ich hörte sagen...

Ein Lied besteht nicht nur Melodie und Rhythmus, sondern auch aus einem Text, der im Idealfall auch noch eine Botschaft vermittelt, tröstet oder wachrüttelt, beruhigt oder aufwühlt. Viele Lieder sind gesungene Geschichten und Gedichte. Erzähl uns von dem interessanten Buch, das Du gerade liest oder dem Gedicht, das Dich schon lange beschäftigt. Lass uns teilhaben an den Gedanken, die dir beim Lesen/Hören gekommen sind. Suchst Du ein bestimmtes Buch/Gedicht/Lied? Hier kannst Du jemanden um Hilfe bitten.

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georggrieg
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ich hörte sagen...

#1

Beitrag von georggrieg » Mi 26. Nov 2008, 22:13

ich hörte sagen
glück sei käuflich,
nicht schwer zu besitzen-
sie liegt nur eine lüge weit
entfernt-

was du für dinge suchst
jenseits des raumes-
wenn die zeit wie regentropfen
am fenster hinabfließt
und du dich fragst
warum nicht stein? nicht wind? nicht fluß?

etwas ist im gange-
ein umgestaltungsdrang-
es fliehen die sprachen, die ringe
brechen ihr jetzt
für ein irgendwann-
du greifst ins leere, wenn du greifst-
etwas kalt ist dir schon,
selbst wenn die heizung glucksert-

du weißt nicht, welches gesicht
oder figur oder körperlose
dich in seinen ausdruck will-
wachst du auf
liegst du schon eingesponnen in gedanken
in einer welt,
in einer furche der zeit,
nur eine böe lang
hinan, hinab am glitzernden meer-

ich hörte sagen, glück sei käuflich,
lernbar wie ein alphabet-
ich stille mich ein und weiß:
flüchtig rinnt mein sein
und löst sich
in allen tränen, die geweint-
Dieser Beitrag enthält 163 Wörter



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amori
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ich hörte sagen...

#2

Beitrag von amori » Do 27. Nov 2008, 00:26

Hallo Georg,
du hast schon mehrfach kommentarlos etwas eingestellt. Ein bißchen schwierig ist es dann mit dem Feedback. Ich denke schon, dass du Meinungen hören möchtest. Gut oder schlecht- geht aber nicht bei Lyrik-nicht immer. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht. Ein paar kleine Änderungsvorschläge, mehr soll es nicht sein:
ich hörte sagen
glück sei käuflich,
nicht schwer zu besitzen-
sie liegt nur eine lüge weit entfernt
es liegt nur eine lüge weit enfernt -
was du für dinge suchst
so formuliert kann ich den Satz in keinen Zusammenhang mit den
folgenden bringen
jenseits des raumes-
wenn die zeit wie regentropfen
am fenster hinabfließt
und du dich fragst
warum nicht stein? nicht wind? nicht fluß?
Ich würde den Vers umstellen:
wenn du dinge suchst
jenseits des raumes
wo die zeit wie regentropfen
am fenster hinabfließt
dann fragst du dich
warum nicht stein? nicht wind? nicht fluß?
etwas ist im gange-
ein umgestaltungsdrang-
das ist mir zu erklärend, ich würde es ersatzlos streichen
es fliehen die sprachen, die ringe
brechen ihr jetzt
für ein irgendwann-
du greifst in die Leere (wenn du greifst –ja, aber irgendwas muss ja mal passieren)
etwas kalt ist dir schon,
selbst wenn die heizung glucksert-
diese beiden Sätze fallen sprachlich sehr aus dem Rahmen, müssen auch nicht sein

du weißt nicht, welches gesicht
oder figur oder körperloses
dich in seinen ausdruck will-
wachst du auf
liegst du [d]schon [/d]eingesponnen in gedanken
[d]in einer welt,[/d]
in einer furche der zeit,
nur eine böe lang
[d]hinan, hinab am glitzernden meer-[/d]

ich hörte sagen, glück sei käuflich,
lernbar wie ein alphabet-
ich stille mich ein und weiß:
flüchtig rinnt mein sein
und löst sich
in allen tränen, die geweint-
Das viele Rot sieht schlimmer aus, als es ist. Grundsätzlich würde ich den Text verdichten, straffen. Aber ich bin auch eine große Freundin der Kurzlyrik.
Meine Version wäre folgende( und es ginge noch kürzer):
ich hörte sagen
glück ist käuflich
es liegt nur eine lüge weit entfernt
wenn du die dinge suchst
jenseits des raumes
wo die zeit wie regentropfen
am fenster hinabfließt
dann fragst du dich
warum nicht stein,nicht wind,nicht fluss
es fliehen die sprachen
die ringe brechen ihr jetzt
für ein irgendwann
und du greifst in die leere
du erwachst
in einer furche der zeit
nur eine böe lang
ich hörte sagen
glück ist käuflich
lernbar, wie ein alphabet
ich stille mich ein
flüchtig rinnt mein sein
und löst sich
in allen tränen, die geweint

Sollte ich mich "widerrechtlich" an deinem Text vergangen haben,
dann mea culpa und
liebe Grüße
Annette
:goethe:
Dieser Beitrag enthält 479 Wörter


Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Bertolt Brecht

Gegen RECHTS zu sein ist nicht LINKS, sondern LOGISCH.

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georggrieg
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ich hörte sagen...

#3

Beitrag von georggrieg » Do 27. Nov 2008, 12:46

danke für die hinweise, liebe annette.
ich werde mir darüber gedanken machen, selbstverständlich hast du recht, wenn du schreibst, dass lyrik, dichtung, v.a. dicht sein sollte und man verschiedene dinge, die nicht unterstützend, sondern überwirkend wirken, weglassen sollte.
dichten ist eine harte angelegenheit, und das sog. eindampfen die schwerste.
mit vielem dank und eine schöne zeit
georg
Dieser Beitrag enthält 63 Wörter



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