Das Livealbum zur dann mach´s gut Tour erscheint am 01.05.2015

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
Bella
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Das Livealbum zur dann mach´s gut Tour erscheint am 01.05.2015

#21

Beitrag von Bella » Di 5. Mai 2015, 22:13

Auch ich danke dir für die Aufklärung des Ahornblatt's auf
dem Cover des neuen Album's, Noway.
Nun weiß ich es und freu mich sehr darüber. Die CD's laufen
bei mir übrings auch schon rauf und runter, um jedes noch so
kleinste Detail richtig genießen zu können. Das dauert bei mir
bei jeder neuen CD von Reinhard immer etwas länger ........
Dieser Beitrag enthält 68 Wörter


Liebe Grüße Bella
Wie manches, dem wir kaum Beachtung schenken,
uns dennoch für ein ganzes Leben prägt ......
R.Mey

Rike
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Das Livealbum zur dann mach´s gut Tour erscheint am 01.05.2015

#22

Beitrag von Rike » So 17. Mai 2015, 09:30

Hallo zusammen,
ich habe das Album für das Ein Achtel Lorbeerblatt besprochen:

CD 1
Reinhard Mey beginnt seine Konzerte gerne mit vertrauten Liedern, die sich gut spielen lassen und seiner Aufregung entgegen kommen - auch nach 50 Jahren Bühnenerfahrung und unzähligen Auftritten. Dieses Mal überrascht er sein Publikum mit dem neuen Lied „N´Abend“, das er jeweils dem Auftrittsort anpasst. Für das Album, das Lieder von verschiedenen Konzerten enthält, hat Reinhard Mey die Berliner Version gewählt.
„N‘ Abend Berlin - da bin ich wieder“, gleich mit der ersten Zeile knüpft er an die Begrüßungstexte der vorangegangenen Tourneen an. Seine „Zauberformel“, die ihm den Einstieg in seine Konzerte erleichtert, leitet quasi eine Echtzeitbeschreibung der Gefühle des Sängers ein, der sich trotz Lampenfiebers wieder auf die Bühne und vor sein Publikum stellt. „Mein Gott, was für ein Beruf, auf die Bühne zu geh’n. Um mit weichen Knien hier oben zu steh’n“. Wer etwas zu mäkeln sucht, könnte sich an dem leicht holperigen Versmaß an verschiedenen Stellen stören - ich mag es. Das Lied enthält diverse Anspielungen auf ältere Lieder. Aber die verrate ich hier nicht im Einzelnen - sondern wünsche Ihnen viel Spaß beim selber Herausfinden.
Wie immer singt Reinhard Mey möglichst viele Lieder seines aktuellen Albums - gleich elf der 15 eigenen Lieder vom Studioalbum „dann mach’s gut“ sind auf dem Livealbum vertreten. So auch der „Spielmann“. „Reinhard, Reinhard, was soll nur aus dir werden?“ - wir alle wissen, was aus ihm geworden ist. Je öfter ich die CD höre, desto stimmiger finde ich das in der Originalmelodie eingefügte Zitat aus „Das zerbrochene Ringlein“ „Hör ich das Mühlrad gehen, ich weiß nicht was ich will“. Er weiß was er will und er weiß um die Kraft, die das „Spielmann sein“ ihm gibt. Dieses Lied zeugt von seiner Leidenschaft für und der Liebe zu seinem Beruf.
Wie schon 2011 auf der Mairegen-Tour hat Reinhard Mey wieder in mehreren Liedern neue Strophen oder Textänderungen eingebaut. In der Schilderung einer zweiten Begegnung und Versöhnung mit Annabelle „Der Biker“ fügt er - wie um seine Behauptung „dabei wusstest du, ich war der erste Feminist“ zu unterlegen - eine gesprochene Passage zur Gleichberechtigung an, die er übrigens auf seiner Homepage zum Nachhören eingestellt hat (HIER). Ebenso findet sich eine neue Strophe in „Alter Freund“, der Hommage an den Wein, in der er mal wieder beweist, dass er recht bibelfest ist. „Sagte denn nicht, sich dran erlabend, noch an seinem letzten Abendmahl der Herr von Nazareth uns schon: nehmet und trinket alle davon“. Dabei hatte Reinhard Mey doch, wenn man seinem Lied „Zeugnistag" Glauben schenkt „nicht einmal eine Vier in Religion“.
Auch der Humor kommt natürlich nicht zu kurz. Bei „Gute Kühe kommen in den Himmel“ und „Danke liebe gute Fee“ lacht das Publikum herzlich mit und der Sänger meystert diese Situationen in alt gewohnter Manier. Hier zeigt sich deutlich, warum er so gerne allein auf der Bühne steht - er lässt seine Gitarrenbegleitung einfach weiterlaufen, unterbricht seinen Gesang und steigt wieder ein, wenn der Applaus abebbt.
„Das Leben hört nicht auf, komisch zu sein - auch wenn wir sterben. Und es hört nicht auf ernst zu sein - auch wenn wir lachen“. Mit diesem Zitat von George Bernard Shaw leitet Reinhard Mey das letzte Lied vor der Pause „Lass nun ruhig los das Ruder“ ein. Und er singt es mit einer Leichtigkeit, die mir in Celle im Konzertsaal fast den Atem genommen hat. Gerade bei diesem Lied lohnt es sich, die Studioversion und die Liveversion einmal direkt nacheinander zu hören.
CD 2
Die zweite Konzerthälfte beginnt mit dem „Narrenschiff“, dessen Text Reinhard Mey konsequenterweise unverändert lässt und so kommentiert: „1997 habe ich dieses Lied geschrieben, sozusagen als eine Art Bericht zur Lage der Nation. Ich hätte es in diesem Jahr nicht wirklich anders schreiben können.[…] Es ist als würde im Herbst des Jahres 2014 die gesamte Weltpolitik von der Brücke des Narrenschiffes aus regiert werden“.
Dann wird er wieder fast privat. Mit „Fahr Dein Schiffchen durch ein Meer von Kerzen“ heißt er seinen Enkel und alle Kinder willkommen, erinnert sich mit „Kleiner Kamerad“ an die Zeit, als seine Kinder klein waren, und erzählt anschließend in „Vaters Mantel“ die Geschichte dieses Mantels verwoben mit der Geschichte seines Schwiegervaters so eindrucksvoll, dass ich den Schneider nahezu vor mir sehe.
„Über den Wolken“ singt er nur ca. alle zehn Jahre, weil er behutsam mit diesem Lied, dem er viel verdankt, umgehen will. Diesmal ist es wieder einmal soweit. Hier zeigt sich, wie diszipliniert seine Zuhörer sind . Ich kann mir keinen anderen Künstler vorstellen, bei dem ein wirklich begeistertes Publikum nicht lauthals mitsingt, wenn ein solcher Hit gesungen wird.
Beim Lied über seine erwachsene Tochter „Spangen und Schleifen und Bänder“ bin ich gerührt. Wie schön, dass er sich nicht scheut, auch seinen Kindern Liebeslieder zu widmen. Hier ziehe ich allerdings die Studioversion vor, denn ein wenig vermisse ich das virtuose Gitarrenspiel von Jens Kommnick, der dort so einfühlsam einen musikalischen Bogen zu „Das kleine Mädchen“ spannt.
Es folgt mit „Das Taschentuch“ wieder ein Lied voller persönlicher Erinnerungen, in denen sich viele Zuhörer wiedererkennen werden. Und auch hier wartet Reinhard Mey noch einmal mit einer kompletten neuen Strophe auf. „Ich erinnere mich noch gut, kam meine Oma zu Besuch / und ich hatte mich rings um den Mund beschmiert. / Spuckte sie mehrmals ausgiebig in ihr Spitzentaschentuch / damit wurde ich dann liebevoll poliert …“ - wem kommen da nicht eigene Bilder in den Sinn?
Es folgt „Dann mach's gut“ - die Schilderung der letzten Begegnungen mit seinem Sohn, bevor dieser erkrankte. Was für eine Disziplin und Stärke steckt dahinter, dieses Lied völlig ungeschützt allein mit seiner Gitarre vor mehreren tausend Menschen zu singen. Im Konzertsaal ging anschließend das Bühnenlicht für ein paar Sekunden aus - eine kleine Möglichkeit zum Rückzug - danach warmherziger Applaus.
Nach so einem Lied kann man wohl nur wortlos und mit einem fast schon harten Bruch weitermachen. Reinhard Mey tut dies mit einer aktualisierten Fassung von „Ein Stück Musik von Hand gemacht" einschließlich einer lustigen neuen Strophe - und das Publikum nimmt die Einladung, mit ihm zu lachen, gerne an.
„Viertel vor sieben" hat er schon auf vielen Tourneen gesungen, auf dieser CD ist es ganz pur mit Gitarre zu hören und mit einem eingebauten Gedicht von Wolfgang Borchert: „Ich möchte Leuchtturm sein in Nacht und Wind für Dorsch und Stint / für jedes Boot / und bin doch selber nur / ein Schiff in Not!“
„Jetzt sing ich noch mal von Wein, Tod und Liebe" verspricht Reinhard Mey zu Beginn des Konzertes in „N´Abend“. Er hat dieses Versprechen gehalten - und noch viel mehr.
Herzlich
Rike
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Marc
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#23

Beitrag von Marc » So 17. Mai 2015, 13:23

Liebe Rike,
vielen Dank für Deine sehr persönliche Rezension! Ich finde zwar, dass man einem Album - und damit auch dem Künstler - nicht gerecht wird, wenn man sich für eine Rezension an der Set- bzw. Tracklist entlang hangelt, aber das scheint - so mein Eindruck - ja der Ansatz des Achtel Lorbeerblatts zu sein. Gleichwohl war die Setlist dieser Tournee durchaus bemerkenswert ("N'Abend" als Einstieg, "Lass nun ruhig los das Ruder" vor der Pause, der Bruch nach "Dann mach's gut",...).
Interessant finde ich ein allgemeines Phänomen bei Live-Alben von Reinhard, das Du anhand von "Spangen und Schleifen und Bänder" beschrieben hast. Mir ging es diesmal ähnlich - nur umgekehrt - mit "Wenn Du bei mir bist": Auf dem Studioalbum störten mich die Synthesizer, live haute mich das Lied regelrecht um. An Beispielen wie diesen ist vielleicht der Erfolg der Live-Alben von Reinhard zu erklären (nebenbei bemerkt: "dann mach's gut - live" stieg auf Platz 5 der Album-Charts ein, beachtlich für ein Live-Album): Viele Lieder entwickeln in der Live-Version noch mal eine ganz neue Dynamik. Das funktioniert - so mein Eindruck - bei Reinhard, was in der Vortragsweise begründet liegt, besonders gut (bei Herman van Veen würde das beispielsweise nicht klappen, deswegen gibt's ja auch kaum Live-Alben, allenfalls Live-DVDs).
Gelungen ist bei "dann mach's gut - live" natürlich das Booklet, wobei ich persönlich ein paar persönliche Anmerkungen zu den Fotos oder zu der Tournee im Allgemeinen nett gefunden hätte.
Schade, dass vor "Gute Nacht, Freunde" die Aufmunterung ans Publikum herausgeschnitten wurde, zu fotografieren und mitzusingen (vgl. diverse Videos auf Youtube...). Und der Ausklang mit "dann mach's gut" als Instrumental-Version wäre natürlich auch noch ein kleines Schmankerl gewesen, aber irgendwann ist eine CD ja auch mal voll.
Einzig und allein die Klangqualität empfinde ich diesmal etwas irritierend: Besonders auf CD 1 habe ich ständig das Gefühl, eine leichte Übersteuerung wahrzunehmen, eine gewisse Tendenz zum Fiepen... geht das nur mir so?
Lieben Gruß!
Marc
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und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
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#24

Beitrag von Rike » So 17. Mai 2015, 16:51

Lieber Marc,
danke für die Rückmeldung :-) Das mit dem entlanghangeln an der Tracklist liegt nicht an einem Ansatz des Lorbeerblatts - für mich war es leichter so zu schreiben. Das war tatsächlich meine erste CD-Rezension und ich hatte schon so meine Schwierigkeiten damit. Wenn ich mich dieser Aufgabe noch mal stellen sollte, werde ich aber mal versuchen, die Setlist loszulassen.
Das mit dem Übersteuern habe ich nicht gemerkt - manchmal ist es vielleicht ganz gut, wenn die eigene Technik einen nicht zu sehr verwöhnt ;-)
Herzliche Grüße
Rike
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#25

Beitrag von Westwind » Di 19. Mai 2015, 11:19

Lieber Marc,

Marc schrieb:
Einzig und allein die Klangqualität empfinde ich diesmal etwas irritierend: Besonders auf CD 1 habe ich ständig das Gefühl, eine leichte Übersteuerung wahrzunehmen, eine gewisse Tendenz zum Fiepen... geht das nur mir so?


meine Stereoanlage ist inzwischen über 20 Jahre alt, die Lautsprecher habe ich mal von meinem Vater bekommen und sind somit noch älter, daher weiß ich manchmal nicht, ob Klangeinbußen von meiner Anlage kommen, aber ich habe ehrlich gesagt nichts Auffälliges gehört. Vielleicht habe ich da auch kaum Ohren für, weil ich mehr auf Gitarre und Text (ja, immer noch ;-) ) achte.
Hast Du konkrete Beispiele, irgendwelche markanten Stellen, die Dir klanglich (was das Übersteuern oder Fiepen betrifft) besonders aufgefallen sind ? Dann würde ich da mal genauer hinhören.
Liebe Grüße,
Georg
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#26

Beitrag von Anne1986 » Di 19. Mai 2015, 16:35

Liebe Rike,
deine Rezension ist RICHTIG GUT, also trau dich ruhig weiterhin! ;-)
Viele liebe Grüße,
Anne
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