Poetry-Slams

Ein Lied besteht nicht nur Melodie und Rhythmus, sondern auch aus einem Text, der im Idealfall auch noch eine Botschaft vermittelt, tröstet oder wachrüttelt, beruhigt oder aufwühlt. Viele Lieder sind gesungene Geschichten und Gedichte. Erzähl uns von dem interessanten Buch, das Du gerade liest oder dem Gedicht, das Dich schon lange beschäftigt. Lass uns teilhaben an den Gedanken, die dir beim Lesen/Hören gekommen sind. Suchst Du ein bestimmtes Buch/Gedicht/Lied? Hier kannst Du jemanden um Hilfe bitten.

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Carsten K
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#1

Beitrag von Carsten K » Fr 30. Mär 2007, 02:41

Also für das neue Literatur-Forum mal eine Frage. Was haltet Ihr von Poetry-Slams? AutorInnen lesen ihre selbstgeschriebenen Texte vor, das Publikum stimmt darüber ab... Mittlerweile sogar im WDR-Fernsehen mit Jörg Tadeusz, aber auch schon vorher schwer angesagt...
Meine Meinung: Lesebühnen, wo eigene Texte vor Publikum präsentiert werden, finde ich klasse, Literatur "von unten" sozusagen... Wir Liedermacher machen ja auch nichts anderes im Grunde, nur eben mit Musik... Dass das ganze nun wieder zum Wettbewerb ausartet, stört mich eher und erinnert mich an diese unsäglichen Casting-Shows... Warum kamm man nicht einfach den einen Text neben dem anderen stehen lassen?
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fille
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#2

Beitrag von fille » Fr 30. Mär 2007, 07:45

Guten Morgen!
Meine Meinung: Lesebühnen, wo eigene Texte vor Publikum präsentiert werden, finde ich klasse, Literatur "von unten" sozusagen... Wir Liedermacher machen ja auch nichts anderes im Grunde, nur eben mit Musik...

Da ich schon immer eine Leseratte war, ist das vielleicht der Grund, warum ich Liedermacher mag. Sie erzählen auch Geschichten.
Dass das ganze nun wieder zum Wettbewerb ausartet, stört mich eher und erinnert mich an diese unsäglichen Casting-Shows...

Ich habe noch keine dieser Shows gesehen, aber beim Lesen deines Beitrags ist mir sofort die gleiche Idee vom Casting in den Kopf geschossen.
Einerseits ist es vielleicht eine Möglichkeit, sich bekannt zu machen - andererseits ist es UNSINN, die Leute abstimmen zu lassen. Die Geschmäcker sind verschieden. So werden die Autoren sofort in Schubladen gesteckt. Außerdem kommt es natürlich auf das spezielle Publikum an.
Liebe Grüße
Marianne
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Mario
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#3

Beitrag von Mario » Fr 30. Mär 2007, 08:11

Die Idee mag gut sein, aber eine, wie gewünscht, unkommerzielle Veranstaltung ist, wie immer, schwierig aufzusetzen.
Vor dem openmic im Cafe Tiferet in Bonn hat dort eine freie Lesungsveranstaltung stattgefunden. Die ist dann wieder eingestellt worden, mangels Interesse seitens der Autoren.
Ich weiß jetzt nicht, ob es tatsächlich zu wenig (mutige) Autoren gab, oder ob die Organisation nicht richtig aufgesetzt war. Auf alle Fälle können auf vielen offenen Bühnen auch Gedichte und Lesungen stattfinden, meines Wissens alle mit mäßigem Erfolg.
Aber was bisher nicht geklappt hat, kann ja in Zukunft klappen, also ran - mit den alten Erfahrungen können vielleicht Fehler vermieden werden.
Mario
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Skywise
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#4

Beitrag von Skywise » Fr 30. Mär 2007, 08:49


Mario schrieb:
Ich weiß jetzt nicht, ob es tatsächlich zu wenig (mutige) Autoren gab, oder ob die Organisation nicht richtig aufgesetzt war.
Meiner Erfahrung nach beides.
Einen Kommentar über die Organisation spare ich mir an dieser Stelle. Das würde erstens zu weit führen und zweitens wird ja jeder schon irgendwann mal mitbekommen haben, daß "Organisation" und Organisation zwei grundlegend verschiedene Dinge sind :-D
Es ist für viele Autoren schon ein großer Unterschied, ob sie zu Hause an einem Opus feilen oder ob sie ihre Werke in der Öffentlichkeit selbst darstellen, einerseits, weil sie immer davon ausgehen müssen, daß ihre Werke bei den Leuten durchfallen können, andererseits, weil sie selbst auf der Bühne aus den unterschiedlichsten Gründen nicht immer eine gute Figur machen. Das ist im Prinzip dasselbe wie bei den etwas größeren Dichter- oder sonstigen Autoren-Lesungen. Da gibt's Leute, die selbst die spannendsten Szenen in Grund und Boden stammeln können :-D Solche Leute sollten lieber auf professionelle Hilfe zurückgreifen (wer einmal Rufus Beck dabei erlebt hat, wie er ein Harry-Potter-Quidditch-Duell auf die Bühne bringt, wird nachvollziehen können, was ich meine :-D)
Poetry Slams sind eigentlich immer eine recht unterhaltsame Angelegenheit, allerdings finde ich es bei weitem schöner, wenn am Ende allen Beteiligten gleichermaßen Applaus gespendet werden kann. Sprich: ich brauche keinen Wettbewerb und ich brauche auch keinen Gewinner, der die Lorbeeren einheimst. Weckt bei den Mitgereisten, die unter Umständen niemals gewählt werden, doch nur den Frust.
Gruß
Skywise
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Siegesmund
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#5

Beitrag von Siegesmund » Fr 30. Mär 2007, 10:20

Ich hatte auch meine Bedenken, als ich zu den ersten Poetry-Slams in Hamm eingeladen wurde. Nach welchen Kriterien kann man Literatur vergleichen bzw. bewerten? Ist Lyrik schwächer oder stärker als Prosa?
Letztendlich finde ich aber jedes Forum wichtig für Literatur, die wie Carschti so schön sagt "von unten" kommt. Viele Möglichkeiten gibt es nämlich nicht auf Zuhörer zu treffen.
Und meine Befürchtungen bezgl. des Wettbewerbes nach dem Motto "wer die meisten Leute mitbringt hat eh gewonnen" hat sich auch nicht bestätigt. Als Beweis die Tatsache, daß ich gerade den 6. Hammer Poetra-Slam gewonnen habe, obwohl nur zwei Personen im Publikum wegen mir erschienen sind...
Natürlich hat so ein Slam seine eigenen Gesetze und ist nicht das beste Forum für Weltuntergangslyrik oder Texte mit dem Titel "Ein Tag im Zoo". Man muss den Text auch verkaufen können. Das macht auch einen Reiz aus.
Allerdings haben wir in Hamm auch das Problem, daß das Interesse bei Schreiberlingen und Zuhörern auch nicht konstant steigt - eher ist das Gegenteil der Fall. DAs ist schade.
Aber vielleicht lässt sich ja beim nächsten Mal "jemand von außerhalb" blicken ;)
Hier noch ein paar Eindrücke vom 6. Hammer Poetry-Slam:
http://www.jugendkultur-hamm.de/
Mario
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Rene87
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#6

Beitrag von Rene87 » Fr 30. Mär 2007, 11:39

Hi an alle!
Ich find die Sache eigentlich auch ganz gut. Wenigstens gibt es dann ein Forum für Literaten. Naja und klar verfällt man gleich wieder in die Schiene der "Casting-Shows". Aber ich finde, dass es beim Poetry-Slam mit einem ganz anderen Niveau zugeht oder?
Andererseits finde ich auch, dass viele sich vielleicht nicht trauen würden und so, dank dem Wettbewerb einige mehr den Mut fassen oder wenigstens einen Ansporn haben.
Ich frag mich aber natürlich wirklich wie das ganze bewertet wird. Kann vielleicht jemand mehr erzählen?
Bei den Casting-Shows ist es ja mittlerweile schon so, wer kann sich gut verkaufen, wer würde von den Medien gut aufgenommen werden - und dann wird er oder sie genommen, ohne auf die Qualität zu achten.
Vielleicht wird es einfach nach dem Gefühl beim Poetry-Slam bewertet?! Einfach wenn eine Geschichte, Gedicht (was darf eigentlich alles vorgetragen werden?) etwas in einem bewegt, ohne zu wissen, warum oder wieso. Einfach wenn diese Geschichte z.B. fesselnd, komisch oder so zugleich ist. Mich würde das wirklich mal interessieren, nach welchen Kriterien da bewertet wird.
Kannst du da vielleicht mehr erzählen Mario?
Gruß
René
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Siegesmund
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#7

Beitrag von Siegesmund » Fr 30. Mär 2007, 12:45

Das ist die offizielle Ankündigung unseres Slams:
------
Bühne frei für Wortakrobaten und Poeten!
Der Poetry Slam ist eine Art Vorlese-Wettbewerb mit eigenen Texten. Autorinnen und Autoren ab 14 Jahren können und sollen ihre eigenen Texte öffentlich einem Publikum vortragen. Die Lesezeit ist auf sechs Minuten beschränkt.
In dieser Zeit müssen die Künstler das Publikum überzeugen und unterhalten, denn das kann nach frühestens drei Minuten durch das Hochhalten roter Kartons unterbrechen und so über die Gewinner entscheiden.
Das "Applausometer" des Publikums entscheidet über die Gewinner oder den Gewinner. Ruhm und Ehre winken sowie eine Lesung bei Radio Lippewelle Hamm!
------
Ich denke der Satz "erlaubt ist, was gefällt" trifft es bei der Bewertung am besten.
Applaus gab es am Ende bis jetzt für jeden.
Natürlich ist man auch beeinflusst durch die Vortragsart. So kann ein guter Text durch einen schlechten Vortrag eben auch einen negativen Eindruck hinterlassen.
Jeder Einzelne bewertet da nach seinem Geschmack.
Ich habe lyrische Texte gehört, bei der nicht eine rote Karte in die Luft ging. Trotzdem ist es schwer damit zu gewinnen. Erfahrungsgemäß sind da pointierte Texte mit entsprechendem Sprach- und Körpereinsatz einfach im Vorteil.
Das muss aber nicht immer so sein.
Ich muss auch dazu sagen, daß die Leute schon sehr lange zögern bevor sie sich entschließen die rote Karte zu zeigen. Bei uns wurde bis jetzt noch keiner von der Bühne geholt.
Gruß
Mario
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Mario
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#8

Beitrag von Mario » Fr 30. Mär 2007, 13:20

Hallo René,
ich habe mich wahrscheinlich mißverständlich ausgedrückt, aber ich hatte gerade nichts mit der Lesungsaktion zu tun, sondern habe sozusagen die Nachfolge mit dem openmic angetreten. Es gab da auch, soviel ich weiß, keine Bewertung, sondern eben nur ein Podium für alle die etwas zum Besten geben wollte.
Wir haben bei der openmic aber auch angeboten, dass jemand der nicht singt, aber Texte verfasst diese in etwa gleicher Zeit (oder kürzer) vortragen kann. Bisher ist niemand gekommen.
Allerdings haben wir einen Liedermacher, der schon zweimal da war, der jewweils einen "song" als animiertes Gedicht vorgetragen hat. Mit seeeeehhhhhrrrr großem Erfolg.
Es war der Helge Kirscht (Helge wenn du mitliest, sei gegrüßt).
Mario
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Rene87
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#9

Beitrag von Rene87 » Fr 30. Mär 2007, 13:30

Ne hast du nicht. Ich meinte Mario Siegesmund ;-) Hätte ich vielleicht dazu schreiben sollen .... War mein Fehler :flöt:
Aber Siegesmund hat sich ja schon angesprochen gefühlt - scheinbar... Und du auch... Das passiert mir persönlich nicht so oft. Den Namen gibt es wohl nicht so oft bei mir...
Aber danke trotzdem nochmal für deine Ausführung. Das mit dem openmic klingt ja auch eigentlich ganz gut. Im Internet gibts da übrigens ne Menge Material zu. Ist das ein Veranstaltungzirkel oder gibt es nur tausend verschiedene Veranstaltungen die gleich heißen?

Gruß
René
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Mario
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#10

Beitrag von Mario » Fr 30. Mär 2007, 17:56

Uuuhpps, na vielleicht war es auch eine Freudsche Fehlleistung von mir, weil ich so gerne angesprochen werde ;-) .
Ja open mics gibt es viele, leider sind sie nicht vernetzt. Ich habe mal versucht es hinzukriegen, aber bis auf einen guten Kontakt nach Darmstadt ist bisher nicht so viel dabei raus gekommen. Hinter dem Namen verbergen sich auch sehr viele unterschiedliche Ansätze und Musikstile. Wahrscheinlich ist es deshalb auch ein hoffnungsloses Unterfangen die Vernetzung hinzubekommen. Obwohl es sich lohnen würde. Ich habe auch schon mal daran gedacht eine "Reiseveranstaltung zu machen" Also meinetwegen eine "Bonner Veranstaltung" in München oder so. Dann kann ein ganzes Auto voller Liedermacher in eine andere Stadt fahren.....
Mario
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Carsten K
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#11

Beitrag von Carsten K » Fr 30. Mär 2007, 18:29

Open Mics, Open Stages, Offene Bühnen oder wie immer man solche Veranstaltungen nennt, gibt's wohl fast überall bundesweit, ist aber nicht immer so einfach, herauszufinden, wann, wo und zu welchen Bedingungen.
In Marburg gibt es den "Marburger Abend" im Kulturladen KFZ www.kfz-marburg.de , der seit weit über 20 Jahren in unregelmäßigen Abständen Sonntagsabends vom hiesigen Folk-Club veranstaltet wird. Man muss sich nicht vorher anmelden, sondern nur kurz vor der Veranstaltung in eine Liste eintragen, die an der Theke ausliegt, und dann darf man ca. 15 Minuten auf die Bühne. Es gibt keine Gage, es kostet keinen Eintritt, es ist meistens rappelvoll (ca. 100-150 Leute), das Publikum ist freundlich gesonnen, und es gibt in der Regel ein abwechslungsreiches Programm mit akkustischer Musik, Theater, Comedy, Kabarett, Lesungen oder was auch immer. Als ich vor 20 Jahren nach Marburg zog, gab es da z.B. regelmäßig Axel, einen Obdachlosen und Marburger Original, zu erleben, der auf unterschiedlich gefüllten Bierflaschen Musik machte... Axel ist inzwischen allerdings leider verstorben... Für mich ist der "Marburger Abend" in all den Jahren jedenfalls zur unumstrittenen "Heimspiel"-Bühne geworden. Es hat allerdings seit Oktober 2006 keinen mehr gegeben, und ich weiß auch nicht, wann der nächste stattfindet. Ich hoffe, es wird ihn weiterhin geben...
Einen Poetry-Slam gibt es in Marburg auch, der findet ebenfalls im KFZ statt und wird von Lars Ruppel (mittlerweile wohl ein "Star" in der Poetry-Szene) veranstaltet und moderiert. Da muss man sich vorher anmelden, es kostet ein paar Euro Eintritt, ist aber wohl trotzdem voll, und es wird am Ende wohl per Applaus abgestimmt. Ich war selbst noch nie da, aber ich werde wohl irgendwann demnächst mal teilnehmen, auch wenn Musikinstrumente da nicht erlaubt sind...
Und dann gibt es noch das "Late-Night-Lesen" in der Jazzkneipe Cavete, das immer am ersten Mittwoch im Monat stattfindet. Da lesen AutorInnen (die wahrscheinlich auch beim Poetry-Slam zu Hause sind) ihre Texte vor, und dazwischen gibt es musikalische Beiträge. Ich war schon mehrmals als Musiker dabei, beim letzten Mal im Februar, wobei es da allerdings nicht so toll für mich war, weil der musikalische Beitrag vom Publikum eher als Pausenhintergrund verstanden wurde, d.h. ich musste gegen einen ziemlichen Geräuschpegel ansingen, und es haben nur wenige zugehört, was für einen Liedermacher natürlich frustrierend ist... Aber ich habe bei der Veranstaltung auch schon positivere Erfahrungen gemacht...
Es wäre vielleicht mal ein lohnendes Projekt, all diese Offenen Bühnen, Poetry-Slams und andere entsprechende Auftritts-Gelegenheiten aufzulisten, oder gibt es sowas schon?
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#12

Beitrag von fille » Fr 30. Mär 2007, 20:01

Servus Leit!
Es freit mi unbandig, dass des Literatur-Forum glei so an spannenden Diskursch hod...
So und jetzt weiter im Klartext :-D
Open Mics, Open Stages, Offene Bühnen oder wie immer man solche Veranstaltungen nennt, gibt's wohl fast überall bundesweit, ist aber nicht immer so einfach, herauszufinden, wann, wo und zu welchen Bedingungen.


Im Münchner Theater im Fraunhofer gibt es jeden letzten Montag des Monats den Poetenstammtisch.
Ich war schon länger nicht mehr dort, aber so weit ich mich erinnere, kann dort JEDER etwas darbieten. Es gibt nicht "nur" Poeterei, sondern man kann ich Musik machen und natürlich auch Lieder singen. Manchmal kommen sogar schon etwas etabliertere Künstler, die erst mal was Neues testen wollen.
Also, wenn mal einer von euch just an einem solchen Monat in München weilt und dazu Lust hat, soll er mir Bescheid sagen. Dann komme ich auch :-) .
Rauchschwadengeschwängerte Luft, schwitzende Leiber, angenehmes Chaos am Tresn. Künstlernachwuchs mit Lampenfieber-magenschmerzen, beifallumrauscht. Traumhaft!......"

Wie das jetzt dort mit der rauchschwadengeschwängerten Luft ist, weiß ich nicht.....
Liebe Grüße
Marianne :wink:
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#13

Beitrag von migoe » Fr 30. Mär 2007, 22:06

Lieber cARSCHti,
Es wäre vielleicht mal ein lohnendes Projekt, all diese Offenen Bühnen, Poetry-Slams und andere entsprechende Auftritts-Gelegenheiten aufzulisten, oder gibt es sowas schon?

es muß sich nur jemand finden, der die Adressen in unser Adressverzeichnis einträgt :-D
migoe
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Liebe Grüße aus Rothenburg

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#14

Beitrag von Rene87 » Fr 30. Mär 2007, 22:12

Wir haben in der Nähe auch sowas ähnliches. Zwar nicht zum Thema Liedermacher oder Literatur oder so. Ich war zwar persönlich noch nicht da, plane aber noch einen Besuch. Es geht um eine Kneipe/Lokal (wie auch immer) die Blues, Rock'n'Roll und Jazz-Sessions machen. Kostenloser Eintritt und man sitzt halt und kann alte Hasen oder Nachwuchskünstlern zuhören. Klingt ganz gut, mein Cousin war da. Und irgendwann gibt es dann immer einen Zeitpunkt zur freien Session, wo dann jeder ausm Publikum mit auf die Bühne darf, und selbst "Hand anlegen" kann. Je nachdem welches Instrument er spielt usw.
Sowas finde ich wirklich gut.
Was ich eigentlich schade finde, dass es in Bremen (was ja eigentlich als Großstadt zählen soll), solche Sachen eher weniger aufweist. Es gibt kaum Kneipen, wo Künstler auftreten können. Oder irgendwelche Veranstaltungen stattfinden usw. Oder ich kenn mich hier in der Stadt nicht so gut aus. Ich kenn eigentlich nur das Meisenfrei. (Die Worpsweder Musikalle, ist eher eine richtige Bühne).
Gruß
René
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#15

Beitrag von Clemens » Sa 31. Mär 2007, 02:44

Hallo Carsten,
vor geraumer Zeit hat es hier schon mal einige Leute zu kreativem Treiben gedrängt. Damals haben ein paar Mitglieder sich den Spaß gemacht unter
http://www.gedichte-bibliothek.de/Poetr ... ySlam.html
spielerisch zu wetteifern. Das kann man vom stillen PC-örtchen aus ohne Lampenfieber absolvieren.
Etwas anderes ist es mit dem Vortragen vor Leuten. Ich selbst bin einmal der Einladung unserer amtierenden Stadtschreiberin gefolgt und war überwältigt von der Reaktion - bis hin zu persönlichen Gesprächen mit Fremden nach der Veranstaltung. Aber soetwas auf Dauer zu gestalten ist kaum zu leisten.
Oft wird es langweilig, weil sich ein Zirkel herausbildet der sich selbst genug ist. Dann bleiben sowohl neue Interessenten als auch das interessierte Publikum nach und nach weg.
Aber zum Glück gibt es immer wieder mal "Anschieber"...
:-D
Sei lieb gegrüßt von Clemens :-)
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Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)

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#16

Beitrag von Viktor » Mo 2. Apr 2007, 19:29

hallo leute,
ich habe diese poetry slam sendung im wdr gestern (?) zum ersten mal gesehen (wenn es einen deutschsprachigen titel haette, waere ich sicherlich schon vorher mal darauf aufmerksam geworden).
war sehr positiv ueberrascht, dass es solch ein format tatsaechlich im fernsehen gibt, auch wenn mich nur wenige kuenstler ueberzeugt haben. als dann ein gewinner ausgewaehlt wurde, fand ich es auch etwas schade, wobei es meiner meinung nach auch nicht sooo schlimm ist, denn ich denke nicht, dass die nicht-gewinner dadurch sonderlich gekraenkt sind ;)
zum thema offene buehnen:
rene, kennst du das café 46 in hb? dort war ich einmal bei einer "open stage" veranstaltung. war eine sehr bunte mischung: ein paar junge rockbands, eine lokale liedermacherin und auch ein autor, der ein paar gedichte vorlas. gefiel mir sehr gut.
viele gruesse
viktor
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#17

Beitrag von Dany » Mi 4. Apr 2007, 00:10

Salut
Voila du slam français, ou "rebeu" plus exactement, die Sprache aus der Nordbanlieue von Paris
Grand Corps Malade schreibt interessante Texte er ist aus Saint Denis, das liegt genau neben dem Stade de France bei Creteil, La Courneuve Aulnay sous Bois usw, dort wo die Unruhen in Frankreich immer los gehen,
http://www.grandcorpsmalade.com/accueil.htm
hört mal rein !
Salut à bientôt :wink:
Dany
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Heute zieh' ich meine Runden
Seh' die Welt in Trümmern liegen
Hab' nen Luftballon gefunden
Denk' an dich und lass ihn fliegen
Carlo Karges

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