Marie/Wolf Biermann

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Nicky
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Marie/Wolf Biermann

#1

Beitrag von Nicky » Mo 9. Sep 2013, 19:23

Ihr Lieben,
seit einigen Jahren versuche ich immer mal wieder mit den Liedern von Wolf Biermann warm zu werden. Bisher vergebens. Irgendwie bekam ich bisher keinen Zugang dazu.
Am letzten Samstag aber, im Rahmen der „Hamburger Theaternacht“ änderte sich das. Marie Biermann trat mit den Liedern ihres Vaters im Gepäck im Hamburger Thalia Theater auf.
Unglaublich, mit wie viel Energie, Gefühl und Theatralik sie sich auf der Bühne präsentierte. Fast eine Stunde lang sang sie Huren- und Hafenlieder. Vom Publikum begeistert gefeiert .
Heute habe ich nun den gesamten Bestand an Biermann CD´s aus der Bücherhalle geliehen.
Mal sehen, ob es mir diesmal gelingt ihn mögen zu lernen…..
Marie Biermann hat mich allerdings schon jetzt überzeugt. Bei der nächsten Gelegenheit, werde ich sicher auf eines ihrer- leider viel zu seltenen - Konzerte gehen.
Alles Liebe
Nicole
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...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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Nicky
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#2

Beitrag von Nicky » Di 10. Sep 2013, 17:24

Nö, das gibt nix..... Wolf Biermann und ich sind einfach nicht kompatibel......was mich aber nicht davon abhält, euch ein Besuch von Marie Biermann´s Konzert wärmstens ans Herz zu legen..... :-)
Alles Liebe
Nicole
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Marc
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Marie/Wolf Biermann

#3

Beitrag von Marc » Di 10. Sep 2013, 20:04

Liebste Nicole,
wie kannst Du nur so despektierlich über den größten, besten und wichtigsten aller deutschen Liedermacher seit Walther von der Vogelweide sprechen?
;-)
Lieben Gruß,
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

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Carsten K
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#4

Beitrag von Carsten K » Di 10. Sep 2013, 21:50

In den 80ern war ich mal großer Wolf-Biermann-Fan, bin aber Anfang der 90er davon abgekommen, nachdem er den George Bush (Senior)-Krieg gegen den Irak massiv befürwortet und sein Publikum auch eher in CSU-Kreisen (Hans-Seidel-Stiftung) gesucht hatte. Man mag ja seine Meinung haben und darf es auch, aber meine Meinung war es dann so ganz und gar nicht mehr, und ich hatte seitdem aufgehört, mich für seine Lieder zu interessieren. Ich weiß auch nicht, ob er danach noch etwas gedichtet oder komponiert hat, was mich heute faszinieren könnte...
Aber ich muss gerade an einen seiner Songs Anfang der 80er denken, den ich bei YouTube leider nicht gefunden habe, um ihn hier zu posten. Er fängt so an:
"Wir müssen vor Hoffnung verrückt sein
Marie, du dunkle Sonne
Dass wir dich warfen in diese Welt
Schlaf ein, du Dickmadonne..."
Ein Wiegenlied für seine kleine Tochter Marie, das mir damals sehr gefallen hat und auch auch heute noch sehr gefällt. Sollte man noch Kinder in eine Welt setzen, die durch Kriege, Gewalt, Umweltzerstörung usw. eigentlich dem Untergang geweiht ist? (Damals so aktuell wie heute) Eigentlich nicht, aber wir tun es trotzdem, und das ist auch gut so... Eine Botschaft, die mir bis heute - gerade wegen ihrer Ambivalenz - gefällt.
Wolf Biermann mag zwar nicht der größte und wichtigste aller deutschen Liedermacher seit Walther von der Vogelweide sein (auch wenn er er heute oft den Eindruck erweckt, dass er sich dafür hält...), aber er hat in seinem mittlerweile auch schon ziemlich langen Leben eine Menge sehr guter Lieder geschrieben - mal ganz abgesehen davon, dass seine Ausbürgerung in den 70ern tatsächlich als einer der Anfänge des Endes der DDR angesehen werden kann, denn diese Ausbürgerung hatte auch ein kulturelles "Ausbluten" zur Folge, weil sich viele KünstlerInnen mit Biermann solidarisch erklärten und die DDR daraufhin ebenfalls verlassen haben. Insofern hat ein Wolf Biermann tatsächlich eine andere historische Bedeutung als Reinhard Mey, Franz Josef Degenhardt oder Hannes Wader (und andere)... Eine Bedeutung, die Biermann aber aber auch überheblicher gemacht hat als andere, finde ich...
Wie auch immer... Dass die einst kleine Tochter, Marie, die "Dickmadonne", heute mit ihrem Papa auftritt, klingt einerseits spannend (Franz Josef Degenhardt hat in seinen letzten Jahren, als er noch auftrat, auch öfter Konzerte zusammen mit seinem Sohn Kai gegeben), andererseits frage ich mich, warum Marie Biermann, die inzwischen längst erwachsen ist, ihre Karriere so sehr auf das künstlerische Werk ihres Vaters aufbaut. Wolf Biermann hat einmal in einem Konzert gesagt: "Ich will nicht mein eigener Plattenspieler sein." Hat er jetzt die Tochter zu seinem Plattenspieler gemacht, oder sie sich gar selbst, weil sie nichts Eigenes hat? Aus Kai Degenhardt und seinem Bruder Jan sind jedenfalls eigenständige Liedermacher geworden. Sie mögen zwar von dem Namen ihres berühmten Papas profitieren, und man hört aus ihrer Art zu singen auch durchaus heraus, wer ihr Papa ist, aber sie singen ihre eigenen Lieder und verkaufen sich nicht als Kopie ihres Vaters...
Dieser Beitrag enthält 518 Wörter


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Nicky
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#5

Beitrag von Nicky » Mi 11. Sep 2013, 08:16

Nach dem Marie Biermann Auftritt habe ich mich am Wochenende mal im Netz nach ihr umgeschaut. Dort gab es jede Menge Kritik, weil sie keine eigenen Lieder singt, sondern der sich die Lieder von ihrem Vater vornimmt. Ich selber finde das gar nicht schlimm.
Wenn man die Liederinterpretationen von Wolf Biermann und Marie vergleicht, haben sie so gar nichts gemeinsam. Er trägt die Lieder mit eine ziemlich unmelodischen Stimme vor die sich manchmal sogar eher nach Schreien anhört. Sie mit einer kräftigen aber doch ziemlich melodischen Stimme. Er schrammelt dabei auf der Gitarre, sie wird dabei von einem Flügel begleitet. Er immer irgendwie kämpferisch, sie irgendetwas zwischen mädchenhaft, schnodderig und teilweise ziemlich erotisch……….
Manche seiner Texte mag doch auch sehr gerne (nicht unbedingt die politischen) ……wenn er sie einfach nur nicht singen würde……
Am 13. November tritt er nochmal mit Pamela Biermann zusammen im Thalia Theater auf. Beim schon mal reinhören fand ich, das sich dieses Programm irgendwie „weicher“ anhört als seine anderen Programme. Ich werde es testen und berichten…..
Alles Liebe
Nicole
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