Der Tod nicht als Verfall

Ein Lied besteht nicht nur Melodie und Rhythmus, sondern auch aus einem Text, der im Idealfall auch noch eine Botschaft vermittelt, tröstet oder wachrüttelt, beruhigt oder aufwühlt. Viele Lieder sind gesungene Geschichten und Gedichte. Erzähl uns von dem interessanten Buch, das Du gerade liest oder dem Gedicht, das Dich schon lange beschäftigt. Lass uns teilhaben an den Gedanken, die dir beim Lesen/Hören gekommen sind. Suchst Du ein bestimmtes Buch/Gedicht/Lied? Hier kannst Du jemanden um Hilfe bitten.

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JuergenF
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Der Tod nicht als Verfall

#1

Beitrag von JuergenF » Sa 20. Jun 2009, 11:09

sondern als Festschreibung des Vollendeten, dabei nicht minder düster.
Die folgenden Zeilen bewegen mich immer wieder. Obwohl es natürlich Banausentum ist, einzelne Abschnitte aus einem Gedicht herauszureißen, aber ganz reinstellen kann ich´s ja eh nicht.

[...]
Wie kurz, wie kurz,
Wie kurz ist des Menschen Leben.
Und Trost ist nicht, da du mein Trost gewesen
Und Rat ist nicht, da du mein Rat gewesen
Und Schutz ist nicht, da du mein Schutz gewesen
Und Liebe nicht, da ich um deinetwillen
Die Welt geliebt.
Nur Klage um den Baum, der nicht mehr altert,
Der seine Blätter nicht mehr fallen läßt,
Und steht im Schwarzherbst
Und steht im Schneefeld
Und steht im Märzregen noch
Und seine Blätter sind Metall geworden
Und klirren geisterhaft im Frühlingswind.
Und Wunsch, vergeblicher, daß von dir wiche
Die Majestät der düsteren Vollendung. [...]
(aus: Requiem, von Marie Luise Kaschnitz)
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