Aus gegebenen Anlass, ein Lied!

*DER SINN DER POLITIK IST FREIHEIT
Das Leben ist immer ein Leben mit anderen. Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein „staatsentwickelndes Tier“, wie Aristoteles formulierte. Er bedarf zu seiner Vervollkommnung der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Die Frage ist nicht, wie uns heute im Zeitalter des begrenzungslosen Individualismus (und Egoismus) eingehämmert wird: Wie soll ich leben? Sondern: Wie sollen wir leben? - und darüber kann in diesem Forum diskutiert werden!

*Quelle: Webseite Akademischer Verein Kyffhäuser e.V.  | Foto © by Pixabay.com 
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Beitrag von LeoLichten »

mh...also ich bin erst 18, ich mach das erst ein jahr lang, aber kritik will ich dazu trotzdem hoeren!

francois sagt "atomkraft merde, atomkraf schlecht fuer mutter erde" oh eyyyy
und damits alle kapieren, wollte francois demonstrieren oh eyyyy

man sagt es macht aus kindern einen mann
doch francois starb an nem castor de uran
man sagt es macht aus kindern einen mann
doch francois starb an nem castor de uran
er kettete sich an ein gleis und ass den tag lang nur froscheis
da kam auch schon der castor an und francois war ein toter mann
man sagt es macht aus kindern einen mann
doch francais starb an nem castor de uran
uebrig blieben femme et kind, die jetzt ohne pere sind
wuerds keine atomkraft geben, waer der francois noch am leben
man sagt es macht aus kindern einen mann
doch francois starb an nem castor de uran

dieses fraoncais soll 'fronswa' ausgesprochen werden, ich war nur niemals gut in franzoesisch und weiss daher nicht wie man das richtig schreibt ;) das ist nicht lustig - sagen jetzt bestimtm viele - aber...niemand hat den franzosen dazu gezwungen sich ans gleis zu ketten. aber anscheinend war er sehr fest ueberzeugt von seiner meinung. viel gebracht hats ihm nicht. danke im voraus.
leo
ps: ja die melodie ist von "joint venture - hank starb..."
edit: 'die' korrektur.
edit2: 1. strophe
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Gast
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Beitrag von Gast »

Leo,
deinen Humor kann ich leider absolut nicht teilen;
*Zodiak*
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Skywise
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Beitrag von Skywise »

Kann man ja wohl nicht so stehen lassen.
Mal ein Schnellschuß zum Neutralisieren (entstand mal eben innerhalb von drei Stunden):
Auf der Strecke
Im Infozelt ist Hochbetrieb,
ein Mann schreit eine Nachricht ins Gedränge.
Seit einer Stunde steht der Zug,
die Jubelschreie hallen durch die Menge:
„Erfolg für Anti-AKW!
Der Castor wurde zum Stehen gezwungen!“
Die Aktivisten loben sich,
denn wieder mal ist die Aktion gelungen.
„Mit unserer Demonstration“,
so hört man einen Sprecher in der Presse,
„erreichen wir die ganze Welt
und wecken hoffentlich ihr Interesse.
Es geht uns schließlich alle an,
die Strahlung kennt ja nun mal keine Grenzen.
Wir müssen heute etwas tun,
sonst trägt die Welt schon bald die Konsequenzen.“
Der Zug läßt Deutschland hinter sich,
doch auch in Frankreich steh’n die Demonstranten.
Sie warten dort am Wegesrand
und protestier’n in vielen Varianten.
Die einen brüll’n ins Megaphon,
die andern steh’n mit Spruchband und Plaketten,
und einige, die geh’n so weit,
daß sie sich an die Bahngleise anketten.
Sechs Wochen lang hat man geplant,
um alle Einsatzorte festzulegen,
Bisher läuft alles einwandfrei -
der Zug fährt weiter auf bekannten Wegen,
Auf einmal trifft die Nachricht ein,
in Lothringen war es plötzlich geschehen -
ein Mann wurde dort überrollt,
der Zug kam nicht mehr rechtzeitig zum Stehen.
Sie wissen nicht, wer der Mann ist,
sie wissen nur, es ist einer von ihnen.
zwei Beine wurden abgetrennt,
ihr Mitstreiter liegt blutend an den Schienen.
Sofort ist auch die Hilfe da,
die Sanitäter, die um Leben ringen.
und trotzdem schaffen sie es nicht,
ein weiteres Mal den Tod zu bezwingen.
Im Infozelt ist Hochbetrieb,
der Lärm wurde besiegt von einem Schweigen,
das nur der Schmerz erzeugen kann,
und keiner scheut sich hier, Tränen zu zeigen.
Es sollte alles friedlich sein,
‚Gewalt – nein danke‘, hat man sich geschworen,
doch ging durch einen Unglücksfall
das Leben eines Menschen heut‘ verloren.
Der Abend kommt bleischwer und kalt,
der Tag wird heute wie ein Leben enden.
Im Radio kann man es hör’n,
man nutzt die Zeit, die Nachricht auszusenden.
Und morgen ist ein neuer Tag,
ein Tag mit vielen neuen Sensationen,
der Mensch wird dann vergessen sein,
das Radio braucht neue Attraktionen.
Auch morgen kehrt der Mann nicht heim,
er steht nie mehr im Kreise seiner Lieben,
viel mehr als nur zwei Beine ist
in diesem Fall auf der Strecke geblieben.

Musik: Eigenkreation
Gruß
Skywise
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"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
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Holtzwurm
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Beitrag von Holtzwurm »

... hab leider keine Zeit, auch noch einen Text zu komponieren zu dem Thema, aber eine Meinung hab ich dazu auch schon ...
Ich bin traurig, wenn so etwas passiert, wenn ein Mensch zu Tode kommt - egal, warum und wo.
Trotzdem möchte ich schon die Frage von Leo unterstützen. In der Tat hat niemand den Mann gewzungen, sich an die Schienen zu ketten.
Wem will man die Schuld geben? Dem Lokführer, der einfach seinen Job macht und nicht ahnen kann, dass irgendjemand tatsächlich so verrückt ist, sich auf die Schienen nicht nur zu legen, sondern zu ketten? Der arme Mensch hat mit Sicherheit den Schock seines Lebens, denn - Castor hin oder her - als Lokführer einen Menschen zu überfahren, ist mit Abstand das Schlimmste, was einem in dem Beruf passieren kann.
Oder den Castor-Leuten generell die Schuld geben? Wir alle nutzen mehr oder weniger die Atomkraft und genießen ihre Vorteile in vollen Zügen (welch Ironie des Wortes gerade ...) - und wenn sicher auch einiges zu überdenken ist an der ganzen Geschichte, auf das ich hier nicht eingehen will und auch nicht diskutieren will, so ist es doch Tatsache, dass zum momentanen Zeitpunkt diese Dinger eben existieren und irgendwas damit passieren muss. Sprich: sie müssen gelagert werden - irgendwo. Irgendwo ist aber immer irgendwo da, wo es irgendwem nicht passt. Was also tun?
Aus meiner Sicht ist das, was die Demonstranten tun, kurzsichtig gedacht - und wenn sich ein Mensch, der durchaus in der Lage ist zu denken, freiwillig einer solchen (Todes-)Gefahr aussetzt, dann tut mir sein Tod immer noch Leid, aber ich bin nicht gewillt, anderen dafür die Schuld zu geben. Die Entscheidung lag bei ihm alleine.
... ich weiß, jetzt krieg ich Haue von euch - aber das ist meine ganz ehrliche Meinung dazu.
Schöne Grüße,
Holtzwurm
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Mickey
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Beitrag von Mickey »

Ich teile Holtzwurms Meinung. Man kann davon ausgehen, dass ein Erwachsener weiss, was er tut, wenn er sich vor einen Zug legt. Das bedeutet aber nicht, dass ich Leos Schadenfreude (?) teile; rechtes Mitleid mag aber nicht aufkommen. Skywises Lied ist super - ich bin bereits auf die musikalische Umsetzung gespannt. Wo wird es erhältlich sein?...
Liebe Grüsse,
Reto
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hein1078
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Beitrag von hein1078 »

Hallo zusammen,
ich würde Leos Lied nicht unbedingt "schadenfroh" nennen, aber dennoch sträubt sich bei mir so einiges wenn ich es lese. Bei diesem Thema sollte meiner Meinung nach Humor und Ironie doch außen vor bleiben, dafür ist es zu ernst und stimmt mich zu traurig.
Aber auch ich stimme Holzwurm zu. Der Atommüll muss irgendwo hin, folglich muss auch dieser Zug fahren. Das gilt, ganz egal ob man nun ein Atomkraftgegner oder -befürworter ist.
Viele Grüße
hein1078
Dieser Beitrag enthält 85 Wörter
. . . nun, keine Worte und keine Tränen, alles kommt wie´s wohl kommen muss!

Gast
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Beitrag von Gast »

Hallo Leo,
ich denke, über das Verwenden von Ironie in Texten (auch zu ernsten Themen) kann man sich streiten, es kann auch ein Mittel der Überspitzung sein und damit etwas verdeutlichen; ich verwende es eigentlich ganz gern.
Was mich an deinem Text jedoch stört, ist seine Oberflächlichkeit. Ich sehe nicht ganz, was du mit diesem Text verfolgst, er beschränkt sich auf ein paar recht nichtssagende Reime auf Kinderniveau ("wuerds keine atomkraft geben, waer der francois noch am leben") Gefüllt wird das Ganze Lied mit der häufigen Wiederholung des Refrainzweizeilers:

man sagt es macht aus kindern einen mann
doch francois starb an nem castor de uran


Dieser Refrain ergibt meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn. Wer oder was ist denn das "es", das einen Mann aus ihm macht? Das Froscheis, das Lecken, das auf allen Vieren kriechen, das Demonstrieren oder was?
Mir ist im Lied zu wenig Substanz und kein roter Faden, selbst, wenn man es auf der ironischen Ebene verstehen will. Soviel zu deinem Text.
Skywise, deinen Text finde ich sehr gelungen und inhaltlich möchte ich mich weitgehend Holtzwurm anschließen.
Gruß an alle,
Bianca
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Michael
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Beitrag von Michael »

Hallo,
eine heikle Diskussion, finde ich, gerade weil es wohl wirklich nur ein tragisches Unglück war. Der Mann wird wohl gewusst haben, was er tut, auch wenn ich seine Opferbereitschaft in diesem Zusammenhang absolut nicht nachvollziehen kann.
Leo, bei allem Respekt, Deinen Text finde ich Scheiße.
Nix für Ungut
Michael
Dieser Beitrag enthält 53 Wörter
Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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migoe
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Beitrag von migoe »

Hallo Leo,
Dein Mut, einen Text in dieser Forum hier zur Diskussion zu stellen ist erstaunlich und verdient Respekt. Die Meinung der anderen Besucher zu diesem Vorfall geht ja in die ungefähr gleiche Richtung, aber die Reaktionen zeigen, daß man es sich so leicht nicht machen kann. Der Hinweis:
also ich bin erst 18

ist zwar wichtig, erklärt aber nicht die "unbarmherzige Mitleidlosigkeit", in der mir persönlich der Text vorkommt, schließlich war ich auch schon mal 18 Jahre jung und kann es trotzdem nicht nachvollziehen.
Wäre schön - und sicher auch für die anderen hilfreich, wenn Du etwas über die Hintergründe erzählst, die Dich bewogen haben, gerade zu diesem Vorfall einen Text in dieser Form zu verfassen. Scheinbar geht Dir das ganze doch recht nahe, oder ist es vielleicht wirklich "nur" Schadenfreude?
@ Skywise:
Vielen Dank für den Text, der zeigt, daß die von Leo angedeutete Sinnlosigkeit der Demonstrationen und Aktionen eben NICHT besteht und daß es - wenn auch in manchen Fällen sehr spät - sehr wohl Veränderung geben kann durch solche Aktionen.
Persönlich bin ich aber auch der Meinung, daß es sich solchen Aktionen wie dem Anketten an Bahngleisen wahrscheinlich nicht vermeiden läßt, daß auch mal solche "Unfälle" geschehen. Die Umstände werden ja in den nächsten Wochen hoffentlich noch geklärt werden können...
@ Bianca:
Ich schließe mich ohne Wenn und Aber Deiner Argumentation an.
Dieser Beitrag enthält 242 Wörter
Liebe Grüße aus Rothenburg
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...
Alles ist vorstellbar! Leider oder zum Glück? ... Es kommt darauf an was DU daraus machst!

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Beitrag von jinx007 »

Bevor ich zu Leo was sage fänd ich es nett, wenn er Migoes Fragen beantwortet. Ob ich ihn wirklich mißverstehe :frage:
Dieser Beitrag enthält 23 Wörter
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Beitrag von LeoLichten »

guten abend,
ich bin sehr froh daruber, dass es doch leute gibt, die eine reaktion auf meine text(!) und nicht auf die inhalt von diesem abgeben. im chat war das eher umgekehrt. ich habe niemals behauptet, dass das ueberfahren von demonstranten eine sinnvolle waffe sei. der tod des jungen mannes ist eine traurige sache, aber bei weitem noch nicht tragisch. niemand wollte das soetwas passiert, weder lockfuehrer, noch polizei, noch er selbst(ich schon garnicht). es ist einfach passiert. ihn zu einem idol veraufzubeschwoeren, finde ich persoenlich nicht intelligent. ich find sein vorgehen sogar sehr kurzsichtig, wer sich an ein gleis kettet und denkt nicht erfasst zu werden, ist in meinen augen einfach ein wenig naiv (auch wenn dass der erste vorfall war, aber es war abzusehen, dass frueher oder spaeter[gewollt oder nicht] soetwas passieren wuerde).
was mich dazu bewegt hat? es ist einfach ironisch. a la "der chauvinist wird von einer frau erschossen". ausserdem ist es das erste mal das bei einem castor-transport wirklich etwas derartiges passiert ist und ich finde, dies sollte man irgendwie festhalten. nachrichten verfliegen(wie skywise in seinem text ausgedrueckt hat), aber ein lied, dass ich bei jeder gelegenheit spiele, wird nicht so schnell aus den koepfen der zuhoerer gehen. ich moechte nicht, dass dieses ereignis einfach untergeht im medienrummel, da es etwas sehr besonderes ist.
demonstrieren ist toll, aber auch wenns jetzt dumm klingen mag: es gibt leute, die deshalb zu spaet zur arbeit kommen(und verlieren vielleicht ihren job?). andere schaffen es nicht, ihr milch fuer den morgentlichen kaffee zu kaufen. ...und wiederrum andere, sterben einfach, da der krankenwagen wegen der demonstration einen 20minuetigen umweg fahren muss. kann man jetzt abschaetzen wie man will, aber ich finds egoistisch, zumal die menschen, die da auf die strasse gehen, durchaus nicht die mehrheit des volkes bilden und meistens nur von extremen gruppierungen dazu aufgerufen werden.
das man mir jetzt schadenfreunde vorwuerft, find ich nicht so ganz okey.
@bianca
danke erstmal. ja der refrain ist nicht gelungen, das geb ich gerne zu. "es" ist die atomkraft an sich bzw eher das wogegen francios demonstriert hat: die negative strahlung(moegliche mutationen, daher auch "aus kindern einen mann").
hoffe ich konnte etwas aufklaeren.
leo
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Skywise
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Beitrag von Skywise »

Allen, die mich zwischenzeitlich mal per Mail oder ICQ angesprochen haben, sei gesagt, daß "Hank starb an ner Überdosis Hasch" auf dem Joint-Venture-Album "Unanständige Lieder" veröffentlicht wurde. Dieses Album wurde gerade ins Liedermacher-Archiv eingearbeitet ... und natürlich ist auch der Original-Text dort zu finden. ;-)
Gruß
Skywise
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Nordlicht
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Beitrag von Nordlicht »

Hallo, Leo !
Zunächst einmal: Daß ich Deinen Text nicht für gelungen halte, das habe ich Dir schon im Chat gesagt.
Was mich aber wundert ist, daß Du ausdrücklich Kritik erbittest und diese Kritik, wenn sie denn kommt, kritisierst. Allerdings hast Du in einem Recht: Tatsächlich bekritteln viele - auch ich ! - vordergründig den Inhalt Deines Liedes. Das allerdings ist - zugegebenermaßen - etwas unfair. Auf der anderen Seite jedoch ist es legitim, denn beim "Liedermaching" geht es nun einmal vordergründig um die Inhalte. Und da möchte ich Dir meine Sichtweise kurz (*hihi*) darlegen:
Unzweifelhaft ist, daß die Atomkraft eine "gefährliche" Art der Energie- Gewinnung ist, zumal sich - neben den rein physikalischen Gefahren - in den letzten Jahren mehr und mehr herauskristallisiert, daß man keine Ahnung hat, wohin mit dem Teufelszeug der verbrauchten Brennstäbe. Die Atom- Lobby bürdet den folgenden Generationen eine unverantwortliche Last auf, die zigtausende von Jahren brisant bleibt. Das Menschen hierauf aufmerksam machen - auch und gerade mit "medien- wirksamen" Demonstrationen, ist in meinen Augen gut und richtig, und ich mache mir selbst den Vorwurf, bei solchen Demos nicht oft dabeigewesen zu sein. Daß es nun Menschen gibt, die sich den Zügen in den Weg legen oder sich gar auf den Gleisen festketten, um auf den Transport- Wahnsinn hinzuweisen empfinde ich weniger "idiotisch" als vielmehr mutig und der Sache dienlich. Wie anders als spektakulär auf der Straße läßt sich denn gegen die allumfassende "Staatsmacht" vorgehen ? Mit einer "grünen" Stimmabgabe beim nächsten Kreuzchen- Machen ? Diese Einstellung wäre doch zu naiv, oder ? Nun ist es bekannt, daß gerade die Castor- Transporte Tausende auf die Straße - und auf den Schienenstrang - locken. Die Atom- Lobby reagiert darauf mit dem Einsatz von unzähligen Polizisten und (in Deutschland) Grenzschützern, die die Transport- Wege schützen und bewachen. Das ist in Frankreich nicht anders. Und daß bei diesem massiven Einsatz von "staatlicher Gewalt" ein Schienen- Abschnitt so lange unüberwacht ist, daß niemandem ein Angeketteter auffällt, das kann mir keiner - und auch DU nicht - erzählen. Insofern war meine erste Reaktion der Gedanke, daß die Reaktor- Betreiber im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen. Ich weiß, es ist ein zynischer Gedanke - und trotzdem, irgendwie... Zumal Du ja nach eigenen Worten auch ein Zyniker bist. Soviel einmal zum Inhalt Deines "Liedes".
Was den Text betrifft, da spricht Bianca exakt das aus, was mir auf der Zunge lag, aber nicht rauswollte. Das ist so gut beschrieben, daß ich es hier einfach (frech, wie ich manchmal bin...) übernehme und unterschreibe.
Was mich traurig macht, das ist die (für mein Empfinden) gezeigte Menschenverachtung, die unterschwellig dem Text entspringt. Das finde ich schade. Schau, Du glaubst an das, was Du schreibst und singst - der tote Demonstrant war bestimmt überzeugt davon, daß auch er das tun mußte, woran er glaubte. Ihm jetzt zu unterstellen, damit sei er "selbst Schuld" an seinem Schicksal empfinde ich - gelinde gesagt - als geschmacklos. Und letztlich impliziert Dein Verständnis der Sache ja, daß grundsätzlich jeder selbst daran Schuld ist, was ihm widerfährt. Mach das mal den Eltern eines von einem alkoholisierten Raser totgefahrenen Schulkindes klar. Oder den Opfern des Holocaust. Oder auch nur den Leidtragenden einer Naturkatastrophe. Oder den Opfern des Bundesbahn- Unglücks bei Eschede. Denn alle die waren ja auch "Schuld" an ihrem Schicksal - sie hätten sich ja nur woanders aufhalten müssen. Das kann´s doch nicht sein...
Schade finde ich auch, daß Du im Chat all denen, die Dir das klarmachen wollten, mit recht rüden Sprüchen gekommen bist. Sicherlich bin ich mehr als doppelt so alt wie Du - aber mir dafür "mangelndes Verständnis" zu attestieren, das grenzt ein wenig an Überheblichkeit, oder ?
Um zum guten Schluß in Deiner eigenen Diktion zu bleiben: ich finde Deinen Text aus den vorgenannten Gründen "grottig". Ob es Dir nun paßt - oder nicht.
Übrigens: Dein Vergleich mit der "Joint Venture"- Scheibe ist Dir mißlungen: Denn da ist deutlich zu lesen, daß der Text eigentlich das Gegenteil von dem meint, was er aussagt. Das ist Dir leider nicht gelungen. Aber Satire und Ironie sind eben nicht jedem gegeben...
Trotz allem viele Grüße aus Oberösterreich,
ANDREAS.

(...der nach diesem Kraftakt fast schon blutende Finger hat...) :hammer:
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Ja, ich hab' einen Traum von einer Welt
und ich träume ihn nicht mehr still:
Es ist eine grenzenlose Welt,
in der ich leben will!

(''Ich hab' einen Traum''/ Konstantin Wecker)

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Piet
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Beitrag von Piet »

Hallo Nordlicht
Du sprichst mir aus der Seele. Alles was du gesagt hast, kann ich so unterstützen. Deine Einschätzungen, Meinungen und Bezüge auf vorhergehende Beiträge.
Deshalb möchte ich meinen Beitrag als Ergänzung verstanden wissen.
Mir widerstrebt es, einem Menschen eine Schuld zuzuweisen, besonders wenn er mir nicht mehr antworten kann. Es bringt auch so wenig.
Eine Schuldzuweisung führt außerdem immer in eine Sackgasse. Ein gleichberechtigter Dialog in unserer Gesellschaft wäre der größte anzunehmende Ausweg aus der Sackgasse. Nicht nur für Atomtransporte und Atomenergie.
Ich würde nicht im Traum darauf kommen, mich als Demonstrant auf die Gleise zu legen, mich anzuketten und dieser Gefahr auszusetzen.
Andererseits scheint den Wenigsten die Dimension dieses Unfalls klar zu sein. Was wäre denn gewesen, wenn dort nicht eine Person, sondern eine Bombe oder ein anderer Gegenstand gelegen hätte, der den Zug zum Entgleisen gebracht hätte?
Wie ist denn unter dem Eindruck des Geschehenen die Behauptung zu bewerten, die Atomtransporte seien sicher. Jahrelang hören wir diese Argumentation schon. Wenn Atomtransporte für die Demonstranten nicht sicher sind, sind sie doch auch für uns, die übrige Bevölkerung nicht sicher. Diese Erkenntnis wird uns durch diesen tragischen Unfall sehr eindringlich vor Augen geführt. Das was ich vorher schon vermutet hatte, alles kann bei diesen Transporten passieren, ist eingetreten. Allerdings hätte ich einen toten Demonstranten nicht für möglich gehalten.
Warum scheiden sich denn schon dreißig Jahre lang die Geister in unserer Gesellschaft an dieser Energieform?
Warum finden wir keine für die Gesellschaft, für uns alle, tragfähigen Lösungen?
Warum müssen wir jetzt mit diesem Müll irgendwo hin?
Eigentlich habe ich mehr Fragen als Antworten?

Piet
P.S. Ich wünsche dir nachträglich alles Gute zum Geburtstag!!!
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Beitrag von LeoLichten »

daß die Reaktor- Betreiber im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen

dem stimme ich auf keinen fall zu. ich kann mir nicht vorstellen, dass der tod gewollt war. nichteinmal francois hatte damit gerechnet, vom lockfuehrer ganz zu schweigen.
der tote Demonstrant war bestimmt überzeugt davon, daß auch er das tun mußte, woran er glaubte

das was er uns zeigen wollte, ist meiner meinung nach jedem bekannt. man muss nicht alles mit seinem blut unterstreichen, auch wenns vielleicht toll aussehen mag. ausserdem glaube ich nicht, dass er vor hatte, dafuer zu sterben. den transport aufhalten fuer kurze zeit, wollte er bestimmt. aber sterben?
damit sei er "selbst Schuld" an seinem Schicksal

ich habe niemals gesagt, dass naturkatastrophen-opfer schuld an ihrem schicksal sind. aber francois war's. er hat es sich ausgesucht, sich ans gleis zu ketten. er hat's gemacht. "mit feuer spielt man nicht".
Schade finde ich auch, daß Du im Chat all denen, die Dir das klarmachen wollten

ihr habt mir versucht klarzumachen, das man ueber tote menschen keine lieder schreibt, weil das ein boeses tabu-thema ist. ..aber genau das sehe ich einfach mal nicht ein. es ist ein ereignis, das auf jeden fall etwas besonderes ist und nicht einfach so links liegen gelassen werden sollte.
aber mir dafür "mangelndes Verständnis" zu attestieren

eher zu ernstes herangehen (obwohl das ein ernstes thema ist). "Die Dummheit erster Ordnung ist die Dummheit, die vorhandene Zusammenhänge nicht sieht. Die Dummheit zweiter Ordnung ist die Dummheit, die Zusammenhänge sieht, wo keine sind!" - rudi wormser. ihr seid im chat auf zusammenhaenge eingegangen, die im text nicht vorhanden waren. eure interpretationen gingen weiter als ich gedacht habe(denken wollte!) und ich soll jetzt der dumme sein (siehe zitat)? jedes einzelne wort eines lieder zu zerlegen geht beiweitem weiter(tolle formulierung), als es gehen soll.
Warum müssen wir jetzt mit diesem Müll irgendwo hin?

weil wir alle wie zivilierste menschen leben wollen und es nunmal nicht moeglich ist(ohne grosse kosten), uns von alternativen energien am leben zu erhalten.
zum abschluss moechte ich noch kurz sagen, dass ich diese demonstrationen fehlgeleitet finde. "ihr" solltet nicht gegen atomkraft demonstrieren, sondern fuer alternative energien. was haben wir denn davon, wenn wir die AKWs abschalten? erstmal haben wir keinen strom, dafuer leben wir aber risikofreien und gesuender. wollt ihr strom zu einem luxusgut machen? ist das euer ziel? gut, wer in bio-laeden einkaufen kann, kann sich bestimmt auch teuren strom leisten, aber das kann nicht jeder. demonstriert doch das naechste mal fuer mehr sonnenkollektoren und mehr 'neuzeitwindmuehlen'. dann lassen sich die AKWs bestimmt schneller abschalten(weil wir dann einen ersatz dafuer haben und nicht ersatzlos im dunkeln sitzen).
leo
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Petra
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Beitrag von Petra »

Hallo Leo,
ihr habt mir versucht klarzumachen, das man ueber tote menschen keine lieder schreibt, weil das ein boeses tabu-thema ist.

an diesem Abend konnte ich nicht sehr lange im Chat bleiben, aber solange ich da war, hat sich niemand in dieser Richtung geäußert. Mir hat nicht missfallen, dass Du über einen toten Menschen geschrieben hast, sondern die spöttische, verächtliche Art, in der Du es getan hast. Ich war es auch, die gesagt hat, dass der Tod des Demonstranten tragisch ist, diese Meinung kannst Du nicht teilen, aber es stört mich nicht, dass Du darüber singst, sondern -wie gesagt- nur das Wie.
Nachdem Du Deinen Text inzwischen schon zwei Mal verändert hast, lässt sich Manches, was gesagt und geschrieben wurde, nicht mehr so ganz nachvollziehen. In der ersten Version, warst Du noch dafür, das Demonstrationsrecht zu verbieten. ('Man sollte das Demonstrieren verbieten, dann gäbe es weniger tote Nieten' oder so ähnlich - nachlesen kann man es ja nun nicht mehr). Auf den kurzen Kommentar von Zodiak, den jeder hier (unverändert) nachlesen kann, hast Du im Chat geschrieben, dass man solchen senilen Menschen das Recht auf Meinungsäußerung nehmen sollte. Das sind Dinge, die mir missfallen haben. Wir leben in einer Demokratie und können stolz darauf sein, dass wir das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf Demonstrationen haben.
Zuguterletzt frage ich mich, wie ich einen Text kritisieren soll, aber den Inhalt nicht. :frage: Der Text ist die Hülle für den Inhalt, den man sonst nicht transportieren könnte. Mit den Worten
..aber genau das sehe ich einfach mal nicht ein. es ist ein ereignis, das auf jeden fall etwas besonderes ist und nicht einfach so links liegen gelassen werden sollte.

erweckst Du wieder den Eindruck, dass es Dir doch auf den Inhalt ankommt. Ja, was denn nun.....???
Und außerdem muss man mit Kritik rechnen, wenn man Kritik verlangt - und auch damit, dass die Kritiker etwas anderes sagen als man gerne hören würde.
Viele Grüße von Petra
Dieser Beitrag enthält 346 Wörter
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wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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Beitrag von migoe »

Nachdem Du Deinen Text inzwischen schon zwei Mal verändert hast, lässt sich Manches, was gesagt und geschrieben wurde, nicht mehr so ganz nachvollziehen.

Im Forum sollte jeder seine freie Meinung äußern können, auch, wenn sie anderen Besuchern mißfällt. Die rechtlichen und moralischen "Bedingungen", unter denen diese Meinungsäußerungen möglich und gestattet sind lassen sich in den "Richtlinien des Forums" nachlesen.
Jedoch habe ich bisher an diesen zitierten Problemfall nicht gedacht, dies hole ich hiermit aber nach. Wer einen Beitrag ins Forum stellt hat in Zukunft nach der Veröffentlichung noch 1 Stunden Zeit diesen Beitrag zu bearbeiten - danach ist dies ohne Freigabe durch mich nicht mehr möglich. Somit können die von Petra angesprochenen Probleme sicher vermieden werden. Im Falle von Leo's Lied hätte das dann geheißen, daß er seine überarbeitete Version als neuen Beitrag einstellt, sodaß jeder Besucher direkt vergleichen kann.
Dies bitte ich in Zukunft zu beachten.
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Beitrag von Mickey »

Andererseits scheint den Wenigsten die Dimension dieses Unfalls klar zu sein. Was wäre denn gewesen, wenn dort nicht eine Person, sondern eine Bombe oder ein anderer Gegenstand gelegen hätte, der den Zug zum Entgleisen gebracht hätte?

Hat eigentlich schon einmal jemand daran gedacht, dass gerade die nicht unzimperlichen Demonstranten die Gefahr vergrössern? Und hat auch schon einmal jemand an die Polizisten und Grenzschützer und... gedacht?
Liebe Grüsse
von Reto
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Holtzwurm
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Beitrag von Holtzwurm »



Hat eigentlich schon einmal jemand daran gedacht, dass gerade die nicht unzimperlichen Demonstranten die Gefahr vergrössern? Und hat auch schon einmal jemand an die Polizisten und Grenzschützer und... gedacht?

Ja, ich! Und ich freue mich, dass das nun auch hier mal gesagt wird. Auch Polizisten, Grenzschützer, Lokführer und wer da noch so alles zu "Verteidigung" der Castor-Züge auf der Liste steht, sind Menschen - die meisten von ihnen werden sich diesen Job nicht ausgesucht haben, sondern sind schlicht Befehlsausführer - und das wird von den Demonstranten nicht gesehen, sondern für sie sind diese Leute zu oft nur "Bullen", denen man möglichst viel Widerstand zu leisten hat und die man - wenn man schon den Zug dann ja doch nicht aufhalten kann - so gut wie möglich schädigt.
Immer noch möchte ich an dieser Stelle nicht über die Frage der Notwendigkeit von Atomkraft diskutieren - aber über die Menschen, die von diesen Demos betroffen sind. Die auf der einen Seite - Beamte - haben keine Wahl; die auf der anderen Seite wählen selbst, was sie tun.
Und immer noch halte ich diese Art von militantem Protest für die falsche Weise, auf evtl. Missstände hinzuweisen. Ich habe nichts gegen friedliche Demonstrationen, wenn sie einen Sinn erfüllen, aber was hier passiert, ist nicht friedlich und will meistens auch gar nicht friedlich sein, sondern zu oft von zu viel Aggression und eben auch Gewalt auf Seiten der Demonstranten geprägt.
Sich auf die Schienen zu ketten, ist auch eine Art von Gewalt - passiv ein Stück weit, aber es will den anderen zwingen, sich dem eigenen Willen und Denken unterzuordnen - und das ist immer der falsche Weg.
Und immer noch klärt diese ganze Geschichte nicht die Frage, was denn mit dem Zeug passieren soll - und ich bin mir nicht sicher, ob die Demonstranten sich darüber überhaupt Gedanken machen. Sie demonstrieren - aber ich bin überzeugt davon: einen konstruktiven Lösungsvorschlag haben sie auch nicht. Den gibt's nämlich zurzeit nicht. Die beste derzeitige Lösung ist immer noch, dass die Brennstäbe so gut wie möglich gelagert werden. Wenn ein Zug nicht mehr an seinem Ziel ankommt, was passiert wohl dann damit??
Mein Mitgefühl liegt bei den Hinterbliebenen des getöteten Demonstranten und bei dem Lokführer - bei ihm selbst hält sich das tatsächlich in Grenzen ... Sorry.
Viele Grüße,
Holtzwurm
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Aus gegebenen Anlass, ein Lied!

Beitrag von Piet »



Hat eigentlich schon einmal jemand daran gedacht, dass gerade die nicht unzimperlichen Demonstranten die Gefahr vergrössern? Und hat auch schon einmal jemand an die Polizisten und Grenzschützer und... gedacht?

Ja, ich auch!
Natürlich will auch ich meine Augen nicht davor verschliessen, dass durch diesen Ablauf, den wir erleben, Menschen gefährdet werden. Das Polizisten einen Job machen, der auch ihnen Angst macht. Die würden viel lieber den Verkehr regeln. Der Lokführer würde wahrscheinlich viel lieber Personen transportieren. Und die Demonstranten (auch die, deren Protestform ich selbst nicht zu den meinen zählen würde)sind Menschen mit großen Ängsten, wenn sie demonstrieren. Alle Demonstranten haben Angst vor einem solchen Polizeiaufgebot, Angst davor etwas Ungesetzliches zu tun, Angst vor dem gefährlichen Transport selbst. Für die Demonstranten ist es ebenso wenig ein Spaziergang, wie für Polizei und Lokführer.
Dann ist ja die Welt wieder in Ordnung, wenn die Leute nicht mehr demonstrieren, oder gar nur für erneuerbare Energie demonstrieren, so wie Leo das verlangt hat. Für etwas zu demonstrieren und nicht gegen etwas.

Die Demonstranten sind nicht mehr unzimperlich, die Polizisten und der Lokführer haben nur noch den Stress mit der gefährlichen Fracht, wie schon gesagt, die Welt ist dann wieder in Ordnung.
Hat eigentlich schon mal jemand an die Menschen gedacht, die an einer Bahnstrecke wohnen, und einfach nur Angst haben, wenn solch eine Fracht an ihrem Schlafzimmerfenster vorbeifährt.
Wir transportieren den Atommüll quer durch Europa. Wir transportieren ihn sogar über die Meere. Zuerst von Japan als Brennstäbe nach La Hague. Und natürlich wiederaufbereitet als Atommüll zurück nach Japan.
An der Atomtechnik wird festgehalten. Auch heute noch, natürlich global, obwohl eine Entsorgung immer noch nicht geklärt ist. Man überlegt sogar wieder, ob man nicht neue AKW's bauen kann. Wenn nicht in Deutschland, dann doch in Ländern, wo das besser zu realisieren ist.
Vor dreißig Jahren hat man uns erzählt, wenn an dem ergeizigem Atomprogramm nicht festgehalten wird, gehen die Lichter aus. Dreißig Jahre später brennen die Lichter immer noch. Heute will mir ein Achtzehnjähriger (ich bin nicht der Typ, der sich von einem Achtzehnjährigen nichts erzählen läßt) weiß machen, dass die Lichter ausgehen, wenn wir die Atomkraftwerke ausschalten oder zumindest hohe Kosten entstehen.
Das wir schon seit dreißig Jahren die Folgekosten für eine Energieform zahlen, die zumindest in den siebziger Jahren große Teile der Bevölkerung nicht wollte, darüber redet heute keiner mehr.
Grüße
Piet
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