Technische Probleme mit den Einloggen über das Usermenü.

Was ist geschehen?

Für die Forensoftware wurde ein neues Update eingespielt. Dabei wurden von den Entwicklern einige Funktionen geändert, die für mehr Sicherheit beim Umgang mit Login Daten sorgen sollen. Dafür müssen aber einige Teile der Webseite umprogrammiert werden, die von Modulen verwendet werden, die auf die Änderungen am Hauptprogramm noch nicht eingestellt wurden. Dies betrifft leider auch das Login Eingabefeld in Usermenü, wenn Du ausgeloggt bist.

Muss ich jetzt ein neues Passwort anfordern, um mich einloggen zu können?

Nein, es ist nur momentan nicht möglich, sich über das Usermenü einzuloggen.

Wie kann ich mich denn auf dem Forum Einloggen?

Bitte klicke links oben über der Eingabemaske auf das Wort "Anmeldung" und gibt Deine Login Daten in den entsprechenden Feldern ein.

War der Schutz meiner persönlichen Daten zu jeder Zeit gegeben?

Das Update hatte keine Auswirkung auf irgendwelche Daten. Es wurde lediglich ein Programmteil geändert, welches sicherstellen soll, dass sich niemand mit den Daten eines anderen Users (z.B. eines Admins oder Moderators) Einloggen kann, obwohl er dafür nicht die Zugangsberechtigung hat.

Was muss ich jetzt noch tun / beachten?

Du kannst mir etwas Zeit geben, damit ich eine Lösung für dieses Problem finde. Ich habe mich bereits an die Entwickler gewandt und hoffe, sie können mir schnell helfen.

Ich habe dazu noch Fragen.

Bitte melde Dich in diesem Fall direkt über das Kontaktformular bei mir.

08.05.2019, migoe | www.liedermacher-forum.de

Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella, die er am 14. Oktober 1977 heiratete und mit der er drei Kinder hat.
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saho1005
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#1

Beitrag von saho1005 » Di 27. Dez 2005, 13:52

Im Zuge der Diskussion um die Elch/Hirsch-Fotos ist mir wieder etwas eingefallen, was mich sehr nachdenklich gemacht hat.
In einem Interview wurde Reinhard Mey einmal gefragt, ob er zu Hause mit seinen Kindern auch viel singt an Weihnachten, Geburtstagen und überhaupt. Er hat darauf geantwortet, daß er zu Hause gar nicht bzw. nur sehr wenig singt. Er habe das Gefühl, daß er eine Show abliefern muß und das möchte er zu Hause nicht. - Soweit das Interview sinngemäß.
Dieses Gefühl beschleicht mich in letzter Zeit immer und immer wieder, wenn ich beobachte, was er so von sich gibt und wie er sich manchmal verhält. Ich habe immer mehr das Gefühl, daß er die Rolle vom "netten Schwiegersohn" nur noch spielt und insgeheim darüber lacht, daß ihm jeder das auch abnimmt. Viel zu viel spricht aber dagegen, man denke nur an die Abschaltung aller Fanpages. Aber nach außen hin wird der Liberale gemimt, der die Meinung jedes anderen akzeptiert.
Mein Bild, daß der, der da steht, das, was er singt, auch so meint, wird mehr und mehr demontiert.
Ich versuche, mich nur noch der Musik von Reinhard Mey zu widmen und zu denken, daß dahinter jemand steht, der wie jeder andere Musiker damit seine Brötchen verdient. Und die Musik hat wenigstens Niveau. Ich versuche, den Menschen dahinter (zumindest wie er vorgibt zu sein) auszuklammern.
Sicher kann man das nicht immer 100% trennen. Ich will auch nicht die Musik von einem "Ar..." kaufen und dem ein tolles Leben finanzieren. Aber so schlimm ist es ja mit RM ja auch nicht. Aber wenn mir seine Musik nicht so unendlich viel geben würde, müßte ich mir ernsthaft überlegen, ob er an mier noch 1 Cent verdient.
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#2

Beitrag von fille » Di 27. Dez 2005, 15:08

Hallo Saho!
Ich möchte mal so sagen! Reinhard Mey ist kein Heiliger, sondern ein Mensch mit Stärken und Schwächen.
Ein Vorteil ist doch schon mal, dass er sich wohl gut im Griff hat und seine negativen Seiten nicht offen zeigt. Es gibt ja genug Musiker, die ein schlechtes Image pflegen.
Der Reinhard Mey, der uns etwas bedeutet, ist der symphatische Künstler mit den wunderbaren Texten. Die Privatperson kennen wir nicht. Obwohl (oder gerade weil) ich zur Zeit "Was ich noch zu sagen hätte" lese, weiß ich nicht, ob ich ihn privat gerne gut kennenlernen wollte.
Er drückt in vielen Lieder etwas aus, das ich unterschreiben könnte, aber ich weiß genau, dass ich wohl viele Streitgespräche mit ihm führen müsste.
Also nehmen wir ihn so wie er ist, respektieren sein Privatleben und lassen ihm seine Macken. Man wird keinen Menschen finden der nur gute Seiten hat.
Das hat Renaud übrigens ihn seinem "Dr. Renaud, Mr. Renard" sehr gut ausgedrückt. Und er meinte, je älter er würde, desto mehr käme "Renard" (der Fuchs) in den Vordergrund.
Liebe Grüße
Marianne
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saho1005
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#3

Beitrag von saho1005 » Di 27. Dez 2005, 15:25

"Was ich noch zu sagen hätte" war ein Mosaiksteinchen, das mein Bild ins Wanken brachte...
Dort hat mir auch einiges sehr sauer aufgestoßen...
Sage ich ja, lassen wir ihm sein Privatleben und stürzen uns auf seine Musik; die ist ja letztendlich das, was an ihm wirklich interessiert.
Dieser Beitrag enthält 50 Wörter


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OkeGaster
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#4

Beitrag von OkeGaster » Mi 28. Dez 2005, 12:04

Hallo!

Ich glaube, es liegt in der Natur des Künstlers ungewöhnlich zu sein!

Die Musik ist Reinhards Kunst, sein Beruf und sein Lebenswerk. Vielleicht sucht er damit auch nicht Verkörperung mit sich selbst, sondern vielmehr das was er gern wäre in manchen seiner Lieder. Das Beruf nichts mit dem Privatleben zu tun hat, dass wissen wir doch alle :-).
Ich denke aber, dass der Großteil seiner Texte auch ihn repräsentiert, auch der, der er zu Hause ist. Wenn nicht, dann gebe ich Euch Recht, dann ist es seine Sache und wir, seine Zuhörer, sollten uns nicht darum scheren. Wir sollten seine Musik lieben! Und das tue ich, für meinen Teil, auch wenn RM anders sein mag als er sich in seinen Liedern präsentiert. Der private Mey möchte vielleicht auch einfach der private Mey bleiben... Wir wissen glaube ich gar nicht viel über ihn...
Ich hatte bisweilen sowieso den Eindruck, dass er eigentlich jeden Rummel um seine Person gern meidet und davor habe ich Hochachtung!

Gruß Oke :-D
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domack
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#5

Beitrag von domack » Mi 28. Dez 2005, 14:10

Mich persönlich hat die Einstellung zum Laufen und Autofahren von Reinhard Mey in "Was ich noch zu sagen hätte" etwas sauer gemacht. In vielen seiner Lieder greift er "Luftverschmutzer" oder "Umweltschweine" an und selbst geht er nicht in eine Kneipe, wenn er nicht direkt davor parken kann. Fand ich persönlich etwas schwach, was allerdings auch wenig an meiner Einstellung zu seiner Musik ändert
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In dieser Welt kommen uns die wahren Werte abhanden,
In dieser Schule gibt es kein Fach Menschlichkeit und Mut.
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fille
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#6

Beitrag von fille » Mi 28. Dez 2005, 17:00

domack hat geschrieben:
Mich persönlich hat die Einstellung zum Laufen und Autofahren von Reinhard Mey in "Was ich noch zu sagen hätte" etwas sauer gemacht.

Das ist tatsächlich auch ein Punkt, der mich gestört hat. Es geht mich zwar nichts an, aber (wahrscheinlich mein Spleen) irgendwie sind für mich Leute die jeden Meter mit dem Auto fahren, Weichlinge (insgeheim verachte ich sie ein bißchen). Ich hab' das vielleicht dick, wenn Mütter ihre Kinder ganze 600 Meter bis zum Kindergarten mit dem Auto fahren...Aber es gibt Schlimmeres!
Was mir auch etwas aufgestoßen ist - er hat augenscheinlich Vorurteile gegen kirchliche Einrichtungen, meint immer, dass die alle missionieren wollen. Und ist total überrascht, wenn das nicht der Fall ist. Hm! Für mich sind das Vorurteile und Intoleranz. (Ich bin selbst kein Kirchengänger, habe aber engagierte Menschen aus christlichen Einrichtungen, sogar einige ganz tolle Mönche, kennen und schätzen gelernt.)
Diese beiden Punkte haben mir auch nicht behagt. Aber im Großen und Ganzen ist er mir doch immer noch sehr symphatisch. Einiges hat mich zum Nachdenken angeregt und er ist immer noch mein liebster (deutscher) Chansonnier. :-)
Liebe Grüße
aus dem total verschneiten Bayern
Marianne
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Pepita
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#7

Beitrag von Pepita » Mi 28. Dez 2005, 22:57

Also, ehrlich gesagt, kann ich nicht ganz nachvollziehen, was hier diskutiert wird... :roll:
Nehmt Reinhard Mey doch einfach als begnadeten Künstler, denn damit sind wir uns denke ich alle einig, und versucht nicht alles zu analysieren und auf Biegen und Brechen ein Haar in der Suppe zu finden! Ich finde man sollte akzeptieren, dass jeder Künstler ein Privatleben hat. Würde Reinhard Mey alles über uns sammeln, lesen, suchen, würde er sicher auch einiges an unserer Personalität oder dem einen oder anderen Lebensstil auszusetzen haben.
Vieles was man über die Künstler liest stimmt ja auch nicht...
Also, lasst euch die schöne Musik nicht verderben... :-)
Pepita
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Nordlicht
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#8

Beitrag von Nordlicht » Do 29. Dez 2005, 08:46

Liebe Pepita !
Zunächst einmal ein herzliches Willkommen im "Liedermacher- Forum !"
Wenn Du sagst
Also, ehrlich gesagt, kann ich nicht ganz nachvollziehen, was hier diskutiert wird... / ...und versucht nicht alles zu analysieren und auf Biegen und Brechen ein Haar in der Suppe zu finden!

sprichst Du mir damit aus ganzem Herzen und vollster Seele !
(Ich weiß, daß das merkwürdig klingen mag, habe ich mich doch selbst an dieser Diskussion etwas beteiligt, aber das ist vielleicht die Ambivalenz im menschlichen Dasein...)
:-D;-):-D;-):-D;-)
Liebe Grüße aus Oberösterreich
ANDREAS.

(...der RM trotz allem, was war und, vielleicht, ist immer noch als großartig einschätzt...)
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in miracles, much more than I can say,
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in drifting hearts, so far away."

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Eurydike
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#9

Beitrag von Eurydike » Do 29. Dez 2005, 13:26

Hallo Leute,
ich habe mich entschlossen, bei euch mitzumachen. Für mich ist RM seit ca. 27 Jahren DER Liedermacher. Ich habe natürlich eure Diskussionen gelesen und kann mich hier Pepita nur anschließen. Ich liebe seine Lieder, ich will glauben, dass der Privatmensch hält, was er in seinen Liedern verspricht, aber jeder hat seine Macken. Und solange er sich nicht als völliges A... outet (was nicht passieren wird), ist mir der Rest ziemlich egal.
Schön, dass es dieses Forum gibt, ich bin schon gespannt auf die nächste Zeit.
Liebe Grüße, die Neue
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Miramis
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#10

Beitrag von Miramis » Do 29. Dez 2005, 14:56

Erstmal ein ganz herzliches Willkommen an die 2 neuen!
Ich kann mich den letzten Beiträgen nur anscließen. Lasst uns einfach die Musik und die wunderbaren texte genießen, denn darum geht´s uns doch letztendlich, oder nicht?
Liebe Grüße, Miramis
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Leicht?
Noch nicht.
Doch voll Musik
Und weiter, weiter Welt.
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fille
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#11

Beitrag von fille » Do 29. Dez 2005, 17:15

Ich grüße die neuen Meylinge - Willkommen an Bord!
Miramis hat geschrieben:
Lasst uns einfach die Musik und die wunderbaren texte genießen, denn darum geht´s uns doch letztendlich, oder nicht?

Natürlich geht's darum! Aber du hast das Buch ja selbst gelesen und warum soll man nicht auch mal darüber reden?
Mey ist ein begnadeter Künstler, ist symphatisch und hat eine ungeheure Ausstrahlung. Wenn er nicht ein paar (menschliche) Fehler hätte, wäre es ja gar nicht auszuhalten mit ihm ;-)
So geht das weiter, auch wir tragen alle unser Etikett.
Mir hat man eins angeheftet, darauf steht: Der Kerl ist nett.
– Also nicht so‘n Etikett, wie ich‘s im Tatort-Krimi sehe,
Mit ‘ner dicken Strippe festgebunden an der großen Zehe. –
Also, sicher bin ich nett, aber auch fies und gemein!
Und wenn ich will, kann ich ein echter Kotzbrocken sein!
Ja, ich stänker‘, und ich mecker‘, und ich hau‘ voll auf die Kacke,
Ich bin der Abschaum, das Letzte, ‘ne schlimme Schweinebacke.
Doch so‘n Etikett sitzt fest, aber das Schöne daran
Ist, daß ich ungestraft und nett die Sau rauslassen kann.

:-)
Liebe Grüße aus dem eiskalten Bayern
Marianne
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Pepita
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#12

Beitrag von Pepita » Do 29. Dez 2005, 18:07

Ach, ist es nicht schön, wenn sich alle einig sind?


Also, sicher bin ich nett, aber auch fies und gemein!
Und wenn ich will, kann ich ein echter Kotzbrocken sein!



:-)
Lassen wir ihn im Privatleben auch gern mal einen Kotzbrocken sein! :-D
Liebe Grüße,
Pepita
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Reinhard Mey "Vernunft breitet sich aus"

Eurydike
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#13

Beitrag von Eurydike » Do 29. Dez 2005, 18:14

Hallo Marianne,
die eine Neue grüßt zurück. Du hast schon recht, man kann sicher auch über den (erdachten, erahnten, erhofften) Privatmenschen RM und seine Ansichten diskutieren. Aber man sollte ihm auch seinen Freiraum zugestehen. Als Promi bleibt da nur das ganz private Umfeld. Dass er das hütet ist verständlich.
Deine Bemerkung, seine "Kirchen-Allergie" betreffend, ich denke, er meint nicht die kleinen Leute von nebenan sondern die Institution Kirche ansich. Und da stimme ich mit ihm völlig überein. Es ist für mich ebenso wenig zu verstehen, was die Kirche in unseren Zeiten für bornierte und teilweise mittelalterliche Ansichten vertritt.
Aber auch für mich gibt es Dinge, die mit den Ansichten Reinhard Meys bzw. denen anderer Personen sicher nicht deckungsgleich sind. Und ich finde das gut so, das Leben wäre sonst bestimmt ziemlich langweilig.
Viele Grüße aus dem sicher nicht ganz so kalten Leipzig, Eurydike
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Ninette
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#14

Beitrag von Ninette » Do 29. Dez 2005, 19:55

Hallo Eurydike und Pepita!+
Auch von mir herzlich Willkommen. Ihr habt wirklich recht, man muß nicht krampfhaft nach einem Haar in der Suppe suchen, wenn wir uns doch alle über die Qualität seiner Lieder einig sind. Lassen wir dem Mann doch sein Privatleben, mitsamt seinen Macken, Unarten, Ausrutschern usw. Nobody is perfect.
Da kann ich mich euch nur anschließen!! :haende:
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(Reinhard Mey: "Sei wachsam")

Nordlicht
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#15

Beitrag von Nordlicht » Fr 30. Dez 2005, 01:50

Hallo, Eurydike !
Du schreibst
...man kann sicher auch über den (erdachten, erahnten, erhofften) Privatmenschen RM und seine Ansichten diskutieren...

und sicherlich ist das möglich, keine Frage. Aaaaaber: Ist das dann wirklich eine "Diskussion" ? Ich denke, das wäre mehr die Unterhaltung über jemandem als mit ihm. Und genau das ist es doch, was Mey an seinen "Fans" (und an manchen Äußerungen auf www- Seiten...) so stört, wenn man seinen in Interviews, Talkshows etc. getätigten Aussagen Glauben schenken darf.
Vor länger Zeit habe ich im TV anläßlich der Debatte um diese unselige "Deutschquote" ein Gespräch mit (dem von mir in letzter Zeit immer mehr geschätztem) Herbert Grönemeyer verfolgt, in dem dieser (sinngemäß) ausführte: Der Konsument sollte sich immer darüber im Klaren sein, daß das künstlerische Produkt nur äußerst selten das 1:1- Abbild des Künstlers ist. Niemand darf glauben, daß Liedtexte tatsächlich das reale Leben des Texters wiedergeben, daß alles so geschehen ist, wie es letztlich das Produkt vermittelt. Grönemeyer beklagte sich darüber, daß diese Abgrenzung im Bewußtsein vieler Hörer mehr und mehr verschwimmt und seine Kollegen und er nicht mehr als Individien wahrgenommen werden, sondern nur noch als "Produkt", das die Klischees des Publikums zu bedienen habe. Wird diese Erwartung seitens des Künstlers dann nicht bedient, ist der "Fan" sauer, weil das erschaffene Ideal nicht mit der Realität mithalten kann.
Und ich glaube, daß genau hier der Hase im Pfeffer sitzt und schnalzt: Welcher "normal" denkende Mensch käme wohl auf die Idee, bei einem gesundheitlichen Problem die "Schwarzwald- Klinik" anzurufen, um von Professor Brinkmann einen Hausbesuch zu verlangen ? Aber viele, für die das nun außerhalb jeder Vorstellung liegt, implizieren aufgrund seiner Texte Herrn Mey eine "Gutmenschlichkeit". Das führt dann geradewegs zur Diskussion, ob jemand, der bekanntermaßen Vegetarier ist, eine Lederjacke tragen "darf" oder sich einen Kneipenbesuch nur vorstellen kann, wenn er vor der Tür einen Parkplatz bekommt, obwohl er doch soo vehement für den Umweltschutz eintritt. (Übrigens tragen natürlich auch im "richtigen" Leben Vegetarier Lederkleidung, solange sie nicht "Veganer" sind, aber das ist wieder eine andere Geschichte...)
Insofern ist klar: Mey macht - für Euren und auch für meinen Geschmack - tolle Texte. Aber die erzählen letztlich nichts darüber, wer oder wie er eigentlich "ist". Das könnte man nur dann ergründen, wenn man mit ihm bekannt und vertraut wäre. Solange dies aber die Wenigsten von uns (wenn überhaupt) behaupten können, sollten wir uns damit bescheiden, die tollen Texte zur Kenntnis zu nehmen und versuchen, sie wertfrei und vor allem ohne Rückschlüsse auf den "Menschen" Mey zu genießen.
In diesem Sinne viele, liebe Grüße aus dem zur Zeit tief verscheiten Oberösterreich von
ANDREAS.

(...der mit diesen Gedanken allerdings wirklich nicht oder niemanden irgendwie "abwürgen" will... ;-) )
Dieser Beitrag enthält 485 Wörter


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Wildfremde
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#16

Beitrag von Wildfremde » Fr 30. Dez 2005, 14:02

Hallo Nordlicht,
Hallo an Alle,
dem eben gesagten kann ich nur zustimmen, da das "Demontieren" der Person Reinhard Mey uns sicher keinen Schritt weiter oder näher bringt, gell?! ;-)
Ich verstehe aber auch, daß das Hochstilisieren zu einem "Gutmenschen" uns nur zu leicht fällt, da er, mehr als andere Künstler, uns durch seine Texte mit direktem Bezug zu seinem Leben, aber auch durch Statements in den Medien und nicht zuletzt die "Biografie" glauben macht, daß er ein 1:1-Abbild seiner Selbstbeschreibung ist.
"Das Etikett" bringt die "Ambivalenz des menschlichen Daseins" (Danke, Nordlicht, für diese vortreffliche Formulierung :-) ) ja auch wunderbar zum Ausdruck und so denke ich wie fast alle hier, wir können es getrost dabei belassen.
Liebe Grüße
Die Melanie
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Miramis
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#17

Beitrag von Miramis » Fr 30. Dez 2005, 14:54

Hallo nochmal!
@marianne: klar kann man über dieses thema reden, hab ich kein problem mit. und auch ich hab mich in der biografie an einigen stellen gestoßen. ich wollte nur noch mal versuchen dran zu erinnern, was eigentlich wichtiger für uns sein sollte: Seine Musik oder der Mensch hinter der Musik (denn wir nicht kennen und auch nie kennen werden)?
Zu glauben, dass der Mey aus den Liedern exakt der private Mey ist, wäre, blauäugig, und wie du schon agst: So ganz ohne Macken wär´s ja auch langweilig! :haende: Da stimm ich dir völlig zu!!
an alle:
Was mir ganz wichtig ist: (wie schon oft von anderen hier geschrieben): Man muss nich krampfhaft das Haar in der Suppe suchen, oder? Wozu auch?
Lassen wir ihm die macken, die er hat, das macht ihn für mich menschlich.
Liebe Grüße, Miramis :wink:
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#18

Beitrag von Eurydike » Fr 30. Dez 2005, 15:08

Hallo Leute, hallo Nordlicht,
das ist doch genau das, was ich damit sagen wollte. Es wäre eine Diskussion (Unterhaltung) über jemanden, den keiner von uns persönlich kennt. Was wir von ihm kennen und schätzen, sind seine Lieder. Aufgrund seiner Musik haben wir uns hier getroffen, nicht weil wir über einen Bekannten ein wenig Klatsch austauschen wollen. Ich glaube, die meisten hier sind sich darüber aber sowieso einig.
Und was die Unterschiede zwischen einem öffentlichen und privaten Künstler betrifft, ich für meinen Teil glaube nicht, das RM so grundlegend anders ist, als er sich in seinen Liedern darstellt. ABER – und das ist für mich entscheidend – ich WILL es auch gar nicht wissen! Denn falls sich herausstellte, er wäre ein fürchterlicher Zeitgenosse, ich glaube dass ich dann auch meinen speziellen Zugang zu ihm verlieren würde. Ich habe Schwierigkeiten mit Leuten, die Wasser predigen und Wein trinken. So soll er ruhig seine kleinen und größeren Fehler haben, ich finde seine Lieder großartig, ich liebe sie und was den Menschen dahinter betrifft, mein Bild von ihm ist nur MEIN Bild von ihm. Ohne Anspruch auf Richtigkeit. Aber ich kann damit leben und seine Lieder weiterhin in vollen Zügen genießen.
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Tonski
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#19

Beitrag von Tonski » Sa 31. Dez 2005, 17:27

Liebe Freunde!
Ich habe mit großem Interesse Eure Diskussuion über Autor und Werk, Mensch und Sänger Reinhard Mey verfolgt. Und als einer, der Meys Lieder seit dem Jahr 1968 mit zuerst unendlicher und in den letzten Jahren zumehmend endlicher Leidenschaft verfolgt und gehört hat, glaube ich zu wissen, wovon ich rede.
Vor dem Internetzeitalter und vor allem vor diesem Forum und seiner Vorgängern wußte ich über Jahrzehnte über das private Leben Meys eigentlich gr nichts. Ich kaufte mir seit 68 rgelmäßig seine Alben und später die CDs und besuchte ziemlich regelmäßig seine Konzerte in Wien.
Ich erinnere mich noch an eine kurze Zeitungsmeldung Mitte der 7oiger mit der Meldung von Meys Scheidung, eine Sache, die mich damals mehr erschütterte ale eine persönliche Trennung nahezu zeitgleich. Man sieht, es kann recht gefährlich sein, Autor und Werk zusehr zu verbinden und alles in den Liedern zu ernst zu nehmen. Wie kann jemand, der gerade "Wie vor Jahr und Tag" gesungen hat, sich trennen, ging es mir damals durch den Kopf und ein guter Freund, der ähnlich empfand, hat nie weider ein Lied von Mey gehört.
Vielleicht wäre das damals alles nicht passiert, hätte ich schon zu dieser Zeit mehr vom privaten Mey gewußt. Vieles paßt da nicht zusammen und hat mich in den vergangenen Jahren sehr befremdet und auch eine wenig entfremdet.
Aber in letzter Zeit - und da gebe ich Anderas und anderen völlig recht - ist es mir doch gelungen, diese Dinge wieder zu trennen, den Mensch Mey so zu lassen wie er ist -oder sich darstellt - und völlig getrennt davon -seine Lieder wieder so zu hören versuchen, wie vor 3o Jahren. Und dann sind die allermeisten einfach schön und ein Bereicherung und Wegbegleiter des eigenen Lebens!
Euch allen ein frohes und friedvolles Jahr 2006

Tonski
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Kris Kristofferson

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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#20

Beitrag von Petra » Sa 31. Dez 2005, 22:06

Hallo Tonski,
das hast Du sehr schön beschrieben, ich muss Dir da vollkommen Recht geben.
Auch Dir die besten Wünsche für das Jahr 2006, das mit Macht näher rückt.
Liebe Grüße von Petra
Dieser Beitrag enthält 39 Wörter


Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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