Ein Buch voller Comics - entstanden aus Mey-Liedern?

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
Quelle: Wikipedia mit Stand vom 20.06.2019 | Foto für Banner und Forum: Sven-Sebastian Sajak Deutsche Wikipedia
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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Ein Buch voller Comics - entstanden aus Mey-Liedern?

#1

Beitrag von fille » Sa 6. Mai 2006, 21:04

Hallo liebe Meylinge!
Ich habe gerade über ein Comic-Buch voller Renauds-Chansons berichtet. Wenn es interessiert, kann im Renaud-Forum nachlesen.
Jetzt geht mir eine theoretische Frage durch den Kopf: Könnte man nicht sowas auch prima mit Mey-Liedern machen?
Ich muss zugeben, dass ich außer Asterix und Micky Maus keine Comics kenne, es scheint aber doch jede Menge guter Zeichner zu geben.
Spielen wir den Gedanken mal durch - welche Lieder würden sich eignen?
Bei Mey könnten wir ja schon in den 60-ern anfangen. Die Comics müssten nicht immer lustig sein. Sie könnten wie im Renaud-Buch durchaus auch nachdenklich stimmen.
Hiermal die Lieder, die ich für geeignet halte:
Ich wollte wie Orpheus singen
Frau Pohl
Die Ballade vom Pfeiffer
Mann aus Allemannia
Ankomme, Freitag den 13.
Daddy Blue
Die Homestory
Das Antragsformular
Musikanten sind in der Stadt
Was in der Zeitung steht
Lilienthals Traum
Lass es heute noch nicht geschehen
Hauptbahnhof Hamm
51er Kapitän
Füchschen
Der Bruder
Viertel vor Sieben
Das wären immerhin 17. Euch fallen bestimmt noch ein paar ein. Schwerer wird es wohl mit den verschiedenen Zeichnern....
Liebe Grüße
Marianne
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#2

Beitrag von Skywise » So 7. Mai 2006, 00:43


fille schrieb:
Daddy Blue
Was in der Zeitung steht
Lilienthals Traum
Lass es heute noch nicht geschehen
Viertel vor Sieben
Diese Stücke halte ich ehrlich gesagt für ungeeignet, was eine grafische Umsetzung angeht.
"Daddy Blue" wirkt eigentlich vor allem, weil Musik und Vortrag mit ihren Beitrag dazu leisten, daß die Ironie ungebremst rüberkommt. Allein mit Text und evtl. Grafiken kann man das wahrscheinlich nicht erreichen.
"Was in der Zeitung steht" halte ich deshalb für ungeeignet, weil die letzte Strophe sehr zwiespältig formuliert ist. Man würde Interpretationsmöglichkeiten eliminieren, wenn man diese Geschichte wirklich darstellen würde, daher - lieber nicht.
"Lilienthals Traum" würde ich lieber in Form eines Kurzfilms sehen als in Comic-Form. Die sehr fließenden, fast schon verwaschenen Übergänge zwischen Erinnerungen und Bildern lassen sich im Comic wahrscheinlich nicht sonderlich gut darstellen ... deshalb lieber nicht.
"Laß es heut noch nicht geschehen" ist für mich an sich kein gelungenes Stück. Vor dem passenden Hintergrund ist es noch okay, aber ... hm. Ich vermute auch mal, daß es ein Stück ist, das mittlerweile die Zeit gefressen hat - und mit dem sich Reinhard Mey heute nicht mehr identifizieren kann ... und warum sollte man so etwas in Comic-Form festhalten?
"Viertel vor Sieben" ... nun ja ... also - ganz klar: Wenn das als Comic umgesetzt werden sollte, werde ich der erste sein, der das Buch boykottieren wird. Das Stück wirkt meines Erachtens deshalb, weil der Zuhörer Elemente der Schilderung in seiner eigenen Vergangenheit wiederfinden kann, vielleicht auch eine Definition von "Zuhause", die er selbst in der Form nicht erlebt hat. Eine bildhafte Umsetzung wird genau diese Möglichkeit des individuellen "Zuhause-Gefühls" zerstören. Das soll nicht heißen, daß eine bildhafte Umsetzung schlecht werden würde - aber die Möglichkeit der persönlichen Identifikation wäre futsch.
Wobei ich mit Fotos und Bildern grundsätzlich nicht viel anfangen kann, weshalb ich der Idee an sich schon kritisch gegenüber stehe ... und nicht erst seit Alice Coopers "The Last Temptation", dessen Erstauflage 1994 mit einem Comic geliefert wurde, das nach den Texten des Albums entstand :-D
Gruß
Skywise
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#3

Beitrag von Petra » So 7. Mai 2006, 01:26

Hallo Sky,
"Laß es heut noch nicht geschehen" [.....] Ich vermute auch mal, daß es ein Stück ist, das mittlerweile die Zeit gefressen hat - und mit dem sich Reinhard Mey heute nicht mehr identifizieren kann ...
ähm...., wieso denn dieses? :frage:
Viele Grüße von Petra
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#4

Beitrag von Doro1100 » So 7. Mai 2006, 08:55

Sky schrieb:
"Laß es heut noch nicht geschehen" [.....] Ich vermute auch mal, daß es ein Stück ist, das mittlerweile die Zeit gefressen hat - und mit dem sich Reinhard Mey heute nicht mehr identifizieren kann ...

Petra schrieb:
ähm...., wieso denn dieses?

Ja, Sky - das erklär mal! Ist doch ein absolut zeitloses Lied, oder? Oder meinst du er findet den Gedanken, dass es "heute geschehen könnte", gar nicht mehr so schlimm?? :-o :-o ;-)
Ich könnte mir ja eher denken, dass der gute R.M. inzwischen noch ein paar neue Strophen dran hängen könnte... :-D

Gruß Doro
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#5

Beitrag von fille » So 7. Mai 2006, 10:42

Hallo Sky!
Wobei ich mit Fotos und Bildern grundsätzlich nicht viel anfangen kann, weshalb ich der Idee an sich schon kritisch gegenüber stehe ...

Es war mir klar, dass diese Idee auf manche (viele?) befremdlich wirken wird. Aber ich glaube, Comics sind mehr als nur "Sprechblasenliteratur". Die Übersetzung aus dem Französischen "gezeichneter Band" entspricht dem mehr. Sie müssen nicht komisch sein.
Vielleicht würde Reinhard Mey der Sache aufgeschlossen gegenüber stehen:
Neben Nietzsche, Hegel, Schopenhauer, Kant und Marx. Auch die Comics von Don Rosa und Carl Barks ...

Schönen Sonntag
Marianne
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#6

Beitrag von Wildfremde » So 7. Mai 2006, 21:25

Hallo Marianne,
die Idee als solche gefällt mir sehr...
Und unabhängig davon habe ich vor ein paar Tagen mit meinem Schatz beschlossen, einen Reinhard-Mey-Titel mit selbstgeschossenen Fotos, Bildern etc. zu illustrieren.
...wird sicher ein Stück Puzzlearbeit werden, aber sehr kurzweilig und spannend... "verbilderte Töne"... :-)
Was ausserdem den Vorteil hat, den Künstler höchstselbst für diese Herausforderung nicht bemühen zu müssen. ;-)
Nachteil: Wie Sky es bereits für "Viertel vor Sieben" angesprochen hat, gehen die persönlichen, emotional belegten Bilder jedes Einzelnen im Kopf verloren - doch in meinem Fall soll es ja auch ein ganz individuelles und persönliches "Album" werden.
Wenn´s gelingt, wird daraus eine CD entstehen, die sich, wer mag, bei einer nächsten Gelegenheit ;-) anschauen/-hören kann.
Was haltet Ihr von der Idee?
Kreative Grüße
Melanie
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#7

Beitrag von noway » So 7. Mai 2006, 22:12

Hm, die Idee mit den RM-Comics gefällt mir. Besonders deshalb, weil ich zurzeit mit einem Zeichner an einer Comicsserie arbeite, die sich mit dem Thema "Liedermacher" beschäftigt.
Allerdings müsste man für eine Umsetzung sicherlich zuerst Rücksprache mit Reinhard Mey nehmen, und dann ein "offizielles" Projekt starten, sonst verlaufen solche Ideen meiner Erfahrung nach im Sand (ich nehme jetzt einfach mal an, dass sich die deutsche Comicsszene nicht allzu viel von der Szene in der Deutschschweiz unterscheidet).
gx casanit
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#8

Beitrag von fille » So 7. Mai 2006, 22:23

Hallo noway!
llerdings müsste man für eine Umsetzung sicherlich zuerst Rücksprache mit Reinhard Mey nehmen,

Das war bei Renaud natürlich auch so und hat sich ausbedungen, die Zeichner auszusuchen. Das ist klar!
Es sind 22 Geschichten, gezeichnet von 22 Zeichnern entstanden. Jeder hat seinen eigenen Stil. Wirklich sehr interessant.
Grüße
Marianne
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#9

Beitrag von Skywise » Mo 8. Mai 2006, 12:19


Doro1100 schrieb:
Ja, Sky - das erklär mal! Ist doch ein absolut zeitloses Lied, oder? Oder meinst du er findet den Gedanken, dass es "heute geschehen könnte", gar nicht mehr so schlimm?? :-o :-o ;-)
Ich könnte mir ja eher denken, dass der gute R.M. inzwischen noch ein paar neue Strophen dran hängen könnte... :-D
RM schrieb dieses Lied, nachdem er mal schwerkraftbedingt seinen Flieger in die Botanik gesteckt hat. Auf dem Weg nach unten sind Bilder aus seiner Vergangenheit an ihm vorbeigezogen, die er später in Liedform festhielt ... wenn Du Dir zu diesem Lied also weitere Strophen wünschst, ist das ein ziemlich mieser Zug von Dir :-D
Ansonsten - ich kann's irgendwie schlecht erklären ... vielleicht ist das der Umgang mit dem Thema Tod auf den letzten Alben, der mich einfach denken läßt, daß RM das Stück heute so nicht mehr schreiben würde (und schon gar nicht mit so einer Melodie bzw. so einem Arrangement). Möglicherweise auch der Eindruck, daß er schon auf der "Live '84" mit dem Stück schon nicht mehr so zufrieden war ... keine Ahnung.
Nennen wir's einfach mal meine Meinung :-D
Gruß
Skywise
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