4 Kerzen im Advent
:kerze:
Die erste Kerze brennt für Stille,
für Ruhe und Gemütlichkeit,
für Herzlichkeit und für den Wille,
zu leben in Behaglichkeit.

Autor: Horst Rehmann | Quelle: https://www.weihnachts-gedichte.net/adventsgedichte/392

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*DER SINN DER POLITIK IST FREIHEIT
Das Leben ist immer ein Leben mit anderen. Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein „staatsentwickelndes Tier“, wie Aristoteles formulierte. Er bedarf zu seiner Vervollkommnung der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Die Frage ist nicht, wie uns heute im Zeitalter des begrenzungslosen Individualismus (und Egoismus) eingehämmert wird: Wie soll ich leben? Sondern: Wie sollen wir leben? - und darüber kann in diesem Forum diskutiert werden!

*Quelle: Webseite Akademischer Verein Kyffhäuser e.V. | Foto © by Pixabay.com
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#1

Beitrag von fille »

Lieber Michael,

eigentlich wollte ich ein ganz neues Thema aufmachen. Leider ist es jetzt unter "Liedertreffen 2023" gelandet.
Vielleicht kann es jemand verschieben...
migoe - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 01:08
Zunächst aber - sozusagen zur Auflockerung - einen nicht ganz ernst gemeinten Reply:
Barde - Zitat: ↑29.09.2022, 13:46
Und ansonsten ist mir persönlich niemand auf die Füße getreten, so dass ich das Gefühl habe, jeden(m):_*(r) Teilnehmer-**_Innen (m/w/d) freundlich entgegentreten zu können.
Wenn schon, dann bitte richtig gendern (also so, wie ICH es gerne hätte ), nämlich:
Und ansonsten ist mir persönlich niemand auf die Füße getreten, so dass ich das Gefühl habe, allen Teilnehmer*innen freundlich entgegentreten zu können.
Also, das geht mir schon länger auf die Nerven. Und jetzt muss ich es mal loswerden. :-(
Beim Barden bin ich mir sicher, dass er es satirisch meint. Anders ist es bei dir.

Du hattest zwar mal eine Umfrage gemacht (die ich jetzt nicht mehr finde) und ich glaube die Mehrheit hat sich dagegen ausgesprochen.
Trotzdem machst du es. Warum? Lässt du dich von einer kleinen Minderheit vor den Karren spannen? Heulst du mit den Wölfen?
Du machst doch sonst bestimmt auch nicht jeden Blödsinn mit, oder? :weissnicht:

Ich boykottiere den Schmarrn von Anfang an. Wenn ich es vermeiden kann, lese ich keine Artikel, in denen gegendert wird.

Natürlich kannst du machen was du willst, aber dann brauchst nicht vorher eine Umfrage machen.

Entschuldigung, aber das dämliche Gendern stört mich einfach. Ich mache da nicht mit :schimpfen:

Trotzdem liebe Grüße, Marianne

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#2

Beitrag von migoe »

Liebe Marianna,
fille - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 11:42
Also, das geht mir schon länger auf die Nerven. Und jetzt muss ich es mal loswerden. Beim Barden bin ich mir sicher, dass er es satirisch meint. Anders ist es bei dir.
Ich meine es sehr ernst, ernster als ernst, am ernstesten - und wenn nicht bei 3 alle sofort nur noch gendergagaisieren, dann müsst Ihr alle den Duden der deutschen Rechtschreibung Buchstabe A-F abschreiben und auswendig lernen! SO ernst meine ich das!

Trotzdem schreibe ich gerne hier im Forum und auf Twitter und bei vielen anderen Gelegenheiten gerne Berufe und Ansprachen mit dem *, einfach, weil ich damit das Signal setzen möchte, dass ich alle meine, wenn ich das tue. Wenn Dir das auf die Nerven geht oder Du Dich davon provoziert fühlst, dann finde ich das schade, aber hey, lass mir doch bitte meinen Spleen. Sollte es Dir aber schwerfallen, meine Beiträge zu lesen (oder gar zu verstehen), weil ich einige Worte anders schreiben, wie Du es von mir erwartest, dann werde ich mir vielleicht eine Lösung dafür einfallen lassen. Ist es denn so unverständlich, was ich schreibe, und wenn Du den Inhalt gut aufnehmen kannst, ist es denn so wichtig WIE ich bestimmte Begriffe schreibe? Kannst Du akzeptieren, dass es für mich eine wichtige Sache ist, mich genaus SO auszudrücken, auch wenn Du selber das nicht so machen möchtest?
fille - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 11:42
Du hattest zwar mal eine Umfrage gemacht (die ich jetzt nicht mehr finde) und ich glaube die Mehrheit hat sich dagegen ausgesprochen.
An eine Umfrage bezüglich "Gendern" kann ich mich nicht erinnern und habe auch mit der Suchfunktion nichts entsprechendes gefunden. Meinst Du vielleicht die Diskussion In welcher Sprache wollen wir singen?, in dem es nur kurz einmal um die Frage ging, wie man "politisch korrekt" das Gender-* singen sollte. Diese Frage wurde kurz und knapp beantwortet und damit war es dann auch. Oder meinst Du etwas vollkommen anderes? Kann sich noch jemand an diese Umfrage erinnern?
fille - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 11:42
Trotzdem machst du es. Warum? Lässt du dich von einer kleinen Minderheit vor den Karren spannen? Heulst du mit den Wölfen? Du machst doch sonst bestimmt auch nicht jeden Blödsinn mit, oder?
Warum?
Einfach so, weil ich es sinnvoll finde und es mich nicht beim Schreiben oder im Ausdruck behindert, sondern im Gegenteil, ich sogar manchmal einen Satz neu formuliere, um ihn meiner Meinung nach verständlicher zu machen, indem ich eine Formulierung wähle, die alle einschließt, die ich addressieren möchte.
Lasse ich mich von einer Minderheit vor den Karren schieben?
Ich befürchte, wenn Du das so siehst, dann bin ich einer von diesen Minderheitstypen, die versuchen DICH dafür zu gewinnen, meinen Karren zu ziehen! Sorry, aber auf diese Frage fällt mir im Moment nur diese sarkastische Replik ein. Ernst geantwortet: Ich kennen niemanden, der mich vor seinen Karren gespannt hat :weissnicht:
Heule ich mit den Wölfen?
Ist im Prinzip die Wiederholung der vorhergehenden Frage, und NEIN, ich gehöre keinem Wolfsrudel an!
Mache ich jeden Blödsinn mit?
Wenn es Spaß macht und ich gerade Lust darauf habe, warum nicht!? "Blödsinn" liegt aber halt immer auch im Auge des Betrachters!
fille - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 11:42
Ich boykottiere den Schmarrn von Anfang an. Wenn ich es vermeiden kann, lese ich keine Artikel, in denen gegendert wird.
Ist doch Dein gutes Recht und wird Dir sicher auch niemand absprechen. Wenn die Hülle (Gender Formulierungen) den Inhalt nicht ordentlich kleidet, hat es ein Artikel / Beitrag / Kommentar auch nicht verdient, gelesen zu werden. Wenn mich aber einzelne Formulierungen so sehr stören, dass der gesamte Text dadurch "seinen Wert verliert", finde ich das eine fragwürdige Einstellung. Niemand ist "zu alt", um sich selbst und sein Verhalten bzw. seine sprachlichen Gewohnheiten auch einmal zu hinterfragen und ggf. anzupassen. Aber hey, Marianne, es ist doch okay, wenn Du das nicht machen willst, es ist auch okay, Zeitungen, Magazine und Internetseiten zu vermeiden, wo das gemacht wird. Es ist aber für mich kein Grund, nicht dennoch so zu schreiben und zu reden, wie ich will - übrigens rede ich nicht mit dem Glottisschlag, weil ich dafür bisher einfach noch keine für mich gute Lösung gefunden habe, aber ehrlicherweise auch nicht danach suche, weil es mir wirklich nicht so wichtig ist.
fille - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 11:42
Natürlich kannst du machen was du willst, aber dann brauchst nicht vorher eine Umfrage machen.
Danke für die Erlaubnis :flüchten: das mit der Umfrage habe ich ja schon geklärt...
fille - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 11:42
Entschuldigung, aber das dämliche Gendern stört mich einfach. Ich mache da nicht mit

Trotzdem liebe Grüße, Marianne
Entschuldigung angenommen, Liebe Grüße zurück...
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#3

Beitrag von fille »

Hallo Michael
migoe - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 12:32
An eine Umfrage bezüglich "Gendern" kann ich mich nicht erinnern und habe auch mit der Suchfunktion nichts entsprechendes gefunden. Meinst Du vielleicht den Thread In welcher Sprache wollen wir singen?, in dem es nur kurz einmal um die Frage ging, wie man "politisch korrekt" das Gender-* singen sollte. Diese Frage wurde kurz und knapp beantwortet und damit war es dann auch. Oder meinst Du etwas vollkommen anderes? Kann sich noch jemand an diese Umfrage erinnern?
OK! Dann habe ich mich getäuscht.
Trotzdem schreibe ich gerne hier im Forum und auf Twitter und bei vielen anderen Gelegenheiten gerne Berufe und Ansprachen mit dem *, einfach, weil ich damit das Signal setzen möchte, dass ich alle meine, wenn ich das tue.
In Bayern kennt man bekanntlich die Aussage: "Des is so unnötig wia a Kropf." Ich habe mich z. B. noch nie nicht angesprochen gefühlt wenn es z. B. um Leser, Kunden, Schreiber, Bürger usw. usf. handelt. Im Deutschen ist es wie in vielen anderen Sprachen (Französisch, Italienisch...): eine Gruppe hat einen männlichen Artikel, wenn es sich nicht ausschließlich um Frauen handelt. Und natürlich sind alle gemeint. Das ist doch so klar wie sonst was. Da muss man doch keinen solchen Zinnober machen.
Sollte es Dir aber schwerfallen, meine Beiträge zu lesen (oder gar zu verstehen), weil ich einige Worte anders schreiben, wie Du es von mir erwartest, dann werde ich mir vielleicht eine Lösung dafür einfallen lassen. Ist es denn so unverständlich, was ich schreibe, und wenn Du den Inhalt gut aufnehmen kannst, ist es denn so wichtig WIE ich bestimmte Begriffe schreibe?


Zweifelst du an meiner Intelligenz? Natürlich kann ich es verstehen! Aber mir drehen sich die Fussnägel auf, wenn ich sowas lesen muss. Na ja, muss ich ja nicht.
Niemand ist "zu alt", um sich selbst und sein Verhalten bzw. seine sprachlichen Gewohnheiten auch einmal zu hinterfragen und ggf. anzupassen.
Das ist jetzt aber kein Versuch, mich in eine Schublade zu stecken? Aber damit kann ich leben. Alt oder jung: Ich habe keine Lust, durch jeden Reifen zu springen, den mir irgendjemand hinhält. Und nur um nicht als alt zu gelten, schon bestimmt nicht.

Liebe Grüße, Marianne
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#4

Beitrag von amori »

fille - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 11:42
Entschuldigung, aber das dämliche Gendern stört mich einfach. Ich mache da nicht mit :schimpfen:
Hui, Marianne, (steigt da Qualm aus deinen Ohren und Nase?) :daumen:
ich denke, das musst du auch nicht.
Ich nehme an dieser Veranstaltung auch nicht teil, man darf ja auch mal nein sagen.

Mich nervt der gestörte Schreib-und Sprachfluss. Ich denke auch gerade an Lyrik. Goethes Ballade 'Der Schatzgräber' wäre mit einem Schlag versaut:
Grabe hier nicht mehr vergebens.
Tages Arbeit! Abends Gäste und Gästinnen!
Saure Wochen! Frohe Feste!
Sei dein künftig Zauberwort.

Na ja, wenn konsequent durchgegendert werden soll, hat das eben Konsequenzen.

Für mich bedeutet diese Genderei ein Rückschritt. Viele Selbstverständlichkeiten werden dadurch zurückgenommen. In einem Lehrerzimmer sitzen heutzutage Lehrerinnen und Lehrer. Das ist jedem klar und muss mit dem 'Lehrerinnen-und Lehrerzimmer' nicht mehr extra betont werden.
Anstatt umständlich die Ärztinnen und Ärzte eines Krankenhauses zu erwähnen, böte sich das Ärzteteam an, in dem Ärztinnen ganz selbstverständlich seit Jahrzehnten präsent sind.
Die Kollegin des Zimmermanns Zimmerfrau zu nennen, ist hingegen logisch, oder? Die Kauffrau hat ja auch klammheimlich den Berufsstand geentert.

Den Astronautinnen würde ich hingegen ein Gendersternchen gönnen. Zur Zeit jedenfalls noch. Die sind deutlich unterrepräsentiert und eine Erwähnung wert.

Funfact am Rande: Ich habe in den 70ern die Buchhändlerklasse der Berufsschule besucht. Wir waren 23 Frauen und 4 Männer :hahaha:
Ich schwöre, ich wäre nicht im Traum darauf gekommen, diese Bezeichnung in irgendeiner Art zu beanstanden. Wurde ich nach meinem Beruf gefragt, habe ich immer mit 'Ich bin Buchhändler' geantwortet. Ich war halt jemand, der mit Büchern handelt :lesen: . Dass ich eine Frau bin, war immer recht eindeutig ersichtlich.

Ich kann schwer nachvollziehen, warum sich heute besonders die jüngeren Frauen so unsichtbar fühlen? Oder warum sie denken, ein Gendersternchen würde den Weg in die totale Gleichberechtigung abkürzen. Es gibt noch viel zu tun, keine Frage. Unsere Schwestern haben schon vor ein paar Jahrzehnten gezeigt, wie es geht und einiges erreicht.
Lippenbekenntnisse und seltsame Zeichen ermüden nur. Klingt naiv, ist es aber nicht.

Danke für eure Aufmerksamkeit liebe Leser

:amori:
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#5

Beitrag von fille »

Hallo liebe Amori, :hände: und liebe Liederfreunde,

den Qualm musste ich mal ablassen!

Bevor ich antworte, muss ich mich erst selbst korrigieren.
Im Deutschen ist es wie in vielen anderen Sprachen (Französisch, Italienisch...): eine Gruppe hat einen männlichen Artikel, wenn es sich nicht ausschließlich um Frauen handelt.
Ich meinte, wenn die Gruppe nicht ausschließlich weiblich ist, wird die männliche Mehrzahl gebildet.
Der Leser - die Leser, die Leserin - die Leserinnen. 1 Leser, 30 Leserinnen - die Leser. Wir haben
ja viele Lehrer hier, vielleicht kann das jemand exakter beschreiben.
amori - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 15:39
Mich nervt der gestörte Schreib-und Sprachfluss. Ich denke auch gerade an Lyrik. Goethes Ballade 'Der Schatzgräber' wäre mit einem Schlag versaut:
Grabe hier nicht mehr vergebens.
Tages Arbeit! Abends Gäste und Gästinnen!
Saure Wochen! Frohe Feste!
Sei dein künftig Zauberwort.
Du verstehst mich. :knuddel: Was wäre klassische Literatur mir so einem doofen Sternchen?
Ihr naht euch wieder schwankende Gestalt*innen :hammer:
Für mich bedeutet diese Genderei ein Rückschritt. Viele Selbstverständlichkeiten werden dadurch zurückgenommen. In einem Lehrerzimmer sitzen heutzutage Lehrerinnen und Lehrer. Das ist jedem klar und muss mit dem 'Lehrerinnen-und Lehrerzimmer' nicht mehr extra betont werden.
So ist es! Wirklich ein Rückschritt.
Ich kann schwer nachvollziehen, warum sich heute besonders die jüngeren Frauen so unsichtbar fühlen?
Ja, das ist eine gute Frage. Wenn ich boshaft wäre, würde ich sagen, es ist Wichtigtuerei.
Aber noch schwerer nachzuvollziehen ist, dass Männer (junge oder auch nicht mehr so ganz jung) freudig auf den Zug aufspringen. Warum?
Eine Schelmin, die Böses dabei denkt. :flüchten:

Tja, wenn alle Stricke reißen, nehmen wir halt Zuflucht bei Goethe, Heinrich Heine, Ricarda Huch, Herrmann Hesse und anderen Schriftstellern. ;-)

Liebe Grüße, Marianne

PS: Das geht auch vorbei...
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#6

Beitrag von migoe »

Liebe Amori,
amori - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 15:39
Für mich bedeutet diese Genderei ein Rückschritt.
vielen ist es vielleicht nicht bewusst, aber "gendern" ist vollkommen normal, das tust Du ja auch, wenn Du die Dir vertraute Art zu "gendern" anwendest. Das kann ich gut verstehen und wenn Du das machst, weil Du es so gelernt (und für Dich akzeptiert und adaptiert) hast, dann ist das in Ordnung. Es geht aber auch anders, ohne sich zu verkünsteln, oder es unbedingt ins Lächerliche ziehen zu müssen ;-) (Gästinnen ist das Deine Wortschöpfung?)

Das Schöne ist ja, dass die deutsche Sprache unglaublich viele Möglichkeiten des Genderns lässt und sich niemand darauf herausreden kann "alle zu meinen", und dann im generischen Maskulinum dennoch "nur" den Arzt oder den Lehrer zu nennen. Sprache ist Ausdruck der Gedanken und Gedanken lassen sich vielfältig ausdrücken. Wer Arzt sagt, meint entweder den männlichen Beruf oder den männlichen UND weiblichen Beruf. Wer Ärztin sagt, meint defintiv nur den weiblichen Beruf usw.. Ich habe den Beruf Kaufmann im Einzelhandel gelernt. Die IHK hatte sich auf die Berufsbezeichnung "Kaufmann /-frau im Einzelhandel" festgelegt - da gab es keine gesetzlichen Vorgaben oder so, sondern, die zuständige Kammer hat das mit den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften "verabredet". Keine "Umerziehung" oder so. Alle meine weiblichen Kolleginnen waren IMMER eine Kauffrau, ihre Qualifikation hatte nichts mit der Bezeichnung zu tun, aber eine Frau ist halt nun einmal kein Mann (vorsicht Michi, Du öffnest hier vielleicht versehentlich die "Trans"-Schatulle :erschreicken: ) und deshalb verstehe ich, wenn es für die Berufe eine spezifische weibliche Form gibt.

In den 1950er Jahren wurde eine junge Dame von den Herren mit "Fräulein" angesprochen, wenn sie noch nicht verheiratet war. Manchen war das egal, vielen nicht, irgendwann wurde es gesellschaftlich nicht mehr toleriert, wenn jemand diesen Begriff verwendete und auch in offizielle Schriftsätzen und Gesetzestexten sowie Korrespondenz von Firmen und Behörden, war es nicht mehr üblich, Frauen mit "Fräulein" zu benennen. Heute kennen die jungen Menschen (<- im Neutrum gegendert) diesen Begriff teilweise nicht einmal mehr bzw. junge Frauen fühlen sich herabgesetzt oder beleidigt, wenn sie von älteren Männern so angesprochen werden, die sich das halt nie haben "verbieten" lassen - oder anders betrachtet, die sich nicht auf eine veränderte Gesellschaftsübereinkunft halten wollten.
(Meine Güte ist das alles peinlich, dass ich solche Sachen hier auf dem Liedermacher-Forum schreibe... :cry: )

Es ist vielleicht einfach eine Frage von Generation. In 50 Jahren wird die dann junge Generation überhaupt nicht mehr wissen, warum wir diese Unterhaltung überhaupt geführt haben :grübel:

Kaffee steht noch, oder?
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#7

Beitrag von amori »

migoe - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 17:07
In den 1950er Jahren wurde eine junge Dame von den Herren mit "Fräulein" angesprochen, wenn sie noch nicht verheiratet war.
Oh Michael, du Jungspund! ;-)

So lange ist das noch nicht her.
Die Anrede 'Fräulein' (ich war noch eins!) wurde erst 1972 aus dem offiziellen Amtsdeutsch entfernt.

Es kommt noch besser: Erst 1977 wurde das Gesetz geändert, dass die Frau nur mit Einwilligung ihres Ehemannes arbeiten durfte. So weit ich weiß, wurde diese Einwilligung, zumindest bei mir und in meinem Umfeld, nie verlangt. Aber immerhin war dieses Gesetz bis dahin im BGB verankert.
migoe - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 17:07
Es geht aber auch anders, ohne sich zu verkünsteln, oder es unbedingt ins Lächerliche ziehen zu müssen ;-) (Gästinnen ist das Deine Wortschöpfung?)
Nein, Michael, die Gästin steht sogar im Duden. Ernst nehmen kann ich das allerdings nicht.

Den Kaffee lass ich mir nicht entgehen. Das kannste mal glauben. Aber nur, wenn ich deine Gästin bin. :super:
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#8

Beitrag von fille »

Hallo Amori,
amori - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 18:52
Die Anrede 'Fräulein' (ich war noch eins!) wurde erst 1972 aus dem offiziellen Amtsdeutsch entfernt.
Tatsächlich? Na vielleicht aus dem Amtsdeutsch, aber nicht aus der Alltagssprache. Ich war bis zu
meiner Heirat 1983 ein Fräulein und konnte auch nichts Schlimmes daran finden.
Fräulein klang nicht so fraulich...
Erst 1977 wurde das Gesetz geändert, dass die Frau nur mit Einwilligung ihres Ehemannes arbeiten durfte. So weit ich weiß, wurde diese Einwilligung, zumindest bei mir und in meinem Umfeld, nie verlangt. Aber immerhin war dieses Gesetz bis dahin im BGB verankert.
Das habe ich später auch einmal ganz verwundert erfahren. Ich glaube nicht, dass so ein Gesetz irgendeine
Frau vom Arbeiten abgehalten hat - wenn sie denn wollte (meistens musste - wegen Geld).
Meine Mutter, meine Tante und meine Oma haben auf jeden Fall gearbeitet.

Aber es gab ja auch das Gesetz, dass Jugendliche in einem bestimmten Alter um 22 Uhr die Lokale zu verlassen hatten.
Das wusste ich zwar, habe es aber nicht getan. :-D

Komische und eigentlich vergessene Gesetze gibt es viele.

Frauen in Memphis, Tennessee, dürfen - so lautet ein altes Gesetz - nur ein Auto lenken,
wenn ein Mann vor dem Auto herläuft und zur Warnung von Fußgängern und anderen Autofahrern
eine rote Fahne schwenkt.

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://media05.myheimat.de/2015/07/20/ ... 1437367740


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#9

Beitrag von Barde »

Da meine Meinung zum "Gendern" wohl hinlänglich bekannt sein dürfte, werde ich hier nicht weiter in die Diskussion einsteigen. Meine Mutter hat auch geglaubt, dass der verlorene Ehering wieder auftaucht, wenn sie eine Kerze für den heiligen Antonius stiftet und wer dem Glauben unterliegt, dass ein heldenhafter Kampf gegen das generische Maskulinum die absolut notwendige Basis für einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel hin zu mehr Gleichberechtigung bildet, dem soll diese Überzeugung natürlich gelassen werden.

Zumindest für Webseiten gibt es Hilfsmittel, die zu einer besseren Lesbarkeit der Texte führen, wenn manche(r) *Schreiber:*_/Innnen (m/w/d) die Welt durch ihre moralisch initiierte, kreative Sprachgestaltung zu verbessern versuchen.

Browser-Addons wie "Remove German Gender Language", "no-gender", "Gender-Sternchen-Entferner", "Gender-Simplifier", "Binnen-I-be-gone" stellen mir das Lesevergnügen auf Webseiten wieder weitgehend her (hier genannt am Beispiel des Browsers Firefox). Andere Browser bieten ähnliche Addons an, um Texte auf Webseiten wieder lesbar zu machen, indem Gendersternchen, Binnen-I,usw. entfernt oder ersetzt werden. Also Marianne, du kannst auf diese einfache Art damit deinen Blutdruck wieder senken. :daumen: Notfalls gebe ich hier einen Installationskurs dafür :-D

Prophylaktisch entschuldige mich hier schon mal bei allen "Menschen mit Gebärmutter", "weiblich gelesenen", "menstruierenden" "binären", "diversen", "genderfluiden", "pansexuellen", "asexuellen", "bisexuellen", "trans-", "cis-", "queeren-", usw., usw. ... - Menschen, die sich durch diesen Beitrag angetriggert, bzw. sich diskriminiert fühlen könnten . Als "alter weißer Cis-Mann" (wahlweise auch "Mensch mit Hoden und Samensträngen", oder "Samenergüsse erleidender Mensch") kann ich wohl einfach nicht aus meiner Haut.

:flüchten:

Nach Diktat verreist :pfeifen:

Barde:/*-INn

P.S
Wer in diesem Beitrag Spuren von Ironie findet, darf diese gerne behalten.
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Gendern gegen Diskriminierung ist so sinnvoll, wie die Verwendung des Wortes "Peace" an jedem Satzende, um Kriege zu beenden.

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#10

Beitrag von migoe »

Suchanzeige:Also nachdem hier doch einige von Euch immer wieder die absolute Unlesbarkeit von Texten, in denen so sehr mit Stern oder Unterstrich, mit Binnen-I oder Schrägstrich geschlechtsspezifisch oder nicht geschlechtsspezifisch, integrativ oder generalisiert - oder wie auch immer man das nennen möchte - gegendert wird, bis ein Text einfach nicht mehr lesbar ist, beklagen, bitte ich ganz höflich um genau diejenigen Texte, die Ihr selbst bereits als vollkommen unlesbar erkannt habt, damit ich mir endlich einmal ein Bild von diesem absoluten Grauen machen kann, von dem hier die Rede ist, denn auch, wenn mir persönlich so ein Text noch nicht unter gekommen ist, und ich deshalb vielleicht bisher einfach Glück hatte 🤷 , so möchte ich mir doch gerne selbst, durch ein genaues Studium dieser Texte, ein eigenes unvoreingenommenes und klares Bild der Sachlage machen.

Durch eine Antwort, unter Chiffre "Michl-wills-wissen-123", direkt unter diesem Beitrag oder als PN, mittels einfachen Links zu den besagten Artikeln bzw. Webseiten, wäre mir sehr geholfen.


Ich sag schon mal Danke 🤜🤛

*Ja, nach dem nochmaligen Lesen dieses Beitrags wurde mir ebenfalls bewusst, dass Schachtelsätze auch zu den absoluten NoGos zählen, wenn es um Lesbarkeit und Zugänglichkeit von Texten geht, und zum Glück gibt es dagegen auch schon Apps bzw. Addons z.B. für Word usw. Warum gibt es dagegen eigentlich noch keine Position beim Deutschen Bundestag? - aber ich will damit keinesfalls NOCH EIN FASS aufmachen 🤫😉
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#11

Beitrag von Barde »

Ach Migoe, lass dich nicht allzusehr ärgern. Für dich ist es ein Ausdrucksmittel und ich find's halt nervig. Ich wurde für meine Einstellung schon als extrem konservativer Mensch bezeichnet, der den doch "für alle intelligenten Menschen eindeutig ersichtlichen und unabdingbaren gesellschaftlichen Wandel" negiert und nicht begreift und ich spöttle halt drüber. Hätte Marianne nicht diesen Thread eröffnet, hätte ich es immer wieder bei kleinen ironischen Bemerkungen gelassen. So habe ich eben mal diese Steilvorlage genutzt.

Übrigens gibt es in diesem Forum alte Beiträge von mir, in denen ich spielerisch auch schon gegendert habe. Einfach, um mal ein Beispiel zu setzen. Die Intention teile ich ja durchaus, aber bei quasi moralischem Zwang und Druck hört's halt bei mir auf.

Lassen wir es damit gut sein.

Liebe Grüße

Barde

P.S
Bekomm ich auch noch einen Kaffee? Und wenn ja, ist er nicht vergiftet? :-D
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#12

Beitrag von fille »

:hammer: :hahaha:

Ach Barde, an was du so leidest!

You made my day!:hahaha: :daumen: Humor ist wenn man trotzdem lacht.
Also Marianne, du kannst auf diese einfache Art damit deinen Blutdruck wieder senken. :daumen:
Ich nehme schon lange blutdrucksenkende Mittel :-)

Aber jetzt habe ich schon wieder was Unwichtiges gelernt. Den Ausdruck Cis-Mann kannte ich noch nicht. Habe nachgesehen und siehe da, das heißt Biomann :-o und es gibt auch Biofrauen :gutelaune: :hahaha:

Ich bin übrigens nicht nur bio, sondern auch noch regional.

Hoffentlich bleiben uns die weißen alten Cis- Männer :opa: noch lange erhalten. Sonst haben die weißen alten Biofrauen bald nichts mehr zu lachen. :oma:

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#13

Beitrag von migoe »

Liebe Amori,
amori - Zitat: Fr 30. Sep 2022, 18:52
Nein, Michael, die Gästin steht sogar im Duden. Ernst nehmen kann ich das allerdings nicht.
das ist ja außerordentlich cool und scheinbar kannten bereits die netten Gebrüder Grimm diesen Ausdruck und haben ihn verwendet! Ja dann, muss es doch auch benutzt werden 😏, oder?!
Mehr zu "Gästin" gibt es bei korrekturen.de

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Vielen Dank für diesen Tipp! 👍
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Petra
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#14

Beitrag von Petra »

Lieber Barde,
"Samenergüsse erleidender Mensch"
:-o

recht baldige Genesung wünsche ich Dir und Deinen Leidensgnossen, -genossinnen kommen da ja mal wieder eher nicht in Frage.
Dieser Beitrag enthält 26 Wörter


Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
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#15

Beitrag von Petra »

Lieber Migoe,
Ja, nach dem nochmaligen Lesen dieses Beitrags wurde mir ebenfalls bewusst, dass Schachtelsätze auch zu den absoluten NoGos zählen, wenn es um Lesbarkeit und Zugänglichkeit von Texten geht
immerhin bist Du da in guter Gesellschaft. Ich erinnere mich an einen Satz bei Heinrich Böll (und es wird wohl nicht nur der eine gewesen sein), der eine komplette Seite in Anspruch nahm. Ich sage es Dir, das liest Du Dich schwindlig. Bei Konzentrationsproblemen das Buch unbedingt zur Seite legen. Als bei Dir so plötzlich und unvermittelt das Wort 'beklagen' auftauchte, war ich zunächst irritiert. Aber bei genauerer Betrachtung muss ich sagen, es gehört tatsächlich dahin. :daumen:

LG Petra
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#16

Beitrag von amori »

migoe - Zitat: Sa 1. Okt 2022, 14:43
Ja, nach dem nochmaligen Lesen dieses Beitrags wurde mir ebenfalls bewusst, dass Schachtelsätze auch zu den absoluten NoGos zählen, wenn es um Lesbarkeit und Zugänglichkeit von Texten geht, und zum Glück gibt es dagegen auch schon Apps bzw. Addons z.B. für Word usw. Warum gibt es dagegen eigentlich noch keine Position beim Deutschen Bundestag?
Nur mal kurz angemerkt, Mann Koerber :zunge: ,

damit würden Sie vermutlich scheitern.
Thomas Mann erhielt für seine 'Buddenbrooks' mit den berühmten Schachtelsätzen immerhin den Nobelpreis für Literatur.

Ich freue mich schon auf den ersten konsequent gegenderten Roman. Dann können wir gerne mal die Lesbarkeiten vergleichen.

Es grüßt wie immer freundlich
Frau Moritz :pfeifen:
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#17

Beitrag von fille »

Lieber Liederfreunde,
amori - Zitat: Sa 1. Okt 2022, 17:21
Ich freue mich schon auf den ersten konsequent gegenderten Roman.
Na hoffentlich mit Hinweisen auf Risiken und Nebenwirkungen...

:-)

Liebe Grüße, Marianne
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#18

Beitrag von Barde »

Tja, die Sache mit den Schachtelsätzen, ... hm, das liegt vielleicht auch daran, dass ich mich aktuell mit dem "Zauberberg" von Thomas Mann beschäftige (80 % habe ich schon durch). Trotzdem ein wirklich tolles Buch und ich bereue es, dies nicht früher schon gelesen zu haben. Hat nicht Reich-Ranicki immer gesagt, es wäre sein absolutes Lieblingswerk? Und was würde passieren, wenn in den Schachtelsätzen noch gegendert werden würde? :lesen:

Mir bleibt jetzt das große Dilemma, in welchen Thread diese, meine Meinungsäußerung eigentlich gehört? "Genderei" oder "Was lese ich zur Zeit"? :pfeifen:

Ok, das war jetzt schon wieder etwas provokativ. Irgendwie reizt das Thema schon zum Spötteln ... ;-) :flüchten:
Dieser Beitrag enthält 115 Wörter


Gendern gegen Diskriminierung ist so sinnvoll, wie die Verwendung des Wortes "Peace" an jedem Satzende, um Kriege zu beenden.

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#19

Beitrag von Helmut »

Ich bin bestrebt, in meiner Restlaufzeit richtiges Gendern zu lernen. Drum hab ich ein paar Fragen:

Wie wird richtig gegendert, wenn bei der weiblichen Form ein Umlaut entsteht? Koch*in oder Köch* in oder Ko/öch*in. Und welcher Artikel wird richtigerweise verwendet? "der Köch*in" oder "die Koch*in" oder "der/ie Ko/öch*in"

Hier mein erster Erfolg bei einem Urlaubs-dialog:
Nachbar: Wieviel Einwohner hat Rosenheim?
Ich: circa 30000
Gitta: Ha? Sind es nicht 60000?
Ich: Die andern 30000 sind Einwohnerinnen.

Drum brauchen wir auch ein Einwohner*innenmeldeamt, das ein Wähler*innenverzeichnis erstellt. Und das Ganze überwacht der/die Bürger*innenmeister*in.

Noch eine Frage: Wie wird konsequenterweise "die Person" gegendert? Wäre "die/er Person*er" richtig?

@ Migoe:
Im Geo 10/2021 gibt es einen Bericht über die Literatencafes in Wien seit 1850. Alle Gäste (ausschließlich Männer) in den Lokalitäten Schachspieler, Dichter, Poeten oder Zeitungsleser werden, wie es sich gehört, gegendert. Am Ende des Berichtes gibt es ein Bild der einzigen Frau im Raum: die Kassiererin (nicht gegendert)
Dieser Beitrag enthält 181 Wörter


"Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen." Richard Dawkins

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#20

Beitrag von migoe »

Die YouTuberin Alicia Jones hat sich dem Thema Gendern auch einmal in einem sehenswerten Video angenähert und viele ihrer Punkte teile ich und genau wie sie verstehe ich die Intension und die gute Absicht, wenn Menschen versuchen, es besser zu machen als bisher. DIE optimale Lösung gibt es nicht und wird es vielleicht auch nicht geben.
Alicia Jones: Warum Gendersprache scheitern wird
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Nachtrag: Alicia Jones Video ging damals auf YouTube viral und das gab den Anstoß, sie zu einer Sendung des Funk Kanals deep und deutlich einzuladen, in der sie sich bzw. ihre Position "verteidigen" sollte, was ich als Titel des Videos für absurd und tendenziell empfinde, aber naja... :wand:
Alicia Joe verteidigt ihr virales Gender-Video bei deep und deutlich
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Für mich persönlich war's das auch zu diesem Thema, denn so wichtig und spannend finde ich dass gar nicht, wie es hier von einigen vielleicht angenommen wird.
Dieser Beitrag enthält 203 Wörter
Hallo migoe für diesen Beitrag bedankt sich:
Helmut (Mo 10. Okt 2022, 07:39)
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