Text: "Ich glaube nicht"

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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Holgi
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Text: "Ich glaube nicht"

#1

Beitrag von Holgi » So 2. Sep 2007, 14:07

Ich möchte mal den Text des Liedes "Ich glaube nicht" zur Diskussion stellen.
Ist es nicht etwas pauschal formuliert, was er dort an den Pranger stellt?
Ich möchte bitte keine Grundsatzfrage (Pro und Contra Reinhard Mey), sondern nur eine textbezogene Diskussion lostreten.
So einfühlsam er viele Texte umsetzt, umso mehr überrascht er mich manchmal in seiner Kompromisslosigkeit.
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JuergenF
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Text: "Ich glaube nicht"

#2

Beitrag von JuergenF » So 2. Sep 2007, 14:39

Hallo Holgi!
Ich finde den Text eigentlich sehr wenig radikal (an die "Wurzel" gehend). Er prangert ja nur einige Auswüchse an, und kann sich dabei der Zustimmung von weit über 90% seiner Zuhörer sicher sein. Also, denk ich mal :roll:
LG
Jürgen
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Holgi
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Text: "Ich glaube nicht"

#3

Beitrag von Holgi » So 2. Sep 2007, 15:00

Ich finde den Text eigentlich sehr wenig radikal (an die "Wurzel" gehend). Eben das meine ich. Ist es nicht etwas Pauschal, darauf seinen Glauben zu beziehen?
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Mickey
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Text: "Ich glaube nicht"

#4

Beitrag von Mickey » So 2. Sep 2007, 15:55

Hallo zusammen
Ich finde den Text billig. Den Finger in Wunden zu halten, die allesamt bekannt sind, ist keine Kunst. Schade auch, dass der Katholizismus so häufig auf einzelne Aspekte wie Zölibat und einzelne Verfehlungen reduziert wird. Solche Argumente kann ich nicht ernst nehmen.
Liebe Grüsse
Mickey
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fille
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Text: "Ich glaube nicht"

#5

Beitrag von fille » So 2. Sep 2007, 15:57

Hallo!
Hm, das ist keines der Lieder, die mich sehr ansprechen!
Ín der letzten Strophe kommt er zu dem Resultat, dass er doch glaubt. Ja, er hat da seine eigene Meinung gebildet - wie in allem. Es ist aber nur SEINE Meinung. Nicht mehr und nicht weniger.
OK! Ich glaube z. B. auch nicht, dass Jesus das Zölibat wollte.... Aber ich höre gerne Kirchenglocken. Sie haben für mich etwas festliches und einen schönen Klang. Ich besuche gerne Kirchen, Kathedralen usw. Ich erfreue mich an der Kunst und diese Stätten haben doch etwas Erhebendes. Egal ob man gläubig ist oder nicht.
Mir gefällt der Ausdruck "schleimige Heuchler" nicht. Überhaupt scheint mir das ganze etwas intolerant und mit Vorurteilen belasted.
Das ist jetzt MEINE Meinung.
Liebe Grüße
Marianne
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Keef1
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Text: "Ich glaube nicht"

#6

Beitrag von Keef1 » So 2. Sep 2007, 16:15

Dass Herr Mey gerne einmal etwas pauschalisiert ist ja nicht gerade ein Geheimnis, mal etwas dezenter (Das Narrenschiff), mal etwas plakativer wie in diesem Lied. Ich weiß nicht was ihn zu diesem Lied inspiriert hat aber es passt in die "Sakrileg"-Zeit, die ja etwa zu der Zeit der Entstehung des Liedes ihren Höhepunkt hatte. Auch in diesem Buch wird vieles plakativ und teilweise sehr allgemein dargestellt.
Was meine persönliche Meinung zum Inhalt angeht, gebe ich Mey größtenteils Recht, habe beim Hören so manches Mal schon gedacht, "das hätte auch von mir kommen können".
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JuergenF
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Text: "Ich glaube nicht"

#7

Beitrag von JuergenF » So 2. Sep 2007, 16:32

Naja, die Stelle mit den Kirchenglocken ist genial (Höllenlärm, himmlische Ruhe). Habe ich oft zitiert, weil ich mich durch Kirchenglocken auch terrorisiert fühle. (Bei 3 Mal die Woche würd ich nix sagen). Ist aber natürlich ein Randthema.
Wichtiger ist, daß RM mit der Kritik an Zölibat, Prunksucht, Papst-Dogma usw. ja nicht den ganzen Glauben und die ganzen Religionen verdammt! Daher sehe ich eben keinen pauschalen Religionsverriß in diesem Werk. Das Problem ist nur, daß Kritik am Zölibat usw. doch recht ausgelutscht ist, neue Aspekte bringt der Meister hier auch nicht rein.
Jürgen
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Text: "Ich glaube nicht"

#8

Beitrag von Oberfranke » Mi 5. Sep 2007, 11:24

Mit Sicherheit kein Lied mit Ohrwurmcharakter, bei dem Thema kein Wunder:-)
Aber ein Lied bei dem ich beim ersten Anhören oft genickt hab und mir sagte: "Jawoll, so seh ich das auch".
Reinhard zeigte sich seinerzeit im erzkatholischen Bamberg sehr beeindruckt, als er nach dem Lied viel Applaus bekam und meinte sinngemäß: "Ich freue mich, dass dieses Lied gerade hier so tolerant aufgenommen wird, das ist nicht selbstverständlich."
Ich glaube auch, bin sogar katholisch, brauche aber die Kirche als Institution nicht, schon gar nicht die katholische, zu angestaubt, nicht mehr zeitgemäß und vor allem zu stur, daran was zu ändern.
Tja, leider bleibt das Zölibat das beste Beispiel, man siehts ja gerade wieder in Regensburg...

Ansonsten halte ich es wie Marianne, ich mag Kirchen als GEBÄUDE, mag die Akkustik, schau auch ab und an mal rein, das wars dann aber auch.
Aber wie sagte mir schon mein Dad (der den folgenden Spruch wiederum von Omma hatte:) "Ein guter Christ muss noch lange kein guter Kirchengänger sein." :-)
So, jetzt gibt es eine Meinung mehr, in diesem Fall meine, einigen hier mit Sicherheit zu platt und pauschal formuliert, steinigt mich :-)
Gruß Stefan
P.S. Hier ne neue Diskussion über ein altes Lied, heute über google alert gekommen:
http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::220535&hxmain_category=::pjsub::opinio::/musik_multimedia/cds/pop
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Text: "Ich glaube nicht"

#9

Beitrag von Skywise » Mi 5. Sep 2007, 11:56


JuergenF schrieb:
Wichtiger ist, daß RM mit der Kritik an Zölibat, Prunksucht, Papst-Dogma usw. ja nicht den ganzen Glauben und die ganzen Religionen verdammt! Daher sehe ich eben keinen pauschalen Religionsverriß in diesem Werk.
Das Problem ist nur, daß Kritik am Zölibat usw. doch recht ausgelutscht ist, neue Aspekte bringt der Meister hier auch nicht rein.
Der erste Absatz ist glücklicherweise richtig, der zweite leider richtig.
Den Ansatz fand ich sehr interessant; daß er dann in eine Pauschalschelte überging, hat mir weniger gefallen. Schöner wär's gewesen, wenn er auch die positiven Aspekte der Institution Kirche angesprochen hätte, wie etwa soziale Dienste von Kindergärten bis hin zur Altenpflege, aber das hat ihm wohl nicht ins Konzept gepaßt, auch wenn mittlerweile bekannt ist, daß es auch in diesen durchaus positiven Bereichen ebenfalls negative Strömungen gibt, aber das ist ein etwas komplexeres Thema, das man vermutlich nicht in einem einzigen Lied abhandeln kann ... :weissnicht:
Gruß
Skywise
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Bastian
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Text: "Ich glaube nicht"

#10

Beitrag von Bastian » Mi 5. Sep 2007, 13:41

@
Oberfranke
Danke für den Link. Wahrscheinlich muss man etwas älter sein, um den alten Barden richtig zu verstehen. Klasse-Rezension. Bin zwar noch nicht alt, aber mit Mey und Wader großgeworden.
Ciao, Bastian
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