"Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

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"Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#1

Beitrag von migoe » Do 16. Aug 2018, 23:46

Mehrere Zeitungen und Online Magazine haben in den letzten Tagen davon berichtet, dass sich der vor 42 Jahren veröffentlichte Song "Skifoan" von Wolfgang Ambros zurzeit auf Platz 1 der Download Charts in Österreich befindet.

Wie es dazu kam und was die rechtsnationale FPÖ damit zu tun hat ist auf den folgenden Webseiten nachzulesen.

Den Anfang gemacht hat ein Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 06.08.2018 mit dem Titel "Bin mir sicher, dass es viele braune Haufen in der FPÖ gibt" in dem der Künstler klar Stellung bezieht zur politischen Situation in Österreich und sich kritisch zur rechtsaußen Partei FPÖ äußert.
In Österreich regiert seit Dezember 2017 eine Koalition aus FPÖ und ÖVP, Letztere stellt mit Sebastian Kurz den Kanzler. Was genau macht Ihnen Sorge?

Schauen Sie sich das letzte Dreivierteljahr doch an. Fast jede Woche gibt es einen kleinen oder größeren Hammer in Verbindung mit FPÖ-Personal. Damit meine ich nicht nur den Skandal über das Burschenschaftler-Liedbuch, in dem von Judenvergasungen die Rede war.
Das ganze Interview habe ich für mich als PDF archiviert, weil ja nicht alle Inhalte im Netz für immer bleiben... Es gab dann eine relativ heftige Reaktion der FPÖ auf dieses Interview und darauf hin ein ebenso gewaltiges Medienecho und vor allem eine erstaunliche Reaktion der Fans von Wolfgang in den sozialen Medien mit dem Ergebnis, dass die Menschen sich Wolfgang gegenüber solidarisch gezeigt haben, indem sie sein Lied "Skifoan" so oft heruntergeladen haben, dass es zu Platz 1 in den Charts gereicht hat.

Darüber hat dann die Süddeutsche Zeitung am 14.08.18 in einem Artikel mit dem Titel "Das dürfte den FPÖ-Herren zu denken geben" berichtet.
Ambros hat sein Rock'n'Roller-Leben nie verhehlt, ebenso wenig wie seine Abneigung gegen rechte Tendenzen. Gleich zu Beginn seiner Karriere widmete er ein Lied einem Neonazi, der versucht, Adolf Hitler zu imitieren. Später thematisierte er den Hass von Ausländerfeinden in seiner Musik. Überraschend kommt Ambros' Kritik an der rechtspopulistisch agierenden Wiener Regierung also nicht.
Da sage noch jemand, dass Liedermacher im Jahr 2018 kein politisches Gewicht mehr haben. Wolfgang Ambros hatte nicht vor durch das Gespräch mit der SZ seine Musik zu verkaufen, sondern hat seine persönliche politische Meinung gesagt und wurde dafür hart angegangen. Die Reaktion seines Managements und vor allem seiner Fans zeigt, dass Menschen wie er doch noch gehört werden und es viele gibt, die seine Meinung teilen und sich nicht den Mund verbieten lassen wollen.

Das finde ich gut am Sommer 2018 - ein Lied über einen Wintersport wird DER Sommerhit :hahaha:
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Re: Wolfgang Ambros Pressespiegel

#2

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » So 19. Aug 2018, 01:31

Ich - ein Österreicher - empfinde es schon ein wenig peinlich wenn sich, in der bekannt links-populistischen Wiener Künstlerszene, dessen Günstlinge hinreißen lassen und entbehrliche Rülpser loslassen um sich selbst in Erinnerung zu rufen :-(

Die derzeitige Regierung in Österreich macht eine sehr gute Arbeit!
Ist sicher beispielgebend für die krankende EU!

Ist doch klar, dass die links-linken Kräfte, die spüren wie ihre Macht und ihr Proporz schwindet, nicht wirklich glücklich mit diesem Umstand sind ;-)

Ist eine sehr gute Entwicklung die derzeit in Österreich passiert!
> Sozialschmarotzertum muss Einhalt geboten werden !
> Bedürftige und jene die nicht können, da muss man helfen !
> mehr Geld für unsere Pensionisten die ihr Leben lang für die Gesellschaft geleistet haben !
> All jene die zwar könnten aber nicht wollen, da muss man wieder mehr motivieren
> Wir brauchen keine Parallelgesellschaften in Österreich
> Aktive Beitragszahler muss man deutlich entlasten !!!
> all jene die noch nie ins System eingezahlt haben dürfen sich auch nichts erwarten !!!

All jene die da anders denken gefährden den sozialen Frieden
Der Mittelstand - die wichtigste Säule der Gesellschaft - muss wieder entlastet werden!!!
Leistung muss sich wieder lohnen in unserer Gesellschaft :-)
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#3

Beitrag von migoe » So 19. Aug 2018, 12:08

Hallo Peter,

ich habe meinen Beitrag und Deine Antwort darauf aus dem ursprünglichen Presse-Thema herausgelöst, weil mir ja auch beim Schreiben meines Beitrages klar war, dass es sich hierbei nicht einfach nur um irgendwelche "Presseberichte" handelt, sondern auch der politische Aspekt hier eine Rolle spielt.

Danke, dass Du darauf reagiert hast. Mir stellen sich aber einige Fragen, wenn ich Deinen Beitrag lese - und ich habe ihn mehrfach gelesen und werde nicht schlau daraus...
DonPedro hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 01:31
Ich - ein Österreicher - empfinde es schon ein wenig peinlich wenn sich, in der bekannt links-populistischen Wiener Künstlerszene, dessen Günstlinge hinreißen lassen und entbehrliche Rülpser loslassen um sich selbst in Erinnerung zu rufen :-(

was zeichnet denn die links-populistische Wiener Künstlerszene aus - und woran erkenne ich die, und was meinst Du mit dem Begriff "Günstling" in diesem Zusammenhang?
DonPedro hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 01:31
Die derzeitige Regierung in Österreich macht eine sehr gute Arbeit!
Ist sicher beispielgebend für die krankende EU!

Ist das ironisch gemeint? Was findest Du denn besonders gut an der "sehr guten Arbeit" der Regierung in Österreich? Aus Sicht eines Franken/Bayern/Deutschen/Europäers würde mich das interessieren, denn ich bekomme die Situation in Österreich nur aus der Ferne und aus den "einschlägigen" Medien mit, und natürlich als Tourist/Gast/Fremder.
DonPedro hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 01:31
Ist doch klar, dass die links-linken Kräfte, die spüren wie ihre Macht und ihr Proporz schwindet, nicht wirklich glücklich mit diesem Umstand sind ;-)

Was sind denn links-linke Kräfte? Welche Macht schwindet? Welcher Proporz?
DonPedro hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 01:31
Ist eine sehr gute Entwicklung die derzeit in Österreich passiert!
> Sozialschmarotzertum muss Einhalt geboten werden !
> Bedürftige und jene die nicht können, da muss man helfen !
> mehr Geld für unsere Pensionisten die ihr Leben lang für die Gesellschaft geleistet haben !
> All jene die zwar könnten aber nicht wollen, da muss man wieder mehr motivieren
> Wir brauchen keine Parallelgesellschaften in Österreich
> Aktive Beitragszahler muss man deutlich entlasten !!!
> all jene die noch nie ins System eingezahlt haben dürfen sich auch nichts erwarten !!!

Hm, klingt teilweise für mich einleuchtend, aber wie immer im Leben, gibt es bei keinem der genannten Punkte eine Antwort, die so kurz wäre, dass ich dafür nicht mindestens 3 Sätze brächte - nur schalten da die meisten ab, weil es dann kompliziert und anstregend wird - und das Wesen der Demokratie ist genau das: kompliziert und anstrengend!

In dem Interview mit Wolfgang Ambros finde ich eine Aussage von Ambros bemerkenswert:
Weil die Regierung die ganze Zeit nur über Ausländer redet, fällt vielen Österreichern gar nicht auf, wohin die Reise geht. Die Pläne dieser Regierung bekommen nicht nur die Flüchtlinge zu spüren, sondern bald auch ärmere Österreicher.
Wir haben in Deutschland eine Partei, die auch nur von einem Thema lebt und auch alle anderen Themen damit verknüpft - und manchmal bin ich erstaunt darüber, wie schnell man auf einfache Lösungen hereinfallen kann, wenn man sich nicht ausreichend mit den Ursachen für ein Problem beschäftigt. Das führt aber (zumindest im Moment) zu weit...
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#4

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » So 19. Aug 2018, 12:51

migoe hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 12:08
was zeichnet denn die links-populistische Wiener Künstlerszene aus - und woran erkenne ich die, und was meinst Du mit dem Begriff "Günstling" in diesem Zusammenhang?
Wien gibt extrem viel Geld für Kunst und Kultur aus.
Um an den Fördertrog zu gelangen muss man ins politische Bild passen ...
Das konkret festzumachen - was kein Problem wäre - sprengt hier den Rahmen.
migoe hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 12:08
Ist das ironisch gemeint? Was findest Du denn besonders gut an der "sehr guten Arbeit" der Regierung in Österreich? Aus Sicht eines Franken/Bayern/Deutschen/Europäers würde mich das interessieren, denn ich bekomme die Situation in Österreich nur aus der Ferne und aus den "einschlägigen" Medien mit, und natürlich als Tourist/Gast/Fremder.
Keine Ironie!
Österreich ist ein sehr soziales Land ... das wurde natürlich jahrzehntelang von vielen ausgenützt - von Einheimischen und natürlich auch von Zuwanderern!
Finanziert wurde die "soziale Gerechtigkeit" vom Mittelstand. Österreich hat mit 43% eine der höchsten Abgabenquoten.
Die neue Bundesregierung will da notwendige Korrekturen vornehmen, was ich sehr begrüsse!
Die EU verharrt im Stillstand, derzeit unfähig gemeinsam die Außen Grenzen zu schützen um Schengen innerhalb Europas zu erhalten.
migoe hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 12:08
Was sind denn links-linke Kräfte? Welche Macht schwindet? Welcher Proporz?
Die SPÖ war in Österreich sehr lange an der Macht!
Durch den demokratisch gewählten Umbruch 2017 - jetzt regieren ÖVP und FPÖ - ist die SPÖ in die Oppositionsrolle gedrängt worden, was natürlich mit Machtverlust und den Verlust von Funktionen und Posten einhergeht - was natürlich weh tut ...

Du hast jedenfalls recht migoe, sobald es politisch wird, wird es kompliziert und mühsam.
Aber ein wenig Diskussion schadet ja nie in einer Demokratie :-)
Man sollte in der eigenen "Familie" die Familienprobleme besprechen und nicht außerhalb der eigenen 4 Wände die Familie schlecht machen und anpatzen ...

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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#5

Beitrag von Carsten K » So 19. Aug 2018, 15:20

Dass Du, Peter, und Wolfgang Ambros unterschiedlicher Meinung bezüglich der österreichischen Bundesregierung seid, überrascht mich jetzt, ehrlich gesagt, nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Wolfgang Ambros der einzige österreichische (Wiener) Künstler ist, der dieser Regierung ablehnend gegenüber steht und dies öffentlich äußert.
Das mag an an der großzügigen Wiener Kulturförderung liegen, in deren Genuss man nur kommt, wenn man "Günstling" der "links-populistischen" Kulturszene ist und "entbehrliche Rülpser" loslässt.

Über Kulturförderung lässt sich ja trefflich streiten (ist hier in Berlin ebenfalls ein Dauerthema, Volksbühne usw.), aber als schlechtes Pflaster für rechts-populische Anstreicher, die sich für "Kunstmaler" hielten, hat Wien sicherlich die ältere Tradition, zugegeben. Wenn die FPÖ vor 100 Jahren für die Wiener Kulturförderung verantwortlich gewesen wäre, hätte es zwar vielleicht bloß einen etwas abgedrehten größenwahnsinnigen "Star" in der lokalen Kunst-Szene gegeben, über den sich jene, die das finanzierten (Ober- und Mittelschicht), zwar heimlich lustig gemacht hätten, aber den Menschen aus der Unterschicht, die von Ober- und Mittelschicht mitunter "Schmarotzer" genannt wurden, wäre hoffentlich manche Deportation erspart geblieben, ganz zu schweigen vom zweiten Weltkrieg.

Über die Qualität von Kunst lässt sich ebenfalls trefflich streiten, ist letztendlich Geschmacksache... Die Werke der zahlreichen deutschen Künstler, die sich öffentlich ablehnend gegenüber der AfD äußern, würde ich aber auch nicht aus "Solidarität" anklicken, wenn mir die Werke nicht gefallen. Und unter uns, "Skifoarn" hat mir noch nie besonders gefallen... Aber Respekt, Wolfgang Ambos! :daumen:
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Re: Re: Wolfgang Ambros Pressespiegel

#6

Beitrag von Skywise » So 19. Aug 2018, 16:30

DonPedro hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 01:31
Ist eine sehr gute Entwicklung die derzeit in Österreich passiert
!> Sozialschmarotzertum muss Einhalt geboten werden !
Na ja, was sind "Sozialschmarotzer"? Ich muß das fragen als jemand, der halt auch mehr als anderthalb Jahre von Hartz IV gelebt und in dieser Zeit eine dreistellige Anzahl von Bewerbungen geschrieben hat, erste Ziffer keine "1", wohlgemerkt: vom damaligen Arbeitsamt kamen im ersten Jahr zwar Fortbildungs-, aber keine Stellenagebote. Ob ich Sozialschmarotzer war, weiß ich nicht, ich hab' mich nicht wie einer gefühlt, aber nach den Rufen, die in jüngerer Zeit von bräunlich-blauen Politikern laut wurden, wäre ich wahrscheinlich einer gewesen. Und umgekehrt muß ich daraus folgernd auch die Frage stellen, warum man Schmarotzertum nur am einen Ende der Skala sucht und nicht am anderen. Es ist leicht, auf den Menschen rumzutrampeln, die Hilfe benötigen. Die Lücken für Steuerhinterzieher scheint man aber dagegen relativ selten in Angriff zu nehmen bzw. sämtliche Möglichkeiten scheint man nicht voll auszuschöpfen, obwohl das dem Staat deutlich mehr einbringen würde als das Sparen am unteren Ende.
> Bedürftige und jene die nicht können, da muss man helfen ! [...]
> all jene die noch nie ins System eingezahlt haben dürfen sich auch nichts erwarten !!!

Für mich tun sich da Widersprüche auf.
> mehr Geld für unsere Pensionisten die ihr Leben lang für die Gesellschaft geleistet haben !
Ich knirsche ein wenig mit den Zähnen, denn solche Schlagworte habe ich auch immer wieder vonseiten einer anderen Partei gehört. Ich weiß nicht, ob die alten Wahlprogramme noch online sind, wahrscheinlich nicht, aber ich picke mir diesbezüglich mal drei Aussagen heraus, die tatsächlich über die Jahre sinngemäß getroffen wurden, bevor man sich jüngst wieder darauf zurückgezogen hat, kein Rentenprogramm zu haben, obwohl man im Flugblatt, das wenige Tage vor der Bundestagswahl durch die Briefkästen geisterte, noch ausdrücklich mit einem Rentenprogramm Werbung gemacht hat nach dem Motto - hier kann ich ein Zitat anbieten, da das Flugblatt bei mir noch unter Klodeckel klebt - "Wer gearbeitet hat, muß später mehr haben". Wie will man das erreichen? Es folgen die drei Absichten verteilt aus unterschiedlichen Wahlprogrammen und Jahrgängen:
- man spart an den Pflegeleistungen.
Ich fand das hartes Brot. Wenn man weiter durchleuchtet hat, hat man auch gelesen, wie so etwas vonstatten gehen soll: Frauenbeauftragte weg, Frauen, die ihr Studium abbrechen, sollen kein Bafög zurückzahlen müssen, Frauen sollen mehr Kinder kriegen, sich mehr um die Familie kümmern, Frauen stehen nach dem Ende einer Beziehung vorübergehend Leistungen des Staates zu, heißt für mich: Frauen sollen daheim bleiben und die Pflegeleistungen an Alten, Behinderten, sprich: Pflegebedürftigen gefälligst wieder selbst übernehmen. Stand tatsächlich sinngemäß in einem Entwurf des letzten Bundeswahlprogramms drin, wurde in der ausdrücklichen Form allerdings noch entfernt, ehe es ernst wurde.
- Rentner sollen sich mehr dazuverdienen dürfen.
Ist eine ältere Aussage, die auch nur in bestimmten Bundesländern getroffen wurde. Für mich klang das im Zusammenspiel mit einigen anderen Programmpunkten nach "müssen". Mit dieser Aussage schnitt man bei Wahlen relativ gut ab. Über die Höhe der Renten wurden dagegen nicht allzu viele Worte verloren. Hätte man die Stabilität betont oder im Blick gehabt, wäre das vermutlich auch zu teuer geworden.
- Beamte und Selbstständige zahlen zukünftig ebenfalls ins Rentensystem ein.
Das war noch eine Aussage unter dem alten Gründer. Offenkundig hat man ihm aber gesteckt, daß das erstens den Aufwand und zweitens die Kosten explosionsartig nach oben treiben würde, insofern hat man von dieser Idee recht schnell grußlos wieder Abstand genommen und man hat sich auf Allgemeinplätze zurückgezogen.
Ich bin kein großer Freund der Idee, daß Rentner mehr Geld bekommen sollen, solange nicht gleichzeitig gesagt wird, wo das Geld herkommen soll. Es wird ja sicher nicht aus der Luft fallen, auch in Österreich nicht. Und die Bevölkerungspyramide läßt mich da nur wenig mehr optimistisch sein als in Deutschland.
> All jene die zwar könnten aber nicht wollen, da muss man wieder mehr motivieren
Na ja, wie stellt man fest, daß die nicht wollen? Und wie will man sie motivieren?
> Wir brauchen keine Parallelgesellschaften in Österreich
Na gut, also - ganz vermeiden wird man sie nicht. Klar braucht man sie im großen und ganzen nicht. Das Problem ist nur: Integration ist keine Einbahnstraße. Es braucht nicht nur Leute, die sich integrieren wollen, sondern es braucht wenigstens im gleichen Maße auch Menschen, die ihnen die Integration ermöglichen. Und ich glaube, daß es an Personen der zweiten Gruppe deutlich mangelt. Und an Unterstützung für sie sogar noch mehr.
> Aktive Beitragszahler muss man deutlich entlasten !!!
Dazu sag' ich erst mal nix mangels Hintergrundkenntnissen - akzeptiere ich als "Wenn er's sagt" ... :-)

Gruß
Skywise
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#7

Beitrag von fille » So 19. Aug 2018, 17:06

Hallo meine Lieben,

nur mal als Intermezzo, ganz wertungsfrei:

Bei Facebook gibt's eine Seite "Wir sind gegen Linksradikale und Rechtsextreme" und Wolfgang Ambros Nr. 1 ist dabei.

Die Aussage gefällt mir gut. Wer dahinter steht, weiß ich nicht.

Ich verstehe auch nicht, warum ausgerechnet "Schifoan" so oft geteilt wurde. Ich würde eher "Verwahrlost aber frei" oder
"A Mensch mecht i bleim" wählen.

Liebe Grüße, Marianne


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Ganz gleich, welcher Farbe sie auch sei'n

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Re: Re: Re: Wolfgang Ambros Pressespiegel

#8

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » So 19. Aug 2018, 18:36

Skywise hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 16:30
> Bedürftige und jene die nicht können, da muss man helfen ! [...]> all jene die noch nie ins System eingezahlt haben dürfen sich auch nichts erwarten !!!Für mich tun sich da Widersprüche auf.

wo der Widerspruch ?

Es macht einen Unterschied ab jemand -
a) bereits viele Jahre ins Sozialsystem eingezahlt hat und dann arbeitslos oder krank wird oder
b) noch nie ins Sozialsystem eingezahlt und ganz einfach nicht arbeiten will oder wegen des Sozialsystems zuwandert

Die Frage ist - wer soll das bezahlen ?
Man wäre blauäugig und träumerisch wen man meint, dass muss die Elite, das müssen die Reichen zahlen .... mimimimi
Das wird niemals passieren!
Hier wird der Mittelstand zur Kassa gebeten, der soll z.B. dafür aufkommen wenn ein junger Mensch in Österreich meint: "Ich geh doch nicht für 1.200 € 40 Stunden arbeiten, wenn ich fürs Nixtun 860 € Mindestsicherung bekomme und das auch noch jahrelang funktioniert ... "

Oder wenn eine Pensionisten die 20 Jahre gearbeitet und Beiträge gezahlt und 3 Kinder aufgezogen hat als Ausgleichszulagen Bezieherin mit 700-900 € im Monat auskommen muss aber im Gegenzug ein Zuwanderer, der noch keinen Cent ins System eingezahlt hat - neben Grundversorgung dann vielleicht auch noch 860 € Mindestsicherung bezieht und im weiteren dann auch für seine 10 [!] Kinder die im Ausland leben 1.700 € oder mehr Kindergeld bekommt ...

Genau wegen solchen Ungerechtigkeiten spalten sich in Österreich und auch in der EU die Menschen!
Es tut Not, dass verantwortungsvolle Politiker das Miteinander wieder gerechter gestallten.

Keine Frage, dass ältere Menschen die lange Zeit schon ins System eingezahlt haben Anspruch auf Arbeitslosengeld oder frühzeitige Rente haben sollen/müssen.
Keine Frage, dass jüngere Menschen die wegen Krankheit oder Gebrechen auf unsere soziale Unterstützung angewiesen sind, diese auch erhalten sollen!

Die Frage der Bedürftigkeit - ab wann ist man bedürftig ? - ist halt der Streitpunkt! - da scheiden sich die politischen Geister ;-) Wie schrieb schon migou, da wird Politik mühsam und kompliziert :-)
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Benutzer 911 gelöscht

Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#9

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » So 19. Aug 2018, 21:24

ganz besonders stört mich an solchen Diskussionen, wo die zwei Lager - die Linken und die Links/Linken vs Mitte und Rechte - aufeinander treffen, das linke Lager immer die Nazikeule schwingt wenn eine andere Meinung von der anderen Seite als die Ihre aufkommt !?

Fakt ist wir leben in einer Demokratie und das ist gut so.
In der Republik Österreich haben die Menschen erst vor kurzem gewählt :-)
Rund 2/3tel der Wähler haben sich für Mitte-Rechts (ÖVP/FPÖ) entschieden - nur 1/3 (knappe 30%) wählen Linke Parteien (SPÜ/Grüne) ... das ist der Wählerwille obs den Gegnern passt oder nicht ;-)
In einer Demokratie muss man Mehrheiten anerkennen!

Sehr schäbig finde ich es wenn die 2/3tel der Wähler in Österreich als Nazis verdächtigt oder gar beschimpft werden, das ist unterste Schublade.

Und damit kein Missverständnis entsteht > ich bin weder links noch rechts gesteuert!
Aber im Heute müssen wir mit der Tatsache leben, dass es keine Großparteien mehr gibt.
Wir in Österreich haben 3 Mittelparteien mit je ca. 25-30 % - da müssen halt immer zwei miteinander können, sonst gibst keine mehrheitsfähige Regierung, Fakt!

Da die Konservativen (ÖVP) und die Sozialdemokraten (SPÖ) nach mehrmaligen Versuchen nicht mehr miteinander können, macht es Sinn einmal neue Wege zu gehen - so ist Demokratie :-)

Und die momentane Regierung macht ihre Sache bisher - meine Meinung - sehr gut!

P.S. bei uns im Stammbeisl entsteht bei politischen Diskussionen meist Streit und Stunk ... ;-)
Ein Forum ist zwar kein Beisl aber man sollte auch hier politische Diskussionen stoppen bevor es im Streit endet ... ja ja Politik ist mühsam und Kompliziert

Liebe Grüße - Peter
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Re: Re: Re: Re: Wolfgang Ambros Pressespiegel

#10

Beitrag von Skywise » Mo 20. Aug 2018, 01:31

DonPedro hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 18:36
Skywise hat geschrieben:
So 19. Aug 2018, 16:30
> Bedürftige und jene die nicht können, da muss man helfen ! [...]> all jene die noch nie ins System eingezahlt haben dürfen sich auch nichts erwarten !!!Für mich tun sich da Widersprüche auf.

wo der Widerspruch ?

Es macht einen Unterschied ab jemand -
a) bereits viele Jahre ins Sozialsystem eingezahlt hat und dann arbeitslos oder krank wird oder
b) noch nie ins Sozialsystem eingezahlt und ganz einfach nicht arbeiten will oder wegen des Sozialsystems zuwandert
Und was ist mit denen, die noch nie ins System eingezahlt haben, arbeiten wollen, aber keine Arbeit finden? Wenn sich jemand bei seiner Ausbildung eine Krankheit einfängt, die ihn daran hindert, den gelernten Beruf anzutreten und der vielleicht längere Zeit vom Arbeitsmarkt weg ist, weil er sich erst mal auskurieren muß? Wie sieht das mit Angehörigen aus? Jemand tritt hier eine Arbeit an, bringt einen pflegebedürftigen Menschen mit ... hat er dann kein Anrecht auf Sozialleistungen? Wie schaut es aus, wenn dieser Arbeitnehmer überraschend stirbt? Muß dann die restliche Familie sofort wieder raus, weil es keine Sozialleistungen für sie gibt? Wie schaut es denn bei Kindergeld aus, wenn jemand neu nach Ösiland zieht - muß seine Familie erst mal im Ausland bleiben, bis sich das Kindergeld irgendwie rechnet?
Die Graubereiche sind mir einfach in diesen Fällen zu groß.
Die Frage ist - wer soll das bezahlen ?
Man wäre blauäugig und träumerisch wen man meint, dass muss die Elite, das müssen die Reichen zahlen .... mimimimi
Das wird niemals passieren!
Hier wird der Mittelstand zur Kassa gebeten, der soll z.B. dafür aufkommen wenn ein junger Mensch in Österreich meint: "Ich geh doch nicht für 1.200 € 40 Stunden arbeiten, wenn ich fürs Nixtun 860 € Mindestsicherung bekomme und das auch noch jahrelang funktioniert ... "
Das muß das Sozialsystem leisten. Wenn das Sozialsystem größtenteils auf den Schultern des Mittelstands steht, dann muß man auch mal darüber nachdenken, ob man die Finanzierung nicht irgendwie ändern oder den Mittelstand auf irgendeine Art und Weise fördern kann - anstatt sich nur auf das Streichen der Leistungen zu beschränken. Wie gesagt - die Schlupflöcher für Steuersünder verkleinern wäre zum Beispiel ein Schritt, der auch in eine gute Richtung führen würde, aber über solche Vorschläge lese ich relativ selten etwas auf den einschlägigen Seiten aus rechter/konservativer Richtung.
Oder wenn eine Pensionisten die 20 Jahre gearbeitet und Beiträge gezahlt und 3 Kinder aufgezogen hat als Ausgleichszulagen Bezieherin mit 700-900 € im Monat auskommen muss aber im Gegenzug ein Zuwanderer, der noch keinen Cent ins System eingezahlt hat - neben Grundversorgung dann vielleicht auch noch 860 € Mindestsicherung bezieht und im weiteren dann auch für seine 10 [!] Kinder die im Ausland leben 1.700 € oder mehr Kindergeld bekommt ...

Genau wegen solchen Ungerechtigkeiten spalten sich in Österreich und auch in der EU die Menschen!
Es tut Not, dass verantwortungsvolle Politiker das Miteinander wieder gerechter gestallten.
Soll sein, aber doch bitte nicht auf dem Rücken derjenigen, die sich mangels Lobby nicht wehren können. Und bitte nicht durch eine Neiddebatte, schon mal gar nicht durch eine, die durch Gegenüberstellung von Zahlen ausgelöst wird, die auf unterschiedlicher Datenbasis zustande gekommen sind. Die Frage muß heißen: will der alleinstehende, erwachsene Pensionär seine monatlichen 700 Euro und sein Hab und Gut gegen die 216 Euro und einen Platz in einer sozialen Einrichtung mit fast gar keinem Hab und Gut tauschen, die hier einem alleinstehenden, erwachsenen Flüchtling pro Monat zustehen? Ich persönlich glaub's ja nich'. Ebenso wenig glaub' ich daran, daß hier auch nur einem einzigen Rentner nur deshalb mehr Geld zustehen würde, nur weil es keine Flüchtlinge/Zuwanderer mehr gibt. Kann ich sogar begründen: das sind im jeweiligen kommunalen Haushalt zwei unterschiedliche Töpfe. Wenn der eine Topf nicht mehr existiert, wächst dadurch der andere nicht automatisch an. Daraus folgernd: man kann sogar einen Topf etwas größer machen, auch ohne daß der andere davon in Mitleidenschaft gezogen werden muß, weil es da viele Steuermöglichkeiten gibt. Aber eine Debatte der Marke "Denen da geht's viel zu gut und bei uns kriegt der Rentner, der den falschen Job hatte, viel zu wenig Geld" braucht's nicht. Wirklich nicht. Das sind Diskussionen, die man auch getrennt voneinander führen kann und sollte.
ganz besonders stört mich an solchen Diskussionen, wo die zwei Lager - die Linken und die Links/Linken vs Mitte und Rechte - aufeinander treffen, das linke Lager immer die Nazikeule schwingt wenn eine andere Meinung von der anderen Seite als die Ihre aufkommt !?
Ich weiß nicht, wie das in Österreich ist. In Deutschland beschweren sich meines Erachtens viel mehr Leute darüber, die Nazikeule schwinge wegen ihrer Meinung in ihre Richtung, als das tatsächlich der Fall ist. Ich will nicht sagen, daß das nie der Fall war. Gerade als hierzulande die AfD sich aufschwang, fiel der Begriff "Nazi" tatsächlich sehr häufig und wie ich finde völlig zu Unrecht bei vielen Bemerkungen. Ändert nichts daran, daß die Keule trotzdem manchmal geschwungen werden muß, weil da tatsächlich Äußerungen fallen, die so etwas notwendig machen. Problem ist nur, dadurch daß die Keule früher zu oft geschwungen wurde und mittlerweile viel zu oft Leute darüber flennen, daß sie angeblich davon bedroht waren, hat die Keule meiner Empfindung nach ihren Schrecken eingebüßt.

Ich habe im Augenblick mit dem europaweiten Rechtsruck vor allem das Problem, daß sich meinem Gefühl nach viel zu viele Leute in ihr heimisches Schneckenhaus zurückziehen wollen. Seit Jahren freuen sich die Wirtschaftsmenschen in Europa, daß das mit der Globalisierung so dolle klappt und Geld in ihre Kassen spült - aber komischerweise kommt erstens bei den Menschen weiter unten kaum was davon an, und mindestens ebenso komischerweise scheint zweitens kein Verantwortungsbewußtsein vorhanden zu sein, sich den globalisierten Problemen, die sich aus dem globalisierten Handeln ergeben haben, zu stellen. Das Wahlvieh ohnehin nicht, weil - die haben ja nichts verkehrt gemacht, ne. Die haben sich halt gefreut, wenn sie den Dreierpack Hemden beim Händler ihrer Wahl für 9,99 Euro abgegriffen haben - super Schnäppchen. Die haben sich halt gefreut, wenn sie das in von Hand zusammengesetzte Elektrospielzeug für 79 Euro bekommen haben - die können halt anderswo so günstig herstellen. Jetzt klopfen erstens die Folgen dieses Handelns hier an unsere Haustür, nämlich die Menschen, die anstelle des Endkunden mit ihrer Arbeitskraft das Hemd oder das Elektrospielzeug bezahlt haben, und zweitens die Staaten, die langsam mitkriegen, daß sie unter den aktuellen Gegebenheiten keine Chance mehr haben, ihren Status weltweit wesentlich zu verbessern, ehe die Menschheit die ihr verbliebenen Ressourcen durch den Schornstein gejagt hat - und plötzlich machen die Nutznieser der Globalisierung die Pforten dicht. Ich mache da noch nicht mal den kleinen Wählern einen Vorwurf, auch wenn sie mit ein bißchen Nachdenken und Urteilsvermögen wissen müßten, daß sie selbst als Masse durch ihren Konsum ordentlich an der Schraube der ungleichen Verteilung nicht nur im eigenen Land, sondern weltweit mitgedreht haben. Ich mache vor allem der Politik den Vorwurf, die daraus mit Schlagworten ihren Profit zieht anstatt unpopuläre Aufklärungsarbeit zu leisten. Man müßte in diesem Zusammenhang ja immerhin auch zugeben, daß man schon seit Jahr und Tag von dieser Entwicklung wußte und eigentlich darauf hätte reagieren müssen, aber es war ja immer was Anderes und so.
Im Augenblick gibt's zwei Zukunfts-Szenarien, zwischen denen wir, vor allem (!) wir wählen können: im ersten Szenario sitzen die wirtschaftlich starken Länder gemütlich hinter einer Mauer, lassen die Leute außerhalb der eigenen Grenzen seelenruhig verrecken - findet ja nicht auf dem eigenen Gelände statt, also geht's uns nichts an -, und dann geht die Menschheit halt vornehm zugrunde. Die letzten Ressourcen werden zwischen dem Westen, Indien und China ausgeknobelt und irgendwann gehen wir alle in einem letzten großen Bürgerkrieg drauf, Ende der Menschheit. Oder es versuchen die Menschen einfach mal, nicht nur ans große Geld zu denken, da ohnehin nur noch eine Illusion, sondern an die Zukunft, und man versucht irgendwie, gemeinsam und global die Karren aus dem Dreck zu ziehen, die dort von ein paar rücksichtslosen Geschäftemachern oder Staaten reingeschubst oder zumindest noch tiefer reingetreten wurden. Einfach ein Handeln in der Hoffnung, der Menschheit langfristig noch eine Zukunft zu geben. Leider glaube ich, daß wir für die Entscheidung, welchen Weg wir einschlagen wollen, nicht mehr lange Zeit haben. Und ich glaube leider auch, daß die derzeit erfolgreichsten populistisch agitierenden und - sofern überhaupt - kurzsichtig agierenden Menschen den meines Erachtens falschen Weg einschlagen wollen.

Gruß
Skywise
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#11

Beitrag von Gesch » Mo 20. Aug 2018, 10:55

Hallo Zusammen

Aha, nun ist offenbar auch „Don“ Pedro zu kurz - par“don“: zu Kurz gekommen…. Wieso eigentlich „Don“? Mit der Anrede verbinde ich berechtigten Anspruch auf Respekt aus offenbarter, natürlicher Autorität… Er schwärmt von der autoritären, reaktionären Regierung in Wien, dessen populistischer Koalitionsteil sich „FPÖ“ nennt. Wieso eigentlich „F“? „Freiheitlich“ ist dreister Etikettenschwindel. Mir fällt als „F“-Erklärung eigentlich nur eine Begrifflichkeit ein, die auf Österreich bezogen in Braunau ihren Anfang nahm. Die historischen Folgen sind bekannt – die Parallelen augenfällig. Faschismus beginnt in den Köpfen, wenn sich dort menschenverachtende Gedanken breit machen und es diejenigen, die den Kopf zwar tragen, aber das Denken verlernt haben, nicht einmal merken.

Vermutlich bin ich längst in der rot-grün-versifften Schublade – da erlaube ich es mir, die Sympathisanten der blau-braun verseuchten, entsolidarisierenden Politik, die tatsächlich die Schwächsten der Gesellschaft „zu kurz“ kommen lässt, als das zu bezeichnen, was sie sind: Enthemmt in ihrer Menschenverachtung, Gesellschaft spaltend in ihrer Ausrichtung, entwürdigend in ihren Absichten auf die Folgen der von ihnen unterstützten Politik. Da kann ich auch keine Rücksicht auf Kuschelgepflogenheiten im Forum mehr nehmen.

Ich habe vor einem Jahr einen Jugendfreund, mit dem ich 15 Jahre lang phasenweise eng und viel zu tun hatte, auch musikalisch als Partner, in Graz mit beerdigt. Er war vor annähernd 40 Jahren dorthin ausgewandert und hatte dort letztlich seine Kraft im Widerstand gegen die gesellschaftliche Entwicklung in Österreich, die ja nicht von heute auf morgen ihre Wirkung zeigt, verschlissen. Er hatte mich auf dem Laufenden gehalten. Ich weiß nicht, ob ich nun noch daran interessiert bin…

Die schwarz-braune - par“don“: schwarz-braun verseuchte Koalition macht also "gute Politik", lautet „Don“ Pedros Zwischenbilanz. Ihm gefällt die Ausgrenzung von Minderheiten und Schwachen, das An-den-Rand-Drängen von denjenigen, die man nicht zu integrieren bereit ist – und von denen deshalb auch viele den Sinn nicht mehr einsehen, warum sie sich selbst um Integration bemühen sollen, wenn sie damit doch vor die Wand laufen und wie Dreck behandelt werden. Dass sie trotzdem glauben, Europa – und Österreich zählt sich ja immerhin auch noch dazu, auch wenn es längst mit anderen Autokratien einen „Kontinentaldrift“ begonnen hat - wäre für sie eine Chance, zeigt nur ihre Verzweiflung.

Aber „über kurz oder lang“ werden sie einen Bogen um diese abdriftenden Länder machen. Orban lässt bereits gerichtlich in erster Instanz abgelehnten Asylbewerbern die Nahrung streichen. Wann fangen andere Minderheiten an zu hungern, weil ihnen Herrenmenschen in Ungarn, Polen oder Österreich, vielleicht auch „Sacksen“ in Sachsen die lebensnotwendige Versorgung verweigern…

Mimimi – da schwingt wieder einer die Nazi-Keule… Es ist nun mal die passende Klartext-Antwort für diejenigen, die in ihrer Sprache Menschen gerne als „Schmarotzer“ oder schlimmer titulieren. Ich muss das inkriminierende Vokabular nicht wiederholen. Aber die Verwendung des einen, zieht die des anderen nach sich. Da braucht man weder zu staunen, noch zu jammern. Das gilt übrigens grenzenlos und nicht auf Österreich beschränkt. Und wenn die FPÖ einerseits den österreichischen Inlandsgeheimdienst zerschlägt, weil sie die Veröffentlichung der Erkenntnisse fürchte, die ihre eigene Beobachtung durch Mitarbeiter des Dienstes erbracht haben, andererseits an der Spitze des deutschen Verfassungsschutz offenbar schon ein Sympathisant der blau-braun verseuchten AfD steht, schenken sich Österreich und die BRD in dieser Hinsicht nicht mehr viel.

Was war der Ausgang, um es nicht ausufern zu lassen: Wolfgang Ambros und seinen erneuten Erfolg mit einem Lied, das vielleicht nur begeisterte Skifahrer in Jubel versetzen kann. Ich kann nicht Ski-laufen oder fahren. Ich fand auch immer, dass er bessere Lieder hat. Aber in der gegenwärtigen Entwicklung im deutschsprachigen Raum vermisse ich als Klartext singenden Liedermacher Georg Danzer. „Die Freiheit“ von ihm kann nicht oft genug zu Gehör gebracht werden. Die „Freiheitlichen“ und ihre Gefolgschaft werden eh die Ohren zuklappen. Oder steht das Lied sogar schon auf dem Index? Maßregelungen von Journalisten, die die Nähe zwischen Populismus und beginnendem Faschismus aufzeigen, werden in Österreich inzwischen ja längst nicht mehr nur angedroht, sondern auch schon vollzogen. Und das nennt „Don“ Pedro gute Politik und deutet an, dass sich Nicht-Österreicher herauszuhalten hätten?

Die braune Seuche schwappt hierwärts über die Grenze, siehe den pseudo-intellektuellen Vordenker der „Identitären“, der von Österreich aus „Anschluss“ an die deutschen „Identitären“ gefunden hat - wieder mal, daher muss man den Anfängen trotzen, auch von hier aus grenzüberschreitend. Das ist überlebensnotwendig! Denn die „braune Seuche“ organisiert sich nicht nur politisch in partei-ähnlichen Vereinigungen in der Nazi-Gefolgschaft, sondern auch terroristisch, siehe NSU, Reichsbürger und Kameradschaften.

Konstantin, es wird Zeit für einen täglichen Weck(er)ruf mit „Willy“, nicht nur für Deine österreichischen Fans, und auch nicht nur für die in den deutschen „Freistaaten“. Die Zeiten ändern sich entsetzlich.

Was ich dazu zu singen hätte, will ich nicht aufdrängen, aber wer mag, kann es hören und lesen:

Urteil in München
Lied:
Text: https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... 3%BCnchen/

Ecken und Kanten
Lied:
Text: https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... nd-kanten/

Stelen hinterm Gartenzaun
Lied:
Text: https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... artenzaun/

Braune Schande
Lied:
Text: https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... e-schande/

Wenn die Mehrheit schweigt
Lied:
Text: https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... -schweigt/

Vogelschiss
Lied:
Text: https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... gelschiss/

Warum mit ihnen reden
Lied:
Text: https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... nen-reden/

Freunde, seid wach
Lied:
Text: 1. Die alte Version von 1978 https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... seid-wach/
2. die aktualisierte Version von 2012 https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... wach-2012/

Und der Text eines Liedes, für das mir eigentlich mein Youtube-Kanal zu schade ist, aber was nicht ist, kann ja noch kommen:
Zu Kurz
Text https://gerdschinkel.jimdo.com/cds-und- ... n/zu-kurz/

Ach ja, eh ich es vergesse: Du kannst, „Don“ Pedro, meine in Landshut beim LT von Dir aufgenommenen Lieder aus Deinem Youtube-Kanal herausnehmen. Ich bitte sogar darum, aus naheliegenden Gründen… ich hab Dich jetzt auch aus meiner Link-Liste gestrichen. Ich will ja keine falschen Schlussfolgerungen hervorrufen…

Ne Menge, weil ungut

Ungekuschelt

Gerd
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Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#12

Beitrag von Marc » Mo 20. Aug 2018, 11:28

Hallo Gerd,

insgeheim hatte ich auf eine Antwort von Dir an dieser Stelle gehofft. Ich schließe mich Dir im Inhalt und in der Klarheit an.

Lieben Gruß aus Hannover!
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

Hannes Wader

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Gesch
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#13

Beitrag von Gesch » Mo 20. Aug 2018, 11:59

Lieber Marc,
mich beruhigt, dass ich nicht allein bin...
herzlich
Gerd
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Michael
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#14

Beitrag von Michael » Mo 20. Aug 2018, 12:59

mich beruhigt, dass ich nicht allein bin
Das bist du ganz sicher nicht!
Gruß, Michael
Dieser Beitrag enthält 15 Wörter


Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Gesch
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#15

Beitrag von Gesch » Mo 20. Aug 2018, 13:55

Hallo zusammen,
gerade las ich, dass jetzt der famose österreichische Bundeskanzler Kurz in der EU dafür wirbt, dass Flüchtlingsschiffe grundsätzlich nicht mehr in Europäischen Häfen anladen dürfen.

Er hat wohl vergessen zu sagen, dass er schließlich auch die österreichischen Häfen geschlossen hat... In Ungarn sind die Häfen auch längst geschlossen. Tschechien und Slowakei überlegen wohl noch...

Ich könnt kotzen - und halte es mit Norbert Blüm, der kürzlich - sinngemäß - gesagt hat: Wenn Europa mit seinen 500 Millionen Einwohnern sich weigert, 5000 Millionen Menschen aufzunehmen, die vor Krieg, Tod, Not und Elend flüchten, dann sollten wir den Laden dicht machen - wegen moralischer Insolvenz...

herzlich
Gerd
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Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#16

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Mo 20. Aug 2018, 14:19

Gesch hat geschrieben:
Mo 20. Aug 2018, 10:55
Ach ja, eh ich es vergesse: Du kannst, „Don“ Pedro, meine in Landshut beim LT von Dir aufgenommenen Lieder aus Deinem Youtube-Kanal herausnehmen.

mach ich natürlich sehr gerne :-)
Kann ich aber erst am Abend vom PC aus erledigen
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#17

Beitrag von moni » Mo 20. Aug 2018, 19:47

Danke lieber Migoe, Skywise, Gesch, Marc, Fille, Carsten K und Michael für eure, mehr oder weniger langen Antworten auf Don Petros Beitrag.
Ich bin ebenfalls ein sogenannter linksgrünversiffter Gutmensch und stehe dazu.
Dieser Beitrag enthält 34 Wörter


:wau:
A bas les armes!

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Nicky
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#18

Beitrag von Nicky » Mo 20. Aug 2018, 20:15

Ihr Lieben,
eigentlich wollte ich auch ausführlich auf das Thema eingehen, aber Gerd hat eigentlich schon so gut wie alles geschrieben, was ich auch zu sagen gehabt hätte.....und dass auch noch besser ausgedrückt, als ich es hinbekommen hätte.

Ich mag Diskussionen zu allen Themen sehr gerne. Auch und besonders die politischen. Man muss nicht immer einer Meinung sein und es darf auch gerne mal deutlicher werden, aber es gibt auch einfach Grenzen, die ich nicht akzeptieren kann und wo ich auch nicht bereit bin zu diskutieren. Eine dieser Grenzen ist überschritten, wenn es darum geht die rechte Ecke mit dem braunen Pack zu verteidigen. Und nein, ich bin nicht links-links und als links-grün versifft würde ich mich auch nicht bezeichnen ;-)

Schade finde ich bei solchen Diskussionen immer, das man die Meinungen von einigen Menschen, zu bestimmten Themen hört und dann merkt, das dieser Mensch überhaupt nicht dem Bild entspricht, dass man sich von ihm gemacht hat. Ziemlich enttäuschend manchmal. Schade.

Viele Grüße
Nicole
Dieser Beitrag enthält 175 Wörter


...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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Nicky
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#19

Beitrag von Nicky » Mo 20. Aug 2018, 20:38

kleiner Nachtrag...... damit keiner auf komische Gedanken kommt....
wenn es darum geht die rechte Ecke mit dem braunen Pack zu verteidigen.
Ich meinte natürlich auch das BLAU-braune Pack. Wollte die Blauen nicht absichtlich rauslassen..... ;-)
Dieser Beitrag enthält 36 Wörter


...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#20

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Mo 20. Aug 2018, 21:00

@Gesch
sodale alle Deine Videos wie gewünscht entfernt :-)

Weil ich grad dabei bin, es gibt ja noch eine Menge Videos aus Landshut die ich gemacht hab und bei mir im YT Kanal hochgeladen habe ...
Möchte noch wer, dass ich sein Antlitz aus meinem Kanal entferne ?
Ich lese noch ein wenig hier oder auch gerne per PN falls gewünscht, wird natürlich sofort erledigt :-)

ups, da weht ja eine mächtig raue Brise ...
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