Technische Probleme mit den Einloggen über das Usermenü.

Was ist geschehen?

Für die Forensoftware wurde ein neues Update eingespielt. Dabei wurden von den Entwicklern einige Funktionen geändert, die für mehr Sicherheit beim Umgang mit Login Daten sorgen sollen. Dafür müssen aber einige Teile der Webseite umprogrammiert werden, die von Modulen verwendet werden, die auf die Änderungen am Hauptprogramm noch nicht eingestellt wurden. Dies betrifft leider auch das Login Eingabefeld in Usermenü, wenn Du ausgeloggt bist.

Muss ich jetzt ein neues Passwort anfordern, um mich einloggen zu können?

Nein, es ist nur momentan nicht möglich, sich über das Usermenü einzuloggen.

Wie kann ich mich denn auf dem Forum Einloggen?

Bitte klicke links oben über der Eingabemaske auf das Wort "Anmeldung" und gibt Deine Login Daten in den entsprechenden Feldern ein.

War der Schutz meiner persönlichen Daten zu jeder Zeit gegeben?

Das Update hatte keine Auswirkung auf irgendwelche Daten. Es wurde lediglich ein Programmteil geändert, welches sicherstellen soll, dass sich niemand mit den Daten eines anderen Users (z.B. eines Admins oder Moderators) Einloggen kann, obwohl er dafür nicht die Zugangsberechtigung hat.

Was muss ich jetzt noch tun / beachten?

Du kannst mir etwas Zeit geben, damit ich eine Lösung für dieses Problem finde. Ich habe mich bereits an die Entwickler gewandt und hoffe, sie können mir schnell helfen.

Ich habe dazu noch Fragen.

Bitte melde Dich in diesem Fall direkt über das Kontaktformular bei mir.

08.05.2019, migoe | www.liedermacher-forum.de

"Von vorne mit Anlauf" - Wortfront am 28.10.2008 live im Linzer Posthof

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Nordlicht
...hat schon mal ein LT organisiert
Beiträge: 645
Registriert: So 16. Feb 2003, 22:31

"Von vorne mit Anlauf" - Wortfront am 28.10.2008 live im Linzer Posthof

#1

Beitrag von Nordlicht » Mi 29. Okt 2008, 15:53

Hallo, liebe Freunde !
Manchmal braucht man eben ein wenig länger… - unter dieses Motto läßt sich der Dienstag abend stellen. Nicht, daß ich zu spät zum WORTFRONT- Auftritt gekommen wäre, nein, aber… wie soll ich das jetzt ausdrücken ? Ich sehe schon, es ist am Besten, ganz von vorn zu beginnen:
Beim Liedertreffen am Üdersee erzählte mir Piet vom Duo WORTFRONT, und er äußerte sich so begeistert, daß ich Interesse aufbrachte. Die CD, die er bei sich hatte, wurde dann aus zeitlichen Gründen nicht mehr gehört, aber der Band- Name hatte sich doch eingeprägt. Ich nahm mir fest vor, eine Recherche im Internet zu starten. Irgendwie ging sich das in den letzten 5 Monaten aber nicht so richtig aus. Und dann lasen Ulrike und ich irgendwo, daß WORTFRONT in Linz auftreten sollten, zum zweiten Male übrigens. Also kurzerhand die Karten besorgt. Zu denen gab es eine kleine Promo- CD mit 3 Stücken, quasi als ‚Appetizer’. Und da wollte ich nun wirklich mal reinhören. Leider blieb es auch hier beim guten Vorsatz, so „nebenbei“ war zwar mal die Gelegenheit, aber was ich da hörte, und das war nicht wirklich viel, fand ich anfangs gar nicht so überzeugend. Nun ja, und als gestern abend nun die Abfahrt in Richtung ‚Posthof’ anstand, sah ich diesem Auftritt nicht wirklich enthusiastisch entgegen.
Als am Veranstaltungsort dann als Auftritts- Ort der ‚Kleine Saal’ ausgeschildert war – und dieser Saal gerade mal etwas mehr als 100 Zuschauer faßt -, stellte sich die Frage, ob Alfred Dorfer, ein österreichischer Kabarettist, der zeitgleich im ‚Großen Saal’ auftrat, nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Aber egal: Im ‚Kleinen Saal’ gibt es die freie Platzwahl, und da weder Ulrike noch ich die 1. Reihe bevorzugen, nahmen wir die 2. Reihe, ziemlich in der Mitte, und harrten der Dinge, die im Laufe des Abends noch folgen sollten.
Die Bühne war in schlichtes schwarz gehüllt, erkennbar ein Synklavier, zwei Plätze für Streichinstrumente (!!!) – und ein Rhythmus- Gerät. Für ‚Liedermacher’ ein nicht unerheblicher Aufwand, für eine ‚Rockband’ erkennbar zu wenig, für ‚Klassik’ ein ungewöhnlicher Instrumenten- Mix. Hmmm. Um kurz nach acht dann betraten zwei jüngere Herren im Frack die Bühne, nestelten mit elektrischen Tonabnehmern und Monitor- Ohrhörern und begannen mit einem Intro. Doch was sich zunächst wie Kammermusik anhören wollte, entwickelte sich mittels zusätzlich eingespieltem Baß und Schlagzeug vom Computer zu einer Art von irrem ‚Cross- Over’, das sich allerdings immer noch nicht wirklich einschätzen ließ. Und dann betraten auch die beiden Hauptakteure Sandra Kreisler und Roger Stein die Bühne – und begannen ein Programm, das uns von Titel zu Titel mehr und mehr in den Bann zog und auch mehr und mehr begeisterte. Zunächst erzählen sie als Auftakt vom ‚Kommen’, dann definieren sich die beiden im nächsten Titel als ‚postmoderne Arschlöcher’, wozu Sandra Kreisler dann erzählt, wie sehr sich die Zustände in Österreich und Deutschland doch unterscheiden: Während in Österreich der Begriff ‚postmodern’ quasi als ‚no- go’ apostrophiert ist, reagiert in Deutschland das Publikum mit dem Hinweis, daß man das Wort ‚Arschloch’ doch nicht aussprechen dürfe. (Interkulturell interessant übrigens auch der Unterschied zwischen ‚Kaffe’ in Deutschland und ‚Kaffee’ in Österreich, wobei die Deutschen dem Ober dieses Wort auch noch förmlich aufs Tablett ‚kotzen’ und Kaffee besser schmeckt als Kaffe…) Aber nicht nur die gewollt- provokanten Titel begeisterten, auch auf die leisen Töne versteht sich das Paar – sowohl auf der Bühne als auch privat – allerbestens. Das kommt in Stücken wie ’Sommerkind’ oder ’Sonja’ pointiert zum Ausdruck, oder auch, wenn Roger Stein eine winterliche Zugfahrt besingt. Das große Thema aller Titel sind die zwischenmenschlichen Beziehungen in jeder Form bis hin zu den oft anzutreffenden Schubladisierungen, die mit den Versen
’…ein abgelauf´nes Vorurteil steht einsam im Regal, wie immer überheblich und blasiert, wer oder was Du wirklich bist, ist vollkommen egal, weil´s keinen int´ressiert…’
fürwahr trefflich skizziert werden.
Was ich bisher nicht kannte, war die Gedankenverbindung zwischen einem argentinischen Tango und der Putzfrau vom Hauptklo des Bundeskanzleramtes, aber diese Verbindung gelingt WORTFRONT mühelos, wenn sie von unter anderem von Politikern erzählen, die beim ’…urinieren regieren…’. So abstrus sich das hier lesen mag – wer dieses Programm sieht, versteht den engen Zusammenhang zwischen musikalischer Form und diesem Text.
Mit dem Ratschlag, im Sinne eines geordneten Zusammenlebens und auch des Umweltschutzes ein ‚professioneller Fußgänger’ zu werden, verabschieden sich WORTFRONT nach etwas mehr als einer Stunde in eine wirklich wohlverdiente Pause.
In dieser ist Gelegenheit, die bisher produzierten 3 CD´s im Direktvertrieb zu erwerben. Bei einem Preis von € 16,-- pro CD können auch wir nicht widerstehen und nehmen, irgendwie als Grundlage für eine eventuelle spätere Unterschrift, das Programm des Abends in konservierter Form an uns. Ich sprach in einem anderen Thread ja bereits davon: Mit dieser Ausgabe für Musik habe ich keinerlei Probleme, im Gegenteil. Die Qualität, die der Abend bis hierher gehabt hat, ist dieses Geld ohne Weiteres wert.
Nach der Pause geht es in unvermindert hohem Tempo weiter. Und egal, ob es sich um ’Die Funktion’ handelt, die eine Zweierbeziehung beschreibt (…das ist die älteste Firma der Welt, das ist die Klein- GbR, die die Rasse Mensch erhält…) oder um ’Warum’, in dem das Leben allgemein besungen wird (…doch wir gehen einfach weiter und wir blicken nicht zurück, wir sind Crash- Test- Dummies auf der Suche nach dem Glück, vielleicht wird alles anders und sogar morgen schon, vielleicht ist unser Leben nur ´ne Beta- Version…’) – alles ist trefflich pointiert und mit netter Eleganz dennoch leicht ätzend präsentiert. Der Knüller des Abends dann kurz vor dem Ende: ’Volksmusik’ ist etwas, das niemand mag, niemand will und niemand hört. Dennoch sind die Umsatzzahlen in diesem Segment exorbitant. Und so reiht sich auch WORTFRONT bei den Kritikern ein, singt aber gleichzeitig
…ich schreib heimlich auch mal Volksmusik und möchte nicht darüber diskutier´n, irgendwer muß all den Scheiß schließlich produzier´n, ich schreib heimlich sehr viel Volksmusik, die bei den Massen funktioniert, und damit wird dann WORTFRONT etwas quer- subventioniert…
Nebenbei bemerkt: ein Text von WORTFRONT- Frontman Roger Stein wurde zwischenzeitlich von der Kölner Party- Kapelle ‚De Höhner’ aufgekauft, da holt also die Fiktion die Realität ein...
Nach zwei frenetisch geforderten und offensichtlich gern gewährten Zugaben verabschieden sich WORTFRONT gegen 22:20 Uhr mit einem Dank an den Linzer Veranstalter, der trotz eines nur mäßig besuchten Konzertes im Vorjahr darauf bestanden hat, daß die Truppe auch in diesem Jahr wieder im ‚Posthof’ Station machte.
Wenn man über die Texte begeistert ist, wird man auch die dargebotene Musik mögen: Es ist tatsächlich ein Cross- Over durch alle bekannten Stil- Arten, die nicht nur aufeinander folgen, sondern auch schon mal munter gemixt werden. Da gibt es Rock ebenso wie Blues, Klassik- Elemente, Hip- Hop und auch Tangoklänge, immer wieder unterstützt durch die Rhythmus- Maschine, die deutlich, aber niemals aufdringlich wirkt. Auch die ungewöhnliche Neben- Besetzung mit Johannes Krampen (Berlin / Violine) und Rouven Schirmer (Hannover / Cello) erfüllt ihren Part mit ungewöhnlicher Energie und Spielfreude. Die Freude an diesem Auftritt vor einem bekanntermaßen kritischen Linzer Publikum ist aber auch den Haupt- Protagonisten Sandra Kreisler – übrigens die Tochter des berühmten österreichischen Kabarettisten Georg Kreisler und amerikanische Staatsangehörige mit langjährigem Wohnsitz in Berlin – und ihrem Partner Roger Stein – Schweizer mit ebenfalls langjährigem Berlin- Wohnsitz – überdeutlich anzumerken. Und das Publikum weiß all dies zu würdigen: wo sonst erfährt man schon etwas über einen Schweizer Rap, der einen ’…move mit groove…’ bietet, über einen ’Bärlauch- Song’ oder über Bach´sche Inventionen, quasi das ’Sperma der Oper’, die als Hip- Hop- Invention No. 9 dargeboten werden ? Das gibt´s in dieser Perfektion und schillernden Brillanz wirklich nur bei WORTFRONT.
Beim anschließenden Anstehen um Unterschriften und einem kleinen Small- Talk mit den Künstlern erfährt man dann auch, daß allen der Auftritt in dieser Location einen „Riesen- Spaß“ gemacht hat, daß beide das kürzliche Wahlergebnis bei den österreichischen Nationalratswahlen als „unsäglich“ betrachten, daß Sandra Kreisler auch eine Solo- Karriere hat und im Zuge dessen bereits einmal in Lübeck aufgetreten ist und und und. Fazit: Die beiden sind wirklich so witzig und so nett, wie sie sich auf der Bühne gerieren. Und gemessen an den kaum vorhandenen Erwartungen am Beginn des Abends kann gesagt werden: Ein toller, ein grandioser Abend mit einer wirklich überragenden Kapelle – wenn WORTFRONT wieder einmal nach Linz kommen, ist dieser Termin für Ulrike und mich fix vorgemerkt.
So, dies soll erst einmal als ‚kleiner Eindruck’ reichen… :-)
Meine Empfehlung: wer von Euch die Gelegenheit haben sollte, ein solches Konzert zu erleben der sollte zuschlagen. Es lohnt sich.
In diesem Sinne viele liebe Grüße aus Ober- :ösi: von
ANDREAS.

(…der an dieser Stelle PIET noch einmal dafür danken will, daß dieser ihn auf WORTFRONT aufmerksam und neugierig gemacht hat…)
Dieser Beitrag enthält 1522 Wörter


"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)

Piet
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"Von vorne mit Anlauf" - Wortfront am 28.10.2008 live im Linzer Posthof

#2

Beitrag von Piet » Mi 29. Okt 2008, 19:53

Hallo Andreas,
vielen Dank für diesen informativen, ausführlichen Konzertbericht. Ich kann Deine Erfahrungen und Erlebnisse nur bestätigen. Auch als wir zum Konzert hier in Bremen gingen, wußten wir nicht wirklich, was uns erwartet.
Auch wir waren positiv überrascht, was uns von den Vieren geboten wurde.
Glücklicherweise gibt es Besucher, die für das Erlebte auch die richtigen Worte finden ;-) und so vielleicht den einen oder anderen motivieren, sich Wortfront mal anzuschauen.
Die Zwei (vier) haben zahlreiche Besucher verdient:daumen:.
Liebe Grüße (auch an Ulrike)
Piet :wink2:
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