Über das Schreiben- der kreative Prozess

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Guest
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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#1

Beitrag von Guest » Fr 12. Sep 2003, 22:41

- Über das Schreiben- Regung der Seele ist nicht genug
- Wenn Gefühl zum Gedanken wird
Wir leben in dieser Zeit der Inflation der Worte. Hat das Schreiben darin noch eine Bedeutung?
Ablenkung und Zerstreuung stört die Konzentration auf die Regung, es hilft nur eine stundenweise disziplinierte Abschottung, ein ignorieren von Telefon, Emails, Post, usw.
Stephan Krawczyk sagte mir mal: „Manchmal schreibe ich eine Stunde nur Mist und dann plötzlich geht es los und die Gedanken fließen“
Aber die „Stunde Mist“ muss offenbar geschrieben werden, wie eine Meditation, das bedienen der Metaebene, vom Allgemeinen zum Speziellen kommen.
Der kreative Prozess wäre doch sicher mal eine Diskussionsrunde wert.
Viele Grüße, Willi
Schreibt doch mal, wie es euch mit der Kreativität geht.... ;-)

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Maren
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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#2

Beitrag von Maren » So 14. Sep 2003, 14:12

Hallo Willi,
jetzt weiß ich endlich, was Du neulich im Chat meintest.
Aber ich muß zugeben, daß ich Deinen Beitrag nicht verstanden habe. (bis auf den letzten Satz) Vielleicht muß ich mich auch erst an Deinen Schreibstil gewöhnen?
Nun gut. Ich versuche es mal.
Das mit der Kreativität ist so eine Sache. Leider kann ich nicht schreiben (manchmal schreit meine Seele aber nach einem Stift!) Aber die Situation, daß man oft lange vergeblich über einer Sache sitzt und dann plötzlich kommt áus heiterem Himmel die Eingebung und man fühlt, daß das, was vorher nur Gedanken und Regungen waren, jetzt in eine Form gebracht werden kann, die genau das ausdrückt, daß ich damit meinte, die kenne ich auch. - Puh, was ein Satz!! Hat den jemand verstanden? - Mir geht das schon bei so ganz profanen Dingen wie dem Erstellen eines Essenplanes für die Woche so. *grübel grübel, grübel, Möhreneintopf?? grübel, grübel,neeee, lieber Lauchsuppe, Gallettes?, grübel, grübel, Wirsing? , grübel grübel, Ja!! Wirsing und Frikadellen! und am nächsten Tag Milchreis mit Pflaumen, Samstagsessen am Mittwoch und Sonntag mache ich mal wieder Rouladen!Samstag sind Freunde da, da mache ich einen großen Tomatensalat und eine Pirogge! Fertig!!! Puh*
Meditation wäre da wohl wirklich ein Werkzeug. Aber auch das gelingt mir in meinem trubeligen Alltag nur höchst selten. (Telephon, Mail und Fax lassen sich ja noch ignorieren, aber ein Kind, das die Treppe runterpurzelt nun wirklich nicht)
Du merkst, bei mir geht es etwas weniger geistig zu. Aber ich denke, Kreativität ist in so vielen Bereichen gefragt. Wer will schon jede Woche Bratwurst und Rotkohl essen?
Na gut, ich kenne da jemanden. Aber der wird immer überstimmt ;-))
So, ich weiß nicht, ob es sowas war, was Du hören wolltest. Aber ist auch egal. Auch das gehört zum hermeneutischen Przess. Mal sehen, wer darauf reagiert ;-))
Maren, die sich auf einmal so fehl am Platze vorkommt. Aber wieder ZU HAUSE!!!!!!
P.S.: was ist die Metaebene??
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Charlotte
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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#3

Beitrag von Charlotte » Mo 15. Sep 2003, 10:14

Hallo Willi!
Schreiben hat für mich eine sehr große Bedeutung. Wenn ich etwas schreibe, dann mache ich mir Gedanken zu dem Thema. Nur ein kleines Beispiel. Ich habe vor ein paar Tagen eine Beileidskarte geschrieben, der Mann einer Bekannten ist verstorben, da kommt einem das Thema Tod wieder sehr nahe. Da habe ich mir wieder Gedanken darüber gemacht, wie ich zu Tod und zum Leben stehe und wie ich mich wohl in so einer Situation fühlen würde. Habe schon eine Weile gebraucht um das, was ich aussagen wollte, in die richtigen Worte zu packen.Ich kann mir beim Schreiben ja auch Zeit lassen, wenn es sein muß den ganzen Tag. Stände mir die Bekannte aber gegenüber, würde ich so schnell wahrscheinlich nicht die richtigen Worte finden.Außerdem ist ein geschriebenes Wort langlebiger als ein gesprochenes und um Gefühle und Stimmungen auszudrücken, gibt es für mich nichts, was das Schreiben übertrifft.
Bücher sind für mich auch heute noch das wichtigste Medium.
Charlotte, die sich keinen Tag Zeit gelassen hat und trotzdem hofft, die richtigen Worte gefunden zu haben.

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Clemens
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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#4

Beitrag von Clemens » Mo 15. Sep 2003, 17:40

Hallo Willi und Ihr anderen Leutchen;
Wir leben in dieser Zeit der Inflation der Worte. Hat das Schreiben darin noch eine Bedeutung?

Ich bin von Kindheit auf ein begeisterter Leser und Schreiber und sicher auch gerade deswegen ein Hörer von Liedern. Für mich ist es von ungeheuerer Bedeutung.
Ein Leben, nur noch mit Hörbüchern und schnell getippten SMS, wäre für mich unglaublich fade.
Trotzdem bin ich dem Zeitgeist auch unterworfen, was mich gelegentlich sehr nachdenklich stimmt. Als Beispiel dafür mag stehen, dass mich mein schlechtes Gewissen nach einem Urlaub voller unerledigter Schreibvorhaben zu einer "Rundbriefmail" veranlasste. Das (von Buschlektüre gefärbte) Gedicht daraus hänge ich hier am Ende an, auch wenn es einige schon in der Mehlkiste hatten.
Regung der Seele ist nicht genug

In diesem Punkt meine ich - für mich schon.
Wenn mich etwas wirklich berührt, dann schreibt es aus mir heraus. Wo das nicht der Fall ist, da kommt bei mir auch nach Stunden nix - und daher erspare ich mir das "spekulative" Müllschreiben lieber gleich. Wobei nicht gesagt ist, dass all mein "Seelenmüll" denn wirklich so gut wäre, dass ich ihn anderen zumuten mag.
Liebe Grüße von Clemens
Ach wie selten darf von guten
Menschen man noch Post vermuten
oder gar dem Fach entnehmen
um sich gleich darauf zu schämen
weil man selber diesen Brauch
schikaniert seit Jahren auch
also fasst man den Beschluss
dass sich etwas ändern muss
man besinnt sich alter Tage
da die Feder ohne Frage
noch ein täglich Utensil
prägend eines Mannes Stil,
wo er auf geschöpften Bütten
seine Seele auszuschütten
kurz gesagt des Alltags Last
in gesetzte Worte fasst.
Und so sucht man denn geschwinde
dass man solche wiederfinde
um in angemessnen Zeiten
selbige rasch zu verbreiten
Fehlerteufel, Tintenfleck
sind gebannt samt ihrem Schreck
denn ein kleiner Schönheitsklick
endet Nun solch Missgeschick
Briefe die wir einst geschrieben
an die Menschen die wir lieben
kosteten uns richtig Zeit
und das tat uns nicht mal leid
wenn es gar nicht mehr zu schaffen
griff man sich des Rundbrief's Waffen
Schreibmaschine Blaupapier
Orginal bis Durchschlag vier
Ach was haben wir 's doch leichter
denn der Sprachstil wurde seichter
Büchmann lassen wir im Schrank
google hat was – Ihr sei Dank
Rechtschreibprüfung per Maschine
leuchten müsste unsre Mine
doch der allgesparte Stress
reicht vielleicht zur SMS.
:-D 8-) ;-)
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...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)
Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)

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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#5

Beitrag von Guest » Mo 15. Sep 2003, 20:49

Hallo Maren, du hast es genau auf den Punkt gebracht.
In vielen Bereichen ist die Kreativität gefragt. Ich denke, sie ist ein Lebensstil.
Die Metaebene ist die übergeordnete theoretische Ebene.
Das wäre bei deinen Beispielen (Was kochen wir?) die Überlegung: (Weshalb müssen wir verschiedenes kochen, ist ein großer Topf Nudeln der für mehrere Tage reicht, nicht genug?)
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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#6

Beitrag von Guest » Di 16. Sep 2003, 07:00

Hallo Clemens, ein schönes, originelles Gedicht!
das die Regung nicht genug ist, heißt ja nicht, dass sie entbehrlich wäre. Ich denke auch, dass die "Gefühlsregung" der Auslöser für das Schreiben ist.
Leider wird sie aber oft nicht genug weiterbearbeitet, schmackhaft und vertändlich gemacht. Ich bekomme sehr viele Aufnahmen zugeschickt, höre sehr viele gleich klingende Lieder und habe oft den Eindruck von Austauschbarkeit.
Mit ein bisschen mehr Originalität, könnten interessante Werke geschaffen werden.
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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#7

Beitrag von Maren » Mi 17. Sep 2003, 10:31

Lieber Willi,
danke für die Blumen. Aber eigentlich finde ich mich nicht so kreativ dabei. Da sehe ich eher die Verantwortung. Vielleicht habe ich auch nur mit der Kreativität ein Problem. Ich finde mich ÜBERHAUPT nicht kreativ und wundere mich immer, daß ander mir das "unterstellen".
In meinen Augen sind Menschen kreativ, die "aus sich selber" was Neues schaffen. Also Menschen, die Musik, Bücher, Bilder oder Ähnliches entstehen lassen. (von dennen ich dann wieder profitiere)
Das ist so in etwa wie mit der Intelligenz. Beides sind Fähigkeiten, die ich nicht so recht einordnen kann. Entweder man ist kreativ oder intelligent, oder halt nicht.
Naja, ich merke, ich bin noch nicht so ganz wach und kann nicht so genau audrücken, was ich meine.
Maren
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#8

Beitrag von Guest » Mi 17. Sep 2003, 11:07

Hallo Maren ,
Aber eigentlich finde ich mich nicht so kreativ dabei. Da sehe ich eher die Verantwortung. Vielleicht habe ich auch nur mit der Kreativität ein Problem. Ich finde mich ÜBERHAUPT nicht kreativ und wundere mich immer, daß ander mir das "unterstellen".

Ich kann das gar nicht verstehen, wenn ich das hier lese:
Mir geht das schon bei so ganz profanen Dingen wie dem Erstellen eines Essenplanes für die Woche so. *grübel grübel, grübel, Möhreneintopf?? grübel, grübel,neeee, lieber Lauchsuppe, Gallettes?, grübel, grübel, Wirsing? , grübel grübel, Ja!! Wirsing und Frikadellen! und am nächsten Tag Milchreis mit Pflaumen, Samstagsessen am Mittwoch und Sonntag mache ich mal wieder Rouladen!Samstag sind Freunde da, da mache ich einen großen Tomatensalat und eine Pirogge! Fertig!!! Puh*

Nun sag mir mal eines: wer es schafft, andere Menschen dazu zu bringen, dieses ganze Gemüsezeugs in sich reinzustopfen, also, wenn so einer nicht kreativ ist, na, dann weiß ich auch nicht...;-)
migoe, der heute wohl etwas ausgelassen ist und viel zu viel Zeit schon wieder am Computer verbraucht hat - jetzt sich aber fertig machen muß, weil er mit seiner Familie nach Erlangen aufbrechen muß *freu*
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Diana
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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#9

Beitrag von Diana » Mi 17. Sep 2003, 16:54

Hallo migoe!
Tja, ich kann dir nur sagen, dass mir bisher alles, was Maren gekocht hat und ich gegessen habe, auch super geschmeckt hat! :-D
Allerdings esse ich "dieses ganze Gemüsezeugs" auch gerne... ;-)
Und Maren: Ich denke, du legst den Begriff der Kreativität zu eng aus, nur auf einen mehr oder weniger geistig-künstlerischen Bereich. Kreativität ist aber überall möglich und nötig, und wenn ich an dein "mittleres Familienunternehmen" denke, dann würdest du das ohne Kreativität gar nicht in den Griff kriegen! :-)
Liebe Grüsse, Diana
... die leidenschaftlich gerne strickt, aber noch nie einen Pulli nach Vorlage gestrickt hat und das auch für kreativ hält. ;-)
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Charlotte
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Über das Schreiben- der kreative Prozess

#10

Beitrag von Charlotte » Mi 17. Sep 2003, 21:43

Hallo Diana!
Ich habe früher auch versucht Pullis ohne Vorlage zu stricken, die waren sehr kreativ, aber leider untragbar. :-?
Ich hoffe du konntest Passform und Kreativität besser unter einen Hut bringen. ;-)
Viele Grüße nach Berlin
Charlotte
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