Wer kommt nach den alten Dinos?

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Krumpfy
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Wer kommt nach den alten Dinos?

#1

Beitrag von Krumpfy » So 24. Aug 2003, 20:47

Hallöchen Liedermacherfreunde!
Eine Frage beschäftigt mich schon seit langer Zeit: Wer kommt eigentlich nach den alten Liedermacherdinos wie Wader, Wecker, Mey, Degenhardt etc.? Alle diese Herren kratzen mehr oder minder heftig an der staatlich empfohlenen Ruhestandsgrenze :-? ! Und auch der Gevatter streckt manchmal unverhofft und brutal seine Sense in die Menge :cry: ! Wer also soll die Liedermacherlücke füllen, die sich da doch in den nächsten (hoffe ja noch langen) Jahren auftut!
Die heute doch kommerziel erfolgreichen und bekannten Liedermachen entstammen ja alle noch aus einer Zeit, da das deutsche Liedgut noch in mancher Munde geführt wurde und noch nicht gesellschaftlich verpöhnt war! Alle haben sie sich mehr oder weniger im Wirtschaftswunder hochgekämpft und nach und nach ihren "Kultstatus" erlangt, der die Hallen auch in heutiger Zeit noch füllt :-) ! Am Fan-Nachwuchs kann es eigentlich nicht wirklich liegen, denn die Konzerte sind ja von allen Altersgruppen rege besucht - also die Frage:
Wo wachsen Liedermacher nach! Es gibt zwar den ein oder anderen Barden, der sich durch die Kneipen schleppt, von Gig zu Gig tingelt und dort auch begeistert aufgenommen wird! Aber die großen Musikverlage, die ja auch die jetzigen Dinos in den Ring schicken, sorgen scheinbar nicht wirklich für Nachwuchs?! Oder ist der Plattenladen meines Vertrauens einfach nur schlecht bestückt :-D ?
Gibt es den Jung-Liedermacher, will ich sie mal frech so nennen, die mit ähnlichem Anspruch, politischem Zorn, sprachlicher Verliebtheit das Liedermachertum weiterführen können? Oder entwickelt die Spaßgesellschaft eine neue Art "Liedermaching" die dann irgendwann die "alten Grübler" ablöst?!
Fragen über Fragen... :oops:
mit ratlosen Grüßen
Krumpfy
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Nordlicht
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Wer kommt nach den alten Dinos?

#2

Beitrag von Nordlicht » So 24. Aug 2003, 22:17

Hallo, Matthias !
Zunächst mal: die "alten Liedermacher- Dinos", die tun mir ein wenig in der Seele weh. Immerhin sind die von Dir angeführten Beispiele gerade einmal "nur" knapp 20 Jahre älter als ich. Wenn ich´s denn aber überlege, bin ich auch schon seit guten 25 Jahren Fan - und folglich zusammen mit diesen Dinos gealtert. Insofern hast Du vielleicht ja doch Recht... *seufz*
Aniway: Leider, leider muß ich zu Deiner Frage mal ein wenig "schwarzmalen", denn ich sehe z.Zt. niemanden, der in eine Mey-, Wader-, Hoffmann oder wie-auch-immer- Lücke springen könnte und dann auch passen würde.
Woran liegt das ? Nun, Musik wird heute von der Industrie ja nur noch nach Quotentauglichkeit und Marketingpotential produziert, will heißen: Je mehr Menschen auf Superstars & Co. stehen, desto fleißiger wird derartiger Schrott (sorry, meine Meinung...!) produziert. Und wenn Du einmal in die Bereiche Electro- Pop oder Techno schaust, dann siehst Du, daß derartige Musik heutzutage wirklich in "Echtzeit" produziert wird. Daß das dann nicht unbedingt förderlich für die Qualität ist, dürfte klar sein.
Wenn ich einmal in die 70-er- oder auch die 80-er- Jahre schaue, dann waren da Bands, die ein Album ablieferten, dies promoteten, auf Tour gingen und dann wieder für 2 oder 3 Jahre verschwunden waren, während denen sie neue Songs entwickelten und im Studio einspielten. Sieh Dir mal die Veröffentlichungs- Zeiten von Bands wie Pink Floyd, Fleetwood Mac u.ä. an. Sicher, auch damals ging es letztlich um die Verkaufszahlen und die Erlöse, aber das hat sich heutzutage mehrfach potenziert.
Und dasselbe gilt natürlich auch analog für die Liedermacher: Es gibt wohl noch einen harten Kern von Fans(z.B. uns auf dieser Seite...), aber die "schnelle" Musik rechnet sich für die Plattenfirmen natürlich mehr. Daher besteht dann kein wirkliches Interesse, solche "Randgruppen-Musik" zu vermarkten.
Natürlich gibt es im lokalen Umfeld immer wieder auch jemanden, der oder die es bestimmt Wert wäre, von ihm oder ihr mehr zu hören, aber leider, leider.... siehe oben !
Was bleibt dem "Hardcore- Liedermaching- Fan" da noch ? Ich denke, so, wie es z.Zt. aussieht, nur die Hoffnung, daß letztlich auch die Industrie wieder vom "Murks- Musik- Zug" abspringt und wieder mehr in die Qualität als in den Umsatz der Musik investiert. Vielleicht klappt´s ja irgendwann...
Ziemlich hoffnungslose Grüße aus Lübeck,
ANDREAS.

(...der sich angesichts dessen mehr und mehr in seinem Plattenschrank vergräbt, wo noch viele richtig schöne - und sehr gute - Vinyl- Rundlinge stehen, die noch richtig mit der Hand gemacht wurden...)
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"But as long as I can see the morning,
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#3

Beitrag von migoe » Mo 25. Aug 2003, 10:26

Hallo Ihr beiden,
ich habe die Hoffnung und bin auch ganz zuversichtlich, daß es momentan keinen Grund für Panik gibt, denn so wie es scheint haben die großen, alten, bekannten Liedermacher eine Art "Altersvitalität" erreicht, die ihnen die Kraft geben wird in den kommenden 5 Jahren (oder so...) noch die eine oder andere Perle zu veröffentlichen. Was danach kommt wird man sehen. Sicher ist, die Zeit der Liedermacher ist (aus meiner Sicht) endgültig vorbei - zumindest diese Art von Liedermachern, die Nordlicht noch von "früher" kennt. Aber mittlerweile hat sich bei vielen junden Talenten die Erkenntnis durchgesetzt, daß man auch dann Spaß an der Musik haben kann, wenn nicht jedes Lied englisch getextet wird - und nicht alles, was einen deutschen Text hat ist Schlager oder Deutschrock...ich freue mich auf jeden Fall, auf die Suche zu gehen und die jungen Talente zu finden, die hier vergebens und zweifelnd beklagt werden...:-D
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#4

Beitrag von Clemens » Mo 25. Aug 2003, 18:04

Hallo migoe,
ich habe die Hoffnung und bin auch ganz zuversichtlich
da kann ich mich nur herzlich gern anschließen, auch, weil hier einiges dafür passiert.
Vielleicht wäre es ein bedenkenswerter Vorschlag hier noch eine "Ecke" einzurichten, in welcher sich junge Liedermacher selbst vorstellen können. Nicht etwa im Sinne einer "billig betriebenen Hompage", aber mancher hat ja so etwas gar nicht, und wer eine eigene Seite betreibt, der würde ohnehin darauf verweisen.
Also, ich teile weder die Meinung, dass Liedermacher eine "aussterbende Spezies" sind, noch die, nach welcher es Unmengen von mindestens ebenbürtigen "Mey-Pluhar-Wader-Wecker-Nachfolger(inne)n" gibt, die nur von der Musikindustrie geschnitten werden.
Mag sein, dass die Art der Lieder, mit welcher ich seit Ende der 60ger Jahre vorzugsweise Umgang hatte, nach der "Generation Mey" in dieser Bekanntheit nicht mehr nachwachsen.
Die guten Künstler unserer Zeit wird man auch nach Generationen noch hören, wie heute "Klassik".
Ich wollte gar nicht jeden Tag zwischen Kriegsberichten und Colawerbung Liedermacher aus dem Radio hören. Für gute Dinge muss man etwas tun (wie zum Konzert gehen, CDs kaufen, sich kundig machen). Was uns die "Daddy-Blue-Kultur" beschert, das hat eben Bohlenniveau. Und ich gönne es ohne jede Häme allen, die daran Freude finden.
Ich bin sicher, es wird weiter Liedermacher geben, und es werden sich einige wenige durch Qualität durchsetzen. Mir fällt der junge Bodo Wartke ein, von dem wir hoffentlich noch Einiges zu erwarten haben.
Ich bin gespannt, sollte ich noch Enkel erleben, welche Lieder die hören und singen.
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#5

Beitrag von migoe » Mo 25. Aug 2003, 22:00

Hallo Clemens :-)
Vielleicht wäre es ein bedenkenswerter Vorschlag hier noch eine "Ecke" einzurichten, in welcher sich junge Liedermacher selbst vorstellen können.

Diese "Ecke" gibt es hier eigentlich schon in mehreren Versionen:
1. dieses Forum, wo jeder Künstler sich natürlich auch
selber vorstellen darf/kann.
2. das Liedermacher-Archiv, in das sich jeder Künstler selber eintragen kann bzw. sich eintragen lassen kann
3. bei den Netztipps ist es möglich auch eigene Einträge vorzunehmen (wie z.B. von CARSCHti gemacht)
4. Über einen News-Artikel kann jeder Künstler sich oder z.B. seine eigene Webseite vorstellen
Ich erhalte auch immer mal wieder Anfragen von jungen Liedermachern oder Fans von diesen und stelle gerne Informationen zur Verfügung, aber sinnvoller ist es, das selber zu tun - es geht auch schneller, denn ich bin seit Monaten nicht mehr fähig, mich 100% um die Seite zu kümmern. Ich sehe es so: wer als Künstler sich zwar eine eigene Webseite bastelt (oder basteln lässt), dann aber die Werbung im Netz nicht konsequent weitertreibt, der wird auch nicht wahrgenommen.
Jeder Künstler hat die Möglichkeit Informationen über sich selbst und seine Arbeit hier zur Verfügung zu stellen. Egal, ob es sich um Bilder, Texte, Termine oder mp3-Downloads handelt. Doch bis es soweit ist, denke ich, wird es wohl noch einige Monate dauern - es muß sich halt nur mal jemand trauen sich "anzubiedern" ;-)
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Wer kommt nach den alten Dinos?

#6

Beitrag von JuergenF » Mo 25. Aug 2003, 22:38

Hätt da mal ein Frägelchen: Warum kommt hier z.B. kein Grönemeyer vor? Zu erfolgreich?
Gespannt auf Antworten lauschend
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#7

Beitrag von migoe » Mo 25. Aug 2003, 23:07

Hallo Jürgen :-)
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#8

Beitrag von Clemens » Di 26. Aug 2003, 17:20

Hallo migoe,
Diese "Ecke" gibt es hier eigentlich schon in mehreren Versionen

das stimmt und ich schäme mich fast ein bisschen. :roll:
Wer sich so nicht traut, der würde sicherlich auch nicht von dem Satz "Hier können junge Liedermacherinnen..." den gaaaanz großen Motivationsschub bekommen.
Also werde ich geduldig mit Dir warten. ;-)
Liebe Grüße von Clemens
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Carsten K
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Wer kommt nach den alten Dinos?

#9

Beitrag von Carsten K » Di 26. Aug 2003, 22:41

Hallo Clemens, hallo @all,
also ich als "junger"(höhö) Liedermacher empfinde so ne Seite wie diese durchaus als Motivationsschub, wie das Internet überhaupt... Ich bilde mir ja gar nicht ernsthaft ein, mich mit den "alten Dinos" messen zu können, aber ich freue mich über (fast) jede Möglichkeit, meine Lieder einer breiteren Öffentlichkeit (denen, die sowas mögen) zugänglich machen zu können.
Für mich ist das bloß ein Hobby, ich muß damit nicht meinen Lebensunterhalt verdienen, aber gerade dieses Genre "Liedermacher" bietet sich ja förmlich an, mich als "Hobby-Künstler" zu betätigen. Ich brauche eine akkustische Gitarre, Papier, Stift, inzwischen eher den Computer ;-), ich schreibe einen Text, mach eine Melodie drauf, muß nicht mal einen Proberaum mieten, um das ganze einzuüben, und kann die selbstgemachten Songs problemlos meinem gesamten Bekanntenkreis fast jederzeit präsentieren... Und wenn ich mich nicht scheue, auch noch Straßenmusiker zu sein, kann ich mit meiner Kunst sogar auf Tournee durch nahezu sämtliche Fußgängerzonen dieser Republik gehen, und irgendwo gibt's meistens sogar ein paar wenige, denen das gefällt, was ich mache... Und dank Internet erreiche ich inzwischen auch mit wenig technischem Aufwand Leute, denen ich im "wirklichen Leben" vielleicht nie begegnen würde...
Nicht davon leben zu müssen, ist natürlich auch ein Privileg, als Profi-Liedermacher würde ich auch durch solche Seiten nicht reich und berühmt, aber viele der hier genannten "Dinos" (und andere) haben sich zB Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre im Berliner "GoIn" getroffen, einfach, um ihre Lieder zu spielen, klar auch vor Publikum, aber die wenigsten sind dadurch gross rausgekommen oder reich und berühmt geworden. Und diese Festivals wie jüngst im Schwarzwald oder in Kevelaer haben für mich nen ähnlichen Charakter, man kann seine eigenen Lieder zum besten geben, sich an denen der anderen berauschen, und vielleicht wird der eine oder andere ja auch eines Tages reich und berühmt, wer weiß? Wenn jedenfalls wer die Nachfolge von Mey, Wader, Wecker, Degenhardt & co antreten sollte, dann doch besser so als durch irgendwelche Casting Shows (Spaßgesellschaft hin oder her), oder?
In diesem Sinne
Liebe Grüße an alle
von cARSCHti
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"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)

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