Ich lese zur Zeit...

Ein Lied besteht nicht nur Melodie und Rhythmus, sondern auch aus einem Text, der im Idealfall auch noch eine Botschaft vermittelt, tröstet oder wachrüttelt, beruhigt oder aufwühlt. Viele Lieder sind gesungene Geschichten und Gedichte. Erzähl uns von dem interessanten Buch, das Du gerade liest oder dem Gedicht, das Dich schon lange beschäftigt. Lass uns teilhaben an den Gedanken, die dir beim Lesen/Hören gekommen sind. Suchst Du ein bestimmtes Buch/Gedicht/Lied? Hier kannst Du jemanden um Hilfe bitten.

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Nicky
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Ich lese zur Zeit...

#101

Beitrag von Nicky » Do 8. Jun 2017, 18:31

Ihr Lieben,
ich lese zur Zeit, bzw. habe schon zu Ende gelesen: „Zwischen zwei Leben“ ein Buch von Guido Westerwelle.
Ich bin nie ein großer Westerwelle Fan gewesen, sondern habe ihn eher neutral beobachtet. Einige Dinge fand ich gut, andere eben nicht. Das ist meine Ansicht zu sehr vielen Politikern.
Was Guido Westerwelle allerdings von den anderen Politikern unterscheidet ist, dass er sich durch seine Leukämieerkrankung sehr gewandelt hatte. Aus dem „arroganten Großmaul“ ist ein demütiger, dankbarer Mensch geworden, der nach seiner Erkrankung erstaunliche andere Prioritäten gesetzt hat. Schade, dass sein Leben nach dieser Erkenntnis zu schnell zu Ende ging.
Für mich als angehende Krankenschwester war es nicht nur interessant zu lesen, wie sich der Politiker Westerwelle verändert hat, sondern auch wie diese Krankheit aus Sicht eines Patienten erlebt wird. Und da ist es völlig egal, was man in seinem 1. Leben mal war....
Meine nächste Station in meiner Ausbildung wird die Hämatologie sein. Und ich bin mir sicher, dass dieses Buch dazu beigetragen hat die Dinge nochmal aus anderer Sicht zu sehen......
Das Buch ist recht einfach geschrieben und mit seinen 250 Seiten auch nicht außergewöhnlich dick. Auf jeden Fall aber zu empfehlen, weil es lange nachklingt......
Alles Liebe
Nicole
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...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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Westwind
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Ich lese zur Zeit...

#102

Beitrag von Westwind » Mi 19. Jul 2017, 15:07

Hallo zusammen,
ich lese zur Zeit mal wieder ein paar alte "Micky Maus" - Hefte aus den Jahren 1976-1982. Dank einer Internetverkaufsplattform konnte ich mal irgendwann diese Jahrgänge vervollständigen, nachdem mir von damals viele Hefte fehlten oder sie in einem sehr schlechten Zustand waren.
Am liebsten habe ich immer die Geschichten mit Donald Duck, Tick, Trick und Track, Onkel Dagobert, Gustav Gans, den Panzerknackern, Mac Moneysac, Klaas Klever und Gundel Gaukeley gelesen. Und davon am liebsten die Fortsetzungsgeschichten wie z.B. "Die Hungerblockade" oder "Die sieben Städte von Cibola".
Die Micky- und Goofy-Geschichten haben mich fast nie interessiert. Etwas bereue ich es, daß ich Ende der 80er Jahre ca. 30-40 "Lustige Taschenbücher" auf dem Trödelmarkt verscherbelt habe. Aber die Hefte habe ich von damals eben noch.
In den "Entenhausen Edition" - Donald - Bänden, die es seit einigen Jahren gibt, sind viele Geschichten aus den Anfangszeiten noch einmal verlegt worden. Und in manchen Arztpraxen liegen heute ja auch aktuelle Micky Maus Hefte, wo ich auch immer wieder gerne reinschnuppere.
Interessant dabei ist, wie in die Comics die Sprache und manche Sprüche und Zitate aus den jeweiligen Epochen eingeflossen sind. Ich erinnere mich an Zeiten der Neuen Deutschen Welle, wo dann in irgendeiner Sprechblase "Völlig losgelöst" zu lesen war.
Was mich an mir selber stört, ist, daß ich heutzutage viel mehr auf den Text fixiert bin und diesen meistens relativ zügig durchlese. Das passiert unbewußt, daß ich immer schneller werde, bis ich es merke und mich mal wieder ausbremse. Früher hatte ich mir viel mehr Zeit genommen, auch die Bilder mit allen Details zu betrachten. Vermutlich schlägt da zu sehr der Alltag durch, in möglichst wenig Zeit möglichst viele Informationen aus einem Text zu ziehen. Mein Fazit daraus: ich achte bewußter darauf, die Geschichten mit Muße zu genießen und mitzuerleben in Schrift und Bild :-).
Viele Grüße
Georg :book:

Dieser Beitrag enthält 326 Wörter


"Ja, ich hab einen Traum von einer Welt und ich träume ihn nicht mehr still:
es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben will."
[Konstantin Wecker]

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Skywise
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Ich lese zur Zeit...

#103

Beitrag von Skywise » Do 4. Jan 2018, 11:22

"Mein Song - Texte zum Soundtrack des Lebens"
Ist im Oktober '17 auf dem Markt gelandet.
Das Buch enthält einige Geschichten/Anekdoten/sonstwie literarische Aufarbeitungen von Personen, bevorzugt (Klein-)Kunst- und Kulturschaffende, zu einem Titel, der diese Person besonders geprägt hat. Klingt nach einer sehr beliebigen Aufgabenstellung, Richtung Schulaufsatz. Aber die Ergebnisse lesen sich sehr spannend und abwechslungsreich. Während einer der Beteiligten sich selbst und dieses Lied mit einem Augenzwinkern in Verbindung bringt, erinnert sich ein anderer an sein erstes Lieblingslied, ein anderer versucht, den damaligen Zeitgeist nachzuzeichnen, wieder einer versucht, die Faszination zu beschreiben, die damals von diesem Stück ausging und einer pickt sich ein Lied heraus und schreibt eine kleine persönlich gefärbte Interpretation dazu. Einer wählt sein Lieblingslied, ein anderer ein eher "schicksalhaftes" Stück, das ihn dazu bewog, selbst Musiker zu werden, und ein Dritter benennt einen Song, den er mit einer bestimmten Person oder Situation in Verbindung bringt, die ihm viel bedeutet.
Zu den Hörenden ge-hören unter anderem Thommie Bayer, Marcel Brell, Georg Danzer, Sonny Hennig, Franz Hohler, Heinz Rudolf Kunze, Bernhard Lassahn, Udo Lindenberg, Tom Liwa, Annett Louisan, Manfred Maurenbrecher, Reinhard Mey, Wolfgang Niedecken, Thomas Pigor, Georg Ringsgwandl, Ernst Schultz, Stefan Stoppok, Lüül, Herman van Veen, Konstantin Wecker, Hans-Eckardt Wenzel, Pe Werner und Roger Willemsen.
Unter den Gehörten befinden sich Jacques Brel, Joni Mitchell, Franz Schubert, Louis Armstrong, F. R. David, Astrud Gilberto, Lil Wayne, Ennio Morricone, Charles Aznavour, Georg Kreisler, Little Richard, Teho Teadro & Blixa Bargeld, Giacomo Puccini, Janis Joplin, The Libertines, Joachim Ngoi & Les Troubadours du Roi Baudouin, Patty Pravo, Rocco Granata. Na ja, und 'n bißchen was von den üblichen Verdächtigen sowieso - Velvet Underground, Simon & Garfunkel, Bob Dylan, Beatles, Springsteen, Rolling Stones, Who, Kinks und so.
Gruß
Skywise
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Herman van Veen - "Die Clowns"

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fille
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Ich lese zur Zeit...

#104

Beitrag von fille » Do 4. Jan 2018, 20:38


Ich habe gerade gelesen und zwar The Adventures of Huckleberry Finn. In meiner Jugend hatte ich es auf Deutsch gelesen und nun wollte ich es im Original lesen. Huck war in meiner frühen Teeniezeit der Inbegriff von Freiheit, Freundschaft und eigenbestimmten Leben
Nachdem ich im Radio gehört hatte, dass das Buch überarbeitet worden war und das Wort "Nigger" durch "Slave" ersetzt wurde, habe ich mir extra eine alte Ausgabe besorgt.
Ganz ehrlich, es ärgert mich maßlos, wenn moderne Moralapostel die Stirn haben, Klassiker umzuschreiben!
Ich habe das Buch sehr genossen und am liebsten würde ich jetzt auf einem Floß
den Mississipi runterschippern... :-)
Liebe Grüße, Marianne

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Rex2005
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Re: Ich lese zur Zeit...

#105

Beitrag von Rex2005 » Sa 24. Nov 2018, 20:16

Hallo

gut, dass es diesen Thread gibt und ich so nachlesen konnte, dass ich in den letzten Jahren doch ein paar Bücher gelesen hatte. Wie jedes Jahr nehme ich mir ja vor, mehr zu lesen, im Moment ist es mal wieder soweit und damit ich nicht vom Weg abkomme, habe ich mir zunächst eine Leselampe gekauft und mich mit der Frage : ist e-book lesen gemütlich befasst.

Rein zufällig habe ich bei der Suche im WWW eine Gesamtausgabe von Fallada entdeckt für nur 0,99 €, was mich zuschlagen lassen hat. Ich lese allerdings per Lap, weil ich mir noch so´n technisches Gedöns nicht kaufen will, soll sich aber besser lesen. Wie dem auch sei - ich lese zur Zeit "Jeder stirbt für sich allein". Es liest sich gut, die Schrift ist schön groß und was ich zunächst befürchtet hatte , ich muss nicht runterscrollen. Den Lap hab ich auf dem Schoß, na gut mehr oder weniger liege ich auf der Couch lang - muss also nicht die ganze Zeit den Klapperkasten halten. Insofern könnte ich mich an e-books gewöhnen.

"Jeder stirbt für sich allein" - eines der bekanntesten Werke von Fallada basiert auf einem authentischen Fall eines Berliner Ehepaares, das 1943 in Plötzensee hingerichtet wurde. Den Roman hatte Fallada in nur 4 Wochen kurz bevor er starb geschrieben und gilt als erster Roman, der in der Nachkriegszeit von einem Autor verfasst wurde, der nicht emigriert war.

In seinem Wohnhaus in Carwitz, Falladas langjährigem Wohnort, befindet sich ein Museum. Die Hans-Fallada-Gesellschaft pflegt Haus und Gründstück sowie das literarische Erbe. Hier finden regelmäßig Lesungen und Konzerte auch mit Liedermachern statt. Ich war natürlich schon öfter dort, ist ja nur um die Ecke.

LG
Rex2005
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Westwind
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Re: Ich lese zur Zeit...

#106

Beitrag von Westwind » Sa 24. Nov 2018, 23:51

Jetzt, wo Rex das Thema glücklicherweise mal wieder aus den dunklen Tiefen des Archivs ans Tageslicht geholt hat, kann ich ja auch mal berichten, was ich zur Zeit lese:

"Nur keine Sentimentalitäten" von Ernst Horst.

Ich wette mal, daß das kaum jemandem von Euch etwas sagt.
Wer jedoch schon mal im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale war, weiß genau, was ich meine und worum es in dem Buch geht. Na, wer traut sich, sich zu outen ? ;-)

Es geht darum , wie Frau Dr. Erika Fuchs Entenhausen in die deutsche Sprache übersetzt hat. Die Donald-Duck- und Onkel-Dagobert-Geschichten der 50er und 60er Jahre wurden ja maßgeblich von Carl Barks geschrieben und gezeichnet, und Erika Fuchs hat sie eben übersetzt, aber nicht wortwörtlich, sondern mit ihren eigenen Wortschöpfungen, mit ihren Erfahrungen , mit aus deutschsprachiger Literatur und Musik versehenen Zitaten und Redewendungen geschmückten Phrasen, und mit diesen Zutaten eben die Charaktere in den Geschichten (und vermutlich Generationen von Kindern und Teenagern vielleicht auch teilweise) mit geprägt.

Ich war in diesem Jahr zweimal im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach und kann es jedem aktuellen oder ehemaligen Micky-Maus-Hefte oder Lustige Taschenbücher- oder sonstwo vorkommende Donald- oder Dagobert-Duck-Leser empfehlen, mal dort reinzuschauen.

Reinhard Mey hat sich in dem Lied "Sven" ja auch bereits geoutet, zumindest Fan von Carl Barks, Don Rosa und Erika Fuchs zu sein. Ich teile diese Phaszination um diese einschlägige Art der Literatur, auch wenn ich nicht soweit gehen würde, ein Donaldist zu werden (Auch hier wissen die Eingeweihten, um was es sich dabei nun wieder handelt ;-) ).

Im Moment bin ich dabei, meine Carl-Barks-Sammlung zu erweitern, und glücklicherweise steht ja Weihnachten vor der Tür :-).

Viele Grüße
Georg
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