Zwei sehr unterschiedliche Liederabende in Poltersdorf und Ellenz

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Petra
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Zwei sehr unterschiedliche Liederabende in Poltersdorf und Ellenz

#1

Beitrag von Petra » Di 9. Okt 2007, 11:33

Am 28. September führte mich mein Weg nach Poltersdorf, wo Andrea und Michael im Rahmen des Straßenweinfestes ausprobieren wollten, wie das ist, wenn man mal etwas andere Musik spielt als dort üblich. Sie hatten auch noch die Liedermacher Mario Dompke aus Bonn und Thomas Koppe aus Gießen eingeladen. Peter Dieterich vom Weingut Dieterich hatte gesagt, dass ab 19 Uhr aufgebaut werden könnte. Da war das geräumige Lokal aber bereits rappelvoll, der Geräuschpegel war entsprechend. Für die Musiker war kaum Platz, und auch das Verlegen der Kabel für die Lautsprecherboxen war eine Herausforderung. Davon verstehe ich nichts, deshalb bin ich aus dem warmen Lokal ins Freie geflüchtet. Thomas hatte schon festgestellt: "Das wird ein Kampfabend…" – und kurz vor acht konnte es losgehen.
Es war ja nicht das erste Mal, dass ich erlebt habe, wie in einem Lokal mit Bewirtung gesungen wird. Es kommt vor, dass die Musiker ignoriert werden, es kommt vor, dass die Gäste die Musiker übertönen, weil sie sich einfach nur unterhalten wollen, oder es beschwert sich auch mal jemand, dass ihm die Musik nicht gefällt. Hier fing es auch relativ harmlos an. Etliche Leute hörten zu und waren durchaus angetan, andere baten - wie in Rüdiger Bierhorsts Lied - "Spiel doch mal was zum Mitsingen", einigen gefiel es im Prinzip, nur halt nicht gerade auf einem Weinfest, eine ältere Dame fragte: "Spielen Sie auch Schlager?" Damit muss und kann man leben. Wirklich übel war aber ein Tisch voller betrunkener Gesellen und von denen einer, der sein Missfallen sehr aggressiv zum Ausdruck brachte und auch den ganzen Abend über keine Ruhe gab.
Andrea und Michael machten den Anfang und überraschten mich mit einem umfang- und abwechslungsreichen Repertoire. Bei der aktuellen Stimmungslage haben sie aber vorsichtshalber gleich mal Bellman aus dem Programm gestrichen. Dann spielte Thomas, den ich am Mittwoch vor dem Liedertreffen zwar gesehen, aber noch nie in Aktion erlebt hatte. Er begleitete sich mit Gitarre und Mundharmonika, und seine flotten Rhythmen fand ich sehr passend. Mir hat er wirklich gut gefallen. Das erste Set verlief auch noch ganz zufriedenstellend. Während seines letzten Liedes kam dann der örtliche Spielmannszug herein, um mit Trommeln, Pauken und Trompeten den Laden aufzumischen. Sie waren eine ganze Zeit zu Gange. Nach vier Stücken und dem Schnaps für alle zogen sie weiter. Hatte vorher jemand gesagt, unsere Boxen seien zu laut? Mario hatte nun die schwere Aufgabe, nach diesem Tornado ruhigere Töne anzustimmen. Er nahm es mit Humor und meinte, so eine Vorgruppe hätte er noch nie gehabt. *g* Sein sehr schönes Programm hatte halt den 'Nachteil', dass keiner die Lieder kannte, weil er ja lauter eigene Stücke sang. Er hat es auch mal gewagt, ein sehr ernstes Lied darunter zu mischen, das kam aber nicht gut an.
Im zweiten Durchgang kamen Andrea und Michael den Leuten entgegen und boten etwas mehr Stimmungsmusik. Michael machte seinem Unmut dadurch Luft, dass er teilweise zu dick auftrug, uns vielsagende Blicke zuwarf und auch mal eine Grimasse schnitt. Aber die Suffköppe an unserem 'Lieblingstisch' merkten davon rein gar nichts. Gegen Ende des Sets gingen sie eher zu Marschrhythmen über, um es für Thomas nicht ganz so schwer zu machen, denn der hat natürlich keine Gröl- und Schunkellieder. Der Hauptpöbler meckerte auch gleich, als ein Lied kam, das er natürlich nicht kannte. Auch bei Thomas' Liedern kann man sehr gut mitsingen, man muss sich halt nur vorher die Mühe machen, auf Text und Melodie zu achten. Diese Chaoten kannten aber hauptsächlich ein Lied, dass sie immer wieder grölten – 'Viva Colonia'. Als Thomas ein weiteres seiner Lieder anstimmte, dessen Text 'man' nicht kennt, wurde der eine Störenfried so aggressiv, dass ich fast dachte, er würde sich an ihm vergreifen. Thomas sang sein Lied tapfer zu Ende, machte danach aber Schluss, wenn ich mich recht erinnere. Auch Mario brachte seinen zweiten Durchgang hinter sich, aber Spaß machte das nicht mehr.
Mir schien, dass sich etwas zu früh die Reihen in dem gut gefüllten Lokal lichteten. Es mag an der merkwürdigen Stimmung gelegen haben, die im Laufe des Abends entstanden war. Wir ließen – leider zu spät – einen Hut rumgehen, da kam aber nicht viel zusammen, der bewusste Tisch gab natürlich überhaupt nichts. Andrea und Michael griffen noch ein weiteres Mal zu ihren Instrumenten; Mario begleitete sie teilweise auf der Gitarre. Der größte Erfolg des Abends war Marmor, Stein und Eisen bricht. Es war schon spät, als beschlossen wurde, die Quälerei zu beenden. Die Anlage sollte eigentlich stehen bleiben, die wollten wir am nächsten Morgen in aller Ruhe abbauen. Aber kaum waren die Mikros frei, setzten sich zwei Betrunkene dort hin, um mal zu zeigen, welche Musik sie für angemessen hielten. Deshalb machten wir kurzen Prozess, räumten zusammen, packten alles ins Auto und ließen den Abend bei Andrea und Michael ausklingen.
Der zweite Liederabend am 29. September war in Ellenz geplant, wo das Weinfest bereits eine Woche vorher stattgefunden hatte. Die Lokalität war ein uriger Weinkeller mit viel Atmosphäre. Spannend war schon der Eingang. Mit meiner geringen Körpergröße wäre ich normalerweise gut hindurch gekommen, aber man konnte nicht gerade hineingehen. Selbst Andrea und ich mussten uns kräftig bücken, um von der hoch gelegenen Straße durch die zwei Stufen tiefer liegende Tür zu kommen. Es war kühl in dem Weinkeller, der Wirt zündete bald ein Feuerchen im Ofen an, und es waren noch keine Gäste da. So konnte der Aufbau in aller Ruhe erfolgen. Der Wirt hatte ein Eckchen frei geräumt, aber als wir anfingen aufzubauen, wurde es doch wieder recht eng. Außerdem war Andrea sehr unglücklich, weil sie praktisch hinter einem Fass verschwand und nur von einem Tisch aus gesehen werden konnte, und natürlich sah sie selbst ja auch nichts. Trotzdem wurde so aufgebaut, man musste erst mal sehen, wie es funktionieren würde, wenn die Gäste und der Wirt im Lokal unterwegs waren.
Thomas hatte an diesem Nachmittag einen Auftritt in der Nähe von Dresden und würde es wohl kaum schaffen, noch zu uns zu stoßen. Die anderen gingen sicherlich mit gemischten Gefühlen in diesen Abend. Der Weinkeller füllte sich zögernd, und Andrea und Michael eröffneten das Programm. Michael erklärte, dass sie Lieder ganz unterschiedlicher Art aus mehreren Jahrhunderten darbieten würden. "Wir spielen mal ein paar Sachen, um herauszufinden, was Ihnen gefällt." Geschickt formuliert, fand ich, und die Leute saßen ganz ruhig, gespannt und erwartungsfroh.
Wie am Vortag begannen sie mit Gut, wieder hier zu sein. Die Leute klatschten und danach wurde es wieder mucksmäuschenstill. Nur mal ein leises Raunen: "Das ist aber schöne Musik." Es war sehr faszinierend – Konzertatmosphäre im Weinkeller! Dieses Mal konnten sie getrost Bellman-Stücke bringen, das Publikum lauschte weiter gebannt. Nach und nach füllte sich das Lokal, was natürlich etwas Unruhe mit sich brachte, aber wenn die Neuen sich eingerichtet hatten, lauschten sie aufmerksam mit den anderen zusammen. Andrea und Michael waren ziemlich schnell durch mit ihrer Setliste, und inzwischen war abzusehen, dass die Musiker nicht länger hinter dem Fass versteckt bleiben mussten. Die Gäste saßen brav auf ihren Plätzen, der Wirt kam gut durch. Mario hat ein Headset, sodass er sich nicht mit dem Mikrofonständer rumplagen musste, und er platzierte sich vor dem Fass, wo die Kommunikation mit den Zuhörern viel besser funktionierte. Auch heute spielte er Lieder, die 'man' nicht kennt, aber dieses Mal klappte es. Die Leute bemerkten, dass er sehr schöne Melodien und anspruchsvolle Texte bot und honorierten das.
Es war ein bisschen schwieriger, Andrea und Michael vor dem Fass zu positionieren, aber wo ein Wille ist … Mit etwas Improvisation ist es gelungen. Der Weinkeller ist nicht sehr groß, sodass Michael ohne Mikrofon singen konnte, Andreas Mikroständer stand hinter ihr. Die Haltestange kam also von hinten, aber das nahm sie gerne in Kauf, wenn sie dafür besseren Kontakt zu den Zuhörern hatte. Ein dankbares Publikum beflügelt die Künstler natürlich, und Andrea und Michael spielten querbeet alles, was sie drauf hatten. Alte Volkslieder wie Bunt sind schon die Wälder und Hoch auf dem gelben Wagen wechselten sich mit Liedern von Wader, Mey, Hoffmann und Schöne ab. Sehr gut hat mir das Lied Das große Eis von Robert Long gefallen. Die Leute sangen oder klatschten mit wo es ging, bei leisen Liedern hörten sie zu. Selbst den extremen Bruch machten sie problemlos mit, als Michael nach Mein Weg von Klaus Hoffmann das Stück Marzipan ansagte, dessen Text für 'Norbert und die Feiglinge' geschrieben worden war und das der Liedermaching Fred Timm heute noch im Programm hat. Es ist eine Cover-Version des Songs Lady in Black von Uria Heep, das langgezogene Aaaaaaahhhh aus dem Refrain kennt wirklich jeder und war ein sehr krasser Gegensatz zu dem poetischen Hoffmann-Lied, aber was soll's – an diesem Abend glückte einfach alles. Zuguterletzt hatten sie gar die interessante Idee, ein Kinderlied von Gerhard Schöne zu singen: Jule wäscht sich nie, und auch dafür gab es viel Beifall.
Je mehr der Abend fortschritt und je mehr der Wein floss, desto lauter wurde es, aber trotzdem hörten sie weiter zu. Im ersten Durchgang hatte Mario auch ernste Lieder gesungen, suchte jetzt aber nur noch die lustigen heraus. Ein Mal kamen acht Weiber herein, die waren sehr gut drauf, haben mitgeklatscht oder mitgesungen. Es war einfach nur schön. Als er keine lustigen Lieder mehr hatte, hat er mit dem Klobürstenblues noch eine Premiere versucht und ist dann auch auf ein paar Kinderlieder ausgewichen, alles ebenfalls mit großem Erfolg. Als er sich verabschieden wollte, wurde er gebeten, das Kinderlied Gespräch mit Tieren noch einmal zu singen.
Nun spielten Andrea und Michael noch einen Durchgang, und als Mario bei einem Stück dazu kam, um die Begleitung zu spielen, war er schon wieder mittendrin. Er brachte noch ein Kinderlied-Potpourri-Instrumental, und die Leute freuten sich wie die Kinder, wenn sie wieder ein Lied erkannten. Egal, was geboten wurde, die Zuhörer waren dabei. So was habe ich echt noch nicht erlebt in einer Kneipe. Natürlich wechselte das Publikum im Laufe des Abends und trotzdem hat es funktioniert – schon sehr erstaunlich. Als einmal ein ganzer Tisch aufbrach, entschuldigten sie sich dafür, es läge nicht an der Musik, sie hätten halt noch etwas vor. Nachdem das am Vortag mit dem Hut nicht so gut gelaufen war, stellte Mario ihn dieses Mal am Durchgang auf, damit auch die was geben konnten, die nicht bis zum Schluss blieben. Und das hat sich sehr gut bewährt. :-)
Den ganzen Abend über dachten wir an Thomas Koppe und bedauerten, dass er nur den verkorksten Auftritt vom Vortag miterleben durfte. Es wäre verrückt gewesen, an diesem Samstag auf dem Rückweg von Dresden noch einmal den Umweg über die Mosel zu machen, aber heimlich haben wir gehofft, dass er vielleicht doch noch auftaucht. Das Publikum wäre ihm zu Füßen gelegen.
Ursprünglich hatte ich nur vor, am Freitag dabei zu sein. Ich danke Andrea für die kleine harmlose Frage, ob ich vielleicht nicht doch noch bleiben wollte. Danke für eine weitere Nacht unter Eurem Dach und für einen wunderschönen Abend – Mario, auch Dir danke für den Abend. Am Samstag hatten wir leider den Fotoapparat vergessen, aber ein Gast hat ein paar Fotos gemacht und uns zugeschickt. Einige davon werde ich in die Bildergalerie stellen.
Viele Grüße von Petra
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Guest
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Zwei sehr unterschiedliche Liederabende in Poltersdorf und Ellenz

#2

Beitrag von Guest » Di 9. Okt 2007, 17:56

Hallo Petra,
vielen Dank für den sehr schönen Bericht. Nun weiß ich erst, was ich am Samstag verpasst habe. Froh bin ich trotzdem, habe ich doch wenigstens einen Abend mit vier sehr netten Menschen verbracht:-) und ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen. Liebe Grüße an Euch und bis dann, Thomas :wink:
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petitoiseau
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Zwei sehr unterschiedliche Liederabende in Poltersdorf und Ellenz

#3

Beitrag von petitoiseau » Di 9. Okt 2007, 21:56

Hallo Petra,
vielen,vielen Dank für diesen wunderschönen Bericht, ich mußte Tränen lachen, als ich ihn gelesen habe.Du kannst klasse Berichte schreiben!!!
Es waren wirklich zwei Abende voller Gegensätze, aber zwei Abende mit ganz lieben Menschen, die bei uns zu Gast waren und auch gerne wieder Gast sein dürfen (wenn sie möchten...).
Es war echt schade, dass Thomas am zweiten Abend nicht da war, aber ich denke trotzdem, dass wir auf jeden Fall nochmal was zusammen machen sollten.Wenn auch nicht unbedingt an einem Straßenweinfest.(Anfragen haben wir bereits)
Alles Liebe & vielleicht bis bald Andrea
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Clemens
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#4

Beitrag von Clemens » Di 9. Okt 2007, 23:32

Liebe Petra,
danke für einen weiteren Deiner nicht zu verwechselnden Berichte.
@ Thomas
Schade finde ich allerdings, dass ich von einer "Mugge" nahe Dresden erst im Nachgang erfahre (Oder hab ich das falsch verstanden und Nähe ist nur relativ?).
Im Kalender warst Du ja für die Mosel eingetragen und das ist dann doch eher nicht nahe Dresden.
Seid lieb gegrüßt von Clemens :-)
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Petra
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#5

Beitrag von Petra » Mi 10. Okt 2007, 00:30


(Oder hab ich das falsch verstanden und Nähe ist nur relativ?).

Lieber Clemens,
Nähe ist wahrscheinlich nur relativ, aber bestimmt war er näher an Dresden als an der Mosel. Aus seinem eigenen Bericht über das Wochenende:
Gegen Mitternacht machte ich mich auf den Weg in Richtung Gießen, denn am Samstag sollte ich in Neugersdorf auf einem Herbstfest die Geschichte vom kleinen grünen Frosch erzählen. Und Neugersdorf liegt im Landkreis Löbau-Zittau.
Auf meiner Karte habe ich ein Zittau gefunden, damit ist es so wie mit Görlitz: Das ist schon beinahe nicht mehr Deutschland. Wie weit das von Dresden entfernt ist, kann ich schlecht abschätzen, aber auf jeden Fall ist er an Dresden vorbei gefahren. Und in Neugersdorf gab's dann ein Kinderprogramm.
Übrigens hat er sich eine Frage selbst beantwortet:
Wie weit ist es von Gießen nach Neugersdorf?
Antwort: Meine Fresse!
Ganz so weit ist es von Dresden aus sicherlich nicht. :-D
Viele Grüße von Petra
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Zwei sehr unterschiedliche Liederabende in Poltersdorf und Ellenz

#6

Beitrag von Siegesmund » Mo 15. Okt 2007, 11:01

Ein sehr schöner Bericht, Petra.
Obwohl ich natürlich nicht dabei war, kann ich mir die Stimmungen an beiden Abenden genau vorstellen, weil ich es auch so kenne.
Wenn sich ein Betreiber einer Lokalität mal dazu durchringt einen akustischen Abend zu veranstalten, dann aber bitteschön bei freiem Eintritt, damit die Stammkundschaft nicht verärgert wird. Und genau die macht einem dann oft das Leben schwer, weil sie gar nicht damit rechnet, daß da plötzlich jemand spielt - auch noch die eigenen, unbekannten Lieder. Da der Betreiber es nicht so hat mit Werbung, können sie ja auch nix davon wissen. Werbung muss man dann schon selbst machen. Die Leute, die dann zuhören sind leider meist in der Minderheit.
Aber genau so gibt es dann die "anderen" Abende. Die Leute sind offen und hören zu. Solch ein Abend wiegt dann genauso wie fünf Abende mit "falschem Publikum" ;)
Zum Glück wird man aber auch oft genug positiv überrascht von Leuten und Spielorten, bei denen man zuerst ein mulmiges Gefühl hat. Es ist eben nix fix...
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#7

Beitrag von Mario » Di 16. Okt 2007, 07:53

Hallo,
vielen Dank Petra für diesen, uns alle schmeichelnden Bericht. Aber ich kann ihn nur voll und ganz bestätigen und darf noch anmerken: Der Ärger über das "Weinfestinventar" (Besoffki) war zwar teilweise sogar schmerzlich, wurde aber insgesamt durch die positiven Reaktionen auch im ersten Lokal aufgewogen. Ich schreibe Lieder und Texte mit Zwischentönen und genau diese habe ich zwischen der pöbelnden Masse (hier war es eigentlich die pöbelnde Minderheit) herausgehört. Viele positive Kommentare von Gästen, die das Lokal eben wegen der Pöbeler verließen, machten den Abend für mich nicht zu einem verlorenen Abend (und natürlich unsere Gastgeber Andrea und Michael)
Na ja, und der zweite Abend entschädigt mich immer noch :applaus:
Eine klitzekleine Korrektur habe ich aber an deinem Bericht.
Das schöne Lied "Das große Eis" ist nicht von Robert Long, sondern von dem Dragset Duo und beschreibt die Sprachlosigkeit zwischen Vater und Sohn. Das Dragset Duo möchte ich allen Liebhabern künstlerischer Liedermacherlieder wärmstens ans Herz legen (vielleicht ein Webseiten Tip?, habe aber die Adresse nicht zur Hand, sie ist auch nicht unter Dragset Duo zu finden, sondern unter dem namen des einen Mitgliedes, der Maler ist).
Mario
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#8

Beitrag von Mario » Mi 17. Okt 2007, 09:32

Hallo,
so nnun habe ich die Seite des Dragset Duos rausgesucht.
http://www.atelier-knortz.de/folkmusik.html
Viel Spaß
Mario
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#9

Beitrag von Charlotte » So 21. Okt 2007, 16:54

Hallo,
ich habe gerade die beiden Berichte von Petra gelesen und musste auch etwas grinsen. Ich wohne hier an der Mosel und kenne "Straßenweinfeste" und "Tage der offenen Weinkeller". Ich muß nun einfach auch einmal eine Lanze für dieses Publikum brechen. Ich finde Liedermacher auf einem Straßenweinfest einfach fehl am Platz. Hier gehen die Menschen hin um miteinander zu reden und zu feiern, und nicht um anspruchsvolle Musik zu hören. Dies kann nur schief gehen, weil Erwartung und Angebot überhaupt nicht zusammen passen.
Etwas anders sieht es beim "Tag der offenen Weinkeller" aus. Wenn hier das Musikprogramm im Vorfeld (was üblich ist) angekündigt wird, kann sich das Publikum den Keller nach seinem Geschmack aussuchen. Hier stehe ich einem solchen Angebot positiv gegenüber, wenn es nicht zu anspruchsvoll ist. Ansonsten einfach unabhängig von anderen Festen einen Liederabend anbieten, dann findet sich ganz sicher ein dankbares Publikum.
Liebe Grüße von
Charlotte, die Liedermacherabend gut findet.
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