Ausführlicher Konzertbericht aus Ulm

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
Quelle: Wikipedia mit Stand vom 20.06.2019 | Foto für Banner und Forum: Sven-Sebastian Sajak Deutsche Wikipedia
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
Ninette
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Ausführlicher Konzertbericht aus Ulm

#1

Beitrag von Ninette » Di 8. Nov 2005, 18:38

Ich bin immer noch hin und weg, es war ein toller Abend. Ich finde auch, daß es eines seiner besten Konzerte war. Besonders hat mir die Zusammenstellung der Lieder gefallen. Ich wußte ja schon aus dem Forum hier, daß er ältere Titel singt. Ich bekam bei jedem eine Gänsehaut. Besonders gefreut hat mich, "Annabell" und "Über den Wolken" zu hören. Damals war ich noch zu jung, um in seine Konzerte zu gehen.
Jemand in diesem Forum hat berichtet, daß diesmal die gesprochenen Texte zwischendurch kürzer waren. Fand ich nicht- jedenfalls vor der Pause. Nach der Pause allerdings waren sie merklich kürzer. Es hat mich nicht gestört, es ist mir nur aufgefallen. Ob das wohl beabsichtigt war? Zufall? Kriegt er mit längeren Texten sein Lampenfieber in den Griff? (Nur ne Vermutung)
Obwohl mir "Nanga Parbat" auf der CD mit der Instrumentierung nicht so sehr gefallen hat, hörte ich es in dem Konzert, wo er nur die Gitarre hatte (was heißt hier: nur?), wie ein ganz neues Lied. Gefällt mir viel besser so!!
Das Zugabenlied mit dem Handy und den Handbuch-Problemen fand ich spitze, hat mich total begeistert!!

Ich hatte keinen so guten Platz, weiter hinten, ziemlich links außen. Ich dachte, o je da schaut er nie zu mir und ich sehe ihn nur im Profil, schade. Es ist mir früher gar nie aufgefallen, daß sich RM während er singt immer in jede Richtung wendet, ich hatte fast nie nur seine Seitenansicht im Blick. Das fiel mir wahrscheinlich nur bisher nicht auf, weil ich da immer in der Mitte saß und gar nicht auf die Idee kam. Ich hatte das Gefühl(ich stecke ja nicht in ihm drin), er weiß da vorher drüber Bescheid wie die Sichtverhältnisse von jedem Platz aus sind und wendet sich beim Singen bewußt immer abwechselnd allen zu, Diesmal fiel mir das richtig auf, daß er mal nach oben, mal rechts, mal links schaute, wie wenn er alle erreichen und mit einbeziehen wollte. Das macht ihn mir noch sympatischer.---
Und dann dachte ich immerzu: "Ohweh, der Mann ist ja ganz grau geworden." Bei seinem letzten Auftritt hier in Ulm war er es noch nicht, vor 5 Jahren. Ansonsten ist er ganz der Alte geblieben, ich finde ihn noch besser, eine noch angenehmere Stimme. Und wie der Gitarre spielen kann- Wow!!
Ihr merkt, ich bin noch ganz euphorisch.
----
Und jetzt mache ich mich vielleicht bei manchen unbeliebt. Weil ich eigentlich auch nicht mehr davon ausging, daß das seine Abschiedstournee sein könnte. Aber ich muß euch doch meine Beobachtungen schildern. Letztes Mal in Ulm verabschiedete RM sich mit den Worten (sinngemäß): "Wir treffen uns dann wieder in ein paar Jahren selbe Zeit, am gleichen Ort und dann komme ich mit neuen Liedern". Diesmal hat er kein Wort davon gesagt, daß er wieder kommt. Gar nix, nur gewunken und weg war er. Ich kann mich erinnern, daß das hier im Forum auch schon jemandem aufgefallen ist. Steckt da was dahinter? Vielleicht bin ich ja hysterisch, nicht schimpfen. Aber das fiel mir sofort auf. War einer von euch die letzten Jahre auch in Ulm, und kann sich an solche Worte in den vergangenen Jahren erinnern? Ich glaube, so was in der Art hat er jedesmal gesagt, bevor er die Bühne verließ.
Und zum Schluß habe ich noch eine Frage zum Programmheft. Er hat nicht alle Lieder gesungen, die im Programmheft abgedruckt waren. Es fehlten einige, stattdessen sang er dann andere. War das bei euch auch so? Absicht? Oder will er mit den ungesungenen Texten das Gesungene ergänzen, wieso? Bin ein bißchen verwirrt.
Jetzt freue ich mich auf eure Antworten!
:wink:
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#2

Beitrag von Ninette » Di 8. Nov 2005, 19:03

Was macht eigentlich Peter? Den hat er gar nicht erwähnt.
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#3

Beitrag von QueenMarie » Di 8. Nov 2005, 21:19

Salut Ninette
Ja, Reinhard Mey lässt auf seiner laufenden Tournee mehr Lieder des aktuellen Albums (Nanga Parbat) aus als dies in bei den letzten Tourneen der Fall war.
Vielleicht liegt es daran, dass Reinhard Mey im Frühling noch auf eine Oesterreich-Tournee geht und da teilweise die "fehlenden" Lieder spielt?
gx casanit
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#4

Beitrag von QueenMarie » Di 8. Nov 2005, 21:21

Hey Ninette, wir haben beide dasselbe Bildchen gewählt! Ist mir jetzt gerade aufgefallen!
gx casanit
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#5

Beitrag von fille » Di 8. Nov 2005, 21:21

Hallo!
Das war kein Programmheft. Das war (ist) ein Heft zu "Nanga Parbat".
Ich habe es mir gekauft, weil mir die Bilder so gut gefallen haben :-)! Oder gab es noch ein anderes Heft?
Liebe Grüße
Marianne
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#6

Beitrag von Ninette » Mi 9. Nov 2005, 10:10

Hallo Queen Mary,
das finde ich auch lustig, daß wir dasselbe Bild ausgesucht haben. Da hatten wir wohl den gleichen Geschmack. Aber ich habe das gleich gemerkt. Ein netter Zufall!
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#7

Beitrag von Ninette » Mi 9. Nov 2005, 10:35

Nein, soviel ich weiß gab es kein anderes Programmheft. Da lag noch eine Art Postkarte aus, wo Werbung für seine neue CD "Frei" gemacht wurde. Das war´s schon.
Dann muß ich euch noch von der Kritik berichten, die heute morgen in der Zeitung war. Dann könnt ihr euch mit mir ärgern. Ich hab mich jedenfalls geärgert. Besonders über einen Abschnitt, den ich euch hier zitieren will:
"Wer in die Jahre gekommen ist, der kokettiert schon mal mit seinem Alter. Wie ein Springinsfeld erklimmt er betont jugendlich die Bühne, als ob er gleich zu Beginn klarstellen möchte: Schaut her ich kann´s noch. Im Ohr blitzt ein Brilli, die Augen hinter den kleinen Brillengläsern sind betont wach. Nur das Lachen wirkt mitunter irgendwie künstlich. Als ob er es vor dem Spiegel hätte üben müssen, damit auch der allerletzte Zuschauer in der hintersten Reihe sieht: Ich bin immer noch gut drauf."
Wie hab ich mich aufgeregt, als ich das gelesen habe! RM hat noch nie mit seinem Alter kokettiert. Und was heißt hier, betont jugendlich erklimmt er.... Davon abgesehen, daß er sie nicht erklimmen muß, das Wort allein schon!! So betritt er doch schon seit Jahren die Bühne.
Wie können denn Augen "betont wach" sein. Soviel ich weiß, kann man die Augen nicht ein- und ausschalten.
Bei RM hatte ich noch nie das Gefühl, daß er uns was beweisen will, betont auf jugendlich macht. Im Gegenteil.
Den Ohrring hat er sowieso nur aus Solidarität zu seinem Sohn stechen lassen und nicht um irgendwie zu wirken. Wer sein Buch gelesen hat weiß, daß er die ganze Sache lieber gelassen hätte.
Schon klar, daß die Kritiker von der Presse keine solchen Fans sind wie wir und ihn nicht mit einer rosa´nen Brille sehen. Aber trotzdem....! :-(
In einem muß ich ihm zumindest teilweise recht geben. Künstlich würde ich sein Lächeln nicht bezeichnen, aber er hat schon mal strahlender gelächelt. Aber ich hatte gar nicht den Eindruck, er hätte irgendwie müde/erschöpft , "alt" gewirkt oder aufgesetzt oder gekünstelt...
Einzig sein Abschied ist mir aufgefallen, wo er nichts von Wiederkommen gesagt hat(siehe oben)
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#8

Beitrag von fille » Do 10. Nov 2005, 21:24

Hallo Ninette!
Pfui! Ich hoffe, es habe ein paar Leute erregte Briefe an die Zeitung geschrieben! "Ein Brilli" im Ohr! Betont jugendlich! Was soll denn der Quatsch? Du siehst, ich ärgere mich mit dir!;-).
Aber, dass wird Mey nicht jucken! Ich zitiere wieder einmal aus dem "Achtel Lorbeerblatt":

Mit großer Freude sägen
Die einen an meinem Ast,
Die andern sind noch beim Überlegen,
Was ihnen an mir nicht paßt,
Doch was immer ich tuen würde,
Ihre Gunst hätt‘ ich schon verpatzt,
Also tu‘ ich, was ein Baum tun würde,
Wenn ein Schwein sich an ihm kratzt.
Und ich bedenk‘, was ein jeder zu sagen hat,
Und schweig‘ fein still,
Und setz‘ mich auf mein achtel Lorbeerblatt
Und mache, was ich will.


Bei uns waren die Kritiken durchwegs positiv. Der Münchner Merkur hat ihm "schonunglose Subjektivität" intelligente, fein gedrechselte Texte und locker hingeschmunzelte Sottisen bestätigt.
Allenfalls haben sie ein bißchen an der "autobiographischen Glorifizierung der französischen Gesellschaft" (Douce France), "die vor dem Hintergrund randalierender Migrantenjugend nicht passt" rumgemäkelt, waren aber der Meinung, dass das dem gelungenen Abend keinen Abbruch tat.
Ich glaube nicht, dass sein Schwung gespielt war. Die einzige Koketterie war vielleicht, dass er der älteste Rapper Deutschlands werden will und uns braucht er nicht zu beweisen, dass er immer noch gut drauf ist. Wir werden seine Lieder auch noch mögen, wenn dem nicht mehr so ist!
Denn für uns ist die letzte Strophe des Lorbeerblatts:

Es gibt noch ein paar Leute,
Und an die hab‘ ich gedacht,
Für die hab‘ ich meine Lieder
So gut es geht gemacht,
Die beim großen Kesseltreiben
Nicht unter den Treibern sind.
Solang‘ mir ein paar Freunde bleiben,
Hängt meine Fahne nicht im Wind.
Und ich scher‘ mich den Teufel um Goliath,
Und schweig‘ fein still.
Habt Dank für das achtel Lorbeerblatt,
Auf dem ich tun kann, was ich will.

Liebe Grüße
Marianne :-D
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#9

Beitrag von anabelle » Do 10. Nov 2005, 23:22

Er hat es sich stechen lassen, um seinem Sohn zu zeigen, dass es nicht schlimm ist,.... aber warum nimmt er ihn denn jetzt nicht raus?
Schon gut, schon gut. Ist mir gerade aufgefallen. Ich glaube auch nicht, dass er sich betont jugendlich geben will, hat sicherlich noch andere Gründe,...
Aber meiner Meinung kann es machen was es will, ich werde seine Lieder immer mögen,...

Was war denn das für ein Zugabenlied, es sagt mir im Moment gar nichts. Ich war in Frankfurt in dem Konzert, und das letzte Lied was ich gehoert habe war Viertel nach sieben,... dann hat mich meine Mutter rausgetrieben, denn mein Flug ging am naechsten morgen sehr frueh und ich musst auch vorher noch mal nach Hause,... :-(
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Ausführlicher Konzertbericht aus Ulm

#10

Beitrag von Nordlicht » Fr 11. Nov 2005, 00:43

Hallo, liebe Freunde !
Ich verfolge die Diskussion um "Abschiedstournee" etc.pp. nun schon eine ganze Weile, und in irgendeinem Thread habe ich irgendwann auch schon mal irgendwas drüber geschrieben. Und so schön es ist, vieles über einen Künstler (und seine Kunst...) zu erfahren, eines fällt mir jetzt aber irgendwie doch auf: Wenn ich nämlich lese
...Er hat es sich stechen lassen, um seinem Sohn zu zeigen, dass es nicht schlimm ist,.... aber warum nimmt er ihn denn jetzt nicht raus?...

scheint es mir, daß dies genau die Art der Diskussion ist, über die Herr Mey sich vor Jahren im Zusammenhang um "Fan- Tum" so negativ geäußert hat und die ihm "Fans" zumindest ein wenig - drückt man es gelinde aus - "suspekt" erscheinen lassen, was ich nachzuvollziehen durchaus in der Lage bin.
Wäre es nicht evtl. doch besser (und auch sinnvoller), über die Lieder, die Herr Mey schreibt und singt, zu diskutieren als über seine Ohrlöcher, seine Zukunfts-Pläne, seine veränderte Verabschiedung, ausgefallene Autogramm- Stunden oder Peters Krankheit ?
Es ist nun wirklich nicht böse gemeint, eher vielleicht als eine kleine Anregung. In diesem Sinne nix für ungut...
Liebe Grüße aus OÖ,

ANDREAS.

(...der schon mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit hinter sich hat...)
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#11

Beitrag von Ninette » Fr 11. Nov 2005, 05:32

Hallo Andreas,
Nein ich bin Dir nicht böse über Deine offenen Worte. Ich will dazu nur anmerken: Ich verstehe nicht, was RM daran stört, wenn man nicht nur (was heißt: nur?) an seinen Liedern Interesse hat, sondern auch an allem anderen, was ihn und seine Familie betrifft, Anteil nimmt. Wir lieben ihn eben. Er ist wie eine Art Familienmitglied. Und da wird ja auch über alles mögliche gesprochen, diskutiert und nachgefragt. Wir meinen es ja nicht böse, und wollen ihm auch nichts "tun"!!! Das sollte er doch wissen von seinen Fans- das wundert mich an ihm sehr. Wieso reagiert er da so empfindlich, ich kapier´s nicht. Und daß hier eine heiße Diskussion läuft, ob er wohl aufhört oder nicht, sollte ihn eher freuen: denn das zeigt, wie wir Anteil nehmen und uns für wirklich alles interessieren, was ihn betrifft. Natürlich kann ich auch verstehen, daß er seine Familie und sein Privatleben schützen will, andererseits schreibt er all die Jahre sehr ehrliche und offene Lieder. Das verwirrt mich dann schon.
Ich persönlich bin schon mal in mich gegangen, und hab mich gefragt, wie es für mich wäre, wenn er nun nicht mehr "da wäre"? Ich konnte es mir nicht vorstellen, weil er mich praktisch fast mein ganzes Leben begleitet hat. Es wäre sicher eine traurige Sache. Andererseits sollte man es ihm gönnen. Wir Fans wären sicher traurig.
Nun noch ein Wort zur Kriktik: Es stand da noch mehr in der Zeitung, aber wenn der Kritiker nichts geschrieben hätte, wär´s genauso gewesen. Nur "Blabla" und immer ein bißchen ironisch. Wenn ihr Interesse habt, kann ich
euch gern den Rest auch noch abtippen. Sagt Bescheid!
Vielleicht war auch ein bißchen gekränkte Eitelkeit von dem Kritiker dabei. Am Anfang des Konzerts hat RM sich nämlich sehr ironisch über die Presse geäußert, was die Leute sehr amüsierte. Den Kritiker unter Umständen nicht, könnte ein Racheakt gewesen sein.
Wenn ihr Einzelheiten wissen wollt, meldet euch.
Ich habe mich auch gefreut, zu hören, daß RM wo anders positivere Kritiken hatte. Könnt ihr die mir zukommen lassen, als PN oder hier im Forum, bitte. Würde mich freuen.
Das Zugabenlied handelte von den Handbüchern, die bei allen technischen Geräten dabei sind. Und es war sehr lustig, RM wie wir/ jedenfalls ich- ihn lieben.
Vielleicht warst Du da schon auf dem Heimweg. Da hast Du was versäumt.
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#12

Beitrag von Diana » Fr 11. Nov 2005, 09:03

Guten Morgen, Ninette!

Ich verstehe nicht, was RM daran stört, wenn man nicht nur (was heißt: nur?) an seinen Liedern Interesse hat, sondern auch an allem anderen, was ihn und seine Familie betrifft, Anteil nimmt. Wir lieben ihn eben. Er ist wie eine Art Familienmitglied.

Tut mir leid, aber dem kann ich persönlich mich nun überhaupt nicht anschliessen. :-o
Ich liebe seine Lieder, ja, aber seine Person?! Sorry, aber ich kenne den Mann doch kaum... und ehrlich gesagt, interessiert mich auch nur am Rande, was er so in seinem Privatleben treibt. ;-)

Wir meinen es ja nicht böse, und wollen ihm auch nichts "tun"!!! Das sollte er doch wissen von seinen Fans- das wundert mich an ihm sehr. Wieso reagiert er da so empfindlich, ich kapier´s nicht.

In dem Punkt stimme ich dir eigentlich zu, denn eine Person, die (freiwillig) in der Öffentlichkeit steht, wird wohl oder übel damit leben müssen, auch mit seinem Privatleben in der Öffentlichkeit zu stehen, jedenfalls bis zu einem gewissen Grad. Aber da wir alle nicht wissen, was genau RM über die Leber gelaufen ist, dass er von seinen Fans nix wissen will, will ich darüber auch gar nicht weiter spekulieren.
Gruss, Diana
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#13

Beitrag von Petra » Fr 11. Nov 2005, 10:44

Hallo Ninette,
Ich verstehe nicht, was RM daran stört, wenn man nicht nur (was heißt: nur?) an seinen Liedern Interesse hat, sondern auch an allem anderen, was ihn und seine Familie betrifft, Anteil nimmt.

ich schon!! Zugegebenermaßen hatte ich auch Zeiten, in denen mich sein Privatleben wesentlich mehr interessiert hat als heute, aber trotzdem verstehe ich, dass ihn das stört. Und der Brilli - nun ja, er hat mal in einem Interview gesagt, dass er ihn von seiner Frau geschenkt bekommen hat, aber das ist doch eigentlich schnurz. Mir fällt nur auf, dass ich mir das trotz nachlassenden Gedächtnisses gemerkt habe. ;-) Wenn ich beispielsweise in der Öffentlichkeit stehen würde, müsste ich sicherlich erklären, warum ich meinen Ehering an der linken Hand trage. Auch wenn kein großes Geheimnis dahintersteckt, geht das Fremde dennoch einen feuchten Kehricht an.
Er ist wie eine Art Familienmitglied. Und da wird ja auch über alles mögliche gesprochen, diskutiert und nachgefragt.

Das ist bei einem tatsächlichen Familienmitglied normal und wünschenswert. Für Reinhard Mey ist diese Vereinnahmung mit Sicherheit die dunkelste Schattenseite seines Berufes, den er ansonsten sehr liebt. Wenn er nicht auf der Bühne steht, will er der kleine Reinhard sein, der in seiner Familie genügend Liebe und (Be-)Achtung findet. Er will sich aber nicht für jeden Schnaufer und Huster vor wildfremden Menschen rechtfertigen müssen, das finde ich mehr als verständlich.
Wenn ihr Interesse habt, kann ich euch gern den Rest auch noch abtippen. Sagt Bescheid! Vielleicht war auch ein bißchen gekränkte Eitelkeit von dem Kritiker dabei.

Für mich brauchst Du Dir diese Mühe nicht zu machen. Wenn es eh nur Blabla war und auch noch der berechtigte Verdacht auf gekränkte Eitelkeit besteht, ist diese Kritik nicht mal das Papier wert, auf dem sie steht. Möglicherweise hatte der Kritiker ein derart ausgeprägtes Desinteresse, dass er gar nicht oder nicht lange da war.
Vorsichtshalber betone ich zuerst noch, dass ich nicht sämtlichen Journalisten pauschal auf die Zehen treten möchte, aber es ist doch haarsträubend, wie die teilweise vorgehen: Bei einem Mini-Festival im Frühjahr, bei dem fünf Künstler auftraten, hat sich so ein Reporter während des dritten Auftritts verdrückt, hat dann aber trotzdem noch etwas Klugscheißerisches über die beiden Künstler geschrieben, die er überhaupt nicht erlebt hatte. So etwas finde ich gelinde gesagt unredlich.
Viele Grüße von Petra
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#14

Beitrag von Skywise » Fr 11. Nov 2005, 11:24


Petra schrieb:
Vorsichtshalber betone ich zuerst noch, dass ich nicht sämtlichen Journalisten pauschal auf die Zehen treten möchte, aber es ist doch haarsträubend, wie die teilweise vorgehen: Bei einem Mini-Festival im Frühjahr, bei dem fünf Künster auftraten, hat sich so ein Reporter während des dritten Auftritts verdrückt, hat dann aber trotzdem noch etwas Klugscheißerisches über die beiden Künstler geschrieben, die er überhaupt nicht erlebt hatte. So etwas finde ich gelinde gesagt unredlich.
War das die Sache mit den "zärtlichen Balladen"? Könnt' ich mich heut' noch beömmeln :-D
Gruß
Skywise
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#15

Beitrag von Petra » Fr 11. Nov 2005, 13:58

Hallo Sky,
da sieht man's wieder mal: In der Erinnerung wird alles besser. ;-)
Gar so liebevoll war die Formulierung dann doch nicht. Es hieß wörtlich:
Fred Timm und Michael Günther schafften mit ihren sentimentalen Liedern einen angemessenen Ausklang.
Ein 'angemessener' Schlusssatz für einen Artikel, dessen Verfasser offensichtlich auch was zu sagen hat, wenn er eigentlich gar nichts sagen kann.
Grüßle, Petra
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Ausführlicher Konzertbericht aus Ulm

#16

Beitrag von Nordlicht » Fr 11. Nov 2005, 14:48

Hallo, Ninette !
Du schreibst:
Ich verstehe nicht, was RM daran stört, wenn man nicht nur (was heißt: nur?) an seinen Liedern Interesse hat, sondern auch an allem anderen, was ihn und seine Familie betrifft, Anteil nimmt. Wir lieben ihn eben. Er ist wie eine Art Familienmitglied. Und da wird ja auch über alles mögliche gesprochen, diskutiert und nachgefragt.

Diese Einstellung ist natürlich zum Teil verständlich, aber mach Dir doch einmal die Mühe, es von seinem Standpunkt aus zu sehen. Er liefert seine Kunst ab, weil er etwas sagen möchte und sicherlich auch etwas zu sagen hat. Und nicht zuletzt deshalb, weil er mit dieser Kunst eine Möglichkeit gefunden hat, seine Brötchen zu verdienen, indem er genau das tut, was ihm gefällt. Ich denke, gerade letzteres werden nicht alle Arbeitnehmer so sehen. Aber: gehört wirklich dazu, daß Du als Konsument dieser Kunst, mag sie Dir auch noch so sehr gefallen, nun unbedingt darüber informiert sein mußt, ob er mit dem linken Bein zuerst aufsteht ? Welche Farbe seine Unterwäsche hat ? Ob er im Ehebett links oder rechts liegt ? Ob er im Stehen oder im Sitzen pinkelt ?
Ich kann mir gut vorstellen, wie sich ein Künstler wie Mey fühlen muß, wenn er keinen Schritt in der Öffentlichkeit unbeobachtet tun kann, wenn er immer wieder seine Unterschrift auf welchen Untergründen auch immer hinterlassen muß, wenn er immer wieder mit den ewig gleichen Fragen konfrontiert wird.
Du schreibst, wir "lieben" ihn. Und da stimme ich Diana zu: Ich mag, was er tut. Nicht weniger - aber eben auch nicht mehr. Um ihn zu lieben, da fehlt mir doch einiges, unter anderem auch der Antrieb und das Interesse. Gustav Heinemann hat einmal auf die Frage eines Journalisten, ob er (Heinemann) Deutschland liebe, geantwortet: "Ich liebe meine Frau !" Und da war er immerhin amtierender Bundespräsident...
In einem Gästebuch einer Reinhard Mey- Website stand einmal der Eintrag (sinngemäß): "Wir kennen uns so gut, und ich wohne ganz in Ihrer Nähe, da kann ich ja am Sonntag mal zum Kaffee vorbeikommen...". Nun stell Dir mal vor, daß an einem Sonntagnachmittag vor DEINER Tür Tausende von Leuten stehen würden, die alle dieser Ansicht wären. Ob Du da am Montag noch so richtig happy wärest ? Ich bezweifle das...
Herbert Grönemeyer hat das einmal sehr schön gesagt. Er meinte, die Leute würden immer nur das sehen, was er als Künstler sagt und tut und dabei vergessen, daß diese Kunst letztlich seine "Arbeit" ist und nicht zwangsläufig ein autobiographisches Abbild seines Lebens. So ist es sicherlich auch bei Herrn Mey.
Auch Thomas Gottschalk hat kürzlich die Ambivalenz der Thematik deutlich gemacht. Er sagte: "Es nervt schon, wenn ich bei jedem Sockenkauf auf irgendwelchen Einkaufstüten unterschreiben muß. Allerdings: müßte ich es nicht, hätte ich irgendetwas falsch gemacht."
Ich verstehe sehr gut, daß man außerhalb seines Jobs genervt reagieren kann, wenn man seine "Privatsphäre" allmählich verliert. Und ich würde auch sagen "Interessiert mich nicht...", wenn man in meiner Freizeit mit mir über Fluchtwege, Brandmelder und Alarmpläne diskutieren möchte. Denn auf der einen Seite ist der Job - auf der anderen die Freizeit. Beides hat zumindest nur bedingt miteinander zu tun. Das wird auch bei Dir ja nicht anders sein - und bei Mey eben auch. Gönnen wir doch auch den Künstlern außerhalb des Scheinwerfer- Lichts ihren "Frieden". Bestimmt lohnen sie uns das mit noch größerer Kreativität, die uns letztlich dann "zufriedenstellt". Und dabei ist es dann auch unerheblich, ob und warum Herr Mey einen Ring im Ohr trägt, ob er dies links oder rechts tut und ob es sinnvoll ist oder unsinnig...
In diesem Sinne viele liebe Grüße von der Donau,
ANDREAS.

(...der selber an jedem Menschen Interesse hat und nicht nur an den Künstlern...)
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Ausführlicher Konzertbericht aus Ulm

#17

Beitrag von fille » Fr 11. Nov 2005, 15:19

Liebe Meylinge!
Petra schrieb:
Vorsichtshalber betone ich zuerst noch, dass ich nicht sämtlichen Journalisten pauschal auf die Zehen treten möchte, aber es ist doch haarsträubend, wie die teilweise vorgehen:

Da kann ich dir nur Recht geben. Diese Erfahrung habe ich schon oft bei diversen Konzerten (z. B. auch Schul- und Jugendkonzerte usw.) gemacht. Die Journalisten kommen erstmal schon eine Viertelstunde zu spät und verschwinden bevor die letzte Gruppe überhaupt auftritt (von der Zugabe ganz zu schweigen).
Da werden dann schon mal ganze Auftritte erdichtet. Verschiedene Lieder miteinander vermischt. Bilderunterschriften stimmen nicht - falsche Namen zu falschen Personen und und und.....
Reinhard Mey schrieb:
"Die Story ist ja schon so gut wie fertig, keine Sorgen,
Und Fotos kann ich mir auch aus dem Archiv besorgen.“
Vier Wochen später las ich in der Illustrierten dann
Völlig sprachlos, wie das alles begann.

Unser Jugendzentrum veranstaltet einmal im Jahr ein Open Air und ich schicke der Presse meinen Bericht. Den nehmen sie dankbar an - sie schreiben nur einen anderern Namen darunter.
Aber bevor ich mich jetzt wieder über "die Pressefreiheit" auslasse:
...Er hat es sich stechen lassen, um seinem Sohn zu zeigen, dass es nicht schlimm ist,.... aber warum nimmt er ihn denn jetzt nicht raus?...

Warum sollte er? Ich habe hier im Alpenvorland schon von Kindheit an viele (und auch wirklich alte) Männer mit einem goldenen Ohrstecher gesehen. Es hat geheißen, dass sei gut für die Augen. Mir hat es immer gefallen und RM gefällt mir auch damit. Es passt zu ihm wie die schwarze Motorradjacke und der kleine Gitarrensticker.
Übrigens haben sie in der Süddeutschen Zeitung geschrieben, dass sein T-Shirt schon etwas verwaschen sei.....
Die müssen halt die Zeilen vollbekommen!!
Liebe Grüße
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#18

Beitrag von Petra » Fr 11. Nov 2005, 17:25

Hallo Andreas,
um Dir mal kräftig in die Seite zu treten ;-):
In einem Gästebuch einer Reinhard Mey- Website stand einmal der Eintrag (sinngemäß): "Wir kennen uns so gut, und ich wohne ganz in Ihrer Nähe, da kann ich ja am Sonntag mal zum Kaffee vorbeikommen...".

Das weiß ich auch noch und denke oft daran, wenn von Reinhard Meys Überempfindlichkeit die Rede ist. Ich glaube, Du hast da zielsicher den Oberhammer herausgepickt. War nicht auch noch von einem gemeinsamen Spaziergang der beiden Familien samt den Hunden die Rede?
Dieses Gästebuch war damals hochfrequentiert und diente auch ein bisschen als Auskunftsstelle. Das heißt, dass da auch Fragen gestellt wurden - ähnlich wie hier im Forum - und die wurden dann in einem der folgenden Gästebucheinträge beantwortet. Allerdings immer nur von anderen Gästen, nie von offizieller Seite. Ich habe da auch die eine oder andere Antwort zu Liedern oder CDs beigesteuert. Insofern fand ich es damals ein bisschen schade, als das Gästebuch geschlossen wurde. Allerdings haben sich auch immer wieder irgendwelche Fanatiker dorthin verirrt, um es vollzuspammen.
Und wirklich im Schnitt ein bis drei Mal in der Woche kam die Frage, ob Reinhard Mey nicht bei irgendeiner privaten Feier als Überraschungsgast auftreten würde. Und jeder war der Meinung, dass solche Anfragen eigentlich eine Zumutung seien, dass doch aber in dem speziellen Fall aus diesem oder jenem Grund eine Ausnahme gemacht werden könnte. Da ging es viel um silberne und sonstige Hochzeitstage, um runde oder auch eckige Geburtstage, und alle fühlten sich ganz besonders mit Reinhard Mey verbunden und empfanden ihn als Familienmitglied, hofften gar, dass er dieses Gefühl freudig wahrnehmen und evtl. erwidern möge.
Dass man sich gegenüber solchen Auswüchsen klar abgrenzen muss, halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Da sehe ich auch den Grund dafür, dass die offizielle RM-Seite kein Gästebuch hat.
Viele Grüße von Petra
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Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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Nordlicht
...hat schon mal ein LT organisiert
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Ausführlicher Konzertbericht aus Ulm

#19

Beitrag von Nordlicht » Fr 11. Nov 2005, 18:26

Hallo, Ihr Lieben !
Wenn ich lese
...Da werden dann schon mal ganze Auftritte erdichtet. Verschiedene Lieder miteinander vermischt. Bilderunterschriften stimmen nicht - falsche Namen zu falschen Personen und und und.....

dann muß ich immer wieder an ein Konzert denken, daß ich Anfang dieses Jahrhunderts (...hey, klingt das nicht toll ???...) in der Lübecker Musik- und Kongreßhalle erlebte.
Aufgetreten sind "Status Quo" mit ihrer "Rocking all over Europe- Tour II". Und als Vorgruppe angekündigt waren "T´Pau", dem einen oder anderen vielleicht noch durch den Chart- Erfolg "China in your eyes" geläufig. Nun gab es bereits vor Konzertbeginn in der Halle die Info, daß "T´Pau" aus diesem oder jenem Grunde nicht auftreten konnten. (Ich weiß nicht mehr, ob es Krankheits- oder ähnliche Gründe waren, ist in diesem Zusammenhang auch egal.)
Auf alle Fälle traten dann zwei DJ´s auf, die sich wacker mühten, Stimmung in die Halle zu bringen, leider nur mit mäßigem Erfolg.
Am nächsten Tage in den "Lübecker Nachrichten" war dann eine Konzert- Rezension des Konzertes abgedruckt, in der der Schreiber sich über die Hälfte des Artikels mühte, dem geneigten Leser zu vermitteln, wie großartig doch der Auftritt von "T´Pau" gewesen sei, wie sehr die Fans deren größten Hit forderten und schließlich auch feierten, wie toll diese Vorgruppe war.
Ich habe dann einen Bekannten, der bei den "LN" arbeitete, gefragt, welchen Stoff der Redakteur da wohl geschnupft hatte, und erfuhr: Es ist völlig normal, daß solche Berichte bereits ein oder zwei Tage VOR (!!!) dem Konzert verfaßt würden, weil ja die Redaktions- Schlußzeiten und das Konzert zu nahe beieinander lägen, und solche "bedauerlichen Vorfälle" schon einmal "passieren könnten". (Wörtliches Zitat.)
Was mich dann allerdings noch mehr wunderte war, daß sich niemand von denen, die mit mir das Konzert gesehen hatten - und das waren immerhin über 2000 Leute - über den Bericht wunderte...
Gelobt sei die Presse ! In diesem Sinne liebe Grüße,
ANDREAS.

(...der sich unter solchen Umständen lieber seine eigene Meinung bildet...)
Dieser Beitrag enthält 346 Wörter


"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)

Ninette
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Ausführlicher Konzertbericht aus Ulm

#20

Beitrag von Ninette » Sa 12. Nov 2005, 12:34

Hallo zusammen,
ich hab eure Antworten auf meinen letzten Beitrag gelesen. Ihr habt sicher Recht, mit dem was ihr da schreibt. Ich hab es schon begriffen, worum es euch geht.
Ihr denkt doch aber hoffentlich nicht, ich bin auch so eine Verrückte, die RM zu ihren Familienfeiern einladen würde und solche Sachen!!
Ich habe vor Jahren mal davon gehört, aber es irgendwie nicht ganz geglaubt, daß es so Bekloppte gibt. Das ist doch auch schon Jahre her, oder? Aber nachdem ich das weiß, das es doch so war, ist mir auch RM´s Empfindlichkeit ganz erklärlich geworden. Und irgendwie wundert es mich hinter dem Hintergrund natürlich nicht mehr, daß er dieses Gästebuch hat schließen lassen und das Fan-Forum. Jetzt wird mir manches klar!
Andreas hat sicher Recht, daß auch wir außerhalb unseres Berufs nicht unbedingt auch in der Freizeit noch über unseren Beruf diskutieren wollen. Und es wäre mir sicher total unangenehm, wenn ich wüßte, daß die Leute mit denen ich beruflich zu tun habe, auch mein Privatleben genauestens beobachten, jeden Pulli den ich anhabe, jede Spange im Haar usw. diskutieren. Auch wenn sie mich mögen, es wär im jedem Fall gigantisch unangenehm. Ich arbeite in einem Kindergarten, und wenn mich privat Leute drauf ansprechen habe ich schon immer sehr sauer reagiert. ("Du bist doch Erzieherin, was würdest du denn in dem Fall von meinem Sohn machen...... usw." Oder noch besser: "Du hast das doch gelernt, geh doch mal dazwischen.")
Ich denke, ich hab begriffen, worum es geht/ bzw. nicht geht!!
In einem habe ich allerdings einen anderen Eindruck als Andreas. Bei dem Grönemeyer-Zitat: Ein Lied ist nicht autobiografisches Abbild seines Lebens. Bei den Grönemeyerliedern kann ich das nicht so beurteilen, ich kenne sie nicht so genau. Aber bei RM würden mir einige einfallen, wo ich vermute, daß sie seinen Tageslauf wiedergeben. "Aller guten Dinge sind drei", "Douce Drance", seine Lieder von seinen Kindern oder ähnliches.
Aber ich lasse mich von euch gerne eines anderen belehren.

Fille, als ich diese Kritik in der Zeitung las, mußte ich auch spontan an die "Homestory" denken.
Das mit dem "verwaschenen T-Shirt" stand in unserer Zeitung auch. Wer hat da wohl von wem abgeschrieben?
Die Geschichten die ihr da über verschiedene Kritiker berichtet, habe ich gar nicht gewußt, daß das so läuft bei denen. Kann man nur den Kopf schütteln. Hört sich eigentlich wie in einem Witz an. Ich sage bei sowas immer: Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man lachen.
Dieser Beitrag enthält 434 Wörter


"Ich hab Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht betrügen, die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke vollügen"
(Reinhard Mey: "Sei wachsam")

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