Technische Probleme mit den Einloggen über das Usermenü.

Was ist geschehen?

Für die Forensoftware wurde ein neues Update eingespielt. Dabei wurden von den Entwicklern einige Funktionen geändert, die für mehr Sicherheit beim Umgang mit Login Daten sorgen sollen. Dafür müssen aber einige Teile der Webseite umprogrammiert werden, die von Modulen verwendet werden, die auf die Änderungen am Hauptprogramm noch nicht eingestellt wurden. Dies betrifft leider auch das Login Eingabefeld in Usermenü, wenn Du ausgeloggt bist.

Muss ich jetzt ein neues Passwort anfordern, um mich einloggen zu können?

Nein, es ist nur momentan nicht möglich, sich über das Usermenü einzuloggen.

Wie kann ich mich denn auf dem Forum Einloggen?

Bitte klicke links oben über der Eingabemaske auf das Wort "Anmeldung" und gibt Deine Login Daten in den entsprechenden Feldern ein.

War der Schutz meiner persönlichen Daten zu jeder Zeit gegeben?

Das Update hatte keine Auswirkung auf irgendwelche Daten. Es wurde lediglich ein Programmteil geändert, welches sicherstellen soll, dass sich niemand mit den Daten eines anderen Users (z.B. eines Admins oder Moderators) Einloggen kann, obwohl er dafür nicht die Zugangsberechtigung hat.

Was muss ich jetzt noch tun / beachten?

Du kannst mir etwas Zeit geben, damit ich eine Lösung für dieses Problem finde. Ich habe mich bereits an die Entwickler gewandt und hoffe, sie können mir schnell helfen.

Ich habe dazu noch Fragen.

Bitte melde Dich in diesem Fall direkt über das Kontaktformular bei mir.

08.05.2019, migoe | www.liedermacher-forum.de

Nanga Parbat...erste Eindrücke

Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella, die er am 14. Oktober 1977 heiratete und mit der er drei Kinder hat.
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Oberfranke
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#1

Beitrag von Oberfranke » Di 4. Mai 2004, 09:25

So, meine Lieben,
nachdem ich ja bereits am Freitag "zugeschlagen" habe, hatte ich Gelegenheit, die CD vier bis fünf mal in Ruhe durchzuhören...(z.B. während einer ellenjangen "Küchentransportfahrt von Regensburg nach Oberfranken in einem Uraltlaster, mit einem Discman bewaffnet und gestern auf dem Gerüst vor unserem Haus bei Fassaden-Schindeln-----der findige Leser hat´s geschnallt...JA! Wir bauen immer noch:-))

Bisheriger Gesamteindruck: Ein echtes Mey-Album, passabel, ohne große Überraschungen. Die üblichen Arrangements ( Mir ging es fast bei jedem Lied so: "Hmm, das klingt wie ... auf der CD...:-)), die Themen gut gemischt. Auf jeden Fall kein Fehlkauf.
Lieder:
1. Alles ok.... : Längst nicht so schlimm, wie von vielen hier anhand des Textes befürchtet, da interessantes Reggae-Arrangement und feinspitzigen Einwürfen (Und jetzt alle Schurkenstaaten zusammen:-))

2. Douce France Erstes Lied der CD aus dem Mey´schen Fotoalbum . Schöner Text, herrliche Musik...klasse!
3. Ich kann! Netter Einwurf a la "Ich bin"...nettes Liedchen, sorgt für Schmunzler, passt.
4. Spider Man: Thematisch teilweise der 51er Kapitän, musikalisch ein Hauch von Nasenmann...hab auf dem Gerüst mitgewippt:-)
5. Friedhof: Anders als erwartet, kein schweres Lied, sondern ein nette Betrachtung des Themas Tod.
6. Sven Mey schlägt das Fotoalbum zum zweiten mal auf. Beim ersten mal hören hab ich aufgrund des kurzen Schlusses erstmal dumm gekuckt...Was will uns der Autor damit sagen??? Mittlerweile aber auch gern gehört:-)
7. Hundgebet: Ich galube, was anderes konnte man bei dem Titel nicht erwarten, wenn manMey schon ne Weile hört... wüsste gern mal, wer seinen hund Müntefering tauft*grins*
8. Die Waffen nieder! Auch hier war für mich nach lesen des Titels keine Überraschung mehr möglich...Offenbar musste "Frieden" von "Immer weiter" aufgrund des 10-jährigen Jubiläums nochmal aufgewärmt werden...gutm man soll das Thema nicht totschweigen...aber man muss es auch nicht immer und immer wieder besingen. Mittlerweile ein "Weiterdrücker"
9. Ich glaube nicht BRAVO, HERR MEY!!! Mein absoluter Favorit, keine Zeile, die sich nicht mit meiner Ansicht deckt. Offen, ehrlich, mit einem Augenzwinkern auf den Punkt gebracht...beim ersten mal hören gleich zweimal auf "Repeat" gedrückt...Musikalisch schon x-mal dagewesen, macht nix!
ach neeee...jetzt hats mir alles gelöscht...nur bis zum 9. Punkt gespeichert...dann nochmal in aller kürze
10.Ich liege.... schönes Lied an Frau Hella, aber nur in Ruhe zu genießen, ich werd´s meiner Frau unterm Dachgebälk mal vorspielen:-))
11. Kennst Du.... Nettes, Mey-typisches Lied zum Schmunzeln gegen Ende der CD, mit putzigem Arrangement

12. Nanga Parbat...Wie erwartet: Gewaltiges Arrangement, auch nur in Ruhe zu genießen, nix zum Nebenbeihören. Endteckerstory ala Lilienenthals Traum
13. Sommerende: hab mir hier musikalische etwas mehr erwartet,aber trotzdem isses ein schönesLied geworden. Hier lässt Mey nicht den Garderobenschlüssel stecken, sondern schließt (wohl) sein Ferienhaus auf Sylt ab und beendet seinen Urlaub....netter Schluss...
Fazit: Gott sei Dank ist es keine "Nörgel-und-alle-Missstände-Anpranger-CD" geworden, wie ich es eigentlich befürchtet hatte. Hängt auch mit dem Rückseiten-Booklet-Foto zusammen, auf dem Mey grimmig und insgesamt ziemlich müse und lustlos dreinblickt...gab schon schönere Bilder von ihm...
Größter MINUSPUNKT: Was ich ziemlicht schlecht finde, ist die teilweise sehr lustlose Reimerei und das damit verbundene in die Länge ziehen mancher Wörter...schwach....
soweit so gut... muss jetzt wieder aufs Gerüst...:-)
bis dann
Stefan
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StephanH
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#2

Beitrag von StephanH » Di 4. Mai 2004, 16:32

Hallo alle zusammen,
ich hab sie seit heute, dank der guten Idee mit dem "Plattenladen meines Vertrauens" (Müller-Drogerie).
Einmal gehört und mein Eindruck ist ähnlich wie beim anderen Stefan: Wirklich nicht soooo.. neues. Die Melodien, selbst einige Texte sind irgentwo schon mal gehört oder gereimt.
Das beste bisher finde ich die letzten beiden Titel, Nanga Parbat und Sommerende. Nanga Parbat ist gewaltig in allem. Sehr guter Text und spitzen Arragement. (Ähnlich wie damals bei "Ikarus")
Aber haben muss man Sie schon und sicherlich wie immer, öfter hören.
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noodle
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#3

Beitrag von noodle » Di 4. Mai 2004, 19:26

Ich bin sehr beeindruckt vom Lied "Ich glaube". Werde es in gleich nächste Woche in ein Referat einbauen. Mal sehen , wie es ankommt :-)
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Maren
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#4

Beitrag von Maren » Di 4. Mai 2004, 20:22

So, nach fast einer Woche Abstinenz hier erst meine Eindrücke, bevor ich die Euren lese.
1. Alles o.k. in Guantanamo Bay
Es ist immer wieder erstaunlich, wie RM es schafft in die Zukunft zu singen. Ist gestern der Spiegel mit den Bildern der folternden Amerikanischen Soldaten erschienen???
So mag ich den Zyniker. Anklagend ohne selber verletzend zu werden. Mit vielen wichtigen Hinhörern (Jetzt mal die Achse des Bösen!)
Die leichten, karibischen Klänge, die so gut in die Gegend und so gar nicht zu dem Thema passen machen die Kluft um so deutlicher und geben dem Stück dadurch genau die Schärfe die wir eigentlich alle brauchen. Keiner darf weggucken, wenn Gods own country irgendwo einen Zaun aufstellt!

2. Douce France
Tja, das fällt mir heute besonders schwer, da zwischen meinen Tränen der Enttäuschung über ein anderweitig vermietetes Ferienhaus und denen des Nachfühlens zu unterscheiden. Das Lied kommt genau aus dem was ich immer fühle, wenn wir in St.Cado angekommen sind: Heimat auf Zeit. Lebenfüllend in drei Wochen. Jeder Meter hinter der Grenze ist ein Meter mehr in meinem weiten Herzen. Drum kann ich nur auch sagen : Douce France!

3. Ich kann!
Ein wunderbares "Kurti" Lied. Da kann man nur die Freunde von Reinhard Mey beneiden. So einen Freund wünsche ich mir und hoffe immer, so ein Freund auch selber zu sein. Leider kann ich nicht von mir behaupten, daß ich auch bei Gegenwind 100% loyal bin. Obwohl das gut täte. Köstlich die Vorstellung, daß jemand im Schlafanzug meinen Besuch rausekelt. Hier beweist Reinhard Mey wieder seinen schönen und klaren Blick auf die Winzigkeiten des Lebens. Entgeht ihm auch mal ein Detail?

4. Spider Man
Ein feines Lied. Toll umgesetzt. Leider sind entweder meine Ohren nicht mehr so gut, oder der Gesang leidet wirklich zugunsten des Rock'nRoll?

5. Friedhof
Selten habe ich bei Reinhard Mey soviel abgeklärte Gedanken über seine eigene Vergänglichkeit gehört. Er geht zwar am Ende des Liedes "gelöst und heiter. Aufgeräumt und quicklebendig" wieder an die Arbeit. Aber irgendwie mit ein wenig Sehnsucht nach Ruhe, ein bischen langsamerem Gang?? Da fehlt die Leichtigkeit von "Das wahre Leben".

6. Sven
Mein absoluter Favorit!!!! Vielleicht, weil ich selber Mutter bin. Aber ich kann mich gegen meine Gänsehaut nicht so recht wehren. Da ist ein Kind, daß mit Feuereifer etwas möchte. Ein Vater, der nicht nur die tiefe Sehnsucht seines Sohnes (und damit ja auch die des hinter dem Kind stehenden Betrachters der Szene) sehen kann sondern auch die bedingungslose Liebe, die jedes Kind für seinen Vater hegt. Manchmal denke ich, daß Kinder doch enorm ausgeliefert sind den Gefühlen, die sie lernen. Sie lieben die Eltern. Sie zeigen es nicht immer. Aber sie würden ihr Liebstes für die Eltern geben und wenn sie noch so sehr erniedrigt werden, jedesmal tappen sie in die Falle der Liebe. Ich kann das Kind so gut verstehen und hoffe, daß ich es nicht vergesse!!

7. Hundegebet
Ich bin Katzenfrau. Was soll ich sagen? Naja, nett.

8. Die Waffen nieder!
Ich versuche immer, daß Lied nicht mit Vorgängern zu vergleichen. Aber es gelingt mir nicht. "Frieden" ist für mich einfach ein zu hoher Standard. Was mir allerdings gut gefällt an "Die Waffen nieder!" ist die Sichtweise auf die Seelen der "Täter". Was züchten wir mit den Soldaten für eine Elterngeneration heran? Sind Gefühle überhaupt noch da bei denen, die wiederkommen? Haben Peiniger in Guantanamo noch welche?

9. Ich glaube nicht
Wundervoll. Es erinnert mich zwar sehr an die "Geschichte von Gott" von Herrmann van Veen, aber genau das ist es, was ich bei Reinhard Mey immer vermutet habe. In jedem Fettnäpfchen der Kirche mal ein bischen für Wirbel sorgen. Und dem Göttlichen wieder Freiheit geben! Dazu dann diese "Tiroler Zitterklänge". Und dann noch die Verquickung mit den Melodiesequenzen von "Laß sie reisen". Gut gemacht. Zum Schmunzeln. Da kann man in der Kirche tanzen und sich mit der Göttin zusammen ins Fäustchen lachen. Und wenn man dann vom Lachen und Tanzen außer Atem ist, ein Fläschen Deidesheimer Gottesacker genießen. Reinhard Mey ist ein wunderbarer Sprachästhet. Danke für "DEN Zölibat".

10. Ich liege bei Dir
Sagt mir noch nicht viel. Am ehesten noch: Was haben manche Frauen doch Glück, daß sie Männer finden, die SOWAS für sie singen können.

11. Kennst Du diese kleinen, nicht wirklich nützlichen Gegenstände?
Grinsend möchte ich mich über meine Fensterbank-Pinnwand-Küchenschrank-Gerümpel-Ecken her machen und habe nun eine feine Entschuldigung. Das gibt Halt und Mut. Dazu das leise verspielte Spinett. Ein Hauch von: Das war zu Mozarts Zeiten auch schon so.
Schade, daß das Cembalo nicht mit auf die Tour geht. Manni Leuchter ist ein purer Gewinn. Die beiden bilden eine Symbiose, die ich nicht mehr missen möchte.

12. Nanga Parbat
DAS ist er. MEIN Balladensänger, MEIN Lieblingsbarde!! In dem Fach Geschichtenerzählen macht ihm keiner den Rang streitig. Ich mag Reinhold Messner nicht. Ich weiß vielleicht zu wenig über ihn. Aber das Lied macht mich neugierig. Die Musik ist genial und versetzt mich direkt an den Berg. Schnee rieselt und das Herz hämmert.
Und als der Gipfel erreicht ist, habe ich das Gefühl, daß die Musik mich den Rundumblick auf dem Gipfel miterleben lässt. Leider bleibt das Drama, das dem Gipfelsturm folgt, dann ein wenig im Hintergrund. Dafür ist der letzte Satz mal wieder um so stärker!! Wow, mir ist kalt!!

13. Sommerende
Ein rätselhaftes Lied. Ich höre viel Vergänglichkeit in diesem Sommerende. Aber nicht die Leichtigkeit, das 'Nächstes Jahre wieder' wie in "Ende der Saison".

So, jetzt werde ich mir mal angucken, was Ihr dazu alle so geschrieben habt!
Maren
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Mickey
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#5

Beitrag von Mickey » Di 4. Mai 2004, 22:09

Hallo zusammen,
hier meine Rezension. Auf eine interessante Diskussion!
Liebe Grüsse
von Reto
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Auch wenn ich's nicht so recht zugeben wollte: ich habe mich auf diese neue CD gefreut. Einstmals grosses Interesse kann durch eine kritische Haltung nicht gänzlich verkümmern, die Spannung bleibt. Wie würde sich der alte Mey schlagen? Auf welche Seite würde das Pendel ausschlagen: grössere Kritik – oder so etwas wie Versöhnung mit dem, doch, grossen Dichter? Vergessen wir nicht: trust the art, not the artist, also lasse man den Künstler aussen vor und betrachte stattdessen allein das Werk. Den Versuch ist’s immer wert, auch wenn's immer leichter gesagt als getan ist. Und gerade bei einem Liedermacher, der, wie wir so gerne betonen, die Ich-Form nicht nur aus formalen Gründen zu verwenden hat, tut man sich dabei schwer. Doch: als ich heute zunächst die neuen Texte gelesen habe, hat sich beinahe wieder die grosse Verehrung für den Mann eingestellt, der schon so oft in selbst auferlegtem Zeitkorsett viele Diamanten geschliffen hat. Denn die Texte sind bisweilen grossartig geraten! Wie also würde sich der langjährige Produzent Manni Leuchter geschlagen haben, an dem die musikalische Umsetzung zu einem grossen Teil hängen bleibt?
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Alles o.k. in Guantánamo Bay
Über den Text habe ich mich schon ausführlich und ziemlich hart ausgelassen. Hätte Mey stattdessen die Aufnahme auf seiner Internetseits vor-veröffentlicht, hätte ich frühzeitig erfahren, dass man dazu wenigstens im Takt wippen kann. Durch das lüpfige Arrangement lässt sich das Lied gut anhören – nur: irgendwie komme ich mir dabei vor wie einer der Demonstranten von letztem Jahr, die undifferenziert antiamerikanische Plattitüden nachplapperten, nur weil's cool ist. Cool ist es eben schon! Leuchters Chorleiter-Einsatz am Schluss bringt das Lied in lockere Gefilde und überspielt gekonnt, dass Mey mit dem Lied wahrscheinlich ernsthaft irgendetwas bewegen wollte.

Douce France
Da meldet sich der Frédérik in Reinhard Mey zu Wort, der in Frankreich so manchen grossen Erfolg verbuchen konnte: eine Hommage, ein unausgesprochenes Merci an das Frankreich der Sechziger und Siebziger, ein wunderbares Stück Musik. Ein wahrer Wortschwall prasselt da auf einen nieder (wie allgemein die Lieder immer textreicher werden), oft mit naivem Blick, manchmal genial formuliert wie die Zeile: "lebte Freiheit, fühlte Gleichheit und ich fand Brüderlichkeit", musikalisch auf's Hervorragende unterstützt durch nicht mehr und damit nicht weniger als ein Kammerorchester.

Ich kann!
Bereits im Laufe zweier Tourneen hat Mey das als Live-Werk amüsante "Ich bin" gesungen, und dieses neue Lied mit dem ähnlichen Titel bietet nichts wirklich Neues. Mey wahlweise als Kanarienvogel-Ersatz (klar, der Vogel ist frei, frei, frei!), als Döner-Mann, als Reifenwechsler, als Lawinenhund... nun ja. Zumindest verzichtet Mey auf billige Lacher, die nach mehrmaligem Anhören peinlich würden. Letztlich also, zum Glück, eher ein Aufmunterungs- als ein komisches Lied. Dank Leuchters zurückhaltendem Arrange-ment, das gar nicht erst versucht, den hin und wieder aufblitzenden Wortwitz an Pepp zu überbieten, ist dem Lied ein gewisses Mass an Charme allerdings nicht abzusprechen.

Spider man
The warden threw a party in the county jail – das sind doch die Anfangstakte des "Jailhouse rock"! Was dann folgt, ist die Heiligsprechung eines heiligen Blechles, eines 1300er Junior Junior Fast Back Spider. Von solch einem Auto hatte ich zuvor noch nie etwas gehört, und dabei hätte es ganz gut bleiben können: dieses Lied ist der Tiefpunkt des Albums, musikalisch wie textlich uninspiriert, vergleichbar mit dem "Marder". Auf dass dieser den Spider-Keilriemen durchnage!

Friedhof
Wer hier Tristesse erwartet, erwartet falsch. Mey packt das Thema, die vieles relativierende Wirkung des freizeitlichen Friedhof-Aufenthaltes, ziemlich zügig und unsentimental an. Das Thema wird ähnlich abgehandelt wie damals „Schuhe“, vom Hundertsten ins Tausendste, die Gedanken kreisen lassend, philosphierend beim Gehen. Auch musikalisch könnte das Lied in den Achtzigern entstanden sein: eine unverschnörkelte Melodie mit dem für die damalige Zeit schon fast charakteristischen Si-hilbentrennen am Ende vieler Zeilen. Genau unter diesem Hinauszögern des Schlusses geht die (nicht wirklich nötige) Schlusspointe allerdings verloren: der Hörer kann sie sich selbst ausrechnen. Wohl nicht der ganz grosse Wurf, aber in seiner Schlichtheit schön anzuhören.

Sven
Ein in seiner feinen Zeichnung, in textlicher wie in musikalischer Hinsicht, unwahrscheinliches Lied, das beeindruckend gelungen ist. Mey erweist sich hier als der grossartige Geschichtenerzähler, der er schon immer war: eine eigentlich unbedeutende Handlung so geschickt be- und umschrieben, dass es keine Nacherzählung, sondern eine Nachempfindung ist, auch beim Hörer. Leuchter trägt das Seine dazu bei. Die kindliche Verehrung für einen Comiczeichner – in vier Minuten wunderbar ausgedrückt. Hinweis: Frau Dr. Erika Fuchs war übrigens lange Zeit Chefredakteurin der deutschen "Micky Maus".

Hundgebet
War das "Hasengebet" noch ein Flehen um's nackte Leben, so bittet hier ein zivilisierter Hund seinen Hund im Himmel um ein lebenswertes Leben (und um freien Sex, womit wir wieder beim nackten Leben wären). Musikalisch in die Form des Gospels gegossen – köstlich der karikaturenhafte Hintergrundgesang! –, ist das Lied ganz anständig, teilweise richtig gut gelungen. Mehr natürlich auch wieder nicht. Im Gegensatz zum Eingangslied wippe und summe ich hier übrigens mit bestem Gewisse mit, denn nach dreiwöchigem Hundesitting im Grünen kann ich nachvollziehen, was einem Hund gefällt.

Die Waffen nieder!
Der Titel würde Programm sein, das war von Anfang an klar. Die bange Frage war: wird Mey einem alten Thema Neues hinzufügen können? Recht hat er natürlich schon, wie jeder recht hat, der "gegen Krieg" ist. Dennoch habe ich einen höheren Anspruch an Mey, als ein allgemeingültiges, undiskutiertes pazifistisches Manifest zu hören zu bekommen. Einen gerechten Krieg gibt es tatsächlich nicht (wie es im Text heisst), aber einen sinnvollen Krieg, im nachhinein als solcher betrachtet? Weshalb nicht? Nun, ein passables Lied, das je nach Stimmung des Hörers noch besser werden könnte. Prinzipiell gilt aber: alles schon mal dagewesen, wohl sogar besser formuliert (die Zeile "die eigne Seele für immer verletzen" ist besonders schwach), denn früher zitierte er wenigstens FJS – hier zitiert er nur noch sich selbst.

Ich glaube nicht
Mey an der Gitarre, zusätzlich ein Bass – eine sehr schön anzuhörende Mischung, die der Akustik einer Live-Aufnahme nahe kommt. Leuchter muss die Demo gut gefallen und gedacht haben, dass die Beschrän-kung auf das Wesentliche diesem Lied am besten bekommt. Was auch der Fall ist. Ist "Sei wachsam" damals noch zu pauschal geraten, handelt Mey hier das Thema Glauben ausführlicher ab, und das in befreiend lockerer Art, im Stil eines ich-brauche-noch-ein-Lied-Liedes (auch in punkto Melodie), das in einem Zug hingesudelt wirkt, aber in Wahrheit nicht weniger anspruchsvoll ist als die todernsten. Die Seitenhiebe gegen die Kirche (als Gebäude wie als Institution) sind nachvollziehbar, auch wenn das Bild natürlich nicht vollständig ist. Muss es aber auch nicht.

Ich liege bei dir
Was unscheinbar mit zaghaftem Klavierspiel und ebenso zaghaftem Vierzeiler beginnt, entwickelt sich in der Folge zu einer enthusiastischen Liebeserklärung, die an textlicher und musikalischer Intensität nicht zu überbieten ist. Der Übergang in die zweite Strophe – das sich im Kreise drehende, delirierende Klavierspiel, das Einsetzen des Schlagzeuges, des Chors – jagt mir jedes Mal von neuem Schauer über den Rücken. Eine wunderschöne Melodie brilliant arrangiert, von nichts zuviel, von nichts zuwenig, textlich auf höchstem Niveau!

Kennst du die kleinen, nicht wirklich nützlichen Gegenstände?
In "Friedhof" wurde der "Wert der Dinge, an denen wir kleben", noch in einer einzigen Zeile abgehandelt, hier folgt das Lied dazu. Und die Kaninchenfurz-Oper, bei Mey ein eigenes Genre, weiss zu gefallen: eingängige Melodie, simpel und stimmig arrangiert, kurzweilig getextet – und, das Tüpfelchen auf dem i, nicht zu lang. Wunderbar, wie er lästert: "ein Engelchen, ein Eselchen, ein Tellerchen, ein Fluch!". Ja, doch, ich kenne sie.

Nanga Parbat
Wie bei "Lilienthals Traum" schafft es Mey, eine wahre Begebenheit, eine (todbringende) Begebenheit aus dem Leben eines Pioniers der Lüfte in eine unverkrampfte, aber informationsstarke, nahegehende Erzählung zu packen. Leuchters musikalischer Beitrag, die akustische Abbildung von kalter (klirrender!) Weite und weiter Kälte, kann in Worte nicht gefasst werden, unterstützt die Geschichte auf’s Beste – man sieht förmlich die Messners vor sich, wie sie das Panorama geniessen und doch nicht geniessen können. Genauso geht’s mit dem Lied: nicht einfach zu geniessen, nicht leicht anzuhören. Zu oft werde ich es mir nicht anhören, dafür ist es zu ernst, zu lang, zu wenig melodiös. Ein Hörbuch. Keine Frage: Mey und Leuchter haben all ihr Können in das Lied gepackt. Was dabei herauskam, ist ein Oeuvre, das seinesgleichen sucht.

Sommerende
Wer den Altweibersommer aus wortästhetischen Gründen nicht mag, kann ihn jetzt in ein Lied gegossen lieben lernen: besinnliche Töne in besonderem Reimschema (abba), das Spannung hervorruft, präzise und doch gefühlsvolle Beschreibungen, wenig neuer, aber immer wieder gern gehörter Schlussgedanke, und das alles von einem wunderbaren Arrangement begleitet. Ein schöner Abschluss des Albums – ich präzisiere: ein schöner Abschluss eines schönen Albums.
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Noch traue ich mich nicht, diese neue CD ins Werk des Reinhard Mey einzuordnen. Die "Rüm Hart" habe ich damals in höchsten Tönen gelobt, und nun halte ich sie für eine nicht recht gelungene Sammlung unverspielter Lieder. Die Zukunft wird den Wert der "Nanga Parbat" zeigen, dann, wenn der Hauch des Neuen verweht ist und allein die Lieder das Album tragen müssen. Ich möchte es dabei bewenden lassen, als Zwischenfazit, nach mehrmaligem intensiven Anhören, zu sagen, dass die Vorfreude sich gelohnt hat. Weshalb? Weil die Stilvielfalt nicht so gewollt, die Texte nicht so verkrampft wirken wie auch schon. Letzteres kann Mey auch vorgeworfen werden, zumal die Versmasse teilweise erzwungen werden, aber ich finde, dass dies den Eindruck hinterlässt: hier verzichtet einer auf Perfektion – und verliert nichts dabei. Dafür sorgt auch Manni Leuchter, dessen Beitrag zum guten Gelingen nicht überschätzt werden kann. Seine Arrangements sind Gold wert.
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#6

Beitrag von JuergenS » Di 4. Mai 2004, 23:08

Ich habe mir die gestern bei Karstadt für kanpp 15 Euronen erstanden CD inzwischen auch mehrmals angehört. Der Hinweis Copy Controlled hat mich lange zögern lassen. Man weis ja nie was einem alter CD-Player daraus macht. Aber er spielt sie ab. *zufriedenbin*
Wie gesagt habe ich sie mir schon en paarmal angehört abe rdie Ruhe zum hinhören hatte ich nch nicht. Mein erster eindruck ist: Wenn man wegen des Urheberrechts nicht bei anderen klauen kann, muß man halt bei sich selbst klauen. :-) Beri fielen Titeln ist das "Déjà-vu-Erlebnis für mich doch recht stark gewesen. Favorit ist derzeit "Sven". Kein Wunder, bin ich doch selbst Comic Fan. Und kann das gut Nachempfinden. Habe selbst in den letzten 2 Jahren mehrmals auf dem Comic-Salon in Erlangen Stundenlang angestanden um meine 4 Alben "Der Wind in den Weiden" von Michel Plessix mit einer Zeichnung und einer Signatur veredeln zu lassen. Es ist faszinierend zu sehen wie so eine Zeichnung entsteht.
°°°°°
Öööööh ...
*Faden verloren hab*
Naja. Auf jedenfall muß ich sie mir noch mehrmals anhören.
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......

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#7

Beitrag von schili » Di 11. Mai 2004, 12:05

So, ich habe die CD jetzt auch .. leider etwas verspätet weil, englische Post, aber ich habe sie.
Die anfänglichen Ängste bezüglich CD Spieler (ich besitze keinen, nur PC und der mit Linux) hatte das Gnome Ripprogramm (grip) ohne schwierigkeiten gemeister. Das einzige was mir zum Rippen zu mp3s fehlt, ist eine Internetverbindung :-) . Aber ich konnte die CD hören und das ist gut so!
Well, so stehts nach anderhalbt mal (das letzte mal 1-11)
1.Alles O. K. in Guantanamo Bay
Nun, ein echter Ankläger war Reinhard Mey noch nie. Seine politischen Lieder waren immer deshalb gut, weil er sie zu persönlichen Problemen machte. Der Text ist nicht zu verkennen, doch muss ich sagen, dass er etwa in der Musik der böhsen onkelz sehr viel besser aufgehoben wäre. Naja, vielleicht bin ich in Sachen politische Lieder auch ein wenig verwöhnt, regarding Konstantin Wecker ...
2.Douce France
Genial und traurig. Meine 9 Monate England sind ja doch irgendwie eine echte Enttäuschung geworden, sodass ich ihn ein wenig beneiden könnte. Ich hatte Tränen in den Augen .. well, sehr persönlicher Eindruck!
3.Ich kann!
Ich werde den Text gleich an eine liebe Freundin senden. Muss ich noch was sagen?? *genial*
4.Spider man
Tja, für Autos hatte ich nie was übrig. Da kommt auch Reinhard Mey nicht gegen an. Grün wirkt weiter ...
5.Friedhof
Gefällt mir. Auch wenn er sicher nicht den Friedhof in Mile End gemeint hat ^^
6.Sven
Das Thema gefällt mir. Diese Verehrung von Stars werde ich wohl nie verstehen können. Dennoch ist es ein schönes Lied.
7.Hundgebet
Well. Es ist etwas aufgesetzt. Ich glaube ich werde mir ohnehin nie einen Hund anschaffen. Aber die Intention muss man dann doch gutheißen...
8.Die Waffen nieder!
Tja, das Lied ist für dich Joschka. Nach "Und der große Rebell, der nicht müd‘ wurde zu streiten, Mutiert zu einem servilen, gift‘gen Gnom Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom" wieder ein Lied, was dich direkt betrifft. Gut diesmal nicht so deutlich aber ...
9.Ich glaube nicht
Ich würde sagen: Schade das mein Namensvetter Johannes Paul II das nicht hören wird. Ansonsten gut. Ich bin ohnehin Materialist
10.Ich liege bei dir
Tja, Lieberlieder sind halt immer seine Stärke gewesen. Und dieses steht dort nicht zurück.
11.Kennst du die kleinen, nicht wirklich nuetzlichen Gegenstaende?
Mein Vater würde jetzt sagen, unnötiges Lied. Ich würde sagen nett - aber viel sagt es ja nicht aus. Naja, ich hörs trotzdem gerne.
12.Nanga parbat
Schön, Interessant, Aufregend, Eindruckvoll ... öhm ... sagen wir: genial!
13.Sommerende
Tja, ich hätte auch mal gerne wieder ein wenig Sonne. Aber da ich im Sommer ja wieder in Deutschland bin, hab ich ja ne faire Chance.
cheers
Schili
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#8

Beitrag von Mickey » Di 11. Mai 2004, 19:01

Lieber Schili,
also, der "grosse Rebell, der nicht müd' wurde zu streiten" ist nicht Joschka Fischer, sondern Bob Dylan. Sagt man so gemeinhin. Oder hat Fischer tatsächlich vor Pope Johnny gesungen? Well.
:-D
Liebe Grüsse
von Reto
PS: weshalb war Dein Aufenthalt in England denn eine Enttäuschung, wenn ich fragen darf? Liegt's an Persönlichem oder am Land? Ich frage nur deshalb, weil ich im Februar selbst für ein halbes Jahr rübergehe.
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migoe
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#9

Beitrag von migoe » Mi 12. Mai 2004, 07:34

Lieber Schili,
Rezensionen sind ja immer was Persönliches, und es ist immer wieder interessant zu lesen, wie andere ein Lied, eine Zeile oder ein ganzes Album beurteilen/einschätzen/sehen. Wenn ich mir Deine Rezension ansehe, fällt mir aber jetzt erst mal nur ein "Er sollte vielleicht noch mal genauer und öfter hinhören", weil ich glaube, Du hast einige Lieder von der inhaltlichen Aussage (unabhängig von der persönlichen Note) her nicht richtig mitbekommen...
migoe, der außerdem immer noch auf eine Antwort auf die Frage "Warum stört Dich der Kopierschutz?" erhofft.
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Liebe Grüße aus Rothenburg

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#10

Beitrag von schili » Mi 12. Mai 2004, 15:06

Well, ich glaube es passt auf mehrere Personen. Ich weiß nicht auf wen RM es gemünzt hat, aber für mich passt das in Joschka voll rein.
Naja, das mit England hängt mit vielen Dingen zusammen. Ich bin von Natur aus faul, deswegen verweiß ich dich mal auf mein Tagebuch: http://diary.schili.net
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#11

Beitrag von schili » Mi 12. Mai 2004, 15:09


migoe, der außerdem immer noch auf eine Antwort auf die Frage "Warum stört Dich der Kopierschutz?" erhofft.

Weil der Kopierschutz auch davor schützt (bzw. schützen kann), dass du die CD unter Linux anhören kannst. Da ich in England keinen CD Spieler habe, hätte das geheißen, dass ich die CD bis zum Ende des Monats nicht hören kann.
Außerdem ist es blöd, dass man die CD nicht auf MP3s rippen kann, wenn man - wie ich ab demnächst - mehr als eine Stadt hat, in der man zu Hause ist. Musst dann die CD immer mitschleppen.
Kann übrigens auch Probleme mit CD Spielern im Auto haben (stört mich jetzt ohne Auto nicht so sehr, aber ...)
EDIT: Mag sein, das ich da Dinge falsch interpretiere. Aber der Thread heißt m.E. 'erste Eindrücke'.
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#12

Beitrag von Skywise » Mi 12. Mai 2004, 17:56


Außerdem ist es blöd, dass man die CD nicht auf MP3s rippen kann, wenn man - wie ich ab demnächst - mehr als eine Stadt hat, in der man zu Hause ist. Musst dann die CD immer mitschleppen.
"Man" ist falsch. "Ich" wäre richtig. :-D
Prinzipiell gilt: wenn das Auslesen der CD am Rechner keine Probleme bereitet, ist es praktisch immer möglich, mit der entsprechenden Software die Titel in Dateiform auf den Rechner zu zerren. Und eine Konvertierung in eine mp3-Datei ist dann nur noch Formsache.
Wie schon bei der Kopierschutzsache gesagt - es ist alles eine Frage der Software.
Gruß
Skywise
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#13

Beitrag von schili » Do 13. Mai 2004, 12:07


Skywise schrieb:

Außerdem ist es blöd, dass man die CD nicht auf MP3s rippen kann, wenn man - wie ich ab demnächst - mehr als eine Stadt hat, in der man zu Hause ist. Musst dann die CD immer mitschleppen.
"Man" ist falsch. "Ich" wäre richtig. :-D
Prinzipiell gilt: wenn das Auslesen der CD am Rechner keine Probleme bereitet, ist es praktisch immer möglich, mit der entsprechenden Software die Titel in Dateiform auf den Rechner zu zerren. Und eine Konvertierung in eine mp3-Datei ist dann nur noch Formsache.
Wie schon bei der Kopierschutzsache gesagt - es ist alles eine Frage der Software.
Gruß
Skywise

Well, das ist klar. Nur ist das nicht die Intention des Kopierschutzes, oder?
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#14

Beitrag von Skywise » Do 13. Mai 2004, 13:57


schili schrieb:
Well, das ist klar. Nur ist das nicht die Intention des Kopierschutzes, oder?


Skywise schrieb:
Das Knacken eines Kopierschutzes zum eigenen privaten Gebrauch oder für persönlich verbundene Personen ist zwar illegal, allerdings nicht strafbar. Das Höchste, was Dir passieren kann, sind geltend gemachte Schadenersatzansprüche (wobei derzeit meines Wissens noch nicht feststeht, wie ein Urteil in dieser Hinsicht aussehen soll).

;-)
Gruß
Skywise
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#15

Beitrag von schili » Do 13. Mai 2004, 15:12

Gut, vielleicht sollten wir die Diskussion darüber hier beenden oder in ein Jura Forum gehen.^^
Dieser Beitrag enthält 16 Wörter


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Michael
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#16

Beitrag von Michael » Di 18. Mai 2004, 15:54

Also zurück zum Thema:
Mit ein bisschen Verspätung will ich auch meine Meinung über „Nanga Parbat“ verkünden. Da ich gedacht hatte, ich kriege sie zum Geburtstag, sie dann aber doch nicht bekommen habe und dann selbst kaufen musste, hat’s ein bisschen gedauert bis zu meinem ersten Eindruck. Jetzt habe ich auch schon einen zweiten und meine, ihn kundtun zu können.
1) Alle o.k. in Guantanamo Bay
Über den Text habe ich mich schon ausgiebig ausgekotzt. Die jüngsten Meldungen über die Folterungen geben Mey mehr als mir recht, meine grundsätzliche Kritik an diesem Lied bleibt freilich. Außerdem wundere ich mich doch sehr über RMs selektive Wahrnehmung, betont er doch in jedem Interview, wie empört er war, dass kein Aufschrei durchs Land ging nach den Bildern aus Guantanamo. Da hat er wohl nicht genau hingehört, ich habe überall Kritik an den Amerikanern und das Lager in Guantanamo gehört, oft verbunden mit entsprechender Häme wegen der Situation in Irak. Wie auch immer, die musikalische Umsetzung finde ich sehr gut, weil sie den Text eher zu einer Satire macht. Und als solche kann ich mit ihm leben. Da geht es mir wie Reto, mit Musik wirkt das Lied doch ganz anders. Gut, dass Manni Leuchter es nicht pathetisch-dramatisch arrangiert hat. So gleicht es sich doch wieder aus.
2) Douce France
Er ist halt mehr francophil als americophil (sagt man das?). Bin ich ja auch. Nicht nur deshalb finde ich das Lied so gut. Eine schöne Hommage an Frankreich, ein bisschen wehmütig. Sicher einer der Höhepunkte des Albums.
3) Ich kann
So ein Freund wäre ich auch gerne. Bin ich aber nicht, weil niemand das sein kann, sonst geht er ja irgendwann kaputt dran. Aber ich will’s nicht zu tiefsinnig deuten. Ein nettes Lied mit einer schönen Melodie, die freilich auch wieder ein bisschen bekannt vorkommt. Sicherlich kein Lied, das zu den Großen gehört.
4) Spider Man
Ich bin ja auch kein Autofan, aber das Lied gefällt mir. Dass RM eine tolle Beobachtungsgabe hat, kann ja nicht oft genug gelobt werden. Hier beweist er wieder seinen Blick für das Große im Kleinen (und hier finde ich es besser als in den „unnützen Gegenständen“). Auch das Rock’n’Roll-Arrangement gefällt mir, weil es ja in die Zeit des Autos passt. Übrigens habe ich das Lied schon vorher im Radio gehört und da echt Schwierigkeiten gehabt, den Text zu verstehen. Da ist schlecht abgemischt worden.
5) Friedhof
Wunderbar. Es sieht das schwere Thema Tod so leicht. Das ist ein weiteres Talent von RM, das ich sehr bewundere. Ich frage mich nur, was er in seinem Job immer für fürchterlich anstrengende Termine hat.
6) Sven
Was für ein Lied! Ehrlich, das gefällt mir wirklich gut. Es fängt so ein bisschen belanglos an mit „ich finde Comics ganz witzig“ und bringt dann diese Geschichte! Und diese Pointe, die einem fast den Atem nimmt. Große Klasse.
7) Hundgebet
Ja, ein großer Hundefreund bin ich nun auch nicht, von dem Lied habe ich auch nicht viel erwartet, aber ich war positiv überrascht. Wirklich gut gemacht, wenn ich mich auch nicht wirklich damit identifizieren kann. Na ja, kann man machen.
8) Die Waffen nieder
Was soll dieses Lied schon bringen? Ein bisschen Pathos, ein bisschen Moral, ein bisschen persönliche Erfahrungen. Ich find’s dann doch ein bisschen platt, solche Friedensgesänge habe ich schon zu oft gehört. Sie sind ja immer noch aktuell in dieser Welt, aber es muss auch nicht wirklich sein. Bringt mir nichts, was nicht schon „Frieden“ gebracht hätte.
9) Ich glaube nicht
Ich habe auch gleich an die „Geschichte von Gott“ von Herman van Veen gedacht. Vielleicht hat sie ja Pate gestanden. Die Schlusspointe ist doch sehr ähnlich. Aber trotzdem gefällt’s mir gut. Auch schön schlicht arrangiert. Hier zeigt er wieder seine große Kunst, heftig zu kritisieren und dabei nett zu bleiben und nicht wehzutun. Gerade bei diesem Thema sehr angemessen. So nett könnte ich das nie.
10) Ich liege bei dir
Also, dass er die besten Liebeslieder in deutscher Sprache macht, ist eine altbekannte Tatsache. Auf jeder Platte ist mindestens eins drauf, aber meist haben sie in den letzten Jahren nichts Neues gebracht. Hier schon. Gefällt mir besonders gut, weil es mal eine etwas andere Stimmung erzeugt. Ich finde, es sticht aus den Liebesliedern der letzten Jahre ein bisschen heraus.
11) Kennst du die kleinen, nicht wirklich nützlichen Gegenstände
Tolles Arrangement. Schön beobachtet, klasse getextet wie immer, aber irgendwie nichts wirklich dolles. Klingt , als wäre es eine Anregung wie in „Noch’n Lied“ gewesen: „Hm, ein Lied muss ich jetzt noch machen, worüber könnt ich denn mal, ach, da steht ja was rum...“
12) Nanga Pabat
Großartig, der Vergleich mit „Lilienthals Traum“ ist ja schon zurecht gefallen. Auch hier, wie auf der ganzen Platte, wieder ein hervorragendes Arrangement. Und die Geschichte wird wunderbar dramatisch und tief erzählt. Sie muss in Wahrheit wohl noch dramatischer gewesen sein: Ich habe gehört, die beiden Brüder hätten verschiedene Rückwege genommen oder so und die Leiche wurde nie gefunden. Das kann man gar nicht in ein Lied bringen. Aber trotzdem ein Höhepunkt in Meys Schaffen, auch wenn ich Messner nicht mag.
13) Sommerende
Solche Lieder mag ich sehr. Finde ich schön, ein stimmungsvoller Abschluss. Mehr ist eigentlich dazu nicht zu sagen.
Fazit: Keine wirklich neuen Themen, aber warum auch. Mit nur wenigen Abstrichen eine sehr gute Platte, die zwar keine Spitzen hat, die wirklich wahnsinnig herausragen, aber ein hohes Niveau fast durchgängig hält. Was die Melodien angeht bewegt er sich in dem seit Jahren bekannten Rahmen, schöpft den aber gut und abwechslungsreich aus. Die Arrangements sind durchweg gut und nicht zu überkandidelt. Also, für mich hat sich das Warten gelohnt und ich bin wirklich alles andere als enttäuscht. Er ist halt doch ein ganz Großer.
Michael,
der sich jetzt schon auf das Notenheft freut
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

Maren
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#17

Beitrag von Maren » Mi 19. Mai 2004, 09:35

Hallo, Du (fast) ich selber ;-) Witzig, witzig
Eine Anmerkung aber ganz kurz:
Warum sollte Herr M aus B in seinem Job nicht auch anstrengende Termine haben?????
Oder schielt das der Herr Nachbar in Dir über den Zaun: Na, Sie haben wohl immer frei??
Maren, grinsend und noch immer nicht so ganz wieder auf dem Boden.
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"Laß die Zweifel in den Schuhen und begib Dich in Gefahr."Zodiak

Nordlicht
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Nanga Parbat...erste Eindrücke

#18

Beitrag von Nordlicht » Mi 19. Mai 2004, 21:46

Hallo, alle ihr Mey- CD- Käufer und Hörer !

„Ich hab sie schon…“ ist eigentlich ein wenig übertrieben, zumindest aber doch ein wenig spät. Dabei ist es wirklich schon am Erscheinungstage in meinen Besitz übergegangen: das neue Werk des Herrn M. aus B., „Nanga Parbat“. Aber sehen und vor allem HÖREN brauchen eben Zeit ! Und deswegen erst jetzt die ersten Eindrücke.
Was einem – das liegt in der Natur der Sache – zuallererst ins Auge fällt, ist ein technisch ganz hervorragendes Schwarz- Weiß- Foto von Arnaud Nilwik. Ob einen das, was es abbildet, nun anspricht oder nicht, bleibt jedem selber überlassen. Ganz neu und damit überraschend jedenfalls ist das Motiv sicher nicht mehr, nur will einem partout nicht einfallen, wo man es schon einmal gesehen hat.
Die nächste Überraschung dann beim Booklet: Wo ist denn das chlorgebleichte Recycling- Papier geblieben ? Wieder im stilistisch besseren Hochglanz- Look werden die Texte zur Kenntnis gebracht, garniert mit vielen Schnappschüssen aus Leben und Umfeld des Künstlers. Das alles wirkt beinahe minimalistisch und gerade deswegen wohltuend.
Und dann kommt der große Moment: man schiebt die CD in den Player und legt los. Und da geht es dann leider los mit der Kritik: Wieder einmal ist der von früheren Aufnahmen so brillante Klang durch einen schnöden (und überflüssigen !) Kopierschutz in Richtung „grottenschlecht“ verschoben. Könnten einen die Höhen noch – zumindest einigermaßen – zufriedenstellen, fehlt gerade bei den Mitten eine vernünftige Dynamik und Klarheit. Sie sind eben einfach nur da. Das mag vielen genügen, den geübten und verwöhnten Hörer enttäuscht es nach wie vor. Dafür sind dann die Tiefen doch wieder in ausreichender Weise vorhanden. Schade nur, daß man den Platz auf dem Rohling durch einen „Zwangsplayer“ verschwendet hat. Was um alles in der Welt soll bloß mit einem Kopierschutz bewirkt werden, zumal auch der vorhandene relativ leicht auszuhebeln ist ? Ist es nach dem deutschen Urheberrecht auch strafbar, kann eine Kopie dem Klang sicherlich nur guttun. Und auch mit Kopierschutz bekommt der Künstler nicht einen einzigen Cent mehr oder weniger in die Tasche. Aber zu diesem Thema gibt es genug andere Diskussions- Gelegenheiten, also will ich hier jetzt lieber auf die einzelnen Titel eingehen:

ALLES O.K. IN GUANTANAMO BAY
Es ist im Vorfeld des Erscheinungstermins viel über den, damals noch unbekannten, Titel geschrieben worden, und es fehlte dabei nicht an Polemik und an den gern verwendeten Vorwürfen des Populismus. Umsomehr erfreut nun das Ergebnis: verpackt in einen frischen Rhythmus wird eine Anklage an ein verbrecherisches System erhoben. Tatsächlich gelingt es Mey, in nicht einmal 4 Minuten alles das, was die „größte Demokratie der Welt“ da falsch macht, in wie gewohnt geschliffener Sprache darzubringen. Für mich ein schönes und ein wichtiges Lied in der Tradition von „Vernunft breitet sich aus…“ , „Sei wachsam“ und „Heimatlos“. Alles in allem die Note 1.
DOUCE FRANCE
Melancholie und Wehmut, Erinnerungen an die frühe Kindheit, Prägungen für das Leben: all das bietet dieser Titel. Eigentlich baut er die Geschichte von Etienne nach vorn aus, und auch das macht die gewisse Faszination aus. Dazu in Musette- Anklängen filigran begleitet, verdient dies Lied die Note 2.
ICH KANN
Obwohl es mich mal interessieren würde, was geschähe, wenn ich tatsächlich anriefe, um meinen IKEA- Schrank aufgebaut zu bekommen, steht auch dieses Stück in einer gewissen „Mey- Tradition“ von Titeln wie „Ich bin“ oder „Aber heute“. Musikalisch liegt es im guten Mittelfeld, es bietet eine gewisse Originalität und Witz, so daß hier die Note 3+ gerechtfertigt ist.
SPIDER MAN
So ganz ist hier der Einfluß der Götz Alsmann- Arrangements von der „Flaschenpost“ nicht von der Hand zu weisen („Noch´n Lied“,“Der Nasenmann“), und so kommt das Stück in einem luftigen, musikalischen Gewand daher. Die Beobachtung mancher mitmenschlicher Verhaltenweisen ist auch hier wieder gelungen, sodaß wieder die Note 3+ vergeben werden kann.
FRIEDHOF
Noch einmal mehr ein Beweis für die Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, das auszusprechen, was wohl jeder von uns schon einmal so oder so ähnlich empfunden hat. Schade nur, daß gerade bei den Enden der Strophe der Text wieder so übermäßig in die Länge gezogen wird. Diese Unart war ja bei Herrn Mey schon überwunden, und vermißt habe ich sie nicht. Dennoch kann ich hier mit ruhigem Gewissen eine Note 2 vergeben.
SVEN
Manch einer wird sich – analog zu „Frau Bormann“ – bemüßigt fühlen, die Frage zu stellen „Wer ist Sven ?“. Mich interessiert das (ehrlich gesagt) kaum. Es ist halt eine treffliche Alltags- Beobachtung. Was mich ein wenig stört, das sind die musikalischen Einschnitte, die Tempi- und Rhythmuswechsel, die einen - wenn auch nur kleinen - Bruch in ein ansonsten schönes Werk bringen. Und das textliche „open end“ kann man mögen oder nicht. Ich gebe hier eine Note 2-.
HUNDEGEBET
Ob nun „Hasengebet“ oder „Erbarme Dich“ – die tierischen Themen haben RM auf jeder seiner Alben beschäftigt. Während ich das „Hasengebet“ noch mit einem Lächeln sehen konnte, war das schon bei „Erbarme Dich“ ganz anders. Dort aber störte mich ein wenig die doch sehr triste Umgebung des Textes. Dieses Mal jedoch ist das Thema zumindest zu meiner Zufriedenheit gelöst. Nur der Chor stört mich ein wenig, dennoch die Note 2+.
DIE WAFFEN NIEDER !
Gegen die Intension dieser Forderung und des Textes wird wohl niemand ernsthaft opponieren können. Mich spricht die unaufdringliche Eindringlichkeit des Vortrages ungemein an, wohl sicher auch vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse im Irak. Erneut ein klare Note 2.
ICH GLAUBE NICHT
Ich entsinne mich an eine Diskussion anläßlich des Themas „Kirchenkritik“ beim Lied „Das Narrenschiff“. Wer damals nach Argumenten suchte, der findet sie komprimiert auf knapp 4 Minuten in Hülle und Fülle. Daß dabei das musikalische Arrangement nicht zu kurz gekommen ist, das macht diesen Titel noch besser. Und die Anklänge an „Laßt sie reisen“ („Hergestellt in Berlin“) sind amüsant und eine nette Erinnerung an „bessere Zeiten“. Für mich eines der besten Stücke auf dieser CD und damit Träger der einwandfreien Note 1.
ICH LIEGE BEI DIR
Na ja, was soll ich sagen ? Sicher, ein nettes, kleines Liebesliedchen. Allerdings für mich eher auf der belanglosen Seite. Irgendwie gehen mir das Gespür und das Verständnis für diese Art von Romantik ein wenig ab. „Wenn einem gar nichts Nettes einfällt, dann ist man besser still !“ Eingedenk dieses Ratschlages äußere ich mich nicht weiter. Dieses Stück stellt für mich das überflüssigste der CD dar und bringt es hier nur zur Note 4.
KENNST DU DIE KLEINEN, NICHT WIRKLICH NÜTZLICHEN GEGENSTÄNDE ?
Johann Sebastian Bach läßt grüßen – nicht nur beim musikalischen Thema, auch bei der Instrumentierung dieses sehr schönen Stückes. Wann sonst hat man das Vergnügen, ein echtes Cembalo zu hören, von Fagott und Oboe ganz zu schweigen. Eine Wohltat für das Ohr nach den vorangegangenen Samples. Mir fielen nebenbei ganz plötzlich meine Setzkästen ein, die an meiner Wand hingen, bis Zeitläuften und die Umsiedelei ins Ausland ihre Opfer forderten. Alles in allem die Note 2.
NANGA PARBAT
Das Titellied des Albums weckt in mir zwiespältige Gefühle: Zum einen ist es grandios orchestriert, wenngleich ein „reales“ Symphonieorchester wie in „Lilienthals Traum“ sicher die bessere Alternative zum Soundcomputer gewesen wäre. Das Vorspiel erinnert in seiner Dichte und Lautmalerei schon bald an Stücke wie „Die vier Jahreszeiten“, in denen man dieselben auch zu erleben glaubt. Auf der anderen Seite stört mich massiv der Bezug zur Person des Reinhold Messner. Letztlich gibt es bis zum heutigen Tag keinerlei Beweise dafür, daß Messners Bruder eben NICHT durch den übertriebenen Ehrgeiz des Bergsteigers ums Leben kam. Aber mal ehrlich: Was kann Herr Mey dafür, daß ich Herrn Messner nicht mag ? Aus diesem Grunde für dieses Stück ganz einwandfrei die Note 1.
SOMMERENDE
Wenngleich es hier erneut um Abschied geht und eine gewisse Melancholie anklingt – ähnlich wie in „Ich liebe das Ende der Saison“ -, so spürt man doch Freude auf den Neuanfang. Solche Lieder bringen eine wehmütige Stimmung und dennoch Hoffnung. Daß das Arrangement nicht ganz mein Fall ist, ist der Grund für die Note 3.

MEIN FAZIT:
Trotz der unseligen (und für mich sowohl überflüssigen als auch dummen) Entscheidung für einen Kopierschutz und der damit verbundenen klanglichen Beeinflussung ist diese CD für mich die beste seit „Leuchtfeuer“. Sicher, auch die CDs dazwischen hatten ihre schönen Stücke, doch die Machart „aus einem Guß“ erkennt man erst hier wieder. Schade nur, daß Mey auf den Elektronik- Zug aufspringt und 6 der 13 Stücke mithilfe eines Rhythmus- Computers eingespielt hat. Samples und Reinhard Mey – das paßt irgendwie immer noch nicht so richtig zusammen. Dennoch: meine Gesamtnote für das Album „Nanga Parbat“ ist die Note 2, und meine entsprechende Empfehlung an alle Unentschlossenen lautet: KAUFEN; ZUHÖREN UND GENIESSEN !

So, und damit dann einen ganz lieben Gruß aus dem (zur Zeit) sehr sonnigen Oberösterreich,
ANDREAS.

(…für den die allerbesten Alben von RM nach wie vor „Wie vor Jahr und Tag“, „Ikarus“ und „Leuchtfeuer“ sind und der seinen Fingern jetzt erst mal eine Pause gönnen muß…)
Dieser Beitrag enthält 1563 Wörter


"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)

JuergenF
Beiträge: 527
Registriert: Di 4. Mär 2003, 20:34

Nanga Parbat...erste Eindrücke

#19

Beitrag von JuergenF » Mi 19. Mai 2004, 23:05

Hallo ihr Lieben,
eigentlich wollte ich auch noch im großen Stil loslegen ,o)
aber dann kam Michael und hat ziemlich genau das geschrieben was ich meine, so daß meine "Rezension" fast überflüssig geworden ist. Danke Michael! :wink:
Nur mit dem Sven habe ich so meine Probleme, liegt aber sicher an mir - mir ist das Lied irgendwie unangenehm.
Nach der Kritik von Nordlicht will ich dagegen nochmal "Ich liege bei dir" loben; das ist so ziemlich das beste Liebeslied das ich jemals gehört habe. Wenn ich das mit "Liebe ist alles (Liebe ist mehr)" vergleiche - letzteres klang für mich geradezu wie ein Hilferuf "ICH WILL EIN LIEBESLIED SCHREIBEN, ABER MIR FÄLLT UMS VERRECKEN NICHTS EIN". Überhaupt finde ich die Lobeshymnen auf Flaschenpost leicht übertrieben, es enthält zwar zwei überragende Lieder und ein oder zwei halbwegs brauchbare, aber der ganze Rest ist eher schwach. (Klar, zwei Superlieder auf einem Album rechtfertigen locker den Kauf).
Neben Douce France, Friedhof und besagtem Liebeslied gefällt mir auch Spider Man außerordentlich gut, obwohl auch ich alles andere als ein Autonarr bin.
Grüße, Jürgen
Dieser Beitrag enthält 186 Wörter


Wo ich hin will :-)
14.11.12 Hannes Wader in Kirchheim/Teck, Stadthalle
21.2.13 Uta Köbernick in Bietigheim Bissingen, Rommelsmühle
15.3.13
Annett Kuhr in Landau, Kreuz und Quer
3.5.13 Holger Saarmann, Tübingen

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