Stephan Sulke in Neunkirchen

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Petra
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#1

Beitrag von Petra » Mi 6. Aug 2003, 22:53

Hallo,
welcher freundliche Mensch hat denn diesen Hinweis gegeben? Ich hätte nicht wenig Lust hinzufahren. Nach Neunkirchen sind es von Pirmasens aus läppische 40 km. Allerdings macht mich diese Hitze so langsam fast bewegungsunfähig. :-( Wenn derjenige, der diesen Termin gepostet hat, selbst auch hinginge (oder auch jemand anderer) und bereit wäre, sich mit mir zu treffen, könnte das meine Motivation enorm steigern und meine gelähmten Lebensgeister etwas auf Trab bringen.
Na, wie wär's, Ihr bekannten und unbekannten Liedermacherfreunde?
Matte Grüße von Petra.
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Nordlicht
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#2

Beitrag von Nordlicht » Do 7. Aug 2003, 02:34

Liebe Petra !
was heißt denn hier "gelähmte Lebensgeister" und "bewegungsunfähig´" ? Hey, endlich mal ein Super- Sommer, den jeder jedes Jahr fordert, und dann sowas.
Bei 40 km, da hast Du natürlich nicht nur zum Sulke- Konzert zu fahren, sondern selbstmurmelnd auch Bericht zu erstatten. :lol:
Nicht zu Sulke ? Hey, Petra, mach kein´ Quatsch... 8-)
Liebe Grüße aus einem auch sehr heißen Lübeck,
ANDREAS.

(...der sich gern an diesen Schweizer erinnert...)
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#3

Beitrag von Petra » Do 7. Aug 2003, 10:40

Lieber Andreas,
Hey, endlich mal ein Super- Sommer, den jeder jedes Jahr fordert, und dann sowas.
Ja, Du hast gut reden!! Bei Euch weht ja auch immer ein laues Lüftchen und im Wetterbericht heißt es: 'Die einzigen erträglichen Temperaturen gibt es am Meer.' Für eine Gegend, in der das Thermometer sonst selten über die 20°-Marke steigt, ist das natürlich die schönste Sommerfrische. Ich habe aber auch in vergangenen Sommern schon immer gesagt, dass mir gleichmäßige 27° durchaus genügen würden. Bei den 35° gestern habe ich mich wieder gefühlt, wie ein Würstchen auf dem Grill. Und heute Nacht um 2 Uhr saß ich auf der Suche nach einem kühlen Lüftchen auf dem Balkon und hatte das Gefühl, dass ich zum baldigen Verzehr warmgehalten werden sollte.;-);-);-)
Bei 40 km, da hast Du natürlich nicht nur zum Sulke- Konzert zu fahren, sondern selbstmurmelnd auch Bericht zu erstatten. :lol:
Sei bloß vorsichtig, von mir wurde schon mal ein Konzertbericht verlangt.;-) Aber immerhin hast Du wohlweislich auf das Wort 'ausführlich' verzichtet.
Nicht zu Sulke ? Hey, Petra, mach kein´ Quatsch... 8-)
Ja, Du hast ja recht - aber so ganz allein. *maul* Und Karten gibt es bei der Volksbank in Neunkirchen: Da müsste ich ja heute schon einen Ausflug machen - und das bei den derzeitigen Ozonwerten.:-(
Liebe Grüße aus einem auch sehr heißen Lübeck,
Was versteht man bei Euch denn so unter heiß?;-)
Liebe Grüße von Petra, deren chronisch niedriger Blutdruck inzwischen wahrscheinlich unterhalb der messbaren Werte liegt.

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Piet
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#4

Beitrag von Piet » Do 7. Aug 2003, 11:44

Liebe Petra,
kann schon verstehen, dass du dich möglichst nicht bewegen willst. Wir im Norden stöhnen zwar auch über die Hitze, sind aber froh über diesen Sommer. Diese allgemeine stellvertretende Formulierung ist zwar gewagt, aber wir sind sonst ja eher regenverwöhnt. Deshalb trifft meine Aussage bestimmt die allgemeine Stimmung im Norden.
An dieser Stelle ein großes Lob für deinen Konzertbericht. Lang hin, kurz her, gut war er.
Ich weiß nicht wo Stephan Sulke lebt, aber er muß bestimmt einen weiteren Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Es ist natürlich immer schöner und leichter gemeinsam mit Anderen ein Konzert zu besuchen.
Wenn ich um die Ecke (in Bremen sagen wir umzu) wohnen würde, wär ich mit zum Konzert gegangen.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf eine andere Termineintragung hinweisen, die ich im Netz gefunden habe.
Stephan Sulke hat die Patenschaft für das Erste Hildesheimer Chansonfestival übernommen und wird dort auch auf dem historischen Markt singen. Die Homepage zum Festival gibt nicht so viel Informationen, das Festival soll aber eine Veranstaltung für den Liedermachernachwuchs sein.
Ich wünsche dir, dass du dich aufraffen kannst und viel Spaß bei diesem interessanten Event hast.
Piet
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#5

Beitrag von Petra » Fr 8. Aug 2003, 01:34

Hallo Piet,
Wenn ich um die Ecke (in Bremen sagen wir umzu) wohnen würde, wär ich mit zum Konzert gegangen.
Vermutlich warst Du der freundliche Mensch, der diesen Hinweis gegeben hat, denn ich habe ein bisschen gestöbert und festgestellt, dass der Link zu Sulkes Website, der vor einigen Wochen hier veröffentlicht wurde, auch von Dir kam. Für beides noch einmal vielen Dank.
Tatsächlich habe ich kaum damit gerechnet, für Samstag einen Begleiter zu finden (aber gehofft schon), aber immerhin ist es Euch gelungen, mich anzuschieben. Ich habe also meinen müden Arm gehoben, das Telefon geschnappt und die Volksbank in Neunkirchen angerufen. Dort hat man mir versichert, dass man an der Abendkasse noch genügend Karten bekommen könne. Mein Entschluss kam gerade rechtzeitig genug, um mir doch noch zwei Tage Vorfreude zu bescheren.:-) Man muss seinen Stuhl auch nicht unbedingt selbst mitbringen, wie es im Internet heißt, sondern man kann einen erwerben, bzw. ausleihen, wenn ich die Dame richtig verstanden habe. Es wäre doch zu schade, wenn ich mir das entgehen ließe, allzu oft verirren sich solche Ereignisse nicht in die Provinz. Da wäre es ziemlich blöd, wenn ich mich von einem außer Rand und Band geratenen Thermometer abhalten ließe.
Und Hildesheim - liegt das nicht 'umzu' bei Marc? Oder wie drückt man das im Bremer Idiom aus? Jedenfalls war der Gastauftritt Konstantin Weckers neulich doch auch in Hildesheim, wenn ich mich recht erinnere. Vielleicht schafft es Marc ja dorthin, falls er sich bis dahin selbst gefunden hat.;-)
@Migoe: Nachdem ich anfangs RMO sehr nachgetrauert habe, weil ich mich jahrzehntelang hauptsächlich auf RM konzentriert hatte und mit anderen Liedermachern nur wenig anfangen konnte, lässt sich die Sache hier doch so langsam sehr gut an.:-D
Vielen Dank an Migoe für diese Seite
vielen Dank an Andreas, der mir die Motivation gegeben hat, wie ich es erhofft hatte,
vielen Dank an Piet für den Tipp, die Motivation und die Beinahe-Begleitung;-),
ansonsten viele Grüße an alle
von Petra.
P. S. Falls ich einen beschwippsten Eindruck mache, wundert mich das überhaupt nicht. Ich habe zwar nur ein einziges Glas Sekt getrunken, aber bei der Hitze ...
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#6

Beitrag von Nordlicht » Fr 8. Aug 2003, 02:36

Hallo, Petra !
Sei gegrüßt ! Ich hoffe, Du bist zwischenzeitlich noch nicht gänzlich weggeschmolzen. Und eigentlich hast Du ja Recht: Hier oben weht ganz gern ein "laues Lüftchen" - aber dieses Jahr schafft schon neue Verhältnisse. Und es mag am Meer erträgliche Temperaturen geben - aber das Meer ist über 20 km weg... Im Moment bewegen sich die Tagestemperaturen auch so um und bei 35° C bei relativ erklecklicher Luftfeuchte. Und die Nächte pendeln sich - jedenfalls zur Zeit - auch zwischen 25° und 28° C ein. Der Miefquirl (= "Ventilator") ist jede Nacht gefordert...
Hey, Deinen seinerzeitigen Konzertbericht fand ich einfach "supi" - sowas will ich nochmal lesen ! Glaub ja nicht, daß Du bei Sulke mit 15 Zeilen davonkommst ! Und das Problem mit den Karten von der Volksbank hat sich wohl in der Zwischenzeit zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst, gell ? Na also ! Und was heißt "allein" ? Gedanklich sind wir ALLE bei Dir... ;-)
Tja, was verstehen wir unter "warm" ? Was soll ich da sagen, damit mich ein Mensch aus dem Süden versteht ??? 8-) Jedenfalls ist das, was im Moment ist (s.o.), doch schon als "sehr, sehr warm" einzustufen...
Ich habe gerade gestern gehört, daß ein Bistro in Köln oder so ein Sonderangebot für GLÜHWEIN hat - der Becher zu 49 Cent. Und solange es sowas gibt, kann es doch eigentlich noch nicht wirklich heiß sein, oder ?
In diesem Sinne viele Grüße aus dem tropischen Norden,
ANDREAS.
(...der sich zur Zeit darüber freut, daß er hauptsächlich nachts arbeitet...:-P )
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#7

Beitrag von Petra » So 10. Aug 2003, 19:54

Liebe Freunde des geschriebenen Wortes, hier meine Eindrücke vom gestrigen Abend:
Tja, das hatte ich mir aber gaaaaanz anders vorgestellt!!!!
Aber stop! Gewöhnlich beginnt man vorne, und daran will auch ich mich halten:
Ein Gewitterchen am frühen Freitagabend hatte ein klein wenig Abkühlung gebracht, und danach hatte die Sonne nicht mehr genügend Zeit, voll aufzuheizen. Dadurch war die Nacht von Freitag auf Samstag zwar relativ angenehm, aber am Samstag war wieder alles wie vorher. In Pirmasens herrschte eine Gluthitze, und als ich mich auf den Abend vorbereitete, stellte sich eigentlich weniger die Frage: "Was ziehe ich an?", sondern eher: "Was könnte ich denn noch ausziehen, ohne allzu sehr aufzufallen?" Als ich um 17 Uhr losfuhr, stand das Thermometer noch bei 35°.
Es kamen dann doch mehr als 40 km zusammen, weil ich am südlichen Stadtrand wohne, die Autobahn in Richtung Saarland aber im Norden an Pirmasens vorbeiführt. Die Rollerstraße in Neunkirchen wiederum liegt am westlichen Rand, ich kam jedoch aus östlicher Richtung. Nichtsdestotrotz war der Veranstaltungsort sehr leicht zu finden - A8, B41, erste rechts und dann nur noch geradeaus - kurz vor sechs hatte ich meine Eintrittskarte in der Tasche. Die Rollerstraße mündet direkt in die Straße, die zur B41 führt und an dieser Stelle war auch die Bühne aufgebaut. Zwei in unmittelbarer Nähe liegende Parkhäuser kamen nicht in Frage, weil sie samstags schon um 18.30 h schließen, aber es gab trotzdem keine Probleme mit dem Auto (@Jürgen: Sprichst Du noch mit mir?). Zu der frühen Stunde konnte ich es einfach am Straßenrand abstellen - keine 100 m von der Bühne entfernt, sozusagen in Sichtweite.
Die Veranstalter hatten einen LKW voller alter Stühle (280 Stück) organisiert, die man für je 2 Euro erwerben konnte. Nun mussten noch die hinteren Stuhlbeine abgesägt werden, damit man in der abschüssigen Rollerstraße bequem sitzen konnte. Außerdem konnte man für je 1 Euro sogenannte Hangbretter erstehen, die von fleißigen Neunkirchnern gebastelt worden waren. Sie bestanden aus zwei schräg abgesägten Seitenbrettern (etwa 20 cm hoch) und einem waagerechten Brett. Darauf konnte man sein Getränk neben sich abstellen, ohne ständig befürchten zu müssen, dass es umfällt. Derart ausgerüstet, suchte ich mir ein Plätzchen. Es standen zwar schon einige Stuhlreihen, für den Bügermeister hatte man sogar extra ein Plüschsofa herbeigeschafft, aber ganz vorne an dem Kreidestrich, der den nötigen Abstand zur Bühne kennzeichnete, war noch Platz. So setzte ich mich zwischen zwei mir unbekannte Damen in die erste Reihe. Die Dame zu meiner Linken erzählte mir, sie sei wegen Stephan Sulke gekommen :-), die Dame zu meiner Rechten erzählte mir, dass gestern in der Zeitung gestanden haben soll, dass Stephan Sulke abgesagt hat.:-( Noch vor acht Uhr kam die Feuerwehr, um den heißen Asphalt zu bespritzen und so für etwas Abkühlung zu sorgen.
Die Veranstaltung begann recht pünktlich mit einem Sketch über das 24-Stunden-Power- und Extreme-Shopping im Saarpark-Center - etwas für die Einheimischen. Die Funkmikrofone hatten ab und zu Aussetzer, aber das war mir egal, das Ganze wirkte sowieso ziemlich platt. Ich dachte an Stephan Sulke, an Euch und an den mageren Bericht, den ich abliefern würde.:-( Es folgte die Begrüßung durch Eberhard Schilling, der auch souverän durch das Programm führte. Er ist Moderator beim Saarländischen Runkfunk und ausgesprochen sympathisch. Vor einigen Jahren hat ein Herr Schilling ein äußerst interessantes Interview mit Reinhard Mey geführt, das interessanteste, das ich bis dahin gelesen hatte. Das muss dieser Eberhard Schilling gewesen sein. (Holger hatte das Interview natürlich in seinem Medien-Archiv. Wer es nicht gelesen hat, kann sich gerne bei mir melden, dann schicke ich es per e-mail. Aber Vorsicht!: Es ist doppelt so lang wie dieser Bericht!)
Als nächstes spielte die Big Band der Bergkapelle der DSK Saar, und ich hatte Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob es wirklich klug ist, sich bei einer Veranstaltung mit einer Big Band in die erste Reihe zu setzen. Rein äußerlich sahen die Lautsprecherboxen eigentlich recht harmlos aus.
Danach trat ein Kabarettist namens Christoph Scheib (oder Scheid?) auf. Heinz Becker (Gerd Dudenhöfer) ist ja inzwischen bundesweit bekannt, aber Christoph Scheib hat mir auch ganz gut gefallen. In der Pfalz bin ich ja auch nur eine Zugereiste und stolz darauf, den Unterschied zwischen Pfälzisch und Saarländisch herauszuhören. Nun erfuhr ich aber, dass es im 'riesigen' Saarland viele verschiedene Dialekte gibt, die man in Moselfränkisch und Rheinfränkisch unterteilen kann. Und dann gibt es ja auch noch die Sprache, die aus dem Reich ins Saarland kommt: das Hochdeutsch. Das Hochdeutsch kommt aus dem Reich ins Saarland, muss aber vorher noch durch die Pfalz und dabei geht natürlich viel verloren ;-). Das kann man sicherlich nur lustig finden, wenn man die natürliche Feindschaft zwischen Pfälzern und Saarländern kennt (Pfälzer in die Pfalz - Saarländer in die Saar). Abschließend sang er noch ein bekanntes Lied zur Gitarre und trug dann vor, wie es wohl bei Peter Maffay, Satchmo, den Bee Gees, Julio Iglesias und noch einigen anderen klingen würde. Und wenn Ihr mich jetzt steinigt, mir fällt trotzdem nicht mehr ein, welches Lied es war.
Nun war die Big Band wieder an der Reihe. Sie konnte auch leiser, aber meistens wollte sie nicht. Sie spielte jedoch flott und gekonnt, auch die Sängerin klang recht perfekt. Zwischen halb neun und neun Uhr wurde es etwas kühler, und ab neun Uhr war die Temperatur super angenehm.
Es folgte wieder eine längere Einlage, bei der die derzeitige Casting-Manie in Deutschland auf die Schippe genommen wurde. Dabei wurden Leute aus dem Publikum geholt, aber ganz offensichtlich nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern nach Absprache. Die beiden Casting-Moderatoren gaben sich im Stil von Erkan und Stefan (voll krass und konkret). Auch wenn abgesprochen war, wer aus dem Publikum geholt wurde, waren es doch Menschen wie Du und ich, also 'Menschen von der Straße'. Selbst, wenn man anerkennen muss, dass sich da Leute fast ein Bein rausreißen, um andere zu unterhalten, wirkte es doch furchtbar stümperhaft, und so was kann ich einfach nicht ab. - Wehmütig dachte ich daran, dass ich eigentlich Stephan Sulke hören wollte!
Und genau jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem er hätte auftreten sollen. Leider ist seine Frau vor fünf Tagen ins Krankenhaus gekommen und musste notoperiert werden, und da wollte er sie nicht alleine lassen. Eberhard Schilling berichtete, dass man wie wild herumtelefoniert hatte, um Ersatz zu finden; er hat auch zwei Beispiele genannt: Pe Werner, die vor zwölf Jahren beim ersten Rollerstraßenfest schon dabei gewesen war, wäre gerne gekommen, aber sie ist gerade mitten in Studioaufnahmen. Die Studiomiete ist teuer, deshalb war es ihr nicht möglich, dort einen Tag fernzubleiben. Auch Stefan Waggershausen hat abgesagt mit der Begründung, er hätte seit 15 Jahren keine Gitarre mehr in der Hand gehabt. (Hat das jemand von Euch gewusst?) Letzten Endes musste man auf die lokale Prominenz zurückgreifen. Man hatte 'Ambi' angerufen, und der hatte nicht rumgezickt, sondern zugesagt und hatte sogar noch Verstärkung mitgebracht. Die Dame zu meiner Rechten erklärte mir, dass Ambi eine Kneipe in Neunkirchen hat, aber offensichtlich stand er nicht zum ersten Mal auf einer Bühne. Er hatte Sandy Davis mitgebracht, von dem ich auch noch nie etwas gehört hatte. Das waren zwei große, schlanke Männer, beide keine 25 mehr, beide schon ergraut, aber beide mit einer unheimlich fröhlichen und sympathischen Ausstrahlung. Sie sangen Lieder aus den 70er- und 80er-Jahren zur Gitarre und eigene Lieder. Die beiden Energiebündel waren mit einem Riesenspaß bei der Sache, und der Moderator musste sie dezent darauf hinweisen, dass noch ein paar Programmpunkte folgen sollten. Sie sangen noch 'Mrs. Robinson', mussten dann aber unter Zugabe-Rufen die Bühne räumen.
Nun machte die Veranstaltung mit dem Namen 'Querbeet' diesem Namen alle Ehre, denn es folgte eine Bauchtänzerin, ein kleines, schlankes Persönchen mit langen Haaren. Sie war so schlank wie ich es gerne wäre, dabei dachte ich, eine Bauchtänzerin müsse eher so aussehen wie ich. ;-) Sie erzählte, der Bauchtanz sei früher zur Götterverehrung getanzt worden. Ich dachte immer, er hätte ein ganz anderes Ziel, aber die Herren behielten die Fassung und fielen nicht über sie her. Während sie sich umzog, erfreute uns die Big Band mit ihren Klängen. Danach tanzte Fatima einen Schleiertanz und noch einmal einen Bauchtanz. Ihr Auftritt war ziemlich lang und auch, wenn es hohe Kunst war, zu lang für meine Begriffe. Auch die Umgebung war irgendwie unpassend - Bauchtanz gehört nicht auf eine abendländische Straße, sondern in schwülstige, orientalische Gemächer oder zumindest auf einen Basar.
Was jetzt kam, war der absolute Knaller, und ich vergaß völlig, weshalb ich hergekommen war. Den Namen hatte ich im Internet gelesen, Christof Engels, konnte aber nichts damit anfangen. Den Kerl mit den roten Haaren und den roten Augenbrauen hatte ich schon vor seinem Auftritt in Straßenkleidung gesehen, aber nicht geahnt, was da auf uns zukam. (@Marc: Den müsstest Du mal irgendwie Deiner Oma vorführen, vielleicht ändert sie dann ihre Meinung.;-)) Seinen Auftritt zu beschreiben, ist unmöglich, das muss man gesehen haben - keine Beschreibung kann dem gerecht werden. Also - das 'Wie' kann ich nicht wiedergeben, ich muss mich darauf beschränken, einfach aufzuzählen, was er gemacht hat: Er ist eine Mischung aus Clown, Pantomime, Hoch(ein)radfahrer und Jongleur. - Er jonglierte mit einer Grapefruit, einer Salatgurke und einer laufenden Kettensäge! Sie sah ein bisschen wie Plastik aus, aber er hat dann die Salatgurke damit durchgeschnitten. - Er hatte einen Koffer in der Hand, den er wegtragen wollte, der aber unverrückbar an der Stelle blieb, während er um ihn herumlief und 'versuchte', ihn zu schieben und zu ziehen. - Er jonglierte auf dem Hoch(ein)rad mit brennenden Fackeln, die er sich (bereits brennend) von einem Zuschauer zuwerfen ließ, während er ununterbrochen so tat, als würde er gleich herunterfallen. Er hatte nur sehr wenig Platz, überall waren Menschen, und er machte ständig Anspielungen darauf, wie gefährlich man in der ersten Reihe lebt. - Er sauste mit (und auch ohne) dem Hoch(ein)rad die steile Rollerstraße hinauf und hinunter, durch eine schmale Gasse, die ihm das Publikum lassen musste. - Er bezog alles, was passierte, in seinen Auftritt mit ein. Beispielsweise schepperten immer wieder umgefallene Flaschen die Straße hinunter, denn viele verschmähten die praktischen Hangbretter. Oder der Kameramann fiel eine Kellertreppe hinunter. Als der Tontechniker zwei Mal kurz hintereinander einen Fehler machte, sagte er vorwurfsvoll zu ihm: "Karl, das haben alle mitgekriegt!" Und dann zum Publikum: "Ich bitte um einen freundlichen Applaus für meinen EX-Tontechniker." - Er bezog ein paar Personen aus dem Publikum mit in seinen Auftritt ein, zwar so, dass es lustig war, aber ohne jemanden lächerlich zu machen. - Er war einfach großartig. Als er sein Feuerwerk der guten Laune abgebrannt hatte, war es halb zwölf und die Veranstaltung zu Ende. Während die Leute teils mit, teils ohne ihre Stühle abzogen, legte die Big Band noch einmal los. Einige Mitglieder der Band bekamen Gelegenheit für einen Solo-Auftritt, teilweise verließ der Dirigent das Podium und ließ seine Musiker einfach machen. Das war ein sehr schöner Schlusspunkt.
Als ich endlich seitlich an der Bühne vorbeiging, um die Straße zu überqueren, in der mein Auto stand, bin ich beinahe in Christof Engels' Koffer gefallen, den er gerade einräumte. Ich gratulierte ihm zu seinem gelungenen Auftritt, und er erzählte mir so viel, dass ich mir gar nicht alles merken konnte: Er kam gerade aus Berlin, wo er aufgetreten ist, Ende des Monats tritt er in Paris anlässlich der Leichtathletik-Weltmeisterschaften auf, vorher noch irgendwo an der holländischen Grenze, und auch bei den olympischen Spielen in Athen wird er einen Auftrittt haben. Gelernt hat er in der Zirkusschule in Budapest. Um den zu sehen, würde ich wieder 50 km fahren - oder auch mehr. Ich vergaß ganz, ihn zu fragen, ob es sein kann, dass ich ihn schon mal im Fernsehen gesehen habe, denn an den Wahnsinn mit der Kettensäge glaube ich mich dunkel zu erinnern.
Auch wenn ich mir das gaaaaanz anders vorgestellt hatte, es hat sich gelohnt. :-D
Viele Grüße von Petra, die sich eigentlich kurz fassen wollte. *seufz*
@Andreas: Ich habe jetzt nicht mitgezählt, aber ich glaube schon, dass es ein paar mehr als 15 Zeilen geworden sind. Man sollte mich einfach nicht reizen.;-)
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#8

Beitrag von Nordlicht » Mo 11. Aug 2003, 01:07

Liebe Petra !
Na ja, geringfügig mehr als 15 Zeilen sind es schon geworden, aber so richtig "lang" ist der Bericht ja nicht... Ich tippe so rein überschlagsmäßig mal auf 134 Zeilen, aber ich kann mich irren...
Lustig ist aber, daß ich zweimal lesen mußte (also 268 Zeilen...) eher ich so richtig begriffen hatte, daß Herr Sulke ja nun doch nicht aufgetreten ist. Schade eigentlich, oder ?
Du hast vergessen zu erwähnen, was eigentlich mit der durchgeschnittenen Gurke pasiert ist...
Liebe Grüße,
ANDREAS.
(...der seine Gurken trotz Petras entsprechender Begeisterung auch weiterhin mit dem Messer teilen wird...)
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#9

Beitrag von Petra » Mo 11. Aug 2003, 01:33

Mensch, Andreas!
Hättest Du ICQ eingeschaltet, hättest Du gemerkt, dass wir gleichzeitig online waren. Irgendwie ist es schade um den Live-Chat, auch wenn man dort oft genug ins Leere gerufen hat.
Lustig ist aber, daß ich zweimal lesen mußte (also 268 Zeilen...) eher ich so richtig begriffen hatte, daß Herr Sulke ja nun doch nicht aufgetreten ist. Schade eigentlich, oder ?
Warum ist Dir das entgangen? Ich habe doch geschrieben, dass ich mir das alles gaaaaanz anders vorgestellt hatte.;-) Nee, Spaß beiseite - warum soll es Dir besser gehen als mir, ich wollte es auch nicht wahrhaben und hoffte bis zuletzt auf eine Zeitungsente. Besonders hat mich bedrückt, dass Du einen Bericht von mir erwartet hast, der länger als 15 Zeilen sein sollte. Aber wenn Herr Sulke nun mal gar nicht da war:-( - da konnte der Bericht ja nicht so richtig lang werden.;-)
Du hast vergessen zu erwähnen, was eigentlich mit der durchgeschnittenen Gurke pasiert ist...
Ich habe immer noch Informationen im Ärmel, die man herauskitzeln kann: Die Grapefruit hat Christof Engels einem seiner Helfer aus dem Publikum über mindestens 10 Stuhlreihen zugeworfen mit der Aufforderung, sie schnellstens zu verzehren und die Vitamine aufzunehmen, da seine Hilfe in Kürze wieder gebraucht würde. Die abgeschnittene Gurke hat er einer jungen Dame persönlich überbracht und ihr ... ähm ... noch einen schönen Abend gewünscht!?!:roll: Die stinkende und qualmende Kettensäge hat er behalten. Wahrscheinlich will er sein Schicksal bald wieder mal herausfordern.
Falls Du noch Fragen hast: Bitte - jederzeit gerne. ;-)
Eine gute Nacht wünscht Petra.

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#10

Beitrag von Charlotte » Mi 13. Aug 2003, 13:08

Hallo Petra!
Habe gerade den Namen Christoph Engels in deinem Bericht gelesen und bin jetzt etwas "stolz". Er stammt genau wie ich aus Kröv und mein Auto kommt bei Bedarf in die Werkstatt seines Vaters. Und du hast Recht, irgendwann ist er auch schon einmal im Fernseh aufgetreten, mir fällt die Sendung leider im Moment nicht ein.
Liebe Grüße von Charlotte, die schwitzt und schwitzt und....
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#11

Beitrag von Petra » Mi 13. Aug 2003, 14:44

Liebe Charlotte,
jetzt bin ich aber auch ein bisschen stolz. :-D Du schreibst so selten was ins Forum und jetzt sogar an mich. Ja, dass er aus Kröv kommt, hat Christoph Engels auch erzählt. Aber ob Du mir Deinen Geburtsort sooo genau gesagt hast, weiß ich nicht mehr.:-(
Meine Begeisterung für diesen Künstler hält immer noch an. Wenn Du seinen Vater wieder mal siehst - wozu Dir Dein Auto hoffentlich noch lange nicht die Gelegenheit geben wird -, grüße ihn unbekannterweise und beglückwünsche ihn zu seinem Sohn; der ist nämlich ein echter Könner.:-)
Viele Grüße aus Pirmasens, wo von der angekündigten Abkühlung noch rein gar nichts zu bemerken ist. 8-)
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