Der große Einzelgänger unter den deutschen Liedermachern

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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fille
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Der große Einzelgänger unter den deutschen Liedermachern

#1

Beitrag von fille » Fr 21. Dez 2007, 21:11

Hier auszugsweise der Artikel vom Münchner Merkur
Reinhard Mey wird 65
Ein Troubadour wie Reinhard Mey geht nicht in den Ruhestand, auch wenn der "ewig etwas verträumte große Junge" an diesem Freitag 65 Jahre alt wird.
...
"Wir haben uns vorgenommen, ab sofort die Geburtstage nicht mehr zu zählen, sie nicht wichtig zu nehmen, sondern im Hier und Jetzt zu leben", sagte dazu Meys Ehefrau Hella, die zwei Tage vor ihrem Mann ihhren 60. Geburtstag feiert.
Das "Hier und Jetzt" heißt in diesem Fall Thailand und Kambodscha, wo schon seit längerem ihr 1982 geborener Sohn Max lebt.
...
Sein eigenes Alter ist für Mey kein Einschnitt in seinem Leben: "Das ist mir völlig schnurzpiepe, es gibt viel einscheidendere Dinge, zum Beispiel, wenn ein Kind aus dem Haus geht." So liegen denn auch "Drei Kisten Kindheit" im Keller seines Hauses, die er natürlich auch in einem seiner Lieder besingt. So ein Kinder-Keller konfrontiert einen nach Meys Worten "auch immer mit Unaufgeräumtem im Leben überhaupt". Es ist also alles etwas ruhiger geworden und ein bisschen zollt der Mey dem Alter doch Respekt, wenn er nur noch alle drei Jahre auf Tournee geht. 2008 ist es wieder so weit: vom 19. September bis 18. November durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Liedermacher füllt noch immer die großen Hallen, die ohne Werbung ausverkauft sind.
...
Ein Sänger der heilen Welt ist er schon lange nicht mehr. Vor allem wächst in Mey seit längerem schon das Bedürfnis, "das Kostbarste, was man hat, die Zeit, bewusster zu genießen, den Moment zu leben.

Donnerstag, 20.12.2007
Viele Grüße
Marianne
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fille
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Der große Einzelgänger unter den deutschen Liedermachern

#2

Beitrag von fille » Sa 22. Dez 2007, 10:07

Hallo liebe Meylinge!
Ein Sänger der heilen Welt ist er schon lange nicht mehr.

Was meint ihr? War Mey jemals ein Heile-Welt-Sänger? Nur weil er auch humorvolle Lieder gesungen hat? Oder wunderschöne Liebeslieder? Oder nostalgische? Oder den Alltag besungen hat, voller Dankbarkeit dafür, wie gut es das Leben mit ihm gemeint hat? Weil er Herbstgewitter über Dächern in Liedern erwähnt hat? Oder den Bahnhof Hamm? Oder sein Berlin?
Ich meine, dass der Autor des Artikels Mey's Werk nicht besonders gut kennt. Und ich schätze Mey's Vielfalt.
Liebe Grüße
Marianne
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Clemens
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#3

Beitrag von Clemens » Sa 22. Dez 2007, 17:06

Hallo Marianne,
Die Formulierung:
Ein Sänger der heilen Welt ist er schon lange nicht mehr.

lässt viel Interpretationsspielraum zu.
Ich würde als erstes monieren, dass es eine heile Welt nicht gibt.
Ganz sicher ist in unserer Welt viel näher daran heil zu sein, als zum Beispiel jene eines verhungernden oder von Bomben zerrissenen Menschenkindes. Und in sofern ist Reinhard Mey sicher ein Sänger unserer relativ näher am Heilsein liegenden Welt.
Der Zungenschlag in dem Artikel vermittelt aber auch mir den Eindruck, dass sein Urheber meint, früher hätte der Künstler die Wirklichkeit aus einer oberflächlichen "Rosa-Brillen-Sicht" schöngesungen.
Da soll es ja hier auf dem Forum einige Leute geben, die das auch bezüglich der aktuellen Lieder so einschätzen. Ich erinnere noch gut die Diskussion um politische Motivation und Aussage in der Liedermacherei.
Ich persönlich brauche nicht "Blut- und Fahnengesänge" um daran die Ernsthaftigkeit politischen Mitdenkens und Engagements festzumachen.
Wieviel ist an einer Welt heil, die Lieder braucht wie
CD 01 Abscheuliches Lied für abscheuliche Leute
CD 02 Manchmal da fallen mir Bilder ein
CD 03 In Tyrannis
CD 04 Maskerade
CD 05 Aus meinem Tagebuch ?
Und das sind nun wohlweislich die ganz frühen Texte um welche herum noch eine Menge "Unausgegorenes" auf dem Vinyl zu finden war.
Wenn einer sich Gedanken macht über seine (unsere) Welt, wenn er entdeckte Schwachstellen aufzeigt, wenn er dann seine Vorstellungen und Erfahrungen dagegensetzt, dann höre ich ihm gerne zu. Zumal, wenn er die Kunst des Worte setzens derart grandios beherrscht.
Sei lieb gegrüßt von Clemens :-)
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Holgi
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Der große Einzelgänger unter den deutschen Liedermachern

#4

Beitrag von Holgi » Sa 22. Dez 2007, 20:19

Die Aussage ist vielleicht für die Hörer gedacht, die ihn nur aus dem Radio kennen und nur "Über den Wolken" oder "Alle guten Dinge sind drei" kennen.
Für mich gibt es da gar keine Diskussion. R. Mey war auch auf den alten Schallplatten schon vielseitig.
"Der Bär, der ein Bär bleiben wollte" ist alleine schon gesellschaftskritisch genug und eines meiner Lieblingslieder von ihm.
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Reino
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Der große Einzelgänger unter den deutschen Liedermachern

#5

Beitrag von Reino » So 6. Apr 2008, 08:17

Und wo kommt der "Einzelgänger" im Titel her?
Vermutet da wer, daß Liedermacher immer in Rudeln auftreten?
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