Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
Quelle: Wikipedia mit Stand vom 20.06.2019 | Foto für Banner und Forum: Sven-Sebastian Sajak Deutsche Wikipedia
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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Nordlicht
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#21

Beitrag von Nordlicht » So 1. Jan 2006, 06:44

Hallo, liebe Freunde !
Tonski schrieb:
Vor dem Internetzeitalter und vor allem vor diesem Forum und seiner Vorgängern wußte ich über Jahrzehnte über das private Leben Meys eigentlich gr nichts...//...Vielleicht wäre das damals alles nicht passiert, hätte ich schon zu dieser Zeit mehr vom privaten Mey gewußt...

Ich bin fest davon überzeugt, daß wir bis zum heutigen Tage immer noch nichts über den "privaten Mey" wissen, und ich vermute - das wiederum entnehme ich den harschen Reaktionen auf viele, viele Internetseiten, die seinen Namen "mißbrauchten" - daß das vom Künstler selbst durchaus so gewollt ist. Das findet absolut mein Verständnis, aber selbst, wenn mir dieses Verständnis abginge, müßte ich mich dennoch diesem Ansinnen beugen. Und insofern ist Günthers Schlußfolgerung, daß es besser wäre,
...diese Dinge wieder zu trennen, den Mensch Mey so zu lassen wie er ist -oder sich darstellt - und völlig getrennt davon -seine Lieder wieder so zu hören versuchen, wie vor 3o Jahren.

auch für mich die einzig Konsequente und Logische. Mehr steht uns letztlich überhaupt nicht zu.
ICH WÜNSCHE EUCH ALLEN EIN WUNDERVOLLES, ERFOLGREICHES UND VOR ALLEM GESUNDES JAHR 2006.
Liebe Grüße aus dem z. Zt. "eisigen" Linz
ANDREAS.

(...der gerade feststellt, daß zweieinhalb Stunden Schlaf sich nicht wirklich motivationsfördernd auf den Beruf auswirken...)
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#22

Beitrag von fille » So 1. Jan 2006, 15:44

Hallo Tonski!
Ich erinnere mich noch an eine kurze Zeitungsmeldung Mitte der 7oiger mit der Meldung von Meys Scheidung, eine Sache, die mich damals mehr erschütterte ale eine persönliche Trennung nahezu zeitgleich. Man sieht, es kann recht gefährlich sein, Autor und Werk zusehr zu verbinden und alles in den Liedern zu ernst zu nehmen. Wie kann jemand, der gerade "Wie vor Jahr und Tag" gesungen hat, sich trennen, ging es mir damals durch den Kopf und ein guter Freund, der ähnlich empfand, hat nie weider ein Lied von Mey gehört.

Da ging es mir schon mal ähnlich und zwar mit Renaud, der ja 2002 ein Album herausbrachte, in dem es (fast) nur um seine 1. Frau ging, die sich 1997 von ihm getrennt hatte. Und ein 2004 hatte er eine Neue. Alle seine Lieder, die er für seine "Muse" geschrieben hatte, wollte ich nicht mehr hören, obwohl sie doch vorher meine Lieblingslieder waren.
Damals habe ich mir vorgenommen, nicht mehr zuviel Privates von meinen "Lieblingen" wissen zu wollen. Trotzdem habe ich "Was ich noch zu sagen hätte" (konnte einfach nicht wiederstehen) gerne gelesen und bin (fast) nicht enttäuscht worden.
Klaus Hoffmann sagt in dem Buch, dass sich Reinhard eine Figur zurecht gebastelt hätte. Ich glaube nicht, dass es eine Kunstfigur ist.
Und Jürgen von der Lippe hat beim großen Reinhard-Mey-Abend gesagt: "Du kannst nur noch heimlich Fleisch essen" und Mey hat dazu gelacht. Ehrlich gesagt, es ist mir persönlich total schnurz, ob er Fleisch ist oder nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich selber eins esse. Einige Einstellungen fand ich nicht so gut, aber ich werde ihn weiter mögen und auch hören.
Liebe Grüße
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Liebe Grüße
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#23

Beitrag von Pepita » So 1. Jan 2006, 20:02

Hallo liebe Leute,
hallo Tonski,

Man sieht, es kann recht gefährlich sein, Autor und Werk zusehr zu verbinden und alles in den Liedern zu ernst zu nehmen. Wie kann jemand, der gerade "Wie vor Jahr und Tag" gesungen hat, sich trennen, ging es mir damals durch den Kopf und ein guter Freund, der ähnlich empfand, hat nie weider ein Lied von Mey gehört.
i

ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber das halte ich ehrlich gesagt für Quatsch. Erstens hat sich nicht nur Reinhard Mey von Christine getrennt, sondern Christine sich auch von ihm. Außerdem hat er das Lied ja geschrieben, als die Ehe noch funktionierte und er an ihre Liebe glaubte und ich denke nicht dass er es von langer Hand plante. Es ist doch Realität, dass Ehen zerbrechen, ohne dass die Liebeserklärungen zu Beginn der Beziehung ihre Gültigkeit verlieren. Menschen ändern sich, auch RM hat ein Recht darauf, sich zu ändern ohne dass er gleich von vermeintlichen Fans zum Verräter gemacht wird.
Die beiden sind ja auch nicht im Streit auseinander gegangen. So wie ich es gelesen habe, war es eine ganz normale Scheidung, nur das RM eben berühmter Liedermacher ist und sich daher alle Menschen auf sein Privatleben stürzen und es zefleddern wollen.
Ich finde das schrecklich! Es scheint als ob manche Menschen nicht glauben, dass ein Prominenter auch ein ganz normales Leben führt und genau dieselben Schicksalsschläge erfährt wie wir "Normalsterblichen".
Wir sollten aufhören uns einzubilden RM gut zu kennen oder einschätzen zu können, da wir uns durch seine Lieder(die sowieso immer ihre Wahrheit behalten werden) mit ihm verbunden fühlen, denn sonst wird es immer wieder Enttäuschungen geben.
RM ist kein Prediger und fordert ja niemanden auf so zu leben wie er.
Viele Grüße und ein frohes neues Jahr 2006!
Eure Pepita
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#24

Beitrag von OkeGaster » So 1. Jan 2006, 20:14

Hi!

Ich hätte die Worte kaum treffender wählen können als Pepita! Ich denke auch, dass Reinhard Meys Lieder das wahre Leben sind, und sicher in gewisser Weise auch sein eigenes. Und man sollte endlich damit aufhören sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob denn da nicht auch irgendwo ein Haken an der Sache ist. Selbst wenn er in der Realität nicht der Mey sein mag, den man sich vorstellt wenn er seine Lieder singt, so sollte man es unterlassen über ihn so zu urteilen, weil ich glaube ganz erfahren werden wir es nie!
Und ich glaube auch, dass es gut ist!

Lieben Gruß Oke :-)
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Michael
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#25

Beitrag von Michael » Mo 2. Jan 2006, 11:26

Hallo!
Eigentlich wollte ich mich auch nicht an dieser Diskussion beteiligen, weil ich finde, das wir uns damit auf eine "Fan-Idol"-Schiene begeben, die weit unter dem Niveau dieses Forums ist. Aber weil dieses Thema offenbar auch neue Leute anzieht, scheint es ja doch viele zu bewegen. Sicherlich liegt das auch an RM selber, der ja aufgrund seines Auftretens und seiner Lieder eine gewisse "Ehrlichkeit" und "Authentizität" ausstrahlt. Aber die kann er natürlich nicht einhalten. Wir sollten das auch nicht verlangen und immer davon ausgehen, dass Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, nie, aber auch nie die sind, die sie privat sind. Das ist ja sogar bei uns normal Sterblichen so. Kommt nicht in irgendeinem Lied (ich glaube, "Warum immer ich") vor, wie ihn ein quengelndes Kind fürchterlich nervt und er ihm keine langen kann, "weil er Kinder doch so liebt". Es muss schon manchmal blöd sein, sich so ein Image geschaffen zu haben.
Also, nehmen wir seine Lieder wie sie sind und ansonsten lassen wir ihn einen guten, oder eben manchmal auch weniger guten Mann sein - und verbeißen wir uns nicht. Sonst geht es uns noch so wie dem unglücklichen Keith Butler, der Bob Dylan bei einem Auftritt 1966 als "Judas" begrüßte und somit zwar den berühmtesten Zwischenruf der Pop-Geschichte schuf, aber den armen Bobby so durcheinander brachte, dass er sich erstmal aus der Öffentlichkeit zurück zog. Der Mann leidet heute noch drunter (also Butler). Nicht, dass sowas bei RM auch noch passiert. Obwohl, der hat ja früher auch in dieser Hinsicht viel gelitten.
Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#26

Beitrag von Guest » Mo 2. Jan 2006, 12:47

Ja, mit dem Image ist das so eine Sache. Ich glaube nicht, dass RM als er mit dem Liedermachen begann an ein Image gedacht hat. Das Schöne an den Liedermachern war ja, dass sie sie selber waren, ohne Kostüm und Maske. Text, Musik, Person bildeten eine Einheit. Ob es um Degenhardt, Wader oder um Mey ging. Das verband sie, obwohl sie alle vollkommen verschieden waren wegen der unterschiedlichen Sicht auf die Dinge. Und das war gut so. Das Image bildet sich (nicht wie bei gecasteten Sängern, denen ein Image verpasst wird) im Laufe der Zeit, auch durch das was eben jeder selbst mitbringt und nach den Texten hineininterpretiert: Der Religiöse sieht den Heiligen, der Grüne den Grünen, der Vegetarier den Körnerfresser, der selbst im bitteren deutschen Winter keine Schuhe aus Leder tragen darf. Es ist wie in der spanischen Herberge, wo jeder das mitbringt, was er selber hat. Oscar Wilde hat gesagt: Dein Erfolg enthält immer etwas, das selbst deinem besten Freund missfällt. - Jeder sollte eben erstmal sein eigenes Leben leben, selbst überlegen, ob er es lebt, wie eine Rechenaufgabe: 1 + 1 = ... so ist das Leben bei keinem, aber Künstler bilden eben so eine schöne Projektionsfläche. Und ich glaube, dass RM stark genug ist, nach über 40 Jahren in der Öffentlichkeit und in der Kritik,
das zu tragen und sogar Verständnis dafür zu haben. Schönes neues Jahr!
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#27

Beitrag von noway » Di 3. Jan 2006, 10:00

Tja also, ich fühl mich jetzt doch noch bemüssigt, zur "Diskussion" etwas beizutragen.
Im Booklet des Reinhard Mey 98er-Albums "Flaschenpost" hat Elisabeth Binder (sinngemäss) geschrieben:
...enstanden ist in den Jahren eine idealisierte bzw. idealtypische Biografie...
Ich persönlich kann mich da nur anschliessen. Reinhard Mey idealisiert viele Begebenheiten aus seinem Leben, er "verdichtet" sie in zweifacher Hinsicht, aber das ist auch gut so. Jeder Mensch weiss doch, dass niemand "immer" perfekt sein kann. Und Reinhard Mey will diesen Ausspruch ja auch gar nicht erfüllen. Sein Lied "Der Bruder" (Flaschenpost) z. B. erzählt ja gerade vom Scheitern, allerdings nimmt man im Lied selber den Erzähler als ungebrochenen "Gutmenschen" wahr, auch wenn er eigentlich versagt. Inhalt und Wirkung des Liedes sind also verschieden. Vielleicht liegt es an Meys "wärmender" Stimme, vielleicht am Arrangement des Stücks. Aber schlussendlich spielt ja auch das keine Rolle. Es wär manchmal eben nur wichtig, dass man genauer "hinhört" und -"sieht", denn es gibt noch mehr solcher Beispiele.
Und wer sich schon für das "Privatleben" von Reinhard Mey interessiert, sollte auch nicht ausser Acht lassen, dass Herr Mey 6 Semester Betriebswirtschafts-Lehre studiert hat. Begriffe wie "Image", "Public Relations" etc. sollten ihm also keine Fremdwörter sein (sind sie auch nicht, denn er hat ja 'ne PR-Beraterin). Es ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes, wenn ein Künstler ein gewisses Image hat, denn dem Publikum hilft das bei der allgemeinen Orientierung. Natürlich bin ich nicht dafür, dass der Schein das Sein überdeckt bzw. nur 100 % "Schein" aber kein "Sein". Aber ich denke nicht, dass das bei Reinhard Mey der Fall ist. Nein, der grösste Teil des "Scheins" deckt sich meiner Ansicht nach bei RM auch mit dem "Sein", und der Rest... geht mich als "Konsument" nichts an.
gx casanit
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#28

Beitrag von Guest » Di 3. Jan 2006, 12:23

Wenn RM eine PR-Beraterin hätte, wären ihm dann die hier diskutierten (Image)Fehler unterlaufen? Wenn er nach einem gebastelten Image lebte - wie furchtbar! -, würde er die vermaledeite Lederjacke nur noch heimlich tragen, immer zu Fuß gehen (in Plastiksandalen) und nie über Autos sprechen. Auf keinen Fall hätte er sich scheiden lassen. Nie hätte er zugegeben, dass er keiner Religionsgemeinschaft angehört. Ich glaube, dass der einzige Arglose in dieser Diskussion RM ist, denn wer mit 63 Jahren nicht sein eigenes Leben lebt, sondern immer erst Berater oder Fans fragen muss, der hat vom Leben nichts verstanden. Und dass RM nichts vom Leben versteht, das wird ihm niemand vorwerfen, der geneigt ist, mit Toleranz, Offenheit und einer gewissen Freiheit des Denkens seine Lieder zu hören. Dass die nicht jedem gefallen, ist doch vollkommen in Ordung, aber welche Anmaßung zu behaupten, dass das an RM liegt. Er und seine Werke sind doch eine Einheit, er erzählt, natürlich mit dichterischer Freiheit, von seiner Sicht auf die Welt. Es liegt eben auch mal an der Natur des Betrachters, des Hörers, wenn er diese Sicht nicht teilt, weil er anderer Meinung ist. Das ist in Ordnung, aber doch nicht die Schuld des armen Liedermachers. (Empfehlung: Stephen King "Misery".)
Schönen Tag
Engel
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#29

Beitrag von Skywise » Di 3. Jan 2006, 13:02


Engel schrieb:
Und dass RM nichts vom Leben versteht, das wird ihm niemand vorwerfen, der geneigt ist, mit Toleranz, Offenheit und einer gewissen Freiheit des Denkens seine Lieder zu hören.
Na, jein :-D
Es gibt einige frühe Lieder, bei denen ich manchmal glaube, eine deutliche Naivität herauszuhören. Und das zieht sich in etwa hin bis zu "Menschenjunges". Ab diesem Album wirken die Lieder zumindest glaubhafter und durchdachter als die des "Frühwerks" (Ausnahmen gibt's natürlich; es gibt sowohl spätere Sachen, die etwas - teilweise sogar sehr - naiv wirken als auch frühe Sachen, die gut durchdacht sind).
RM hat übrigens tatsächlich eine PR-Beraterin. Er hat sie mal auf seiner Internetseite vorgestellt. Ob sie überhaupt was zu tun hat oder ihr Geld wert ist, weiß ich natürlich nicht, aber - er hat eine.
Er und seine Werke sind doch eine Einheit, er erzählt, natürlich mit dichterischer Freiheit, von seiner Sicht auf die Welt.
Ähm. Ja. Schon. Aber. Ist seine Welt auch unsere? (Empfehlung: Jean Paul "Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal") :-D
Gruß
Skywise
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#30

Beitrag von Guest » Di 3. Jan 2006, 13:48

RM hat eine Promoterin wie jeder Künstler. Das ist etwas ganz anderes.
Gruß
Engel
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#31

Beitrag von noway » Mi 4. Jan 2006, 17:52

Salut Engel
Tut mir leid, dass ich Dir wiedersprechen muss, aber: Reinhard Meys "Promotorin" wurde auf der offiziellen RM-Seite tatsächlich als "PR-Beraterin" vorgestellt und nicht als "Promoterin".
Aber was spielt das schon für 'ne Rolle!? Ich hab selber mal in 'ner PR-Agentur gearbeitet, kann also aus Erfahrung sagen, dass es bei PR nicht darum geht, den Leuten "Lügen" zu verkaufen. Wär auch nicht so sinnvoll, grins*
gx casanit
noway
PS Was meinst Du mit Stephen Kings "Misery". Du liest doch nicht etwa diese düsteren Sachen?
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#32

Beitrag von Mickey » Mi 4. Jan 2006, 19:21

Hallo zusammen
Manchmal kann ich einfach nur noch den Kopf schütteln. Die Art, wie Liedermacher hier von mancher Seite als "authentische Burschen" dargestellt worden sind, hat schon beinahe etwas Komisches - genau sie haben es doch offensichtlich in der Hand (im wahrsten Sinne des Wortes), sich so zu geben, wie sie sich sehen möchten. Das soll kein Vorwurf sein, aber es ist einfach eine Tatsache. Ebenso wie es eine Tatsache ist, dass wir alle (zumindest fast alle) versuchen, in der Öffentlichkeit oder zumindest dem Teil der Öffentlichkeit, dessen Urteil uns wichtig ist, positiv anzukommen. Weshalb sollten Liedermacher, konkret: Mey, da eine Ausnahme sein?
Liebe Grüsse
Reto
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#33

Beitrag von Guest » Mi 4. Jan 2006, 19:53

Guten Abend, noway,
stimmt, auf der RM-Homepage gab es mal ein Foto von RM und der Promoterin Eva Reinmuth (EMI).
"Sie" ist doch sehr passend ... so kann es einem (Dichter) gehen, wenn er die Erwartungen nicht erfüllt ;-)
Engel
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Reinhard Mey - Mehr Schein als Sein?

#34

Beitrag von Sysipon » Mi 11. Jan 2006, 17:51

Sagt mal, was geht denn hier ab?
Ich bin grade durch Zufall in diesen Teil des Forums gelangt, obwohl mich die Überschrift "mehr Schein als Sein" nicht sonderlich interessierte.
Aber nachdem ich kurz einige Beiträge überflogen habe, wurde mir etwas anders ...
Und zwar:
Das Privatleben von Reinhard Mey ("RM" finde ich etwas ... merkwürdig) geht außer ihm und den daran beteiligten Personen KEINEN etwas an. Das ist einfach so, auch wenn der Mann für viele tausendmal ein Guru zu sein scheint. Sein Privatleben ist grundsätzlich und auch für alle Fans TABU.
Das ist leider - und ich betone - LEIDER keine Selbstverständlichkeit, was mich immer wieder auf die Palme bringen kann.
Dazu gehört auch, dass man in der Lage sein sollte, die Privatperson Mey von den Liedern abzukoppeln. Und zwar meine ich das folgendermaßen: Er spricht vielen in seinen Liedern aus der Seele. Das ist auch gut so, man braucht oft einen Rückhalt oder jemanden, der einen bestärkt. Aber ob derjenige das auch exzessiv in seinem Privatleben betreibt, was er da singt, ist zweitrangig. Klar gibt er stets einen Teil seiner Persönlichkeit preis, wenn er Lieder schreibt, aber es ist keine Doppelmoral oder eine Verschaukelung der Fans, wenn er jetzt doch mal der Tierpolizei ein Schnippchen schlägt und zu Weihnachten eine Gans zubereitet. Im Gegenteil, das bestärkt mich in der Meinung, dass er auch bloß ein Mensch ist, der die Fehler, die er besingt oder andeutet, auch kennt und versteht.
So, und dazu noch was: Image und PR sind unverzichtbar, egal, wie bekannt man ist. Wer auf die Idee kommt, dass Mey ohne Ausnahme wie ein Heiliger lebt und nur Gutes tut, ohne auch mal wie jeder normale Mensch einen Ausraster zu haben oder einfach mal bloß ein paar Minuten lang nicht drüber nachdenkt, was er gerade so tut, der lebt am Leben vorbei.
Lasst den Mann in Frieden, er soll uns gute Lieder singen, die einen im Leben weiter bringen. Dass er Fans gegenüber zurückhaltend ist oder abweisend kann jeder verstehen, der schon mal Hysterien, aufdringliche Verehrer oder auch bloß ein paar Dokumentationen über so was gesehen hat. Das ist auch sein gutes Recht. Seht es mal so herum: Er bringt CDs raus, die gekauft werden. Und zwar aus freien Stücken. Wenn er auftritt, darf man auch NICHT hingehen. Er bietet eine sehre hochwertige, qualitativ gute Ware an. Wer was dran zu meckern hat, darf gerne auch nichts damit zu tun haben. Und ob das Privatleben auch immer mit dem Image übereinstimmt, darüber braucht man nicht zu diskutieren, das war noch bei keinem der Fall.
Man mag es Doppelmoral nennen oder nicht, man sollte der Realität ins Auge sehen und immer daran denken, dass auch Reinhard Mey Musik nur ein Produkt ist.
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#35

Beitrag von Guest » Mi 11. Jan 2006, 23:29

Das war mal ein intelligenter Beitrag!
:-) Engel
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#36

Beitrag von Nordlicht » Do 12. Jan 2006, 03:35

Hallo, Ihr Lieben !
Das war mal ein intelligenter Beitrag!

*ganzganzheftigkopfnick !!!*
Liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der hier lieber einmal eher wortkarg ist...)
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#37

Beitrag von Miramis » Do 12. Jan 2006, 18:53

Einen wunderschönen guten Abend!
Danke, Sysipon, für diese wunderbar treffenden Worte. Man hätte es nicht besser sagen bzw. schreiben können.
Schönes Wochenende euch allen,
Liebe Grüße
Miramis
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Leicht?
Noch nicht.
Doch voll Musik
Und weiter, weiter Welt.
(Barbara Pachl-Eberhart)

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