Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?

Ein Lied besteht nicht nur Melodie und Rhythmus, sondern auch aus einem Text, der im Idealfall auch noch eine Botschaft vermittelt, tröstet oder wachrüttelt, beruhigt oder aufwühlt. Viele Lieder sind gesungene Geschichten und Gedichte. Erzähl uns von dem interessanten Buch, das Du gerade liest oder dem Gedicht, das Dich schon lange beschäftigt. Lass uns teilhaben an den Gedanken, die dir beim Lesen/Hören gekommen sind. Suchst Du ein bestimmtes Buch/Gedicht/Lied? Hier kannst Du jemanden um Hilfe bitten.

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fille
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Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?

#1

Beitrag von fille » Sa 17. Aug 2013, 14:09

Liebe Lieder- und Literaturfreunde!
Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?
Dazu eine kleine Geschichte von Hermann Hesse:
Chinesische Parabel

Ein alter Mann mit Namen Chunglang, das heißt „Meister Felsen”, besaß ein kleines Gut in den Bergen. Eines Tages begab es sich, dass er eins von seinen Pferden verlor. Da kamen die Nachbarn, um ihm zu diesem Unglück ihr Beileid zu bezeigen. Der Alte aber fragte: „Woher wollt ihr wissen, dass das ein Unglück ist?” Und siehe da: einige Tage darauf kam das Pferd wieder und brachte ein ganzes Rudel Wildpferde mit. Wiederum erschienen die Nachbarn und wollten ihm zu diesem Glücksfall ihre Glückwünsche bringen.
Der Alte vom Berge aber versetzte: „Woher wollt ihr wissen, dass es ein Glücksfall ist?”
Seit nun soviel Pferde zur Verfügung standen, begann der Sohn des Alten eine Neigung zum Reiten zu fassen, und eines Tages brach er das Bein. Da kamen sie wieder, die Nachbarn, um ihr Beileid zum Ausdruck zu bringen. Und abermals sprach der Alte zu ihnen ”Woher wollt ihr wissen, dass dies ein Unglücksfall ist?”
Im Jahr darauf erschien die Kommission der „Langen Latten” in den Bergen, um kräftige Männer für den Stiefeldienst des Kaisers und als Sänftenträger zu holen. Den Sohn des Alten, der noch immer seinen Beinschaden hatte, nahmen sie nicht.
Chunglang musste lächeln.

Liebe Grüße, Marianne
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Carsten K
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Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?

#2

Beitrag von Carsten K » Sa 24. Aug 2013, 22:02

Wenn ich bei Facebook wäre, würde ich diesen Text von Hermann Hesse mit "gefällt mir" anklicken und vielleicht sogar teilen... ;-)

Dieser Beitrag enthält 23 Wörter


"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
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#3

Beitrag von Clemens » Sa 24. Aug 2013, 22:51

@ cARSCHti
Gute Ide, dann werde ich das mal "für Dich" und die "Facebookgemeinde" tun :-)
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Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?

#4

Beitrag von fille » Sa 24. Aug 2013, 23:54

Hallo Carschti, hallo Clemens!
Ich habs auch noch mal getan. Gute Texte können nicht genug verbreitet werden.
Liebe Grüße, Marianne
PS: Ist schon drin ;-)
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#5

Beitrag von Carsten K » Mo 26. Aug 2013, 02:11

Hier nochmal ein Link zu einem schönen Gerhard Schöne-Song: :-)
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Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?

#6

Beitrag von Carsten K » Mo 26. Aug 2013, 02:13

Danke übrigens an Uta Köbernick, die bei Facebook den Hinweis auf dieses schöne Lied gegeben hat... :-)
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#7

Beitrag von fille » Mo 26. Aug 2013, 06:21

Aha! Gerhard Schöne scheint auch Hesse-Fan zu sein... Gibt er denn einen Hinweis auf Hesse?
Gruß, Marianne
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Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?

#8

Beitrag von Skywise » Mo 26. Aug 2013, 09:24


fille schrieb:
Gute Texte können nicht genug verbreitet werden.
*hüstel* Urheberrecht *hüstel*
Gruß
Skywise
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Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?

#9

Beitrag von fille » Mo 26. Aug 2013, 17:35

Hi Sky,
natürlich das Urheberrecht. Aber der Text scheint im Ursprung schon ziemlich alt zu sein.
Ich weiß schon. Bin ja sonst ganz brav in diesen Dingen.
Liebe Grüße, Marianne
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Woher wollen wir wissen, was ein Glücks- oder Unglücksfall ist?

#10

Beitrag von Carsten K » Mo 26. Aug 2013, 20:49

Der Gerhard Schöne-Text ist ja nicht identisch mit dem von Hermann Hesse, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass Gerhard Schöne Hermann Hesse mag und sich auch von ihm inspirieren lassen hat.
Der Ursprung beider Texte liegt - laut Uta bei Facebook - jedoch über 4000 Jahre zurück, so dass sich die Frage des Urherberrechts allenfalls darauf beziehen kann, ob man grundsätzlich Hesse-Texte und Schöne-Aufnahmen und andere unheberrechtlich geschützte Kunstwerke hier oder bei Facebook oder bei Youtube (oder wo auch immer im Netz) weiterverbreiten darf.
Im übrigen beziehen sich unzählige Songs christlicher LiedermacherInnen ja auch auf Bibeltexte. Hat da schon mal jemand nach dem Urheberrecht gefragt?
Ich finde, gerade sehr alte Texte, die besondere Weisheiten enthalten, verdienen es, immer wieder von KünstlerInnen in deren jeweilige Zeit übetragen und "übersetzt" zu werden, um nicht nur nicht in Vergessenheit zu geraten, sondern auch lebendig zu bleiben. Sowohl Hermann Hesse als auch Gerhard Schöne sind für mich Autoren, die dies in ihren Werken mit Bravour erfüllen.
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