer herausragend verantwortungsvollen Position ist wie ein Ministerpräsident, der sollte sich nicht von der "Hoffnung", es wird schon gutgehen oder nicht so schlimm werden, leiten lassen. Für mich ist das zwar menschlich nachvollziehbar, aber nicht zu akzeptieren. Seine Aufgabe ist es nicht, es allen "recht zu machen", sondern, "das Richtige" zu machen.„Ich habe mich von Hoffnungen leiten lassen, die sich jetzt als bittere Fehler zeigen“, sagt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und gibt damit zu, dass es falsch war, noch im Herbst 2020 gegen striktere Corona-Maßnahmen zu sein. Er erinnert sich an den 28.10.2020 als einschneidendes Datum. An diesem Tag fand eine Ministerpräsidenten-Konferenz mit der Angela Merkel statt, in der neue Maßnahmen beschlossen wurden: „Ich habe es noch genau im Ohr, dass die Bundeskanzlerin eindringlich gesagt hat: ‚Es werden Zahlen auf uns zukommen, da werden wir uns noch sehr daran erinnern und wünschen, dass wir sie wieder hätten.‘ Und ich muss sagen, sie hat recht gehabt und ich habe Unrecht gehabt“, gibt Ministerpräsident Ramelow zu.
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