migoe schrieb:
Ich bleibe dabei: eine Utopie ist was für die Zukunft und sollte niemals niemals niemals Realität werden, denn was danach käme wäre nicht der Himmel (wieder so eine Utopie) sondern die Hölle auf Erden!
migoe
Klar, migoe, die Idee eines "bedingungslosen Grundeinkommens" ist natürlich eine Utopie, und ich bin mir bewusst, dass diese Idee im jetzigen Deutschland politisch auch nicht durchsetzbar ist, über keine demokratisch gewählte Mehrheit verfügt, eben was für die Zukunft, für unsere Kinder, Enkel, Urenkel...
Aber ich teile nicht Deine Meinung, dass es die "Hölle auf Erden" wäre, wenn das "bedingungslose Grundeinkommen" eines Tages Realität werden würde.
@Westwind
Berechtigte Frage zu dem Thema: Was ist mit den Arbeiten, die eigentlich niemand gerne freiwillig macht, Erntehelfer, Müllabfuhr, Pflegeberufe usw.? Alles übrigens Arbeiten, die gemacht werden müssen, notwendig sind, bei denen aber diejenigen, die sie machen, kaum genug Geld dabei einnehmen, um ihren Lebensunterhalt davon zu bestreiten... Solche Berufe müssten dann natürlich deutlich (vor allem auch finanziell) aufgewertet werden, damit sie noch jemand macht. Aber das ist ja heutzutage genauso eine Utopie, oder?
Ich finde, es ist keine Frage von "Himmel" oder "Hölle", sondern ob wir mit unseren Utopien versuchen, unsere heutige Welt zu verbessern. Liedermacher-Kollege Bodo Wartke hat in dem Tagesspiegel-Interview Stellung bezogen, Liedermaching-Kollegin Dota Kehr 2010 übrigens auch schon mit einem Auftritt bei einer Demo für das "bedingungslose Grundeinkommen" vor dem Brandenburger Tor... Und politisches Engagement von LiedermacherInnen bezieht sich eben nicht bloß auf eine ferne "utopische" Zukunft, sondern auf die Gegenwart(ke)...

"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)