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*DER SINN DER POLITIK IST FREIHEIT
Das Leben ist immer ein Leben mit anderen. Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein „staatsentwickelndes Tier“, wie Aristoteles formulierte. Er bedarf zu seiner Vervollkommnung der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Die Frage ist nicht, wie uns heute im Zeitalter des begrenzungslosen Individualismus (und Egoismus) eingehämmert wird: Wie soll ich leben? Sondern: Wie sollen wir leben? - und darüber kann in diesem Forum diskutiert werden!

*Quelle: Webseite Akademischer Verein Kyffhäuser e.V.  | Foto © by Pixabay.com 
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Nordlicht
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Beitrag von Nordlicht »

Liebe Marianne !
Mit den "Comedian Harmonists" stehe ich, rein symbolisch betrachtet, auf Du und Du. Und deswegen war ich erstaunt, als ich las:
Und wenn ein Bösewicht
mal in mein Haus einbricht.
Dann hol ich meinen Kaktus
und der sticht sticht sticht...

Denn, soweit mir erinnerlich war - und wie es sich beim Nachhören bestätigt hat -, heißt es in der allgemein bekannten "Kaktus"- Version:
...und wenn ein Bösewicht,
was Ungezog´nes spricht,
dann hol´ ich meinen Kaktus
und der sticht, sticht, sticht...
Nun gibt es auch von den Aufnahmen der "CH" zweifelsohne verschiedene Versionen, aber die mit dem Einbrecher ist mir gänzlich unbekannt. War das ein Irrtum, oder hast Du eine solche Version ? Wenn ja, wäre ich Dir dankbar, wenn Du ein paar nähere Einzelheiten parat hättest.
Da ich ggw. im Büro sitze, habe ich keine Details zum "Kaktus" zur Hand, aber ich hole das ggf. gerne noch nach.
Liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der gern zugibt, daß das ein klein bißchen vom eigentlichen Thema abweicht...)
Dieser Beitrag enthält 177 Wörter
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und ich träume ihn nicht mehr still:
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fille
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Beitrag von fille »

Hallo Andreas,
ich habe ein bisserl gegoogelt und du hast recht.
Aber ich bin mir sehr sicher, dass ich es in dieser Version schon gehört habe. Nicht von den CH, sondern irgendwo von irgendjemand live vorgetragen.
Da hat wohl jemand den Text geändert....
Na gut, jetzt bin ich auch schlauer! :-)
Viele Grüße
Marianne
Dieser Beitrag enthält 56 Wörter
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Petra
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Beitrag von Petra »

Hallo Marianne,
Aber ich bin mir sehr sicher, dass ich es in dieser Version schon gehört habe.

falls es Dich beruhigt: Diese Text-Version ist mir auch bekannt. Aber wann, wo und von wem ich die mal gehört habe, kann ich beim besten Willen nicht sagen.
Viele Grüße von Petra
Dieser Beitrag enthält 53 Wörter
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Schneewittchen
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Beitrag von Schneewittchen »

fille schrieb:
Ich hätte Lust, hier eine Umfrage zu machen!
Welches englische Wort nervt mich am meisten in der deutschen Alltagssprache?
Ich mache den Anfang: event :-)
Viele Grüße aus dem heißen Oberbayern
Marianne

Ma chère fille,
nachdem "event" als Dein Lieblings-Unwort von Dir schon besetzt wurde, füge ich, (bei mir auf ex- aequo-Position mit "event" rangierend), das "highlight" Deiner Liste hinzu.
Begründung:
1. Die Schreibweise entspricht in keinster Weise deutschen Ausspracheregeln.Jemand, der nicht Englisch kann (und von dieser Sorte von "Ungebildeten" soll es ja noch eine Menge geben), liest das Wort als /hicklickt/.Wenn unsere Kleinen also das Schreiben lernen, müssen sie nicht nur lernen, wie man Haus,Maus und Hai schreibt, sondern auch, daß der Lautung /hai/ auch die Schreibung HIGH entsprechen kann.Ist das nicht PRIMA?
2. Selbst für einen Muttersprachler des Englischen ist die Schreibweise äußerst kauzig und nur historisch zu erklären (das Englische kannte nie eine Orthographie-Reform).
3.Von unseren sprachlichen Trendsettern in dieser Konsequenz anscheinend unbemerkt bzw. als vernachlässigbar bewußt übersehen wirkt das bei ihnen so beliebte Wort dem Ziel der von ihnen an anderer Stelle stets vehement verteidigten neuen deutschen Rechtschreibung entgegen, die ja angeblich die zu schwierige alte Rechtschreibung VEREINFACHEN soll. Ist das nicht PRIMA?
Fazit:
Die Einführung unverständlicher englischer/denglischer Wörter in zugleich unsinniger englischer UND deutscher Rechtschreibung wird mit Inbrunst von unseren kuhlen (coolen) Sprachentwicklern und Globalisierungsbefürwortern gefördert, da wir Deutsche uns lieber von unseren eigenen sinnvollen kulturellen Überlieferungen trennen (sollen) - wie z.B.unserer Muttersprache und auch der Sinn stiftenden alten Rechtschreibung, - um uns unsinnige und UNNÖTIGE fremdsprachliche Versatzstücke anzutun.

Anscheinend braucht der Deutsche halt immer eine Herausforderung nach dem Motto: WARUM EINFACH, WENN ES AUCH KOMPLIZIERT GEHT? Das kommt unserem faustischen Streben nach Bewältigung entgegen – auch dem der Vergangenheitsbewältigung. Denn wenn wir uns von unserer Sprache und Kultur trennen, stellen wir doch unter Beweis, daß wir keine Chauvinisten sind!Oder?
Schneewitt
P.S. Beim Konfetts-Kapp gebrauchte der Sportreporter des ZDF penetrant auch eine Zusammensetzung mit "highlight": Sprachschöpferisch kündigte er nach Ende des von ihm kommentierten Spiels jeweils an: "Jetzt kommt der Highlightfilm." PRIMA! Oder muß ich sagen PREMIUM (gesprochen Priehmjemm)? Demnächst gibt’s auch noch den Topphighlightsfilm.Und den Supertopphighlightsfilm.Und da lobt man das Englische immer, weil es so kurz und prägnant sei...
Dieser Beitrag enthält 405 Wörter

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Nordlicht
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Beitrag von Nordlicht »

Hallo, Ihr !
Nachdem nun die textlichen Probleme geklärt zu sein scheinen, will ich mich, um wieder zum Thema zu kommen, zur Umfrage äußern.
Mein zur Zeit "liebstes" Unwort stammt aus dem Medienbereich und soll vermutlich Frische, Dynamik und Jugendlichkeit vermitteln, sobald eine Übersicht der Tages- Nachrichten als "News- Flash" angepriesen wird.
Aber der "Aufreger" sind natürlich noch mehr: Ich melde mich nicht bei meinem PC- Zugang an, sondern ich "logge" mich in meinem "account" mit der "user- ID" an, um dann ggf. im Bereich "service and network operation" anzurufen und von dort "support" vom zuständigen "SNO- Manager" zu erhalten...
Andererseits sind diese Begriffe schon so fest verankert - gerade im technischen Bereich -, daß ich bestimmt Schwierigkeiten hätte, dies alles rasch auf deutsch wiederzugeben...
@ Schneewitt:
"...Die Schreibweise entspricht in keinster Weise deutschen Ausspracheregeln.Jemand, der nicht Englisch kann (und von dieser Sorte von "Ungebildeten" soll es ja noch eine Menge geben), liest das Wort als /hicklickt/.Wenn unsere Kleinen also das Schreiben lernen, müssen sie nicht nur lernen, wie man Haus,Maus und Hai schreibt, sondern auch, daß der Lautung /hai/ auch die Schreibung HIGH entsprechen kann.Ist das nicht PRIMA?..."

Das ist sicherlich ein Problem, das gebe ich zu. Und dieses Problem haben sicherlich nicht nur die lieben Kleinen, die auf die Dauer damit vermutlich sogar besser klarkommen werden als wir. Nur: Dies Problem hat ein jeder, der Englisch lernt bzw. mal gelernt hat, denn gerade die weitverbreitete, als gar so einfach zu erlernend geltende Sprache der Angelsachsen stellt einem immer wieder derartige Fallen. Gleichzeitig wird dadurch aber auch die Schriftform verkürzt: "4U" geht halt schneller als "for you" und spart - gerade im Zeitalter der SMS - auch noch Zeichen...
;-)
Aniway, that´s it ! Thanx und liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der, by the way, die deutsche Sprache wirklich "verehrt", aber im Alltag sehr gut auch mit den Anglizismen klarkommt...)
Dieser Beitrag enthält 316 Wörter
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Schneewittchen
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Beitrag von Schneewittchen »

Und dieses Problem haben sicherlich nicht nur die lieben Kleinen, die auf die Dauer damit vermutlich sogar besser klarkommen werden als wir. Nur: Dies Problem hat ein jeder, der Englisch lernt bzw. mal gelernt hat, denn gerade die weitverbreitete, als gar so einfach zu erlernend geltende Sprache der Angelsachsen stellt einem immer wieder derartige Fallen

Liebes Nordlicht,
erleuchte mich: denn das oben Gesagte leuchtet mir nicht ein.
1. Gibt es Gründe, die Dich zu Deiner Aussage veranlassen, die lieben Kleinen, die schon die herkömmliche ("alte") deutsche Rechtsschreibung angeblich nicht meistern konnten, würden eine noch unsinnigere Rechtschreibung (die des Englischen), vermischt mit der "neuen" (unsinnigen)deutschen Rechtschreibung, in Zukunft besser meistern (i.e."damit klarkommen")?
2. Daß jeder, der Englisch lernt, dieses Problem hat (nämlich das der unsinnigen Rechtschreibung im Englischen), kannst Du doch wohl nicht als Gegenargument meinen - denn wir reden ja über das Deutsche, nicht das Englische. Und die Rechtschreibung im Deutschen verkompliziert sich durch den Massenimport unnötiger englischer oder pseudoenglischer Wörter doch unbestritten ganz enorm!
Wenn Du gemeint haben solltest, daß jeder ja Englisch könne oder es zu lernen habe und daß die Mühe, englische Rechtschreibung zu lernen, ja sowieso erbracht werden müsse, - da muß ich Dir leider wieder Kontra geben - denn es kann doch nicht mit Fug und Recht vorausgesetzt werden, daß jeder Englisch kann/können soll. (Und vor allem schon im frühen Schulalter). Das würde ich als glatten Kulturimperialismus ansehen, dem ich mich ungern beugen möchte. Es gibt noch unzählige andere schöne UND nützliche Sprachen auf der Welt außer Englisch.
In Deinem Beitrag sagst Du auch, "Hilfe-Tisch" für "help desk" sei eine ungeeignete Übersetzung. Da stimme ich Dir zu. Aber das ist ja das Problem, das wir haben. Wir stürzen uns sofort ins Englische, ohne auszuloten, was wir idiomatisch im Deutschen sagen könnten, wenn wir nicht so gedankenlos SOFORT alles aus dem Englischen übernehmen würden."Help desk" hilft mir aber leider auch nicht weiter; zwar stört mich das Wort nicht, da englische Wörter für mich völlig neutral sind. Dafür, ob ein Wort im Englischen für einen bestimmten Zweck passend oder nicht passend ist, habe ich keine intuitive "Antenne" wie ich sie für deutsche Wörter habe. Ich weiß, was das Wort "help" und was das Wort "desk" bedeutet, aber "help desk" sagt mir nicht, was für eine Arbeit Du dort verrichtest, welche Art der Hilfe/Unterstützung etc. an Deinem "help desk" angeboten wird.In anderen Worten, das Wort erklärt sich nicht aus sich selbst heraus wie es ein deutsches Wort wahrscheinlich täte. Ich wette, man kann je nach Sachlage ein sehr gutes deutsches Wort für DEINEN "help desk" finden, ohne auf eine etwas ungelenke wörtliche Rückübersetzung aus dem Englischen ins Deutsche zurückgreifen zu müssen.(Soviel ich mich erinnere, hat Agrippina weiter oben das schöne Beispiel der vielen genauen deutschen Entsprechungen für das Allerweltswort "ticket" gebracht. Wollen wir eigentlich auf die Differenzierungsmöglichkeiten, die das Deutsche uns bietet, verzichten und unsere Mitteilungen nur noch in approximativen Allzweckwörtern machen?Und mit der Wortarmut die Gedankenarmut fördern?
Und ein letztes: Was für schöne Zeiten waren das doch, als wir uns noch getrauten, das Wort "Schallplatte" im Deutschen neu zu prägen. Würde die Schallplatte heute erfunden, ich wette, sie hieße "record" oder "vinyl" (letzteres natürlich falsch ausgesprochen von unseren vielen Englischkönnern), und jeder würde argumentieren, das ließe sich halt leider nicht übersetzen.Oder: das käme aus Amerika und mit der Sache komme halt die Bezeichnung für die Sache.Das behauptet man ja vielfach sogar für Sachen, die in Deutschland erfunden wurden und nun mit englischem Namen als angeblich amerikanische Erfindung zu uns zurückkommen (z.B. der /die/das "Air Bag")
Nix für ungut!
Schneewitt
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Nordlicht
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Beitrag von Nordlicht »

Hey, Schneewitt !
Na gut, dann werde ich mal versuchen, Dich zu erleuchten:
Viele, viele pädagogische Studien haben zweifelsfrei belegt, daß eine Fremdsprache desto besser und nachhaltiger gelernt wird, je früher man damit anfängt. Wenn heute bereits in der Grundschule ein Einstieg in die englische Sprache gesucht und teilweise schon geboten wird, ist dies m.E. nach nur von Vorteil, weil die "Kurzen", die da büffeln, uns - die wir vor Äonen zur Schule gingen und uns mit Vokabeln und Grammatik oftmals schwer taten - sicherlich bessere Vorraussetzungen diesbezüglich haben. (Wobei wir uns doch wohl einig darüber sein dürften, daß es für jedes Individuum nur von Vorteil sein kann, mehr als "nur" Deutsch - oder besser: die Muttersprache - zu sprechen.) Da die Kiddys dank "Spiel- Junge" und "X- Schachtel", dank "Persönlichem Rechengerät" und "Kurz- Mitteilungs- Dienst", dank "MTV" und "Viva" aber auch schon außerhalb der Schule mit vielfältigen, "nichtdeutschen" Sprachelementen zu tun haben, erwächst ihnen daraus ein weiterer Vorteil die Sprache zu erlernen, die weltweit als die wohl am häufigsten gesprochene bezeichnet werden muß. (Ich weiß, statistisch gesehen sprechen mehr Menschen "chinesisch", aber ich glaube Statistiken auch nur soweit, wie ich sie selber gefälscht habe...) Ich stimme Dir ja zu, daß es viiiieeeel mehr Sprachen gibt als nur Englisch, aber mit Usbekisch wirst Du in Anbetracht einer zunehmenden Globalisierung bestimmt nicht weit kommen, und auch Sanskrit sprechende Menschen kenne ich eher wenige.
Soweit klar ? Gut. Über die Absurdität der "neuen" Rechtschreibung brauchen wir uns nicht zu unterhalten, da haben wir die gleichen Ansichten. Bleibt zu hoffen, daß der Unfug dieser "Reform" bald revidiert wird. Ich für mein Teil habe dieses "Neuschreib" (frei nach Orwell...) nie übernommen und die Regeln dafür schlicht ignoriert, ich kann das also garnicht.
Ich bin ja grundsätzlich Deiner - und auch Tinas - Meinung, daß viel zu oft viel zu gedankenleer irgend etwas nachgebrabbelt wird. Und auch für mich wird ein "Ticket" im Normalfall immer eine Eintrittskarte oder ein Fahrschein bleiben. Nur glaube ich einfach nicht, daß man die deutsche Sprache auf die Dauer mit solchen Entgleisungen "zerstören" oder sonstwie schädigen wird. Denn immerhin gibt es ja auch anderen Einfluß, der zwar schon weiter zurückliegt, aber immerhin. Denk nur an Lehnwörter aus dem Lateinischen oder aus dem Griechischen, aus dem Französischen, aus welcher Sprache auch immer. Und wenn ich in der Kneipe statt "Prost" (auch kein deutscher Ursprung, übrigens, kommt ,soweit ich weiß, aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "...es möge nützen...") lieber sage "...multi causi sunt bibendi --- nunc est bibendum...", dann sind viele Leute verblüfft und amüsiert. Ich hatte den Billard- Tisch erwähnt - ist der "Stoß- Tisch" wirklich eine annehmbare Alternative ? Soll der "Pullover" (schönstes Englisch, "pull over" = "zieh über") tatsächlich zum "Schwubber" (von den Nazis angedacht) rück- mutieren ? Wo, bitteschön, ist da die Grenze vom Sinnvollen in Richtung Absurdistan ?
Ich sehe es nicht gar so eng und bin der Überzeugung, daß über kurz oder lang sich alles wieder ein wenig relativieren wird. Wir leben heutzutage halt nicht mehr in den Grenzen von 1937, wir sind weltoffener, wir haben unvergleichlich viel mehr Möglichkeiten, uns über Ereignisse innerhalb von Minuten zu informieren, die noch vor 100 Jahren Wochen bis zu uns gebraucht haben. Daß man sich da auf die Möglichkeit verständigen muß, eine möglichst weitverbreitete Sprache zu benutzen - in diesem Falle ist das eben Englisch -, scheint mir nur konsequent.
Ich verstehe - ganz ehrlich gesagt - Deine Einschätzung, die englische Sprache habe eine "unsinnige Rechtschreibung", nicht wirklich. Unbestritten ist, daß sie gerade in grammatikalischer Hinsicht wesentlich einfacher (ich behaupte sogar: logischer) ist als unsere Muttersprache mit ihren Fällen, Deklinationen und unregelmäßigen Verben sowie der Vielzahl von Regeln und deren Ausnahmen. Gerade, weil es ja eine eher "schlichte" Sprache ist, wird sie ja so häufig genutzt. (Gut, daß Shakespeare schon tot ist, er würde sicher zornig, würde er dies lesen...) Und auch deshalb ist sie wohl weltweit der "kleinste gemeinsame Nenner".
Um es nochmal zu verdeutlichen: Ich will hier keine Lanze für die englische Sprache brechen. Ich spreche Deutsch, und ich tue es gern (und oft...). Aber ich habe keine Probleme, etwas, das ich auf Deutsch nur nach längerem Überlegen sagen kann, auch in einer "Umgangssprache" zu tun, die deutlich anglophile Einsprengsel hat. Und ich sehe dabei keine Gefahr, daß ich eines Tages kein geschliffenes Wort in meiner Muttersprache mehr hervorbringe. Und darum vermag ich eine "Gefahr" für diese, meine Sprache nicht zu erkennen. Es ist manches Mal lästig - mehr nicht.
Ich hoffe, Dich damit zunächst einmal genügend erleuchtet zu haben, sende viele Grüße aus Oberösterreich und mache mich dann fertig für den Feierabend - selbst wenn der am frühen Morgen ist, was zwar deutsch, aber irgendwie doch unlogisch ist.
ANDREAS.

(...der, dies nebenbei, weder am noch auf dem "Help Desk" arbeitet, sondern hin und wieder Unterstützung am PC von dieser Einrichtung benötigt...)
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Maren
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Beitrag von Maren »

Hallo Zusammen,
Eine spannende Diskussion!! Aber: Es geht auch umgekehrt.
Ich will hier nun wirklich keine Lanze für die englische Sprache brechen - obwohl: Warum eigentlich nicht?????
Ich spreche gerne deutsch und habe mit Anglizismen auch so meine probs ;-)
Nun gut. Es gibt aber auch viele deutsche Wörter, die im englischsprachigen Raum genutzt werden und keine Übersetzung haben.
Wer in den 80er Jahren Rick Wakeman gehört hat, kennt das gutturale "Glockenspiel", auch der "Kindergarten" ist bekannt.
Was ich allerdings noch nicht wußte: Wenn in Canada jemand niest, reagieren die Menschen mit "Gesundheit".
Als ich in der neunten Klasse war, hatten wir im Englisch-Unterricht einmal als Hausaufgabe auf, alle Wörter aufzuschreiben, die wir benutzen und die aus dem englischen Sprachraum stammen. 20 sollten es werden. Meine Freundin und ich haben uns einen ganzen Nachmittag damit vergnügt über 300 Worte zusammen zu sammeln.
Und das war, laßt mich nicht lügen, 1977.
Ich schätze mal, diese Hausaufgabe heute zu stellen wäre eine Zumutung für die Kids.
Mein persönlicher "Unbegriff": Da muß ich doch mal einen break machen!
Ich verabschiede mich und freue mich auf mehr an dieser Stelle
Maren
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Schneewittchen
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Beitrag von Schneewittchen »


Nordlicht schrieb:
Viele, viele pädagogische Studien haben zweifelsfrei belegt, daß eine Fremdsprache desto besser und nachhaltiger gelernt wird, je früher man damit anfängt.

An Deinem "zweifelsfrei" habe ich meine Zweifel. Es gibt auch Studien, die belegen, daß dem nicht so ist, sondern daß die zu frühe Begegnung mit einer Fremdsprache dazu führen kann (und das ist öfter der Fall, als man wahrhaben will), daß keine der im frühen Kindesalter parallel erlernten Sprachen sicher beherrscht wird.Frühenglisch im Kindergarten oder Grundschulalter ist sicherlich vorwiegend ein Politikum (und nach meiner Meinung kein sinnvolles): nicht nur in den weiterführenden Schulen soll einem Kind der "Vorteil" der Fremdsprachenvermittlung zuteil werden, sondern es sollen - auf Kosten der sicheren Beherrschung der Muttersprache - durch Frühenglisch vermeintliche (wirtschaftliche) Aufstiegschancen gesichert werden. Ich habe ja nichts dagegen, daß man Frühenglisch auf freiwilliger Basis anbietet, aber alle Kinder über einen Kamm zu scheren und es auf Kosten des Deutschen zum verbindlichen Teil eines Lehrplans zu machen, halte ich für verfehlt.
Sicherlich sind für den Erfolg von "Frühenglisch" in Kindergärten und in der Grundschule eine ganze Reihe von Faktoren verantwortlich: Sprachbegabung, Mitwirkung des Elternhauses etc. Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld zahlreiche "multikulturelle" Familien, in denen versucht wurde, alle Kinder von klein auf zweisprachig zu erziehen - mit äußerst wechselndem Erfolg. Im einen oder anderen Fall mißlang das so entsetzlich, daß das Kind psychische Probleme entwickelte, die professionelle Hilfe erforderten. Oft enstehen für ein Kind regelrechte Identitätskrisen.(Resultat: in den von mir beobachteten Fällen wurde die zweisprachige Erziehung aufgegeben).


Ich stimme Dir ja zu, daß es viiiieeeel mehr Sprachen gibt als nur Englisch, aber mit Usbekisch wirst Du in Anbetracht einer zunehmenden Globalisierung bestimmt nicht weit kommen, und auch Sanskrit sprechende Menschen kenne ich eher wenige.

Ich hatte geschrieben, daß es NEBEN Englisch unzählige andere schöne UND nützliche Sprachen gebe, deren Erlernung sich lohne. Ich dachte dabei zum Beispiel an Spanisch, und an - ja!! Chinesisch - und auch Arabisch. Den zweiten Teil meines Arguments hast Du aber (geflissentlich?) überlesen. Natürlich behaupte ich nicht, daß Usbekisch von einem pragmatischen Standpunkt her nützlich ist, auch nicht Sanskrit (obwohl mich persönlich nichts mehr interessieren würde).Aber a bisserl Polemik macht halt Spaß, und a bisserl Polemik sei Dir auch gegönnt!

.
Denk nur an Lehnwörter aus dem Lateinischen oder aus dem Griechischen, aus dem Französischen, aus welcher Sprache auch immer.

Gegen eingedeutschte Lehnwörter aus anderen Sprachen habe ich ja absolut nichts einzuwenden. Wer denkt denn heutzutage noch daran, daß die gute deutsche Soße auf franz. "sauce" zurückzuführen ist? Aber wir Deutschen hängen unser Fähnlein eben immer nach dem Wind und sind derzeit dabei, die bereits eingedeutschten Fremdwörter aus dem Französischen durch uneingedeutschte aus dem Englischen zu ersetzen. (Einstige Unterwerfung unter den Kulturimperialismus des Französischen abgelöst durch die heutige Unterwerfung unter den Kulturimperialismus des Englischen). Ist Dir schon aufgefallen, daß es auf deutschen Speisekarten fast nicht mehr den Begriff "Salatsoße" gibt? Sie wurde aus den Küchen verbannt, damit das englische "dressing" dafür Einzug halten kann. Im Plural dann meist als "dressing's" mit falschem Apostroph geschrieben. Auf Verlangen gebe ich Dir in einem weiteren Beitrag gern ein paar weitere Beispiele, wenn Du es mir nicht glaubst.
Im übrigen behaupte ich, daß zu keiner Zeit Fremdwörter in derart inflationärem Gebrauch die deutsche Volkssprache so durchsetzt - und fast möchte ich sagen - zersetzt haben.

Und wenn ich in der Kneipe statt "Prost" (auch kein deutscher Ursprung, übrigens, kommt ,soweit ich weiß, aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "...es möge nützen...")

Prost kommt aus dem Lateinischen "prosit", ist ein Konjunktiv und heißt: Es möge nützen" oder auf Deutsch: Wohlbekomm's!
Ich hatte den Billard- Tisch erwähnt - ist der "Stoß- Tisch" wirklich eine annehmbare Alternative ?

Nein, genauso wenig wie "Gesichtserker" für "Nase". Es scheint doch unheimlich schwer, auf einem vernünftigen Mittelweg zu bleiben. Aber a bisserl Polemik sei Dir gegönnt!

Ich verstehe - ganz ehrlich gesagt - Deine Einschätzung, die englische Sprache habe eine "unsinnige Rechtschreibung", nicht wirklich. Unbestritten ist, daß sie gerade in grammatikalischer Hinsicht wesentlich einfacher (ich behaupte sogar: logischer) ist als unsere Muttersprache mit ihren Fällen, Deklinationen und unregelmäßigen Verben sowie der Vielzahl von Regeln und deren Ausnahmen.

Rechtschreibung und Grammatik haben nichts miteinander zu tun. Als unsinnig in der englischen Rechtschreibung (und nur historisch zu erklären) kann man z.B. die Vielzahl der lautlichen Entsprechungen für die Schreibung -gh- bezeichnen, als da sind:
high: Schreibung - gh - keine lautliche Entsprechung
enough: Schreibung -gh - lautliche Entsprechung /f/
ghost: Schreibung -gh - lautliche Entsprechung /g/
Ich erspare es mir, mein Hirn nach weiteren Beispielen zu zermartern.
Wenn Du meinst, die Grammatik des Englischen sei einfacher als die des Deutschen oder - in Deinen Worten - Englisch sei die "schlichtere" Sprache, so gebe ich Dir teilweise recht, aber doch nur sehr eingeschränkt. Ich gebe hierzu den Ausspruch eines englischen Schriftstellers zum Besten (ich glaube, es war Bernard Shaw), der über die vermeintliche Einfachheit des Englischen sagte:
"English is the easiest language to speak badly."
Wohlbekomm's!
Schneewitt

P.S. Ohne schulmeisterlich wirken zu wollen: Ist Dir schon aufgefallen, daß sich im Deutschen für Englisch "not really" die falsche wörtliche Übersetzung "nicht wirklich" durchgesetzt hat? Auch Du hast in Deinem Beitrag die Floskel "nicht wirklich" gebraucht statt "eigentlich nicht". Hoffentlich sagst Du jetzt nicht, daß das doch schnurzegal ist, wenn wir eine idiomatische Redewendung im Deutschen nach der anderen aufgeben...
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Diana
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Beitrag von Diana »

Hallo Schneewitt!

Es gibt auch Studien, die belegen, daß dem nicht so ist, sondern daß die zu frühe Begegnung mit einer Fremdsprache dazu führen kann (und das ist öfter der Fall, als man wahrhaben will), daß keine der im frühen Kindesalter parallel erlernten Sprachen sicher beherrscht wird.

Diese Studien würden mich sehr interessieren, ernsthaft. Höre ich nämlich zum ersten Mal. Soweit ich weiss, wird in der Regel zumindest eine Sprache richtig erlernt.

Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld zahlreiche "multikulturelle" Familien, in denen versucht wurde, alle Kinder von klein auf zweisprachig zu erziehen - mit äußerst wechselndem Erfolg. Im einen oder anderen Fall mißlang das so entsetzlich, daß das Kind psychische Probleme entwickelte, die professionelle Hilfe erforderten. Oft enstehen für ein Kind regelrechte Identitätskrisen.(Resultat: in den von mir beobachteten Fällen wurde die zweisprachige Erziehung aufgegeben).

Und darüber würde ich auch gerne mehr erfahren. Denn wenn bei einer zweisprachigen Erziehung etwas schiefläuft, dann haben die Eltern oft etwas falsch gemacht. Es gibt wirklich nichts besseres für die Kinder, als eine - vernünftige - zweisprachige Erziehung!
Ich bedaure es heute sehr, dass mein Vater aus der falschen Angst, ich könnte womöglich nicht richtig Deutsch lernen, irgendwann aufgegeben hat, mit mir und meinem Bruder Spanisch zu sprechen. Meine Eltern hätten uns sehr einfach zweisprachig erziehen können und so wäre wohl mein aktives Spanisch besser, nämlich so gut wie mein passives geworden... :-(
Natürlich lernen die Kinder niemals beide Sprachen gleich gut in solchen Fällen. In der Regel lernen sie die Sprache ihres Umfelds perfekt und die zweite mit kleinen Abstrichen.
Das Thema interessiert mich übrigens nicht nur aus der persönlichen Situation heraus, sondern auch, weil ich mich während meines Linguistikstudiums eine ganze Weile mit dem Erstspracherwerb befasst habe. :-)
Andreas schrieb:
Ich verstehe - ganz ehrlich gesagt - Deine Einschätzung, die englische Sprache habe eine "unsinnige Rechtschreibung", nicht wirklich. Unbestritten ist, daß sie gerade in grammatikalischer Hinsicht wesentlich einfacher (ich behaupte sogar: logischer) ist als unsere Muttersprache mit ihren Fällen, Deklinationen und unregelmäßigen Verben sowie der Vielzahl von Regeln und deren Ausnahmen.

Andreas, dazu kann ich dir bei Interesse mal einen wunderbaren Text zuschicken, in dem du sehen kannst wie idiotisch die englische Rechtschreibung ist. Den Text hat mir eine englische Freundin zugeschickt und es hat auch ein Engländer verfasst. Hier kann man ja leider keine Dateien mehr anfügen. :frage:
Die Grammatik im Englischen ist tatsächlich einfacher. Das liegt daran, dass alle Sprachen zur Vereinfachung neigen und das Englische ist da am weitesten fortgeschritten. Das Englisch von Shakespeare war noch wesentlich komplizierter und reicher als das heutige!
Schneewitt schrieb:
Rechtschreibung und Grammatik haben nichts miteinander zu tun.
Das stimmt nicht. In der Rechtschreibung spiegelt sich natürlich auch ein Teil der Grammatik wieder.
P.S. Ohne schulmeisterlich wirken zu wollen: Ist Dir schon aufgefallen, daß sich im Deutschen für Englisch "not really" die falsche wörtliche Übersetzung "nicht wirklich" durchgesetzt hat?

Da bin ich voll auf deiner Seite! ;-)
Im Ernst, ich finde Grundsatzdiskussionen über die "Zersetzung" unserer kostbaren deutschen Sprache müssig - Sprache lebt und verändert sich und mit einigen Veränderungen werden wir einfach leben müssen. Aber das heisst nicht, dass sich mir bei manchen Dingen nicht auch der Magen umdreht... und diese Wendung gehört dazu!
Noch eins von der Sorte: "es macht Sinn" :-x
Das ist definitiv kein Deutsch... *seufz*
Gruss, Diana
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Beitrag von Nordlicht »

Hallo, Schneewitt !
So schnell kommt man dann vom Hölzchen aufs Stöckchen. Aber mal der Reihe nach:
Frühenglisch im Kindergarten oder Grundschulalter ist sicherlich vorwiegend ein Politikum (und nach meiner Meinung kein sinnvolles): nicht nur in den weiterführenden Schulen soll einem Kind der "Vorteil" der Fremdsprachenvermittlung zuteil werden, sondern es sollen - auf Kosten der sicheren Beherrschung der Muttersprache - durch Frühenglisch vermeintliche (wirtschaftliche) Aufstiegschancen gesichert werden.

Bei dieser Behauptung nimmt es mich schlicht Wunder, daß Du mir einige Absätze später "Polemik" zu unterstellen suchst. Zumal das ja lediglich eine Einschätzung durch Dich ist. Der Beweis für diese These dürfte nicht ganz einfach, wenn überhaupt, zu führen sein. Das Politikum erschließt sich mir hierbei nur insofern, als daß Du ersichtlich ein wenig Probleme mit "wirtschaftlichen Aufstiegschancen" hast. Oder irre ich mich da ? Denn diese Chancen sind ja per se nicht als negativ einschätzbar.
...aber alle Kinder über einen Kamm zu scheren...

Stimmt, das ist ein Problem. Allerdings nicht ein Problem der Spracherziehung bzw. Vermittlung, sondern ein Problem der Schule allgemein. Denn das mußt Du in einem Schulwesen wie dem Unseren in jedem Fach tun. Abhilfe wäre da nur möglich, wenn Du die heutige Klassenfrequenz schon beginnend in der Grundschule mindestens dritteln würdest.
Ich dachte dabei zum Beispiel an Spanisch, und an - ja!! Chinesisch - und auch Arabisch.

Nichs gegen Spanisch, Arabisch oder Chinesisch. Und auch nichts gegen Usbekisch, Sanskrit, Esperanto oder irgendeine andere Sprache auf dieser Welt. Nur ist es mittlerweile eben so, daß Englisch die am weitesten verbreitete und gebräuchliche Fremdsprache ist. Das werden wir, bei allem guten Willen, heute nicht mehr ändern. Und da diese "Grundlagen" da sind - warum nicht weiter darauf aufbauen ? (Nebenbei bemerkt: Wo ist eigentlich hierbei das Interesse der Schüler ? Zu meiner Schulzeit in den 70er Jahren wurde neben Englisch als 2. Fremdsprache Französisch und -- Russisch angeboten. An einer Schule mit fast 500 Schülern hatten an diesem Zweig 2 (!!!) Schüler Interesse. Daraufhin wurde das Angebot dann zurückgezogen, vielleicht auch aufgrund des Sponti- Spruchs "Nur Optimisten lernen Russisch - Pessimisten lernen Chinesisch !"... Nebenbei bemerkt: Soweit ich weiß, gab und gibt es "Chinesisch" als einheitliche Sprache garnicht.)
Wer denkt denn heutzutage noch daran, daß die gute deutsche Soße auf franz. "sauce" zurückzuführen ist?

ICH !!! Das Wort "Soße" ist mir aus ganzem Herzen suspekt, ich empfinde es als genauso widerlich wie manche Sauce.
Prost kommt aus dem Lateinischen "prosit", ist ein Konjunktiv und heißt: Es möge nützen" oder auf Deutsch: Wohlbekomm's!

Lateinisch ? Man lernt nie aus. Aber da geht´s schon los: wenn es heißt, "es möge nützen", dann heißt es eben das. Und nicht "Wohl bekomms". (Übrigens ist auch hier, wie so oft, kein Apostroph nötig !)
Nein, genauso wenig wie "Gesichtserker" für "Nase". Es scheint doch unheimlich schwer, auf einem vernünftigen Mittelweg zu bleiben. Aber a bisserl Polemik sei Dir gegönnt!

Als Ersatz für "Nase" wollte man in den 30er Jahren nicht den "Gesichtserker" etablieren, sondern das "Löschhorn". Wenn man so etwas kritisiert, ist das wirklich Polemik ? Gerade bei einem solch umstittenen Thema wie dem diesen ist hin und wieder ein wenig Ironie angebracht. Also gönne mir lieber die.
Und abschließend "nicht wirklich": Du hättest mit Deiner Kritik Recht, wenn ich irgendwo "not really" geschrieben hätte. Habe ich aber nicht. "Nicht wirklich" ist ein klein wenig aus einer witzig gemeinten Umgangssprache entnommen und hat sich ein wenig festgesetzt. Ob es nun "Sinn macht" oder nicht - ein klein wenig Spaß sei auch bei der Sprache gegönnt.
@ Diana:
Andreas, dazu kann ich dir bei Interesse mal einen wunderbaren Text zuschicken, in dem du sehen kannst wie idiotisch die englische Rechtschreibung ist.

Na klar, nur her damit ! Hört sich interessant an. Meine Mailadresse ist im Profil vermerkt, also "frisch ans Werk"... Ich weiß natürlich schon, daß es auch im Englischen die eine oder andere "idiotische" Rechtschreibregel gibt. Allerdings bin ich nach wie vor der Meinung, daß die deutsche Sprache - bei aller Schönheit und vor allem Wertschätzung - hier quasi den Vogel abschießt. Wäre es anders, würde es ja diese dummerhafte Endlos- Debatte um die sog. "Rechtschreibreform" nicht geben, die ja viele schwer verständliche Regeln durch völlig unverständliche zu ersetzen sucht.
Ergo: Im Prinzip stimme ich dem Ursprungs- Posting ja zu. Nur empfinde ich es als nicht SO schlimm, auch wenn mir beim "Outlet Store" ab und an die Galle übergeht.
Wohlgemute, fröhliche und liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der ernsthafte Argumente genauso schätzt wie hin und wieder einen Schuß Ironie oder Polemik...)
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Schneewittchen
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Beitrag von Schneewittchen »

Liebe Diana, lieber Andreas,
ich hatte gerade auf die Schnelle Dianas Fragen beantwortet, da war mein Beitrag weg, spurlos verschwunden. Ich habe jetzt keine Zeit mehr, mir die für Diana bestimmte Antwort erneut aus den Fingern zu saugen.Diana, vielleicht ein anderes Mal, wenn ich mich in diesem Forum zu einem anderen Mal überhaupt aufschwingen möchte.
Auf den Beitrag von Andreas zu antworten, habe ich auch keine Zeit und erst recht keine Lust, denn ich meine, einen sehr feindseligen Unterton aus der Antwort von Andreas herauszuhören. Ich vermiese mir doch nicht freiwillig die Laune.
Weshalb soll ich denn meine Probleme mit wirtschaftlichen Aufstiegschancen haben, wie Andreas mir unterstellt? Daß jeder möglichst gleiche Chancen haben soll, habe ich ja nicht in Abrede gestellt.
Ich habe lediglich gesagt, daß der frühe Fremdsprachenerwerb eine politische Seite hat, und ob sich Chancengleichheit unbedingt durch Frühenglisch herstellen läßt, darf ich doch - wir haben ja Meinungsfreiheit - bezweifeln, ohne eine auf die Nase /den Gesichtserker/das Löschhorn oder sonstwas gehauen zu bekommen?
Und dann: Prosit heiße "Möge es Dir nützen" und sonst nix, schon gar nicht, wie von mir ins Deutsche übersetzt, " Wohl bekomm's" (Und dazu von mir noch angeblich mit falschem Apostroph geschrieben!) Lieber Andreas, das ist doch ein wenig naiv von Dir, mit Verlaub. Übersetzen heißt nicht, Wort für Wort ( siehe "Hilfe-Tisch") die Vorlage nachzukopieren, sondern eine idiomatische Entsprechung in der anderen Sprache zu finden. Und die nächste idiomatische Entsprechung im Deutschen ist eben "Wohl bekomm's" und "Gesundheit".Vielleicht hat jemand noch andere Vorschläge.
Ich weiß auch nicht, ob Du recht hast mit Deinem Dekret, daß "Wohl bekomm's" OHNE Apostroph geschrieben wird. (Mit diesem Dekret trittst Du allerdings gegen den Duden, Deutsches Universalwörterbuch A-Z an).Ich würde es bis zum zuverlässigen Nachweis durch Dich, daß der Duden und ich Unrecht haben, weiterhin mit Apostroph schreiben, das Apostroph wäre das Auslassungszeichen für: Wohl bekomme es.
In diesem Sinne:
Wohl bekomm's!
Schneewitt
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fille
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Beitrag von fille »

Hallo Leute,
ich wollte nur mal kurz was zum Thema "frühes Lernen von Fremdsprachen" sagen.
Ich kenne viele Kinder und Jugendliche die zweisprachig aufgewachsen sind. Bei den meisten war es ein Erfolg (so weit ich das beurteilen kann). Es soll aber auch vereinzelt Fälle gegeben haben, bei denen die Kinder weder die eine noch die andere Sprache richtig beherrschten. Sinnvoll ist es wohl nur, wenn die Eltern zwei verschiedene Sprachen als Muttersprache sprechen.
Das Englischlernen für Kindergartenkinder Sinn macht ,bezweifle ich. Auch ich habe schon mit Lehrern gesprochen (z. B. englische Deutschlehrerin), die der Meinung waren, es wäre besser, wenn die Kinder nicht zu früh anfingen, da sie etwa mit 8 Jahren viel neugieriger darauf wären.
Das Wort "Soße" ist mir aus ganzem Herzen suspekt, ich empfinde es als genauso widerlich wie manche Sauce

Was willst du dann sagen? Tunke?
Übrigens, bei uns in der U-Bahn hört man auch immer so lustiges Englisch: Please exit the train on the right hand site!
A bientot
Marianne
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Beitrag von Nordlicht »

Moin !
Jetzt bin ich aber ein klein wenig platt. Da schreibt Schneewitt doch tatsächlich:
Auf den Beitrag von Andreas zu antworten, habe ich auch keine Zeit und erst recht keine Lust, denn ich meine, einen sehr feindseligen Unterton aus der Antwort von Andreas herauszuhören. Ich vermiese mir doch nicht freiwillig die Laune.

Wenn Du aus meinen vielleicht ironischen, nichtsdestotrotz jedoch sachlichen Beiträgen vermeintlich einen "feindlichen Unterton" heraushörst, dann sicher nicht, weil es einen solchen gibt, sondern weil Du ihn, aus welchen Gründen auch immer das so sein mag, heraushören willst. OK, wenn dem so ist, dann kann ich Dir auf sachlicher Ebene nicht begegnen. Allerdings - und dies muß erlaubt sein - mache ich mir ernstlich Sorgen um Deine Auffassungsgabe. Sorry.
Und dann: Prosit heiße "Möge es Dir nützen" und sonst nix, schon gar nicht, wie von mir ins Deutsche übersetzt, " Wohl bekomm's"

Habe ich etwas anderes behauptet ? Du übersetzt hier aber etwas aus dem Lateinischen ins Deutsche, um dann den deutschen Begriff wiederum ins Deutsche zu "übersetzen". DAS fiel mir auf, sonst nichts. Dabei gehts dann garnicht um "idiomatische Entsprechungen" (die ohnehin - dies nebenbei - meinen Deutschlehrer in einen frühen Tod treiben würden...), sondern nur noch um, eigentlich unwesentliche, Feinheiten.
Ich weiß auch nicht, ob Du recht hast mit Deinem Dekret, daß "Wohl bekomm's" OHNE Apostroph geschrieben wird. (Mit diesem Dekret trittst Du allerdings gegen den Duden, Deutsches Universalwörterbuch A-Z an).Ich würde es bis zum zuverlässigen Nachweis durch Dich, daß der Duden und ich Unrecht haben, weiterhin mit Apostroph schreiben, das Apostroph wäre das Auslassungszeichen für: Wohl bekomme es.

Darüber könnte man sich streiten, muß man aber nicht. Deswegen laß ich es. Schreib es doch, wie Du meinst, magst und willst. Ich tu es dann auch, und schon ist wieder ein Streitpunkt vom (Hilfe-) Tisch...
Was mir bei Dir auffällt, daß ist eine gewisse "Verbissenheit", so scheint es mir. Vielleicht betrachtest Du alles einmal ganz ohne dieselbe, denn: alles, was Dir, was mir, was uns bei dieser Debatte nicht gefällt, das werden weder Du noch ich ändern, und seien wir noch so sehr darauf bedacht. Fangen wir mit unseren Überzeugungen schlicht bei uns selbst an, ohne missionarischen Eifer, vielleicht auch mit etwas weniger "heiligem Ernst", dann ist zumindest unser kleines Biotop schon einmal in Ordnung. Alles andere wird sich - so oder so - finden, oder ? Eben !
@ Marianne:
Du schreibst:
Das Englischlernen für Kindergartenkinder Sinn macht ,bezweifle ich. Auch ich habe schon mit Lehrern gesprochen (z. B. englische Deutschlehrerin), die der Meinung waren, es wäre besser, wenn die Kinder nicht zu früh anfingen, da sie etwa mit 8 Jahren viel neugieriger darauf wären.

Ich hatte diesbezüglich Anfang des Jahres anläßlich eines Seminars die Gelegenheit, mit einem Pädagogik- und Sprachwissenschaftler über dieses Thema zu diskutieren. Das war zwar im Wesentlichen ein uriger Kauz, aber fachlich schon eine unbestreitbare Größe. Der hat mir erklärt, daß das beste Alter für Kinder, um eine "Fremd"- Sprache zu erlernen, in der Tat die Zeit zwischen dem vierten und dem sechsten Lebensjahr ist, was rein auf organischen Vorraussetzungen beruht. Jenseits des 6. Lebensjahres nämlich beginnt sich der Kiefer zu verändern. Und damit entfällt letztlich die Möglichkeit, eine solche Sprache ganz akzentfrei zu erlernen. Natürlich geht ein Lernen auch später noch, nur wird es dann von Jahr zu Jahr schwieriger, zumal man anschließend immer einen Einschlag seiner Muttersprache - also einen Akzent - haben wird.
Nun soll man nicht Kindergarten- Kinder mit Grammatik und Vokabel- Pauken anöden, da gebe ich Dir Recht. Aber es gibt Beispiele zuhauf, daß Kinder alleine durch Hören und Nachsprechen lernen, sich an die Sprachmelodie gewöhnen und dabei, quasi nebenbei, sich Phrasen und Worte in der "korrekten" Aussprache aneignen. Die Neugier, die mit 8 Jahren an den Tag gelegt wird, ist dann schon die Neugier, sich intensivst mit der "neuen" Sprache zu beschäftigen.
Und Deine These
Es soll aber auch vereinzelt Fälle gegeben haben, bei denen die Kinder weder die eine noch die andere Sprache richtig beherrschten. Sinnvoll ist es wohl nur, wenn die Eltern zwei verschiedene Sprachen als Muttersprache sprechen.

beweist ja letztlich nur das, was Diana in einem der vorhergehenden Postings gesagt hat: Die Probleme mit der Sprache liegen weniger bei den Kindern - die baden nur die Ergebnisse aus - als vielmehr bei den Eltern. Es wäre doch schön, wenn Schule (und meinetwegen im begrenztem Umfange auch Kindergarten) hier ein gewisses Regulativ bilden würden.
Ich sage es aus der Erfahrung der letzten 40 Jahre aus heutiger Sicht: Ich wäre froh, würde ich neben (einem nebenbei miserablen, weil weitgehend ungeübtem) Englisch noch eine zusätzliche Fremdsprache wie z.B. Französisch oder auch Italienisch beherrschen. Heute fehlt mir - neben der Zeit - auch vielfach das Interesse und die Lust, mich nochmal mit Grammatik, Synthax und Vokabeln zu beschäftigen. So bleiben mir dann nur der "Langenscheidt" (und der "Asterix"), um in fremden Zungen zu parlieren. Schade, eigentlich.
Zitat:
Das Wort "Soße" ist mir aus ganzem Herzen suspekt, ich empfinde es als genauso widerlich wie manche Sauce

Was willst du dann sagen? Tunke?

Nein, das ist ja auch nicht besser als "Soße". Ich sage ganz einfach "sauce"...
:-D
So, hoffentlich habe ich nun nicht noch jemandem die Laune vermiest, weil: nichts lag mir je ferner. Viele Grüße aus einer furchtbar schwülen, oberösterreichischen Sommernacht von
ANDREAS.

(...der Schneewitts Einschätzung einer "gewissen Feindseligkeit" nach wie vor nicht nachzuvollziehen in der Lage ist...)
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Diana
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Deutsche Sprache

Beitrag von Diana »

Hallo Schneewitt!
(Hm... sollen wir dich eigentlich wirklich so ansprechen? Ich respektiere natürlich deinen offensichtlichen Wunsch nach einer gewissen Anonymität, komme mir trotzdem seltsam vor, unter Erwachsenen derartige Anreden zu verwenden... )

Auf den Beitrag von Andreas zu antworten, habe ich auch keine Zeit und erst recht keine Lust, denn ich meine, einen sehr feindseligen Unterton aus der Antwort von Andreas herauszuhören. Ich vermiese mir doch nicht freiwillig die Laune.

Also, wenn ich das mal anmerken darf... euer beider Ton hat inzwischen einen leichten Anklang von Aggressivität, da nehmt ihr euch beide in den Beiträgen nicht viel. ;-)
Echte Feindseligkeit sehe ich allerdings bei euch beiden (noch ) nicht, also holt nochmal tief Luft vor dem nächsten Beitrag, damit es dabei bleibt, okay!? :-)

das Apostroph wäre das Auslassungszeichen für: Wohl bekomme es.

Ja, das ist richtig, in dem Fall liegt Andreas tatsächlich falsch. Der Apostroph ist hier definitiv ein Auslassungszeichen. :-D
Schneewitt, ich hoffe, du kriegst deine Antwort an mich nochmal zusammen, tut mir leid, dass sie beim ersten Versuch verloren gegangen ist, das ist wirklich blöd. :-(
Gruss, Diana
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fille
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Deutsche Sprache

Beitrag von fille »

Mahlzeit!
Der hat mir erklärt, daß das beste Alter für Kinder, um eine "Fremd"- Sprache zu erlernen, in der Tat die Zeit zwischen dem vierten und dem sechsten Lebensjahr ist, was rein auf organischen Vorraussetzungen beruht. Jenseits des 6. Lebensjahres nämlich beginnt sich der Kiefer zu verändern. Und damit entfällt letztlich die Möglichkeit, eine solche Sprache ganz akzentfrei zu erlernen.

Also, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein paar englische Liedchen und ein paar einfache englische Wörter sich auf die Kieferbildung auswirken! Mehr ist das doch im Kindergarten eh' nicht. Von eine Sprache erlernen kann man da wohl nicht sprechen. Etwas anderes ist die zweisprachige Erziehung.
Um eine Fremdsprache ausbaufähig zu erlernen, reichen in der Regel 3 Jahre. Unsere Kinder fangen jetzt in der 3. Klasse an. D. heißt sie haben 6 - 10 Jahre Englisch. Wenn das nicht reicht! Wer Englisch braucht, muss sich später sowieso noch einen spezifischen Wortschatz aneignen.
Und ob die Aussprache akzentfrei ist oder nicht - ist das so wichtig? Man kann doch ruhig hören, wo die Leute herkommen. Ich habe damit keine Probleme und finde es eigentlich "charming".
Aber Perfektion ist wohl eine typisch deutsche Eigenschaft und DIE Bremse schlechthin. Nach dem Motto: "Jetzt bin ich schon soooo alt, jetzt brauche ich auch nicht mehr anfangen". Unsinn! Man ist nie zu alt!
Außerdem soll man alles so gut wie nötig machen und nicht wie möglich.
Oje, hoffentlich ist meine Anschauung jetzt nicht zu rebellisch, weil nicht der geläufigen Meinung entsprechend. :roll:
Liebe Grüße aus dem sommerlichen Obb.
von Marianne
(die findet, dass mit den Kindern schon genug herumexperimentiert wird :-x )
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Holtzwurm
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Beitrag von Holtzwurm »

Hallo Marianne,

fille schrieb:
Und ob die Aussprache akzentfrei ist oder nicht - ist das so wichtig? Man kann doch ruhig hören, wo die Leute herkommen. Ich habe damit keine Probleme und finde es eigentlich "charming".
Aber Perfektion ist wohl eine typisch deutsche Eigenschaft und DIE Bremse schlechthin. Nach dem Motto: "Jetzt bin ich schon soooo alt, jetzt brauche ich auch nicht mehr anfangen". Unsinn! Man ist nie zu alt!
Außerdem soll man alles so gut wie nötig machen und nicht wie möglich.

Genau! Das kann ich als Englisch-Dozentin an der VHS nur bestätigen. Dort unterrichte ich mehrere Englisch-Kurse für Anfänger (die natürlich irgendwann keine selbigen mehr sind :-)), und sowohl die Altersklasse als auch die Begründung für das Lernen der Sprache, sind komplett gemischt. Da habe ich Schüler(innen) zwischen 20 und 75 Jahren, die z. T. nur ihr Schulenglisch auffrischen wollen, sich "irgendwie" im Urlaub durchwurschteln können wollen bis hin zu Leuten, die es für den Beruf brauchen.
Natürlich legen wir im Unterricht selbst Wert auf korrekte Aussprache, Grammatik usw. - ABER gleichzeitig ermutige ich die Schüler immer wieder, im Alltag einfach "draufloszuquasseln". Das ist eh die beste Übung. Und so manch einer kommt nach dem Sommerurlaub wieder und ist vollkommen begeistert über Erfolgserlebnisse, so z. B. eine Dame Mitte 60, die nach den ersten ca. 12 - 15 Abenden VHS-Englisch (und das ist nicht besonders viel für Anfänger, die bei Null angefangen haben) im Sommerurlaub in einem deutschen Parkhaus von einem Japaner angesprochen wurde, der nicht wusste, wie er den Parkautomaten bedienen sollte.
Ganz bestimmt wusste sie nicht die richtigen Vokabeln, geschweige denn die korrekte Grammatik, um ihm in perfektem Englisch die Handhabung dieses Dingens zu erklären, und ebenso wird es an ihrer Aussprache "gehapert" haben. Fazit aber war, dass sie mit den "drei Brocken", die sie konnte, losgequasselt hat und der Typ nachher wusste, was er tun musste.
Dass diese Frau nach dem Sommerurlaub völlig begeistert und hochmotiviert wieder in den Unterricht kam, braucht man sicher nicht mehr zu betonen ... ;-)
Liebe Grüße,
Lisa
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Maren
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Beitrag von Maren »

Eben,
da kann ich Lisa und Marianne nur beipflichten.
erstens Marianne: Genau das ist etwas, was mich ungemein nervt. Es wird alles glatt gebügelt. Die Menschen versuchen möglichst schnell ihren Akzent los zu werden. Dabei haben wir doch innerhalb unserer Sprache auch jede Menge, nicht wahr, Marianne ;-) Ich mag es sehr gerne, wenn ich höre, woher die Menschen kommen. Umgekehrt geht es wohl jedem so, daß er meint, völlig akzentfrei zu sprechen. Hihi. Seit ich hier im Ruhrgebiet wohne, werde ich des öfteren geburtstechnisch an die Küste verlagert. Seltsam, seltsam!!
Lisa: Was Du da schreibst, kann ich nur bestätigen. So ein Aha-Erlebnis ist wunderbar. Und ich kann nicht verstehen, daß Menschen sich bekrümeln könnten, wenn sich jemand anders mit ihrer Muttersprache müht. Ich finde es nicht nur in hohem Maße beleidigend sondern ist für mich auch ein Zeichen für mangelnde Kommunikationsbereitschaft.
Sicherlich ist es lustig, wenn falsche Vokabeln verwandt werden. (mein Vater hat mit 58 Jahren angefangen Englisch zu lernen und wollte dann in Canada ein "rape" statt eines "Rope" kaufen ;-) ) Aber ich finde immer, daß ich erst dann lachen darf, wenn ich die Muttersprache meines Gegenüber ebenso gut oder noch besser beherrsche als meine.
ok. Wo geht's wieder zum Thema???
Liebe Grüße
Maren
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Deutsche Sprache

Beitrag von fille »

Liabe Maren!

Die Menschen versuchen möglichst schnell ihren Akzent los zu werden. Dabei haben wir doch innerhalb unserer Sprache auch jede Menge, nicht wahr, Marianne ;-)

I woas scho wosd moanst ;-)
Es geht a no ganz anders! Mit'm Briefwexel vom Jozef Filser (Ögonom und Landtagsabgeordneter, anno 1905) dean si heit sogar de Germanistik-Studentn beschäftign.
Ja, ma ko a auf andere Art sagn, was Sache is. Do a kloana Briafausschnitt. Vui Spass! ;-)

„Liebe Mari
Ich mus Dir schreiben, das ich gud ankomen bin und die fard war sehr schön in der erschden Klaß … Ich wär liber in der dritten Klaß gfarren, weil der Wagner Sepp drin war, aber leider ich mus erschder Klaß farren, weil ich im Barlamend bin … Dan sin mir nach Minchen komen und ich bin zum Bögnerwirth im Thal, wo mir den Bardeischwur leisten müssen. Es sind viele geischtlinge Herren dagewesen, die wo gesagt haben, mir brauchen blos das Maul halden und sie machen es schon. Libe Mari, ich bin froh, das ich keine Rede nicht halden brauch, sondern das Maul … (Die Partei) zerfalt in mehrere theile wo mahn aber fon ausen nichd siecht. der erschte teihl siend die wo schon ier scheffchen in Drokenen hawen und durch iere bolidiek was gewohrden siend zan beispiel landgerichtsbresadentn und Schuhlrekter und dohmkabiduhlar und sonzt groskobfede. der zweithe theil siend die wo noch was wehrden wohlen zan beispiel kohbrater und geischlinge auf schlächte bfahreien. die meischten bei ienen sind bei der bosd und eusenban und freien sich das sie gengen iere forgesäzten den foz aufreisen derfen und die hende in hosensakh stekhen bald sie mid einen minischter räden staht bielethen zun ferkaufn wozu sie gebohren siend. der drithe theil ist das biderne landfolk und ist der schämel auf den die ahndern steihgen damid das sie gröser ausschaugn.” Ludwig Thoma "Jozef Filsers Briefwexel"
Ois klar? Hod se ned vui gändert in de letztn 100 Jahr! :-D
Servus
eier
Marianne :wink:
Aso, zum Dema woid ma wida kumma.... :roll:
Und jetz werd de Diana wieda sogn, dass de Bayern koa Deitsch net kenne, aba mei, des is hoit oide boarische Rechtschreibung. ;-)
Nix für ungut!
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Beitrag von Holtzwurm »

Ach du Schande :-D - das muss man ja echt laut lesen, um es zu verstehen :-o
Klasse! :-) Also, ich mag das Bayerische ... um nicht zu sagen, ich liebe es und würde es sooo gerne sprechen können ...
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