Wie geht ihr vor beim Lieder schreiben?

Du willst selber Lieder schreiben und suchst Themen, Lob oder Kritik? Hier bist Du richtig und kannst auch anderen mit Deiner Meinung helfen, ihre Gedanken und Ideen auf Papier, ins Instrument und auf die Bühne zu bringen.

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Clemens
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Wie geht ihr vor beim Lieder schreiben?

#21

Beitrag von Clemens » Mi 1. Jul 2015, 00:01

Ohne hier wieder die Frage aufzuwerfen "Bin ich denn ein Liedermacher?", dazu habe ich auf ZuHauseSeite ausführlich meine Gedanken verfügbar gemacht, möchte ich einfach die Fragen kurz und aus dem Bauch heraus beantworten:
Was ist bei euch zuerst da? Der Text oder die Melodie?

Der Text ist fast immer zuerst da, wobei um den Kernsatz, welcher nicht immer der Refrain wird, schon eine Melodie im Kopf schwingt und auf der Zunge klingt.
Wie geht ihr vor, wénn der Text dann da ist? Spielt ihr die Melodie auf der Gitarre?
Oder nur die Akkorde? Ergibt sich dadurch die Melodie?

Der Text wird immer wieder gesungen, wobei sich laufend minimale Melodie-Änderungen ergeben. Ist mir eine Melodie-Phrase so wichtig, dass der Bauch sagt, die muss nun so bleiben, singe ich sie ins Telefon. Zuhause wird dann am Klavier die Notenfolge gespielt und zu Papier gebracht. Daraus ergeben sich Tonart und Akkordfolge.

Habt ihr beim Textschreiben vielleicht schon eine Melodie im Kopf oder kommt die erst danach?


Da der Text meist hinausfließt, ist es eher selten gleichzeitig. Wenn doch, dann bei Kernsätzen oder Bildern, die beim Fließen bereits eine Melodie mitbringen.

Macht ihr beides gleichzeitig?

Oft im Wechsel, will sagen ein Themenlied hat den Refrain und die erste Strophe und eine Melodie drängt sich auf. Dann bleibt der Text erst einmal liegen und die Melodie entsteht. Danach ist es oft so, dass der Text des nächsten Themenkomplexes durch die vorhandene Rahmung direkt rythmisch weiter fließt.
Wie entwickelt sich dann der Rhythmus? Wisst ihr beim Text schreiben schon, das es z.B. ein Blues wird?

Der Rhytmus entwickelt sich wirklich erst mit der Melodie.
Notiert ihr eure Melodien in Noten? Oder nehmt ihr sie auf? Oder braucht ihr vielleicht beides nicht, weil die Melodie gleich sitzt?

Ich notiere die Lieder, weil ich sie in der Regel mit anderen Musikern gemeinsam spiele, welche meinen "Arbeitsvorlauf" ja nicht haben. Das notieren fällt mir relativ schwer. Manche Synkope klingt, wenn sie nach dem Metronom erklingt ganz anders, als sie vorher in mir war... Ich lasse auch in fast allen Fällen einen Profi (meist Kirchenmusiker, die ich ja um mich herum zur genüge habe) auf das Ergebnis schauen. Die haben mir schon so manchen "Holperstein" aufgezeigt und bei dessen Beseitigung Hand angelegt.
Legt ihr Wert auf saubere Reime, auch wenn das, was ihr eigentlich ausdrücken wolltet dann weg ist? Oder andersrum?

Ich lege sehr großen Wert auf Sprachregeln, wobei ich ein bewusstes Spiel und Experimentieren mit denselben besonders reizvoll finde. Da begeistert mich Bodo Wartke. Was ich für mich selbst gar nicht mag, sind unsaubere Reime. Die kommen mir aber auch gar nicht in den Sinn. Dann darf sich lieber mal Mutter auf Butter reimen, als Mutter auf Bruder. Ein Inhalt, der mir wichtiger ist als ein guter Reim kommt dann eben ganz ohne Reim aus. Ähnlich geht es mir mit gegen die Betonung geschriebener Notierung. Da fange ich wirklich an zu arbeiten. Ich stelle Sätze um, suche Synonyme.

Zur Frage, ob man ganz aus sich selbst schreibt oder dazu auch von guten Lehrern lernt, gibt es wohl nur ein sehr persönliches Fazit. Wenn mich die Lieder von Timbo anfassen, hat er für mich die genau richtige Entscheidung getroffen. Wenn mich Bodo, Dota, Sebastian und viele andere Sagonauten mit der deutlichen Handschrift von Christof Stählins Sprachschule in die Seele treffen, dann ist auch SAGO für mich ein Geschenk des Himmels. Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt mich da einzuschreiben und sogar mit Christof darüber gesprochen. Allerdings setzt er voraus, dass seine Schüler tatsächlich das Selbstvertrauen und den Biss haben an die Öffentlichkeit zu wollen.
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#22

Beitrag von Timbo » Mi 1. Jul 2015, 08:42


Gesch schrieb:
also nicht dazu führen sollten, dass ein Wort entgegen seiner normalen Betonung betont, also in der Aussprache "vergewaltigt" wird.


Oh ja. Ich kenne Lieder, die könnten so schön sein, aber ich weiß, da gibt es diese eine Stelle, an der das eine Wort des Reimes/Rhythmus wegen falsch betont wird, und dann warte ich schon schaudernd auf diese Stelle, und wenn sie dann kommt, schüttelt es mich jedes Mal wieder...
Bei so was bin ich vielleicht (?) sogar zu pingelig, aber ich kann gar nichts dagegen tun. So was quält mich regelrecht.
Nicht ganz so schlimm, aber auch in gewisser Weise ärgerlich finde ich falsch gebrauchte Wörter. Mein Lieblingsbeispiel (weil a) sehr bekannt und b) mir halt doch immer wieder aus dem Radio entgegengequengelt) stammt aus diesem "dieser Weg wird kein leichter sein"-Ding vom guten Xavier:
"...wenn der Wind das Meer aufbraust"
Brrrrrrr. Seit wann kann man jemanden oder etwas aufbrausen? Meines Wissens ist das kein transitives Verb...
Scheint aber außer mir niemanden zu stören.
Wie gesagt, möglicherweise bin ich übermäßig pingelig, aber ich finde, es ist möglich, so was zu vermeiden, und die Mühe sollte man sich auch machen.
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#23

Beitrag von Bardou » Mi 1. Jul 2015, 10:02

Thema Selbstzweifel
für Cartschi: natürlich Scherz! Und aber doch ... wie du es beschrieben hast,so,wie du
andere ermutigst, tu es auch für dich. Den Kanon habe ich sowohl auf "Hochzeiten" als auch auf "Beerdigungen" gesungen - ein Einschärfer und Ermutiger, ein Selbstzweifelbremser hier für den besonderen, etwas anders anderen eindrucksvollen Cartschi!
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#24

Beitrag von Gesch » Mi 1. Jul 2015, 10:21

zum Thema Selbstzweifel:
vielleicht hab ich durch meinen lange ausgeübten Beruf eine Art von dickem Fell entwickelt... Wer Artikel schreibt, die selbstverständlich veröffentlicht werden, weil sie dafür vorgesehen sind, oder Beiträge verfassen muss, die ausgestrahlt werden, in Kommentaren Position bezieht, macht sich und wird angreifbar - das ist mit Liedern, die man öffentlich singt, nicht anders.
Bei Artikeln und ausgestrahlten Beiträgen ist die Sache vordergründig anonymer, denn die Wahrnehmung des Abgesonderten erfolgt nicht in gleichzeitiger Anwesenheit von Produzenten und Konsumenten. Das ist bei Liedern - zumindest auf Konzerten - anders. Da sieht man, zumindest bei tauglichen Lichtverhältnissen - den Zuhörern in die Augen... sofern man hinguckt... und da können durchaus Selbstzweifel zu Schweißausbrüchen führen, oder zu Harndrang oder Gähnzwängen... bei mir hängt viel davon ab, wo ich dann bin, was für ein Publikum sich eingefunden hat, welche Lieder ich singen will, ob ich die Reaktionen einschätzen kann, ob ich ein "Heimspiel" habe, "Neuland" oder tendenziell eher distanziertes Publikum, das z.B. eher Wertschätzung für eine Berieselung durch Tonträger hätte und sich durch meine Inhalte eeher belästigt fühlen könnte... und diese Selbstzweifel münden dann gelegentlich auch zur Frage: Warum mach ich das eigentlich? Warum mute ich mir das zu, setz ich mich dem aus... es zwingt mich ja keiner... aber dann erlebe ich auch gelegentlich wieder Zuspruch, der für alle Verunsicherungen entschädigt...
herzlich
Gerd
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Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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#25

Beitrag von Nicky » Mi 1. Jul 2015, 10:46

Ich finde es ausgesprochen ermutigend, das auch Ihr Profis manchmal Selbstzweifel
kennt und freue mich, dass Ihr das auch genauso zugeben könnt. :-) Danke. :-)
Nicole
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#26

Beitrag von Carsten K » Mi 1. Jul 2015, 12:00

Danke Bardou für den Kanon! :-)
Erinnert mich an Spruch aus meiner christlichen Vergangenheit, der ging sinngemäß so:
"Herr, gib mir die Kraft zu verändern, was ich verändern kann, und zu ertragen, was ich nicht ändern kann."
Ich habe das jetzt spontan aus dem Gedächtnis wahrscheinlich nicht korrekt zitiert, geht aber in eine ähnliche Richtung wie Dein Kanon, oder?
Ich hoffe aber, dass ich trotz Deiner Ermutigung weiterhin Selbstzweifel haben werde. Und sie hindern mich ja schließlich nicht daran, Lieder zu schreiben und sie vor Publikum zu singen. :-)
Dieser Beitrag enthält 92 Wörter


"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
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#27

Beitrag von Bardou » Mi 1. Jul 2015, 13:48

Cartschi,... wie sagte mein Percussionist während der letzten Aufnahmen im Studio: "Es ist wichtig, dass wir selbstkritisch bleiben, vor allem uns selbst gegenüber..." :-? :-)
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#28

Beitrag von Carsten K » Mi 1. Jul 2015, 16:53

Lieber Gerd,
danke für Deinen Beitrag zum Thema "Selbstzweifel".
So lange man zum Hause "im stillen Kämmerlein" sitzt und sein Lied schreibt, ist das ja eine Sache. Aber wenn man das Lied dann vor Publikum vorträgt, ist das noch mal was ganz anderes. Und je nach dem, wie das Publikum reagiert (oder was noch schlimmer ist, nicht reagiert, können auch schon mal Selbstzweifel auftauchen, erst recht, wenn man gerade ein neues Lied präsentiert. Dieses Gefühl kenne ich jedenfalls auch. Und man weiß ja vorher auch oft nicht so genau, welches Publikum einen erwartet. Ja, das Thema Live-Auftritte ist hier sicherlich ein wichtiger Aspekt.
Aber dann gibt es zum Glück ja auch die Momente, in denen das Publikum mitgeht und einen stärkt, und das ist dann ein unglaublich schönes und euphorisches Gefühl an meinem Schreibtisch oder Rechner zu Hause nie erleben könnte. "Warum mach ich das eigentlich?..." Wahrscheinlich auch wegen solcher Momente, die mich meine Selbstzweifel eine Weile vergessen lassen. :-)
Liebe Grüße
Carschti
Dieser Beitrag enthält 175 Wörter


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Michael
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#29

Beitrag von Michael » Mi 1. Jul 2015, 17:16

Hallo,
tja, wie macht man das eigentlich. Scheint ja so zu sein, dass es ganz verschiedene Wege gibt und keinen Königsweg. Ich versuche mal, die Fragen zu beantworten. Das ist deshalb auch für mich interessant, weil ich mir manche dieser Fragen bislang selbst gar nicht gestellt habe.
Was ist bei euch zuerst da? Der Text oder die Melodie?

Ich hab festgestellt, dass es mir leichter fällt, wenn ich beides nahezu gleichzeitig mache. Die Textidee ist da, dann kommt meist eine Akkordfolge, über die ich dann erste Zeilen konkret formuliere. Einen Text ganz ohne Gitarre griffbereit fällt mir sehr schwer – außer es ist ein Talking-Blues.
Wie geht ihr vor, wenn der Text dann da ist? Spielt ihr die Melodie auf der Gitarre? Oder nur die Akkorde? Ergibt sich dadurch die Melodie?
Aus den Akkorden ergibt sich in der Regel eine erste Melodie. Das ist bei einem virtuoseren Anspruch als ich ihn habe (und wegen der begrenzten Möglichkeiten meiner Stimme haben kann) sicherlich anders.
Habt ihr beim Textschreiben vielleicht schon eine Melodie im Kopf oder kommt die erst danach?

Da es gleichzeitig passiert, ersteres. Was nicht heißt, dass das in Stein gemeißelt ist. Je mehr ich ein fertiges Lied singe, desto mehr arbeitet sich eine Melodie heraus.
Wie entwickelt sich dann der Rhythmus? Wisst ihr beim Text schreiben schon, das es z.B. ein Blues wird?

Für den gilt das gleiche, Melodie, Akkorde und Rhythmus gehören zusammen. Spielereien und Veränderungen sind aber immer möglich.
Notiert ihr eure Melodien in Noten? Oder nehmt ihr sie auf? Oder braucht ihr vielleicht beides nicht, weil die Melodie gleich sitzt?
Da ich kein großer Melodiensänger und –schreiber bin, kann ich mich an den notierten Akkorden orientieren. Ich schreibe keine Noten auf, obwohl ich es könnte. Es scheint mir nur für meine Zwecke überflüssig.
Legt ihr Wert auf saubere Reime, auch wenn das, was ihr eigentlich ausdrücken wolltet dann weg ist? Oder andersrum?

Da Hannes Wader mit „Unterwegs nach Süden“ bewiesen hat, dass ein singbares Lied keine Reime braucht, sehe ich das nicht so eng. Auf dem letzten LT habe ich ein Lied gesungen „En chambres des dames“, da hat sich nichts gereimt. Das war nicht nur Faulheit – der Text sollte bewusst sperrig sein.
Wenn ein Reim etwas unsauber ist, stört mich das nicht, sofern es nicht Überhand nimmt. Dem Goethe ist auch sein Frankfurter Dialekt hier und da ausgerutscht, da kann ich über eine Unsauberkeit generös hinwegsehen. Gleiches gilt für Unsauberkeiten im Versrhythmus und für Hebungen – da kann man ganz gut drüber hinwegsingen.
Entscheidender ist meiner Meinung nach die Textidee. Da braucht’s Inspiration. Beim Ausformulieren hilft dann bisweilen nur Schreiben und Durchstreichen, bis es so ist, wie man denkt, dass es gut ist. Da kann ich mich auf Inspiration aus mir heraus nicht verlassen, da braucht’s Thomas Mann’sche Disziplin. Da haben mir die Liedertreffen sehr geholfen, weil ich seitdem gezwungen bin, mich hinzusetzen und was zu produzieren. Man kann Kreativität bisweilen doch erzwingen.
Dein Text, Nicole, ist übrigens großartig. Hat mich echt umgehauen.
Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

Incredible
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#30

Beitrag von Incredible » Mi 21. Okt 2015, 20:19

Hallo,
es ist zwar etwas spät, aber ich finde das Thema so spannend, dass ich als Nachzügler antworte...
Was ist bei euch zuerst da? Der Text oder die Melodie?
Meistens entsteht im Kopf eine Liedtext-Idee, die da vor Ort erstmal "reifen" muss. Wenn sie dann "reif" ist, muss sie so schnell wie möglich raus. Schon mal jemand von Euch mitten in de Nacht einen Text aufgeschrieben? Das kann nämlich auch passieren... Manchmal habe ich auch schon eine Melodie, passend zum Text, im Kopf...
Wie geht ihr vor, wénn der Text dann da ist? Spielt ihr die Melodie auf der Gitarre?
Oder nur die Akkorde? Ergibt sich dadurch die Melodie?
Ich bin ein absoluter Akkordspieler. ich beherrsche als Musik-LK-ler zwar die Noten, aber das ist bei mir nicht im Vordergund. Die Musik zum text entsteht im Kopf im Zusammenhang mit den Gitarrenakkorden...
Wie entwickelt sich dann der Rhythmus? Wisst ihr beim Text schreiben schon, das es z.B. ein Blues wird?
Das entwickelt sich, wenn es nicht schon vorher klar war, meistens beim Spielen... Und wird auch gerne mal variiert, um Abwechslung rein zu bringen...
Notiert ihr eure Melodien in Noten? Oder nehmt ihr sie auf? Oder braucht ihr vielleicht beides nicht, weil die Melodie gleich sitzt?
Ich notiere keine Noten, weil ich eh nur ich bin... Und ich weiß, wie mein Lied klingen soll... Akkorde schreibe ich mir schon auf, weil es inzwischen doch mehr als zwei Lieder sind..
Legt ihr Wert auf saubere Reime, auch wenn das, was ihr eigentlich ausdrücken wolltet dann weg ist? Oder andersrum?
Das kommt immer auf das jeweilige Lied an... Manchmal halte ich es für nötig, dass der Reim simmt und manchmal bieten sich ganz tolle Möglichkeiten, gerade, weil es sich nicht reimt...
Es ist spannend zu lesen, wie unterschiedlich alle hier an die Sache ran gehen und ich bin mir sicher, dass jeder seinen eigenen Weg zu seinen Liedern finden muss...
Ganz liebe Grüße aus Berlin,
Euer T.I.M.
Dieser Beitrag enthält 340 Wörter


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#31

Beitrag von Carsten K » Do 22. Okt 2015, 18:19

Hallo T.I.M.,
es ist nie zu spät, auf so ein spannendes Thema zu antworten. Und ich freue mich, wenn so ein Thema nicht "einschläft", sondern immer wieder neue Beiträge dazu kommen, meinetwegen auch noch in vielen Wochen, Monaten oder Jahren...
"Schon mal jemand von Euch mitten in de Nacht einen Text aufgeschrieben?", fragst Du. - Ich schreibe meine Texte eh oft spät abends, und irgendwann gehe ich dann ins Bett und bin an irgendeiner Stelle nicht so richtig weiter gekommen. Manchmal wache ich dann nachts auf, weil ich eine Idee "geträumt" habe, stehe auf, schalte meinen Rechner ein und schreibe es auf, weil ich es am nächsten Morgen bestimmt wieder vergessen hätte... ;-)
Liebe Grüße
Carschti
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#32

Beitrag von Chrizz » Fr 23. Okt 2015, 13:04


...ein sehr wichtiger Bestandteil beim "Lieder schreiben" ist bei mir inzwischen das Smartphone geworden.
Man hat's fast überall dabei und mit der Diktierfunktion gehen weder
Melodie- noch Textideen verloren!
Vieles wird natürlich auch wieder gelöscht, doch mittlerweile befinden
sich dort schon zahlreiche Ideen, die bestimmt "später"
weiterentwickelt werden. :gitarre2:
So, und nun zu deinem anderen Thema T.I.M., würde gern noch weiterschreiben, aber leider muss ich...
...ARBEITEN! :-(
Grüsse,
Chrizz
Dieser Beitrag enthält 76 Wörter


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DIESEN mag ich ungemein:
Was nicht gratis ist im Leben,
sollte nie umsonst sein!
Chrizz :gitarre2:

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