Technische Probleme mit den Einloggen über das Usermenü.

Was ist geschehen?

Für die Forensoftware wurde ein neues Update eingespielt. Dabei wurden von den Entwicklern einige Funktionen geändert, die für mehr Sicherheit beim Umgang mit Login Daten sorgen sollen. Dafür müssen aber einige Teile der Webseite umprogrammiert werden, die von Modulen verwendet werden, die auf die Änderungen am Hauptprogramm noch nicht eingestellt wurden. Dies betrifft leider auch das Login Eingabefeld in Usermenü, wenn Du ausgeloggt bist.

Muss ich jetzt ein neues Passwort anfordern, um mich einloggen zu können?

Nein, es ist nur momentan nicht möglich, sich über das Usermenü einzuloggen.

Wie kann ich mich denn auf dem Forum Einloggen?

Bitte klicke links oben über der Eingabemaske auf das Wort "Anmeldung" und gibt Deine Login Daten in den entsprechenden Feldern ein.

War der Schutz meiner persönlichen Daten zu jeder Zeit gegeben?

Das Update hatte keine Auswirkung auf irgendwelche Daten. Es wurde lediglich ein Programmteil geändert, welches sicherstellen soll, dass sich niemand mit den Daten eines anderen Users (z.B. eines Admins oder Moderators) Einloggen kann, obwohl er dafür nicht die Zugangsberechtigung hat.

Was muss ich jetzt noch tun / beachten?

Du kannst mir etwas Zeit geben, damit ich eine Lösung für dieses Problem finde. Ich habe mich bereits an die Entwickler gewandt und hoffe, sie können mir schnell helfen.

Ich habe dazu noch Fragen.

Bitte melde Dich in diesem Fall direkt über das Kontaktformular bei mir.

08.05.2019, migoe | www.liedermacher-forum.de

Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella, die er am 14. Oktober 1977 heiratete und mit der er drei Kinder hat.
Marc
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#1

Beitrag von Marc » So 25. Jul 2004, 12:56

Hallo zusammen!
Bei Amazon findet man mittlerweile über 50 Kundenrezensionen über "Nanga Parbat", darunter mehr oder weniger hilfreiche und mehr oder weniger positive. Noch deutlicher als bei Meys Album "Rüm Hart" stechen aber die negativen Kritiken ins Auge, zur Zeit liegt die durchschnittliche Kundenbewertung bei 3,5 von 5 Sternen. Ich habe mir die zum Teil scharfen Bewertungen durchgelesen und erinnerte mich schnell im Gegenzug an Migoes Rezension, der "Nanga Parbat" als Fortsetzung des Albums "Flaschenpost" verstand. Migoe schrieb aber auch, dass dies erst sein erster Eindruck war, der jedoch war für ihn "so intensiv und vertraut", dass er "wirklich spontan davon ausgeht, dass Reinhard Mey mit diesem Album (unbewußt) die würdige Fortsetzung zur 'Flaschenpost' vorlegt". Ein Kunde bei Amazon schreibt:
"Vielleicht ist 'Nanga Parbat' wie ein Wein, der erstmal ein paar Jahre unter vorsichtiger Beobachtung ruhen muss. Ich hoffe jedenfalls darauf, dass sich das Aroma nach und nach entfaltet."
Reto schrieb und meinte Anfang Mai etwas ähnliches, nämlich, dass er sich noch nicht sicher sei, wie sich "Nanga Parbat" entwickeln würde. Das interessiert mich heute: Wie seht ihr das Album knapp drei Monate nach der Veröffentlichung? Läuft es sich immer noch heiß oder verstaubt es bereits im CD-Regal? Viele von Euch haben ihre Meinung unmittelbar nach der Veröffentlichung im Mai hier im Forum kundgetan, aber wie hört sich das Album für euch zwei Monate später an? Über die postiven Seiten des neuen Albums haben wir schon ausführlich geschrieben, ich möchte mit diesem Bericht ein mal das hervorheben, was nicht gefällt.
Besonders scharf kritisiert wird an dem neuen Album unter anderem, dass "musikalisch alles schon einmal in ähnlicher Form gehört" wurde. Ich erinnere mich daran, dass jemand hier im Forum schrieb, dass dies nach fast 40 Jahren Liederschreiben nicht verwerflich sei -Aber legte Reinhard Mey mit "Flschenpost" nicht textlich wie musikalisch ein außergewöhnliches Album vor? Drei Alben später verzeiht man ihm wiederkehrende Melodien, Texte und Themen? Der "Oberfranke" schrieb hierzu:
"Was ich ziemlicht schlecht finde, ist die teilweise sehr lustlose Reimerei und das damit verbundene in die Länge ziehen mancher Wörter".
Kunden bei Amazon schreiben:
"Musikalisch haben wir alles schon einmal in ähnlicher Form gehört. Das Musikalische ist für viele Mey-Fans aber nur sekundar. Es zählen die Texte. Und insbesondere diese lassen jegliche Spritzigkeit, Genialität und Wortwitzigkeit und jeglichen Wortreichtum vermissen." -Eine Meinung, die auch ich persönlich teile."
"Pauschalurteile statt Wortwitz und Lieder, die an einen "Marder" erinnern. Kurzum: Was Reinhard Mey noch zu sagen hätte, dauert keine Zigarette (mehr)."
"Die Songs wirken teils ein wenig 'gestackst' und holprig, die Texte eben nicht sehr ausgefeilt, sondern eher unausgegoren. Mit flinker Feder geschrieben erinnern sie zu sehr an alt Bekanntes, stereotype Wortspielereien und Wortwendungen, die man teils wörtlich bereits von früheren Alben kennt."
"Und zum ersten Mal schreibt er sogar ganze Textpassagen bei sich selber ab. Nur für absolute Fans und Komplettisten zu empfehlen!"
Gemeint ist hier wohl die "Grimasse, die man macht, eh man in Tränen ausbricht" (kommt sowohl im Lied "Sven", als auch in "Kurti", aus dem Album "Einhandsegler", vor). Apropos: Kann mir jemand die letzte Zeile von "Sven" erklären? Who is Hans-Dieter Kaiser?
Kritisiert werden aber auch die Arrangements, die Reto in seiner Rezension im Mai jedoch lobte: "Dafür sorgt auch Manni Leuchter, dessen Beitrag zum guten Gelingen nicht überschätzt werden kann. Seine Arrangements sind Gold wert."
Aus einer Kundenrezension wiederum sticht der Satz heraus:
"Auch Manni Leuchter - sonst heimlicher Star der letzten Mey-Alben - bleibt ungewohnt ideenlos. So wirkt das 'Keyboard-Orchester' von 'Nanga Parbat' leblos aufgeblasen und verdeckt eine ansonsten gut gemachte Ballade."
"Was waren das früher für geniale und abwechslungsreiche Platten als Leute wie Grünberg, Rautenberg oder Heiner Lürig (Farben - das mey Highlight!) seine Platten arrangierten. Jetzt mit Manfred Leuchter klingt eine CD wie die andere."
Nun noch mal zu meiner persönlichen Meinung. Mir hat "Rüm Hart" besser gefallen als "Nanga Parbat", weil mich zum einen die Themen mehr angesprochen haben (z.B. Schule, Erwachsenwerden). Als hätte unbedingt noch ein Liebeslied unter den neuen 13 Liedern sein müssen, empfinde ich das Lied "Ich liege bei Dir" -Für mich bleibt "Immer mehr" das Liebeslied schlechthin. Außerdem hat das neue Album nicht die großen Emotionen in mir geweckt, wie die vorangegangenen Alben -Kullerte mir eine Träne bei "Etienne" (2002) über die Wange und lachte ich laut bei "Neulich in der Dessous-Abteilung" (2002), gehört "Kennst du die kleinen, nicht wirklich nützlichen Gegenstände" zu den Liedern des neuen Albums, die ich gnadenlos überspringe. Ähnlich misslaunt blicke ich auch den Arrangements entgegen. Ich finde schon, dass man "Nanga Parbat" anmerkt, dass Manfred Leuchter viel über "Programming" in seinem kleinen Studio in Aaachen gemacht hat -Gerade im Vergleich zu "Flaschenpost", wo man jedes einzelne Instrument in den Liedern heraushören kann, fällt mir dies negativ auf -Ich für meinen Part bin mir sicher, dass die Ballade "Nanga Parbat" so viel von ihrem Charme einbüßen musste.
Wie gesagt -Ich habe ein mal das hervorheben wollen, was nicht gefällt. Dass Mey mit "Alles O.K. in Guantánamo Bay" nicht aktueller sein könnte, ist beachtenswert. Auch die Lieder "Sommerende" und "Douce France" finde ich textlich großartig und liebevoll arrangiert.
Viele Grüße von Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

Hannes Wader

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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#2

Beitrag von Skywise » So 25. Jul 2004, 16:08

An dieser Stelle möchte ich aus dem Buch "Liedermacher" von Hartmut Huff zitieren, das 1980 (!) im Heyne-Verlag erschien (S. 73f):
Reinhard Mey, einer der Liedermacher der ersten Stunde, gebührt besondere Aufmerksamkeit. Durch die Jahre hat er sein Image als öffentlich privatisierender Chansonnier, dem engagierte Lieder aus Passion ein Greuel sind, gepflegt. Und dem ist er, sieht man von wenige Ausnahmen ab, da er z. B. in gütig verhaltnem Spott Politiker auf den Arm nimmt ("Was kann schöner sein auf Erden, als Politiker zu werden") oder den Protest karikiert ("Die Ballade vom sozialen Aufstieg des Fleischermeisters Fred Kasulzke") treu geblieben. Und treu ist er auch den drei Melodien geblieben, mit denen es ihm gelang, 21 Langspielplatten von je 40 Minuten Spieldauer zu füllen.
Ahnungsvoll mutmaßte im Pressedienst seiner Plattenfirma ein Freund: "Wenn ein bekannter Sänger eine neue Langspielplatte besingt, gibt es zwei beliebte Reaktionen. Die einen sagen: 'Ach, es ist immer dasselbe' und sind sauer. Und die anderen meinen: 'Ach, es ist einfach nicht mehr dasselbe' und sind sauer. Ich wünsche Ihnen beim Anhören von "Menschenjunges" eine dritte Reaktion. - Es bleibt bei der ersten.
Allerdings: auf seiner neuesten Platte "Jahreszeiten" ist Reinhard Mey textlich überzeugend. Neben dem "Alleinflug" besticht sein "Unterwegs". Mey vermittelt glaubhaft, wie arm er dann dran ist. Wohl eine Folge des ersten Songs der B-Seite "Wir sind alle lauter arme, kleine Würstchen".
Man stelle sich vor:
Unterwegs irgendwo zwischen Zürich und zu Haus,
Bratwurst, Cola, Ketchup, Koffer rein und Koffer raus,
Jede Bühne zwischen Klagenfurt und Norderney
Wie auf 'ner Galeere, aber glücklich und frei dabei.
So ein Chanson-Superstar-Dasein ist halt doch recht anstrengend, zumal, wenn's abends im Hotel so aussieht:
Im Hotel altert indessen
ein liebloses Abendessen
Klaus macht noch, wenn blond und weiblich, die Bedienung an;
Peter ist in Schlaf gesunken,
und ich endlich so betrunken,
Daß ich auch dies lausige Hotel ertragen kann.
Vielleicht kann er's ja bald. Die Direktoren der betreffenden Etablissements hören diese Klage gewiß auch mal. Aber ist Meys Publikum wirklich so naiv, ihm die "Unterwegs-Geschichte" als erlebt und erlitten abzukaufen?
Wenn ich mir die Amazon-Kritiken durchlese und sie mit den Huff'schen Äußerungen vergleiche, erkenne ich erstaunlich viele Deckungsgleichheiten. Die "offiziellen" Vorwürfe an RM sind also keinesfalls neu.
Ich habe "Nanga Parbat" nur ein einziges Mal gehört und bin zu dem Schluß gekommen, daß es wohl eher ein Album ist, das ich mir im Herbst oder vielleicht sogar im Winter noch einmal anhören muß ... für Frühling oder Sommer ist das Album irgendwie nix ... Es entsteht irgendwie kein richtiges Gefühl, wenn da jemand von dem Frost und dem grausamen Eis auf dem Gipfel des Nanga Parbat singt und ich gleichzeitig in Schweißbächen davonfließe ;-). Aber auch viele der anderen Sachen auf dem Album schreien für mich eher nach einem gemütlichen lauwarmen Abend auf der Couch mit einem Gläschen Was-Rotes und ausreichend gedämpftem Licht. Der Vergleich mit der "Flaschenpost" kam mir auch schon in den Sinn, wobei dieses Album allerdings nicht zu meinen Lieblingsalben zählt. Nach dem ersten Hören würde ich "Nanga Parbat" aber auf jeden Fall zu den gelungeneren Alben rechnen ... zumindest bin ich neugierig auf das zweite Hören; das war bei "Rüm Hart" definitiv anders.
Die einzige Sache, die mich jedoch unglaublich gestört hat beim Hören, war das Arrangement von "Nanga Parbat" ... da hätte Reinhard Mey schon mal die Chance gehabt, ein richtig bombastisches Opus aufzuziehen, und Manni Leuchter macht daraus ein Keyboard-Allerlei ... das hätte richtig schön arrangiert mit einem echten Orchester ein echter Leckerbissen werden können. Aber es sollte wohl leider nicht sein ... Schade.
Gruß
Skywise
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#3

Beitrag von Martin_E » So 25. Jul 2004, 20:20

Ich kann die zahlreichen negativen Bewertungen zu "Nanga Parbat" nicht ganz nachvollziehen. Mir gefällt dieses Album sehr gut. Beim ersten Hören Anfang Mai, als es erschienen ist, konnten mich die meisten Lieder irgendwie nicht überzeugen. Ich fand zu fast keinem Lied einen Zugang und dachte wie viele andere auch, dass "Nanga Parbat" eher ein schwaches Album ist. Erst nachdem ich mir die CD ein paar Wochen intensiv angehört hatte, gefiel mir "Nanga Parbat" zunehmend besser. Jetzt ist mir Reinhard Mey's neues Album richtig ans Herz gewachsen. Ich mag es sehr und finde es ganz klar besser als die beiden Vorgänger "Rüm Hart" und "Einhandsegler". Bei diesen Alben gefielen mir jeweils nur ein paar Lieder richtig gut. Bei "Nanga Parbat" aber kann ich die ganze CD durchhören, ohne dass sich ein Durchhänger bemerkbar macht. Es gibt darauf kein Lied, dass mir nicht auf irgendeine Art gefällt. Wem ist es noch so ergangen wie mir?
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#4

Beitrag von migoe » So 25. Jul 2004, 20:39

Hallo Marc,
schön, daß dieses Album noch einmal für die "Kritiker" ansprichst - ich persönlich habe damals geschrieben was ich empfand und es gibt nicht mehr viel für mich hinzuzufügen. Möchte auch nicht die Gefahr eingehen, mich zu wiederholen...;-) Ich glaube, durch die Anmerkung, "Nanga Parbat" wäre für mich die direkte Fortsetzung zur "Flaschenpost" habe ich (Dich und andere) wohl etwas verwirrt. Vielleicht kann ich mit einem anderen Bild verdeutlichen, was ich damit ausdrücken wollte:
Ich habe insgesamt 10 Geschwister, also 11 Kinder haben meine Eltern gemeinsam zur Welt gebracht und aufgezogen. Die Eltern sind also die gleichen, aber jedes Kind hatte seine eigene Kindheit und so entwickelte sich jedes dieser Kinder vollkommen eigenständig und individuell. Mutter und Vater haben jedes Kind "gleich lieb", aber dennoch gibt es Unterschiede in der Wahrnehmung der einzelnen Personen. Reinhard Mey nannte seine Alben ja einmal seine "Kinder" - und deshalb nehme ich den Faden hier auch auf...
Da ist also jedes Kind für sich und wird in die Welt hinaus entlassen, wo es sich entwickelt und seinen eigenen Platz erobert. Jedes hat einen anderen Weg, wird unterschiedlich aufgenommen und hinterläßt unterschiedlich tiefe Eindrücke bei den "anderen". So ist es auch bei den Alben des Reinhard Mey. Klar ist jedes anders, aber jedes hat einen bestimmten "Teil" des Vaters (besser gesagt der Eltern, weil Mey die Alben ja nicht vollkommen alleine hergestellt hat!) in sich und jedes dieser "Eigenschaften" hat seinen eigenen Reiz. Doch je größer die Kinderschar, umso größer auch die Wahrscheinlichkeit, daß sich zwei oder mehr Kinder ähneln - vom Verhalten und/oder dem Aussehen. Das ist natürlich bei meiner Familie so, und bei der "Alben-Familie" Meys sehe ich das genauso. In diesem Sinne ist "Flaschenpost" der "große Zwilling" von "Nanga Parbat". Beide sind individuell und einzigartig, ähneln sich aber in mehr Punkten als sie sich unterscheiden. Dies gilt aber nur für mich. Wenn Menschen, die mich und meine "Lieblingsschwester" (die anderen sollten mir diesen Begriff nicht übel nehmen :-D) zum ersten Mal gemeinsam sehen, kommen oft so fragen wie "Seid ihr Zwillinge?" oder "Gell, ihr seid Geschwister?", weil man das einfach sieht/merkt/fühlt...
So habe ich das damals gemeint :-) Bitte nehmt dieses Bild jetzt nicht und zerblättert es in seine Einzelteile, weil mir natürlich klar ist, daß jeder Vergleich irgendwo hinkt und das Bild nie vollkommen gleich mit der Realität sein kann.
Apropos: Kann mir jemand die letzte Zeile von "Sven" erklären? Who is Hans-Dieter Kaiser?

"Sven" erzählt eine tragische Geschichte. Der kleine Junge Sven überrredet seinen Vater, der eigentlich überhaupt kein Interesse an seinem Jungen hat dazu, mit ihm zu dieser Autogrammstunde zu gehen. Obwohl (oder vielleicht gerade deshalb) der Vater kein Interesse hat und auf seinen Jungen nicht eingeht möchte dieser unbedingt etwas tun, um die Aufmerksamkeit seines Vaters zu erlangen. Er hofft, seinen Vater für ihn zu gewinnen, wenn er ein Autogramm für ihn von diesem berühmten Disneyzeichner holt. Deshalb stellt er sich stundenlang an und erträgt die Sprüche und das Drängeln seines Vaters. Als der dann aber irgendwann wirklich geht, weil es ihm zu lange dauert und seinen Sohn alleine in der Schlange zurücklässt verliert dieser nicht den Mut und wartet so lange, bis auch er endlich an der Reihe ist - und dann bittet er um ein Autogramm für Hans-Dieter Kaiser, seinen VATER!
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#5

Beitrag von Martin » Fr 30. Jul 2004, 10:06

Mir geht es teilweise so wie Martin_E. Ich hatte schon beim ersten Hören ein paar Lieder entdeckt, die mir einfach ins Ohr gingen ("Spider Man", "Friedhof"...). Die Lieder gehören jetzt nach drei Monaten Dauerhören immer noch zu meinen Lieblingsliedern - eigentlich erstaunlich. Denn bislang war es meistens so, dass mir die Lieder auf Dauer besser gefallen haben, zu denen der Zugang etwas länger gedauert hat.
Mittlerweile habe ich aber auch zu den anderen Liedern auf "Nanga Parbat" einen Zugang gefunden (mit "Ich liege bei dir" habe ich mich lange schwer getan). Aber nun kann ich das ganze Album am Stück hören, ohne einen wirklichen Tiefpunkt mit dem Drang zum Überspringen zu erleben. Es sind natürlich nicht alle Lieder gleich gut. Die "kleinen nicht wirklich notwendigen Gegenstände" hätten nicht unbedingt sein müssen. Aber wirklich katastrophal finde ich sie auch nicht :)
Mir gefällt das Album deutlich besser als die letzten beiden, was sich schon daran zeigt, dass es seit Mai kaum meinem CD-Spieler entkommen ist ;)
Ich lasse aber allen ihre Meinung und will niemanden überzeugen. Musik ist eben immer Geschmackssache. Ich für meinen Teil kann aber Vorwürfe wie "Einfallslosigkeit" usw. nicht nachvollziehen. Klar, die "Grimasse, die man macht, wenn man in Tränen ausbricht" ist mir auch aufgefallen. Aber wie soll man diesen Gesichtsausdruck so bildhaft sonst beschreiben? Und Originalität ist durchaus drin. Z.B. in Spider Man "Die Bandscheibe fällt vor und das Toupet fliegt weg" oder "Solang gehört er noch nicht zu den Untoten mit der Angel auf dem Klappstuhl, die den Karpfenteich ausloten, zu den verirrten Seelen, die auf Volksmusik stehn, und zu den Zombies, die zum Spuken auf den Golfplatz gehn" - einfach nur super!
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Mickey
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#6

Beitrag von Mickey » Mi 4. Aug 2004, 14:47

Lieber Marc,
vielen Dank für Deine Mühe. Ich schaue auch hin und wieder bei Amazon nach, was andere Leute von CDs halten, die auch ich besitze.
Ja, ich habe die Neue damals mit der "Flaschenpost" verglichen. Vielleicht war das nicht richtig, denn meine Haltung gegenüber der 1998er CD ist nicht allein mit meiner Meinung zu deren Liedern zu erklären; es gehört viel mehr dazu. Die "Flaschenpost" war meine erste Mey-CD, mein Einstieg sozusagen, und sie ist für immer mit meiner damaligen Gefühlswelt verbunden. Die Liedtexte mögen teilweise ebenso plakativ sein wie neuere, sie sind dadurch eben doch "besser".
Zu "Nanga Parbat": ich habe mir die CD vor kurzem zum ersten Mal seit Mai/Anfang Juni wieder einmal vollständig angehört, und ich muss gestehen, dass ich einige Lieder anfangs besser gefunden habe als heute. Auch wenn ich der CD nicht wirklich entgegengefiebert habe (gefreut habe ich mich schon), so war ich eben doch begeistert, wieder einmal eine direkt aus der Presse kommende CD in den Händen zu halten - das mag vieles überdeckt haben. Mit dem Abstand von mehreren Wochen habe ich nun aber auch emotional Abstand gewonnen. Wie bereits angetönt, kommt "Nanga Parbat" nicht an die "Flaschenpost" ran, wobei ein fairer Vergleich eben nicht möglich ist. Sie ist nicht wirklich schlecht (insbesondere mag ich "Ich liege bei dir"...), aber eben auch nicht wirklich gut.
Besser sind auf jeden Fall: "Farben", "Immer weiter" und "Flaschenpost".
Liebe Grüsse
von Reto
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Lance
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#7

Beitrag von Lance » Fr 6. Aug 2004, 12:51

Ich tue mich sehr schwer, mich an einer Diskussion zu beteiligen. Denn eigentlich kann über Geschmäcker und Ansichten bzw. Vorlieben nicht diskutiert werden.
Warum ich dann hier schreibe und lese?
Wir alle haben ein grundsätzliches Interesse an RM und seiner Kunst, die mal mehr, mal weniger erhaben ist über Kritiken.
Fehlte dieses Interesse - dann wären wir einfach alle nicht hier.
Also die "Liebe" zu RM kann uns keiner nehmen.
Zum Thema "besseren oder schlechteren Mey" vertrete ich eine These, bzw. einen Gedanken, der mir lohnenswert erscheint erwähnt und näher betrachtet zu werden.
Sehen wir die große Anzahl an positiven und negativen Kritiken, die verschiedenen Meinungen, die sich teils so gegensätzlich gegenüberstehen, doch einmal im Ganzen und mit Abstand.
Wir erkennen:
RM wird immer Zuhörer finden.
Denn jeder entwickelt seine eigene RM Historie, in der er die Musik und die Texte konsumiert. Dazu kommen die individuellen Vorlieben die ihn beeinflussen und bewirken das das eine oder andere Lied/Text ihn mehr anspricht als das andere.
Beispiel: Ich behaupte einem Fan jüngeren Jahrgangs kann einfach noch nicht alles an Leben erfahren sein, um das mit den entsprechenden Mey-Themen zu reflektieren. Manches ist für ihn neu. Ihm fallen die Wiederholungen und Eigenzitate RM`s nicht so auf, wie einem Fan der vielleicht seit den Anfängen dabei ist und so ziemlich alles kennt und es ihn deshalb mehr dazu drängt etwas "Neues" oder "anderes" zu hören.
Die Erwartungshaltung wird größer mit den Jahren.
Ob nun von der Musik oder von den Texten her betrachtet.
Aber es gibt einen der wirklich alles kennt!
Und das ist RM selbst.
Und das ist jetzt mein Punkt!
Es wird doch immer behauptet, dass ein Künstler in erster Linie nur für sich selbst schreibt und arbeitet. Dann muß ihm das, was uns mehr oder weniger unangenehm aufstößt, auch bewusst sein oder zumindest im stillen zu denken geben.
Und ich glaube auch das es das tut.
Er wird sich damit befassen.
Der selbstauferlegte "Zwang" alle 2 Jahre eine CD herauszubringen und trotzdem locker und kreativ und lustig und melodiös zu sein, würde ich persönlich als Klotz am Bein empfinden.
Mal sehen wie er das löst.
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...

Maren
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#8

Beitrag von Maren » Fr 6. Aug 2004, 17:53

Hallo Lance,
auch ich tue mich enorm schwer damit, mich an der Diskussion zu beteiligen und trotzdem bin ich Dir dankbar, daß Du mich mit Deinem Beitrag in das Boot hineingezogen hast. Bisher wußte ich nicht so genau ob und wenn ja was für einen Standpunkt diese Diskussion mir verschafft. Aber Deine Worte:
"Dann muß ihm das, was uns mehr oder weniger unangenehm aufstößt, auch bewusst sein oder zumindest im stillen zu denken geben. Und ich glaube auch das es das tut. Er wird sich damit befassen. "

stupsen mich an.
NEIN, er wird sich nicht damit befassen. Ich bin einer von den schon nicht mehr so ganz taufrischen Meylingen und habe die Zeile:
"Und so tu ich, was ein Baum tun würde, wenn ein Schwein sich an ihm kratzt"
Aus: Mein achtel Lorbeerblatt

im Ohr. Es juckt ihn nicht. Und das ist meiner Meinung auch gut so. So wird er immer weiter seine Lieder aus sich raus schreiben und singen (hoffe ich) und ich kann sie wie ein Kaleidoskop angucken und mich immer wieder fragen, wie es kommt, daß sie oft so deckungsgleich mit meinen Gefühlen sind, daß es scheint, er habe sie für mich geschrieben. Klar kann ich an manchen Punkten sagen: Das sehe ich aber anders. Oder: Mensch, da war er auch schon mal besser. Aber ich bin schon froh, daß er seine Lieder eben nicht FÜR mich schreibt, denn sonst müsste er mich ja nach meiner Meinung fragen und wer weiß, was dann für Kritiken über seine Musik enstehen würden.
Wenn ich sage, daß mir die und die Lieder auf der Nanga Parbat gefallen, dann finden andere wieder genau diese Lieder am schwächsten. Also können die Lieder, die RM für MICH schreiben würde, nicht allen gefallen. So picke ich mir MEINE Rosinen aus dem Kuchen und freue mich, daß noch genug da ist, was die anderen als Rosinen empfinden und wir genüsslich von ein und demselben Kuchen satt werden.
Soviel zum Thema RM und seine Lieder. (Dabei fällt mir auch noch ein: Wer viel macht, macht auch viele Fehler! Vielleicht sollte man mal die Werke der angesprochenen anderen Künstler im Umfang sowohl ihres Schaffens als auch der daraus resultierenden Kritiken unter die Lupe nehmen und mit RM vergleichen?)
Was es mir aber schwer gemacht hat, bisher hier zu antworten:
Ich kann RM (und damit auch sein Werk) nicht mehr so locker sehen wie vor dem 13. Januar 2003. Es geht einfach nicht. So sehr ich mich auch bemühe, meine Lieblingsbarden weiter zu lieben. Es ist ein Schatten da, den ich nicht vergessen kann. Scheiße, hört sich das pathetisch an. Wie eine verstoßene Geliebte, wie ein verprellter Freund. Mist. Aber genau das ist es. So fühlt es sich nun mal an.
Bis dahin habe ich ihm immer seine „Freundlichen Gesichter“ geglaubt. Ich habe mich gebauchpinselt gefühlt, wenn ich „Leb wohl, Adieu, gute Nacht“ gehört habe. „Mit Euch hat mir der Saal die Welt bedeutet, ohne Euch bedeutet er nichts“ Das war ich!! Jawohl.
Und dann? Dann darf ich mich nicht mehr mit anderen Liebhabern seiner Kunst unterhalten?? Dann wird meine Begeisterung zur strafbaren Handlung? Dann muß ich mich in eine Ecke stellen und mich schämen? Nein, so nicht. Was ist da passiert??? Keine Antwort. Null Reaktion. Nur ein Baum, an dem ich Schwein mich kratze.
Vielleicht sind diejenigen, die da die so sehr harschen Kritiken geschrieben haben auch „verprellte Freunde“? Ich könnte es gut verstehen.
Objektivität war bei Kritiken über Musik noch nie der Maßstab und die Motivation. Aber wenn es Enttäuschung ist, dann spürt man das halt.
Maren, die weiter RM hören wird.
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#9

Beitrag von Slide » Mo 9. Aug 2004, 08:31

Salut Maren,
Was bitteschön ist am 13. Januar 2003 passiert?

Gruss von Slide, der gerne aufgeklärt wäre.

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:piep:

Tonski
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#10

Beitrag von Tonski » Mo 9. Aug 2004, 13:00

Liebe Freunde,
als einer, der die Lieder Reinhard Meys seit 1968 verfolgt,
zuerst mit Leidenschaft, später mit stiller Verehrung und in den letzten Jahren zunehmend bekümmert, möchte ich auch einige Gedanken zum neuesten Album beitragen!
Vorausstellen muß ich freilich, daß ich kein sehr musikalischer Mensch bin, das heißt, der Text war mir immer wesentlicher als die Musik. Das heißt, ich habe keinerlei Probleme, wenn alte Melodien wiederverwendet werden, meistens bemerke ich es nicht einmal!
Dennoch war und bin ich kein Freund seiner musikalischen Anleihen an den Zeitgeist und auch die großen Arrengements finde ich sehr entbehrlich!
Was ich wirklich bedauere, ist seine Neigung der letzten Jahre, seine wirkliche Stärke zu verleugnen, nämlich die sensible Beobachtung der kleinen Dinge im Leben, der vertrockneten Blumen am Straßenrand.
Gab es in den frühen Alben höchstens ab und zu ein Lieder, da mir nicht gefallen hat, bin ich jezt schon froh, wenn es zwei oder drei Lieder auf einer neuen CD gibt, die mich wirklich begeistern.
"Viertel nach sieben" oder "Ich bring dich durch die Nacht" waren noch solche Lieder, bei Namga Parbat ist es eigentlich nur mehr das Lied vom kleinen Sven, das mich an den Reinhard Mey erinnert, den ich so verehrt(e).
Und dennoch: ein wirklich Liebender gibt die Hoffnung nicht auf, und so werde ich wohl auch bei den kommenden CD's darauf hoffen, meinen Mey wiederzuentdecken!
Günter
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#11

Beitrag von Maren » Mo 9. Aug 2004, 15:50

Hallo Slide
am 13. Januar 2003 hat Herr M aus B sämtliche im Netz befindlichen privaten Homepage, die sich um seine Person drehten, auf juristischem Weg schließen lassen. Davon betroffen waren mehrere hundert Menschen in Deutschland, Holland und Österreich, die sich für seine Musik interessierten.
Liebe Grüße
Maren
Dieser Beitrag enthält 52 Wörter


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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#12

Beitrag von Slide » Mo 9. Aug 2004, 16:08

Liebe Maren
Zur Schliessung von privaten Homepages zu Herrn Mey fällt mir folgendes ein: Es gab da früher eine Seite (ich glaube www.reinhard-mey-berlin.de), die war für eine Fanpage recht gut gemacht. Doch nach einiger Zeit bot der Webmaster Songs darauf an, die da nicht hingehörten (z. B. "Ein Bett im Kornfeld", das Mey in der Sendung "Zimmer frei" interpretiert hat). Ich bin mir nicht mehr sicher, ob man die Songs gratis herunterladen konnte oder ob man sogar dafür zahlen musste.
Glaubst du nicht, dass ein Künstler das Recht hat, solche Seiten schliessen zu lassen?!
Das es bei solchen Aktionen auch immer "Unschuldige" trifft, ist klar.
Ausserdem vermute ich, dass hinter der ganzen Aktion eher die Plattenfirma (EMI) und nicht Herr Mey persönlich steckt.
Gruss Slide
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:piep:

Skywise
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Nanga Parbat: Scharfe Kritiken

#13

Beitrag von Skywise » Mo 9. Aug 2004, 16:36

Doch nach einiger Zeit bot der Webmaster Songs darauf an, die da nicht hingehörten (z. B. "Ein Bett im Kornfeld", das Mey in der Sendung "Zimmer frei" interpretiert hat).
Hallo, Slide!
Zunächst - daß die Songs online waren, ist unbestritten, allerdings handelte es sich um Titel, die in schlechter Qualität (und meistens direkt vom Fernseher) mitgeschnitten wurden. Von all diesen Stücken ist meines Wissens nur ein einziges (nämlich das besagte "Bett im Kornfeld") später kommerziell verwendet worden, und zwar auf der CD "Zimmer frei". Ob das der Webmaster mitbekommen hat, kann ich nicht eindeutig sagen.
Die Titel standen übrigens kostenlos zum Download zur Verfügung - eine kommerzielle Verwertung dieser Titel fand nicht statt; ich kann mich noch nicht mal an Werbung auf seiner Seite erinnern (soll jetzt aber nicht heißen, daß er tatsächlich keine Banner geschaltet hatte - ich weiß es eben nur nicht mehr ;-) ).
EMI hat mit der Aktion offiziell nichts zu tun. Die Sache wurde nicht von EMI-Anwälten, sondern von RM-Anwälten in die Hand genommen. Die Begründung lief in die Richtung, daß Persönlichkeitsrechte verletzt wurden, dadurch, daß der Name "Reinhard Mey" in der URL auftauchte. Daß so etwas in letzter Zeit die Runde macht, sieht man übrigens auch an geschützten Marken wie etwa "Harry Potter" oder - ganz frisch - an der Fanseite der Band Rammstein, die ebenfalls aus diesem Grund gerade am seidenen Faden hängt.
Ich möchte mich nicht weiter über den Schrieb der Anwälte auslassen, nur so viel: es wurden auch einige Sanktionen gegen den Webmaster erlassen, die (nicht nur) meiner Ansicht nach vollkommen überzogen waren, zumal ich aus einigen Quellen gehört habe, daß der Webmaster gelegentlich auch dem Personenkreis um Reinhard Mey als Ansprechpartner zur Verfügung stand.
Ich möchte hier keinesfalls sagen, daß der Webmaster das Unschuldslamm war - er ist auch hin und wieder über das Ziel hinausgeschossen (meine Ansicht!), aber er war stets kooperationsbereit und hat das auch nach außen deutlich gezeigt. Die Aktion mit den Anwälten (und deren Schrieb) war für mich mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Aber egal, eigentlich ist über dieses Thema schon so viel gesagt worden, daß es eigentlich nichts bringt, es noch einmal neu aufzukochen ...
Gruß
Skywise
- EDIT -
Ich muß mich korrigieren: es waren ZWEI Stücke, die später von Reinhard Mey kommerziell verwendet wurden. "Irgendein Depp mäht irgendwann immer" erschien später als Live-Aufnahme. Aber zum Zeitpunkt des Erscheinens war die Internetseite schon nicht mehr.
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"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"

Slide
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#14

Beitrag von Slide » Di 10. Aug 2004, 12:46


Lieber Skywise
Vielen Dank für Deine aufklärenden Worte.
Ob die Aktion nun wirklich von Reinhard Meys Anwälten (er hat mehrere?) ins Rollen gebracht wurde oder ob schlussendlich nicht doch EMI dahinter steckt... ich persönlich tippe eher auf EMI, ich traue so etwas Reinhard Mey einfach nicht zu (auch wenn er nicht immer ein Unschuldslamm ist).
Na ja, egal!
Ich persönlich bin der Ansicht, dass ein Künstler (wenns nicht gerade ein Popstar ist) auf jeden Fall das Recht hat, gewisse Seiten, die auf seinen Namen lauten und die seine Person betreffen, schliessen zu lassen.
Gruss Slide
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#15

Beitrag von saho1005 » Mi 26. Okt 2005, 16:09

Wer hinter diesen ganzen Aktion steckt, wird wohl in diesem Rahmen niemals endgültig geklärt werden können, ist ja auch egal. Fakt ist, dass die Seiten vom Netz genommen wurde und sehr viele traurige und verletzte Fans hinterlassen haben.
Bei mir hat diese Aktion auch einen sehr großen Schatten auf mein Bild von Reinhard Mey geworfen. Gerade er, der als Freigeist und Freidenker überall auftritt, lässt es nicht zu, dass andere über ihn sprechen und sich austauschen; dass Sie Ihre Erlebnisse und ihre Begeisterung sich gegenseitig mitteilen. Gerade er, der immer dafür eintritt, eine Plattform für deutsche Musik bzw. eine Quote für deutsche Musik einzurichten, verbietet ein Forum, wo man sich über deutsche Musik austauschen kann, sich informieren kann.
Im Gegenzug könnte man wenigstens erwarten, dass eine anständige offizielle Homepage eingerichtet wird. Aber nichts dergleichen. Der Infogehalt seiner Seite ist ja nahezu gleich Null - leider.
Na ja, trotz dieser negativen Eindrücke von RM - seine Musik ist klasse, ich werde ihm weiterhin die Treue halten - "in guten wie in schlechten Tagen"
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#16

Beitrag von Ninette » Mi 26. Okt 2005, 18:25

Also ich knabbere, seit ich das mit der Forum-Schließung weiß, auch hart an meinem Bild von ihm! Irgendwie kann ich das gar nicht so recht von ihm glauben. Das hört sich alles wie eine totale Überreaktion von RM an. Aber wieso sollte ihn das so alles so stören, wo er doch von sich selbst sagt, "ich würde das Tun was ein Baun tun würde, wenn sich ein Schwein an ihm kratzt"? Wieso regt ihn dann ausgerechnet diese Sache, die da in dem Forum passierte, so auf? Irgendwie komisch? Ich blick da nicht durch. Vielleicht ist er selbst gar nicht dran beteiligt und es geht gar nicht von ihm aus? Fragen und Spekulationen halt.
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#17

Beitrag von Skywise » Mi 26. Okt 2005, 19:10

@Ninette:
Hm - zwei Sachen:
Atens. RM muß (!) an dieser Aktion eindeutig beteiligt gewesen sein - es gibt meines Erachtens keine andere Möglichkeit. Läßt sich auch ganz simpel belegen: Klagen kann - einfach gesagt - immer nur der Inhaber eines Rechts (oder sein Vertreter). In dem Schreiben der Anwälte war meines Wissens von einer Verletzung der Persönlichkeitsrechte die Rede. Persönlichkeitsrechte sind grundsätzlich nicht übertragbar. Wenn also eine Klage deshalb angestrebt wird, dann muß das auf denjenigen zurückgehen, der der Träger dieser Persönlichkeitsrechte ist - und das ist nun mal die Person Reinhard Mey, nicht sein Verlag und nicht seine Plattenfirma. Er kann natürlich zu Verlag oder Plattenfirma sagen "Paßt mal mit auf, daß meine Persönlichkeitsrechte im WWW nicht verletzt werden", aber die Klage muß von ihm persönlich eingereicht werden.
Btens. Das Lied vom "achtel Lorbeerblatt" hat mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel, und nicht selten kann man beobachten, daß sich an der Einstellung RMs im Laufe der Jahre einiges geändert hat. Das soll kein Vorwurf sein, das ist sein gutes Recht - immerhin hat sich die Welt ja auch deutlich verändert in den letzten Jahrzehnten. Ein Stück wie "Bevor ich mit den Wölfen heule" wäre heutzutage in seinem Konzertrepertoire vollkommen fehl am Platz, da er sich ja mittlerweile auch offen zu bestimmten Organisationen bekannt hat. Ich bin mir auch sicher, daß er den "Fred Kasulzke" mittlerweile nicht mal mehr mit spitzen Fingern anfassen würde. Und wenn ich heutzutage "Freundliche Gesichter" höre, komme ich ehrlich gesagt auch ein wenig ins Grübeln, ob das wirklich alles noch so stimmt, wie es damals gesungen wurde. In eine ähnliche Schublade würde ich auch das "achtel Lorbeerblatt" stecken. Zum Konzertrepertoire gehört's schon sehr lange Zeit nicht mehr und einige seiner Äußerungen stehen (meiner Auffassung nach) im krassen Widerspruch zu der "Leckt mich"-Mentalität, die das "Lorbeerblatt" offenbar vermitteln soll.
Gruß
Skywise
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#18

Beitrag von Slide » Mi 26. Okt 2005, 21:44

Salut saho467 (oder welche Zahl auch immer)
Ich weiss ja nicht, was Du unter einer anständigen Homepage verstehst, aber die offizielle Reinhard-Mey-Site ist insgesamt (auch vom Informationsgehalt her) nicht schlecht gelungen. Was möchtest Du denn sonst noch für Informationen auf der "offiziellen" Website finden? Was für Unterhosen Reinhard Mey zum Schlafen trägt? Oder welches seine Lieblingsstellung mit Frau Ingeborg ist?
Sorry, aber eine "offizielle" Seite ist nun mal nicht dazu gedacht, die teilweise kuriosen Info-Wünsche der Fans über Ihren "Star" zu befriedigen.
Gruss Slide
aka
gx casanit
noway
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#19

Beitrag von Mickey » Do 27. Okt 2005, 06:52

Was möchtest Du denn sonst noch für Informationen auf der "offiziellen" Website finden? Was für Unterhosen Reinhard Mey zum Schlafen trägt?

"Mey", nehme ich an. :-D
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Diana
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#20

Beitrag von Diana » Do 27. Okt 2005, 08:15

Guten Morten, Slide!
Da will ich doch auch mal meinen Senf abgeben. :-D

Ich weiss ja nicht, was Du unter einer anständigen Homepage verstehst, aber die offizielle Reinhard-Mey-Site ist insgesamt (auch vom Informationsgehalt her) nicht schlecht gelungen. Was möchtest Du denn sonst noch für Informationen auf der "offiziellen" Website finden?

Gleich vorneweg: Ich finde die offizielle Webseite auch nicht besonders gelungen, aus verschiedenen Gründen:
Also... meiner Ansicht nach hat eine "anständige Webseite" z.B. eine brauchbare Navigation. Die der offiziellen Mey-Seite ist schlicht gesagt eine Katastrophe. :-x
Ob ein Forum und/oder Chat vorhanden sein muss, darüber kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Ich denke, zumindest ein Forum ist eine feine Sache, aber wir haben ja zum Glück dieses hier. ;-)
Was aber so richtig armselig ist, das ist die völlig fehlende Kommunikations- und Feedbackmöglichkeit. Ich wüsste niemanden, der auf eine mail an die dort angegebene Kontaktmöglichkeit je eine Antwort erhalten hätte... vielleicht liest jemand die mails, vielleicht wandern sie auch gleich in den Müll, jedenfalls kommt nichts zurück. Halt, nein, einen einzigen Fall gibt es offenbar... eine "Lobhudelei" ;-), die per e-mail kam, die wurde ja kürzlich auf der Seite veröffentlicht.
Interessant finde ich übrigens, dass dort auch ausdrücklich erwähnt wird, dies sei ja eigentlich nicht die richtige Stelle für Lob oder Kritik. Nun, welche wäre das denn dann?
Dass der Newsletter - wenn er überhaupt mal kommt! - hoffnungslos überholt ist, weil man die entsprechenden Infos meist schon irgendwo anders nachlesen konnte, ist schliesslich auch nicht als positiv zu vermerken.
Und was ich von den oft ein wenig seltsamen "Foto-Stories" halte, das sage ich hier lieber nicht. ;-)
Gruss, Diana
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