Reinhard-Mey-Konzerte langweilig???

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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Reinhard-Mey-Konzerte langweilig???

#1

Beitrag von fille » Fr 17. Dez 2004, 07:42

Guten Morgen liebe Meylinge,
obwohl ich die Lieder von Reinhard Mey schon seit meiner Teenager-Zeit (lang ist's her) liebe, habe ich noch nie ein Konzert von ihm besucht.
Nächstes Jahr sollte es endlich so weit sein. Jetzt wird mir schon 11 Monate vorher die Stimmung verdorben, indem man mir sagt, dass seine Konzert enttäuschend langweilig sein sollen :cry: ......
Wer kann mich beruhigen?
Gruß Marianne
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Petra
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Reinhard-Mey-Konzerte langweilig???

#2

Beitrag von Petra » Fr 17. Dez 2004, 09:35

Liebe Marianne,
das kommt natürlich ganz darauf an, was man erwartet. Wer eine große Bühnen-Show und viel Tamtam erhofft, wird natürlich enttäuscht.
Was wir Meylinge an unserem Lieblings-Barden aber so lieben, ist die Art, wie er es schafft - allein mit der Gitarre auf der Bühne - einen ganzen Saal in seinen Bann zu ziehen. Ein kleiner, dunkel gekleideter Mann, eine Gitarre - mehr nicht, aber ein ganzer Saal hält den Atem an. Das ist schon sehr faszinierend.
Nachdem ich RM ein paar Jahre aus den Augen verloren hatte, habe ich 1998 wieder mal ein Konzert besucht und hatte das Glück, in der dritten Reihe sitzen zu können. Danach schwebte ich eine Woche lang auf Wolke sieben, so langweilig war es. ;-) Es war, als hätte er nur für mich gespielt. (Dieses Gefühl hatte ich bei Hannes Wader nicht, obwohl ich da in der ersten Reihe in der Mitte saß. Langweilig war es dort aber auch nicht.) Natürlich verliert sich dieses Gefühl, je weiter man weg sitzt, aber das Wort Langeweile würde ich nun wirklich nicht mit einem RM-Konzert in Verbindung bringen.
Da ich inzwischen auch viele Konzerte anderer Künstler besuche, hatte ich vor, dieses Mal RM ausfallen zu lassen, aber ich schaffe es nicht. Das Fieber hat mich schon wieder gepackt. Zwei Mal werde ich wohl nicht gehen im nächsten Jahr, aber ein Mal muss sein, sonst fehlt mir was.
Ich weiß ja nicht, wer Dir die Vorfreude verhageln will, aber für uns Liedermacher-Freunde ist diese Art Konzert - ohne Laserstrahlen und künstlichen Nebel - etwas sehr Faszinierendes. Für uns zählt doch der Inhalt der Geschichten, die uns in den Liedern und sehr unterhaltsam auch in den Zwischentexten erzählt werden.
Der langen Rede kurzer Sinn: Freu Dich einfach :-D, Du wirst es nicht bereuen.
Viele Grüße von
Petra
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Reinhard-Mey-Konzerte langweilig???

#3

Beitrag von migoe » Fr 17. Dez 2004, 10:36

Liebe Marianne,
ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand 20 bis 50 € für eine Konzertkarte ausgibt, wenn er mit dem Künstler nichts anfangen kann. Zumindest würde ich das nicht machen. Ich ging noch nie auf ein Konzert und habe mich dabei gelangweilt. Allerdings bin ich auch sehr "wählerischer" Konzertgänger und entscheide mich nur dann für die Ausgabe, wenn es sich um einen Künstler handelt, dessen Lieder mir wirklich viel bedeuten.
Wer aber auch experimentell veranlagt ist und auch mal Konzerte besucht von Künstlern, von denen er gehört hat: "Da muß man unbedingt hin!", dem kann es schon passieren, daß er sich bei Mey langweilt. Vor allem, wenn die Erwartungen ganz anders sind als schlußendlich das Ergebnis.
Reinhard Mey spielt und singt seine Lieder ohne Begleitung und ganz ohne "Inszenierung", obwohl natürlich seine Art der Darbietung auch eine "Inszenierung" darstellt. Will sagen:
- keine Band im Hintergrund
- kein Chor im Hintergrund
- keine Lichteffekte (mit Ausnahme des Spots, der die ganze Zeit auf ihn gerichtet ist -> ist ja auch ein Effekt)
- keine Publikumsbeteiligung (Micro in die Menge halten und sich vorsingen lassen, mitklatschen usw.)
- keine Vorband
- usw.
Grundsätzlich ist die Mey-Methode nicht viel anders, wie Konzerte von anderen Liedermachern. Es ist aber - wie Petra bereits geschildert hat - ein besonderes atmosphärisches Erlebnis auf einem seiner Konzerte zu sein. Jedoch muß seine Art und müssen seine Lieder akzeptiert und gemocht werden. Doch das finde ich, trifft auf alle Künstler zu, oder?
migoe
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Reinhard-Mey-Konzerte langweilig???

#4

Beitrag von Doro1100 » Fr 17. Dez 2004, 12:42

Hallo Marianne,
lass dir bloss die Vorfreude nicht verderben !
Auch ich höre R.M. schon seit ich ungefähr 12 Jahre alt bin - mein 1. Konzert besuchte ich aber auch erst im Jahre 1988 (also fast 10 Jahre später!) Ich saß in der ersten Reihe in der Stadthalle von Münster und war fasziniert vom der ersten bis zur letzten Minute…
Seitdem war ich bei jedem Konzert - und langweilig war es ganz sicher nie!! Ein Konzert fiel für mich wegen Krankheit der Kinder aus und ich habe damals „Rotz und Wasser“ geheult, weil ich mich schon so doll gefreut hatte.. :cry:
Einen Tipp habe ich noch für dich:
Es gibt da eine tolle Doppel-DVD von Reinhard Mey:
„Klaar Kiming“ 150 Minuten Konzert und 75 Minuten
Bonusmaterial.
Hier bekommst du einen sehr guten Eindruck, wie das so ist auf seinen Konzerten !
Wer weiß, vielleicht ist ja noch Platz auf deinem Wunschzettel und der Münchener-Weihnachtsmann nimmt noch kurzfristige Wünsche entgegen ? ;-)
Liebe Grüße
Doro
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Reinhard-Mey-Konzerte langweilig???

#5

Beitrag von speedy » Fr 17. Dez 2004, 13:41

Hallo Marianne
Ich kann nur sagen, dass der Mey (wenn man seine Lieder mag) einen durch seine Erzählungen während den Liedern in seinen Bann zieht.
2005 wird mein zweiter Mey-Konzertbesuch und ich freue mich wahnsinnig darauf. Also, nicht die Laune verderben lasse!
Grüße speedy
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Reinhard-Mey-Konzerte langweilig???

#6

Beitrag von Barde » Fr 17. Dez 2004, 19:53

Hallo Marianne,
ich habe Reinhard Mey vor ca. 20 Jahren auf einem Konzert erlebt und war begeistert und erstaunt, wie er es schafft nur mit einer Gitarre "bewaffnet" sein Publikum in den Bann zu ziehen. Ob sich dies zwischenzeitlich geändert hat, kann ich nicht beurteilen. Auf einer Live-CD hat er dies selbst humorvoll auf die Schippe genommen:
Mey äußerte sich sinngemäß:
"Tja, ich habe gehört, dass die Kollegen für ihre Show nicht mehr nur einen 40t-Sattelschlepper sondern schon 2 40t-Sattelschlepper für ihre Ausrüstung mitbringen, da dachte ich mir - Reinhard, lass dich nicht lumpen, nimm eine zweite Gitarre mit"

Alleine ohne Show aufzutreten ist wirklich eine Kunst und verdient Anerkennung. Ich weiss selbst aus eigener Auftrittserfahrung wie schwierig es vorallem bei jungen Zuhörern geworden ist, die Aufmerksamkeit zu halten. Du kannst manchen Zuhörern kein Lied mehr zumuten, dass mehr als 3 Strophen hat, auch wenn´s noch so schön und gut vorgetragen ist, da dies in unserer "Schnellschnittsequenzenzeit" nicht mehr üblich ist. Ältere Leute haben diesbezüglich - so habe ich es gemerkt - viel weniger Probleme. Das Zuhören kann man lernen. Und Mey wird vielleicht deshalb als langweilig verkannt, weil der Zuhörer das Manko hat und nicht er als anerkannt guter Liedermacher. Die Hörgewohnheiten haben sich geändert.
Meine Kritik an Mey betrifft eher die Texte, die ich in den letzten Jahren doch oft als eher flach empfunden habe. Dies liegt vielleicht auch darin, dass ein älterer Familienvater eben nicht mehr soviel Weltbewegendes erlebt. Trotzdem blitzt auch hier immer wieder ein Highlight auf. Ich würde mir daher auf keinen Fall die Vorfreude nehmen lassen.
Was gute Atmosphäre angeht, so sei Dir auch Wecker und Klaus Hoffmann empfohlen. Wecker braucht auch nur ein Klavier und ein Handtuch (schweisstreibender Job :-)) und bringt sein Publikum zum Toben. Und Klaus Hoffmann spielt zwar oft mit Band, aber die klassischen Dreingaben - solo, allein mit Gitarre - nach dem offiziellen Ende sind lang und legendär.
Liebe Grüße
Dieser Beitrag enthält 337 Wörter


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fille
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Reinhard-Mey-Konzerte langweilig???

#7

Beitrag von fille » Fr 17. Dez 2004, 22:54

Vielen Dank,
ich gehe auf jeden Fall hin! :-)
Ihr habt mir die Zweifel (die eigentlich nicht so ganz da waren) restlos genommen.
Ich muß gleich mal schauen, wann in München der Vorverkauf angeht, damit ich einen guten Platz bekomme!
Meine Kritik an Mey betrifft eher die Texte, die ich in den letzten Jahren doch oft als eher flach empfunden habe.

Das empfinde ich eigentlich nicht so. Es hat halt alles seine Zeit. Das einzige was er nicht mehr so drin hat, sind witzige Lieder à la "Ankomme Freitag, den 13." oder "das Antragsformular".
Freu mich schon - es ist halt noch so lange hin....
Gruß Marianne
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