Hallo Viktor,
puuuuh, Wahnsinn, das alles auseinanerzuklamüsern und so akribisch aufzubereiten, aber definitiv sehr interessant !
Mit Reinhards Alben der letzten 20 Jahre bin ich nicht mehr so sehr vertraut wie mit den Texten älterer Lieder, und als ich neulich noch mal "Gegen den Wind" hörte, kam es mir anfangs komplett unbekannt vor.
Wie auch immer: um auch einen Beitrag dem Thema zufügen zu können, fiel mir spontan eine sich wiederholende Passage/Phrase ein, die aber nicht zu "Das Haus an der Ampel" gehört:
Lieder "
Sven" und "
Kurti":
Als ich das Lied "Sven" hörte, erinnerte ich mich bei dem Text "...und über sein Gesicht ging die Grimasse, die man macht, eh man in Tränen ausbricht." sofort an das Lied "Kurti" mit "Als ich das sag, merk ich, verzieht sich mein Gesicht zu der Grimasse, die man macht, eh man in Tränen ausbricht".
Mein Gedächtnis liefert mir beim Schreiben noch eine weitere sich wiederholende Passage:
Lied:
Vielleicht werd' ich doch langsam alt:
"Jetzt hat sich das Vorurteil als richtig entpuppt, das ist kein Vorurteil: Die sind wirklich korrupt!"
Ähnlich kommt es später noch einmal vor:
Lied:
Heimatlos
"Und wieder hat das alte Vorurteil sich als richtig entpuppt:
Das ist nämlich gar kein Vorurteil: Macht macht sie wirklich korrupt."
Diese beiden Passagen waren nun längere solche. Bei jenen, die nur aus zwei bis drei Wörten bestehen wie u.a. bei Deinem Beispiel "junger Wilder", kann manches Zufall sein, daß es sich wiederholt, weil es sich inzwischen um gebräuchliche Redewendungen bzw. Phrasen handelt. Das muß jetzt nicht "ein typischer Reinhard" sein.
Diverse Wortspiele und Ausdrücke mag er kreiert und geprägt haben, aber ich habe mich da bisher nie wirklich gefragt, ob es manchmal Zitate waren, die er selbst aufgeschnappt hat, oder er sie wirklich selber erschaffen hat. Ich bewundere an Reinhards Texten, wie vermutlich jeder andere, der seine Lieder mag, die längeren Passagen, wo er mit genau passenden Worten beschreibt, was er sieht, und nehme als Beispiel mal wieder eine meiner Lieblingsstellen:
"In Spinnweben über den verwitterten Fenstersprossen zittern glitzernde Tautropfen im späten Sonnenlicht."
Solche Beschreibungen prägen für mich ein Lied und würden in einem anderen Lied anders wirken, aber mich doch immer an "Ich liebe das Ende der Saison" erinnern. Und genau so geht es mir mit dem oben beschriebenen als richtig entpupptem Vorurteil: dabei muß ich immer an das Lied denken, wo die Passage zuerst erschien. Vielleicht ist das manchmal so gewollt.
Manchmal ist es ganz witzig, wenn er in Texten neuerer Lieder alte Liedtitel oder -texte einbaut, wie z.B. bei "Herr Fellmann, Bonsai und ich" mit dem Text "Denn da suchen sie mich sicher schon seit Viertel vor sieben".
So könnte man in seinem Werk sicherlich noch zig Parallelen finden, aber ich muß sie zum Glück nicht alle entdecken, um mich an dem jeweiligen Text zu erfreuen

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Danke jedefalls für Deine Auflistung und daß Du uns daran teilhaben läßt !
Hast Du vor, Dir auch andere Alben noch vorzunehmen ? Ich würde mich darauf beschränken, mich nur bei Passagen zu melden, die sich mir wirklich eingeprägt haben und die ich dann wiederentdecke.
Viele Grüße von
Georg