Mir fehlen die Worte ...

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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Dirk
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#1

Beitrag von Dirk » So 23. Apr 2017, 13:54

Es ist unglaublich, was ich heute bei t-online.de fand:
Reinhard Mey vergisst die eigenen Lieder (klick)
Da fehlen mir einfach die Worte ...
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...

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Nicky
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#2

Beitrag von Nicky » So 23. Apr 2017, 14:52

Ich finde das ganze eigentlich gar nicht so unglaublich..
Ok. Dass man nicht mehr weiss, dass man zu einem Thema überhaupt ein Lied geschrieben hat, ist schon grenzwertig, kann aber auch bei der Masse der Lieder mal vorkommen.
Ich habe bisher nur 20 Lieder selbst geschrieben und kann kein einziges davon auswendig.....
Und ich glaube zu wissen, dass es vielen Leuten so geht, die eigene Lieder schreiben.
Bei den Liedern von anderen dagegen bin ich ziemlich Textsicher.
Komisch, was das Gehirn manchmal für ein Eigenleben führt..... ;-)
Viele Grüße
Nicole
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Marc
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#3

Beitrag von Marc » So 23. Apr 2017, 15:44

Ihr Lieben,
gestern Abend fragte mich doch glatt ein besorgter Kollege per WhatsApp, ob ich schon gelesen habe, dass Reinhard Mey an Alzheimer erkrankt sei. Prompt schickte er mir auch den Link zu der zweifelhaften Internetseite, die mit der reißerischen Überschrift "Liedermacher Reinhard Mey vergisst seine Lieder" nach Klicks gierte.
Ich wollte den Kollegen nicht bloßstellen und fragen, auf welchen fragwürdigen Seiten er sich im Internet herumtreibt. Jedenfalls schickte ich ihm ebenso prompt das lesenswerte Interview aus der Süddeutschen Zeitung vom 22. April, aus dem aus dem Zusammenhang gerissen zitiert worden war...
Tja, "was in der Zeitung steht..."
Lieben Gruß!
Marc
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#4

Beitrag von Carsten K » So 23. Apr 2017, 16:50

Lieber Dirk,
die Meldung, auf die sich Dein Posting bezieht, erschien gestern auch wortwörtlich so im "Berliner Kurier", einem hiesigen Boulevardblatt, und offenbar scheint man damit Auflage machen zu wollen, dass man das Gerücht in die Welt setzt, Reinhard Mey sei an Demenz erkrankt.
Reinhard Meys Aussagen "Wenn ich ein Lied geschrieben habe, weiß ich nach zwei Tagen nicht mehr, wie der Text genau lautet, in einer Woche weiß ich nicht mehr, wovon es handelte. Und nach einem Monat weiß nicht mehr, dass ich es geschrieben habe." und "Deshalb bin ich ein großer Datensammler. Denn falls mir mein Speicher abstürzt, bin ich ziemlich sicher: Ich könnte das Lied nicht rekonstruieren. Als es noch keine Computer gab, habe ich Kopien der Lieder als Briefe an Freunde geschickt und sie gebeten: Schaut sie euch nicht an, aber hebt sie bitte für mich auf." sind zwei kurze Zitate aus einem Interview mit ihm, das gestern in der "Süddeutschen Zeitung" erschienen ist.
Der Interviewer Harald Hordych zeigte sich verwundert, dass ein Reinhard Mey vor einer Tournee seine Texte tatsächlich noch auswendig lernen müsse, und des Meysters Reaktion auf diese (ziemlich blöde) Verwunderung ist in meinen Augen nicht aggessiv sondern selbstironisch und dadurch sehr sympathisch. Ich erkenne in diesen Aussagen eher ein Augenzwinkern... ;-)
Das Interview Reinhard Mey in der "Süddeutschen Zeitung" ist übrigens sehr lesenswert, finde ich, man muss sich aber da anmelden, um es online lesen zu können.
Bedenklich finde ich allerdings, dass sich die kommerzielle Medienlandschaft nun offenbar schon Gewinne davon erhofft, Fakenews über den Gesundheitszustand von Reinhard Mey zu verbreiten... :-(
Liebe Grüße
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#5

Beitrag von Michael » Mo 24. Apr 2017, 10:06

Werte Freunde,
bevor sich wieder alles auf die bösen Journalisten einschießt:
Die von euch zitierte Meldung ist eine am Samstag über Ticker verbreitete Nachricht der dpa. Sie bezieht sich auf die "Süddeutsche". Es ist allgemein üblich, dass Zeitungen, TV-und Hörfunk-Sendungen aus PR-Gründen interessante Ausschnitte aus ihren Interviews über die Agenturen verbreiten lassen. Das erklärt, warum alle Meldungen wortgleich sind. Praktischerweise sind solche Meldungen auch mit "dpa" gekennzeichnet. Auch die Überschrift war die der dpa.
Von Fakenews oder sonst was zu reden, geht an der Sache komplett vorbei. Kein einziges Presseorgan hat auch nur irgendwas mit "Demenz" oder "Alzheimer" angedeutet, eine einfache google-Suche belegt das. Und selbst wenn die Überschrift missverständlich sein sollte, der gerade mal fünf Zeilen lange Text ist unmissverständlich und es ist ja wohl nicht zuviel verlangt, den Text auch noch zu lesen. Das ganze Interview in der Süddeutschen muss man dafür auch gar nicht lesen.
Ich weiß, dass das mit den Überschriften, dem Klicks generieren und so weiter eine problematische Sache ist, mit der viel Schindluder getrieben wird. Da gibt es genügend Beispiele, dieses ist keines. Insofern finde ich es eher besorgniserregend, das Marcs Kollege - also ein Lehrer (!) - Schwierigkeiten hat, einen Zeitungstext inhaltlich zu erfassen. Ich hoffe, der ist an eurer Schule nicht für die Medienkompetenz zuständig.
Liebe Grüße, Michael
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#6

Beitrag von Marc » Mo 24. Apr 2017, 10:30

Hallo Michael,

Michael schrieb:
Insofern finde ich es eher besorgniserregend, das Marcs Kollege - also ein Lehrer (!) - Schwierigkeiten hat, einen Zeitungstext inhaltlich zu erfassen. Ich hoffe, der ist an eurer Schule nicht für die Medienkompetenz zuständig.

Nein. Fächerkombi Religion/Sport. Ich verbitte mir weitere Kommentare.
;-)
Lieben Gruß!
Marc
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#7

Beitrag von Michael » Mo 24. Apr 2017, 10:45


Marc schrieb:
Fächerkombi Religion/Sport. Ich verbitte mir weitere Kommentare.
;-)


Schade, das schreit ja geradezu nach einem Kommentar ;-)

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#8

Beitrag von Janek » Mo 24. Apr 2017, 20:16

Religion. Man glaubt, ohne zu prüfen.
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#9

Beitrag von Carsten K » Mo 24. Apr 2017, 21:57


Michael schrieb:
Von Fakenews oder sonst was zu reden, geht an der Sache komplett vorbei. Kein einziges Presseorgan hat auch nur irgendwas mit "Demenz" oder "Alzheimer" angedeutet, eine einfache google-Suche belegt das. Und selbst wenn die Überschrift missverständlich sein sollte, der gerade mal fünf Zeilen lange Text ist unmissverständlich und es ist ja wohl nicht zuviel verlangt, den Text auch noch zu lesen. Das ganze Interview in der Süddeutschen muss man dafür auch gar nicht lesen.

Lieber Michael,
Du hast recht, der Begriff "Fakenews" war überzogen und geht an der Sache vorbei. Und Begriffe wie "Demenz" oder "Alzheimer" kommen in den betreffenden Texten, die wortwörtlich die entsprechenden Passagen aus dem Interview der "Süddeutschen Zeitung" zitieren, tatsächlich nicht vor.
Der reichlich kurze Artikel im "Berliner Kurier" war jedoch bereits am Samstag (bevor es hier Thema wurde) in der Reinhard-Mey-Gruppe bei FB thematisiert und z. T. genauso aufgefasst worden, wie von dem Kollegen von Marc, nämlich: "Müssen wir uns aufgrund dieser Aussagen Reinhard Meys Sorgen um dessen Gesundheitszustand machen?" Meine Antwort auf diese Frage war schon am Samstag: "Nein, er lernt lediglich seine Texte auswendig, bevor er auf Tournee geht." (was ja auch sinnvoll ist, wenn man nicht vom Blatt singen will) Aber ich habe mich schon am Samstag gefragt: Was sollen diese aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate der Leserschaft des "Berliner Kurier" (das sind sehr viele Menschen hier in Berlin) vermitteln? Dass ein Liedermacher seine Texte auswendig lernt, ja wohl nicht, das wäre keine Schlagzeile wert, denke ich mal, oder?...
Meine Kritik richtet sich auch nicht an "die bösen Journalisten" (der Interviewer der "Süddeutschen Zeitung" ist ja auch einer), sondern daran, was Verkürzung oder Weglassung bewirken können, bzw. auch bewusst bewirken sollen, um die Auflage, Einschaltquote usw. zu erhöhen. Und was Zeitungen, TV-Sender usw. wie verbreiten, wirkt sich dann eben auch in "Sozialen" Netzwerken wie FB aus, selbst unter eingefleischten Reinhard-Mey-Fans, die es eigentlich besser wissen müssten...
Liebe Grüße
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#10

Beitrag von fille » Mo 24. Apr 2017, 22:27


Hallo liebe Forumsfreunde,
das erinnert mich an einen meiner Lieblingsschauspieler,
den großartigen Laurence Olivier, dessen Autobiographie ich gelesen habe.
Nachdem ihn jemand dafür bewundert hatte, dass er alle
die langen Texte auswändig konnte, vertraute er dem Leser an:
"Wenn der wüßte, dass ich das alles zwei Tage später komplett
vergessen hatte. Schließlich muss wieder Platz für was Neues sein."
Liebe Grüße, Marianne
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#11

Beitrag von Westwind » Mo 24. Apr 2017, 23:18


fille schrieb:
...
Nachdem ihn jemand dafür bewundert hatte, dass er alle
die langen Texte auswändig konnte, vertraute er dem Leser an:
"Wenn der wüßte, dass ich das alles zwei Tage später komplett
vergessen hatte. Schließlich muss wieder Platz für was Neues sein."
Liebe Grüße, Marianne

Daß Schauspieler, vor allem die, die überwiegend eher für den Film statt fürs Theater arbeiten, eher die Texte im Kurzzeitgedächtnis abspeichern (können), gehört wohl zu den Grundvoraussetzungen, um diesen Beruf auszuüben...
Ich wundere mich immer wieder, was bei mir alles so im Langzeitgedächtnis rumschwirrt. Viel Zeug aus der Schule, daß ich nie wieder brauchte oder brauchen will, dafür aber auch manche Liedtexte, wo ich meiner Wahrnehmung nach gar nicht viel dafür getan habe, sie mir zu merken ;-)
Georg
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#12

Beitrag von Carsten K » Mo 24. Apr 2017, 23:42

Nebensatz zum Thema: Ein Klient, den ich betreue, hat Probleme mit seinem Kurzzeitgedächtnis, auch mit seinem Langzeitgedächtnis. Aber auf Stichwort (z. B. Udo Lindenberg, Sonderzug nach Pankow) kann er den kompletten Text fehlerfrei auswendig, automatisch... Das mit dem Gedächtnis ist schon so eine Sache... ;-)
Noch ein Nebensatz: Unser Lateinlehrer hat uns damals geraten, die Vokabeln im Vokabelheft aufzuschreiben, um sie besser auswendig lernen zu können. Ein guter Tipp, von dem ich auch als Liedermacher profitiere, denn indem ich einen Songtext, den ich im Kopf habe, AUFSCHREIBE, wird dieser erst zu einem Songtext den ich GESCHRIEBEN habe.
Auswendig lernen muss man natürlich nicht, Hanns Dieter Hüsch hat immer vom Blatt abgelesen und war trotzdem/deswegen genial. Reinhard Mey lernt auswendig und ist ebenso genial. Na und?
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#13

Beitrag von Westwind » Mo 24. Apr 2017, 23:56


cARSCHti schrieb:
...
Noch ein Nebensatz: Unser Lateinlehrer hat uns damals geraten, die Vokabeln im Vokabelheft aufzuschreiben, um sie besser auswendig lernen zu können. Ein guter Tipp, von dem ich auch als Liedermacher profitiere, denn indem ich einen Songtext, den ich im Kopf habe, AUFSCHREIBE, wird dieser erst zu einem Songtext den ich GESCHRIEBEN habe.


Da gehe ich mit, daß sich mir Texte, die ich selbst aufgeschrieben habe, besser merken kann. Aus dem Grund habe ich mich im Studium meistens dazu verdonnert, möglichst alles mitzuschreiben, auch wenn es ein Skript gab.
Aber ich habe noch eine andere Theorie, einfach aus der Erfahrung heraus:
was mir wirklich wichtig ist, bleibt bewußt oder unbewußt sowieso viel besser hängen als andere Dinge, wo ich mich krampfhaft bemühe, sie zu verinnerlichen, obwohl ich keinen Bezug dazu habe. Diese Erkenntnis kam mir auch irgendwann im Studium, wo ich mir manche Zusammenhänge einfach nicht merken wollte, selbst, wenn ich sie auswendig lernte. So manch dämliche Formel ging einfach nicht in meinen Kopf rein....
Anders kann ich mir nicht erklären, daß ich mich an so viele Liedzeilen gut erinnern kann, und auch an Melodien und sogar Melodieverläufe einzelner Instrumente in manchen ausgefeilten Arrangements...
:georg:
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#14

Beitrag von Skywise » Di 25. Apr 2017, 00:34

... und dann war da noch Franz Schubert, der seinen Freunden ein Lied zur Probe überlassen hatte. Als er nach zwei oder drei Wochen bei einer Aufführung damit konfrontiert wurde, meinte er "Das Lied ist nicht uneben. Von wem ist denn das?"
Insofern bewegt sich Reinhard Mey in recht guter Gesellschaft.
Gruß
Skywise
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#15

Beitrag von Michael » Di 25. Apr 2017, 09:55

Lieber cARSCHti

cARSCHti schrieb:
Dass ein Liedermacher seine Texte auswendig lernt, ja wohl nicht, das wäre keine Schlagzeile wert, denke ich mal, oder?...


Da hast du sicher recht, aber der Grund ist einfach der: die Zeitung muss voll werden. Und die bunten Seiten lassen sich mit sowas leicht füllen. Die dpa bringt jeden Tag Dutzende dieser Meldungen raus, die von anderen übernommen werden, das ist ja auch ihr Job. Und dass so viele Blätter und online-Portale den Text übernommen haben spricht ja dafür, dass man glaubt, Reinhard Mey interessiere die Leute, das ist ja eigentlich ganz erfreulich. Dazu ist es eine nette Anekdote, und hätte ich aus dem langen Interview einen Ausschnitt für eine bunte Meldung nehmen müssen - ich hätte den gleichen genommen, weil er sich gut darstellen lässt ohne den Sinn zu entstellen (das haben ja erst die Leser gemacht) und man doch irgendwie mit einem "ach, guck mal, interessant" reagiert.
Ich hab mir mal den Spaß gemacht und das Angebot an Promi-Meldungen von dem Tag angeguckt: Helmut Lotti trägt ein Toupet, Christina Stürmer nimmt ihr Baby mit auf Tournée, Ann-Kathrin Brömmel ist bei "Let's dance" ausgeschieden, Hannelore Hoger mag keine Ghostwriter, Klaas Heufer-Umlauf spielt einen Friseur und so fort. Als Redakteur einer bunten Seite wäre ich für die Reinhard Mey-Meldung echt dankbar gewesen.
Lieber Gruß, Michael
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#16

Beitrag von fille » Di 25. Apr 2017, 10:28


Lieber Michael ,
von den "Promis", die du im letzten Absatz erwähnt hast , kenne ich keinen einzigen.
Ich bin wohl nicht besonders up to date.
Liebe Grüße, Marianne
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#17

Beitrag von Carsten K » Fr 28. Apr 2017, 21:56

Hier noch ein Beispiel, das Boulevard-Medien auch (über dpa) aus Reinhard Meys Interview in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert haben und für mich wesentlich seriöser rüberkommt: http://www.vip.de/cms/reinhard-mey-ueber-den-tod-seines-sohnes-wir-mussten-ja-weiterleben-4111683.html
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#18

Beitrag von migoe » So 30. Apr 2017, 11:44


Michael schrieb am 24.04.2017 10:06:
...Von Fakenews oder sonst was zu reden, geht an der Sache komplett vorbei. Kein einziges Presseorgan hat auch nur irgendwas mit "Demenz" oder "Alzheimer" angedeutet, eine einfache google-Suche belegt das. Und selbst wenn die Überschrift missverständlich sein sollte, der gerade mal fünf Zeilen lange Text ist unmissverständlich und es ist ja wohl nicht zuviel verlangt, den Text auch noch zu lesen. Das ganze Interview in der Süddeutschen muss man dafür auch gar nicht lesen...

ich habe über Google Alerts die Meldungen der diversen Boulevard-Seiten "entdeckt" und kann nachvollziehen, dass es beim oberflächlichen Lesen passieren kann, solche Schlüsse zu ziehen. Das hat zum einen mit den Medien zu tun, die versuchen mit möglichst kurzen Überschriften die Aufmerksamkeit der Leser zu bekommen. Auf der anderen Seite sind die Leser schon auch selber verantwortlich dafür den Sinn hinter einer Schlagzeile zu erschließen - das geht am Besten, indem man sich den darunter stehenden Text auch mal durchliest - und genau das machen viele Leute nicht (mehr?).
Am Ende bleibt nichts als heiße Luft und die Erkenntnis, dass ein Liedtexter und Musiker wie Reinhard Mey, der in über 50 Jahren ein Repertoire von mehr als 500 Texten und Melodien (!) geschaffen hat, sich nicht jeden einzelnen Text, jede Formulierung und jede Note seiner vielen Lieder merken kann.
Wer von Euch heute noch den Einkaufszettel von letzter Woche fehlerfrei und lückenlos aufzählen kann, der werfe den ersten Stein! ;-)
migoe
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Liebe Grüße aus Rothenburg

migoe | www.liedermacher-forum.de
...
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#19

Beitrag von fille » So 30. Apr 2017, 12:08

Wer von Euch heute noch den Einkaufszettel von letzter Woche fehlerfrei und lückenlos aufzählen kann, der werfe den ersten Stein!

Genau! Komischerweise kann ich mir aber viele alte Lieder und Gedichte gut merken. Die sind halt interessanter als der alte Einkaufszettel. Und es ist sowieso egal, ob Reinhard die Texte auswändig kann oder nicht! Die Hauptsache ist, dass er sie geschrieben hat!
Zu den Gedichten, die ich mir teilweise gut merken kann, gehören die von Heinz Erhardt. Dieser hat mal gesagt:
Ich kenne meine Gedichte natürich alle auswändig (nein, damals noch auswendig), aber es macht sich immer besser, wenn es heißt, der Dichter liest aus seinem Werk. :-D
Übrigens: Im Mey-Forum, die Überschrift "Mir fehlen die Worte" zu lesen, hat mich furchtbar erschrocken. Ich habe gedacht, es wäre etwas schreckliches passiert.
Schönen Sontag euch allen und bis bald :-)
Marianne

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#20

Beitrag von Carsten K » Mi 3. Mai 2017, 20:40

Hier nochmal was zum Thema Medien:
Uta Köbernick Lovesong oder so und die Webseite republik.ch ...
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