Kai

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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fille
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Kai

#1

Beitrag von fille » Fr 25. Mai 2007, 22:03

Liebe Meylinge!
Musstet Ihr nicht auch an "Kai" denken, wenn ihr die Berichte über die getöteten deutschen Soldaten im Kundus gelesen habt?
Frau Merkel:
Die drei getöteten Soldaten seien bei der Erfüllung ihres Auftrages gestorben, «den Menschen im geschundenen Afghanistan bessere Lebensbedingungen zu bieten

Mit seinem Lied hat Reinhard Mey den Nagel auf den Kopf getroffen.
Und lebendige Menschen in einem sich'ren Parlament
Entsenden ein weiteres Truppenkontingent
Mit Worten wie Beistand, die edel scheinen,
Wie Friedensmission und die doch nichts andres meinen
Als: Wir schicken junge Menschen hinaus in ein Land,
In dem sie nicht willkommen sind, Ihr Dienst nicht anerkannt,


Liebe Grüße
Marianne
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domack
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Kai

#2

Beitrag von domack » Sa 26. Mai 2007, 14:01

Ich sehe das grundsätzlich auch so wie Reinhard Mey und auch ich musste an "Kai" denken.
Aber man muss sich gerade bezogen auf den Norden Afghanistans sehr vorsehen mit der Vermutung, der Dienst der deutschen Soldaten vor Ort werde nicht anerkannt. Dort wird seitens der Deutschen viel wichtige und gute Aufbauarbeit betrieben, was - zumindest von Teilen der dortigen Bevölkerung - auch durchaus gewürdigt wird. Ich möchte den Einsatz dadurch weder billigen, noch werten. Man darf es wohl aber auch nicht zu sehr im Schwarz-Weiß-Kontrast sehen.
Anders verhält es sich selbstverständlich mit den Tornadoeinsätzen oder (zum Glück schon beendeten) Einsätzen im Kongo zur "Wahlsicherung" und Sicherung der "Demokratie", die meiner Ansicht nach völlig überflüssig sind.
Dieser Beitrag enthält 126 Wörter


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#3

Beitrag von migoe » So 27. Mai 2007, 10:01

Man darf es wohl aber auch nicht zu sehr im Schwarz-Weiß-Kontrast sehen.

Gerade mit "Kai" hat Mey einmal ein Lied veröffentlicht, welches vor allem die Geschichte von Kai, seinem "Schicksal" und seiner Familie erzählt - die letzte Strophe gibt dann die "Lehre" wieder, die Mey-Freunde bereits seit vielen Jahren kennen.
Diesem Lied kann man nicht vorwerfen, eine Sache im Schwarz-Weiß-Kontrast zu präsentieren, wohl eher im Gegenteil, wird der ganzen Sache eine deutlich sichtbare Graustufe hinzugefügt, die mich persönlich sehr berührt, weil es eben Strophen wie diese sind, die mich beschäftigen, seit ich darüber nachgedacht habe, ob ich verweigern soll oder nicht:
Im Haus überall Fotos in Bilderrahmen,
mit der Schultüte am Tag der Einschulung,
auf Klassenfahrt, beim Drachensteigenlassen
und in der Uniform der Vereidigung.
Hätte sie ihm da doch nur den Hintern versohlt und ihn
einfach eingesperrt im Bad
genau wie damals als er bei Woolworth
die Bundstifte geklaut hat.

Allerdings muß man auch sagen, Mey möchte mit diesem und anderen Liedern zum gleichen Thema klar Position beziehen und seine pazifistische Grundhaltung verdeutlichen. Insofern darf man nicht erwarten, dass diese Lieder "sachlich und objektiv" verfasst und vorgetragen werden.
migoe
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Kai

#4

Beitrag von domack » So 27. Mai 2007, 14:56

Abgesehen von der letzten Strophe, die halt doch wieder sehr stark mit dem Zeigefinger daherkommt, finde ich das Lied auch sehr, sehr gelungen und durchaus nicht nur in "Schwarz-Weiß-Denken" präsentiert.
Jetzt sagte aber Marianne, dass Reinhard Mey mit seiner "Zeigefinger-Strophe" den Nagel auf den Kopf treffe. Diese Strophe muss man meiner Meinung nach aber sehr differenziert betrachten und nicht automatisch gleich alles, was deutsche Soldaten in Afghanistan leisten, aufgrund der aktuellen Vorkommnisse verurteilen.
Dass die Utopie von einer Welt ohne Kriege und ohne überflüssige Todesfälle und ohne Waffengewalt absolut erstrebenswert ist, sei damit überhaupt nicht in Frage gestellt. Auch ich habe aus Überzeugung verweigert :-)
Grüße Domack
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#5

Beitrag von fille » Mo 28. Mai 2007, 11:44

Hallo liebe Meylinge!
Auch einige unserer Nachbarn vom französischen Forum haben den "Bunten Hund" gekauft und sich durch die deutsche Sprache gebissen.
Es gibt auch Stimmen, dass es schade wäre, dass R. Mey "Kai" nicht auf französisch singt.
Wer weiß, vielleicht kommt es noch!?
Liebe Grüße
Marianne
Dieser Beitrag enthält 51 Wörter


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