Persönlicher Konzertbericht: Götz Widmann am 19. Oktober im Café Atlantik in Freiburg

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Petra
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Persönlicher Konzertbericht: Götz Widmann am 19. Oktober im Café Atlantik in Freiburg

#1

Beitrag von Petra » Mo 31. Okt 2005, 03:04

Liedermaching vom Feinsten!
Als ich am 2. September im Walfisch in Freiburg bei dem Konzert von Vicki Vomit war, habe ich schon erfahren, dass Götz Widmann am 19. Oktober auftreten würde. Für mich ein perfekter Termin, denn ich würde sowieso am 18. Oktober in Freiburg sein, um meine Schwester zum Reinhard-Mey-Konzert in Basel abzuholen.
Am 18. Oktober in Freiburg angekommen, ging ich erst einmal die Eintrittskarte zum Götz-Widmann-Konzert kaufen. Die Veranstaltung war inzwischen in das größere Café Atlantik verlegt worden, weil der Vorverkauf so boomte. Man kennt Götz Widmann in Freiburg? Das erstaunte mich ein bisschen, aber dann dachte ich daran, dass dort die Studenten einen nicht unerheblichen Bestandteil der Bevölkerung ausmachen.
19. Oktober, Konzertbeginn um 21 Uhr, Einlass um 20 Uhr
Zwei Minuten nach acht Uhr stellte ich das Auto im nahe gelegenen Parkhaus ab. Auf dem Gehsteig und teilweise auf der Straße vor dem Café Atlantik drängelten sich ungefähr hundert junge Leute. Zum Teil waren die schon am Bechern. Da ich aus dem Alter raus bin, in dem man sich um einen guten Platz schlägt, ging ich erst mal noch ein bisschen spazieren. Eine halbe Stunde später war vor dem Lokal immer noch ein ziemliches Gedränge, und zehn Minuten vor neun beschloss ich, mir das mal näher anzusehen. Man konnte tatsächlich hinein gehen, musste aber bereits auf der Straße anfangen, sich durchzuquetschen. Die Tatsache, dass ich etwa doppelt so alt war wie die anderen Besucher, brachte mir ein paar neugierige Blicke ein, und mancher wird wohl gedacht haben, dass ich mich in der Tür geirrt hatte. An der Kasse zückte ich meine Eintrittskarte, erhielt meinen Stempel und schlug mich dann zur Theke durch. Dort holte ich mir einen halben Liter Mineralwasser und fragte, an welchem Ende der Kneipe sich die Bühne befand – natürlich am anderen ……
Die Bude war voll, das sah nicht so gut aus mit dem Durchkommen. Ich ging so weit man mich ließ, aber bald steckte ich fest. Da stand ich nun mit meinem schweren Glas in der Hand, von links, rechts, hinten und vorne gut abgestützt – also Umfallen ging nicht. Dummerweise hatte ich meine Jacke noch an und musste nun versuchen, sie in diesem Gequetsche auszuziehen. Mein erster Gedanke war, dass ich mein Glas leer kriegen musste, denn es war ziemlich anstrengend, es auf die Dauer waagerecht zu halten. Dann dachte ich daran, dass ich nicht wusste, wo die Toilette war, aber selbst wenn ich das gewusst hätte, genutzt hätte mir das wenig. Stift und Papier hatte ich dieses Mal dabei, aber schreiben konnte ich in diesem Getümmel nicht. Obwohl es so voll war, gab es immer wieder Leute, die sich durchdrängelten, und jedes Mal nutzte ich die Gelegenheit, mich ein paar Schritte hinterher in Richtung Bühne zu mogeln. Ich habe zwar neulich gehört, dass ich nur zwei Zentimeter kleiner bin als die deutsche Durchschnittsfrau, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich in so einer Menschenmenge nichts sehe, weil so gut wie alle größer sind als ich. Nach einiger Zeit hatte ich ein Mikrofon im Visier, sodass ich hoffen konnte, nachher wenigstens den Kopf des Sängers zu sehen. Gegen halb zehn befanden sich vor mir noch etwa zwei Menschenreihen, die standen, die Leute unmittelbar vor der Bühne saßen rauchend auf dem Boden.
Bald kletterte ein Mann mit Gitarre auf die Bühne, setzte sich auf den Barhocker und sprach ein paar Begrüßungsworte. Es wurde schnell klar, dass er so etwas wie ein Heimspiel hatte, denn er wurde so begeistert empfangen wie ein guter alter Bekannter. Man sollte meinen, dass ich mir wenigstens das allererste Lied hätte merken können, aber dem war nicht so. :-( Danach sagte er, dass er gelesen hätte, dass ein Drittel von uns Zuhörern unfreiwillig Single sei und bat die Betroffenen, die Hand zu heben. Und nun sollten sie sich umsehen, ob etwas Passendes da wäre. Es folgte das Lied Scheiß auf Deine Ex, was einem leichter fällt, wenn man sich den Inhalt ihres Badezimmermülleimers vor Augen hält. Auch Politiker beim Ficken und Montag kam in der ersten Konzerthälfte. Das ganze Konzert war eine Mischung aus Joint-Venture- und Götz-Widmann-Liedern. Vor der Pause sang er überwiegend die neueren seiner Stücke, denn er meinte, die alten könnten wir auch noch nach der Pause grölen, wenn alle besoffen sind. Er spielte seine Gitarre mit viel Körpereinsatz und entlockte ihr tolle Klänge. Sorry, ich bin so was von Laie in der Beziehung. Ich weiß, dass es verschiedene Gitarrenarten gibt, verschiedene Saiten und verschiedene Spieltechniken. In diesem Fall klang mir die Gitarre im Ohr wie eine zwölfsaitige (war es aber nicht), aber die werden wahrscheinlich auch nicht immer gleich klingen. Nach einer Stunde kündigte er eine zwanzigminütige Pause an, der CD-Stand sollte an der Bühne sein. CD-Stand ist gut. *g* Ein paar Jacken, die die Studenten auf der Bühne abgelegt hatten, warf er über einen Lautsprecher, um sich ein wenig Platz zu verschaffen, kniete sich hin und öffnete seinen CD-Koffer. Da nun einige Zuhörer nach hinten wollten, gab es vorne etwas Platz. Ich kam ziemlich gut voran und konnte eine CD erstehen. Nun war ich entschlossen, mich nicht mehr nach hinten abdrängen zu lassen. Um weiteren CD-Käufern Platz zu machen, arbeitete ich mich durch die vor der Bühne liegenden Rucksäcke seitwärts und blieb dort stehen. Hier war die Luft nicht ganz so dick wie in der dicht gedrängten Menschenmenge. Ich konnte einige wenige Worte mit Götz Widmann wechseln und fand ihn sehr nett. Er hielt die Pause sehr kurz und vertröstete weitere Kaufinteressenten auf später.
Den Rest des Konzertes verfolgte ich von seitlich der Bühne aus, wo auch einige junge Leute auf dem Boden saßen, aber nicht ganz so viele standen, sodass ich mich ein bisschen freier fühlte. Es war fürchterlich warm in dem Raum, und ich konnte zusehen, wie Götz Widmanns Hemd langsam die Farbe wechselte, denn bekanntlich ist trockener Stoff heller als nasser. Und noch etwas bemerkte ich: Er war ständig mit seiner Brille beschäftigt. Da ich selber Brillenträgerin bin, weiß ich, dass ein gut funktionierendes Nasenfahrrad fest sitzt und nicht rumwackelt. Bei einem besonders temperamentvollen Lied, ist ihm die Brille gar von der Nase gefallen. Ziemlich gegen Ende hat er sie zu einem Lied ausdrücklich abgesetzt, nicht ohne charmant zu bedauern, dass er nun die jungen, hübschen Damen vor der Bühne nicht mehr unterscheiden konnte. Gleichzeitig lieferte er endlich eine Erklärung: Er war am vorherigen Abend versehentlich drauf getreten und fragte nun ins Publikum, ob zufällig ein Optiker da sei, der zugleich auch noch sein Werkzeug dabei haben sollte. Der Abend muss eine ziemlich Qual für ihn gewesen sein, da er sich ständig zusätzlich auf die blöde Brille konzentrieren musste, an die man normalerweise kaum einen Gedanken verschwendet.
Das erste Lied nach der Pause hieß Sitzend pinkeln und endete mit der Erkenntnis 'Im Sitzen sollt nur pinkeln, wer im Sitzen pinkeln kann'. Dann kam Eduard, der Haschischhund, der irgendwann ins feindliche Lager wechselte, Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A 4 und Hank starb an einer Überdosis Hasch. Nach diesem 'Drogenblock' folgte ein Liebeslied, aber ich weiß nicht mehr welches. Es wurde eine Unmenge von Liedern gesungen, aber ob vor oder nach der Pause oder gar im zehnteiligen Zugabenblock kann ich größtenteils nicht mehr sagen. Im Publikum waren jede Menge Widmann-Kenner, die alle Texte kannten und fleißig mitgrölten. Götz Widmann hat sie aber ziemlich klug in Schach gehalten, indem sie bestimmte Zeilen oder den Refrain zum Mitsingen bekamen. Teilweise wussten sie schon ganz genau Bescheid, wie gesagt – offenbar waren etliche 'Profis' anwesend, die schon öfter Konzerte besucht hatten. Von den paar seiner Lieder, die ich schon kannte, wurden nur zwei gesungen; das eben erwähnte Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A 4 und Holland – eine nette Melodie, ein paar nette Sätze über unsere netten Nachbarn, die allerdings in den Ausruf münden: 'Solang's um Fußball geht, hass' ich Holland wie die Pest'. ;-) Da hat es echt Spaß gemacht mitzusingen; für viele muss der ganze Abend eine einzige Party gewesen sein. (Skywise hat übrigens Holland in Zell gesungen; zwar nicht am Samstag, deshalb ist es nicht auf der CD, aber man findet es im Intro der DVD vom Liedertreffen). Am meisten hat es mich überrascht, dass ich so viele Frauen im Publikum entdeckte, das hatte ich bei anderen Liedermaching-Veranstaltungen nicht so erlebt. Ich dachte immer, dass die Frauen durch das deftige Vokabular abgehalten würden, aber hier hatte ich das Gefühl, dass von den rund 150 Zuhörern mehr als die Hälfte Frauen waren.
Nach dem Konzert sind mir auf Anhieb zehn der Lieder eingefallen, nach halbstündigem Nachdenken weitere 15 und nach CD anhören und auf den Homepages stöbern noch ein paar. Aber mit der korrekten Reihenfolge und der damit verbundenen Dramaturgie des Abends kann ich leider nicht dienen, deshalb folgt nun eine kunterbunte Mischung. Vollständig wird die Liste aber nicht sein, da waren noch etliche Stücke, bei denen mich die Erinnerung im Stich lässt, sodass ich nichts dazu sagen kann. Bei den Themen, die behandelt wurden, gab es kein Tabu. Es ging um das Miteinander der Menschen im Allgemeinen und der Geschlechter im Besonderen (sprich: Sex). Es gab skurrile Geschichten, Lieder aus der Spaßfraktion, aber auch Melancholisches, Nachdenkliches, Ernstes (Lieder aus der Rubrik 'harte Realität') und auch gefühlvolle Liebeslieder.
Das Leben sollte mit dem Tod beginnen – ein Gedanke, den der Schauspieler Donald Sutherland in einem Interview formuliert hat. Es wäre doch reizvoll, wenn das alles in umgekehrter Reihenfolge ablaufen würde. Das Lied endet mit den Zeilen: 'Ein Leben, das als Orgasmus endet, war auf keinen Fall verschwendet.'
Älter als Kurt Cobain – dieses Lied sang Götz Widmann für alle, die älter als 27 Jahre waren – also wahrscheinlich für mich ;-) ….für sich und den einen oder anderen vom Thekenpersonal.
Chronik meins Alkolismuss, unmittelbar gefolgt von Dein Vater hat 'nen Kater – hoppla, noch ein Stück, das ich schon kannte, das hatte ich schon beim Liedermaching-Radio gehört. Wir haben es eindeutig der Tatsache zu verdanken, dass Götz Widmann inzwischen Vater einer Tochter ist. Jaja, die lieben Kleinen können ganz schön hartnäckig sein, wenn sie wollen, dass wir frühmorgens aufstehen. *g*
Arm sein ist teuer – dieses Lied war noch ziemlich ofenwarm, und Götz Widmann war nicht so ganz hundertprozentig textsicher. Er betonte, dass ihm das Lied sehr wichtig sei, und um es nicht durch evtl. Hänger zu verhunzen, hat er ein Textblatt zu Hilfe genommen. Als er anfing, den Notenständer auseinanderzuklappen, fragte ich mich, wie er auf der kleinen, überfüllten Bühne dafür Platz finden wollte. Aber wo ein Wille ist….
Landkommunenhippie – in einer sehr hohen Stimmlage vorgetragen, habe ich akustisch so gut wie nichts verstanden. Inzwischen habe ich den Text nachgelesen – da hatte ich ja nicht allzu viel verpasst, aber zum Mitsingen (für die Kenner) hat es sich gut geeignet.
NoRd – eigentlich für Männer und höchstens noch für betrunkene Frauen geschrieben, hat sich aber inzwischen gezeigt, dass auch völlig nüchterne Frauen sagen: 'Auch wir können den NoRd haben.' (Nicht onanierbarer Restdruck)
Im Lied von der Zaubersteuer wird anschaulich beschrieben, welche unschätzbaren Vorteile die Legalisierung von Hasch mit sich bringen würde.
Götz Widmann betonte, dass er keineswegs Drogen verherrlichen will, er will sie nur so darstellen wie sie sind, und das bedeutet, dass er sie genauso wenig verteufeln will. Allerdings hatte er mal ein Erlebnis, und wer davon hört, nimmt nie mehr was. Der Titel müsste sein Wie ich eine Frau war. Nach Einnahme einer Pille, musste er eine gewisse Zeit lang als Frau leben und somit die Herren der Schöpfung mal aus einer weiblichen Sicht betrachten. Das war Horror pur!!
Danke, Tanke – eine Hommage an die Tankstelle, bei der man auch noch dann Bier holen kann, wenn alle anderen Läden geschlossen haben.
Der kleine Cent – das ganze Lied dreht sich darum, ob es sich wohl lohnt, ihn aufzuheben, und was man damit anstellen könnte.
Zwei Trauben – wenn zwei Trauben sich lieben …. 'Sie sprach, ach ja, das wär so schön, nur wird es leider nie geschehn, / anders als Menschen oder Affen sind wir nicht dafür geschaffen.'
Glück – eine Traumvorstellung davon, wie es wohl sein wird, einen geliebten Menschen nach langer Zeit wiederzusehen. Und noch ein Liebeslied Ich möcht gern mal du sein.
Die Blume – was Götz Widmann davon hält (Schnitt-)Blumen zu verschenken, machte er in der Ansage zu diesem Lied deutlich: 'Was soll man denn dazu sagen? Hier haste 'ne Blume, schau ihr beim Verrecken zu.'
Grimms Märchen –er weiß, dass die Psychologen nicht seiner Meinung sind, aber er findet, dass Grimms Märchen ganz schön harter Tobak für so eine Kinderseele sind, und singt abschreckend: 'Ich wurd' damit erzogen ... heute nehm' ich Drogen.'
Homo sapiens – ein Lied über unsere liebe, gute, alte Mutter Erde, die an einer ganz üblen Krankheit leidet: Homo sapiens.
Geschenktes Gras – naja, ist halt 'ne feine Sache, wenn man es geschenkt bekommt… das ist ja immer so mit Geschenken.
Die zarte Artischocke –die Ärmste wird von einem bösen Vegetarier zubereitet und verspeist. Mit Rücksicht auf die Pflanzenwelt achtet Götz Widmann darauf, dass er auch reichlich Fleisch zu sich nimmt. ;-)
Markt, Marx undsoweiter– eines der Lieder, bei denen die Mitsinger freiwillig nach jeder Strophe eine Zeile zur Verfügung gestellt bekamen.
Ich liebe mich – das singt der Sänger für sich selbst, den einzigen Menschen, der immer da ist, immer weiß, wie es ihm geht, und ihn niemals verlassen wird.
Die folgenden Lieder waren Teil des Zugabenblocks. Nachdem er den ganzen Abend Mineralwasser oder Apfelschorle oder so was getrunken hatte, verlangte Götz etwa zu diesem Zeitpunkt nach seinem ersten Bier.
Ich schäme mich beim Wichsen – ein alter Joint-Venture-Hit.
Haschisch rauchen macht harmlos – normalerweise findet man dieses Stück nicht im gleichen Programm wie die Zaubersteuer, weil es dann auffällt, dass die Aussage so ziemlich identisch ist, aber da es nun mal stimmt, war es jetzt auch egal…
Er muss uns jetzt was singen – nachdem lange genug danach gerufen wurde, bekamen wir auch das noch zu hören. In der Schlusszeile wird in Frage gestellt, wozu so ein Liedersänger vor sein Publikum tritt: 'Ich hätt mich sicher für den Frieden auch ohne seinen Song entschieden.'
Zeit – das Titellied der neuen CD. Götz Widmann stellte das Stück als Rausschmeißer vor und bat für das lange, schwierige Gitarrensolo um Ruhe. In unmittelbarer Nähe der Bühne klappte das auch, aber wirklich still wurde es nicht im Raum. Es fielen aber weniger diejenigen auf, die sich ein Tütchen gebaut hatten, sondern eher die Bierflaschenschwenker.
Nach diesem Lied wurde immer noch nach Zugaben gerufen, aber Götz Widmann verlor kurz sein Lächeln und wirkte plötzlich ziemlich erschöpft. Er packte seine Gitarre weg, aber das Publikum gab keine Ruhe. Deshalb trug er zum Abschluss noch einen Text als Gedicht vor:
Jesus und Stoiber – diesen Text durfte er vor Kurzem in Köln in einer Kirche vortragen. Nicht schlecht – Jesus ist auch besser dabei weggekommen als Stoiber.
Und wer jetzt noch was hören wollte, könnte sich gerne eine CD kaufen und sie noch tagelang abspielen. ;-) Jetzt war endgültig Schluss, an dem Hemd gab es nur noch ein paar vereinzelte trockene Quadratzentimeterchen.
So langsam war ich nervös geworden, denn das Parkhaus schloss um ein Uhr. Es sah allerdings so aus, als sei ich die Einzige, die dieses Problem hatte. Alle anderen waren mit dem Fahrrad, der Straßenbahn oder zu Fuß unterwegs. Naja, auch für mich hat es zeitlich noch gereicht, denn es war jetzt halb eins, es hätte mir aber Leid getan, wenn ich hätte vorzeitig gehen müssen.
Es scheint mir, als wären die neueren Lieder von Götz Widmann zunehmend nachdenklicherer Natur. Mag sein, dass ihm das einige ältere Fans übel nehmen, aber ein Künstler muss sich weiterentwickeln. Die Alternative wäre Stillstand, und wo bleibt bei Stillstand die Kreativität?
Als ich dem Lärm und dem Gedränge entgangen war und allein in meinem stillen Auto saß, bemerkte ich überrascht, wie sehr mich Götz Widmann berührt hatte. Dieser Abend war keinesfalls vergeudet. Er hat auch wesentlich weniger 'garstige' Lieder gesungen als ich erwartet hatte. Außerdem wirkt die Wortwahl zusätzlich aufrichtig, da wird nicht dran rumgebogen, um irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Was er sagt, ist einfach wahr – nicht unbedingt die 'allgemein gültige' Wahrheit, aber für ihn ist es wahr. Er singt aus dem Herzen und hat meine Seele getroffen.
Das wird nicht mein letztes Götz-Widmann-Konzert gewesen sein. Nachdem ich nun im Besitz einer Joint-Venture-CD bin, muss ich ja auch noch eine Widmann-CD kaufen – und am liebsten mache ich das direkt beim Künstler.
Viele Grüße von Petra
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wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
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Persönlicher Konzertbericht: Götz Widmann am 19. Oktober im Café Atlantik in Freiburg

#2

Beitrag von Ruediklon » Mo 31. Okt 2005, 12:37

Na, der gute Götz scheint dir ja ne Menge Mühe wert gewesen zu sein. Freut mich, dass es Dir gefallen hat.
Und am Mittwoch sind wir dran! Die Monsters freuen sich schon auf Mainz - das wird ein großer Abend, da bin ich fast schon sicher!
Gruß
Rüdiger
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#3

Beitrag von Doro1100 » Mo 31. Okt 2005, 14:45

Hallo Petra,
danke für deinen Kurzbericht. Inzwischen muss man sich ja schon fast einen halben Tag Urlaub nehmen um ihn lesen zu können! :hammer:
Aber sehr lustig und informativ, wie immer ! Beim nächsten Widmann-Termin (in zumutbarer Nähe) bin ich auf jeden Fall dabei, um dich gegen das jugendliche Publikum zu unterstützen....
Aber erstmal sehen wir uns bei den Monstern! Ich freu mich schon. :-)
(Vergiss dein Handy nicht, damit ich notfalls wieder S.O.S. funken kann :-D )
Gruß Doro
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#4

Beitrag von Petra » Mo 31. Okt 2005, 20:48

Beim nächsten Widmann-Termin (in zumutbarer Nähe) bin ich auf jeden Fall dabei, um dich gegen das jugendliche Publikum zu unterstützen....

Super, Doro, ich freue mich. :-) Wie liegt denn Kaiserslautern zu Beindersheim? Von Pirmasens sind es übrigens mickrige 40 km. Allerdings wäre das bereits am 16. Dezember, ob ich das beim Haushaltsvorstand durchsetzen könnte, weiß ich noch nicht. Es ist auch nicht so, dass Götz Widmann nur Jungvolk als Publikum hat, nur in dieser Freiburger Studentenkneipe war es halt so.
Und am Mittwoch sind wir dran! Die Monsters freuen sich schon auf Mainz - das wird ein großer Abend, da bin ich fast schon sicher!

So sehr ich Euch wünsche, dass es voll wird, so sehr tun mir aber auch immer noch die Füße weh. Hoffentlich gibt es irgendwo ein Sitzplätzchen für evtl. ältere, gebrechliche Damen im Publikum. ;-)
Viele Grüße von Petra
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