Technische Probleme mit den Einloggen über das Usermenü.

Was ist geschehen?

Für die Forensoftware wurde ein neues Update eingespielt. Dabei wurden von den Entwicklern einige Funktionen geändert, die für mehr Sicherheit beim Umgang mit Login Daten sorgen sollen. Dafür müssen aber einige Teile der Webseite umprogrammiert werden, die von Modulen verwendet werden, die auf die Änderungen am Hauptprogramm noch nicht eingestellt wurden. Dies betrifft leider auch das Login Eingabefeld in Usermenü, wenn Du ausgeloggt bist.

Muss ich jetzt ein neues Passwort anfordern, um mich einloggen zu können?

Nein, es ist nur momentan nicht möglich, sich über das Usermenü einzuloggen.

Wie kann ich mich denn auf dem Forum Einloggen?

Bitte klicke links oben über der Eingabemaske auf das Wort "Anmeldung" und gibt Deine Login Daten in den entsprechenden Feldern ein.

War der Schutz meiner persönlichen Daten zu jeder Zeit gegeben?

Das Update hatte keine Auswirkung auf irgendwelche Daten. Es wurde lediglich ein Programmteil geändert, welches sicherstellen soll, dass sich niemand mit den Daten eines anderen Users (z.B. eines Admins oder Moderators) Einloggen kann, obwohl er dafür nicht die Zugangsberechtigung hat.

Was muss ich jetzt noch tun / beachten?

Du kannst mir etwas Zeit geben, damit ich eine Lösung für dieses Problem finde. Ich habe mich bereits an die Entwickler gewandt und hoffe, sie können mir schnell helfen.

Ich habe dazu noch Fragen.

Bitte melde Dich in diesem Fall direkt über das Kontaktformular bei mir.

08.05.2019, migoe | www.liedermacher-forum.de

Nicht auf alles kann man stolz sein

Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella, die er am 14. Oktober 1977 heiratete und mit der er drei Kinder hat.
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Barde
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#1

Beitrag von Barde » Mo 16. Apr 2018, 20:06

Hallo liebe Leute,
wahrscheinlich haben auch einige von Euch auch die neueste Werbe-E-Mail zum Live-Album von der "Mr. Lee"-Tour erhalten. Beim flüchtigen Lesen der etwas bombastischen Ankündigung, bin ich plötzlich bei diesem Absatz stutzig geworden:
Ein weiterer Höhepunkt des Konzertes war sicher auch das Lied /„Sei wachsam“, /dass im Netz zur Wahl 2017 nicht ohne Grund millionenfach geteilt wurde: /„Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen: Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, – ich halt' sie arm! /Sei wachsam//,/ präg' dir die Worte ein! /Sei wachsam//,/ fall nicht auf sie rein! Pass auf, dass du deine Freiheit nutzt, die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!“//„Sei wachsam“/ wurde im Jahr 1989 geschrieben und erscheint heute aktueller denn je. So ist es fast zwei Jahrzehnte später zu einem Stück aktueller Zeitgeschichte geworden.

Wer sich öfters in den sozialen Netzwerken Facebook, Youtube usw. aufhält, dem wird vielleicht - so wie es mir auch schon seit geraumer Zeit so ergangen ist - aufgefallen sein, dass das Lied wirklich sehr oft geteilt wird. Allerdings fiel mir sehr unangenehm auf, dass es eigentlich nur Rechtspopulisten, AfD-Fuzzys, Pegida-Fans und ähnliche Leute waren, die ihr Politikerbashing mit RMs Lied unterstreichen. Da steht es dann im Kontext mit Flüchtlingshetze, "Chemtrail"-Fotos, Verschwörungstheorien, Antisemitismus usw. und erzeugt bei mir ein eher mulmiges Gefühl.
Politikerbashing ist gerade total in, aber eine reine Schwarz-Weiß-Malerei war mir schon immer zuwider und ich verweigere mich hier dem Zeitgeist und finde es unpassend, immer nur auf die gewählten Volksvertreter einzuprügeln. Zur Erinnerung: Wir sind kein Bananenstaat, haben eine funktionierende Demokratie und können uns im politischen Diskurs einbringen.
Die Weimarer Republik ging übrigens zugrunde, weil man von rechts und links auf die Politik eingeprügelt hat. Nur mal so zur Erinnerung.
Der Texter dieses Werbetextes ist wohl naiv, politisch etwas rechts oder es fehlt ihm jegliche Empathie, was politische Entwicklungen angeht, wenn er es noch toll findet, dass das Lied in den letzten Monaten so viel geteilt wird. Es ist nicht interessant, dass das Lied oft geteilt wird, sondern wer es teilt .Das Lied wird missbraucht, so wie es Hannes Wader auch schon mit Liedern ergangen ist, die von Neonazis auf Demos gesungen wurden. Er hat eine "Stellungsnahme" geschrieben und gesungen, von RM habe ich bisher nichts dazu gehört. Schade. Es wäre absolut notwendig. Denn Stolz kann man auf diese Entwicklung nicht sein.

Gruß
Barde
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#2

Beitrag von Carsten K » Di 17. Apr 2018, 01:02

Hallo (Barde) Michael,
das Thema "Politikerbashing" hatten wir hier im Zusammenhang mit diesem RM-Lied von 1989(!) schon mal, glaube ich mich zu erinnern. Und die Frage: Was sind Politiker? Nur diejenigen, die wir aus Bundes- oder Landesregierungen alle kennen, die also "prominent" sind? Oder auch diejenigen, die sich in ihrer Kommune, ihrem Landkreis, ihrer Stadt, ihrer Gemeinde, ihrem Dorf (größtenteils ehrenamtlich) in einer Partei politisch engagieren?
Als Satiriker würde ich sagen, ja, es ist wichtig für eine Demokratie, wenn die "Machthaber", nämlich die ProtagonistInnen der Bundes- und Landespolitik gelegentlich hart angegangen werden, auch auf die Gefahr hin, dass sie sich (vielleicht sogar zurecht) manchmal ungerecht behandelt fühlen mögen (Franz Müntefering könnte davon ein Lied über mich singen ;-) ...). Und gleichzeitig ist es natürlich wichtig für eine Demokratie, dass sich möglichst viele Menschen ehrenamtlich politisch engagieren, in einer Partei, einer Bürgerinitiative oder anderweitig, z. B. als SatirikerIn und/oder LiedermacherIn...
An Reinhard Meys Lied "Sei wachsam" ist in meinen Augen wirklich nichts auszusetzen, auch nicht daran, dass er gerade in heutigen Zeiten (AfD, Pegida usw.) damit für sich wirbt (oder werben lässt), im Gegenteil.
Klar wird Reinhard Mey (ebenso wie Hannes Wader, der sich ja eindeutig dazu mit dem Lied "Stellungnahme" geäußert hat) auch von Rechtsradikalen gehört, angeklickt und sogar verehrt. Aber keine der beiden stehen auch nur annähernd im Verdacht, irgendetwas mit diesen Rechtsradikalen gemein zu haben!
Klar könnte Reinhard Mey sich jetzt zu diesem Thema äußern, und wir würden uns bestimmt hier alle darüber freuen, aber ich finde, mit seinem Lied "Sei wachsam" hat er bereits 1989(!) (die "Republikaner" waren damals gerade in das Westberliner Abgeordnetenhaus eingezogen) die passende Stellungnahme abgegeben.
Liebe Grüße
cARSCHti
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#3

Beitrag von Westwind » Di 17. Apr 2018, 01:23

Lieber Barde, lieber Carschti,
mal wieder ein sehr interessantes Thema, das meine Gedanken mal wieder anregt:
diese Email mit der Werbung für Live-CD habe ich nicht bekommen, aber wenn der Originaltext tatsächlich soviele inhaltliche und sprachliche Schwächen enthält, dann schenke ich ihm eh kaum Beachtung.
Woher kommt die Behauptung, daß das Lied aus dem Jahr 1989 stammt ? "Sei wachsam" erschien auf "Leuchtfeuer" erstmalig 1996. Ich glaube kaum, daß Reinhard Mey es solange ungesungen in der Schublade liegen ließ.
Daß Lieder dann von verschiedensten Leuten und Organisationen instrumentalisiert werden, ist sicherlich nicht im Sinne des jeweiligen Autors, aber diejenigen, die sich für die wahre Quelle eines Textes interessieren, sind auch schlau genug, diesen ihrem eigentlichen Sinn entsprechend einzuordnen. Die Leute, die versuchen, fremde Texte für ihre anderwertigen Ziele und Ansichten zu mißbrauchen, sind eine Sache. Aber bedenklich finde ich es auch, Texte, die einem wichtig erscheinen, unreflektiert zu konsumieren.
Ein weiteres Beispiel fällt mir ein: die Farce um das angebliche Gedicht von Tucholsky: "Wenn die Börsenkurse fallen". Das Gedicht hat Tucholsky nie geschrieben und es stammt auch aus einer viel späteren Zeit.
Es lohnt sich also aus meiner Sicht immer mal, den Ursprüngen und Entstehungen diverser Texte auf den Grund zu gehen, bevor man sie glaubt. Das Problem ist natürlich, und dabei habe ich mich auch oft selbst ertappt, daß ich eben auch gerne nur einer Quelle erstmal glaube, und erst bei größerem Interesse genauer hinterfrage.
Aber ich finde, daß es schon ein gewisses Maß an Eigenverantwortung für seine Wissensquellen geben sollte, und auch dafür, ob und wie die Informationen, die man gesammelt hat, weitergegeben werden. Und genau da habe ich in unserer Gesellschaft arge Bedenken, daß das so einfach möglich ist. Ob die Medien, die wir konsumieren, nun glaubhaft sind oder nicht, ist eine Sache. Es bleibt eben nur, wachsam und kritisch zu bleiben bei den Informationen, die einen nicht aus erster Hand erreichen.
Ich werde das Lied weiterhin bei meiner Straßenmusik spielen, und ich bin mir ziemlich sicher, daß ich deshalb nicht in irgendeine rechte Schublade gesteckt werde, unabhängig davon, ob sich die Passanten noch andere Lieder von mir anhören.
Mein Vorschlag: bleibt wachsam ! ;-)
Viele Grüße,
Georg
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#4

Beitrag von Helmut » Di 17. Apr 2018, 09:49

Hallo liebe M, C, G
Vielleicht erinnert ihr euch, da hatte ich als Signatur:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, – ich halt' sie arm!
Und dann gab es vor einigen Jahren ein neues Mitglied, das den Vorschlag machte, genau mit diesen Zeilen gemeinsam zu demonstrieren.
Als ich ihn fragte, wogegen und wofür er demonstrieren wolle, bekam ich nur eine schwammige Antwort, nach dem Motto, ja, gegen alles eben.
Um diese Haltung nicht weiter zu unterstützen, hab ich mich für eine andere Signatur entschieden.
Inzwischen kenne ich etliche Berufspolitiker persönlich. Ich kenne ihre Fähigkeiten, ihre Termine und ihr Gehalt und deshalb bin ich vorsichtig mit Rundumschlägen gegen Politiker.
Leider gibt es zu viele Bürger, die Solidarität fordern, aber nur solange, wie es ihnen nützt. Genau denen passt das betreffende Lied in den Kram. Ich gehe davon aus, dass Reinhard das Lied für die Leute geschrieben hat, die eine umfassende solidarische Gesinnung haben und nicht für die, die Solidarität nur für sich einfordern.
Herzlich
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#5

Beitrag von Gesch » Di 17. Apr 2018, 11:42

Ihr Lieben,
sich dagegen zu schützen, dass man von den Falschen vereinnahmt wird, weil man sich mit ein paar Formulierungen vielleicht nicht klar genug ausgedrückt hat, ist nicht einfach. Da hilft bestenfalls unmissverständliche Klarstellung. Notfalls muss man sich von früheren Formulierungen lossagen und – mit Verweis auf ungewollte Missinterpretationen - deutlich distanzieren.
Wenn eine Vereinnahmung eines Textes gegen seinen ursprünglichen Sinn nur funktioniert, wenn er umgedichtet wird, also die inhaltliche Tendenz des Textes mit leichten Veränderungen ins Gegenteil gedreht wird, sieht es anders aus. So ist es Walter Moßmann mal mit seinem Lied "Ballade vom Hexenhammer" passiert, mit dem er gegen Einschränkung der Meinungsfreiheit mit der Konsequenz von Verfolgung und Berufsverboten gesungen hat. Das haben sich dann auch irgendwann Rechtsradikale aneignen wollen, die sich auch in ihrer Meinungsfreiheit engeschränkt sahen. Walter hat meines Wissens dagegen wegen Verletzung des Urheberrechtes geklagt und so wohl zumindest verhindern können, dass es von Rechtsextremisten in der veränderten Fassung auf einem Tonträger verbreitet werden konnte.
Und noch anders ist es ja wohl, wenn eine Fehlinterpretation vorliegt. Ich habe einen Liedertext geschrieben, für den ich die Melodie eines Protestliedes verwendet haben, dessen Originaltext von Woody Guthrie stammt und von ihm Ende der 40er Jahre geschrieben wurde. Im Original geht es um den Absturz eines klapprigen Flugzeuges, mit dem mexikanische Landarbeiter nach dem Ernteeinsatz wieder zurück über die Grenze „verfrachtet“ wurden. Im Zeitungsartikel über den Absturz wurde die aus den USA stammende Flugzeugbesatzung namentlich aufgezählt. Die abgeschobenen Passagiere wurden nicht mit ihren Namen genannt, sondern nur als „Deportierte“ bezeichnet. Woody Guthrie gab ihnen in seinem Lied ihre Namen zurück. Es gehört zu den am meisten gecoverten Songs von Guthrie. Die Melodie des Liedes „Deportees“ stammt übrigens auch nicht von Guthrie, sondern soll von einem Mann namens Martin Hoffman komponiert worden sein.
Ich hatte über die Situation hierher geflohener Menschen auf der Grundlage dieses Songs einen neuen Text gemacht. Als Titel wählte ich, ohne mir viel dabei zu denken, ein paar Worte, die wiedergaben, was Migrationsgegner den zu uns Geflüchteten inhaltlich nur allzu gerne entgegenschleudern: „Geh, Flüchtling, geh“. Und tatsächlich hat wohl mancher, der dieses Lied bei Youtube angeklickt hat, auch ein genau zu dieser ablehnenden Titelzeile passenden Inhalt des Liedes erwartet. Das sehe ich an wütenden Kommentaren, die ich erhalten, aber deren Veröffentlichung ich nicht zugestimmt habe. Niemand kann mich zwingen, mit solchen Veröffentlichungen zur Volksverhetzung beizutragen.
Mit diesem Lied habe ich versuche, um Verständnis für die Situation der Geflüchteten zu werben. Dass Volksverhetzer durch ihr "irrtümliches" Anklicken des Songs mit falscher Erwartung mit dabei geholfen haben, dass es inzwischen mit großem Abstand (mit mehr als 60 Tausend Aufrufen) mein am meisten angeklicktes Lied ist, lässt mich breit grinsen. Ich kann mir vorstellen, wie ihr Hals beim Anhören des Liedes so langsam zugeschwollen ist… Möglicherweise hätte das Lied ja mit "richtigem" Titel nicht mal tausend Klicks erzielt...
Inzwischen habe ich für den Konzertvortrag eine weitere, klarstellende Zusatzstrophe gemacht, und zwar über die Situation eines Menschen in Abschiebehaft…
Herzlich
Gerd
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Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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#6

Beitrag von Barde » Di 17. Apr 2018, 16:06

Helmut schrieb:
Leider gibt es zu viele Bürger, die Solidarität fordern, aber nur solange, wie es ihnen nützt. Genau denen passt das betreffende Lied in den Kram. Ich gehe davon aus, dass Reinhard das Lied für die Leute geschrieben hat, die eine umfassende solidarische Gesinnung haben und nicht für die, die Solidarität nur für sich einfordern.

Klar, es geht ja nicht um die Intention, die RM dabei hatte, sondern um die Vereinnahmung, die Rechtspopulisten und -radikale damit betreiben Aber damit zu werben, dass dieses Lied millionenfach zur Wahl geteilt wurde, fand ich selten dämlich, weil ... Na, ja, ich will mich jetzt nicht wiederholen.
Fakt ist, dass ich es wirklich bedauerlich finde, dass er nicht im Konzert durch klarstellende Ansagen, durch ein Lied (ähnlich wie Hannes mit der "Stellungsnahme") oder Interviewaussagen das Ganze korrigiert. Geschweige denn, dass man den Werbetexter des Musikverlages so einen Unsinn schreiben lässt (da hat der Künstler doch bestimmt ein Mitspracherecht, nehme ich an).
Es ist ja kein Einzelfall (Gesch hat's ja selbst auch erlebt und mit seinem persönlichen Beispiel beschrieben) Aktuell nölt z.B. Wolfgang Niedecken herum, dass er doch beim ECHO ruhig seinem Freund die Laudatio halten darf und keiner von ihm verlangen sollte, dass er im Vorfeld kontrolliert, welche weiteren "Künstler" (Kollegah mit seinen antisemitschen Texten) geehrt werden. Beim ECHO konnte man aber auch vorgewarnt sein, weil es im Vorjahr schon eine heiße Diskussion über die rechte Band "Freiwild" gab. Künstler leben nicht auf der Insel der Seeligen und man muss sich bewusst sein, dass man sowohl im Positiven, als auch im Negativen mit seiner Kunst Einfluss nehmen kann - und sollte.
Kleine Anmerkung am Rande: Als BAP vor vielen, vielen Jahren groß herauskam, wurde Niedecken mit seiner Band in die "Hitparade" eingeladen. Die Absage von ihm wurde damit begründet, dass er nicht in so einem Umfeld auftreten will. Trotz "Freiwild" und "Kollegah" scheint ihn das beim ECHO aber nicht zu stören.

Helmut schrieb:
Und dann gab es vor einigen Jahren ein neues Mitglied, das den Vorschlag machte, genau mit diesen Zeilen gemeinsam zu demonstrieren. Als ich ihn fragte, wogegen und wofür er demonstrieren wolle, bekam ich nur eine schwammige Antwort, nach dem Motto, ja, gegen alles eben.

Traurige Entwicklung, aber leider wahr. Interessant auch in diesem Zusammenhang, dass Extremisten oft recht mühelos von links nach rechts wechseln können - Motto: Hauptsache gegen das "System"
Meine persönliche Erfahrung, wenn ich mit Wutbürgern in Verwandschaft oder Bekanntenkreis über die "bösen Politiker" diskutiere ist, dass diese oft keinerlei alternativen Konzepte liefern und wenn man darob nachhakt, wird die Litanei meist nur noch heftiger und wütender. Aber Vorschläge, wie man es besser machen könnte - Null.
Liebe Grüße
Barde



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#7

Beitrag von Helmut » Di 17. Apr 2018, 18:56

Lieber Michael
Interessant auch in diesem Zusammenhang, dass Extremisten oft recht mühelos von links nach rechts wechseln können - Motto: Hauptsache gegen das "System"
Die Denke dieser Leute schaut meiner Meinung so aus:
"Nützt mir die Art der Solidarität der Linken etwas, bin ich für die Linken. Gilt die Solidarität der Linken aber nicht mir, sondern noch Schwächeren, schließ ich mich denen an, die gegen diese falschen Nutznießer sind."
Nehmen wir doch die Pegida-Denke: Den Soli des Westens haben sie gerne genommen, aber Solidarität gegenüber Leuten, die es ihrer Meinung nach weniger verdienen, gönnen sie es nicht. Was die Pegida-Deppen vergessen: In Orte, die viele Asylbewerber haben, fließt viel staatliches Geld, was für diese Region eine Konjunkturspritze ist, weil dort mit dem Geld Arbeit entsteht. Es gibt aber Leute, die wollen Unterstützung und nicht Arbeit.

:helmut:

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#8

Beitrag von Michael » Mi 18. Apr 2018, 13:55

Hallo,
diese Werbung ist mir auch etwas aufgestossen. Ich bin schon sehr erstaunt über die Naivität, mit der Klickzahlen interpretiert werden. Einen kleinen Satz zum Missbrauch des Liedes hätte ich mir im Konzert auch gewünscht, auch wenn ich denke, man muss schon einige Sätze und Formulierungen des Liedes bewusst missverstehen oder überhören, um in ihm eine Unterstützung des AfD- oder Pegida-Komplexes zu sehen. Vom Werkskontext mal ganz zu schweigen.
Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Nicht auf alles kann man stolz sein

#9

Beitrag von Skywise » Mi 18. Apr 2018, 14:14


Barde schrieb:
Fakt ist, dass ich es wirklich bedauerlich finde, dass er nicht im Konzert durch klarstellende Ansagen, durch ein Lied (ähnlich wie Hannes mit der "Stellungsnahme") oder Interviewaussagen das Ganze korrigiert.
Na ja, warum? Oder anders gesagt: was kann denn der Künstler dafür, wenn einige Leute vor Kulturkonsum ihr Hirn nicht einschalten?
Beim ECHO konnte man aber auch vorgewarnt sein, weil es im Vorjahr schon eine heiße Diskussion über die rechte Band "Freiwild" gab.
2013 gab's die erste Diskussion um Frei.Wild. Damals wurden sie ausgeladen. 2016 hat's dann den ECHO trotzdem gegeben.
Bei Kollegah ist das Geschmäckle, daß er 2015 schon mal einen ECHO in die gutbürgerliche heimische Vitrine gedrückt bekommen hat. Obwohl es zu diesem Zeitpunkt schon einige kritische Texte von ihm gab, auch zum Thema Judentum, wenn auch zugegebenermaßen nicht auf dem prämierten Album ("King"). Okay, es gab einige Texte, bei denen man sich des zärtlichen Eindrucks nicht erwehren kann, daß er Frauen allgemein nicht ob ihrer Geistesgaben schätzt, aber - *pf* was sind schon Frauen ...
Traurige Entwicklung, aber leider wahr. Interessant auch in diesem Zusammenhang, dass Extremisten oft recht mühelos von links nach rechts wechseln können - Motto: Hauptsache gegen das "System"
Meine persönliche Erfahrung, wenn ich mit Wutbürgern in Verwandschaft oder Bekanntenkreis über die "bösen Politiker" diskutiere ist, dass diese oft keinerlei alternativen Konzepte liefern und wenn man darob nachhakt, wird die Litanei meist nur noch heftiger und wütender. Aber Vorschläge, wie man es besser machen könnte - Null.
Richtig. Eigentlich auch klar - es ist ja auch deutlich einfacher, eine ganze Menge Menschen gegen etwas in Stimmung zu bringen als für etwas, weil - für etwas Konstruktives braucht man einen gemeinsamen Plan, für das Plattmachen von bestimmten Meinungen, Parteien, Personengruppen etc. braucht man nur den Konsens, daß das gerade scheiße läuft. Also wird vor allem das Kontra befeuert, idealerweise so gut, daß man sich die Frage nach Alternativen gar nicht erst groß stellt. Hat auch den Vorteil, daß sich leicht neue Wunden finden lassen, in die man den Finger legen kann. Und wenn man wirklich in die Verlegenheit kommen sollte, daß an einer Stelle etwas wie gefordert plattgemacht wird, kann man durch neue Wunden davon ablenken - oder schlicht vertrösten.
Was mir in den letzten Jahren zunehmend auffällt, ist, daß viele Leute nicht in der Lage sind, Roß und Reiter zu benennen. Ich halte das oft genug für einen eklatanten Mangel an Basiswissen. Der Aufbau des Staates, seine Hierarchie, die unterschiedlichen Zuständigkeiten - das wissen offenkundig die wenigsten. Und keiner stört sich daran. Selbst mit der Gewaltenteilung nehmen's einige Leute nicht so genau. Frau Merkel soll der Polizei sagen, daß sie die Flüchtlinge so lange im Knast festhalten soll, bis sie sich mit uns, unserem Staat und unserer Kultur auseinandergesetzt haben" (Deutsch bereinigt). Wie viele Fehler finden sich in diesem Bild? :gruebel:
Ich glaube mittlerweile, ein Großteil der "Wutbürger" ist gar nicht daran interessiert, daß man einen Hebel und einen Ansatzpunkt dafür braucht, um bestimmte Dinge ins Rollen zu bringen. Der will lieber, daß plötzlich eine zauberstabschwingende und sternenstaubregnende gute Fee neben ihm aufploppt, bei der er ohne Rücksicht auf Verluste seine ideale Welt bestellen kann, anstatt sie mit zu gestalten. Ich halte es für besorgniserregend, daß einige Leute in ihren individuellen Äußerungen pauschal anderen Menschen das Recht auf Individualität absprechen. Diese Idee, daß die eigene Freiheit dort endet, wo die Freiheit des Anderen anfängt, nennen wir's mal "Rücksicht" oder "Toleranz", scheint in jüngerer Zeit schlecht vermittelt worden zu sein, zumindest glauben viel zu viele Leute im Augenblick, ihre Freiheit hätte jetzt lange genug zurückgesteckt, jetzt wäre die Politik endlich mal verpflichtet, genug Raum für ihre eigene individuelle Freiheit zu schaffen. Was allerdings nicht funktionieren kann, da die Politik oft genug nur Rahmenbedingungen schaffen kann, aber beim Windeln jedes einzelnen Bürgers muß sie zwangsläufig versagen.
Gruß
Skywise
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Re: Nicht auf alles kann man stolz sein

#10

Beitrag von migoe » Di 10. Jul 2018, 11:32

Hallo Barde,

ich habe diese Mail damals auch bekommen aber mir sind beim Lesen diese Gedanken nicht gekommen, und ich bin Dir sehr dankbar, dass Du Dich hier so offen dazu äußerst:
Barde hat geschrieben:
Mo 16. Apr 2018, 20:06
Wer sich öfters in den sozialen Netzwerken Facebook, Youtube usw. aufhält, dem wird vielleicht - so wie es mir auch schon seit geraumer Zeit so ergangen ist - aufgefallen sein, dass das Lied wirklich sehr oft geteilt wird. Allerdings fiel mir sehr unangenehm auf, dass es eigentlich nur Rechtspopulisten, AfD-Fuzzys, Pegida-Fans und ähnliche Leute waren, die ihr Politikerbashing mit RMs Lied unterstreichen.
ich treibe mich nicht in diesen "Kreisen" herum und deshalb war mir das nicht bekannt. Nach längerem Überlegen komme ich für mich zum Schluss, dass es wahrscheinlich nicht möglich ist, so etwas effektiv zu verhindern. Der Künstler hat den Text so allgemein formuliert, dass sich "jeder" angesprochen fühlen kann. Mich überrascht es deshalb auch nicht, dass es verschiedene "Interpretationen" des Textes gibt.
Barde hat geschrieben:
Mo 16. Apr 2018, 20:06
Politikerbashing ist gerade total in, aber eine reine Schwarz-Weiß-Malerei war mir schon immer zuwider und ich verweigere mich hier dem Zeitgeist und finde es unpassend, immer nur auf die gewählten Volksvertreter einzuprügeln. Zur Erinnerung: Wir sind kein Bananenstaat, haben eine funktionierende Demokratie und können uns im politischen Diskurs einbringen.
Jeder Politiker muss mit Kritik (ist das Bashing?) umgehen und darauf reagieren. Das gehört zum Wesen der Demokratie. Es gibt aber keine Garantie, dass Kritik immer sachlich und unpersönlich ist.
Barde hat geschrieben:
Mo 16. Apr 2018, 20:06
Die Weimarer Republik ging übrigens zugrunde, weil man von rechts und links auf die Politik eingeprügelt hat. Nur mal so zur Erinnerung.
Die heutige Situation in Deutschland ist für mich nicht vergleichbar mit der Weimarer Republik. Es gibt mehr Unterschiede als Parallelen. Es kommt darauf an, was wir alle daraus machen.
Barde hat geschrieben:
Mo 16. Apr 2018, 20:06
Das Lied wird missbraucht, so wie es Hannes Wader auch schon mit Liedern ergangen ist, die von Neonazis auf Demos gesungen wurden. Er hat eine "Stellungsnahme" geschrieben und gesungen, von RM habe ich bisher nichts dazu gehört. Schade. Es wäre absolut notwendig. Denn Stolz kann man auf diese Entwicklung nicht sein.
Ich lese in dem von Dir gemeinten Text nicht herauslesen, dass Reinhard Mey oder die Verfasserin des genannten Textes stolz auf diesen von Dir kritisierten "Mißbrauchs" zu sein. Warum sollte sich Reinhard Mey dazu äußern? Was würde das ändern? Was hat Hannes Wader bewirkt mit seinen deutlichen Statements gegen den "Mißbrauch" seiner Texte von der "falschen Seite"?

Die Gedanken sind frei! Sobald es aber ein Gedanke geschafft hat, formuliert und ausgesprochen zu werden, ist er nicht mehr frei und kann von jedem "gefangen" und für sich genutzt werden.
Dieser Beitrag enthält 480 Wörter


Liebe Grüße aus Rothenburg

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...
Manche Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden.

Carsten K
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Re: Re: Nicht auf alles kann man stolz sein

#11

Beitrag von Carsten K » Di 10. Jul 2018, 21:27

migoe hat geschrieben:
Di 10. Jul 2018, 11:32
Jeder Politiker muss mit Kritik (ist das Bashing?) umgehen und darauf reagieren. Das gehört zum Wesen der Demokratie. Es gibt aber keine Garantie, dass Kritik immer sachlich und unpersönlich ist.
Klar, Kritik an Politikern äußern zu können und auch zu dürfen, ohne deswegen im Knast zu landen, ist wesentlicher Bestandteil einer Demokratie, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und eben auch Freiheit der Kunst. Gerade letztere sollte auch nicht immer sachlich und unpersönlich sein, finde ich, sondern im Gegenteil, besonders wenn es sich um Satire handelt.

Zum Wesen der Demokratie gehört es aber auch, dass sich Menschen politisch engagieren und ggf. dann auch Politiker werden. Die meisten machen das - wie hier schon erwähnt - ehrenamtlich, manche vielleicht auch, um ihr ramponiertes Ego aufzubessern, aber selbst das finde ich besser, als wenn sich Menschen überhaupt nicht für Politk interessieren und sagen: "Die da oben machen ja eh, was sie wollen." Zum Wesen der Demokratie gehört schließlich auch, dass sich möglichst viele Menschen daran beteiligen, was über sie entschieden wird. Wer immer Politiker geworden ist, hat irgendwann mal für sich entschieden, sich beteiligen zu wollen, und das verdient erstmal Respekt, finde ich. Ohne solche Leute gäbe es im Übrigen auch keine Demokratie.

Nein, "Bashing" ist keine demokratisch legitimierte Kritik, sondern schlichtweg eine Straftat. Es fängt an mit Beleidigungen, aber nicht wenige Politiker bekommen auch regelmäßig anonyme Morddrohungen. Dies gehört sicher nicht mehr zum Wesen der Demokratie, aber mit genau dieser "Bashing"-Strategie haben die Nazis gegen Ende der Wemarer Republik ja schon (leider erfolgreich) versucht, ihre Gegner aus dem Weg zu räumen. Insofern erkenne ich durchaus eine Parallele zwischen der Weimarer Republik.

Aber Reinhard Mey ist das alles wirklich nicht vorzuwerfen. Er bezieht regelmäßig politisch eindeutig Stellung.
Dieser Beitrag enthält 308 Wörter


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Marc
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Re: Nicht auf alles kann man stolz sein

#12

Beitrag von Marc » Mi 11. Jul 2018, 09:18

Ihr Lieben,

ein klares Statement:
Urheberrechtswidrige, textliche Umgestaltung

In jüngster Zeit wurden auf verschiedenen politischen Veranstaltungen Werke von Reinhard Mey verunstaltet und missbraucht. Reinhard Mey stellt klar, dass er keine Einwilligung in die urheberrechtswidrige, textliche Umgestaltung und Aufführung seines Werkes erteilt hat und dass er diese missbräuchliche Verwendung auch niemals genehmigen wird. Weiter stellt Reinhard Mey klar, dass er sich vom menschenverachtenden Gedankengut, welches durch die missbräuchliche Verwendung seiner Werke transportiert wird, umfassend distanziert. Reinhard Mey wird sich weiterhin gegen jedwede missbräuchliche Nutzung seiner Werke mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen.

Quelle: Reinhard Mey, 11.07.2018
Lieben Gruß!
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

Hannes Wader

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Re: Re: Re: Nicht auf alles kann man stolz sein

#13

Beitrag von Helmut » Mi 11. Jul 2018, 10:33

Nein, "Bashing" ist keine demokratisch legitimierte Kritik, sondern schlichtweg eine Straftat.
Vielleicht sollte man ergänzen, dass es eine relativ kleine Gruppe ist, die sich abspricht und mit unzähligen Identitäten das Netz mit Beschimpfungen und Drohungen vollscheißt.

Es sind übrigens die Gleichen, die Lügen (Vergewaltigungen von Mädchen durch Asylbewerber usw.) erfinden und verbreiten, so dass man von ihren Anhängern hören kann:
"Das kann man doch überall lesen" oder "ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich möchte es gern glauben"

Helmut
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Barde
...hat schon mal ein LT organisiert
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Re: Re: Nicht auf alles kann man stolz sein

#14

Beitrag von Barde » Mi 11. Jul 2018, 12:06

Marc hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 09:18
Urheberrechtswidrige, textliche Umgestaltung

In jüngster Zeit wurden auf verschiedenen politischen Veranstaltungen Werke von Reinhard Mey verunstaltet und missbraucht. Reinhard Mey stellt klar, dass er keine Einwilligung in die urheberrechtswidrige, textliche Umgestaltung und Aufführung seines Werkes erteilt hat und dass er diese missbräuchliche Verwendung auch niemals genehmigen wird. Weiter stellt Reinhard Mey klar, dass er sich vom menschenverachtenden Gedankengut, welches durch die missbräuchliche Verwendung seiner Werke transportiert wird, umfassend distanziert. Reinhard Mey wird sich weiterhin gegen jedwede missbräuchliche Nutzung seiner Werke mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen.

Quelle: Reinhard Mey, 11.07.2018

Danke für die Info, Marc

Genau diese Reaktion hatte ich bisher vermisst, als es mir auffiel, wie die AfD-Fuzzys sich an seinem Lied aufgeilten und ihn vereinnahmten. Es hätte mich doch sehr verwundert, wenn er dies auf Dauer so kommentarlos hinnimmt.

Dass seine Plattenfirma aber im Werbetext stolz drauf hinweist, wie das Lied "Sei wachsam" im letzten Bundestagswahlkampf gleichsam eine Renaissance erlebte, halte ich immer noch für eine ziemlich bescheuerte Idee des beauftragten Werbetexters. Der hat - meiner Meinung nach - absolut nicht kapiert, was hier Sache ist und war. Die sog. "Elitenkritik" der Rechtspopulisten und -extremen ist etwas anderes, als die "normale" Kritik am Beruf des Politikers schlechthin, die als streitbares Element zum Diskurs in einer Demokratie unabdingbar ist. Die eine zielt darauf hin, ein System gänzlich zu zerstören (die daraus entstehende "Alternative" kann "tausend Jahre währen" :-( ), die andere darauf, es zu kritisieren, damit es sich verbessert. Und das ist ein ziemlich wichtiger Unterschied.

Liebe Grüße

Barde :balkon:
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