Jean Egens Autobiographie "Die Linden von Lautenbach" - "Les Tilleuls de Lautenbach"

Ein Lied besteht nicht nur Melodie und Rhythmus, sondern auch aus einem Text, der im Idealfall auch noch eine Botschaft vermittelt, tröstet oder wachrüttelt, beruhigt oder aufwühlt. Viele Lieder sind gesungene Geschichten und Gedichte. Erzähl uns von dem interessanten Buch, das Du gerade liest oder dem Gedicht, das Dich schon lange beschäftigt. Lass uns teilhaben an den Gedanken, die dir beim Lesen/Hören gekommen sind. Suchst Du ein bestimmtes Buch/Gedicht/Lied? Hier kannst Du jemanden um Hilfe bitten.

Beschreibung © by migoe | Foto © by Pixabay.com
Benutzeravatar
fille
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 2677
Registriert: Mo 27. Sep 2004, 10:56

Jean Egens Autobiographie "Die Linden von Lautenbach" - "Les Tilleuls de Lautenbach"

#21

Beitrag von fille » Sa 28. Apr 2007, 21:19

Hallo Siegrun!

Der Film ist von 1982. Da war Adorf 52. Die Hauptperson ist Schangala. Er muss jemand anders sein.
:weissnicht:
Gruß, Marianne
Dieser Beitrag enthält 23 Wörter


There is a crack in everything
That's how the light gets in

Leonard Cohen

Benutzeravatar
Rex2005
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 1360
Registriert: Mo 26. Sep 2005, 22:00

Jean Egens Autobiographie "Die Linden von Lautenbach" - "Les Tilleuls de Lautenbach"

#22

Beitrag von Rex2005 » Mi 2. Mai 2007, 22:53

Hallo Marianne
Heute habe ich das Buch zugeklappt! Ich kann nur sagen, danke für den Tipp. Ein superklasse Buch - und weil´s das wirklich ist, habe ich eben bei ebay.fr die französiche Ausgabe erstanden :-) Nun ja ... man braucht ja Herausforderungen :-)
Zum Film: ich kann mir jetzt doch vorstellen, dass der Adorf den Schangala gespielt hat. Am Ende des Buches wird klar, dass der Egen der Schangala ist, der rückblickend über sein Leben erzählt. Ich muss das Buch noch etwas "sacken" lassen, dann schreibe ich noch ein bissel was dazu
Rex2005 :wink:
Dieser Beitrag enthält 95 Wörter



Benutzeravatar
Rex2005
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 1360
Registriert: Mo 26. Sep 2005, 22:00

Jean Egens Autobiographie "Die Linden von Lautenbach" - "Les Tilleuls de Lautenbach"

#23

Beitrag von Rex2005 » Di 8. Mai 2007, 22:04

Hallo
also dann! Ich werde versuchen, ein bisschen über das Buch zu erzählen, ohne zuviel vom Inhalt preiszugeben.
Marianne hat schon beschrieben, worum es in diesem Buch geht und auf meinem Buchdeckel steht:

Ein exzellenter Heimatroman. Die zupackende, oft humorvolle Ausdruckskraft bewegt und rührt, ohne Sentimentalität hervorzurufen
(Berliner Morgenpost)

Genauso ist es auch. Die Elsässer werden genau skizziert, die Lothringer scheinen wirklich ein anderer Menschenschlag zu sein ;-), das Verhältnis zu den "richtigen" Franzosen, zu den Deutschen und der deutschen Kultur. Nebenbei kann man von Lautenbach aus, das ganze Elsass "bereisen" - so viele Orte werden genannt aber auch Orte wie Paris, Buchenwald oder Eisenhüttenstadt. Die Trennung einer Familie im Krieg, wo ein Sohn in die französischen Armee, der andere in eine deutsche Uniform gesteckt wird, die Nachkriegszeit, in der die Söhne nach der getragenen Uniform be- oder verurteilt werden - das alles lässt (zumindest für mich) einige Parallelen zum geteilten und jetzt wieder einig Deutschland zu.
Der Onkel Fuchs ist eine recht interessante Figur. Er ist kein Freund der Deutschen aber ein Kenner und Liebhaber der deutschen Kultur. Ständig rezitiert er Gedichte (von Lenau) oder hört u.a. sehr gerne Wagner.
Ich denke, das dies ein Buch ist, was man gerne mehr als einmal liest.
Hier nur kurz Egens Beschreibung des gemeinen Elsässers und des Lothringers :-D

Der Elsässer wünscht sich eine hundertprozentig französische Seele und drängt also die germanischen Impulse zurück. So sehr er sich davon überzeugen möchte, dass er ein Franzose ist wie alle anderen, es genügt, einen Witz über seinen Namen, seinen Dialekt, seinen Akzent, wenn er französisch spricht, um ihn daran zu erinnern, dass er eben doch anders ist.

"Warum soll man denn in die Fremde wandern", überlegt Onkel Fuchs, "wandern etwa die Bäume in die Ferne? Die Bäume entfalten ihr Wesen dort, wo ihr Samen hinfällt, sie stoßen ihre Wurzeln in den Boden, ihre Äste in den Himmel; wir sollten es ihnen gleichtun, Schangala, ein Elsässer, der in den tonkinesischen Dschungel oder zwischen die Fabrikschlote von Audincourt verpflanzt wird, muss einfach krumm wachsen"

Darin liegt wahrscheinlich auch der Grund, warum es der Lothringer Wolf nicht bis nach Trebur zum LT schafft ? ;-)
Rex2005
Dieser Beitrag enthält 380 Wörter



Benutzeravatar
fille
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 2677
Registriert: Mo 27. Sep 2004, 10:56

Jean Egens Autobiographie "Die Linden von Lautenbach" - "Les Tilleuls de Lautenbach"

#24

Beitrag von fille » Do 19. Jul 2007, 17:29

Liebe Leseratten,
wir waren in Lautenbach.
Nirgends ist der Himmel so blau wie in Lautenbach

Normalerweise wahrscheinlich schon. Aber nachdem wir in strömenden Regen über die Pässe der Vogesen dort ankamen, waren wir schon froh, dass es einigermaßen trocken war.
Lautenbach ist ein rezendes Dörfchen. Die Linden stehen rings um die Kirche und wir haben in einem Gasthaus Kaffee getrunken, dessen Wirt mich sehr an Onkel Fuchs (er hat allerdings französisch gesprochen) erinnert hat.
Allerdings weist nichts im ganzen Ort auf das berühmte Buch und dessen Autor hin. Trotzdem kann ich mehr jetzt vieles noch besser vorstellen. Vor allem die halsbrecherischen Fahrten von Onkel Fuchs über das Land.
Mit den Elsässern haben wir uns des öfteren auf Deutsch unterhalten. Wenn sie untereinander reden, versteht man schon was, aber es ist nicht einfach.
Oft sind uns im Elsaß die reizenden Bilder von "Hansi" begegnet

@Siegrun
Hast du das Buch inzwischen auf Französisch gelesen?
Gruß, Marianne
Dieser Beitrag enthält 162 Wörter


There is a crack in everything
That's how the light gets in

Leonard Cohen

Benutzeravatar
Rex2005
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 1360
Registriert: Mo 26. Sep 2005, 22:00

Jean Egens Autobiographie "Die Linden von Lautenbach" - "Les Tilleuls de Lautenbach"

#25

Beitrag von Rex2005 » Do 19. Jul 2007, 18:16

Hallo Marianne,

fille schrieb:
Hast du das Buch inzwischen auf Französisch gelesen?

ich bin dabei! Lese es nicht hintereinander weg, weil ich mir nebenbei auch noch Vokabeln in mein altersschwaches Hirn einhämmern will - sowas dauert :-(
Die deutsche Übersetzung ist fast wörtlich, so dass man (fast) ohne Wörterbuch auskommt.
Habe inzwischen noch von Fallada "Dies Herz, das dir gehört" gelesen - eine leichte Sommerlektüre. Musste ja endlich mal ran an den Fallada, schließlich bin ich in der Nachbarschaft von seinem Wohnsitz in Carwitz, mitten in der Feldberger Seenlandschaft, groß geworden (relativ groß :-) ). Jedes Jahr finden dort im Juli die Fallada-Tage mit Lesungen und Ausstellungen statt.
LG
Rex2005
Dieser Beitrag enthält 113 Wörter



Antworten