ich will's mal etwas kürzer versuchen als vorher, mal sehen, ob's gelingt.
Zu zwei Dingen möchte ich etwas anmerken:
Zum einen: Deine fiktive Geschichte ist mE nicht mit der JJ/JT-Story zu vergleichen. Es gibt keine Bedeutung an sich: Bedeutung erschließt sich immer erst aus dem Kontext. Und ein Showact, der missglückt, hat sicher nichts mit einem tätlichen Angriff auf eine Frau zu tun. Um die Bedeutung von Geschehen zu verstehen habe ich es mir angewöhnt, soviel wie möglich von der Komplexität der Entstehungsbedingungen anzuschauen, da nach meiner Erfahrung im sozialen Miteinander kaum unilineare, monokausale Zusammenhänge zu finden sind. Letztenendes bleibt eine Frage, die leider viel zu schnell durch "einfache" Erklärungen abgebügelt wird: WARUM?
Zum anderen: Diskriminierung von Frauen hat für mich noch eine andere Dimension: Frauen, die wegen ihrer Kinder keine Job kriegen; Frauen, die wegen ihrer Liebe und Loyalität zu ihrem behinderten Kind selbst ausgegrenzt werden; Frauen, die trotz hervorragender Zeugnisse beim Bewerbungsgespräch vom Chef schamlos mit Blicken ausgezogen und taxiert werden; Frauen, die das sexistische Gequatsche und die Anzüglichkeiten ihrer männlichen Kollegen ertragen müssen; Frauen, die vom besten Freund ihres fremdländischen Ehemannes vergewaltigt werden und nirgendwo Schutz und Anteilnahme finden (es sei denn bei professionellen Helfern) .... Und die Liste ist sicher noch nicht am Ende.
Deine eigenen diskriminierenden Erfahrungen bedauere ich sehr und ich hab nicht viel Sympathie für meine daran beteiligten Geschlechtsgenossen. Aber JJ taugt - wie ich denke - nicht als Paradebeispiel, es sei denn für die perfide Doppelmoral amerikanischer (und mglw. auch deutscher) Medien und Öffentlichkeit.
Ich hoffe, ich hab nicht zu sehr den Psychologen raushängen lassen
freundliche Grüße
Stephan
