Straßenmusik

Du willst selber Lieder schreiben und suchst Themen, Lob oder Kritik? Hier bist Du richtig und kannst auch anderen mit Deiner Meinung helfen, ihre Gedanken und Ideen auf Papier, ins Instrument und auf die Bühne zu bringen.

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Carsten K
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#41

Beitrag von Carsten K » Di 7. Jul 2015, 19:08

Nein Rex, ich kenne Elen Wendt nicht. Ich lese weder "Berliner Kurier", noch schaue ich Casting-Shows, und am Prenzlberg bin ich auch nicht so oft, dass sie mir irgendwie aufgefallen wäre...
Aber Straßenmusik verbieten, ist natürlich scheiße, und ich bin dagegen!
Dieser Beitrag enthält 46 Wörter


"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
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#42

Beitrag von Carsten K » Mi 26. Aug 2015, 19:51

Nur mal so...
Hab heute ein bei FB ein Video von Nuria Edwards, einer Berliner Liedermacherin und Straßenmusikerin, die ich vor 2 Jahren auf dem Alex kenngelernt hab, entdeckt:
https://video-fra3-1.xx.fbcdn.net/hvideo-xft1/v/t42.1790-2/11873778_1099075456777142_1487093130_n.mp4?efg=eyJybHIiOjU3MCwicmxhIjoxMDM0fQ%3D%3D&rl=570&vabr=317&oh=1b67c5faf148c3fb5e64aa732f4440f0&oe=55DE22E3
Straßenmusik in Bocholt (liegt übrigend im Kreis Borken, wo Georg und Michael vor kurzem gespielt haben)! Ich hab zwar noch in Bocholt Straßenmusik gemacht, aber ich musste schmunzeln, weil ich 1985 da 4 Wochen auf Zivi-Lehrgang war. Und ich wünschte, es hätte damals schon Straßenmusikerinnen wie Nuria dort gegeben, dann hätte ich das Städtchen nicht ganz so öde in Erinnerung... ;-)

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#43

Beitrag von Carsten K » Mi 2. Sep 2015, 01:15

Hab grad bei FB dieses Video vom Stramu Borken entdeckt:

Viel Spaß! :-)
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#44

Beitrag von Westwind » Mi 2. Sep 2015, 12:03


cARSCHti schrieb:
Nur mal so...
Hab heute ein bei FB ein Video von Nuria Edwards, einer Berliner Liedermacherin und Straßenmusikerin, die ich vor 2 Jahren auf dem Alex kenngelernt hab, entdeckt:
https://video-fra3-1.xx.fbcdn.net/hvideo-xft1/v/t42.1790-2/11873778_1099075456777142_1487093130_n.mp4?efg=eyJybHIiOjU3MCwicmxhIjoxMDM0fQ%3D%3D&rl=570&vabr=317&oh=1b67c5faf148c3fb5e64aa732f4440f0&oe=55DE22E3
Straßenmusik in Bocholt (liegt übrigend im Kreis Borken, wo Georg und Michael vor kurzem gespielt haben)! Ich hab zwar noch in Bocholt Straßenmusik gemacht, aber ich musste schmunzeln, weil ich 1985 da 4 Wochen auf Zivi-Lehrgang war. Und ich wünschte, es hätte damals schon Straßenmusikerinnen wie Nuria dort gegeben, dann hätte ich das Städtchen nicht ganz so öde in Erinnerung... ;-)


Lieber Carschti,
danke fürs Reinstellen der beiden Verknüpfungen :-)
Die Straßenmusiksaison geht ja nun leider bald zu Ende, aber gerade Borken war für mich dieses Jahr ein Highlight (für den Barden, wie ich gehört habe, auch ;-) )
Es ist schon klasse, wieviel gute Musik (gut, meine jetzt nicht unbedingt inbegriffen ;-) ) auf der Straße so zu hören ist, wenn man denn auch mal stehenbleibt und zuhört und nicht nur vorübergeht.
Liebe Grüße
Georg :georg:
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#45

Beitrag von Barde » Mi 2. Sep 2015, 21:39

Jetzt hat mich Georg so lange bearbeitet, dass ich doch was über Borken reinstelle. Zufällig habe ich beim Mail-Sortieren nämlich noch diesen Zeitungsartikel entdeckt.
Liebe Grüße
Michael
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#46

Beitrag von Petra » Mi 2. Sep 2015, 22:12

Hallo Michael,
Deinen Bericht über Deine Erlebnisse in Borken hatte ich mir allerdings etwas anders vorgestellt. :-? Aber immerhin - jetzt sind wir Dir auf die Schliche gekommen. Mich hast Du jedenfalls jahrelang in dem Glauben gelassen, dass Du aus dem Schwabenländle stammst. Und nun lese ich hier, dass Du ein gebürtiger Friese bist. Wem ich glaube, kannst Du Dir ja denken, denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. ;-)
Liebe Grüße von Petra
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#47

Beitrag von Doro1100 » Do 3. Sep 2015, 00:17

Hallo Petra,
in des Liebingsbardens Lebenslauf (auf seiner HP veröffentlicht) ist zwar einiges nicht ganz ernst zu nehmen, den ersten Satz habe ich allerdings immer für wahr gehalten: :-D
Im November 1963 wurde an der friesischen Küste in einer Sturmnacht (was wohl eine gewisse Symbolik haben muss) einem wunderschönen Kindlein das Leben geschenkt - mir.

Gruß Doro
P. S.
O. K. die Passage mit "wunderschönem Kindlein" läßt mich doch gerade ein wenig zweifeln...;-)
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#48

Beitrag von Barde » Do 3. Sep 2015, 00:29

Deinen Bericht über Deine Erlebnisse in Borken hatte ich mir allerdings etwas anders vorgestellt.

Ich dachte, ich komme bequem aus der Nummer heraus, wenn ich nur diesen Artikel einstelle. Aber eigentlich hätte ich es mir denken können, dass euch dies nicht reicht ;-) Vielleicht kommt ein anderes Mal mehr dazu. Georg hat mich ebenfalls schon wieder bedrängt und meint, dies würde nicht reichen :-(
Mich hast Du jedenfalls jahrelang in dem Glauben gelassen, dass Du aus dem Schwabenländle stammst. Und nun lese ich hier, dass Du ein gebürtiger Friese bist. Wem ich glaube, kannst Du Dir ja denken, denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.

Ja, was soll ich dazu sagen? Es stimmt wohl beides, da ich zwar in Friesland geboren, aber im Schwarzwald aufgewachsen bin. Ein schwäbelnder Friese sozusagen. Der Schreiber hat wohl Infos von meiner Webseite an sich gerissen und dieses "Geheimnis" mit verarbeitet.
in des Liebingsbardens Lebenslauf (auf seiner HP veröffentlicht) ist zwar einiges nicht ganz ernst zu nehmen ...

Hast du mich schon jemals ernst genommen, Lieblings-Doro? ;-)

Liebe Grüße vom friesisch-schwäbischen Barden, der auch eine Zeitlang in der Schweiz gelebt hat und nun im hessischen Exil sein Dasein fristet, bis er seiner Bardessa den Wunsch erfüllt und mit ihr nach Leipzig ziehen wird. :barde:
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#49

Beitrag von Petra » Do 3. Sep 2015, 08:46

So ein Barde kommt ja ganz schön rum. :-o
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#50

Beitrag von Barde » Sa 5. Sep 2015, 16:12

So ein Barde kommt ja ganz schön rum.

Man spricht ja oft - nicht ohne Grund - vom "fahrenden Spielmann" ;-
Liebe Grüße
Barde :barde:
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#51

Beitrag von Carsten K » Mi 9. Sep 2015, 22:25

Habe heute bei YouTube eine Arte-Doku aus dem Jahr 2000 entdeckt, die ich mir angeschaut habe und Euch ans Herz legen möchte:
Klaus der Geiger, Straßenmusiker-Legende aus Köln, den ich schon als Teenager auf's äußerste bewundert habe und viele Jahre später dann auch persönlich kennenlernen durfte. Einen, der immer meine Vorstellung geprägt hat, wie Straßenmusik sein sollte...
Hier das Video:
KLAUS DER GEIGER - Dokumentation
Nehmt Euch die knappe Stunde Zeit, es lohnt sich! :-)
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#52

Beitrag von Carsten K » Mo 12. Okt 2015, 21:54

Hab grad dieses schöne Video gesehen:
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#53

Beitrag von Westwind » Mo 5. Sep 2016, 14:55

Hallo zusammen,
meine diesjährige Straßenmusik-Saison hat sich letztendlich auf 2 Tage à 3 Stunden bei der Stadtmusik in Borken reduziert und eine anschließende einstündige Darbietung in einem Seniorenheim.
Ich konnte mich in diesem Jahr doch nicht aufraffen, mal in Dresden zu spielen. Die Bedingungen, immer nur eine halbe Stunde spielen zu dürfen von der halben bis zur vollen Stunde, oder wie man hier sagt " von halb bis 'um' " (Manche sagen auch: "Bis um um", aber ein Kollege meint, das sei falsch, wahrscheinlich in der Annahme, daß das andere richtig(er) sei),und dann eine halbe Stunde Pause einlegen und dann noch einen Stellungswechsel durchführen zu müssen, sind einfach zu nervig.
Mein Repertoire habe ich geändert: ich spiele kaum noch englischsprachige Sachen, habe dafür Lieder von Christian Grote, Stephan Graumann und von Carsten Langner ins Programm mit aufgenommen. Für "In China fällt ein Sack Reis um" gab‘s sogar mal Applaus von Passanten. Hängt natürlich immer davon ab, wer gerade bei welchem Lied vorbeikommt, aber an dieser Stelle war es mir eben aufgefallen.
Obwohl ich mit "Sommer" nur noch ein Lied von RM im Repertoire hatte und somit meine musikalischen Wurzeln eigentlich nicht mehr ganz so leicht zu erkennen waren, gab es dann doch eine Situation, die mir nicht so ganz angenehm war. Ein Herr legte mir einen 5-EUR-Schein in den Koffer und wünschte sich dann "Über den Wolken". Auf der einen Seite ist es natürlich ein schönes Gefühl, wenn die Darbietung in diesem Maße geschätzt und sogar honoriert wird. Daß ich selbst mal einen Musik-Wunsch erfüllen soll, passiert mir wirklich selten. Wie auch immer: mir wäre ein selteneres RM-Lied dennoch lieber gewesen, auswendig kann ich ja genug, aber ich habe den Wunsch dann doch erfüllt. Dabei hatte ich zum ersten Mal bei der Straßenmusik das Gefühl, mich irgendwie verkauft bzw. verhurt zu haben. Eigentlich wäre es ja Grund genug gewesen, sich zu freuen, wenn sich jemand mal ein Lied wünscht, das man aus dem Stegreif auch noch spielen kann, aber mußte es "Über den Wolken" sein? So langsam kann ich es nachvollziehen, daß RM das Lied zig Jahre nicht live gespielt hat. Manche Lieder, so gut und schön sie sein mögen, hat man einfach mal "über". Nun ist ja "Über den Wolken" nichts, wofür man sich schämen müßte, da gibt es ganz andere Lieder aus anderen Genres, die auch oft auf der Straße zu hören sind. Ist eben immer die Frage, wozu man noch steht und was man ablehnt. Aber es ist schon erstaunlich, wie lange einen so kleine Begebenheiten gedanklich beschäftigen können.
Dieses Jahr habe ich auch festgestellt, wie wichtig eine gute Vorbereitung bzw. das Auswendiglernen und Einüben von Liedern ist, und auch noch mal die Lieder vorher zu spielen, die man seit Ewigkeiten spielt und glaubt zu kennen. Mir fehlten in diesem Jahr einfach die Gelegenheiten, live zu üben, um zu testen, in welchen Liedern es klemmt. Zu Hause ist alles kein Problem, auch nicht unter erschwerten Bedingungen mit laufendem Fernseher, aber öffentlich ist es eben anders. Es gibt tausende Möglichkeiten, sich ablenken zu lassen und rauszukommen.
Dazu auch noch eine kleine Anekdote am Rande: ich habe "Viertel vor sieben" schon mehr als 100 Mal, wahrscheinlich sogar schon mehr als 200 Mal gespielt. Im Seniorenheim hatte ich den einleitenden Text fertig gesprochen, wollte ansetzen, und die erste Zeile war weg. Ab der zweiten Zeile "Über'm Stahlwerk" wußte ich den Text. Meistens, wenn mir der Text nicht einfällt, bin ich zuversichtlich, daß er mir noch kurzfristig, auch noch während des Vor-/Zwischenspiels einfällt. Und wenn ich einmal im Lied drin bin, läuft es bei längst bekannten Liedern meistens auch durch. Aber diesmal mußte ich wirklich ein anderes Lied vorziehen. Nach diesem anderen Lied bekam ich dann den Zuruf "Dunkle Regenwolken" einer aufmerksamen Zuhörerin (allerdings keine Heimbewohnerin), und so konnte ich "Viertel vor sieben" doch noch komplett spielen.
Als Konzertbesucher hätte ich bisher vermutlich immer gezögert, bei Textaussetzern durch den halben Saal rufend auszuhelfen, zum Glück kam ich bisher selbst noch nie in diese Situation, vermutlich, weil ich selbst den Text nicht kannte oder der Künstler noch schnell die Kurve bekommen hat, aber mit der eigenen Erfahrung weiß ich nun, wie erleichternd es ist, auf diese Weise Unterstützung zu bekommen. Aussetzer sind ja immer mit Stress verbunden - für mich jedenfalls, und ich glaube, trotz noch so guter Vorbereitung kann es einen immer irgendwann irgendwo erwischen. Dabei halte ich es für einen Riesenvorteil, nur solo unterwegs zu sein. Der Druck ist in einer Band sicherlich noch wesentlich größer. Wahrscheinlich hilft wirklich nur, so lange zu üben, bis auch das Gewissen grünes Licht gibt. Das war bei mir in diesem Jahr nicht der Fall, weil mir die Vorbereitungszeit fehlte, ich aber dennoch glaubte, ohne Aussetzer irgendwie durchzukommen. Tja, wieder etwas dazugelernt ;-).
Jetzt bin ich selbst überrascht, wie lang dieser Text schon wieder geworden ist, und das bei nur 2 Tagen unterwegs mit der Gitarre auf dem Rücksitz.
Viele Grüße
:georg:
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#54

Beitrag von Westwind » Mo 13. Feb 2017, 15:43

StraMu Dresden, nächste Runde:
Neues Jahr, neue Diskussionen um Straßenmusik in Dresden.
Bisher hatte ich aufgrund der Verordnungen der Stadt noch keine Lust, in Dresden Straßenmusik zu machen. Ich habe es mir immer schon mal vorgenommen, aber auch die neuen Ideen wecken nicht unbedingt meine Motivation, hier zu spielen.
Die Diskussionen um Straßenmusik in Dresden gehen weiter, hauptsächlich deshalb, weil eine Formation im Rahmen der bisherigen Bestimmungen so penetrant agiert und musiziert hat, daß das - auch aus meiner Sicht als Straßenmusiker - nicht lange toleriert werden konnte.
Es ist immer wieder das alte Lied: zu lasche Regeln werden von manchen Straßenmusikformationen schamlos ausgenutzt zum Ärger von Anwohnern und Geschäftebetreibern, zu strenge Regeln halten Gelegenheitsstraßenmusiker wie mich davon ab, sich mit der Bürokratie auseinanderzusetzen.
Jede Kommune stellt eigene Regeln auf - mitunter äußerst abstruse. In München muß man auf dem Amt vorsingen, und dann entscheidet genau eine Person, ob man eine Zulassung erhält oder nicht. Also reine Willkür.
In Mainz heißt es laut Verordnung vom 1.12.2008 folgendermaßen (man achte hauptsächlich auf die ersten beiden Punkte):
"1.Die Darbietung von Straßenmusik wird in folgenden innerstädtischen Fußgängerzonen unter Beachtung der in dieser Allgemeinverfügung geregelten Anforderungen allgemein zugelassen:
Spielzone 1: Schusterstraße, Am Brand, Rebstockplatz, Höfchen, Markt, Liebfrauenplatz, Fischtorstraße, Leichhof, Augustinerstraße vom Leichhof bis zur Kartäuserstraße
Spielzone 2: Ludwigstraße, Gutenbergplatz, Schillerplatz, Ballplatz, Bischofsplatz, Stadthausstraße, Pfandhausstraße, Steingasse, Lotharstraße, Neubrunnenplatz, Seppel-Glückert-Passage, Betzelsstraße, Franziskanerstraße
Auf der Rückseite dieses Merkblattes finden Sie einen Plan, aus dem Sie ersehen können, wo sich die Zonen 1 und 2 befinden.
2. Straßenmusik ist nur werktags erlaubt.
In den Jahren mit gerader Endziffer (2004, 2006 etc.) ist Straßenmusik werktags erlaubt in der Spielzone 1 nur vormittags (11:00 Uhr bis 13:00 Uhr), in der Spielzone 2 nur nachmittags (16:00 Uhr bis 18:00 Uhr) bzw. samstags nachmittags (14:00 Uhr bis 16:00 Uhr)
In den Jahren mit ungerader Endziffer (2005, 2007 etc.) ist Straßenmusik werktags erlaubt in der Spielzone 1 nur nachmittags (16:00 Uhr bis 18:00 Uhr) bzw. samstags nachmittags (14:00 Uhr bis 16:00 Uhr) in der Spielzone 2 nur vormittags (11:00 Uhr bis 13:00 Uhr)
3. Im Bereich und bis zu einem Abstand von 100 m von Sonderveranstaltungen (Messen, Märkte, z.B. Wochen- und Weihnachtsmarkt, Volksfeste usw.), die in den genannten Spielzonen stattfinden, ist Straßenmusik nicht zugelassen.
4. Die Straßenmusik darf längstens 30 Minuten von demselben Standplatz aus dargeboten werden. Der Standort muss danach um mindestens 100 m verlagert und darf innerhalb eines Tages nicht wiederholt genutzt werden.
5. Der Einsatz von Blechblasinstrumenten oder ähnlich lauten Instrumenten ist bis zu einer Gruppenstärke von max. 4 Personen erlaubt.
6. Der Einsatz von Verstärkern und von elektronisch verstärkten Instrumenten ist unzulässig, es sei denn er dient zur Untermalung unverstärkter Instrumente und übersteigt deren Lautstärke nicht. "

[Quelle: Stadt Mainz]
„Mainz, wie es singt und lacht“ – fällt mir dazu nur ein…
Die Punkte 3. – 6. sind aus meiner Sicht ja in Ordnung, aber 1. und 2. erinnern mich an den Film "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" mit dem Dialog über das Parken in den roten und weißen Parkflächen. Wer es (noch) nicht (mehr) kennt: Unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug.
Ich hatte in Mainz keine Böcke zu musizieren, oder, um es mal etwas arrogant auszudrücken: die Stadt verdient mich nicht ;-). Vielleicht dienen solche Regelungen aber nur dazu, Nicht-Profis wie mich davor abzuschrecken, in der Stadt zu spielen. Wer weiß das schon so genau?
In Dresden sind nach wie vor Verstärker gestattet, und die Anzahl der Musiker einer Formation ist auch nicht begrenzt. Daß an diesen Schrauben in der Vergangenheit nicht gedreht wurde, habe ich nie verstanden. Laut Artikel vom 13.2.2017 (bemerkenswerterweise am Jahrestag der Zerstörung der Altstadt Dresdens durch Bombenangriffe im 2. Weltkrieg) in der Sächsischen Zeitung soll es zukünftig eine App (!) geben, um sich für Straßenmusik anzumelden. Das Ziel: „Ziel der Vorlage sei, die Auftrittsorte so zu sortieren, dass Anlieger und Händler sich nicht gestört fühlen, die Musiker aber trotzdem spielen können.“ ist zwar gut gemeint, aber ich frage mich, was Leute machen, für die Dresden nur eine Zwischenstation auf ihrer Tour ist oder die eventuell kein Smartphone haben. Wer will sich als Gast denn solche Umstände machen ? Muß das wirklich so kompliziert sein, wenn man spontan mal auf der Straße spielen will ?
Ich habe, wenn ich eine StraMu-Tour mache, immer versucht, mir im Vorfeld Auskünfte von Ordnungsämtern in den jeweiligen Spielorten zu besorgen. Manchmal brauchte ich Genehmigungen, die ich mir auf dem Amt morgens hätte abholen können. Aber wenn ich erst nachmittags oder samstags im Ort ankomme: was soll ich dann machen? Ich habe solche Orte prinzipiell ausgelassen. Das war es mir nicht wert, mich mit sowas rumzuschlagen.
Und wenn es anderen Straßenmusikern auf Tour ähnlich ergeht, und sie entsprechend konsequent handeln, aber auch die Verordnungen der jeweiligen Städte respektieren wollen, geht den Städten nämlich genau die so oft beschworene Vielfalt der Straßenkunst zur Belebung der Innenstädte verloren, weil nämlich immer nur dieselben Formationen in denselben Städten spielen und es Gastmusikern zu kompliziert gemacht wird und ihnen bei den jeweiligen Bedingungen schnell die Lust am Spielen abhanden kommt.
Warum gibt es so viele Instanzen, die das Leben unnötig kompliziert machen ?
Es geht einfacher, zum Beispiel mit folgenden Vorgaben:
- Straßenmusik werktags 10-13 und 15-19 Uhr jeweils für 40 Minuten ab der vollen Stunde.
- Wechsel des Standortes nach jeder 40-minütigen Darbietung, mindestens 150m Abstand zum vorherigen Standort.
- Maximal 3 Personen pro Formation
- elektrische Verstärker sind nicht zulässig
Ob die Standorte nun beliebig wählbar sind oder von der Stadt vorgegeben werden sollten, sollte schon der Entscheidungsgewalt der Kommune unterliegen. Manche Städte, wie zum Beispiel Heidelberg, geben ein paar feste Spielorte vor. Da kann es natürlich passieren, daß sich mehrere Formationen um begehrte Standorte streiten. Bei festen Standorten besteht dann immer wieder die Gefahr, daß die Spontaneität verloren geht, weil es einer vorherigen Organisation bedarf.
Einmal mehr komme ich nicht umhin, das Konzept der Stadt Borken lobend zu erwähnen. Dort haben sich ein paar engagierte Menschen zusammengefunden, mit Anwohnern und Händlern gesprochen, Sponsoren gesucht und gefunden, und seit einigen Jahren die „Stadtmusik Borken“ auf die Beine gestellt. Sie organisieren an vielen Wochenenden in der Straßenmusiksaison freitags und samstags Straßenmusik, wo inzwischen Formationen aus ganz Deutschland und über dessen Grenzen hinaus anreisen.
Es gibt immer wieder gute Ideen und Umsetzungen, wie mit Straßenmusik umgegangen werden kann, aber oftmals habe ich den Eindruck, daß Kommunen mit den damit einhergehenden Fragen überfordert sind.
Klar, als Straßenmusikant will man auch mal spontan und während der Woche spielen, und in Großstädten lässt sich so ein Format wie in Borken sicher nicht so leicht auf die Beine stellen, aber aus meiner Sicht gibt es genug Beispiele, wo mit einfachen Verordnungen die Straßenmusik geregelt ist, so daß es für alle Beteiligten ein guter Kompromiss ist. Ganz ohne Regeln scheint es nicht zu klappen, sonst herrscht Anarchie wie bisher zum Beispiel in Galway in Irland, wo gefühlt alle 50m irgendein Straßenmusiker mit Verstärker mehr oder weniger Musik machte. Seit letztem Jahr wird auch in Galway diskutiert, Regeln einzuführen. Etwas schade ist das schon, wenn Toleranz und Rücksichtnahme aller Beteiligten nicht ausreichen, um miteinander auszukommen. Aber aus meiner Sicht gibt es auch gute Kompromisse, die keine jahrelangen vorausgehenden Diskussionen brauchen und dann in abstruse Beschlüsse münden.
Gruß Georg :georg:
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#55

Beitrag von Carsten K » Mo 13. Feb 2017, 21:21

Hallo Georg,
freut mich, dass Du das Thema hier mal wieder ein wenig auffrischst! :-)
Das Beispiel Mainz finde ich schon sehr krass, einfach, wieviel Mühe sich da jemand gemacht haben muss, um die Thematik möglichst bürokratisch zu klären. Fragt sich allerdings, ob die Stadt Mainz auch den angemessenen Aufwand betreibt, um die Einhaltung dieser Regeln zu kontrollieren, sonst wäre das ganze ja für die Katz... ;-)
Für mich selbst sind die unterschiedlichen Regelungen in den verschiedenen Städten nicht wirklich erheblich. Manchmal habe ich was von Städten wie jetzt Mainz oder früher Dresden, München oder Heidelberg gehört oder gelesen, dann meide ich diese Städte oder spiele trotzdem so lange da, bis jemand vom Ordnungsamt kommt und sagt, ich solle aufhören (mehr passiert ja auch dann nicht). Und diese Regelungen und Verordnungen sind ja auch nur die eine (theoretische) Seite, die praktische Umsetzung jedoch eine ganz andere...
Moralische Bedenken, gegen irgendwelche kommunalen Verordnungen zu verstoßen, indem ich Straßenmusik mache, habe ich jedenfalls nicht, auch wenn ich damit vielleicht etwas "Illegales" tue. Die moralische Frage ist eher, ob ich damit anderen schade, z. B. ob sich sie (Passanten, Anwohner, Menschen, die in den umliegenden Läden arbeiten müssen) mit meiner Musik (die ja auch nicht jedem gefällt) dauerhaft und massiv belästige (was ich sicherlich nicht möchte)...
Und ein wesentlicher moralische Aspekt ist sicherlich auch die Frage, ob ich den Menschen, die in so einer Fußgängerzone ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen (und das sind sind ja nicht nur Musiker) den Platz streitig mache, denn in jeder noch so großen Fußgängerzone in jeder noch so großen Stadt ist dieser Platz begrenzt und wird durch die unzähligen privaten Einkaufszentren (wo Straßenmusik generell verboten ist) immer begrenzter...
Meiner Erfahrung nach lassen sich mögliche Konflikte um gute Plätze, Spielzeiten usw. aber besser klären, wenn sich die Beteiligten persönlich verständigen. Klar, das klappt nicht immer, aber die Grundstimmung derer, die sich künstlerisch oder sonstwie in einer Fußgängerzone betätigen, war bis jetzt immer eher solidarisch, gerade auch seitens derer, die viel mehr auf das Geld, das es auf der Straße zu verdienen gab, angewiesen waren als ich...
Es geht bei dabei meiner Ansicht nach auch darum, diesen öffentlichen (Lebens-)Raum "Fußgängerzone" (der immer knapper wird) zu erhalten und zu verteidigen, und Straßenmusik zu machen kann ein Beitrag dazu sein... Und Straßenmusik zu machen bekommtdadurch auch einen poltischen (moralisch wertvollen) Aspekt, finde ich...
Das Beispiel Borken (Kleinstadt hin oder her) zeigt übrigens, dass die wirtschaftlichen Interessen der örtlichen Geschäftsleute und Straßenmusik/-kunst keineswegs so gegensätzlich sind, denn die Läden in der Borkener Fußgängerzone profitieren vermutlich davon, wenn vielleicht Menschen (die die abgehalfterten Schlager-Stars im nahen privaten Einkaufszentrum oder Möbelmarkt nicht mehr hören können/möchten) lieber in die Fußgängerzone gehen, um dort beim Einkaufen nebenbei authentische Musik zu hören, oder?
In der niederrheinischen Kleinstadt Geldern gibt es seit über drei Jahrzehnten das "Internationale Straßenmaler-Festival", bei dem Straßenmusik und -theater aber ebenso willkommen sind. Dieses Festival wurde ursprünglich von ein paar engagieren Kulturschaffenden und Geldenern Geschäftsleuten ins Leben gerufen, um die Innenstadt (wenigstens an diesem Wochenende) zu beleben. Die Veranstaltung hat sich zu einem (wenn ich nicht dem) Volksfest in dieser Kleinstadt entwickelt, und die örtlichen Läden, die an diesem Wochenende geöffnet haben, machen mehr Umsatz als sonst das ganze Jahr, vermute ich. Und jedes Jahr beteiligen sich neben den unzähligen "internationalen" Künstern (wie mir ;-) ) auch Menschen aus Geldern und Umgebung künstlerisch dieser Veranstaltung, Kinder, die ihre Bilder mit Kreide auf die Straße malen, oder Teilnehmer eines Volkshochschul-Kurses, mit denen Dozent "Klaus der Geiger" ein Straßenmusik-Programm erarbeitet hat... Es geht viel, das Festival wird auch seit Jahren (Jahrzehnten?) von der Stadt Geldern und der benachbarten Diebels-Brauerei unterstützt, und die Künstler kommen bei ihrer Teilnahme auch nicht zu kurz... Hier ein Link zu der Veranstaltung: https://www.geldern.de/de/freizeit-tourismus/strassenmal-und-strassenmusikwettbewerb/
So, bevor ich jetzt hier wieder einen Roman schreibe, schließe ich hier mal... ;-)
Liebe Grüße
Carschti
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#56

Beitrag von Westwind » So 2. Apr 2017, 14:05

Straßenmusik in Galway
HURRA ! :gutelaune:
Ich habe mir einen Wunsch erfüllt und etwas Straßenmusik in Galway gemacht. Es waren zwar nur sechs Lieder, aber somit konnte ich einige Lieder meines Repertoires nun auch endlich mal in Irland singen.
Die Haupt-Fußgängerzone in Galway erstreckt sich vom Spanish Arch kurz vor der Brücke über den Corrib bis kurz vor dem Eyre Square über eine Länge von gut 400 Meter. Sogar jetzt Ende März tummelten sich da von mittags bis spät abends regelmäßig Straßenmusiker, manchmal nur im Abstand von ca. 50 bis 100 Meter zueinander. Da sie teilweise mit Verstärker spielen, kommt es vor, daß sie sich sogar gegenseitig stören. Was mich aber wirklich erstaunt hat, ist, daß selbst Regen kaum einen Musiker abschreckt, weiterzuspielen.
An der Westküste Irlands muß man ja immer mal mit kurzen Schauern rechnen, aber selbst bei durchgängig regnerischem Wetter spielen ein paar Straßenmusiker tatsächlich unverdrossen weiter. Klar, wenn möglich, wird - vor allem abends nach Ladenschlußzeiten - der überdachte Eingangsbereich eines Ladens bevorzugt, aber es gibt auch solche, die weder sich noch ihre Instrumente schonen und im Regen weiterspielen, so daß neben den Gitarren auch die Gitarrentaschen mit den erspielten Münzen weit über vereinzelte Tropfen hinaus richtig nass werden. Ich habe in Deutschland die Erfahrung gemacht, daß die Aufmerksamkeit der Passanten für meine Darbietungen bei Regen gegen Null geht, die Einnahmen somit natürlich auch.
Letzten Donnerstag wollte ich nach dem Essen im "The Quays" gegen 20:30 Uhr Ortszeit noch in einen bestimmten anderen Pub am Eyre Square. Da es den ganzen Abend über mindestens tröpfelte und teilweise regnete, bin ich in Regenjacke relativ zügig die Shop Street entlang gegangen, als ich tatsächlich jemanden mit einer Konzertgitarre sah. Meistens werden für Straßenmusik und für Livemusik in Pubs Westerngitarren verwendet, diese werden meistens mit Schlagtechnik gespielt, auch bei eher leiseren Liedern. Ich bevorzuge als Begleitung ja eher Fingerpicking; Schlagtechnik und Westerngitarre nehme ich eher, wenn ich Krach machen will ;-). Wie auch immer, unverstärkte klassische Gitarren sind normalerweise für die Straßenmusik zu leise, daher suche ich meistens eher enge Bereiche von Fußgängerzonen.
Nun, der Gitarrist spielte ein paar einzelne Töne vor sich hin, ohne Gesang, wurde aber kaum beachtet, weil er saß und zudem zu leise war. Nicht ganz ohne Hintergedanken habe ich ihm einen Euro auf seine Tasche gelegt und das Gespräch gesucht. Er kam aus Spanien und hieß Gabriel. Bei dem Instrument handelte es sich um eine Flamenco-Gitarre. Ich hatte ihn gefragt, ob er für ein paar Euro bereit wäre, mir seine Gitarre zu leihen, aber er wollte kein Geld. Er lieh mir tatsächlich für ein paar Lieder seine Gitarre. Nach dem zweiten Lied gab er mir den einen Euro sogar zurück und hat mir so sehr vertraut, daß er meinte, daß ich ruhig weiterspielen könne, und er die Pause jetzt mal nutzt, um aufs Klo gehen zu können.
Ich spielte folgende Lieder:
- "Fields of Athenry" (von Pete St.John, am bekanntesten ist die Version von Paddy Reilly)
- "Isle of Hope" (von Brendan Graham)
- "Green among the gold" (von Steve Barnes, bekannt geworden durch Sean Keane)
- "Caledonia" (von Dougie MacLean)
- "Green Fields of France" (auch "No Man's Land" - von Eric Bogle)
- "The Boxer" (von Simon / Garfunkel)
Allzuviel Aufmerksamkeit hatte ich bis auf den ein oder anderen nach oben gereckten Daumen zwar auch nicht, obwohl ich gegenüber einem Pub spielte, wo ein paar Leute draußen unter der Markise saßen, um zu rauchen. Das Wetter war eben schlecht und die Gitarre vermutlich zu leise. Aber es gab auch keine ablehnenden Worte, Blicke oder Gesten, und Spaß gemacht hat es allemal :-).
Nachdem ich 2012 in einem Pub in Doolin schon mal ein Lied singen durfte, war dies für mich - dank Gabriel - eine weitere musikalische Wunscherfüllung in Irland.
Georg :gitarre2:
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#57

Beitrag von Carsten K » Di 4. Apr 2017, 00:01

Danke, Georg!
Du hast Dir einen Wunsch erfüllt, den ich mir auch eines Tages noch erfüllen möchte! :-)
Ich habs im vergangenen Jahr wenigstens nach Dublin geschafft, allerdings nur als Zuschauer... - bei einer tollen Open Stage im Mother Reilly's im Außenstadtteil Rathmines, aber vor allem auch bei den unzähligen tollen Straßenmusikern an der (am?) Temple Bar (und Umgebung)...
Jedenfalls hab ich mir letztes Jahr vorgenommen, beim nächsten Mal sollen es auch weitere Ziele in diesem tollen Land sein, z. B. auch Galway oder Limerick...
LG cARSCHti
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#58

Beitrag von Carsten K » Di 25. Apr 2017, 18:01

Ihr Lieben,
ich hab mich gerade für das Straßenmusikfest Goldene Säge in Osnabrück am Sa 05.08.2017 angemeldet. Vielleicht gibt es hier ja Menschen, für die das auch was wäre... ;-)
Ich habe daran bereits 2007, 2009, 2010 und 2011 teilgenommen und kann es nur empfehlen. Man bekommt einen Fahrtkostenzuschuss, ein kostenloses Abendessen (Gegrilltes), einige Freigetränke und kann (wenn einem Schlafsack & Isomatte genügen) kostenlos übernachten. Es gibt auch Geldpreise, aber auf die sollte man als Liedermacher lieber nicht spekulieren, wenn man nicht enttäuscht werden will...
Was mich jedoch jedes Mal beeindruckt hat, ist die freundliche und solidarische Atmosphäre, die dort vorherrscht, und die Offene Bühne vor der Preisverleihung am Abend ist eine schöne Gelegenheit, seinem aufgeschlossenen Publikum neben Gegrilltem dann auch noch mal einen leckeren Hühnernudeltopf servieren zu dürfen... ;-)
Liebe Grüße
cARSCHti
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#59

Beitrag von Carsten K » Do 9. Nov 2017, 01:38

„77 Jahre Klaus der Geiger“ Ausstellung über Kölns bekanntesten Straßenmusiker
Hier ein Artikel aus der "Kölnischen Rundschau": https://www.rundschau-online.de/region/koeln/-77-jahre-klaus-der-geiger--ausstellung-ueber-koelns-bekanntesten-strassenmusiker-28776998?dmcid=sm_fb
Dieser Beitrag enthält 41 Wörter


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#60

Beitrag von Westwind » Mo 23. Apr 2018, 22:55

Neue StraMu-Saison und Erkenntnisse, die ich längst kennen sollte ;-)
Hallo zusammen,
bei dem guten Wetter der vergangenen Tage und Wochen gibt es verschiedenste Möglichkeiten, die Saison zu eröffnen. Sei es die Frühjahrs-Radtour, die erste Moped-Ausfahrt, das Angrillen, der Hausputz, oder ganz andere Dinge. Nun, meine erste mehrtätige Radtour habe ich bereits gemacht, aber ich habe das schöne Wetter eben auch genutzt, die Straßenmusiksaison zu eröffnen. Und bin dabei um eine Erfahrung reicher geworden:
Für Profis ist es selbstverständlich, sich vor jedem, aber wirklich jedem Auftritt bestmöglich vorzubereiten. Alle anderen, die irgendwo auftreten, üben sicherlich auch meistens. Texte und Akkorde müssen bei Konzerten, egal wie groß oder klein der Rahmen ist, eben sitzen. Selbst für eine Geburtstagsfeier habe ich ja schon geübt. Wohlgemerkt, ich habe immer das Bedürfnis, auswendig zu spielen, natürlich auch bei Straßenmusik. Nicht nur, um das Geschehen um mich herum zu beobachten und den Blickkontakt zu etwaigen Zuhörern zu haben, sondern auch einfach aus reiner Neugierde, wie die Leute jeweils reagieren.
Nun, für meinen Auftakt habe ich 2-3 neue Lieder einstudiert, und 3-4 weitere aus meinem Repertoire bin ich vorher noch mal kurz durchgegangen, und die anderen 20-25 konnte ich ohnehin noch auswendig aus den vergangenen Jahren. Oft ist es so, daß ich beim Spielen auch in die Lieder reinfinde und somit nicht mehr jedes Detail eines Liedes aus dem langjährigen Repertoire vorher durchzugehen brauche. Akkorde und Texte, die ich vorher nicht unbedingt weiß, fallen mir dann im Spielfluss meistens wieder ein. Neue oder selten gespielte Lieder übe ich natürlich schon noch.
Für das Spielen in einer ca. 20.000 Einwohner großen Stadt habe ich mich vorher mal wieder beim Ordnungsamt nach den Bedingungen erkundigt, die einigermaßen entspannt waren, wo ein Standortwechsel nach ca. 30 Minuten allerdings gewünscht war. Ich habe in der Altstadt einen guten Platz zum Spielen ergattert, natürlich im Schatten, aber gut sichtbar an einer schmalen Stelle der Fußgängerzone. Als unverstärkter Fingerpicker bin ich ja immer etwas darauf angewiesen, daß der Schall etwas reflektiert wird.
Normalerweise stelle ich mich nicht gegenüber von Restaurants oder Eiscafés, weil ich keine Belästigung sein möchte und es selber nicht mag, ohne Fluchtmöglichkeit angesungen zu werden, wenn ich mich irgendwo hinsetze, um etwas zu essen oder zu trinken. In diesem Fall aber war gegenüber eine Bäckerei, die draußen Stühle hingestellt hatte, die aber annähernd keiner genutzt hat, weil diese Sitzplätze die pralle Nachmittagssonne abbekamen, wo man sich an diesem Tag wirklich schon hätte brutzeln lassen können.
Ca. 10m rechts von mir begann der Sitzbereich einer Gaststube mit schattigen Plätzen, die aber auch kaum belegt waren so um 15 Uhr. Wer wollte, konnte sich also halbwegs in meine Nähe setzen, wer nicht, etwas weiter weg. Die Stadt war gut besucht und dieser Bereich der Fußgängerzone war von Passanten / Touristen gut frequentiert, da er direkt zu einem großen Parkplatz am Altstadtrand führte.
Ich merke gerade, daß meine Ausschweifungen eher für einen Roman geeignet wären als für einen kurzen Erfahrungsbericht meines Saisonauftaktes für Straßenmusik.
Um es also abzukürzen: ich habe eine Stunde lang an dieser Stelle gespielt. Die alten Lieder konnte ich noch, aber bei den vorher bekannten Wackelkandidaten und bei einem der neuen Stücke klemmte es etwas. Text- bzw. Akkordunsicherheiten. Demzufolge habe ich viel zu verkrampft gespielt, und was mir aufgefallen ist, worüber ich mir vorher nie Gedanken gemacht habe, ist: es ist wirklich viel einfacher, so gut vorbereitet zu sein, daß die Lieder auf jeden Fall sitzen, egal, was um mich herum passiert, um einfach lockerer zu sein und mich auf den eigentlichen "Auftritt" zu konzentrieren, neudeutsch aufs "Performen" zu konzentrieren. Bei Konzertauftritten bereite ich mich ja auch meistens entsprechend gut vor. Aber selbst für die Straßenmusik erscheint mir dies nun sinnvoll.
Es blieben zwar Leute stehen, die zuhörten und ich hatte auch ein paar Einnahmen, von denen ich mir eine Bratwurst, vermutlich aber ohne Brötchen und Senf, hätte leisten können, aber diese Stunde war dann doch eher eine Enttäuschung, die aber zum größten Teil daher rührte, daß ich mich einfach nicht wohl gefühlt habe und viel zu verkrampft war.
Es blieb somit erstmal bei diesem einen Tag und bei der Erkenntnis, daß die Saison noch lang ist, ich für das nächste Mal aber die Lieder, alte wie neue, noch mal solange vorher übe, daß ich sie wirklich auswendig spielen kann. Macht mir dann einfach mehr Spaß.
Und es bleibt die zusätzliche Erkenntnis, daß ich zu jedem Tag Straßenmusik eine Menge erzählen könnte. Vielleicht sollte ich doch mal mit einem Buch anfangen ;-). Oder ich werde Blogger, es gibt ja tatsächlich Leute, die das zum Beruf gemacht haben und davon (bzw. von den damit einhergehenden Werbeeinnahmen) leben. Wäre aber vermutlich doch nicht so meine Welt. Aber bevor ich mich in dieses Thema jetzt reinsteigere, mache ich Schluß für heute.
Dann viel Spaß allerseits an der musikalischen Freiluftsaison, aktiv und/oder passiv !
Georg :gitarre:
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