Eure Lieder und die Geschichten dahinter

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migoe
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Eure Lieder und die Geschichten dahinter

#41

Beitrag von migoe » Do 16. Jul 2015, 18:21

Liebe Nicky,
Niemals Nummer eins
Schon in der Schule fing es an
Dritte Klasse – Krippenspiel
Ein Weihnachtsengel wollt ich sein
Schon da verlangte ich zuviel
Die Klassenschönheit wurd` es dann
Mit goldnen Haaren – wunderschön
Für mich blieb nur ein Nebenplatz
Als Schäfchen war ich dort zu seh´n
Ich wär so gerne auch mal dran
Doch im Weg liegt stets ein Stein
Bleib neben anderen unsichtbar
Würd gern doch auch mal erste sein...


ohne auch nur zu wissen, wie Du diesen Text vertonen würdest, habe ich spontan beim Lesen einen bestimmten Rhythmus gespürt und eine Melodie ist mir eingefallen, die ich sofort singen könnte und (wenn ich es denn könnte) auf der Bühne darbieten - gefällt mir :-D
migoe
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Liebe Grüße aus Rothenburg

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Carsten K
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Eure Lieder und die Geschichten dahinter

#42

Beitrag von Carsten K » Do 16. Jul 2015, 19:15

Liebe Nicole,
wieder ein sehr schöner Text von Dir, und ich bin zuversichtlich, dass Du ihn selbst vertonen und singen wirst.
Das Thema "Niemals Nummer eins" kennen wir wohl alle. Wer von uns ist schon "Nummer eins"? Die Frage ist aber auch, inwieweit man sich davon runterziehen lässt. Die Tatsache, dass ich schon in sehr jungen Jahren die Gelegeheit hatte, mit meinen eigenen Liedern vor Publikum aufzutreten, ohne in einem "Ranking" bewertet zu werden, hat mir damals unglaublich gut getan und mir ein Selbstbewusstsein verliehen, das mich bis heute durch mein Leben trägt.
Und ich kenne durchaus die andere Seite. Vorher war ich im Schachverein, gar nicht schlecht, aber eben auch nie die "Nummer 1". Und ich konnte überhaupt nicht damit umgehen, mal eine Partie zu verlieren, hab ich dann als Versager gefühlt... Und vor gar nicht all zu langer Zeit war ich mehrere Jahre arbeitslos, hab ohne Ende Bewerbungen geschrieben und ohne Ende Ansagen bekommen. Das geht auch nicht spulos an einem vorbei...
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#43

Beitrag von Clemens » Do 16. Jul 2015, 20:19

Liebe Nicole,
das ist so ein Text,dessen Inhalt völlig privatem Erleben entspringt - nicht einer guten Beobachtung -,
weswegen der Schreibende oft denkt, es könnte doch andere nicht wirklich interessieren oder gar berühren, was ma in der 3. Klasse für ein Problem hatte. Und vermutlich ist es genau die Mischung aus dem sich Öffnen des Autors und dem Wiedererkennungs-Gefühl des Hörenden, das die Be-Rührung ausmacht.
Ich wünsche Dir, dass die Erfahrung andere mit Deinem Lied zu berühren und sich darin für Momente so einzigartig wahrzunehmen wie Du nur sein kannst, Dich reicher macht als eine Goldmedaille :-)
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#44

Beitrag von Anne1986 » Do 16. Jul 2015, 20:32

Liebe Liederschwester,
also, mit deinen bisherigen Texten bist du MEINE NUMMER EINS der Entdeckungen dieses Jahres! :applaus: :knuddel: Ich freue mich auf die Vertonungen und bin mir sicher, das kriegst du genauso gut hin. Und da keiner solche Lieder schreibt wie du, läufst du damit sowieso außer Konkurrenz! ;-)
Viele liebe Grüße,
deine Anne
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#45

Beitrag von Bardou » Do 16. Jul 2015, 22:02

nur einmal ... habe ich dein Lied eben gesungen - es lebt und geht ... nur für mich ... bin ich.... erster ...einmal! :roll: ...durfte ich das? :ablehn:
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#46

Beitrag von Nicky » Do 16. Jul 2015, 22:24

Ihr Lieben,
danke, das ihr wieder so liebe Worte gefunden habt und schön, das sich der eine oder andere in dem Text wiedergefunden hat. :-)
@ Bardou und migoe: Ich würde ja zu gerne wissen, was ihr für Melodien dazu im Kopf oder auch gesungen habt und ob es da Überschneidungen mit meiner Vertonung gibt. ;-)
Da die Überschrift der Threads ja "Eure Lieder und Geschichten" lautet, habe ich mir natürlich vorgenommen, nur Texte hier rein zu stellen, die ich auch schon vertont habe. Damit erhöhe ich mir auch selber den nötigen Druck, mit den dazugehörigen Melodien nicht so lange herumzuschludern.... ;-)
An meinem dünnen Stimmchen und der doch seeehr einfachen Gitarrenbegleitung muss ich allerdings noch ein wenig tüfteln... ;-)
Alles Liebe
Nicole
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#47

Beitrag von Gesch » Fr 17. Jul 2015, 11:53

liebe nicole, liebe mitlesendinnen und -de,
offenbar sind dir liedertexte gelungen, die nicht nur bilder im kopf malen, seelen berühren und erinnerungen wachrufen, sondern auch noch eigene melodien haben ... und das sogar mehrfach...
ein eindeutiger qualitätsnachweis... eindeutiger gehts nicht
herzlich
gerd
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#48

Beitrag von Nicky » Fr 17. Jul 2015, 12:50

Lieber Gerd,
vielen lieben Dank. Dir ist doch hoffentlich klar, dass du da einen großen Anteil dran hast. Ich habe mich gefreut, dass du dein Wissen mit mir geteilt hast. :-)
Wie schrieb Carschti zum Thema „Falk - Nachwuchspreisträger bei "Songs an einem Sommerabend 2015“ so schön?
Trotzdem, beim Anschauen dieses Videos habe ich mich doch gefragt, ob mein Einfluss da nicht irgendwie herauszuhören ist...

Ich würde mich freuen, wenn du deinen Einfluss aus meinen Liedern raushörst. :-)
Alles Liebe
Nicole
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#49

Beitrag von Gesch » Fr 17. Jul 2015, 13:41

Liebe Nicole,
ich hab doch bestenfalls ein paar "Werkzeuge" vor Dir ausgebreitet, vielleicht ein paar Tipps zur Handhabung gegeben, um eigene Lieder zu schnitzen... benutzt hast Du sie doch alleine! Und dass dies gelungen ist, höre ich als meinen winzigen Einfluss gerne heraus...
Und mit den "eigenen Melodien" Deiner Texte meinte ich, dass nach meiner Wahrnehmung gute Texte in sich und an sich schon - ohne dass es eigentlich einer Vertonung bedarf - eine Melodie in ihrer Sprache haben. Und diese Sprachmelodie lässt denjenigen, die diese Texte lesen, quasi eine Begleitung und Singmelodie aus den Fingern fließen: Der Text vertont sich gewissermaßen von allein. Nur deshalb - sorry Jungs Migoe und Bardou - konnte es doch so leicht gelingen, ihn sofort zur Gitarrenbegleitung zu singen. Und das ist - wie jeder wissen wird, der hin und wieder versucht, Lieder zu schreiben - gewiss nicht bei jedem Text so...
Herzlich
Gerd
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#50

Beitrag von Nicky » Do 1. Okt 2015, 07:13

Ihr Lieben,
aus „aktuellen Anlass“ mal wieder ein Liedtext von mir. Einige von euch, die von meinen „großen Plan“ für´s kommende Jahr schon wussten, haben mich in der letzten Zeit gefragt, was denn nun draus geworden ist. Jeder, der beruflich nochmal neu anfängt wird wissen, wie sich die Zeit zwischen zwei Jobs anfühlt und wie ausgeliefert man sich fühlen kann……
Der Rest der Geschichte unter dem Text……
Geschafft
Der Gewohnheit gekündigt
Um was anderes zu wagen
auf nen wackligen Fuß
Meine Zukunft gesetzt
Mich geöffnet für Neues
Für ein Leben ohne klagen
Doch der Einsatz ist hoch
Meine Angst wächst und wächst
Refrain:
Ich muss es schaffen
Ich muss es schaffen
Hämmert es in meinem Kopf
Ich muss es schaffen
Ich muss es schaffen
Pack jetzt das Glück am Schopf
Mich bemüht, abgestrampelt
Hab mein Bestes gegeben
nur die Hoffnung noch bleibt
Dass es reicht für den Traum
Denn nun liegt es an anderen
mir ne Chance zu geben
Wenn es jetzt nicht gelingt
Nen Plan B hab ich kaum
Refrain
Doch was hab ich für Mittel
Um das Schicksal zu lenken
Mit nem Sternschnuppenwunsch?
Kerzenlicht, nem Gebet?
Bloß von links keine Katze
Keine Schuhe verschenken
Auch kein Salz umgekippt
Weil das Glück sonst verweht
Refrain
Unverstanden von vielen
Die im Recht sich doch wähnen
nicht jeder wünscht mir Glück
Und ist mir wohlgesinnt
Der erlösende Anruf
Und erleichterte Tränen
Die Mühe hat sich gelohnt
Neues Leben beginnt
Schlussrefrain:
Ich habs geschafft
Ich habs geschafft
Hämmert es in meinem Kopf
Ich habs geschafft
Ich habs geschafft
Pack jetzt das Glück am Schopf
Seit ich denken kann, war es mein Berufswunsch Krankenschwester zu werden. Als ich dann damals aus der Schule kam, war ich 15 und damit viel zu jung um als Krankenschwester zu arbeiten. Meine Eltern waren von der Idee auch nicht begeistert und so wurde aus mir eine Industriekauffrau. Die letzten 24 Jahre habe ich auch in dem Beruf gearbeitet und mich damit mal besser und mal schlechter arrangiert. Doch mein Ursprungstraumberuf nagte in den ganzen Jahren weiter an mir. In diesem Jahr ergab sich dann die Möglichkeit mein Leben nochmal umzukrempeln und so fing ich an nach 24 Jahren wieder Bewerbungen zu schreiben und zu hoffen und bangen, dass mich auch in meinem hohen Alter (stehe ja kurz vor der 40) noch jemand ausbildet. Nicht jeder in meinem Umfeld hat für diesen Schritt Verständnis gehabt, sei es aus Neid, weil der eigene Wunsch nicht erfüllt werden konnte, oder aber auch aus einem finanziellen Unverständnis heraus….
Aber ich hab´s „geschafft“. Ab April nächsten Jahres wird aus mir eine Krankenschwester. :-) Vielen Dank an euch, die mir die Daumen gedrückt haben, damit es klappt. :-)
Alles Liebe
Nicole

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#51

Beitrag von Anne1986 » Do 1. Okt 2015, 10:14

Liebe Nicky,
das freut mich RIESIG für dich! Das Gefühl kenne ich nur zu gut, da ich in meinem bisherigen Leben ja schon mehrere Jobs ausprobiert habe, um den für mich richtigen zu finden... Schön, wenn die "Umwege" dann schließlich zum Ziel führen. Dein Songtext gefällt mir wieder sehr gut! Hoffentlich wirst du zum nächsten Liedertreffen kommen können...
Viele liebe Grüße,
deine Anne
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#52

Beitrag von Marc » Do 1. Okt 2015, 16:41

Liebe Nicole,
was für ein willensstarker und kraftvoller Text - klasse, welche Energien Deine neuen beruflichen Perspektiven in Dir wecken...! Dass das Verschenken von Schuhen Pech bringen soll, wusste ich übrigens noch nicht! ;-)
Ich bin gespannt, wie Du den Text vertonen wirst!
Lieben Gruß aus dem sonnigen Hannover!
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

Hannes Wader

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#53

Beitrag von Clemens » Do 1. Okt 2015, 21:16

Liebe Nicole,
herzlichen Glückwunsch zu Durchhaltevermögen und Erfolg. Wir lassen die Daumen einfach weiter gedrückt, dafür, dass die Ausbildung und sich anschließende Arbeit Dich so reich machen, wie es in Deinen kühnen Träumen angezeigt war. :-)
Wie heißt es doch in meinem KiBiTa-Lied 2014...:
Auch wenn der Mut dich mal verlässt
Halte deine Träume fest.
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#54

Beitrag von Nicky » Fr 2. Okt 2015, 07:56

Ihr Lieben,
vielen lieben Dank für eure Reaktionen. :-)
@Marc: Schuhe verschenken bringt wohl nicht direkt Pech, aber angeblich läuft das Glück mit den verschenkten Schuhen davon.......so der Aberglaube an den ich aber nicht glaube... ;-)
Alles Liebe
Nicole
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#55

Beitrag von Carsten K » Sa 3. Okt 2015, 00:00

Liebe Nicole,
toller Text, da kann ich mich den anderen nur anschließen. :-)
Und Glückwunsch, dass Du es nach so vielen Jahren geschafft hast, in dem Beruf ausgebildet zu werden, den Du Dir schon immer gewünscht hast. Geld ist nicht alles (und Krankenschwestern bekommen weniger als sie verdienen, weißt Du selbst...), aber es ist ein Privileg, die Arbeit machen zu dürfen, zu der man sich berufen fühlt, und damit auch seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, finde ich.
Außerdem, ich habe zuletzt ja selbst einige Zeit im Krankenhaus verbringen müssen und aus eigener Erfahrung zu schätzen gelernt, was besonders das Pflegepersonal dort geleistet hat.
Die Ärzte kommen ja meistens nur einmal am Tag zur Visite vorbei und sind schnell wieder weg, aber die Krankenschwestern und -pfleger sind rund um die Uhr verfügbar (muss man nur klingeln) und müssen sich z. B. neben ihrer eigentlichen pflegerischen Arbeit auch sämtliche (z. T. berechtigte) Beschwerden der Patienten über Mängel im Klinikablauf anhören, für die sie in der Regel überhaupt nichts können...
Ich habe oft gedacht: Wow! Bewundernswert, dass es überhaupt noch Menschen gibt, die freiwillig in diesem Beruf arbeiten. Und viele taten das nach meinem Eindruck sogar aus Überzeugung.
Du hast es geschafft, Deinen beruflichen Traum wahr werden zu lassen, und Du hast einen Beruf gewählt, in dem eine wirklich wichtige Arbeit geleistet wird. Kompliment, Nicole! :-)
Liebe Grüße
Carschti
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#56

Beitrag von Carsten K » So 4. Okt 2015, 21:26

Hab heute ein neues Lied ins Netz gestellt.
Hier zunächst der Text:
Dirk Matthies
Ich glaube nur, was ich sehe
Ich sehe nur, was ich glauben will
Und wenn ich was nicht verstehe
Verlasse ich mich mich auf mein Gefühl
Hamburg sei die schönste Stadt der Welt
Das reden die sich jedenfalls ein
Ole von Scholz, hanseatisches Geld
Und angeblich ne Olympiade am Bein
Die Repsold liegt schwankend im Hafen
Dirk Matthies summt eine Rapsodie
Er kann bei Vollmond nicht schlafen
Im Schatten der Elbphilharmonie
Denn Dirk Matthies glaubt nur, was er sieht
Und er sieht nur, was er auch glauben kann
Was immer in der Hafencity geschieht
Er sehnt sich so sehr nach der Reeperbahn
Hans Albers, den Beatles und Corny Littmann
Er wünscht sich zurück auf den Kiez
Doch Dirk Matthies ist nicht mehr so fit, Mann
Die Küppers sieht ihn schon im Hospiz
Sie kennt eins in Blankenese
Da geht's auf der Überholspur ins Grab
Ihr Großvater tanzte dort Polonese
Ist fest reserviert, gleich holt man ihn ab
Und ich glaube nur, was ich sehe
Hafenkante, Großstadtrevier
Und wenn ich die Glotze abdrehe
Dann ist das alles nicht mehr mein Bier
Und so hört sich das Lied an:
http://www.carschti.com/sonstige_Aufnah ... tthies.mp3
Und nun zur Geschichte des Liedes:
Juni 2015 - Das LT in Görlitz liegt noch nicht lange zurück, ich bin euphorisiert, zumal ich für Anfang Juli nach langer Zeit mal wieder für ein ganzes Konzert gebucht worden bin... Aber seit Mitte des Monats spüre ich, dass etwas mit mir nicht stimmt... Doch es gibt Wichtigeres, z. B. mit einem Klienten über Religion und Glauben zu reden. Er vertritt die Auffassung, er glaube nicht an Gott, weil er nur das glaube, was er sehe. Ich schreibe in diesen Tagen die ersten beiden Zeilen dieses Liedes "Ich glaube nur, was ich sehe / Ich sehe nur, was ich glauben will"...
Juli 2015 - Das Konzert ist prima, aber dass mit mir etwas nicht stimmt, wird immer deutlicher. Gegen Ende des Monats ignoriere ich endlich alle sonstigen Wichtigkeiten und begebe mich ins Krankenhaus, wo ich zwei Wochen bleiben, dreimal operiert und das Fernsehen als Unterhaltungsmedium wiederentdecken werde. Danach sechs Wochen Krankschreibung - viel Zeit, um mich diversen Mediatheken und YouTube widmen zu können... Eric Claptons "Nobody knows you, when you are down and out" spricht mich irgendwie besonders an...
September 2015 - Ich habe mich näher mit dem Clapton-Song befasst, mittels meines Mixcraft-Musikprogramms erste Gitarren-Arrangements erstellt und dann versucht, meine Zeilen vom Juni darauf zu singen. "Ich glaube nur, was ich sehe / Ich sehe nur, was ich glauben will / Und wenn ich was nicht vers(s)tehe..." Eigentlich hätte es phonetisch "vers(ch)tehe" heißen, aber von da an ist klar, es wird ein Lied über Hamburg werden...
Hamburg - der restliche Text geht mir an einem Abend von der Feder, und es ist klar, dass Dirk Matthies nach mehrwöchigem Fernseh- und Mediathekkonsum darin die Hauptrolle spielt. Er ist einer wie ich, fühlt sich zumindest so an, so wie Matula damals...
Viel Vergnügen mit dem Lied
Carschti

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#57

Beitrag von Clemens » Mo 5. Okt 2015, 01:26

Lieber Carsten,
danke für das Lied und vor allem für seine Geschichte. Dir viel Kraft zur Genesung und immer ein paar wirkliche Freunde zur Seite. :-)
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#58

Beitrag von Nicky » Mo 5. Okt 2015, 07:13

Lieber Carschti,
vielen lieben Dank! Für deine netten Worte was meinen neuen Job + Text angeht und natürlich auch für deinen tollen Text, der mich als Hamburger (auch wenn ich nur ein „Quittje“ bin) natürlich besonders anspricht. Beim ersten lesen habe ich mich gerade schon bei der Kombination „Ole von Scholz“ amüsiert. Hören kann ich es leider erst heute Abend, aber die Bilder dazu hab ich schon im Kopf. :-)
Spannend finde ich auch, dass sich das schreiben des Liedes über mehrere Wochen hingezogen hat und wie es entstanden ist. Ich setz mich da glaube ich noch etwas zu viel unter Druck. Wenn ich nach ner Woche noch nicht fertig bin mit nem angefangenen Lied, dann werde ich ungeduldig und maulig …. ;-) Da muß ich mir mal ein Beispiel an dir nehmen. :-)
Wünsche dir noch weiter gute Besserung und freue mich schon heute auf das nächste Lied :-)
Alles Liebe
Nicole

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Eure Lieder und die Geschichten dahinter

#59

Beitrag von UweX » Mi 7. Okt 2015, 23:56

Zum ersten Mal werde ich 2016 mit einem Lied im Programm unterwegs sein, dass ich nicht geschrieben habe, sondern Carsten Kulla.
Im Proberaum spiele ich alles mögliche aber bei meinen Konzerten nur meine eigenen Stücke weil es sich einfach so richtig anfühlt - bis jetzt.
Bei unserem Konzert in Berlin dieses Jahr traf ich mich mit Carsten und er gab mir eine CD mit Liedern die er über die Jahre geschrieben und aufgenommen hat. Dieses hier ist von 1983 und hat mich direkt irgendwie tief berührt und als ich anfing es zuhause zu spielen und eine eigene Version zu entwickeln hatte ich zum ersten Mal im Leben das gleiche Gefühl bei einem "fremden" Lied wie bei meinen eigenen. Ich denke das liegt wohl daran dass Carsten und ich einen ähnlich frommen Hintergrund haben, mit allem was dazu gehört.
Nun Carschti hat das gefreut und er hat mir die Genehmigung gegeben es zu spielen und ich schätze es wird auch auf meiner nächsten CD dabei sein.
Hier mal eine erste Proberaumaufnahme, für alle die es interssiert:

Alles Liebe
Uwe
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#60

Beitrag von Carsten K » Fr 9. Okt 2015, 20:12

Ja, es hat mich nicht nur gefreut, sondern ich bin regelrecht stolz, dass jemand einen Song von mir covert... :rotwerd:
Und nicht irgendjemand, sondern Uwe Schäfer, den ich beim LT 2010 kennenlernen durfte, und den ich seitdem zu meinen wirklichen Freunden zähle, die nämlich, mit denen ich über Dinge reden kann, über die ich nicht mit irgendjemandem reden würde, und umgekehrt ist das hoffentlich auch so...
Dass wir uns erst 2010 beim LT begegnet sind, ist seltsam, denn wir haben tatsächlich nicht nur einen ähnlichen "frommen Hintergrund" (Baptisten), sondern sind auch beide in derselben Stadt (Wuppertal) aufgewachsen, allerdings in unterschiedlichen Stadtteilen und waren dort in unserer jeweiligen Gemeinde... Trotzdem seltsam irgendwie...
Das Lied habe ich 1983 geschrieben, war seit etwas über 3 Jahren Baptist (ich bin im Unterschied zu Uwe nicht in einer solchen Gemeinde "aufgewachsen"), ich hatte nach den anfänglichen euphorischen Jahren erste Zweifel an alldem bekommen, nicht so sehr am Glauben selbst, aber an der Art und Weise, wie in solchen Gemeinden zum Teil miteinander umgegangen wird, wie Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen können...
Dann hörte ich eine Predigt über das "Gleichnis vom verlorenen Sohn" (Lukas 15, 11-32), die ganz anders war, als die Interpretationen zum Thema, die ich bis dahin kannte, denn sie befasste sich nicht mit dem "verlorenen" Sohn selbst, sondern mit dessen Bruder, der sich benachteiligt fühlt... Also die altbekannte Geschichte aus einem anderen Blickwinkel, der normalerweise in unseren frommen Kreisen nicht so gern angesprochen wurde, weil er natürlich auch die eigene Haltung in solch einer Gemeinde kritisch beleuchtete. Aber die andere Seite der Medaille wird in dem Bibeltext nun mal auch klar angesprochen. Und der Vater sagt zu seinem älteren Sohn:
"Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden." (Lukas 15, 31)...
Jedenfalls hat mich diese Predigt damals so beeindruckt, dass ich damals dieses Lied geschrieben habe. Und in diesen Tagen wird dieser Text auch wieder relavant für mich, weil er ja auch unsere Haltung zu den Menschen beleuchtet, die gerade hierher geflüchtet sind. Sie sind zwar keine "verlorenden Söhne" in dem Sinne, aber viele von ihnen waren dem Tod sehr nahe und leben. Und darüber sollten wir uns verdammt nochmal freuen! ...
Tja, so geht's, Pastor Uwe Schäfer covert einen Song von mir, und cARSCHti fängt an zu predigen... *hihi* ;-)
Aber hier nochmal mein Text von damals:
Ballade vom verlorenen Sohn
Es war einmal ein Vater mit zwei Söhnen
Der eine hat sich aus dem Staub gemacht
Der wollte in der Stadt ein bess'res Leben
Hat dort das ganze Erbe durchgebracht
Der Hunger trieb ihn dann zurück zum Vater
Der ihn mit einem Freudenschrei empfing
Aus diesem Freudenschrei lässt sich entnehmen
Wie sehr der Alte an dem Jungen hing
Der and're Sohn hingegen wurde wütend
Er gönnte seinem Bruder all das nicht
Das ganze Leben hatte er geschuftet
Tat immer treu und redlich seine Pflicht
Bei Vater fand er dafür kein Verständnis
Der Alte raffte scheinbar gar nichts mehr
Da musste man halt selbst was unternehmen
Da musste wieder Recht und Ordnung her
Wie's weiterging, ist uns nicht überliefert
Obwohl mich das ganz brennend interessiert
Was ist aus dem verlor'nen Sohn geworden
Ich hoffe doch, es ist ihm nichts passiert
Was ist aus dem verlor'nen Sohn geworden
Ich hoffe doch, es ist ihm nichts passiert
... und wie er in meiner Version (aufgenommen Anfang 2010) klingt:
http://www.carschti.com/30Jahre/Ballade ... n_Sohn.mp3
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