"Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#21

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Mo 20. Aug 2018, 22:16

ja und zum Verlauf hier ...
Man meint hier so scheint es, dass 2/3tel der Österreicher, die eine Mitte-Rechts Regierung gewählt haben, mit braunem Gedankengut in Verbindung stehen, verstehe ich das richtig ?

Wenn ja empfinde ich das als beleidigend und zutiefst undemokratisch!

Aber das bringt hier sicher nichts, das wurde mir nun klar, weil eine sachliche Diskussion nicht möglich ist, was ich sehr schade finde :-(

Auf die persönlichen Angriffe und Gehässigkeiten möchte ich nicht eingehen ... ;-)
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#22

Beitrag von fille » Mo 20. Aug 2018, 22:41

"Wenn Europa mit seinen 500 Millionen Einwohnern sich weigert, 5000 Millionen Menschen aufzunehmen"

Also, ich habe das alles jetzt nur überflogen, aber das hat er bestimmt nicht gesagt :-) Wenn ich mich nicht irre,
wären das 5 Milliarden... Da wäre der Laden schon dicht. Blümchen meinte wohl 5 Millionen. 2,3 Millionen sind
bereits da. So schlimm scheint Europa dann doch nicht zu sein (oder hat er die EU gemeint).

Ich hoffe, nicht auch gleich in die rechte Ecke gestellt zu werden: Es ist auch meine Meinung, dass man einen
Unterschied zwischen Flüchtlingen und Migranten machen muss. Ersteren muss geholfen werden, für die zweite
Gruppe sollte ein Einwanderungsgesetz am besten nach kanadischen Vorbild geschaffen werden.

Liebe Grüße, Marianne
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#23

Beitrag von Westwind » Mo 20. Aug 2018, 22:58

Ihr Lieben,

auch ich habe irgendwann gelernt, daß man in der Kneipe und in sonstigen Gesellschaften die Themen "Politik" und "Religion" besser nicht erörtern sollte.

Als Dresdner habe ich es miterlebt, wie Pegida und dann die AFD- Debatten nicht nur die Gesellschaft spalteten, sondern auch in Kollegen- und sogar Freundes- und Familienkreisen für schlechte Stimmungen sorgten und sorgen.

Ich bin ganz klar gegen alles Radikale und vor allem gegen rechtsgerichtetes, nationalistisches und selbst patriotisches Gedankengut. Zwei meiner Ex-Kollegen, mit denen ich mich damals bei meiner vorherigen Arbeit halbwegs verstanden haben, sind irgendwann bei Pegida mitgelaufen und die wählen garantiert auch AFD. Mit einem dieser beiden Ex-Kollegen verstehe ich mich nach wie vor recht gut, vielleicht, weil wir beide einen Lieblings-Fußball-Verein haben, der nicht Dynamo Dresden ist. Da sind wir wieder bei der Religion ;-) !

Leute, es wird immer unterschiedliche Weltanschauungen geben, und so gut man sich sonst versteht, gibt es immer Punkte, wo es verschiedene Meinungen gibt. Und bei manchen Themen ist mir sogar an mir selbst aufgefallen, daß ich sie konservativer betrachte als noch vor 20 Jahren, insofern hätte ich allen Grund, mich mit mir selbst zu streiten.

Ich bin nach wie vor dafür, daß wir uns hier im Forum über Gott und die Welt und alles Mögliche unterhalten. Egal, wie konträr unsere Meinungen sein mögen: lasst uns hier gerne diskutieren und streiten und austauschen ! Wenn ich unter Verfolgungswahn litte und Verschwörungstheoretiker wäre, könnte ich jetzt sagen, daß genau diese Risse in der Bevölkerung gewollt seien, um diese zu verunsichern und damit sie sich untereinander selbst ärgert, das Leben erschwert und von gemeinsamen Aktionen absieht, damit die (Wirtschafts-) Mächtigen den Ärger nicht abbekommen oder gar um ihre Macht bangen müssen. Aber es ist aus meiner Sicht nicht nötig, hier im Forum Grenzen und Radikalismus aufkommen zu lassen, weil jemand absolut nicht mit der Meinung eines anderen konform geht.

Denkt doch auch ab und zu bitte daran, was uns hier im Forum verbindet, und warum viele von uns so gerne zum LT kommen. Und für die heutige Nacht zitiere ich mal Hannes: "Lasst, Freunde, uns in dieser Nacht vergessen, was uns trennt". Damit sollen konträre Meinungen nicht abgewürgt werden, aber wie bei so vielen anderen Dingen auch macht der Ton eben die Musik.

Ich bin immer dafür (auch im Berufsleben), sich auch mal persönlich auszutauschen statt immer nur schriftlich, um jeweils anderer Leute Meinungen und Stimmungen besser einsortieren zu können, weil man den Menschen besser kennenlernen kann. Im Berufsleben habe ich es noch nie gemocht, mit Kollegen oder Kunden nur per Email oder Telephon zu kommunizieren. Ich mache mir gerne immer einen Gesamteindruck, um mich in die Gedanken- oder in die Arbeitswelt meines Gegenübers und seine Motive besser hineinversetzen zu können.

Es gibt eine Zeile von Billy Joel: "Say a word out of line and you find, that the friends you had, are gone forever". Ich habe genau dieses Phänomen oft beobachtet in Freundschaften, in Schulklassen, im Job, in Internetforen. Ich mag es nicht, Leuten direkt die rote Karte zu zeigen, nur weil man in einem Punkt nicht ihrer Meinung ist. Das ist mir zu radikal. Noch schlimmer finde ich die Trittbrettfahrer, die dann meinen, auch noch mal drauf rumhacken zu müssen. Somit verfestigt sich meine Idee, welches Lied von Gerhard Schöne ich nächstes Jahr beim LT vortragen werde.

Liebe Grüße von jemandem, der sich in Dresden u.a. auch wegen der politischen Ereignisse der letzten Tage, Monate und Jahre nicht mehr wohl fühlt, den aber andererseits Freundschaften noch hier halten. Spalten kann man in unserer Gesellschaft schnell, Aufeinanderzuzugehen ist weitaus schwieriger, scheint mir. Aber für gefährlich halte ich die Leute, die keine Selbstzweifel haben und radikal und somit auch egoistisch ihre Weltanschauung vertreten und unter die Leute bringen wollen. Für mehr Frieden auf der Welt sorgen diese Leute meines Erachtens nicht. Und wenn es schon im Kleinen nicht funktioniert, wie soll es dann weltweit funktionieren ?

Das waren meine Nach(t)gedanken zu diesem leider hitzigen Thema.

Georg
Zuletzt geändert von Westwind am Mo 20. Aug 2018, 23:12, insgesamt 1-mal geändert. Dieser Beitrag enthält 694 Wörter


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es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben will."
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#24

Beitrag von Gesch » Mo 20. Aug 2018, 23:11

vielleicht fällt es einem österreicher ja schwer, aus der deutschen geschichte zu lernen... auch der österreicher hitler hatte in deutschland bürgerlich konservative steigbügelhalter, die ihm nach demokratischer wahl in den sattel verhalfen und so die möglichkeit gaben, seine gegner auszuschalten. ohne diese steigbügelhalter, die mit zu totengräbern der weimarer demokratie wurden, hätte er nicht nach der macht greifen können. hat ihn das zu einem demokraten gemacht?

oder seine wähler, die ihn und seine faschisten blind mit so vielen stimmen in eine position gewählt hatten, die den griff zur macht erlaubt hatte. ökonomisch ging es den deutschen damals weitaus schlechter als den österreichern (oder den afd-wählenden „sacksen“) heute.

sind wähler, die bewusst eine antidemokratische partei wählen, damit sie das demokratische system zerbröselt, deshalb demokraten, weil ihnen die demokratie in einer wahl die möglichkeit gibt, die demokratie aus den angeln zu heben? demokraten sind demokraten sind demokraten - und wer kein demokrat ist, wird nicht dadurch zu einem demokraten, dass er auf der demokratischen klaviatur spielt, um die demokratie abzuschaffen.

aber wenn die mehrheit der österreicher nichts mit demokratie und mit christlich-humanistischen werten, zu denen auch die achtung der menschenrechte gehört, nichts am hut haben sollten, ist das in der tat auch eine erkenntnis, die beweist, dass sich die alpenländische republik einer anderen wertegemeinschaft zugehörig fühlt. dann läge eine allianz mit putin, orban und erdogan ja näher, und auch auf trumps schoß könnte man sich wohlfühlen. aber bitte nicht mehr den anspruch erheben, ein autoritär regiertes land, das minderheiten demokratische rechte und gleichbehandlung vorenthält, sei eine demokratie...

zu georgs appell: in fällen offenkundiger billigung von menschenverachtendem umgang mit minderheiten wegzuschauen und schamhaft den mantel der mässigung und des totschweigens oder nicht wahrhaben wollens drüberzuziehen, macht früher oder später den blick in den spiegel zur qual. was hatten meine generation ihre eltern fassungslos gefragt? warum habt ihr nichts gesagt, warum euch nicht quergestellt, solange es noch möglich war...

borchert oder wecker haben eindeutig geraten: sagt nein. und das kann doch nicht erst gelten, wenn sie von menschenverachtendem reden zu menschenverachtendem tun übergehen. die forderung, flüchtlingsbooten das anlanden in europäischen häfen zu verweigern, ist am
menschenverachtendem mord schon nah dran
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#25

Beitrag von Gesch » Mo 20. Aug 2018, 23:15

sorry für den schreibfehler beim blüm-zitat.. richtig wäre 500 000 millionen europäer, die keine 5 millionen flüchtlinge aufnehmen wollen... diese weigerung sollte die moralische insolvenz offenkundig machen...

gerd
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Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#26

Beitrag von Skywise » Mo 20. Aug 2018, 23:16

fille hat geschrieben:
Mo 20. Aug 2018, 22:41
Es ist auch meine Meinung, dass man einen Unterschied zwischen Flüchtlingen und Migranten machen muss. Ersteren muss geholfen werden, für die zweiteGruppe sollte ein Einwanderungsgesetz am besten nach kanadischen Vorbild geschaffen werden.

Na ja, das kanadische Einwanderungssystem wird auch fleißig kritisiert, so ist es ja nicht. Die Leute, die bereits bestimmte Kenntnisse mitbringen, werden dort rigoros bevorzugt - nennen wir's mal das Abschöpfen der Sahne. Der Rest ist erst mal Fleisch zweiter Güte und wird nach Lust und Laune bearbeitet, teilweise mit ewig langen Wartezeiten und in erbärmlich ausgestatteten Behausungen bis zur Genehmigung des Aufenthalts. Fleisch dritter Güte gibt's auch, das sind die Leute, die bei ihrer Ankunft in den Knast gesteckt werden. An dieser Stelle reden wir übrigens davon, daß einige Organisationen hier Verstöße gegen Menschenrechte wittern, da die medizinische Versorgung und die mit Lebensmitteln unter aller Sau sein soll.
Reden wir nochmal kurz über die Sahne: das ist Sahne quasi ohne Rechte, das schließt auch das Recht auf Privatsphäre mit ein. Auch da gibt's genügend Leute, die sich gar bitterlich darüber beschwert haben, daß sie unter menschenunwürdigen Bedingungen mit mehreren Arbeitern zusammengepfercht wie Sklaven behandelt wurden, was auch durch Arbeiten abseits jeder Tarifvereinbarung äußert, immer mit der - übrigens zutreffenden - Drohung vor Augen, wer aufmuckt, landet auf der Straße. Aber nicht auf der kanadischen Straße. Arbeitslosigkeit bedeutet im Grunde automatisch ein Rückflugticket.
Ich hätte nichts gegen ein Einwanderungsgesetz. Ich habe aber etwas dagegen, daß ein solches Einwanderungsgesetz in oben genannter Form pervertiert werden kann. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ein Einwanderungsgesetz wirklich der Weisheit letzter Schluß ist, aber da lasse ich mich einfach mal von den Vorschlägen überraschen ...

Gruß
Skywise
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Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#27

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Mo 20. Aug 2018, 23:23

Gesch hat geschrieben:
Mo 20. Aug 2018, 23:15
sorry für den schreibfehler beim blüm-zitat.. richtig wäre 500 000 millionen europäer, die keine 5 millionen flüchtlinge aufnehmen wollen... diese weigerung sollte die moralische insolvenz offenkundig machen...

gerd

meinst du jetzt Flüchtlinge (anerkannte) oder illegale Wirtschafts Migranten ?
Ich glaub du verrennst dich da ein wenig in deiner Welt ?
ich glaub dir ist nicht bewusst was da auf Europa zukommt ?

Europa hat nicht die Mittel um die Welt zu retten.
Europa kann aber sehr viel in den Ursprungsländern helfen um eine dortige Zukunft möglich zu machen !
Wenn dann auch noch die Amerikaner und vielleicht sogar noch Asien mitmacht, wär doch soviel möglich!!!
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Benutzer 911 gelöscht

Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#28

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Mo 20. Aug 2018, 23:45

fille hat geschrieben:
Mo 20. Aug 2018, 22:41
Ich hoffe, nicht auch gleich in die rechte Ecke gestellt zu werden: Es ist auch meine Meinung, dass man einen Unterschied zwischen Flüchtlingen und Migranten machen muss. Ersteren muss geholfen werden, für die zweiteGruppe sollte ein Einwanderungsgesetz am besten nach kanadischen Vorbild geschaffen werden.

mit dem Rücken an der Wand sich in alle Richtungen verteidigen zu müssen, tut es gut ... :hände:

Danke für Dein in Frage stellen :-)

Klar ist für mich, dass man Flüchtlingen (nach der Genfer Konvention) helfen muss - dass hab ich auch getan, da hab ich selbst nicht wenig Geld in die Hand genommen!!!
Ja und wenn dann wieder Friede im Ursprungsland, dann sollen sie wieder zurück um beim Wiederaufbau zu helfen!
Wir müssen da auch dabei helfen und Mittel zur Verfügung stellen!

Wir müssen aber ganz klar kommunizieren, dass Europa nicht das gelobte Land für Wirtschaftsflüchtlinge ist!
Die Erwartungshaltung die von Schleppern, ja auch von NGO's, gestreut werden sind kriminell und abscheulich - da gehts um verdammt viel Kohle ...
Da wird Menschen eine heile Welt in Europa versprochen die niemals in Erfüllung gehen wird ...

Kommt dann wer daher und traut sich das anzusprechen ... wird er als Nazi beschimpft :-(
Und das hier in einem Forum wo scheinbar politische Diskussion gewünscht ist :ablehnen:
Zuletzt geändert von Benutzer 911 gelöscht am Di 21. Aug 2018, 00:05, insgesamt 1-mal geändert. Dieser Beitrag enthält 226 Wörter



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Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#29

Beitrag von Skywise » Di 21. Aug 2018, 00:05

DonPedro hat geschrieben:
Mo 20. Aug 2018, 22:16
Man meint hier so scheint es, dass 2/3tel der Österreicher, die eine Mitte-Rechts Regierung gewählt haben, mit braunem Gedankengut in Verbindung stehen, verstehe ich das richtig ?

Kommt drauf an, wen Du mit "man" meinst ;-)
Ich persönlich glaube das nicht. Erstens weil die FPÖ nicht 2/3 aller Stimmen bekommen hat - sie wurde halt "nur" der Koalitionspartner. Zweitens weil - hey, ich lebe in einem Land, dessen Bundeskanzlerin sich bei der letzten Bundestagswahl mehr oder weniger mit einem Programm zur Wahl gestellt hat, das sich ohne viel Mühe mit "Ja, und ich bin die Angela von der CDU, ihr kennt mich ja" zusammenfassen läßt. Gedankengut und seine Farbe werden augenscheinlich überbewertet und sind höchstens für die Streber interessant, die sich die Mühe machen, vor der Wahl Parteiprogramme zu lesen. Für so was gibt's immerhin den Wahl-o-Maten oder die politisch streng neutralen Nachrichtenseiten im Netz, wo die interessanten Themen mit einem Hakenkreuz markiert sind.
Ist ungefähr so wie mit der AfD - ich glaube nicht, daß alle Wähler automatisch dem rechten Lager angehören. Ich glaube höchstens, daß nicht alle Wähler bei der Wahl tatsächlich verstanden haben, wofür die AfD steht. Höchstens woGEGEN. Außerdem saßen da ein paar unverbrauchte Gesichter, mit denen man den "etablierten Parteien" endlich mal eins auswischen konnte. Man wollte mehr Dynamik. "Damit im Bundestag endlich mal was los ist", wie ich mehr als nur ein einziges Mal lesen durfte. Warum man im Bundestag die Party ausrufen wollte oder noch immer will, ist mir übrigens immer noch nicht klar, konnte mir auch niemand erklären.
Zurück zum Thema: nein, die FPÖ verbinde ich vor allem mit Protestwählern, mit ... sie nennen's vermutlich "progressiven", ich nenne es "tendenziell destruktiven" Vorschlägen, mit einem konservativen Denken der Marke "früher war alles besser" und vor allem mit einem sehr gefährlichen Schubladendenken, das halt eben auch, und leider mittlerweile nicht mehr nur an den äußeren Enden, in Rassismus oder allgemein ein eher ausgrenzendes Denken übergeht, das vor allem gegen Minderheiten gerichtet ist, vorzugsweise gegen die, die ohnehin schon auf der sozialen Leiter auf den unteren Sprossen hocken. Die FPÖ vermittelt nach meinem Dafürhalten ein sehr einfaches Weltbild, das viele Leute anspricht, dazu halt eben die Polemik gegenüber denjenigen, die ihrer Meinung nach zu schwach sind, um Änderungen durchzusetzen. Ich kann mir vorstellen, daß das für viele sehr reizvoll ist, auch für die, die sich nicht unbedingt dem rechten Lager zugehörig fühlen. Insofern: nein, nicht alle Wähler sind irgendwo rechts verortet, wahrscheinlich sogar die allerwenigsten. Aber sie laufen halt mit den überzeugten Rechten Seit' an Seit'.
Ich weiß nicht viel über Sebastian Kurz, bei dem, was ich vom Wahlkampf mitbekommen habe, machte er allerdings eher eine etwas unglückliche Figur, weil sein Wahlprogramm im wesentlichen auch von Strache hätte stammen können. Es hat mir nicht gefallen, daß er einen Wahlkampf auf dem Rücken von Ausländern ausgetragen hat (wohlgemerkt: meine Wahrnehmung, so ausgiebig war die Berichterstattung in Deutschland zu diesem Thema nicht). Er wird sicher auch durch seine dynamisch, zupackende Art, seine Beredsamkeit und seine Jugend einige Leute für sich eingenommen haben, aber in der Aussage von Wolfgang Ambros habe ich meinen Eindruck durchaus wiedergefunden, daß Sebastian Kurz einige Male ein Machtwort hätte sprechen müssen, als sein Koalitionspartner Grenzen übertrat. Da das allerdings erstens von der Öffentlichkeit vermutlich wieder negativ aufgefaßt würde, weil - Koalitionsstreit gab's ja meiner Erinnerung nach nun wirklich genug in der jüngeren Vergangenheit, und ihm zweitens die FPÖ vermutlich sehr schnell die Pistole auf die Brust setzen und abdrücken kann, indem sie die Koalition platzen läßt, hat er's bleiben lassen. Wahrscheinlich spielen auch einige andere Faktoren eine Rolle. Ich will Sebastian Kurz nicht unterstellen, er stünde für rechtes Gedankengut - ich glaube, das wäre auch grundsätzlich falsch. Aber der Eindruck hat sich mir aufgedrängt, daß er bereit ist, für die Befriedigung seines Ehrgeizes einige Kröten zuviel zu schlucken, und ich weiß nicht, ob das auf Dauer wirklich eine gute Lösung ist, weder für ihn, noch für seine Partei, geschweige denn sein Land und seine Bürger. Ich mag mich aber auch als Außenstehender in diesen Punkten irren.

Gruß
Skywise
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#30

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Di 21. Aug 2018, 00:19

@Skywise
ich kann dir da aber überhaupt nicht beipflichten :ablehnen:
Da fehlt dir ganz einfach die Empathie um zu verstehen was in Österreich dazu geführt hat, dass die linke Hälfte - Irrtum ist ja nur mehr ein Drittel - sich mehr oder weniger in sich selbst auflöst.

Da wurden viele Fehler gemacht und werden - siehe die momentane Situation - auch derzeit gemacht,
Die Linken irren derzeit in die Selbstzerstörung - die Grünen sind aus dem Parlament geflogen - die Roten streiten und suchen ihre neue Orientierung ... die Roten Fundies wollen mehr - ich weiß gar nicht was, das versteht momentan niemand ? ... die Realos wollen mehr Richtung rechts ... na ja da schmollt man halt noch immer weil man "nur mehr" in der Opposition, a so a Schmarrn halt, :cry:

Momentan sind wir in der Regierung gut aufgestellt und man sollte den Leuten mal eine Legislaturperiode Zeit lassen um zu beweisen, dass man etwas positives für Österreich zustande bringt :-)
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#31

Beitrag von Gesch » Di 21. Aug 2018, 00:21

auch hier hab ich jetzt ein deja vue:

erst die Zufriedenheit mit der blau-braunen Regierung bekunden und dann sich in der Opferrolle suhlen, weil man nicht sagen könne, was man für richtig hält. Du kannst sagen und schreiben, was Du willst - aber erwarte nicht, dass Dir nicht widersprochen wird. Auch das gehört zur Meinungsfreiheit. Ich hab nicht beschimpft, sondern festgestellt - und da stand auch nicht im Mittelpunkt die ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen, sondern die unterstützende Haltung gegenüber denjenigen, die sich in Österreich darin gefallen, Demokratie und Bürgerrechte oder Pressefreiheit abzubauen und dazu auch noch aus tiefbraunen Burschenschaftsliederbüchern faschistisches Liedgut singen.

Europa ist kein gelobtes Land, sondern ein Kontinent mit Ländern, denen es gut geht und anderen, denen es nicht so gut geht. Wie viel Länder, denen des gut geht, zu leisten vermögen, habe nicht ich beurteilt, sondern dies Norbert Blüm überlassen. Er ist kein Traumtänzer, sondern ein konservativer Sozialpolitiker, der inzwischen an seiner eigenen Partei, mehr allerdings noch an den Exponenten der bayrischen Schwesterpartei und deren menschenverachtender Politik leidet.

Wer sich in den vergangenen Monaten auf die Boote gewagt hat, um übers Mittelmeer nach Norden zu fahren, hat sein Leben riskiert. Das macht man nicht ohne Verzweiflung. Und wer verzweifelte Bootsinsassen eher an Bord umkommen oder im Wasser ertrinken lässt, als sie zu retten oder an Land zu lassen, sollte eher vor Gericht gestellt und bestraft werden als Leute, die Ertrinkende aus dem Wasser retten. Den Leuten an Bord in Not ist nicht damit geholfen, dass Wiederaufbauhilfe in Aussicht gestellt wird. Sie müssen aus dem Wasser gezogen werden, wenn man sie vor dem Ertrinken retten will. Und wer sie retten könnte, aber Rettung verweigert, begeht ein Verbrechen.

Nebenbei - dass diese Menschen in ihrer Heimat nicht so leben können, wie sie sich ein Leben in der Heimat gerne vorstellen, liegt nicht zuletzt daran, dass die europäischen Kolonialmächte und ihre Nachfolgestaaten und Staatengemeinschaften wie die EU von Strukturen und Machtvorteilen profitieren, die den ehemaligen Kolonien keine Chance lassen, sich so zu entwickeln, dass sie tatsächlich wirtschaftlich unabhängig werden. Das halte ich für krimineller als die Rettung Schiffbrüchiger.

Und wenn Du hier Deine Sympathie für rechtsnationale Politik bekundest - die Politiker, die sie umsetzen, werden sie gewiss mit Stolz selbst so bezeichnen, und sei es untereinander - , solltest Du nicht herumjammern, wenn da auf Schnittmengen mit Gedankengut und Handlungsweisen verwiesen wird, die zur Nazizeit Konjunktur hatten, und die eine absichtliche Kontinuitätsbewahrung nahelegen.

Konstantin, hau in die Tasten und sing deinen "Willy"...
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Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#32

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Di 21. Aug 2018, 00:30

Gesch hat geschrieben:
Di 21. Aug 2018, 00:21
Wer sich in den vergangenen Monaten auf die Boote gewagt hat, um übers Mittelmeer nach Norden zu fahren, hat sein Leben riskiert. Das macht man nicht ohne Verzweiflung. Und wer verzweifelte Bootsinsassen eher an Bord umkommen oder im Wasser ertrinken lässt, als sie zu retten oder an Land zu lassen, sollte eher vor Gericht gestellt und bestraft werden als Leute, die Ertrinkende aus dem Wasser retten. Den Leuten an Bord in Not ist nicht damit geholfen, dass Wiederaufbauhilfe in Aussicht gestellt wird. Sie müssen aus dem Wasser gezogen werden, wenn man sie vor dem Ertrinken retten will. Und wer sie retten könnte, aber Rettung verweigert, begeht ein Verbrechen.

träum doch weiter ;-)
Viele Leute sitzen nicht im Boot weil sie um ihr Leben fürchten, sondern weil mit ihnen Geschäft gemacht wird, man ihnen das gelobte Land verspricht und ihnen für die Überfahrt ihr ganzes Geld abknöpft!
Klar gibt es auch legale Flüchtlinge, das muss man aber vor Ort abklären und entscheiden.

Es ist sinnlos mit dir zu diskutieren weil du deine Rosa Brille aufhast und nicht nach Lösungen suchst ...
Lass gut sei und verrenne dich da nicht ;-) Da wird dir auch nicht der "Willy" weiterhelfen ... wie denn auch ;-)
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#33

Beitrag von Gesch » Di 21. Aug 2018, 00:38

und noch mal zum Vorschlag, der schwarz-blau-braunen Koalition in Wien mal eine Legislaturperiode Zeit zu lassen, damit sie für Österreich etwas schaffen könne - sie mischt sich in Europa mit Auswirkungen auf Europa ein - und da nehm ich mir das Recht, mich dazu auch zu äußern, denn da betrifft es auch mich.

Auch Hitler hatte nach seiner Machtergreifung theatralisch um ein paar Jahre Zeit gebeten, um dann bis dahin Zeit zu haben, Deutschland zu verändern... Hat er ja geschafft: er hat erst Österreich angeschlossen und dann Europa in Trümmer gelegt - in gerade mal 12 Jahren... Brauchen wir das noch mal?

Mir scheint, in der Feststellung der Sinnlosigkeit der Diskussion sind wir uns einig. Konstantin kann mit "Willy" wenigstens zu wecken versuchen, aber nicht diejenigen erreichen, die sich aus Besitzstandswahrung in einer Festung Europa abkapseln wollen. Abschottung hat schon gegenüber den in den römischen Reichtum drängenden Germanen bei der Volkerwanderung am Ende des Weströmischen Reiches nichts genutzt...
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#34

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Di 21. Aug 2018, 00:46

@Gesch
wenn Leuten wie dir die Argumente ausgehen kommen se immer mit Hitler :opa:
Das beeindruckt mich nicht, tut mir leid, das ist schwach

Es klingt immer gleich - "alles was nicht meiner Meinung gerecht wird ist böse, ist Rassist, ist Nazi" - ufff ...
Du nimmst dich und deine Meinung zu wichtig und einzig und richtig!

Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß!!! >>> da gibt es noch ne Menge dazwischen :hut:

Ich lass mal gut sein ... a guats Nächtle :sleep:
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Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#35

Beitrag von fille » Di 21. Aug 2018, 08:24

Gesch hat geschrieben:
Mo 20. Aug 2018, 23:15
sorry für den schreibfehler beim blüm-zitat.. richtig wäre 500 000 millionen europäer, die keine 5 millionen flüchtlinge aufnehmen wollen... diese weigerung sollte die moralische insolvenz offenkundig machen...

gerd


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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#36

Beitrag von Gesch » Di 21. Aug 2018, 09:18

ups... versehentlich drei nullen zu viel gesetzt ... war keine absicht ... sorry
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#37

Beitrag von Gesch » Di 21. Aug 2018, 09:48

DonPedro hat geschrieben:
Di 21. Aug 2018, 00:46
wenn Leuten wie dir die Argumente ausgehen kommen se immer mit Hitler :opa:
Das beeindruckt mich nicht, tut mir leid, das ist schwach
man könnte natürlich auch mit Scheuklappen geschichtsblind durch die Gegend laufen und ausblenden, was man nicht sehen will. Aber diese rechts-organisierten Herrschaften, die ihre Wurzeln doch so tief und unversteckt im braunen Sumpf haben, sind ja nicht mal mehr klammheimlich stolz auf diese "Tradition". Und wenn man darauf eingeht, wehren sie sich gegen eine "Nazikeule"... "wehret den Anfängen" kann man inzwischen ja gar nicht mehr warnen. Die Anfänge liegen längst hinter uns...
DonPedro hat geschrieben:
Di 21. Aug 2018, 00:46
Es klingt immer gleich - "alles was nicht meiner Meinung gerecht wird ist böse, ist Rassist, ist Nazi"
das Totschlagsargument kann berechtigte Kritik nicht ersticken und hat nur den Zweck, über die Details in der Kritik hinwegzugehen...
DonPedro hat geschrieben:
Di 21. Aug 2018, 00:46
Du nimmst dich und deine Meinung zu wichtig und einzig und richtig!
da demaskierst du dich selbst
DonPedro hat geschrieben:
Di 21. Aug 2018, 00:46
Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß!!! >>> da gibt es noch ne Menge dazwischen
richtig, es gibt auch braun und rot, gelb und grün und den ganzen Regenbogen...
aber wer Pluralismus abschaffen will, beispielsweise wie die derzeit vorhandenen Autokratien in Osteuropa, in deren Fahrwasser sich die Kurz-Koalition durch Einschränkungen der Pressefreiheit befindet, legt die Axt an die Wurzel der Demokratie. Wenn dies dann auch noch in der CSU bejubelt wird, indem man mit Orban oder Kurz freundschaftlichen Umgang pflegt, sollten auch hierzulande alle Alarmglocken schrillen. Ich mag nicht schweigen, bis auch hier die Justiz auf Volksempfinden eingeschworen und wie in Polen gesäubert wird, oder die Presse gleichgeschaltet ist. Denn dann ist "die Menge zwischen Schwarz und Weiss" plattgewalzt...
Dieser Beitrag enthält 312 Wörter


Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


Benutzer 911 gelöscht

Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#38

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » Di 21. Aug 2018, 10:31

Gesch hat geschrieben:
Di 21. Aug 2018, 09:48
Ich mag nicht schweigen

Du sollst auch nicht schweigen.

Die freie Meinungsäußerung ist ein wichtiger Grundpfeiler der Demokratie!
Ebenso das Anerkennen und das Respektieren der anders gelagerten Meinung!
Ebenso das Anerkennen einer gewählten Mehrheit!
Dieser Beitrag enthält 46 Wörter



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Re: Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#39

Beitrag von Skywise » Di 21. Aug 2018, 10:47

DonPedro hat geschrieben:
Di 21. Aug 2018, 00:19
Da fehlt dir ganz einfach die Empathie um zu verstehen was in Österreich dazu geführt hat, dass die linke Hälfte - Irrtum ist ja nur mehr ein Drittel - sich mehr oder weniger in sich selbst auflöst.
Na ja, die Phase, in der (nicht nur) ich meine "Wahlheimat" verloren habe, liegt zwar ein bißchen zurück, aber ich glaube schon, daß ich die Situation nachvollziehen kann. Die Linken kappeln sich halt gern, ist ja nicht das erste Mal in ihrer Geschichte so.
Da wurden viele Fehler gemacht und werden - siehe die momentane Situation - auch derzeit gemacht,Die Linken irren derzeit in die Selbstzerstörung - die Grünen sind aus dem Parlament geflogen - die Roten streiten und suchen ihre neue Orientierung ... die Roten Fundies wollen mehr - ich weiß gar nicht was, das versteht momentan niemand ? ... die Realos wollen mehr Richtung rechts ... na ja da schmollt man halt noch immer weil man "nur mehr" in der Opposition, a so a Schmarrn halt, :cry:
Ja sicher, nur ist das meines Erachtens keine Entschuldigung dafür, daß jemand das komplette Gewicht seiner Stimme entweder vollständig in den Müll schmeißt oder irgendeiner Protestpartei in den Rachen wirft bzw. einer Partei, die hinter schönen Worten ein Programm verfolgt, das so ziemlich das Gegenteil dessen ist, was die Linken ursprünglich angestrebt haben. Oder - sorry - irgendeiner Wundertüte, die meinen Informationen nach ohne Begründung so schnell und konsequent umfällt, daß sie schon für den Goldenen Neymar 2018 nominiert wurde.
Momentan sind wir in der Regierung gut aufgestellt und man sollte den Leuten mal eine Legislaturperiode Zeit lassen um zu beweisen, dass man etwas positives für Österreich zustande bringt :-)

Na ja, Österreich hat jetzt immerhin dank eines Eilverfahrens den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche, hat ein Überwachungspaket, die breitgefächerte Bespitzelung (heißt offiziell anders, da bin ich mir sicher, aber ich nenn's mal salopp so) der Bevölkerung durch Staatstrojaner wurde angekündigt, hat Fördermaßnahmen für Lohndumping (Mangelberufsliste wird ausgeweitet, die Budgets für Lohndumping-Kontrollen wurden gekürzt), die Investitionen in die Bahn-Infrastrukturen wurden in die Zukunft verschoben, CETA kommt auch ohne die ursprünglich geforderte Volksabstimmung, es wird mehr von den stark kritisierten "Massenquartieren" für Asylbewerber geben, es werden Studiengebühren eingeführt, die Bedenken bezüglich der Datensicherheit wurden gekippt, als man der elektronischen Gesundheitsakte ELGA zugestimmt hat, der Zugriff auf das Ersparte von Jobsuchenden wurde abgenickt, Lehrlingen in überbetrieblichen Lehrausbildungen wird die Ausbildungsentschädigung im 1. und 2. Lehrjahr mal eben mehr als halbiert, Österreich distanziert sich von der EU, indem alles von dieser Seite auf das absolute Minimum zurückgeschraubt wird ("Überregulierung"), der Herr Vizekanzler Strache hat die Freizügigkeit in Europa in Frage gestellt, die Liste der sicheren Länder wird für Asylbewerber erweitert, um sie schneller abschieben zu können, obwohl in den jeweiligen Ländern stellenweise noch Schüsse fallen, es soll möglich sein, Leute trotz eines Berufungsverfahrens nach dem ersten negativen Bescheid abzuschieben, anerkannte Asylbewerber bekommen bei Arbeitslosigkeit 300 Euro weniger Mindestsicherung als der reguläre Österreicher, es sei denn, sie sprechen Deutsch auf höherem Niveau, gleichzeitig werden die Plätze in Deutschkurse für die Asylbewerber gekürzt, als die Kirche einspringen wollte, hat sie sich von der FPÖ Kritik eingefangen, von den Liederbüchern mit Nazi-Texten oder der BVT-Affäre schreib' ich noch nicht mal was, diese unsägliche Grenzschutz-Übung will ich auch nicht erwähnen, die angedachten Maulkorb-Leitlinien für Mitarbeiter des ORF halte ich trotzdem zumindest für bemerkenswert, und daß Herr Strache die Europäische Agentur für Grenz- und Küstenwache als "Schlepperorganisation" bezeichnet, hat auch so ein Geschmäckle ...
Jetzt mal nur die Sachen aufgelistet, die bereits sind oder über die offiziell geredet wird. Ein paar Sachen werden im Augenblick natürlich noch geschmiedet, aber von denen liest man in deutschen Medien halt zu selten, vielleicht ist die Informationslage in Österreich besser.
Ich weiß nicht. Nach meinem Gefühl driftet Österreich als Staat bemerkenswert konsequent nach rechts ab, sogar stellenweise über das Gesund-Konservative hinweg, weg vom Sozialstaat, weg vom Schutz und der Förderung des Individuums hin zum Schutz des Landes auf Kosten seiner Bürger. Ich habe keine Ahnung, womit sich die Regierung Zuspruch verdient hat, außer halt eben damit, daß sie rührig ist. Okay, und daß sie einige ihrer angekündigten Pläne, sich die Schwächeren mal ordentlich zur Brust zu nehmen, auch tatsächlich schon umgesetzt oder zumindest sehr weit ausgestaltet hat, nehm' ich gerne als positiven Punkt mit auf, wenn jemand sein Wahlprogramm auch tatsächlich durchzieht, auch wenn mir das Ergebnis fragwürdig erscheint. Die Angst vorm Schwarzen Mann scheint mir zumindest bei der aktuellen österreichischen Regierung sehr groß zu sein.

Gruß
Skywise
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Re: "Skifoan" auf Platz 1 in Österreich - 42 Jahre nach Veröffentlichung

#40

Beitrag von Gesch » Di 21. Aug 2018, 11:01

ich hab am samstag gegen eine demonstration protestiert, die in köln von den „patrioten nrw“ stattfand und die vorgab, für „meinungsfreiheit“ zu demonstrieren: gemeint war, die meinung vertreten zu dürfen, der holocaust habe nie stattgefunden, und es wurde freiheit für eine verurteilte holocaustleugnerin gefordert. entsetzlich.

das leugnen und abstreiten von fakten ist keine meinungsäusserung, denn tatsachen sind nun mal tatsachen.

aber geschichtsklitterung und das zurechtbiegen von tatsächlichem geschehen ist ja nicht erst seit trump en vogue und hat weltweit nachahmer gefunden, die lügenpresse schreien und selbst offenkundige wahrheiten als fake news bezeichnen, weil sie diese nicht wahrhaben wollen.

wer bewusst die glaubwürdigkeit der pluralistischen presse in zweifel zieht und journalisten in ihrer arbeit behindert und bedroht, erschüttert die basis der demokratie.

und was die anerkennung einer mehrheit angeht, sollte nicht ausser acht bleiben, wie sie zustande kam, ob mit den mitteln einer gelenkten und gekauften meinungs- und stimmungsmache oder durch lug und trug, oder in freier und geheimer wahl. wie trump ins amt kam, wissen wir noch nicht in allen einzelheiten, aber es wird unabhängig geklärt...

und zweifelhaft ist beispielsweise auch der ständige verweis auf eine mehrheit für stuttgart 21. denn: es kam es zu einem nicht bindenden volksentscheid-ergebnis, nicht zuletzt weil auch das quorum nicht erreicht wurde, für das bahnprotzprojekt und grundstücksspekulationsobjekt stuttgart 21.

auch durch wahl an die macht gekommene diktatoren und autokraten verweisen gerne auf mehrheiten, um sich unantastbar zu machen.
auch wenn du es nicht hören magst: auch hitler wurde von einer mehrheit (im parlament) ins amt gewählt und hat sich in manipulierter wahl und unter ausschaltung seiner gegner eine mehrheit bei den wählern geholt.
wenn sich zeigt, dass sich sowas wiederholt, macht man sich mit der akzeptanz einer solchen mehrheit mitschuldig an dem, was so eine autokratie oder diktatur politisch durchsetzt.
Dieser Beitrag enthält 315 Wörter


Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
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Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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