Das Liedertreffen 2020 findet nicht statt!

Aufgrund der aktuellen Situation und der Gefährdung aller Teilnehmer durch das COVID-19-Virus, haben sich die Organisatoren des Liedertreffens schweren Herzens dazu entschlossen, das Liedertreffen im Mai abzusagen. Die Betreiber vom Naturfreundehaus Ebberg sind mit einer Stornierung in diesem Jahr einverstanden und berechnen uns auch keinerlei Stornogebühren, wenn wir die Buchung auf das nächste Jahr verschieben. Bei der dazu durchgeführten Umfrage haben sich sehr viele von Euch ebenfalls für diese Lösung entschieden, weshalb wir das Angebot angenommen haben. Bis zum 15.03.2020 hatten sich 44 Teilnehmer für das LT20 angemeldet. Diese Anmeldungen sind nun nicht mehr verbindlich und wir werden einen neue Anmeldeprozess starten, sobald wieder sicher geplant werden kann. Dies wird bestimmt erst im Herbst bzw. Winter möglich sein. Bis dahin werden wir Eure Anmeldungen zurückstellen und zum gegebenen Zeitpunkt nehmen wir Kontakt mit Euch auf. Bitte meldet Euch bei migoe oder moni, wenn Ihr Eure Anmeldung für 2020 NICHT ins nächste Jahr übernehmen möchtet. Wir werden sie dann löschen und Ihr könnt Euch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anmelden.

Mit dem NFH Ebberg haben wir bereits den Termin für nächstes Jahr fest vereinbart: Das LT 2021 findet vom 13. - 16- Mai 2021 statt.
Weitere Informationen werden wir im Forum mitteilen...

Es grüßen Euch, erleichtert und traurig zugleich Jürgen und Moni, die natürlich auch gerne die Planung des LT 2021 übernehmen würden

Ein Gedicht

Ein Lied besteht nicht nur Melodie und Rhythmus, sondern auch aus einem Text, der im Idealfall auch noch eine Botschaft vermittelt, tröstet oder wachrüttelt, beruhigt oder aufwühlt. Viele Lieder sind gesungene Geschichten und Gedichte. Erzähl uns von dem interessanten Buch, das Du gerade liest oder dem Gedicht, das Dich schon lange beschäftigt. Lass uns teilhaben an den Gedanken, die dir beim Lesen/Hören gekommen sind. Suchst Du ein bestimmtes Buch/Gedicht/Lied? Hier kannst Du jemanden um Hilfe bitten.

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amori
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Ein Gedicht

#41

Beitrag von amori » Mi 17. Jun 2015, 23:05

Beim Dialog ist die Sache eindeutig (oder zweideutig?)

Verehrtes Clemensken,
für Zweideutiges bist du doch unser erster Ansprechparter? :piep:
:flücht:
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Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Bertolt Brecht

Gegen RECHTS zu sein ist nicht LINKS, sondern LOGISCH.

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Ein Gedicht

#42

Beitrag von Clemens » Mi 17. Jun 2015, 23:30

In Ordnung, ich überlasse den Anfang einer Person, die nicht unweigerlich vom Luft-Verkehr redet und bei Vögeln an so fliegende Dinger mit Federn denkt... ;-)
Dieser Beitrag enthält 26 Wörter
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Re: Ein Gedicht

#43

Beitrag von fille » So 28. Okt 2018, 09:23

Guten Morgen liebe Lieder- und Literaturfreunde,

heute mal wieder ein Gedicht. Es passt (wenigstens in Oberbayern) zum Wetter

Welkes Blatt

Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.


Hermann Hesse

Liebe Grüße, Marianne
Dieser Beitrag enthält 91 Wörter
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Re: Ein Gedicht

#44

Beitrag von Nicky » Mo 29. Okt 2018, 14:14

Ihr Lieben,
da tummel ich mich schon seit Jahren im Forum rum und stosse jetzt erst auf diesen Thread.

Meine Lieblingsgedichte wechseln ständig, so dass ich nicht DAS EINE Lieblingsgedicht habe.

Aber durch Stephan Graumann habe ich ein neues Gedicht entdeckt, das mir gefällt und das ich ziemlich humorvoll finde. (Siehste Stephan, da liest doch noch jemand mit auf deiner Seite ;-))

Es ist von Robert Gernhardt, den ich allerdings nicht kannte, bevor Stephan auf seiner Homepage darauf hingewiesen hat.

Ach!
Ach, noch in der letzten Stunde
werde ich verbindlich sein.
Klopft der Tod an meine Türe,
rufe ich geschwind: Herein!

Woran soll es gehn? Ans Sterben?
Hab ich zwar noch nie gemacht,
doch wir werd’n das Kind schon schaukeln —
na, das wäre ja gelacht!

Interessant so eine Sanduhr!
Ja, die halt ich gern mal fest.
Ach – und das ist Ihre Sense?
Und die gibt mir dann den Rest?

Wohin soll ich mich jetzt wenden?
Links? Von Ihnen aus gesehn?
Ach, von mir aus! Bis zur Grube?
Und wie soll es weitergehn?

Ja, die Uhr ist abgelaufen.
Wollen Sie die jetzt zurück?
Gibts die irgendwo zu kaufen?
Ein so ausgefall’nes Stück

Findet man nicht alle Tage,
womit ich nur sagen will
— ach! Ich soll hier nichts mehr sagen?
Geht in Ordnung! Bin schon

Liebe Grüße
Nicole
Dieser Beitrag enthält 224 Wörter
...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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Re: Ein Gedicht

#45

Beitrag von fille » So 26. Jan 2020, 10:21

Hallo liebe Liederfreunde!

Die letzten Tage waren trüb-kalt,
Schnee gibt's nicht viel (ist alles
letztes Jahr runtergekommen).
Heute ist wieder ein typischer
Föhnizientag.

Aber das gab es schon vor über 150 Jahren:


Ein milder Wintertag


An jenes Waldes Enden,
Wo still der Weiher liegt
Und längs den Fichtenwänden
Sich lind Gemurmel wiegt;

Wo in der Sonnenhelle,
So matt und kalt sie ist,
Doch immerfort die Welle
Das Ufer flimmernd küsst:

Da weiß ich, schön zum Malen,
Noch eine schmale Schlucht,
Wo all die kleinen Strahlen
Sich fangen in der Bucht.

Ein trocken, windstill Eckchen
Und so an Grüne reich,
Daß auf dem ganzen Fleckchen
Mich kränkt kein dürrer Zweig.

Will ich den Mantel dichte
Nun legen übers Moos,
Mich lehnen an die Fichte
Und dann auf meinen Schoß

Gezweig′ und Kräuter breiten,
So gut ich′s finden mag:
Wer will mir′s übel deuten,
Spiel ich den Sommertag?

Will nicht die Grille hallen,
So säuselt doch das Ried;
Sind stumm die Nachtigallen,
So sing′ ich selbst ein Lied.

Und hat Natur zum Feste
Nur wenig dargebracht:
Die Luft ist stets die beste,
Die man sich selber macht.


Annette von Droste-Hülshoff
(* 12.01.1797, † 24.05.1848)


Schönen Sonntag
und liebe Grüße aus dem
nicht so kalten Oberbayern

Marianne
Dieser Beitrag enthält 224 Wörter
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Skywise
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Re: Ein Gedicht

#46

Beitrag von Skywise » Mi 29. Jan 2020, 15:54

Ilse Weber
Brief an mein Kind

Mein lieber Junge, heute vor drei Jahren
bist ganz allein du in die Welt gefahren.
Noch seh ich dich am Bahnhof dort in Prag,
wie du aus dem Abteil verweint und zag
den braunen Lockenkopf neigst hin zu mir
und wie du bettelst: laß mich doch bei dir!
Daß wir dich ziehen ließen, schien dir hart -
acht Jahre warst du erst und klein und zart,
Und als wir ohne dich nach Hause gingen,
da meinte ich, das Herz müßt mir zerspringen.
Gar oft hab ich geweint, das glaube mir,
und trotzdem bin ich froh, du bist nicht hier.

Die fremde Frau, die sich deiner angenommen,
die wird einst sicher in den Himmel kommen.
Ich segne sie mit jedem Atemzug —
wie du sie liebst, es ist doch nie genug.

Es ist so trüb geworden um uns her,
man nahm uns alles fort, nichts blieb uns mehr.
Das Haus, die Heimat, nicht ein Winkel blieb,
und nicht ein Stückchen, das uns wert und lieb.
Sogar die Spielzeugbahn, die dir gehört
und deines Bruders kleines Schaukelpferd ...
Nicht mal den Namen hat man uns gelassen:
Wie Vieh gezeichnet gehn wir durch die Gassen,
mit Nummern um den Hals. Das macht' nichts aus,
wär ich mit Vater nur im gleichen Haus!
Und auch der Kleine darf nicht bei mir sein ...

Im Leben war noch nie ich so allein.
Du bist noch klein, und drum verstehst du's kaum ...
So viele sind gedrängt in einem Raum.
Leib liegt an Leib, du trägst des andern Leid
und fühlst voll Schmerz die eigne Einsamkeit.

Mein Bub, bist du gesund und lernst du brav?
Jetzt singt dich niemand wohl mehr in den Schlaf.
Manchmal des Nachts, da will es scheinen mir,
als fühlte ich dich wieder neben mir.
Denk nur, wenn wir uns einmal wiedersehen,
dann werden wir einander nicht verstehen.
Du hast dein Deutsch schon längst verlernt in Schweden,
und ich, ich kann doch gar nicht schwedisch reden!
Wird das nicht komisch sein? Ach, wär's so weit doch schon,
dann hab ich plötzlich einen großen Sohn ...

Spielst du mit Bleisoldaten noch so gerne?
Ich wohn' in einer richtigen Kaserne,
mit dunklen Mauern und mit düst'ren Räumen.
Von Sonne ahnt man nichts, von Laub und Bäumen.
Ich bin hier Krankenschwester bei den Kindern,
und es ist schön, zu helfen und zu lindern.
Nachts wache ich bei ihnen manches Mal,
die kleine Lampe hellt nur schwach den Saal.
Ich sitze da und hüte ihre Ruh,
und jedes Kind ist mir ein Stückchen »Du«.
Mancher Gedanke fliegt dann hin zu dir -
und trotzdem bin ich froh, du bist nicht hier.

Das Leben hat viel Schönes mir genommen,
um wieviel Glück bin ich bei dir gekommen ...

Doch ich trag's gern, ist es auch manchmal hart,
viel Häßliches blieb dir dadurch erspart.
Und gerne litt' ich tausendfache Qualen,
könnt ich dein Kinderglück damit bezahlen ...

Jetzt ist es spät, und ich will schlafen gehn.
Könnt ich dich einen Augenblick nur sehn!
So aber kann ich nichts als Briefe schreiben,
die voller Sehnsucht sind - und liegen bleiben ...



Ilse Weber, Kinderkrankenschwester, setzte ihren ältesten Sohn Hanuš Weber (* 1931) in einen der "Kindertransporte", die Ende 1938 bis Mitte 1939 von Prag aus ca. 10.000 Kinder, die gemäß den Nürnberger Gesetzen als "jüdisch" galten, nach England brachten. Ilse Weber selbst und ihr jüngerer Sohn Tomas wurden Anfang Februar 1942 nach Auschwitz deportiert und ebenda am 6. Oktober 1944 vergast.

Gruß
Skywise
Dieser Beitrag enthält 602 Wörter
"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"

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