SAGO-Seminar geht weiter! Bewerbungen bis 1.2.2016 möglich

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Rike
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SAGO-Seminar geht weiter! Bewerbungen bis 1.2.2016 möglich

#1

Beitrag von Rike » Do 21. Jan 2016, 07:21

"Christof Stählins Tod markiert einen tiefen Einschnitt in der von ihm gegründeten und geleiteten Liedermacher-Schule SAGO.
Ermutigt von der trotz aller Trauer schönen SAGO-Runde im letzten Herbst (an der Christof noch teilzunehmen geplant hatte) und der breiten Unterstützung vieler SAGO-Weggefährten lädt Christofs langjähriger Freund und SAGO-Partner Martin Betz, assistiert von SAGO-Absolvent Matthias Binner, zu einem Frühjahrs-SAGO in der Osterwoche ein.
Das Seminar beginnt am Sonntag, den 20.3.2016 mit einem Abendessen um 18h, endet am Morgen des Gründonnerstages, 24.3.2016 und findet wie üblich im Weyenhof in 98634 Wasungen (Thüringen) statt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 300 Euro, darin sind die Kosten für die Übernachtung und die gemeinsamen Mahlzeiten enthalten.
Zur bestehenden Seminar-Runde können noch einige Neuzugänge hinzutreten.

Interessenten können sich bis zum 1.2.2016 mit drei eigenen Liedern (Textblatt plus Aufnahme) um einen der freien Plätze bewerben: per mail an
info@matthiasbinner.de oder
per Post an Matthias Binner, Motzstraße 68, 10777 Berlin."
Soweit der offizielle Sago-Text...
Herzliche Grüße
Rike
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#2

Beitrag von Gesch » Do 21. Jan 2016, 09:35

Das find ich ja toll!!! Christofs Werk weiterzuführen und damit auch ihn selbst ein wenig weiterleben zu lassen, ist ein Vorhaben, dass meinen höchsten Respekt hat.
Ich hoffe, dass es mit einem vergleichbaren langen Atem und so viel Begeisterung verbunden bleibt, wie Christof sie über die vielen Jahre gezeigt hat - und mit welchem Ergebnis. Die "SAGO"-Schule schimmert bei vielen Absolventen, die ich im Laufe der Jahre hören konnte, immer wieder durch, auch wenn jeder dieser Künstler dabei seine eigene künstlerische Handschrift bewahrt hat. Die künstlerischen Standards sind jedenfalls auf einem bewunderswerten Niveau.
Alle Achtung!
Und wer die Chance wahren will, dort seine Fähigkeiten und Talente zu optimieren, sollte mit einer Bewerbung nicht zögern.
Schade, dass ich zu alt bin...
herzlich
Gerd
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#3

Beitrag von Barde » Fr 22. Jan 2016, 02:57


Gesch schrieb:
Und wer die Chance wahren will, dort seine Fähigkeiten und Talente zu optimieren, sollte mit einer Bewerbung nicht zögern.
Schade, dass ich zu alt bin...


Ach, gibt es da eine Altersgrenze? Oder hältst Du Dich für zu alt, um nochmals Ideen und Anregungen nachzutanken? Letzteres würde ich für bedauerlich halten.
Gruß Barde
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#4

Beitrag von Gesch » Fr 22. Jan 2016, 07:33

als ich in der anfangszeit von sago mal mit christof drüber sprach, hatte er es mir als förderprogramm für den nachwuchs erklärt und gemeint, das wäre nichts für mich... er wollte junge leute haben, die noch "formbarer" wären...
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#5

Beitrag von Carsten K » Fr 22. Jan 2016, 09:38


Gesch schrieb:
er wollte junge leute haben, die noch "formbarer" wären...


Hm, merkwürdige Einstellung... Hat er das wirklich so formuliert?
Ich bin nun offenbar auch zu alt, aber als ich jünger war, hätte mich so eine Aussage doch eher abgeschreckt. "Nachwuchsförderung" ist ja wichtig, aber ich hab das SAGO-Projekt bisher immer eher als eine Plattform verstanden, sich auszutauschen und gegenseitig zu inspirieren, moderiert von dem erfahreneren reiferen Kollegen...
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#6

Beitrag von Skywise » Fr 22. Jan 2016, 10:57


cARSCHti schrieb:
Hm, merkwürdige Einstellung... Hat er das wirklich so formuliert?
Ich bin nun offenbar auch zu alt, aber als ich jünger war, hätte mich so eine Aussage doch eher abgeschreckt. "Nachwuchsförderung" ist ja wichtig, aber ich hab das SAGO-Projekt bisher immer eher als eine Plattform verstanden, sich auszutauschen und gegenseitig zu inspirieren, moderiert von dem erfahreneren reiferen Kollegen...
Ja und nein.
Ich hab' mich im Laufe der Zeit mit einigen SAGOnauten unterhalten, auch über die Aktivitäten während der SAGO-Treffen. So wie es sich für mich darstellt, verstand sich Stählin als fordernder Lehrer und nicht als zurückhaltender Moderator, wobei "fordernd" hier nicht das Modell "Steißtrommler" meint.
Das Achtel Lorbeerblatt hat ja Erinnerungen einiger SAGOnauten gesammelt; in den Zeilen von Philipp S. Rhaesa hab' ich einige Eindrücke der SAGOnauten von Stählin und seinem Unterrichtsverständnis wiedergefunden, insofern sei er einfach mal zwecks Lektüre verlinkt.
Gruß
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#7

Beitrag von Doro1100 » Fr 22. Jan 2016, 14:15

Gesch schrieb:
Schade, dass ich zu alt bin...

Danny Dziuk (Jahrgang 1956) war auch mal mit dabei, auch kein junges Gemüse mehr. ;-) Daher passte damals im Abschlusskonzert auch sein Lied "Zu alt" sehr gut und sorgte bei seinen Kollegen und im Publikum für Heiterkeit.
Aber es stimmt schon: Mit wenigen Ausnahmen gehörten die Teilnehmer bisher eher der jüngeren Generation an.
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#8

Beitrag von Gesch » Fr 22. Jan 2016, 14:42

als danny zur welt kam, war ich sechs jahre alt - klar, inzwischen kein riesiger altersunterschied mehr, aber je mehr man zurückdenkt, umso grösser wird er ;-).... christof war acht jahre älter als ich... vielleicht hielt er ihn für zu gering, um erwarten zu können, dass ich ihm mit ehrfürchtigem rspekt wie ein schüler seinem lehrer gegenübertrete...
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#9

Beitrag von Carsten K » Fr 22. Jan 2016, 16:44

Einerseits kenne ich ja mehrere LiedermacherInnen, die bei SAGO mitgemacht haben und durch Christof Stählins "Schule" gegangen sind, und ich kann bei allen sagen, Respekt, was sie machen!
Andererseits, wenn ich von "ehrfürchtigem" Respekt lese, den er als "fordernder" Lehrer von seinen Schülern, die er "formen" wollte, erwartet hat, fühle ich mich, ehrlich gesagt, an die Lehrer aus meiner Schulzeit erinnert, an die ich im Nachhinein nicht unbedingt mit übermäßigen Respekt zurückdenke. Mag, sein, vielleicht habe ich nur ein Problem mit "Autoritäten". Wenn ich in dem EAL-Artikel lese, dass der Autor Philipp S. Rhaesa 5(!) Jahre brauchte, bis er ein Lied geschrieben hatte, das Christof Stählin gefiel, denke ich, dass wahrscheinlich nicht so lange durchgehalten hätte. Entweder hätte ich resigniert aufgehört, Lieder zu machen, oder ich hätte mir einen anderen "Mentor" gesucht...
Ich hatte in meinem Leben (nicht nur als Liedermacher) mehrere "MentorInnen" - die meisten deutlich älter, reifer und erfahrener als ich. Aber alle sind mir als Person und dem, was ich mache, vor allem erstmal mit Respekt begegnet, auch wenn in ihren Augen durchaus nicht alles perfekt war (in meiner eigenen Selbsteinschäzung übrigens auch nicht...). Und sie wurden vor allem dadurch zu Autoritäten für mich, dass sie selbst nicht perfekt waren und das auch nicht von sich behaupteten. Sie haben mich durchaus auch kritisiert, aber vor allem haben sie mich ermutigt und bestärkt, MEIN Ding zu machen und mich selbst in meiner Kreativität nicht durch eine Art "innere Zensur im Kopf" (Was könnten andere - nicht zuletzt sie selbst, meine MentorInnen selbst, darüber denken?) einschränken zu lassen...
Christof Stählin, der "fordernde Lehrer", muss offenbar auch so etwas an sich gehabt haben, denn seine SAGO-SchülerInnen machen allesamt (soweit ich sie kenne) jeweils IHR Ding, wenn sie ihre Lieder schreiben.
Wer ist eigentlich der "Lehrer" bei dem SAGO-Seminar? Matthias Binner? Den habe ich vor kurzem bei der Hoyschrecke (flüchtig) kennengelernt und als Kollegen auf Augenhöhe erlebt, der mir künstlerisch zwar wahrscheinlich in manchem voraus ist, der aber sicher keinen "ehrfürchtigen" Respekt braucht, wenn er jüngeren KollegInnen begegnet...
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#10

Beitrag von Rike » Fr 22. Jan 2016, 17:06

Hallo zusammen,
Carschti schrieb:
Wer ist eigentlich der "Lehrer" bei dem SAGO-Seminar?

Das Seminar wird von Martin Betz geleitet. Matthias Binner "unterstützt" ihn dabei.
Martin Betz hat seit Jahren mit Christof Stählin bei Sago zusammen gearbeitet. Ich habe ihn 2013 auf dem CD-Release Konzert von "Versammlung der Inseln - Sago singt Stählin" erstmals auf der Bühne gesehen - als Musiker und Moderator und ich fand ihn super.
Seine Homepage: http://www.martinbetz.de/
Herzliche Grüße
Rike

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#11

Beitrag von Carsten K » Fr 22. Jan 2016, 18:19

Liebe Rike,
Danke für den Tipp! Ich kannte Martin Betz bis eben noch nicht, tolles Kabarett! Hab gerade dieses Video gesehen:
Westalgie
Und jetzt schwelge ich in Erinnerungen... ;-)
Liebe Grüße
Carschti
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#12

Beitrag von Nicky » Fr 22. Jan 2016, 18:50

Vorab, ich finde die "SAGO Idee" absolut klasse und einige der "SAGO-Absolventen" gefallen mir auch gut.
Allerdings habe ich mich genau wie Carschti auch darüber gewundert, dass jemand sich das antut und fünf Jahre lang an seinem können rumfeilt, bis er ein Lied zu Stande bekommt, das Stählin gefallen hat. Wieviel bleibt denn da von einem selbst übrig nach fünf Jahren? Um dann zu klingen, als wäre man durch die "Stählin-Schule" gegangen. ....Und gefällt man sich dann noch selbst, wenn man fünf Jahre daran gearbeitet hat anders zu werden und anders zu klingen?.......hm :weissnicht:
Alles Liebe
Nicole

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#13

Beitrag von Barde » Sa 23. Jan 2016, 13:25

Wieviel bleibt denn da von einem selbst übrig nach fünf Jahren? Um dann zu klingen, als wäre man durch die "Stählin-Schule" gegangen. ...

In dieser Hinsicht hatte ich mal ein Aha-Erlebnis, allerdings aus dem Bereich der Malerei. Mir fiel ein Bild ins Auge und ich dachte mir: "Oh, ein typischer Hundertwasser" - in der Art wie wir ihn alle kennen. Nein, es war nicht von ihm, das Bild stammte von einem seiner Schüler. Da war absolut nichts Eigenes mehr vorhanden und stellte es nur eine perfekte Kopie in der Art eines Hundertwasserbildes dar. Es hat mich richtiggehend erschreckt, wie sich hier ein Mensch hat "formen" lassen. Aber gerade im kreativen Bereich wimmelt es nur so von recht autoritären Lehrern, die sich das Recht herausnehmen, ihr eigenes Weltbild auf den Studierenden zu übertragen. Habe auch andere Beispiele erlebt.
Wie Stählin hier allerdings einzuordnen war, möchte ich jetzt nicht beurteilen, weil ich zu wenig Wissen über seine Unterrichtsmethodik habe (sofern man bei Sago von "Unterricht" sprechen kann und will).
Ist Bodo Wartke nicht auch durch die Sago-Schule gegangen? Der hat doch seinen ganz eigenen Stil gefunden, denke ich.
Liebe Grüße
Barde :barde:
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#14

Beitrag von Marc » Sa 23. Jan 2016, 14:23

Liebe Nicole,

Nicky schrieb:
Allerdings habe ich mich genau wie Carschti auch darüber gewundert, dass jemand sich das antut und fünf Jahre lang an seinem können rumfeilt, bis er ein Lied zu Stande bekommt, das Stählin gefallen hat. Wieviel bleibt denn da von einem selbst übrig nach fünf Jahren? Um dann zu klingen, als wäre man durch die "Stählin-Schule" gegangen. ....Und gefällt man sich dann noch selbst, wenn man fünf Jahre daran gearbeitet hat anders zu werden und anders zu klingen?.......hm :weissnicht:

Bei den mir bekannten Künstlerinnen und Künstlern, die SAGO nahe standen oder stehen, habe ich vielmehr den Eindruck, dass sie genau so klingen, wie sie selbst und eben nicht "anders". Ohne die pädagogischen Ansätze oder Ziele von Christof Stählin genau zu kennen, vermute ich, dass Stählin ein Lied nach jahrelangem Feilen vor allem dann gefallen haben könnte, wenn es eins mit dem Verfasser war und so gut, wie es der Verfasser aus eigenem Schaffen eben nur schreiben konnte (Stählin als "Geburtshelfer", der ein Lied auch mal 5 Jahre im Brutkasten lässt, bis es ausgereift ist). Die Antwort auf die Frage, wie viel von einem selbst übrig bleibt nach Jahren des Feilens, wäre dann wohl: Mehr als ohne...
...aber das ist nur eine Vermutung von mir und ein Erklärungsversuch, warum SAGO so hoch angesehen war und ist.
Lieben Gruß!
Marc
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und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

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#15

Beitrag von Clemens » So 24. Jan 2016, 11:44

Ich denke:
Wer Autorität in sich trägt und diese zu vermitteln weiß ist ein guter Lehrer. Jeder, der nicht selbstherrlich meint nur aus sich selbst leben zu können, braucht Lehrer.
Leider wird aber viel zu oft Autorität mit autoritären Gebärden verwechselt. Nicht wer sich autoritär gibt, sondern wer Autorität lebt, der wird von seinen Schülern geachtet werden.
Kinder die von selbstherrlichen "immer Alles und immer Alles besser wissenden" Lehrern und Eltern erzogen werden, sind keinen Deut besser dran, als jene, die der sogenannten "antiautoritären" Erziehung - also eigentlich keiner - anheim fallen.
Jemand, der eigene Fehlbarkeit leugnet und keine Meinung neben der seinen gelten lassen mag, der mag autoritär daherkommen. Er ist (oder besitzt) aber definitiv keine Autorität. :-)
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Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)

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#16

Beitrag von Benutzer 911 gelöscht » So 24. Jan 2016, 18:36

Was es alles bei euch gibt in DE.
Da gibt es sogar eine Liedermacher-Schmiede.
Klingt irgendwie interessant ...
Ob ich da mit meinen fast 55 Lenzen noch durchgeh ?
Aber andererseits schreibe ich ja erst seit 5 Jahren, also bin ich so gesehen doch noch ein Jungspund ?
Als überzeugter Autodidakt tu ich mir ja grundsätzlich leicht an so einer Veranstaltung nicht teil zu nehmen ...
ich kenn mich ja, ich lass mir eh nix dreinreden, ich werd da immer gleich bockig wenn mir wer was lernen will!
Aber auch wieder andererseits ist doch jeder Austausch mit anderer Leutchen die so Lieder schreiben hochinteressant und befruchtend.
Irgendwie denke ich mir auch ob das wirklich gescheit ist ... kann man das Lieder machen lernen ?
Oder ist das eine Kunst die einem gegeben ist ?
Auf alle Fälle ist in so einem Prozess der Pädagoge, die Pädagogin, sehr gefordert.
Da braucht es viel Empathie um das vorhandene Talent zu fördern, fordern finde ich nicht gut !
Keinesfalls darf der Lehrer dem Schüler "seinen" Stempel aufdrücken.
Letztendlich ist es so, ich bin auch schon ein alter Hund ... ich find so Leute wie ich sollten den Jungen den Platz nicht streitig machen.
Und außerdem ist es eh schon wieder zu spät, weil grad das neue Album im Kasten :-)
und obs da noch ein weiteres geben könnt ... wer weiß das schon in meinem Alter ;-)
Aber wenn ich noch jünger wäre, dann würde ich vielleicht doch ein wenig auf das Autodidaktisieren (komisches Wort) pfeifen ...
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Guest
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#17

Beitrag von Guest » Di 29. Mär 2016, 20:57

Liebe Forums-Mitglieder!
Das erste Seminar ohne Christof hat stattgefunden, und soweit Matthias Binner berichtet, war es ein gutes Seminar.
Ich möchte mich zu Wort melden, weil ich das Gefühl habe, dass wenig bekannt ist, wie das eigentlich so ist bei Sago; insbesondere habt ihr euch ja über zwei Punkte unterhalten: den Begriff "formbar" und die 5 Jahre, die es gebraucht hat, um ein "gutes" Lied zu schreiben.
Dieser Geduldige bin ich selber, deshalb darf ich das leichte Entsetzen, das sich aus der Kombination von "formbar" und "jahrelang auf gute Lieder warten" ergibt, mildern.
Im Klappentext der "Versammlung der Inseln" steht alles dazu, was ich sagen kann. Dass nämlich der Unterricht bei Stählin (und Martin Betz und anderen Sago-Dozenten; Christof Stählin hat schon vor Jahren intensiv "Nachfolger" ausgebildet) Bilder anbietet, die es ermöglichen, den eigenen Blick auf die Welt zu schärfen, beim Schreiben die kreativen und die störenden Kräfte voneinander zu scheiden. Dass es bei mir so lange gedauert hat, bis sowohl er als auch ich zufrieden waren, das liegt eben nicht an der Schule, sondern an der bescheidenen Qualität meiner damaligen Lieder (ich war eben noch Schüler, als das alles losging), und es soll auch nur zeigen, wie viel Geduld Stählin mit uns gehabt hat, dass er uns immer wieder eingeladen hat (am Anfang waren die Seminare weitgehend kostenlos!), dass er sehr behutsam vorgegangen ist, und eben nicht gesagt hat: Das musst du so oder so machen. Seine Art der Formung war ein sanftes Anbieten, ein immer wieder Impulse geben.
Die Aversion gegen Künstler, die sich als Autodidakten verstanden, die durch einen wie auch immer gearteten "Unterricht" eingeschränkt und behindert werden, stammte aus der Zeit der späten 60er und 70er Jahre, die im Grunde "fortbildungsfeindlich" waren. Die Ideologie der Zeit brachte ein begründetes Misstrauen gegenüber Autoritäten mit sich, und Christof wollte als Seminarleiter, lange, bevor es Sago gabe, den Diskurs, aber eben auch eine konzentrierte Arbeit, das passte für Viele nicht zusammen.
Die Ansicht, alles Kreative sei schon in einem selbst, es müsse nur möglichst ungehindert herausgelassen werden, die ist ja bis heute bei vielen Liedermachern da.
Stählin begriff das "Formen" als eine "Ausbildung zum Autodidakten" : Hört euch Bodo, Dota, Sebastian Krämer, Danny Dziuk, Martin Betz, Martin Sommer, Mascha Potempa, usw. usw an: sind die alle "gleich geformt"?
Es gibt keine Altersgrenze, es gibt kein vorgefasstes Endergebnis. Es gab bei Stählin nur die Ablehnung einer gewissen Rechthaberei, die behauptete: Ich mach das so seit zwanzig Jahren, und deshalb ist das richtig so.
Bei Gelegenheit erzähle ich gerne mehr. Es hilft ein bisschen über den Verlust.
Herzlichen Gruß Philipp S. Rhaesa (Argus)
Hier der errwähnte "Klappentext":
Man stelle sich vor, durch einen Spalt in der Zeit träte Antonio Stradivari auf uns zu, nähme uns höflich am Arm und bäte uns, ihn in seine Werkstatt zu begleiten, um von ihm die Kunst des Geigenbaus zu erlernen. Wir wüssten, dass seine Instrumente von einer unerreichten Meisterschaft zeugen, und der Blick in seine Werkstatt wäre ein erregendes, intensives Erlebnis.
Er ließe uns seine Werkzeuge betrachten, und wir würden finden, dass es sich fast ausschließlich um gewöhnliches Geigenbauerwerkzeug handelt, die üblichen Schraubzwingen und Feinhobel, die dünnen Zugsägen und Schabeisen, die Schnitzmesser und – halt, die Schnitzmesser wären ein wenig anders geschliffen. Die Werkzeuge zeigten geringfügig andere Gebrauchsspuren als die eigenen, als seien sie jahrelang ein kleines bisschen anders eingesetzt worden. Auch dieses oder jenes Lackbehältnis röche ein wenig würziger, der gewöhnliche Knochenleim hätte vielleicht eine geringfügig festere Textur... Aber im Ganzen wäre es eine recht gewöhnliche Geigenbauwerkstatt.
Stradivari würde zu sprechen anfangen, aber er würde nicht über Geigen sprechen. Er würde Geschichten erzählen, etwa von Apollon und Daphne. Und uns zu einem Spaziergang an den nahegelegenen Waldrand bitten. Oder er würde uns anhalten, auf der Piazza San Domenico in Cremona zu sitzen und den Stimmen der Vorübergehenden zu lauschen.
Wann kommt‘s eigentlich, das Geigenbauenlernen, fragte man sich zwischendurch einmal. Klar, man würde seine Geigen weiter bauen, und es käme auch der Moment, in dem Stradivari zu uns sagen würde: Das ist mal eine Geige! Viel später, wenn der Stolz, den zu zeigen wir zu stolz sind, ein wenig abgeklungen ist, würden wir beginnen zu begreifen.
Zum Beispiel, dass in jedem Baum die Stimme einer schönen Frau wartet, wieder singen zu können.
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#18

Beitrag von Rike » Do 31. Mär 2016, 19:22

Hallo Philipp bzw. Argus,
danke für deine Erläuterungen und Einblicke - ich lese bei Gelegenheit gerne mehr davon ;-)
Ich hatte damals das große Glück, das CD-Release-Konzert zur Versammlung der Inseln live zu erleben (kiekste hier) und konnte feststellen, dass zumindest dieser Abend von gegenseitiger Liebe und Achtung geprägt war - und das war sicher nicht nur an diesem Abend so.
Ich freue mich, dass die SAGO-Seminare fortgeführt werden!
Herzliche Grüße
Rike
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