Liebe Freunde !
Wer sich die Nachrichten dieser Tage ein wenig genauer anschaut, der muß eigentlich beginnen, sich zu fürchten. Einmal völlig unabhängig von den angeblich "auslösenden Ursachen", die Sprüche des französischen Innenministers, der mit einem "Hochdruckreiniger" die Pariser Vorstädte von "Abschaum" und "Gesindel" reinigen will, die jagen einem Angst ein. Zumal, wenn man die Ernsthaftigkeit solcher Reden begreift.
Vielleicht hatte Söllner gar nicht einmal Unrecht, als er bereits im Jahre 1995 auf seinem ersten Video"WER BLOSS LACHT, IS NED FREI" ein Stück mit dem Titel "Auf da gonz´n Wöid" veröffentlichte, das ich hier einmal auszugsweise (und für den einen oder anderen vorsichtshalber übersetzt...) zitieren möchte:
...und auf der ganzen Welt ist Krieg,
jetzt tu endlich was dagegen,
dafür haben wir Dich schließlich gewählt,
einen Haufen Geld haben wir Dir gegeben.
Auf der ganzen Welt werden Leute abgeschlachtet.
Alle haben wir gespendet.
Du bist immer fetter geworden; sie sind dort drunten verhungert.
Jetzt habe ich so lange zugesehen
und so lange habe ich gewartet,
daß irgend ein kleines Zeichen von Euch kommt,
und ein bißchen mehr Respekt hätte ich schon von Euch erwartet,
He, sie waren hungrig ,
aber Euch war´s total gleich.
Die Nazis sind noch mehr geworden,
heute lügt ihr sie noch weg,
schaut Euch doch um: Krieg ist im Land !
Noch mehr Polizei, noch mehr Gewalt,
aber Ihr mußtet letzte Nach eine Party feiern, he.
Noch mehr Polizei, ja, noch mehr Gewalt,
ja, aber Ihr habt letzte Nacht eine Party feiern müssen.
Ja, Ihr habt letzte Nacht eine Party gefeiert.
Und auf der ganzen Welt ist Krieg,
tu endlich was dagegen,
dafür haben wir Dich schließlich gewählt,
einen Haufen Geld haben wir Dir gegeben.
Auf der ganzen Welt werden Leute abgeschlachtet,
alle haben wir gespendet.
Du bist immer fetter geworden,
dort drunten sind sie verhungert.
Auf der ganzen Welt sterben jeden Tag vierzigtausend Kinder,
aber Du gehst bloß in die Kirche, damit der Papst was zu Fressen hat.
Auf der ganzen Welt verfault gerade das, was die Welt nicht aufessen kann,
aber Ihr habt Eure Flieger für den Irak- Krieg gebraucht !"
Natürlich hat dieser Text nicht unmittelbar mit den Pariser Vorfällen zu tun, aber es steht zu befürchten, daß sich der Widerstand, der sich dort gegen die Politik, gegen die unzureichende Integration von Einwanderern manifestiert, auf längere Sicht auf andere Länder und Städte übergreifen wird, wenn nicht ein Umdenken unserer "Volks- Vertreter" stattfindet. Da das jedoch wohl eher nicht zu erwarten steht, bleibt nur die Flucht in den Zynismus - und damit ein Zitat, das aus einem Programm der "Münchener Lach- und Schießgesellschaft" entnommen ist: "Wenn DAS die Vertreter des Volkes sind, dann bleibt nur zu hoffen, daß das Volk bald wiederkommt...". Vielleicht erleben wir in den Pariser Vorstädten ja jetzt exakt diese Rückkehr...
Liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.
(...der diesbezüglich ziemlich skeptisch in die Zukunft blickt...)