Ihr Lieben,
auf besonderen Wunsch (Gruss an Michael...) möchte ich euch von Amy Macdonald und ihrem Konzert im Pariser Olympia am 31. März berichten.
Das Pariser Olympia ist bis heute der Musik- und Chansontempel in Paris schlechthin. Alle grossen französischen Chansoniers (und nicht zuletzt "unser" Frédérik Mey!) traten hier auf. Ein tolles Gefühl, in diesem Saal ein Konzert erlebt zu haben.
Das Konzert von Amy Macdonald war atemberaubend, energiegeladen, einfach genial! Leider kann ich kaum etwas Qualifiziertes zu dem Konzert von mir geben, da ich zu wenig über Amy Macdonald und ihre Lieder weiss. Die kleine, junge Frau ist auf der Bühne schlichtweg beeindruckend. Amy Macdonald wirkt auf mich unglaublich authentisch, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass sie ihre Lieder selbst schreibt (und damit "irgendwie" auch ins Liedermacher-Fourm gehört). Nichts wirkt gekünstelt, was an Show entsteht, entsteht aus den Liedern heraus und wirkt niemals aufgesetzt.
Musikalisch war das Konzert erste Sahne, das ist Amy selbst und ihrer vierköpfigen Band zu verdanken. Die 21-jährige begleitet sich zu jedem Lied auf der Gitarre, lässt sich nach jedem (!) Song eine gestimmte Gitarre bringen und legt ab und zu auch mal ein sauberes Picking hin - Amy versteht was von Musik. Während ihres Vortrags wirkt sie sehr konzentriert und angespannt (irgendwo muss sie ja diese Energie herzaubern)!
Von ihren Zwischentexten verstehen wir Franzosen oder Halb-Franzosen nicht besonders viel, was an ihrem urigen schottischen Akzent liegt. Nur so viel: Ihr Debüt-Album "This is the life" wird sie nicht länger promoten. Nachdem sie zwei Jahre lang mit dem Album auf Tour gewesen ist, sei es Zeit, neue Lieder zu schreiben. Erst vor einem Jahr schaffte sie mit ihrem Album "This Is The Life" den Durchbruch in Europa. Nach 75 Minuten ist das Konzert vorbei - mehr Lieder hat Amy wohl noch nicht im Repertoire.
Unbedingt hörenswert war auch der Vorsänger, der etwa eine Stunde vor Amy Macdonald die Bühne betrat: Joshua Radin, ein junger Folksänger im klassischen Sinn, der mit eigenen Texten aus New York angereist war. Seine eigenwillige Interpretation von Dylans "Don't think twice, it's allright" singt er im ausverkauften Olympia ohne Mikro; rund 2000 Menschen lauschen andächtig - ein Gänsehauterlebnis!
Ich hoffe, man wird noch viel von Amy und Joshua hören!
Viele Grüsse aus Paris,
Marc
