Sprachgitter...erste und zweite Eindrücke

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Piet
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Sprachgitter...erste und zweite Eindrücke

#1

Beitrag von Piet » Do 20. Mai 2004, 17:14

Hallo,
Vor mir liegt „Sprachgitter“, die erste CD des Duos „Zweierlei“. Beim ersten Hören stehen zwei Stimmen, begleitet von Klavier und Gitarre im Vordergrund meiner Aufmerksamkeit. In einigen Liedern (z.B. der Schlängel und Sprachgitter) begleiten die Stimmen nach meinem Empfinden auch das Klavier oder die Gitarre.
Wie dem auch sei, die Lieder bewirken bei mir Entspannung, Verinnerlichung, Träumen und Entrückung.
Während ich diese CD ein zweites und ein drittes Mal in den CD-Player einlege und auf Abspielen drücke, wächst die Neugier auf die Texte. Die Texte erschließen sich mir nicht so einfach beim Hören der CD. Also nehme ich das Booklet zur Hand. Ich mag Erich Fried und seine Texte sehr gerne. Mein Augenmerk wird deshalb zuerst auf zwei Liedtexte („Was es ist“ und „Was Ruhe bringt“), die ursprünglich Gedichte von Erich Fried sind, gelenkt. Wer die Stimme von Erich Fried kennt und weiß wie er seine Gedichte gelesen hat, wird feststellen, dass Annabell Berger und Bianca Pasche mit den Texten in ihrer musikalischen Umsetzung etwas völlig Neues geschaffen haben. Eben ihre Interpretation der Gedichte von Erich Fried.
Aber auch die eigenen Liedtexte von Annabell und Bianca sind beachtenswert. Beispielsweise das Lied vom Aufrecht, der ohne sich jemals zu bücken auf alle herunterblicken kann. Oder der Schlängel, der Schlingel, der den Weg differenziert, sind neben dem Lied „Sprachgitter“, dass der CD ihren Namen gibt, poetische Spiele mit der und Streifzüge durch die deutsche(n) Sprache.
Wer glaubt, Poesie ist nur etwas zum Zuhören, der irrt. Besonders die Lieder „Was Ruhe bringt“, „Reflektiertes Licht“ und „Letzte Sommertage“ laden mich zum Mitsingen ein.
Die beiden Lieder „Unkraut“ und „Lied eines deutschen Sängers“ sprechen mich persönlich nicht so an.
Umso mehr möchte ich das Lied „Was ihr für mich seid“ hervorheben. Wer hatte nicht schon einmal die Idee, seinen Großeltern einfach danke zu sagen, für dass, was sie für uns sind oder waren. Ein schönes Lied, das ganz viele Erinnerungen in mir hervorruft. Deutlich wird in diesem Lied von Annabell Berger, dass sie eine ostdeutsche Kindheit mit ihren Großeltern beschreibt. Und beim Hören dann das AHA-Erlebnis als Westdeutscher. Mensch, die gemeinsame Kindheit mit den Großeltern war ja gar nicht so unterschiedlich.
Mein Fazit: „Sprachgitter“ ist musikalisch wie textlich „Besonders empfehlenswert“ und wird noch öfter eine Verabredung mit mir und meinem CD-Player haben.
Liebe Grüsse
Piet
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