Beitrag
von Gesch
#10
Lieber Bastian, lieber Helmut, liebe Mitlesenden,
Dein Festhalten, Bastian, an den eigenen Wunschvorstellungen, welcher Art die Lieder möglichst sein sollten, die aus der eigenen Feder fließen, und Dein gleichzeitiges Unterstreichen eines politischen Anspruchs lässt mich hoffen, dass unser Genre nach altbewährter Art nicht ausstirbt, auch wenn es ja nicht an Versuchen mangelt - auch von jüngeren und inzwischen erfolgreichen Kollegen - den anachronistischen Vertretern unserer Zunft die Qualifikation, wenn nicht gar die Daseinsberechtigung abzusprechen.
Lass Dich nicht ausbremsen, auch nicht durch Deine eigenen Ansprüche, auch nicht durch Rückschläge und Enttäuschungen, wenn es nicht so klappen will, wie Du es gerne hättest.
Was die Kompositionen/Arrangements/musikalische Verpackung angeht, empfehle ich, einfach wie ein trockener Schwamm Deinen "Lieblingen" zu lauschen, deren Rezept zu verinnerlichen - und dann Dein Ventil zu öffnen.
Hemmungen, sich auf eine Zusammenarbeit mit anderen Musikern einzulassen, kann ich sehr gut nachvollziehen, auch was Weiherer dazu sagte, aber kann ja sein, dass es tatsächlich jemanden gibt, der als guter Instrumentalist in Deiner Nähe nur darauf wartet, seine Fähigkeiten einzubringen, ohne Dir dabei zu nahe zu treten, und der sich auch nicht an dem stört, was Deine Texte aussagen.
Ich bin auch gerade wieder in so einer Phase (kurz vor dem Ruhestand), in der ich, wenn ich meine Lieder spiele oder verfasse, immer deutlicher komplette Arrangements im Kopf habe, wie ich mir im Grunde meine Lieder vorstelle - und dann juckt es mich mehr und mehr, vielleicht nach einem Bassisten oder Multiinstrumentalisten (Gitarre, Mandoline, Keyboard) zu suchen, der keine Karriereträume mehr hegt, dafür aber solide gute Musik machen will, ohne davon leben zu müssen. Aber wenn ich dann wieder an den Aufwand denke: Probezeit, Probenraum, Equipment, die mit größeren Schwierigkeiten verbundene Suche nach Auftrittsmöglichkeiten - für Solisten ist alles viel einfacher... und flexibler ist man auch.
herzlich
Gerd
Dieser Beitrag enthält 314 Wörter
Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.